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Neumarkter Lammsbräu alkoholfrei & Hollerblüte

Nun will ich mal wieder ein Mischgetränk verkosten. Es handelt sich um die Mischung von alkoholfreiem Bier mit Holunderblütenlimonade. Die Mischung stammt aus der Brauerei Lammsbräu in der Oberpfalz. Die Brauerei ist durch den Bio-Anbauverband Naturland zertifiziert, so dass ich hoffe, dass die Mischung nicht allzu süß ist.

Hell und kristallklar fließt das Getränk ins Glas und bildet dabei eine sahnige weiße Schaumkrone. Das alleine überrascht mich schon, aber dass der Schaum lange erhalten bleibt, kann mich durchaus begeistern.

Wie erwartet duftet das Getränk nach Holunderblüten, dazu kommt eine leichte Zitrusnote. Hopfen und Malz des Bieres kann ich in der Nase bestenfalls erahnen, aber ich weiß ja, dass ich hier ein Erfrischungsgetränk vor mir habe, kein reines Bier. Und insgesamt duftet das Getränk durchaus angenehm.

Der Antrunk ist frisch und spritzig mit einer angenehmen Süße. Auf der Zunge gesellt sich eine passende Säure dazu. Der Körper ist schlank und das Getränk löscht den Durst gut. Bier kann ich auch auf der Zunge nicht entdecken. Trotzdem – die Mischung gefällt mir. In der Kehle wird die Säure zunächst etwas kräftiger und als dieser Geschmack nachlässt, kommt erstmals die Bittere des Hopfens zum Vorschein, die dann aber lange nachklingt.

Für den Durst an heißen Tagen ist dieses Getränk ideal.

Zutaten:

Limonade (Mineralwasser, Holunderblütensirup, Zucker, Zitronensaft, Zitrusextrakt, Holunderblütenextrakt), alkoholfreies Schankbier (Mineralwasser, Gerstenmalz, Hopfen, Gärungskohlensäure)

Alkoholgehalt:

< 0,5 % Vol

Brauerei:

Neumarkter Lammsbräu
Gebr. Ehrnsperger KG
Amberger Str. 1
92318 Neumarkt
www.lammsbraeu.de

Eine Spirale fürs Bier

Ein US-Startup will die Bierwelt revolutionieren. Dabei hilft die Infusion Spiral den Brauereien auf vielfältige Art und Weise: Hergestellt aus Holz in einem speziellen Schnittverfahren und auf Wunsch getoasted, bringt sie Barrel-Aromen, kann aber auch einfach nur für mehr Körper, gerade bei alkoholfreien Bieren, sorgen und dabei viel Platz, Energie, Zeit und Kosten sparen.

Angefangen hat alles 2008 mit einer zufälligen Begegnung in einem Flugzeug. Carlos Yañez, heute CEO der Spirals-Firma OIS & Associates LLC, kam auf dem Flug von Miami nach Bogotá mit seinem Sitznachbarn ins Gespräch. Schnell stellte sich heraus, dass der als Repräsentant einer Erfindergruppe fungierte, die vier Jahre zuvor die Infusion Spiral erdacht und auch patentiert hatte. Yañez, damals bereits viele Jahrzehnte lang in der Hotellerie und Gastronomie tätig, erkannte schnell das Potential, vereinbarte einen Termin in der Manufaktur im amerikanischen Minnesota und baute in den Folgejahren ein neues Business rund um die Infusion Spiral auf. 2014 begannen die ersten sehr erfolgreichen Versuche in der Bierwelt, mit der Brauerei Kunstmann in Valdivia (Chile) und der Bavaria Brewery (damals SABMiller) in Bogotá, Kolumbien. Nach der Pandemie plant die Firma nun die Expansion auf dem europäischen Markt.

