Schlagwort-Archiv: Hamburg

Foodpairing: die Kehrwieder-Brauerei und Friesenkrone finden zusammen

Welches Bier passt zu welchem Essen? Oder auch andersherum gefragt: zu welchem Essen sollte ich ein bestimmtes Bier trinken? Diese Fragen gehören in meinen Augen zu den schwierigsten Fragen beim Biergenuss. Foodpairing kombiniert aus unterschiedlichen Aromen harmonischen Genuss: Friesenkrone hat jetzt seine zwölf Friesisch Tapas zu den Bierspezialitäten der Kehrwieder Kreativbrauerei, Hamburg, gesellt und erstaunliche Geschmacksergebnisse erzielt. Die kleinen Fischköstlichkeiten und das mit viel Liebe zum Besonderen gebraute Bier ergänzen sich ideal. Eigentlich kein Wunder, denn beide Naturprodukte sind der handwerklichen Tradition und ihrer Herkunft verpflichtet. Oliver Wesseloh, der Kreativbrauer, hat drei Beispiele für das gelungene Foodpairing Matjes- und Bier-Spezialitäten zusammengestellt. Der Biersommelier zu drei Kombinationen:

„Räucherlachs-Bontjes mit dem alkoholfreien ü.NN (über Normal Null): Die Bierspezialität mit nur 0,4 % vol. ist geprägt von der frischen, fruchtigen Note tropischer Früchte wie Maracuja und Mango, gepaart mit einem angenehmen Malzkörper und einer dezenten Bitternote. Der Frischkäse mit dem Räucherlachs nimmt die fruchtig-leichte Note hervorragend auf, ohne dass ein Aroma das andere dominieren würde. Danach harmonieren die Mandeln und der Sesam perfekt mit der Malzaromatik des ü.NN: perfekt für den Tag am Strand.

Matjeswickel mit Spinat mit Frischer Traum Wet Hop Pale Ale (5,7 % vol.): Das kernige Pale Ale, welches mit frischem, deutschem Cascade-Hopfen noch an dessen Erntetag gebraut wird, verleiht dem Bier Aromen von Wildblütenhonig mit einem Hauch Zitrus und Gras. Getragen wird das Ale von einem moderaten Malzkörper und einer deftigen Bittere. Die Matjeswickel mit Spinat können da gut mithalten. Der Spinat spielt mit den Zitrus- und Grasnoten, während der Schafskäse durch die Honigaromen ergänzt wird. Der würzige Matjes kann sich in dem schlanken aber kernigen Körper gut behaupten.

Kerniger Rauchmatjes-Spieß mit unserem Kogge Baltic Porter (6,5 % vol.): Das Kogge ist ein untergäriges Porter mit sehr robustem Malzkörper. In die Nase steigen einem sofort Aromen von Zartbitterschokolade, Rosinen und Espresso. Im Antrunk blitzt eine leichte Süße auf, die aber schnell von Espressonoten mit einer moderaten Bittere und einer Vanillenote verdrängt wird. Im Nachhall bleibt der behagliche Geschmack echten Kakaos. Der kernige Rauchmatjes passt da perfekt: Die Rauchnoten ergänzen sich mit den Röstmalzen, die erdigen Noten der Roten Beete gehen Hand in Hand mit der Zartbitterschokolade und das nussige Kornbett nimmt die Vanillenoten auf. Die perfekte Harmonie für einen stürmischen Abend an der Nordsee – auf der richtigen Seite des Fensters.“

„Das Finden ‚kulinarischer Paare‘ löst Impulse aus, die es vorher so nicht gab“, erläutert Sylvia Ludwig, Leiterin Friesenkrone Profitcenter GV, das Experiment mit der Kehrwieder Kreativbrauerei. „Dadurch wird die Kreativität nicht nur bei Fooddesignern, sondern auch bei Profiköchen angeregt. Wir wollen zeigen, dass in Herings- und Matjesspezialitäten viel mehr steckt, als bisher angenommen.“

