Schlagwort-Archiv: Witbier

Raschhofer – Lebenskünstler

Nun habe mal wieder ein Bier aus Altheim im Innviertel in Österreich vor mir stehen, das Lebenskünstler Witbier aus der Brauerei Raschhofer. Diese im Jahr 1645 erstmals urkundlich erwähnte Brauerei stellt sowohl Craft Beer als auch mehrere Biere für den Massenmarkt her.

Ein Blick auf das Rückenetikett weist neben der üblichen Werbe-Prosa eine Besonderheit auf: in der Zutatenliste steht kein Hopfen. Die notwendigen Bitterstoffe stammen aus Kumquats, hier Bitterorangen genannt. Da können wir wohl mit Fug und Recht ein besonderes Bier erwarten. Beginnen wir also mit der Verkostung.

In einem hellen Goldgelb zeigt sich das obergärige Bier im Glas, dazu reichlich Kohlensäure und eine durchschnittliche Menge cremiger Schaum, der auch einige Zeit erhalten bleibt.

Das Aroma ist vielfältig und komplex. Ich stelle Karamell, Zitrusfrüchte und Kräuter fest.

Der Antrunk ist leicht süß und durch die feinperlige Kohlensäure angenehm frisch. Im Körper gesellt sich zu der Süße noch eine leichte Säure hinzu, so dass ein ausgeglichener runder Geschmack entsteht. Dieser Geschmack wird durch den ebenfalls verbrauten Koriandersamen vervollständigt. Der Abgang ist würzig mit wenig Bitterstoffen.

Zutaten:

Gerstenmalz, Haferflocken, Bitterorangen, Koriander

Alkoholgehalt:

5,1 % Vol.

Stammwürze:

12,2° Plato

Brauerei:

Brauerei Raschhofer
Braunauer Straße 12
4950 Altheim
Österreich
http://www.raschhoferbier.at

Stiegl – Max Glaner’s Wit

Jetzt will ich ein Bier aus der Brauerei Stiegl im österreichischen Salzburg verkosten. Meinen ersten Kontakt mit einem Bier aus dieser Brauerei hatte ich in Wien. Damals war ich etwas enttäuscht von dem Bier. Es war nicht schlecht, aber irgendwie austauschbar. Inzwischen habe ich einige Informationen über die Brauerei erhalten. Sie ist nicht nur eine der größten Brauereien in Österreich, sondern sie ist auch eine der innovativsten. Zu den Bieren, die in großen Mengen hergestellt werden, kamen vor acht Jahren die Hausbiere in den 0,75l Flaschen gesellt und haben so manchen Bierliebhaber neue Bierstile nähergebracht. Erwähnenswert ist auch die Holzfassveredlung von Bieren. Zur Brauerei gehört auch Gut Wildshut. Dort gibt es nicht nur eine kleine Brauerei, sondern auch eine Mälzerei. Im Jahr 2015 startete man einen Versuch, das erste Urbier in vergrabenen Tonamphoren reifen zu lassen. Die Stiegl-Brauerei verfügt über mehrere Produktlinien. Eine davon ist Max Glaner’s. Diese Produktlinie wurde nach dem Stadtteil Maxglan benannt, in der die Brauerei seit etwa 150 Jahren beheimatet ist.

Strohgelb und hefetrüb präsentiert sich das Bier im Glas. Darüber bildet sich sehr viel gemischtporiger weißer Schaum, der leider recht schnell in sich zusammenfällt.

Das Aroma ist ausgesprochen fruchtig und der Duft der Orangenschale dominiert über das Malz, auch wenn dieses noch durchkommt.

Der Antrunk ist fruchtig, frisch und prickelnd. Auch im Körper dominiert die Orangenschale, die sich hervorragend mit der Würze des Korianders verbindet. Der Abgang ist sehr mild, trotzdem klingt er recht lange nach.

So soll ein Witbier sein.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Weizenmalz, Hafer, Hopfen, Orangenschalen, Koriander, Hefe

Alkoholgehalt:

5,0 % Vol.

Stammwürze:

12° Plato

Brauerei:

Stieglbrauerei zu Salzburg
5020 Salzburg
Österreich
www.brauwelt.at

ÜberQuell – Orange Sunshine Summer Wit

Unmittelbar am Hamburger Fischmarkt auf St. Pauli befindet sich die Brauerei ÜberQuell. Ich war bislang nur einmal dort. Das Wetter war schön, ich konnte draußen sitzen und in sympathisch-improvisiert erscheinender Umgebung mein Bier genießen. Mindestens bei gutem Wetter ist die Brauerei einen Besuch wert. Genauso haben mir auch die Biere gefallen, die ich bislang aus dieser Brauerei verkostet habe und ich hoffe, dass es mir mit dem Witbier, das jetzt vor mir steht, auch so geht.