Die Infusion Spiral

Bei der Infusion Spiral handelt es sich um eine Holzspirale, die aktuell in zwei Größen lieferbar ist. Die normale Variante hat ca. 13 cm Länge, die große Version für Tanks ist 1,22 Meter lang. Der Durchmesser beträgt jeweils knapp 4 cm. Drumherum befindet sich ein Netz aus lebensmittelechtem Material, damit sie sich leicht einsetzen und herausnehmen lässt. Das Geheimnis dabei ist der transversale Schnitt, durch den sich einerseits die Oberfläche um ein Vielfaches erhöht und der andererseits der Flüssigkeit eine viel stärkere Wechselwirkung mit den Holzzellen erlaubt als der klassische Längs- oder Querschnitt. Die Idee beruht auf dem Wissen um die so genannten „Transversalfasern“ im Holz. Wenn diese Fasern freigelegt sind, kann die Flüssigkeit besser durch sie hindurchfließen, was wiederum eine bessere Extraktion ermöglicht. Fast 70% der gesamten Holzoberfläche der Infusion Spiral bietet diesen Vorteil des besonderen Schnittwinkels. Das Patent beschritt hierbei absolutes Neuland.

Anfangs wurde die Infusion Spiral vor allem in der Wein- und Spirituosenwelt eingesetzt, doch sie hat sich auch beim Bier als effektives und kontrollierbares Werkzeug erwiesen. Die Einsatzmöglichkeiten sind hierbei vielfältig. So kann man klassisch eine Spirale aus amerikanischer Weiß-Eiche verwenden, um Holzaromatik in ein Bier zu bringen. Hier gibt es dann die Möglichkeit, mit verschiedenen Toastings zu arbeiten oder diese auch zu kombinieren. Da hilft beispielsweise auch bei bereits mehrfach genutzten Holzfässern, deren aromatische Kraft bereits deutlich abgenommen hat. Die zusätzliche Verwendung der Infusion Spiral reduziert die Verweildauer des Bieres dabei deutlich und ersetzt die ausgelaugte Aromatik des Fasses.

Individuelle Holz-Kombinationen für eine neue Aromen-Welt

Eine weitere Kombinationsmöglichkeit bieten anderen Hölzer wie Kirsche, Zypresse oder das brasilianische Amburana mit seinen exotischen Aromen. Das geht dann schon deutlich über die üblichen Barrel Aging Methoden hinaus, weil ein Fass selten aus mehreren Holzarten besteht, bzw. aus manchen Holzarten schlicht und einfach gar kein Fass hergestellt werden kann. Die hohe Oberfläche und der transversale Schnitt beschleunigen dabei die Aromatisierung, sodass teils bereits nach wenigen Tagen ein beeindruckendes Ergebnis festzustellen ist, wie beispielsweise der Braumeister der Berliner Lemke-Brauerei von seinen ersten Versuchen zu berichten weiß.

Nachhaltigkeit und Kosten

Aus einem 50 Jahre alten Eichenbaum lassen sich in der Regel fünf Standard-Fässer mit 225 Litern Fassungsvermögen herstellen. Dasselbe Holz reicht aber für ca. 1.500 Infusion Spirals der Normalgröße, von denen jede für die Aromatisierung von etwa 1.000 Litern Bier geeignet ist und sich in der Regel mindestens einmal wiederverwenden lässt. Wenn man also von einer dreimaligen Nutzung der Holzfässer ausgeht, stehen 3.375 Litern aromatisierten Fassbieres etwa 3.000.000 Liter Bier mit den zweimal genutzten Infusion Spirals gegenüber. Man spart also pro genutztem Baum fast 1.000 Bäume ein – das ist ein kleiner Wald. Das schlägt sich auch in den Kosten nieder. Während neue Holzfässer mit vielen Hundert Euro zu Buche schlagen, ist eine Infusion Spiral für unter zehn Euro zu haben. Das hilft nicht nur der Umwelt vor Ort, sondern spart auch Transportkosten und ermöglicht der Brauerei eine für die Kunden attraktivere Preisgestaltung.

