Schlagwort-Archiv: Witbier

Lefebvre – Blanche Bruxelles

Das Blanche Bruxelles ist, wie es schon sein Name nahelegt, ein Witbier, das allerdings nicht in Brüssel gebraut wird, sondern im etwa 30 Kilometer von Brüssel entfernten Quenast. Das Bier wird mit 40 % Weichweizen gebraut, weshalb ich ein Bier mit einem weichen Mundgefühl erwarten kann. Mal sehen, ob es meine Erwartung erfüllt. Aber da bin ich ganz zuversichtlich – schließlich hat dieses Bier im Jahr 2016 beim World Beer Award die Goldmedaille errungen.

Weizenblond und leicht hefetrüb präsentiert sich das Bier im Glas. Die sahnige Schaumkrone ist durchschnittlich groß und fällt auch durchschnittlich schnell in sich zusammen.

Im Aroma mischen sich Düfte nach Biskuitteig mit der Fruchtigkeit von Kumquatsschale und der Würzigkeit des Korianders.

Der Antrunk ist recht trocken und durch die sehr reichlich vorhandene Kohlensäure frisch und prickelnd. Auf der Zunge ist das Bier sehr ausgewogen und vollmundig. Dabei ist der Geschmack ausgewogen und auch das seidige Mundgefühl, das ich erwartet habe, stellt sich ein. Im Abgang mischt sich ein leichtes Bitter mit der Würzigkeit des Korianders. Der Geschmack klingt durchschnittlich lange nach.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Weizen, Hopfen, natürliche Aromen, Bitterorangenschale, Koriander, Hefe

Alkoholgehalt:

4,5 % Vol.

Empfohlene Genusstemperatur:

2° – 5° Celsius

Brauerei:

Brasserie Lefebvre
Chemin du Croly 54
1430 Rebecq-Quenast
Belgien
www.brasserielefebvre.be

Birra Flea – Bianca Lancia

Flea ist eine Brauerei aus Umbrien in Italien. Ich habe den Brauer kürzlich in Düsseldorf kennengelernt und er hat mir seine Biere zum Verkosten gegeben. Eine Besonderheit dieser Brauerei ist, dass sie ihre Kreationen jeweils einer historischen Besonderheit widmet. In diesem Fall ist es Bianca Lancia.

Bianca Lancia, eine italienische Adlige aus dem Piemont, war eine der vier Ehefrauen von Kaiser Friedrich II. und wahrscheinlich diejenige, die er am meisten liebte. Sie unterhielten eine langjährige geheime Beziehung und nach Ansicht einiger Historiker war Bianca Lancia die einzige wahre Liebe seines Lebens. Sie war ein freundlicher und zarter Mensch und war während Friedrichs Leben ständig und diskret anwesend. Ihre Hochzeit wurde an dem Tag gefeiert, an dem Bianca Lancia im Sterben lag, um den politischen Aufstieg ihres Sohnes Manfred zu legitimieren, der der letzte schwäbische König von Sizilien war.

Das Bianca Lancia ist ein Witbier, ein Bierstil, den ich gerne mag. Mal sehen, ob die Italiener diesen belgischen Bierstil gut hinbekommen. Bevor ich mir das Bier einschenke werfe ich aber noch einen Blick auf das Rückenetikett, genauer gesagt auf die Zutatenliste. Dort fällt mir auf, dass das Wasser als „Wasser aus Gualdo Tadino“ ausgewiesen wird. Für mich weist das darauf hin, dass das Wasser so verwendet wird wie es aus der Leitung oder aus dem Brunnen kommt. Das gefällt mir. Viele große Brauereien demineralisieren das Wasser und fügen dem demineralisierten Wasser anschließend wieder eine definierte Mineralienmischung hinzu. Damit handelt es sich nicht mehr um natürliches Wasser, sondern um ein standardisiertes Industrieprodukt. Dadurch wird das Bier sicher nicht schlechter, aber dieses Vorgehen ist ein Schritt hin zu einem Einheitsgeschmack.

Strohgelb und hefetrüb zeigt sich das Bier im Glas. Die feinporige Schaumkrone ist sehr groß und bleibt auch einige Zeit erhalten. Die Optik ist damit schon mal sehr ansprechend.

Das Aroma ist angenehm fruchtig. Düfte nach Banane, Orangenschale, Koriander und Hefe steigen mir in die Nase, umrahmt mit Biskuitduft. Das macht richtig Lust auf den ersten Schluck.

Der Antrunk zeigt eine leichte Süße. Die Kohlensäure ist zurückhaltend aber ausreichend dosiert, sanft und sehr feinperlig. Auf der Zunge kommt die Würze des Korianders in den Vordergrund, begleitet mit einer leichten fruchtigen Säure. Die Bitterstoffe des Hopfens bleiben diskret im Hintergrund. Der Abgang ist leicht fruchtig und der Geschmack nach Orange klingt kurz nach.

Ich meine, dass Flea das belgische Witbier gut auf Italien angepasst hat. Das Bianca Lancia ist ein schönes leichtes Sommerbier, das sich gut an einem warmen Sommerabend auf dem Balkon oder im Garten genießen lässt. Es passt gut zu Fischgerichten oder einer Käseplatte.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Weizenmalz, Hefe, Hopfen, Koriander, Schalen von der Bitterorange

Alkoholgehalt:

5,0 % Vol.

Stammwürze:

12,5° Plato

Bittereinheiten:

15 IBU

Brauerei:

Flea Società Agricola a r.l.
Via Fratelli Cairoli
Zona Industriale Sud
06023 Gualdo Tadino, PG
Italien
www.birraflea.com

Noblesse

Seit 2007 betreibt der Brauer Ronald seine kleine Brauerei De Dochter van de Korenaar, wo er als erstes das Noblesse herstellte, das jetzt vor mir steht.