12. 5. – 14. 5. Holsten-Brauereifest

Am Wochenende ist es mal wieder soweit: die Holstenbrauerei rockt Altona. Bereits zum siebten Mal lädt die Holsten Brauerei zum großen Brauereifest auf dem Brauereigelände an der Holstenstraße ein. Ein vielfältiges Programm rund um das Bier erwartet die etwa 30.000 Besucher: Musik von Pop, Punk und Rap bis hin zu Indiepop und Rock, spannende Einblicke in das Innenleben der Brauerei sowie Verkostungen und interaktive Ritterspiele.

Der Sonntag: Handmade Beer, Design & Food

Neben einer Neu-Auflage des sehr erfolgreichen Festival-Openings am Freitag-Abend gibt es in diesem Jahr auch für den entspannten Brauereifest-Sonntag ein besonderes Motto: Unter dem Titel „Holsten Handgemacht“ geht es um Handmade Beer, Handmade Design und Handmade Food. In Kooperation mit DESIGNgift lädt die Holsten-Brauerei circa 30 Handels- & Designstände auf das Gelände ein. Auch wird die Brauerei an verschiedenen Spots das Portfolio von CraftBeer-Brauereien aus der Region und auch die eigenen CraftBeer-Marken präsentieren. Den gastronomischen Rahmen bestimmen vorwiegend Food Trucks, die frisch zubereitete Leckereien mitbringen; musikalisch geben Odeville und Max Richard Lessmann den Ton an, der als Sänger der Husumer Indie-Rock-Band Vierkanttretlager bekannt wurde.

Festival-Opening mit Fünf Sterne deluxe, Megaloh & Jomo

Das besondere Opening-Konzert am Vorabend des Festes bestreitet die Hamburger HipHop Combo Fünf Sterne deluxe, die den deutschsprachigen HipHop mit ihrem unverwechselbaren Humor und einzigartigem Storytelling entscheidend beeinflusst haben. Die vier Fünfer Das Bo, Tobi Tobsen, Marcnesium und DJ Coolmann haben nach zwischenzeitlich jahrelanger Bühnen-Abstinenz für Herbst 2017 ein neues Album angekündigt. Vor den Sternen geben der Berliner Rapper Megaloh und Newcomer Jomo schon richtig Vollgas. Megaloh besitzt ein immenses Renommee bei Künstlern, Kollegen und Fans und arbeitete schon mit Größen wie Samy Deluxe, Seeed, Joy Denalane, den Beginnern und Max Herre zusammen. Jomo gehört zur neuen HipHop- Generation in Hamburg. Die Liebe zu seiner Heimatstadt schwingt in jeder Zeile seiner Debütsingle mit. „Uns gehört der Hafen“ ist seine Antwort auf Jan Delays „St.Pauli“: eine Hommage an seinen Kiez. Zum Anlass dieses Konzertes für 2.600 Zuschauer wird ausschließlich am Freitag ein Eintrittsgeld von 26 € (Abendkasse 29 €) erhoben. Tickets sind online unter www.eventim.de erhältlich.

Führungen, Spiele, Musik & Action

Am Brauereifest-Samstag gibt es neben Hamburger Indiepop von Tonbandgerät noch mehr Tanzbares, unter anderem von Sondaschule, Christian Steiffen, Rogers, Russkaja und Le Fly.

Für einen Blick hinter die Brauerei-Kulissen bieten sich auch dieses Jahr wieder verschiedene Möglichkeiten: Bei unterschiedlichen Führungen durch die Produktionsstätte erhalten die Gäste einen exklusiven Einblick in das Tagesgeschäft der Brauerei. In der Holsten Brauwelt können die Besucher außerdem mit allen Sinnen erleben, welch vielfältiges und spannendes Getränk Bier ist.