Einsatz für „normales“ Bier

In Deutschland gibt es nur sehr wenige Biere von großen Brauereien, bei denen Holz im Prozess Verwendung findet. Beispiele sind Carlsbergs Duckstein oder Tuchers Nürnberger Rotbier. International ist es hingegen völlig üblich, mit Holz beispielsweise den Körper des Bieres zu unterstützen. Das wohl bekannteste Beispiel ist das us-amerikanische Budweiser, das kurze Zeit auf Buchenholzchips gelagert wird. Hierbei geht es allerdings weniger um eine Aromatisierung – das Holz wird zuvor ausgekocht, sondern darum, dass es der Hefe mehr Oberfläche gibt und somit für eine schnellere Reduktion von Acetaldehyd und Diacetyl sorgt.

In Südamerika nutzen mittlerweile mehrere Brauereien die Infusion Spiral, um den Charakter ihrer Biere zu unterstützen. Die argentinische Brauerei Andes Origen beispielsweise gibt ihrem untergärigen Schwarzbier Infusion Spirals aus Sugar Maple (Zucker-Ahorn) zu. Dieses Holz gibt weder Farbe noch Tannine ins Bier, verstärkt aber den Körper und die Textur, was dem Konsumenten eine größere Vollmundigkeit und ein intensiveres Geschmackserlebnis bietet. In Europa hingegen sind vor allem die exotischen Hölzer beliebt, die OIS & Associates in einem nachhaltigen, zertifizierten Prozess erwirbt. Am bekanntesten ist hierbei wohl das bereits erwähnte brasilianische Amburana-Holz mit seinen Aromen von Kokos, Tonka-Bohne, Schokolade, Vanille, Zimt und Gewürznelke.

Dieses Holz nutze vor Kurzem die Brauerei Brick Lane aus Melbourne, Australien, für ihr „Asylum“. Das mächtige Imperial Stout reifte auf einer Mischung aus Amburana und Sugar Maple Spiralen, die ihm zusätzlich Aromen von Ingwer, Pfeffer, Thymian und Ysop verliehen. Die Bavaria Brewery, die mittlerweile zu AB Inbev gehört, brachte ebenfalls ein Imperial Stout auf den Markt, für das sie Infusion Spirals verwendete, in diesem Fall allerdings aus amerikanischer Weißeiche.

Besondere Chance für alkoholfreies Bier

Dank der Infusion Spiral Technologie ergibt sich ein Sonderfall für das gerade in Deutschland stark wachsende Segment der alkoholfreien und alkoholarmen Biere. Der Marktanteil steuert auf über 10% zu, allerdings bleibt es eine Herausforderung für die Brauereien, geschmacklich wirklich attraktive Biere zu entwickeln. Hier hat sich in den letzten Jahren viel getan, insbesondere durch neue Verfahren und das Mischen verschieden hergestellter alkoholfreier Ausgangsbiere zu einem verkaufsfertigen Blend. 

Das Hauptproblem bleibt immer der mangelnde Körper und die geringe aromatische Tiefe der Biere. Hier kann der Einsatz, beispielsweise einer Sugar Maple – Spirale, helfen, ein kompakteres und volleres Geschmackserlebnis sowie einen festeren Schaum zu generieren. Nimmt man stattdessen – oder zusätzlich – ein leicht getoastetes Eichenholz, kann man dem Bier leicht beim Entalkoholisieren möglicherweise verlorene klassische Bier-Aromen zurückgeben, beispielsweise Röstaromen, Karamell

und Gewürznelke.

Für alle Brauereien mit Alkoholextraktion bietet sich eine weitere Möglichkeit für den Einsatz der Infusion Spirals: Aus dem gewonnenen Bieralkohol lässt sich mit der Infusion Spiral ein aromatischer Bierbrand mit intensiven Holzaromen gewinnen.

Am Anfang der Entwicklung

Insgesamt ist OIS & Associates beim Thema Bier noch am Anfang der Entwicklung und Erforschung des Potentials der Infusion Spiral. Unterstützt wird der heute 73jährige Carlos Yañez von einem etwa zehnköpfigen Team, zu dem neben langjährigen Weggefährten aus aller Welt auch sein Sohn Felipe und Braumeister Fernando Zambrano gehören. Nach vielen Jahrzehnten in der Forschung und Entwicklung bei SABMiller wechselte Zambrano nach seiner Pensionierung 2019 ins Team von OIS & Associates und berät Brauereien beim Einsatz der Infusion Spirals in ihren jeweiligen Prozessen. Ihn zeichnet außerdem ein großes Verständnis für innovative Prozesse aus, so dass er in verschiedensten Brauerei-Umfeldern unterstützend tätig sein kann.