Bernsteinfarben und mit viel Hefe präsentiert sich das Bier im Glas. Darüber steht eine durchschnittlich große Schaumkrone, die sehr lange erhalten bleibt. An der Optik gibt es schon mal nichts zu meckern.

Malz und Hefe dominieren das Aroma. Düfte nach Brot, Toffee, Banane und Beeren steigen mir in die Nase. Das macht richtig Lust auf den ersten Schluck.

Der Antrunk ist mäßig süß und die Kohlensäure ist dazu passend dosiert. Auf der Zunge ist der Geschmack leicht teigig und aus dem Hintergrund lugt der Geschmack nach Banane hervor, der von einem freundlichen Bitter begleitet wird. Damit folgt das Bier der Tendenz belgischer Brauer, mehr Hopfen einzusetzen als in der Vergangenheit. Der Abgang ist zunächst sehr mild, aber langsam kommt ein kräftigeres Bitter in den Vordergrund, das lange nachklingt.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Weizenmalz, Hopfen, Hefe

Alkoholgehalt:

5,5 % Vol.

Brauerei:

De Dochter van de Korenaar
Gierlestraat 6a
2387 Baarle-Hertog
Belgien
www.dedochtervandekorenaar.be

Nittenauer – The Wit

Das heutige Brauhaus Nittenauer wurde bereits im Jahre 1762 unter dem Namen Kommunenbrauhaus gegründet. Seit 1996 fand dann schließlich die Umfirmierung in Brauhaus Nittenauer Josef Jakob statt. Das besonders Schöne ist die Nachhaltigkeit. Das Unternehmen deckt 94% der Energieversorgung mit einer Photovoltaikanlage ab.

Goldgelb mit einer geringen Hefetrübung und einer feinporigen Schaumkrone präsentiert sich das Bier im Glas. Leider fällt sie relativ schnell in sich zusammen.

Aber das Aroma entschädigt dafür. Düfte nach Mandarine, Banane, Biskuitteig, Orangenschale und Koriander steigen mir in die Nase. So erwarte ich es von einem Witbier.

Der Antrunk ist frisch und die reichlich enthaltene Kohlensäure passt gut zur Süße. Die Aromen, die ich bereits in der Nase hatte, spiegeln sich auf der Zunge wider. Das Mundgefühl ist weich und voll, so dass das Bier sehr süffig ist. Der Abgang zeichnet sich durch ein mildes Bitter mit langem Nachklang aus.

Das The Wit hat eigentlich alles, was ein Witbier auszeichnet – die Frische, die Fruchtigkeit, die Würze des Korianders… Trotzdem muss ich sagen, dass mir bei dem Bier irgendetwas fehlt. Das hat es aber mit vielen anderen alkoholfreien Bieren gemeinsam. Es fehlt einfach der Geschmacksträger Alkohol. Eventuell geht es bei diesem Bierstil auch nicht anders. Das Nittenauer Brauhaus ist meines Wissens die erste Brauerei, die es schafft, ein alkoholfreies Witbier auf den Markt zu bringen. Und auch wenn es mit den alkoholhaltigen Witbieren nicht so ganz mitkommt, ist es in meinen Augen trotzdem ein gutes Bier, das auf jeden Fall für Autofahrer eine Alternative ist.

Zutaten:

Wasser, Weizenmalz, Gerstenmalz, Hafer, Hopfen, Orangenschalen, Koriander, Hefe

Alkoholgehalt:

0,45 % Vol.

Bittereinheiten:

30 IBU

Empfohlene Genusstemperatur:

4° C

Brauerei:

Brauhaus Nittenau
Wulkersdorfer Straße 4
93149 Nittenau
www.nittenauer-bier.de

BierSelect

Bremer Witbier

Witbier ist eine obergärige belgische Bierspezialität, die manchmal auch als „belgisches Weißbier“ bezeichnet wird. Sie hat einen intensiven hefearomatischen Geschmack, der durch die Zugabe von Orangenschalen und Koriander zu einem ganz besonderen Geschmackserlebnis wird. Mit der Verbreitung der Craft-Biere wurde dieser Bierstil auch in Deutschland bekannt und so steht jetzt vor mir das Bremer Witbier aus der Union-Brauerei.

Blasses Goldgelb – so lässt sich die Farbe dieses kräftig hefetrüben Biers am Besten beschreiben. Beim Einschenken bildet sich nur wenig gemischtporiger Schaum, der sich leider auch recht schnell auflöst.

Düfte nach Biskuitteig mit Orangen und Zitronen steigen mir in die Nase, unterstützt durch das Aroma des Korianders.

Der Antrunk ist frisch und wenig süß. Dazu kommt eine verhaltene Fruchtigkeit. Während sich das Bier auf der Zunge erwärmt kommt die Fruchtigkeit in den Vordergrund und die Aromen spiegeln sich auf der Zunge wider. Das Bitter ist zurückhaltend und sorgt für ein weiches und volles Mundgefühl. Der Abgang ist recht mild und der Geschmack klingt durchschnittlich lange nach.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Rohweizen, Weizenmalz, Orangenschalen, Hopfen, Koriander, Hefe

Alkoholgehalt:

5,2 % Vol.

Stammwürze:

12,2° Plato

Bittereinheiten:

18 IBU

Brauerei:

Union Brauerei Bremen GmbH
Theodorstraße 13
28219 Bremen
www.brauerei-bremen.de