Hell bernsteinfarben und hefetrüb läuft das Bier ins Glas. Die feinporige Schaumkrone ist nicht allzu ausgeprägt und bleibt durchschnittlich lange erhalten.

Das Aroma ist sehr fruchtig. Die Düfte der verbrauten Orangenschale steigen mir in die Nase. Sie harmonisieren sehr gut mit dem Aroma des rosa Pfeffers und dem Koriander. Ja, die Jungs auf St. Pauli haben tatsächlich auch rosa Pfeffer mit in den Sud getan. Auch wenn der rosa Pfeffer botanisch kein Pfeffer ist, sondern die Beere des südamerikanischen Schinusbaums, kann er kulinarisch doch als Pfeffer behandelt werden.

Der Antrunk ist frisch und die leichte Süße sorgt bei mir zusammen mit der reichlich enthaltenen Kohlensäure für echte Begeisterung. Auf der Zunge wird das Bier etwas trockener und die würzigen Noten des rosa Pfeffers und des Korianders übernehmen das Zepter. Die Orangenschale schmeckt eher aus dem Hintergrund durch. Der Abgang ist fruchtig-bitter mit kurzem Nachklang.

Durch den rosa Pfeffer ist das Orange Sunshine Summer Wit eine recht eigenwillige Interpretation des belgischen Witbiers, aber es kommt richtig gut. Leider ist der Sommer jetzt vorbei, aber ich hoffe darauf, dass im nächsten Jahr erneut dieses Bier aus Hamburg bei mir landet.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Weizenmalz, Rohweizen, Hopfen, Koriandersaat, Orangenschale, Hefe, rosa Pfeffer

Alkoholgehalt‍:

5,6 % Vol.

Bittereinheiten:

28 IBU

Stammwürze:

10° Plato

Brauerei:

ÜberQuell Brauerei
St. Paule Fischmarkt 28
20359 Hamburg
https://ueberquell.com

Köstritzer – Witbier

Anfang April 2014 präsentierte die Köstritzer Brauerei aus Thüringen ihr neues besonderes Sortiment unter dem Namen Köstritzer Meisterwerke. Das Witbier bildete gemeinsam mit dem Pale Ale den Startschuss dieser Serie. Witbiere sind rund um Belgien und der Niederlande beheimatet. Es handelt sich dabei um obergärige Weizenbiere, die meistens mit Grut oder mit Koriander und Orangenschalen verfeinert werden. Dies gibt diesen Bieren einen ganz eigenen Charakter, der bei Bierliebhabern auf der ganzen Welt sehr gefragt ist. Beim Köstritzer Witbier wird die Würze während des Brauprozesses mit Koriander und Orangenschalen veredelt.

Zitronengelb und leicht hefetrüb strahlt das Bier im Glas. Bedeckt ist es von einer relativ kleinen feinporigen Schaumkrone, die aber lange erhalten bleibt.

Das Aroma ist fruchtig mit Düften nach Zitrone, Orangenschale und reife Äpfel. Dazu kommen deutlich der Malzkörper und kräftiger als gewöhnlich der Duft des Korianders. Der Duft ist angenehm und macht Lust auf den ersten Schluck, auch wenn das Aroma nicht so kräftig ist wie bei den meisten Witbieren aus Belgien.

Der Antrunk offenbart eine leichte Süße sowie reichlich Kohlensäure. Dadurch wirkt das Bier vom ersten Moment an angenehm erfrischend. Auf der Zunge spiegeln sich die Aromen wider. Die Malzigkeit und die Würze des Korianders stehen im Mittelpunkt und werden von der Fruchtigkeit eigentlich nur ergänzt und vervollständigt. Der Abgang ist mild mit kurzem Nachklang.

Jetzt bin ich mir sicher, dass das Köstritzer Witbier nicht mein Lieblingsbier wird, aber für ein Bier aus einer Großbrauerei ist es erstaunlich gut gelungen. Ein Bier für jeden Tag, denn im Preis-/Leistungsverhältnis steht das Bier sicher ziemlich an der Spitze.

Zutaten:

Quellwasser, Weizenmalz, Gerstenmalz (Pilsner Malz), Hopfen (Golding), Orangenschalen, Koriandersamen, Hefe

Alkoholgehalt:

5,4 % Vol.