Bei Interesse können sich Brauereien gerne an OIS & Associates wenden, um mit einem Testset die Infusion Spiral ausprobieren zu können. Hierfür können sie entweder das Kontaktformular auf der Website www.oispiral.de oder senden Sie eine eMail an info@oispiral.de.

De Dochter van de Korenaar – Embrasse Peated

Ich habe mal spaßeshalber verschiedene Übersetzer im Internet abgefragt, was denn wohl die deutsche Übersetzung von Korenaar ist. Und ich muss sagen, dass die Ergebnisse verblüffend waren. Von Spatz über Weizenähre und Maisähre (ein besonders schöner Versuch, wo doch Mais gar keine Ähren ausbildet; da war offensichtlich künstliche Intelligenz im Spiel) bis hin zum nicht übersetzbaren Namenswort war alles dabei. Aber das nur mal so nebenbei. Kommen wir zum Thema.

Die Brauerei De Dochter van de Korenaar ist ein wahres Juwel in der belgischen Bierszene und steht exemplarisch für handwerkliche Braukunst, Innovationsfreude und Leidenschaft. Gelegen im malerischen Ort Baarle-Hertog an der belgisch-niederländischen Grenze, umgeben von Feldern und grüner Natur, hat sich diese Familienbrauerei seit ihrer Gründung einen festen Platz unter Bierliebhabern in ganz Europa erarbeitet.

Aber auch die Bedeutung des Namens dieses Bieres erschließt sich nicht sofort. Der Begriff „peated“ bedeutet auf Deutsch „getorft“. Dies bezieht sich auf Whisky, dessen Gerste über Torfrauch getrocknet wurde, was dem Getränk einen charakteristischen Geschmack verleiht.

Und was hat das alles mit diesem Bier zu tun? Es wird etwa ein Jahr lang in einem Blend aus Islay Whiskyfässern fassgereift. Die Brauer verwenden die Fässer nur einmal, um die maximalen Noten des Holzes und des Whiskys herauszuholen. Daher können Sie davon ausgehen, dass Sie ein fantastisches dunkles, torfiges Bier bekommen. Ob das auch stimmt, will ich jetzt feststellen.

Blickdicht schwarz fließt das Bier ins Glas. Dabei bildet sich eine haselnussbraune feinporige Schaumkrone, die sehr lange erhalten bleibt. Ein Bier wie gemalt.

Das Bier duftet nach Espresso und Torf, nach Whiskey und Holz, abgerundet durch einen Hauch Lakritz. Das macht richtig Lust auf den ersten Schluck.

Der Antrunk zeichnet sich durch eine stiltypische Süße sowie eine feinperlige Kohlensäure aus. Auf der Zunge gesellt sich eine passende Bittere zur Süße und auch die anderen Aromen spiegeln sich auf der Zunge wider. Der Alkohol reizt die Zunge leicht, was aber gut zu den Aromen passt und daher nicht störend ist. Das Mundgefühl ist weich und voll. In der Kehle ist das Bier überraschend mild und vor allem die Rauchnoten des Torfes klingen lange nach.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Weizenmalz, Roggenmalz, Hopfen, Hefe

Alkoholgehalt:

9 % Vol.

Bittereinheiten:

46 IBU

Empfohlene Genusstemperatur:

8° – 10° Celsius

Foodpairing:

Kräftiger Käse, Wildgerichte

Brauerei:

De Dochter van de Korenaar
Oordeelstraat 3B
2387 Baarle-Hertog
Belgien

Online-Workshop: Dänemarks Bierkultur entdecken

Dänemark ist nicht nur für Design, Fahrräder und Hygge bekannt – auch die Bierkultur des Landes hat einiges zu bieten. Von traditionsreichen Familienbrauereien bis hin zu innovativen Craft-Brauern, die immer neue Wege gehen, reicht die Vielfalt. Wer sich davon inspirieren lassen möchte, sollte den folgenden Online-Workshop nicht verpassen.