Bei den Ritterspielen stellen Jung und Alt in insgesamt fünf Wettbewerben ihre ritterlichen Fähigkeiten unter Beweis. In diesem Jahr gilt es, Kisten zu schwingen und sein Wissen um die Brauerei in einem Holsten-Quiz unter Beweis zu stellen. Als altbekannte Disziplinen mit dabei: Bierdeckelzielwurf, Torwandschießen, Brüllwettbewerb.

Veranstaltungszeiten Freitag, 12.5. 18-24h VVK: € 26,- | AK: 29 €

Samstag, 13.5. 14-24h freier Eintritt

Sonntag, 14.5. 12-18h freier Eintritt

Craft Beer auf der Internorga

Handgebrautes Bier ist beliebt wie nie. Das zeigt sich auch auf der INTERNORGA, der Trendschmiede für Lebensmittel. Vom 17. bis 21. März 2017 geht die CRAFT BEER Arena bereits in die dritte Runde und ist größer denn je. Auf der Fläche präsentieren sich in diesem Jahr über 30 kreative Brauer – darunter sowohl Brauer, die von Anfang an dabei waren als auch viele spannende neue. Neben den nationalen werden auch wieder internationale Craft Biere zu sehen sein, die ihren Vertrieb in den deutschen und europäischen Markt von der INTERNORGA aus starten.

„Die CRAFT BEER Arena ist eines der Highlights auf der INTERNORGA. Die vorgestellten Produkte und Konzepte gewinnen immer weiter an Relevanz für Gastronomie und Handel. Nicht zuletzt bereichern sie jede kreative Getränkekarte. Ich freue mich, dass unsere CRAFT BEER Arena von Jahr zu Jahr immer erfolgreicher wird. Wer dort nicht vorbei schaut, verpasst etwas“, sagt Claudia Johannsen, Geschäftsbereichsleiterin Hamburg Messe und Congress GmbH.

Nationale und internationale Craft Beer-Vielfalt

Die handgebrauten Biere in der CRAFT BEER Arena bieten für jeden Geschmack etwas. Weg vom industriell hergestellten Bier im Einheitsgeschmack hin zu Kreativbier mit individuellen Geschmacksnoten. Sowohl nationale als auch internationale Craft Bier Fans kommen auf ihre Kosten. Mit dabei sind etablierte große und kleine Brauer aus ganz Deutschland sowie Brauereien aus Europa und Nordamerika. Erstmals stellt die Wacken Brauerei ihre Angebotsvielfalt auf der INTERNORGA vor. Ebenfalls neu dabei sind die BBF Berliner Bierfabrik sowie die Ratsherrn Brauerei. Nicht von der INTERNORGA wegzudenken sind Maisel & Friends, BRLO, Steamworks, die Stieglbrauerei zu Salzburg sowie die Kreativbrauerei Kehrwieder, die allesamt zum wiederholten Mal mit ihren inspirierenden Craft Beer-Geschmackserlebnissen auftrumpfen werden.

Spannende Workshops und Podiumsdiskussionen rund um das Bier

Das Craft Beer Angebot der Brauer wird von einem umfangreichen und spannenden Rahmenprogramm begleitet, das täglich in der CRAFT BEER Arena stattfindet. Gastronomen können hier an Einführungen in das Thema Craft Beer teilnehmen sowie bei moderierten Verkostungen die Craft Biere probieren. Auf dem speziell für die Bedürfnisse der Gastronomie und des Handels abgestimmten Programm stehen darüber hinaus Podiumsdiskussionen mit Vertretern des Getränkefachgroßhandels über aktuelle Themen des Craft Beer Vertriebs. Außerdem werden zahlreiche Workshops rund um die neue Biervielfalt angeboten – mit Themen zur betriebswirtschaftlichen Bedeutung von Craft Beer, Food Pairings oder die Bierkultur in Bars.