Stammwürze

12,7° Plato

Brauerei:

Köstritzer Schwarzbierbrauerei GmbH
Heinrich-Schütz-Str. 16
07586 Bad Köstritz/Thüringen
www.koestritzer.de

La Forestinne – Blanche

Wie die anderen Biere aus der Reihe La Forestinne der Brasserie d’Ebly ziert auch das Blanche die erschrocken oder staunend blickende Frau mit den Hopfendolden als Kopfschmuck. Und wie bei den anderen Bieren dieser Reihe spendet die Brauerei von jeder verkauften Flasche einen Cent für den Naturschutz in den Ardennen, wo die Brauerei auch beheimatet ist. Aber kommen wir zum Bier.

Wie der Name bereits vermuten lässt, ist das La Forestinne Blanche ein Witbier. Und wie es sich für ein gutes Witbier gehört, ergießt es sich golden und leicht hefetrüb ins Glas und bildet dabei eine durchschnittliche feinporige Schaumkrone, die recht lange erhalten bleibt.

Das Bier duftet nach Banane, Hefe und Gewürznelke, unterstützt durch einige florale Noten. Das macht richtig Lust auf den ersten Schluck.

Der Antrunk ist leicht süß, wobei die reichlich dosierte Kohlensäure für eine ordentliche Frische sorgt. Auf der Zunge ist das Bier schlank, eine leichte Säure kommt dazu und sorgt für die Süffigkeit. Der Abgang ist mild und leicht fruchtig. Leider klingt er nur kurz nach.

Alles in Allem ist das La Forestinne Blanche ein schönes Sommerbier.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Weizenmalz, Hopfen, Gewürze

Alkoholgehalt:

5,6 % Vol.

Brauerei:

Brasserie d’Ebly
Rue Champs Claire 4
6860 Ebly
Belgien
http://www.forestinne.be/

Vedett Extra White

Endlich steht mal wieder ein Witbier vor mir, in meinen Augen das ideale Sommerbier. Außerdem ist Witbier ein zentraler Bestandteil der belgischen Bierkultur. Kein Wunder also, dass nach dem Erfolg des Vedett Extra Blond 2008 das Vedett Extra White das Licht der Welt erblickte. Die Brauerei scheint gedacht zu haben, dass ein Premium-Pils durch ein Premium-Weißbier ergänzt werden sollte. Und das zu Recht.

Weizengelb und leicht hefetrüb präsentiert sich das Bier im Glas. Die feste Schaumkrone ist für ein Witbier vergleichsweise klein, bleibt aber lange erhalten.

Das Bier duftet nach Keksteig. Dazu kommen Zitrusnoten und die Orangenschale kommt deutlich zum Vorschein, auch der Koriander kommt aus dem Hintergrund zu seinem Recht.

Der Antrunk ist relativ süß und mich stört die recht knapp dosierte Kohlensäure. Aber wenn auf der Zunge das ausgewogene Bitter dazukommt, begleitet vom Geschmack des Korianders und der Frische der Orangenschale, dann stimmt es wieder. Das Mundgefühl ist durchaus angenehm, auch wenn das Bier recht schlank ist. Der Abgang ist mild und eine leichte trockene Fruchtigkeit mit kurzem Nachklang übernimmt das Ruder.

Das Bier passt zu Geflügel und vielen Gemüsesorten. Auch Fisch und Muscheln fühlen sich in seiner Begleitung wohl.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Weizenmalz, Glucosesirup, Orangenschalen, Koriandersamen, Hefe, Hopfen (Saazer, Magnum, Hallertau Perle)

Alkoholgehalt:

4,7 % Vol.

Empfohlene Genusstemperatur:

Die Brauerei empfiehlt 3° – 6° Celsius, ich meine aber, dass dies zu kalt ist, um die Nuancen dieses Bieres schmecken zu können. Ich würde es nicht ganz so weit herunterkühlen.

Brauerei:

Duvel Moortgat
Breendonk-Dorp 58
2870 Puurs
Belgien
www.vedett.com

Genys – Baltas Melas Witbier

Jetzt steht das Baltas Melas der kleinen Brauerei Genys aus Kaunas, Litauen, vor mir. Das Bier haben mir die Brauer auf der ProWein in Düsseldorf zum Verkosten mitgegeben. Baltas Melas ist litauisch für „Weiße Lüge“. Wenig überraschend handelt es sich um ein Witbier nach belgischem Vorbild. Die Brauerei beschreibt das Baltas Melas so: „Ohne Sch**ß können wir sagen, dass unser Witbier Baltas Melas zu jeder Jahreszeit immer Teil des Sommers sein wird. Eine Nase von Zitrone und feuriger Orange wird von erfrischenden Weizennoten erfüllt, die die elegant und durch Honignoten unterstützte Bitterkeit von Baltas Melas unterstrichen wird.“ Der litauische Onlinehändler Vynoguru (www.vynoguru.lt) wird noch romantischer: „Weiße Lüge. Du versprichst, sie zum Mond und zurück zu bringen. Auch wenn sie weiß, dass das nicht wahr ist, setzt sie einen Helm auf und wartet auf die Magie. Was für eine süße weiße Lüge! Witbier mit orangefarbenen Noten – fühlt sich wie Magie auf dem Mond an.“ Na, da bin ich aber mal gespannt, was hier auf mich wartet.