Montag, 8. September, 20:00 Uhr MEZ, Zoom-Event

Die beiden Bierexperten Kasper Mundt-Nielsen und Niels Torm nehmen die Teilnehmer mit auf eine spannende Reise durch die dänische Bierlandschaft. Dabei stehen sowohl historische Brauereien als auch moderne Pioniere im Mittelpunkt, die die Grenzen des Bierstils erweitern.

Teilnehmer erfahren außerdem, wo sich die besten Bierdestinationen des Landes befinden – von gemütlichen Brewpubs und lebendigen Taprooms bis hin zu einem der weltweit renommiertesten Bierfestivals.

Für wen lohnt sich der Workshop?

Ob für Bierliebhaber, die eine Reise nach Dänemark planen, oder für alle, die ihr Wissen über die dänische Bierkultur vertiefen wollen – dieser Workshop liefert Insider-Tipps, lokale Einblicke und Empfehlungen, die man so nirgends sonst findet.

👉 Kostenloses Ticket sichern: https://www.ebcu.org/cob

Maisel & Friends – Hoplander Krush

Hoplander ist eine exklusive Serie mit Sondersuden von Maisel & Friends (Brauerei Gebrüder Maisel, Bayreuth) in Kooperation mit dem Hopfenhändler BarthHaas. Jährlich widmet sich ein Bier dieser Reihe einem einzigen Hopfen, damit dessen Aroma unbeeinflusst von anderen Sorten voll zur Geltung kommen kann. Bei der derzeitigen Edition dreht sich alles um den amerikanischen Hopfen Krush™, von dem der Anbieter verspricht, dass er ein echter Aromakicker ist: intensiv, süß und fruchtig.

Hell goldfarben und gefiltert präsentiert sich das Bier im Glas. Die weiße Schaumkrone fällt anfangs schnell in sich zusammen, aber ein Rest bleibt lange erhalten.

Das Bier duftet nach frischer Orange, nach Ananas, Mango und Grapefruit, abgerundet durch Zitrusschalen und aus dem Hintergrund etwas Harz.

Der Antrunk ist frisch und spritzig, geprägt auch durch eine angenehme Malzsüße. Auf der Zunge dominieren die fruchtigen Aromen, die jetzt auch durch den Duft nach Kiefernnadeln unterstützt werden. Eine kräftige und dabei freundliche Bittere sorgen für Vollmundigkeit. Gleichzeitig wird das Bier trockener. Richtig trocken wird das Bier aber erst in der Kehle. Zusätzlich kommt das Harz stärker zum Tragen und unterstützt die fruchtige Bittere, die sehr lange nachklingt.

Ich hätte nicht erwartet, dass bei einem Single Hop eine so vielseitige Fruchtigkeit entstehen kann. Ich kann Ihnen nur empfehlen, sich schnell mit diesem Bier einzudecken, denn wie immer gilt: wenn weg, dann weg.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen (Krush™), Hefe

Alkoholgehalt:

5,9 % Vol.

Stammwürze:

13,30° Plato

Brauerei:

Gebr. Maisel GmbH & Co. KG
Hindenburgstr. 9
95445 Bayreuth
www.maiselandfriends.com

Haacht – Super 8 Flandrien

Die Brouwerij Haacht ist eine traditionsreiche belgische Familienbrauerei, beheimatet im flandrischen Boortmeerbeek. Mit der Super 8–Reihe möchte die Brauerei eine moderne Bierfamilie schaffen, die Klassiker neu interpretiert. Anfang 2018 wurde die Linie um das Super 8 Flandrien erweitert, das jetzt endlich seinen Weg zu mir gefunden hat. Der Name ehrt die berühmten „Flandriens“, die unermüdlichen Radprofis aus Flandern. Wie die Radprofis hat auch dieses Bier bereits einige Preise errungen: Gold (IBC 2020), Silber (2022, 2023) und last but not least Bronze (2021) bei der International Beer Challenge.