Diese Brauereien sind in diesem Jahr in der CRAFT BEER Arena vertreten

26. 1. 2017: Senatsbockanstich bei Blockbräu in Hamburg

Es soll ja eine uralte Tradition in Hamburg sein und heute ist mal wieder der entscheidende Tag: die Hanseaten den diesjährigen Anstich des Senatsbock, der gemeinschaftlich von unterschiedlichen Hamburger Brauereien gebraut worden ist, und das direkt an den Landungsbrücken, wodurch ein hervorragender Blick auf den Hafen und die Elbe gewährleistet ist, auch wenn in diesem Jahr das Wetter etwas trübe sein dürfte. Ab 18 Uhr gehen die Türen des Blockbräu an den Hamburger Landungsbrücken auf, der große Anstich der ersten Fasses ist für 19:00 Uhr geplant. Dazu gibt es Grünkohl, Kassler und Livemusik. Eintritt im VVK 12,90 €, Essen und das erste Glas Bier inklusive.

Internorga: Craft Beer boomt weiter

Im letzten Jahr feierte die Internorga eine Premiere: zum ersten Mal eröffnete auf der Messe die CRAFT BEER Arena. Diese Idee ist unter den Craft Beer-Brauern so gut angekommen, dass die Sonderfläche in diesem Jahr seit dem Anmeldestart mehrfach erweitert wurde. In diesem Jahr präsentieren sich in Halle B4.OG rund 30 kreative Brauer. Deutlich zugenommen hat auch die Teilnahme internationaler Brauereien. Claudia Johannsen, Geschäftsbereichsleiterin Hamburg Messe und Congress GmbH, sagt dazu: „Wir freuen uns, dass unsere Craft Beer-Arena so eingeschlagen hat und sind gespannt auf die zweite Ausgabe. Mit der zunehmenden Relevanz für Gastronomie und Handel, also Getränkefachgroßhandel und Lebensmitteleinzelhandel, werden die Brauer sicher in diesem Jahr erneut jede Menge spannende Kontakte knüpfen“.

Viele internationale Brauereien nutzen die INTERNORGA in Hamburg als Plattform, um in den deutschen oder europäischen Markt einzusteigen. So öffnet Stone Brewing in Kürze eine eigene Brauerei in Berlin – als erster unabhängiger amerikanischer Craft Beer Hersteller in Europa. Von dort aus will das Unternehmen großflächig den europäischen Markt beliefern. Auch die österreichische Stieglbrauerei zu Salzburg nutzt die Internorga, um ihre Biere in Deutschland vorzustellen. Und nachdem die dänische Erfolgsbrauerei Coisbo schon bei der ersten Craft Beer-Arena dabei war, folgen dieses Jahr weitere skandinavische Brauereien wie Bryggeriet Frejdahl und Gotlands Bryggeri, um den deutschen Markt für sich zu erschließen. Darüber hinaus hat sich aber natürlich auch der Anteil deutscher Brauer in der CRAFT BEER Arena auf der INTERNORGA vergrößert; erstmalig dabei sind beispielsweise die Uerige Obergärige Hausbrauerei aus Düsseldorf sowie Braufactum auf Frankfurt.

Craft Beer für die eigene Gastronomie

Spannend wird es nicht nur im Gespräch mit den Brauern, auch das Rahmenprogramm in der CRAFT BEER Arena hat wieder einiges zu bieten. Auf der Agenda stehen eine Podiumsdiskussion zum Thema Craft Beer im Getränkefachgroßhandel, 500 Jahre deutsches Reinheitsgebot und ein Vortrag von Greg Koch, in dem der Gründer berichtet, wie er mit seiner US-Brauerei Stone Brewing in den deutschen Markt einsteigt. Unternehmensberater Björn Grimm, Grimm Consulting erläutert, wie Gastronomen mit Craft Beer den Erfolg steigern können und wie der Einstieg in die Craft Beer Gastronomie gelingt. Darüber hinaus geht es um die Inszenierung von Craft Beer im eigenen Betrieb, die perfekte Bier-Karte, das Mixen von kreativen Bier-Cocktails, Online Handel, Food-Pairing und vieles mehr.