Golden und leicht hefetrüb ergießt sich das Bier ins Glas und bildet dabei eine relativ kleine feinporige Schaumkrone, die leider recht flott in sich zusammenfällt.

Die Minuspunkte, die die Optik gesammelt hat, macht das Aroma aber wieder gut. Das Baltas Melas duftet, wie sich ein Witbier präsentieren soll. Düfte nach reifer Banane und Nelken steigen mir in die Nase, unterstützt durch das Aroma der Orangenschalen. Das macht richtig Lust auf den ersten Schluck.

Frisch und spritzig sind die ersten Eindrücke, die das Bier der Zunge vermittelt. Es ist relativ trocken und enthält viel sehr feinperlige Kohlensäure. Aber dann kommt die Fruchtigkeit mit Macht. Ich schmecke Banane, dazu etwas Karamell und Waldhonig, abgerundet durch den Geschmack der Orangenschale. Das Mundgefühl ist wirklich rund; trotzdem bleibt das Bier leicht. Im Abgang wird die Fruchtigkeit noch stärker und jetzt kommen auch leichte Bitterstoffe dazu. Trotz der geringen Bitterkeit klingt der Geschmack noch lange in der Kehle nach.

Das Baltas Melas von Genys ist ein wunderbares Sommerbier, eines der besten Witbiere, die ich bislang getrunken habe. Dazu gebratener Fisch oder Muscheln und der Abend ist gerettet.

Zutaten:

Wasser, Malz (Pilsener, Weizenmalz, Münchner Malz, Caramalz, Cara Pilsener), Hopfen (Saphir), Bitterorangenschalen, Hefe

Alkoholgehalt:

4,2 % Vol.

Bittereinheiten:

12 IBU

Brauerei:

Genys Brewing, UAB
Juozapavičiaus av. 7H
45251 Kaunas
Litauen
www.genysbrewing.lt

Bertinchamps – B+ Blanche

Im Jahr 2011 war die Familie Humblet auf der Suche nach einem Ort, an dem sie eine neue Brauerei bauen und ihre Tradition und lange Liste der von ihrem Vater Benoit Humblet gebrauten Biere fortsetzen konnte. Bei dieser Suche entdeckten sie den Hof von Bertinchamps, unweit von Gembloux gelegen. Obwohl der Hof sehr alt und verfallen war hatte der Bauernhof einen atemberaubenden Charakter, der sich in einer Umgebung befindet, die seinem Prestige entspricht. Es war Zeit für eine gewisse Verjüngung und das Renovierungsprojekt begann sofort. Fast 2 Jahre harter Arbeit folgten. Im März 2013 wurde das Brausystem in den alten Scheunen installiert. Moderne Gärtanks mit einem Fassungsvermögen von 6.000 hl wurden aufgestellt, ein erstaunlicher Kontrast zwischen moderner Technologie und dem Betrieb, der mehr als 7 Jahrhunderte zurückreicht. Aus dieser Brauerei stammt das Bertinchamps B+ Blanche, ein Witbier, das nach altem Rezept gebraut wurde, und das jetzt vor mir steht.

Weizenblond und hefetrüb präsentiert sich das Bier im Glas. Darüber bildet sich beim Einschenken eine sehr schöne feste Schaumkrone, die sehr lange erhalten bleibt.

Aromen nach Banane, Zitrone und Hefe steigen mir in die Nase, unterstützt durch einige Kräuterdüfte. Das macht richtig Lust auf den ersten Schluck.

Der Antrunk ist spritzig und erfrischend. Die Kohlensäure ist extrem feinperlig. Und extrem geht es auch weiter, nämlich mit der Fruchtigkeit. Ich schmecke Banane, Zitrusfrüchte und Vanille. Dabei ist das Bier recht vollmundig und süffig. Im Abgang kommt noch ein leichtes Bitter dazu, das die Fruchtigkeit hervorragend ergänzt. Der Geschmack klingt durchschnittlich lange nach.