Hell goldfarben und kristallklar präsentiert sich das Bier im Glas. Die feinporige schneeweiße Schaumkrone fällt anfangs schnell in sich zusammen, ein Rest bleibt aber sehr lange erhalten.

Das Bier duftet nach Brotkruste, dazu nach Eichenholz und Vanille, abgerundet durch Koriander und frische Hopfennoten.

Der Antrunk zeichnet sich durch eine sehr feinperlige und doch kräftige Kohlensäure sowie eine zurückhaltende Süße aus. Auf der Zunge kommt der Geschmack der Eiche in den Vordergrund, unterstützt durch die frischen floralen Hopfenaromen. Die Malzsüße und der Vanillegeschmack sorgen für ein weiches und schweres Mundgefühl. In der Kehle dominiert die Bittere, die auch sehr lange nachklingt.

Trotz des intensiven Geschmacks ist das Bier angenehm süffig. Wenn ich das Bier mit einem Wort beschreiben sollte, würde ich es elegant nennen.

Alkoholgehalt:

6,4 % Vol.

Foodpairing:

Weißes Fischfilet (z. B. Kabeljau), Geflügel, reifer Käse

Brauerei:

Haacht Brewery
Provinciesteenweg 28
3190 Boortmeerbeek
Belgien
www.haacht.com

Hildesheimer Braumanufaktur – Sportinator

Die Hildesheimer Braumanufaktur wurde im Jahr 2016 in einem umgebauten Wasserwerk am Stadtrand von Hildesheim gegründet. An die ursprüngliche Verwendung erinnern die alten Gebäude wie auch der sehr große Garten, der als Biergarten und bei sommerlichen Veranstaltungen Verwendung findet. Jan und Malte pflegen in ihrem Unternehmen sowohl die traditionelle Braukunst als auch kreative Bierinnovationen, letztere häufig unter dem Namen Funk Soul Brewers. Unter diesem Label ist auch der Sportinator entstanden, ein Weizen-Doppelbock, der jetzt vor mir steht und auf seine Verkostung wartet.

Bernsteinfarben und opalisierend präsentiert sich das Bier im Glas. Die Schaumkrone ist eher dürftig und fällt auch anfangs schnell in sich zusammen, aber ein Rest bleibt lange erhalten.

Das Bier duftet nach Banane und Trockenfrüchten. Die Hefe sorgt für den Duft nach Biskuitteig und auch die 7,8 Volumenprozent Alkohol steigen mir in die Nase und sorgen für einen Duft, der likörartig anmutet oder auch an Rumtopf erinnert. Auf jeden Fall macht das richtig Lust auf den ersten Schluck.

Der Antrunk ist stiltypisch süß und intensiv, dabei aber auch spritzig. Auf der Zunge dominiert die Fruchtigkeit, die mich an Banane und Vanille denken lässt, aber auch der Rumtopf kommt zum Tragen. Dazu kommt eine angenehme und gut auf die Süße abgestimmte Bittere. Dem Bierstil entsprechend ist das Mundgefühl recht schwer. Der Alkohol wärmt und brennt leicht auf der Zunge. In der Kehle ist das Bier überraschend mild mit kurzem Nachklang.

Auch wenn mir der Sportinator ausnehmend gut gefällt, frage ich mich doch, ob Jan und Malte nicht eventuell etwas übertrieben haben, als sie den Weizenbock so kräftig gemacht haben. Aber das ist mein persönlicher Geschmack.

Zutaten:

Wasser, Weizenmalz, Gerstenmalz, Hopfen, Hefe

Alkoholgehalt:

7,8 % Vol.