Kehrwieder – ü.NN

Nur für den Fall, dass Sie sich über den etwas merkwürdig anmutenden Namen wundern: ü.NN steht als Abkürzung für „über Normalnull“, womit klar sein sollte, dass dieses Bier aus Norddeutschland kommt. Genauer gesagt aus Hamburg. Über Normalnull steht aber nicht nur für den Wasserstand in der Hansestadt, sondern der Name sagt auch etwas über das Bier aus. Alkoholfrei bedeutet nicht „ohne Alkohol“, auch wenn der Begriff einen Alkoholgehalt von 0,0 % nahelegen würde. Tatsächlich darf alkoholfreies Bier maximal 0,5 % Alkohol enthalten. Dieses Bier enthält 0,4 % Alkohol. Das erscheint Ihnen viel? Wikipedia schreibt, dass Fruchtsäfte aufgrund der natürlichen Gärung sogar bis zu 1,0 % Alkohol enthalten können. Der Alkohol in diesem Bier dürfte also zu vernachlässigen sein. Eines muss ich noch lobend erwähnen, bevor ich mich mit dem Bier befasse: obwohl die Angabe des Alkoholgehaltes eines Getränks erst ab 1,2 % Alkohol Pflicht ist, erwähnt die Kehrwieder-Brauerei den deutlich geringeren Alkoholgehalt freiwillig. Allerdings ist Alkohol ein Geschmacksträger. Dies beachten viele Brauereien nicht, so dass viele alkoholfreie Biere recht wässrig schmecken. Mal sehen, ob es bei diesem Bier anders ist. Jetzt ist es aber wirklich an der Zeit, sich mit dem Bier zu beschäftigen.

Bernsteinfarben und hefetrüb zeigt sich das Bier im Glas. Darüber relativ wenig feinporiger weißer Schaum, der durchschnittlich lange erhalten bleibt. Außerdem enthält das Bier recht viel Kohlensäure.

Das Aroma wird von Karamell und Grapefruit geprägt, unterstützt von Aromen der Zitronenschale. Zumindest vom Duft her fehlt diesem Bier nichts.

Der Antrunk ist frisch und durch die feine Kohlensäure wirklich spritzig. Der Körper ist fruchtig-säuerlich, dabei intensiv und ausgewogen. Der Abgang ist recht bitter und langanhaltend. Hätte ich nicht auf den Etiketten gelesen, dass dieses Bier alkoholfrei ist, ich wäre nicht draufgekommen. Gratulation an den Braumeister.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz (dunkles böhmisches Tennenmalz, Caramelmalz), Hopfen (Simcoe, Mosaic), Hefe

Alkoholgehalt:

0,4 % Vol.

Stammwürze:

7,5°

Brauerei:

Kehrwieder Kreativbrauerei
Oliver Wesseloh
21077 Hamburg
http://www.kreativbrauerei.de

So geht es nicht

Es passiert extrem selten, aber es passiert. Da kaufe ich mir eine Flasche Bier und muss zu Hause feststellen, dass sie verdorben ist. Ich trinke seit fast einem halben Jahrhundert Bier und es war erst mein drittes Mal, dass mir so etwas passiert ist. Ich habe sogar Verständnis dafür, dass das einmal vorkommen kann, auch wenn es nicht passieren darf. Bei einem Industriebier für einen Euro oder darunter würde ich auch keinen weiteren Gedanken daran verschwenden. Diesmal war es aber eine verdorbene Flasche Schorschbock und wenn eine Flasche Bier für 12 Euro nicht in Ordnung ist, sieht die Welt doch etwas anders aus. Normalerweise würde ich in einer solchen Situation zum Händler zurückgehen und ihm die verdorbene Flasche auf den Tisch stellen, damit er sie ersetzt. Da ich aber in Essen wohne und ich das Bier aus Hamburg mitgenommen hatte, wohin ich nicht jeden Tag fahre, wollte ich keine unnötigen Kosten verursachen und habe mich direkt an die Brauerei gewandt. Dieser Anruf verlief ausgesprochen unangenehm.