Das Bertinchamps B+ Blanche ist ein sehr schönes Sommerbier, von dem ich mir lediglich etwas mehr Zitrusaromen wünschen würde.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Weizen, Hopfen, natürlicher Zitronenextrakt, Kräuter

Alkoholgehalt:

5,0 % Vol.

Brauerei:

Brasserie de Bertinchamps
4, Rue de Bertinchamps
5030 Gembloux
Belgien
www.bertinchamps.be

Grisette – Bio Blonde

Das Grisette Blanche gehört zur großen Familie der belgischen Weißbiere und hat die Besonderheiten, dass die Zutaten aus biologischem Anbau stammen und das Bier auch als glutenfrei zertifiziert ist.

Intensiv golden und gefiltert fließt das Bier ins Glas. Die gemischtporige Schaumkrone ist durchschnittlich groß und fällt anfangs schnell in sich zusammen. Lediglich ein kleiner Rest bleibt lange erhalten.

Das Aroma ist malzbetont mit kräftigen würzigen Noten, die ich aber nicht näher identifizieren kann.

Der erste Geschmackseindruck ist eine kräftige Süße mit reichlich sehr feinperliger Kohlensäure. Auf der Zunge gesellen sich Süße und ein recht kräftiges Bitter zur Süße. Trotzdem macht das Bier keinen richtig runden Eindruck. Der Abgang ist überraschend mild mit sehr geringem Nachklang.

Das grisette Bio ist für Menschen, die auf Gluten allergisch reagieren, eine Bereicherung. Wer aber Gluten verträgt ist mit einem anderen Bier sicher besser beraten.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Reisflocken, Haferflocken, Hopfen, Gewürze, Invertzucker, Hefe, Milchsäure, Antioxidationsmittel Ascorbinsäure

Alkoholgehalt:

5,5 % Vol.

Stammwürze:

12° Plato

Brauerei:

Brasserie ST.Feuillien
Rue d’Houdeng 20
7070 Le Roeulx
Belgien
http://www.st-feuillien.com/

Lupulus Blanche

Wenn mich jemand nach meiner belgischen Lieblingsbrauerei fragen würde, käme mir sicher die Brasserie Lupulus in den Sinn. Von der steht jetzt das Lupulus Blanche vor mir, ein Witbier.

Beim Blick auf das Rückenetikett fällt mir noch etwas auf. Das belgische Witbier wird bekanntlich mit Koriander und Orangenschalen gebraut. Diese beiden Zutaten stehen aber nicht auf der Zutatenliste. Andererseits werden sie weiter unten auf dem Etikett genannt. Das verunsichert mich jetzt etwas. Na ja, die Antwort werde ich gleich mit meiner Nase und meiner Zunge erfahren.

Weizengelb und kräftig hefetrüb präsentiert sich das Bier im Glas. Darüber steht eine üppige feinporige Schaumkrone, die sich mit dem Zusammenfallen viel Zeit lässt. Die Optik kann mich wirklich begeistern.

Düfte nach Zitrusfrüchten steigen mir in die Nase, dazu eine geringe Malzsüße, die sich mit dem Duft nach Banane vereint.

Der Antrunk ist frisch und mäßig süß. Dabei sorgt die reichlich vorhandene feinperlige und trotzdem kräftige Kohlensäure für eine ungeheure Spritzigkeit. Auf der Zunge dominiert der fruchtig-bittere Geschmack von Grapefruit, untermalt von den würzigen Noten des Korianders, den ich jetzt erstmals feststelle. Das Mundgefühl ist voll und rund. Im Abgang lässt das Bitter überraschend nach und die Fruchtigkeit des Hopfens tritt in den Vordergrund, wo sie lange nachklingt.

Das Lupulus Blanche ist durchaus in der Lage, mich zu begeistern, auch wenn ich dieses Bier nicht für ein typisches Witbier halte, sondern es erinnert mich eher an ein Pale Ale. Und um auf meine eingangs gestellte Frage zurückzukommen: ja, Koriander und Orangenschale sind während des Brauprozesses verwendet worden. Weshalb sie nicht in der Zutatenliste stehen, erschließt sich mir allerdings nicht Herausgekommen ist ein angenehmes Bier, das hervorragend zu Muschelgerichten passt, aber auch an einem warmen Abend auf dem Balkon eine gute Figur macht.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Weizen, Hopfen, Zucker, Hefe

Alkoholgehalt:

4,5 % Vol.

Bittereinheiten:

25 IBU

Brauerei:

Brasserie Lupulus
Courtil 50
6671 Gouvy
Belgien
www.lupulus.be