Farbe:

16 EBC

Brauerei:

Hildesheimer Braumanufaktur (Funk Soul Brewers)
Goslarsche Landstraße 15
31135 Hildesheim
www.hildesheimer-braumanufaktur.de

Browar Fortuna – Miłosław & Makłowicz ArcyIPA

Bevor ich mit der Beschreibung dieses Bieres beginne, möchte ich einige Worte über Lidl loswerden. Es ist schon etwa ein halbes Jahrzehnt her, als Lidl ab und an Biere aus dem Vereinten Königreich und aus Frankreich anbot. Diese Biere haben mir wirklich gut gefallen und haben mich immer wieder zum Einkaufen zu Lidl gelockt. Offensichtlich haben die Biere aber die Gewinnvorstellungen von Lidl nicht erfüllt, so dass ich seit etwa fünf Jahren kein Angebot mehr gesehen habe (wobei ich aber zugeben muss, dass mich die Prospekte von Lidl hier in Diekholzen nur sporadisch erreichen). Anders ist das Polen. Bei meinem letzten Besuch in Polen war ich in einem Lidl-Markt in einer Kleinstadt und war erstaunt über die Auswahl unterschiedlicher Biere. Das würde ich mir auch in Deutschland wünschen. Aber kommen wir zur Brauerei und zu deren Bier.

Die Browar Fortuna, Heimat der Marke Miłosław, liegt in der Kleinstadt Miłosław in der Woiwodschaft Großpolen. Ihre Wurzeln reichen bis ins 19. Jahrhundert zurück. Heute verbindet die Brauerei Tradition mit Innovation: Neben klassischen Lager- und Pils-Bieren stehen moderne Interpretationen wie Pale Ales oder IPAs im Fokus. Besonders die Miłosław-Linie richtet sich an Bierfreunde, die Wert auf handwerkliche Qualität und charakterstarke Aromen legen. Kooperationen mit bekannten Persönlichkeiten – etwa mit dem Kulinarik-Experten Robert Makłowicz – zeigen den Anspruch der Brauerei, Braukunst und Genusskultur kreativ zu verbinden.

Golden und mit kräftiger Hefetrübung fließt das Bier ins Glas. Dabei bildet sich eine kleine gemischtporige Schaumkrone, die aber sehr lange erhalten bleibt.

Frische Mandarinenaromen prägen das Bouquet, begleitet von tropischen Früchten wie Ananas, Zitrusnoten und einer feinen, weinähnlichen Nuance durch Hallertau Blanc.

Der Antrunk ist leicht und spritzig, mit sanfter Malzsüße und deutlicher Fruchtigkeit. Die Kombination aus Hopfen und Mandarinensaft sorgt für eine lebendige, frische Aromatik und die Kohlensäure für eine angenehme Spritzigkeit. Dazu gesellt sich eine dezente fruchtige Bittere, wobei das Bier immer spritzig und frisch bleibt. Dafür sorgt auch ein Hauch von Holunderblüten. Der Einsatz von Haferflocken und Weizen verleiht dem Körper eine weiche Textur sowie ein schlankes Mundgefühl. In der Kehle ist das Bier harmonisch und ausgewogen, mit einer sehr lange angenehm nachklingenden Bitterkeit und fruchtigen Akzenten.

Das ArcyIPA ist ein erfrischendes, modernes Bier, das sich durch Balance und aromatische Tiefe auszeichnet. Es vereint Fruchtigkeit, Trinkfreude und eine elegante Bitterkeit – perfekt für alle, die ein leichtes, aber charaktervolles IPA und die perfekte Bierbegleitung für milde Curries oder ein gegrilltes Fischfilet suchen.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Weizen, Haferflocken, Hopfen (u. a. Hallertau Blanc, Elixir, Mandarina Bavaria, polnische Sorten), Hefe, Mandarinensaft

Alkoholgehalt:

4,2 % Vol.

Stammwürze:

12,2° Plato

Farbe:

8 EBC

Brauerei:

Browar Fortuna Sp. z o.o.
ul. Browarna 17
62-320 Miłosław
Polen
www.browarfortuna.pl

Mashsee – Blaufrei

Alkoholfreie Biere haben in den letzten Jahren enorm an Beliebtheit gewonnen – doch nicht jedes überzeugt geschmacklich. Mit Blaufrei ist der Mashsee Brauerei aus Hannover ein echter Coup gelungen: Ein alkoholfreies Lager, das verspricht, vollmundig und aromatisch daherzukommen. Das Bier hat auch schon Experten überzeugt, als es beim European Beer Star 2024 mit der Silbermedaille in der Kategorie „New-Style Non-Alcoholic Lager“ ausgezeichnet wurde. Jetzt will ich feststellen, ob diese Auszeichnung zu Recht vergeben wurde.