Nachdem mein Gesprächspartner sich gemeldet hatte, schilderte ich ihm in sachlichem Ton die Situation. Dann hätte ich eigentlich einen Lösungsvorschlag erwartet. Erleben musste ich aber leider das Gegenteil. Zunächst einmal hieß es, das könne überhaupt nicht sein; das Bier enthielte so viel Alkohol, dass es nicht verderben könne. Dann warf er mir ziemlich unverblümt vor, dass ich nur eine weitere Flasche Bier schnorren wolle. Und der Hammer: Er behauptete, dass es ihm gesetzlich verboten sei, mir Ersatz zu leisten.

Diese drei Behauptungen sind Unsinn und ich empfinde sie als extrem unverschämt. Das Bier enthält 13 % vol. Alkohol. Einen ähnlichen Alkoholgehalt hat auch Wein. Aus Wein wird Essig hergestellt. Essig ist mal ganz laienhaft ausgedrückt kontrolliert mit Hilfe von Essigbakterien verdorbener Wein (damit keine Missverständnisse entstehen: ich halte Essig nicht für etwas schlechtes und es gibt echte Delikatessen, während unkontrolliert verdorbener Wein ungenießbar ist). Weshalb soll Bier mit einem vergleichbaren Alkoholgehalt nicht verderben können?

Ich habe es auch nicht nötig, einen Brauer um eine Flasche Bier anzuschnorren. Ich habe es auch nicht versucht, sondern ich habe lediglich die Situation geschildert und wollte einen Kommentar von ihm haben. Mit solchen Behauptungen habe ich aber nicht gerechnet.

Über die Behauptung, ein Produzent eines Lebensmittels dürfe nicht für sein Produkt haften, schreibe ich mal nichts. Eine solche Aussage ist an Unverschämtheit kaum zu überbieten. Was hätte wohl die Lebensmittelüberwachung zu diesem Bier gesagt, wenn ich es dort eingereicht hätte?

Dass es auch ganz anders geht zeigt die Reaktion des Händlers, bei dem ich das Bier gekauft habe. Ich habe mich dort per Mail gemeldet und einige Stunden später kam ein Anruf. Mein dortiger Gesprächspartner erklärte mir, dass dies besonders bei Flaschen mit Bügelverschluss schon mal passieren könne und dass ich die Flasche einfach zurückbringen solle. Auf meinen Einwand, dass ich erst etwa einen Monat später wieder nach Hamburg komme, sagte er mir, dass das kein Problem sei. Ich hätte eigentlich damit gerechnet, dass ich die Flasche per Paket zusenden müsse, um sicherzustellen, dass das Bier bereits beim Verkauf verdorben war und dass das nicht erst bei mir durch unsachgemäße Lagerung passiert ist. Mir wurde auch freigestellt, ob ich eine neue Flasche Schorschbock, das Geld zurückbekommen oder mit andere Bier aussuchen wolle. Diese Vorgehensweise empfinde ich als sehr kulant.

Altes Mädchen

Das Alte Mädchen ist die Brauereigaststätte der Ratsherrn Brauerei in den Schanzenhöfen in Hamburg. Wenn Sie die Gaststätte gefunden haben, können Sie stolz auf sich sein; Sie haben den Intelligenztest bestanden. Das Lokal ist auch wirklich nicht einfach zu finden. Es befindet sich in der zweiten Reihe und da die Schanzenhöfe aus historischer Bausubstanz bestehen ist es der Brauerei nicht erlaubt, Hinweisschilder auf die Gaststätte anzubringen. Aber wenn Sie wissen wo Sie längsgehen müssen, ist es eigentlich ganz einfach.