Zitronengelb und hefetrüb fließt das Bier ins Glas. Dabei bildet sich eine voluminöse feinporige Schaumkrone, die sehr lange erhalten bleibt. Gegen die Optik des Blaufrei lässt sich nichts einwenden.

Das Bier duftet nach Biskuitteig mit Zitrusfrüchten, Holunderblüten und Zitronenschale.

Der Antrunk zeichnet sich durch eine angenehme Spritzigkeit sowie eine zurückhaltende Malzsüße aus. Auf der Zunge ist das Bier extrem fruchtig, wobei Zitrusfrüchte, Zitronenschale und Holunderblüten im Mittelpunkt stehen. Das schlanke Mundgefühl passt gut zu einem alkoholfreien Bier. Die gut ausgewogene Bittere erinnert an Zitronenkerne. In der Kehle wird die Bittere kräftiger, wo sie zusammen mit der Fruchtigkeit sehr lange nachklingt.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz (Pilsner Malz, Karamellmalz, Sauermalz), Hopfen (Zamba, Sabro), Hefe

Alkoholgehalt:

< 0,5 % Vol.

Stammwürze:

6,7° Plato

Bittereinheit:

25 IBU

Farbe:

4 EBC

Brauerei:

Mashsee Brauerei GmbH & Co. KG
Am Eisenwerk 17
30519 Hannover
www.mashsee.de

Bayreuther Brauhaus – Hell Alkoholfrei

Auch wenn die ersten alkoholfreien Biere noch wie gewollt und nicht gekonnt wirkten, bedeutet alkoholfreies Bier heute häufig keinen Verzicht mehr. Da wollte selbstverständlich auch das Bayreuther Brauhaus nicht außen vor sein und hat seit dem 1, Juli 2025 ein eigenes alkoholfreies Helles im Angebot. Jetzt steht das Bier vor mir und wartet auf seine Verkostung.

Hell, gefiltert und mit einer voluminösen sahnigen Schaumkrone präsentiert sich das Bier im Glas. Die Schaumkrone bleibt sehr lange erhalten. Damit macht das Bier optisch einen sehr guten Eindruck.

Das Bier duftet nach hellem Malz, abgerundet durch einige würzige Noten.

Der Antrunk ist spritzig und mit einer angenehmen Malzsüße. Auf der Zunge zeigt sich dann anhand der süßen Noten des Malzes im Zusammenspiel mit der leichten Bitteren des Hopfens, dass das Bayreuther Hell alkoholfrei eindeutig ein Bier ist. Sicher – da der Alkohol fehlt, wirkt es etwas dünn, aber es schmeckt eindeutig wie Bier, nicht wie viele andere alkoholfreie Biere wie halb vergorene Würze. In der Kehle ist das Bier mild mit einer leichten Bitteren, die trotzdem lange nachklingt. Auch das Malz ist noch einige Zeit zu schmecken.

Auch wenn ich nach wie vor einige Vorurteile gegen alkoholfreie Biere hege und in diesem Zusammenhang ganz besonders gegen alkoholfreie Helle, kann ich mir doch vorstellen, dieses Bier noch einmal zu kaufen und zu trinken, insbesondere an warmen Sommertagen. Für meinen Geschmack ist es das beste alkoholfreie Bier, das bisher in Bayreuth gebraut wurde.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Gärungskohlensäure, Hopfen

Alkoholgehalt:       

< 0,5 % Vol.

Stammwürze:        

6,8° Plato

Bittereinheiten:

17 IBU

Farbe:

5 EBC

Brauerei:

Bayreuther Bierbrauerei AG
Hindenburgstraße 9
95445 Bayreuth
www.bayreuther-bier.de