Der Craft Beer Store der Ratsherrn Brauerei ist eigentlich einfach zu finden. Wenn Sie tagsüber kommen können Sie sich erst einmal im Laden umsehen und ihn nach Ihrem Einkauf direkt durch die Hintertür verlassen. Schon stehen Sie im Biergarten des Alten Mädchen. Jetzt müssen Sie nur noch die Tür in den Gastraum aufmachen, den Sie nicht übersehen sollten, auch wenn kein Schild mit dem Gaststättennamen aufgehängt wurde. Nach Geschäftsschluss müssen Sie links um das Gebäude mit dem Craft Beer Store herumgehen und kommen ebenfalls in den Biergarten.

Die Einrichtung der Gaststätte ist brauereitypisch rustikal, wirkt dabei aber durchaus nicht altbacken. In der Mittagszeit konnte ich in einer ruhigen und angenehmen Atmosphäre mein Essen und mein Bier genießen. Allerdings habe ich mir sagen lassen, dass es abends doch eher etwas lauter wird.

Ich war in der Mittagszeit dort und es gab eine spezielle Mittagskarte, von der ich annehme, dass die in mehr oder minder regelmäßigen Abständen geändert wird. Bei meinem Besuch gab es mehrere Salate, Chili Con Carne, einen Burger, ein Dessert sowie noch einige andere Angebote. Was mir gefehlt hat, waren regionale und saisonale Angebote. Dafür war das Chili wirklich gut.

Entscheidender ist aber die Bierauswahl. Neun Fassbiere gibt es und das zum sozialverträglichen Preis von € 4,90 bis € 6,20 für 0,5 Liter. Dabei handelt es sich um die direkt vor Ort gebrauten Biere. Dann gibt es noch das Tasting Tray, fünf Gläser mit fünf unterschiedlichen Ratsherrn-Bieren zu je 0,1 l. Zusätzlich gibt es noch mehr als 60 Flaschenbiere, selbstverständlich alles Craft Beer.

Adresse:

Braugasthaus Schanzenhöfe GmbH
Altes Mädchen
Lagerstraße 28b
20357 Hamburg

Öffnungszeiten:

Montag bis Samstag ab 12 Uhr
Sonntag (Frühschoppen) ab 10 Uhr

Buddelship braut ein Sauerkraut-Bier

Craft-Bier-Brauer gehen gerne an die Grenzen des Möglichen und manchmal überschreiten sie sie auch. Dass Biere mit Früchten oder Kräutern gebraut werden kennen wir bereits. Auch Getreidearten, die im deutschen Reinheitsgebot keine Erwähnung finden, werden gerne einmal verwendet. Die Brauer der Buddelship-Brauerei in Hamburg-Stellingen gehen jetzt noch einen Schritt weiter.

Dass Sauerkraut und Bier gut zusammenpassen dürfte eine Binsenweisheit sein. Allerdings genießen wir diese beiden Teile einer köstlichen Mahlzeit eher getrennt voneinander. Das sehen die hanseatischen Brauer anders und sie brauen jetzt ein Sauerkraut-Bier. Wie kommt jemand auf eine solche Idee – und wie lässt sich das Bier in Deutschland als Bier verkaufen?

Simon Siemsglüss, der Gründer von Buddelship, beantwortet die erste Frage: „Wir wollen etwas Spannendes machen, Grenzen testen“, Auch auf die zweite Frage kenne ich die Antwort. Siemsglüss ist mit einigen Kollegen nach Norwegen zur Brauerei Lervig Aktiebryggeri gereist, wo das Bier gebraut wird. Anschließend wird es nach Deutschland importiert. Da das Bier im Ausland gebraut wurde darf es in Deutschland auch als Bier verkauft werden.

Noch ein Wort zu den Zutaten: damit das Bier eine fruchtige Note bekommt, haben die Brauer das Sauerkraut mit Ananas und Mango fermentieren lassen. Das Rezept ist von dem der Berliner Weiße abgeleitet, die mit Milchsäurebakterien gesäuert wird. Da die gleichen Bakterien auch im Sauerkraut aktiv sind, dürfte das Sauerkrautbier, das unter dem Namen Sauer’d Kraut vertrieben werden soll, einen ähnlichen Geschmack haben, wenn auch edler, wie wir es von Craft-Bieren erwarten dürfen.

Bis wir das Bier verkosten dürfen müssen wir allerdings noch einige Wochen warten. Es kommt erst Ende Oktober in den Verkauf. Wir dürfen gespannt sein.

Mit Material aus der Hamburger Morgenpost.

Die Technische Universität Hamburg-Harburg hat zum Brauwettbewerb geladen

Vorm 4. bis 6. September richtete die Braugemeinschaft „Campusperle“ der Technischen Universität Hamburg (TUHH) den 6. Internationalen Brauwettbewerb aus. Immerhin 16 studentische Teams mit über 120 Teilnehmern haben sich der Herausforderung gestellt. Die Teilnehmer kamen aus Deutschland, Österreich, Frankreich und der Schweiz und stellten ihre Bierkreationen vor. Der Wettbewerb gibt Nachwuchsbrauern Gelegenheit, sich mit anderen Bierbegeisterten auszutauschen, das eigene Bier von einer Profi-Jury bewerten zu lassen und sich wertvolle Tipps zu holen.

Ob im Kochtopf oder professionell im eigenen Sudhaus gebraut, ob im Fass oder in der Plastikflasche gezeigt – bei diesem studentischen Wettbewerb ist alles erlaubt. Hier trifft das klassische Weizenbier auf moderne Hopfen-Zuchtsorten, ein Lager wird mit Chlorophyll und Birkenwasser gebraut und ein frisches Export-Bier wird mit süßem Karamell veredelt. Im Wettbewerb um das beste Bier war alles möglich und jede Zutat erlaubt, denn das Deutsche Reinheitsgebot war außer Kraft gesetzt. Die international besetzten Teams mit wegweisenden Namen wie die BierBräute, Braureif oder Balkon-Braugruppe-Berlin mussten lediglich zehn Liter ihrer Braukreation mitbringen, die vor Ort nach Kriterien wie Farbe, Geruch, Alkohol- und Kohlensäuregehalt sowie Schaumfestigkeit bewertet wurde. Mit einem Pokal ausgezeichnet wird schließlich, was überzeugend präsentiert wurde, eine originelle Rezeptidee aufweist und natürlich auch gut schmeckt. Zu den diesjährigen Juroren zählte unter anderem wieder Oliver Wesseloh, der amtierende Weltmeister der Biersommeliers. Mit dabei waren auch Jochen Mader, Braumeister bei „Brewcifer“ und Esther Isaak de Schmidt-Bohländer, Besitzerin des „Bierland“, dem ältesten Bierfachgeschäft Hamburgs.

Gewonnen hat das Team Yeastcell aus Montpellier mit seiner Kreation Dom Beerignon, einem Wein-Hefe-Weizen, das mit Weinhefe gebraut wurde. Der Sieger erhielt einen Pokal, zwei Säcke Malz und viel Applaus.

Die studentische Braugemeinschaft gibt es an der TUHH seit 2003. Seitdem werden Pils, Dunkel, Weizen, Dunkel-Bock, Weizen-Bock, Spezial und andere Sorten in der selbst konstruierten Brauanlage von Studierenden in ihrer freien Zeit hergestellt und auf hochschulinternen Veranstaltungen ausgeschenkt. Als verfahrenstechnischer Vorgang hat das Bierbrauen auch Einzug in die Lehre mit einem Beitrag in der Vorlesung „Einführung in die Verfahrenstechnik/Bioverfahrenstechnik“ gefunden sowie einem Braupraktikum für Master-Studierende im Rahmen der Vorlesung „Lebensmittelverfahrenstechnik.“