10. 5. – 11. 5. 2024: TAPT Festival Amsterdam Oost

Am 10. und 11. Mai 2024 verwandelt sich der Amsterdamer Flevopark während des TAPT-Festivals Amsterdam Oost in das Epizentrum der Festlichkeiten. Mit einem Abendprogramm am 10. Mai von 17:00 bis 23:00 Uhr und einem Festtag am 11. Mai von 13:00 bis 23:00 Uhr garantiert TAPT ein unvergessliches Erlebnis.

Öffnungszeiten:

Freitag, 10. 5.: 17:00 Uhr – 23:00 Uhr
Samstag, 11. 5.: 13:00 Uhr – 23:00 Uhr

Hersbrucker Lagerbier

Im Mittelpunkt des roten Flaschenetiketts ist das Logo der Brauerei abgedruckt.Hersbruck ist eine Kleinstadt in Mittelfranken und rühmt sich seiner historischen Altstadt. Mehr ist mir von Hersbruck nicht bekannt; ich war auch noch nie dort. Beginne ich also direkt mit der Verkostung des dort gebrauten Lagerbiers.

Golden und glanzfein präsentiert sich das Bier im Glas. Die schneeweiße gemischtporige Schaumkrone bleibt sehr lange erhalten. An der Optik gibt es also nichts auszusetzen.

Das Bier duftet nach Brotkrume, abgerundet durch einige florale Noten.

Der Antrunk zeichnet sich durch eine verhaltene Malzsüße sowie durch eine reichlich dosierte Kohlensäure aus. Auf der Zunge ist das Bier mild mit einem angenehmen Brotgeschmack. Da kaum Bittere zu schmecken ist, ist das Mundgefühl weich. Erst in der Kehle überrascht mich das Bier mit einer feinen Hopfenbitteren, die lange nachklingt.

Das Hersbrucker Lagerbier ist süffig ohne Ecken und Kanten.

Zutaten:

Brauwasser, Gerstenmalz, Hopfen

Alkoholgehalt:

4,7 % Vol.

Stammwürze:

11,3° Plato

Farbe:

8 EBC

Brauerei:

Bürgerbräu Hersbruck
Deinlein & Co.
Lohweg 38
91217 Hersbruck
www.buergerbraeu-hersbruck.de

29. 5. – 2. 6. 2024: Fränkisches Bierfest Nürnberg

In jedem Jahr findet das fränkische Bierfest in Nürnberg statt. Dort im Burggraben ist ja auch die richtige Atmosphäre für eine solche Veranstaltung. In diesem Jahr lohnt sich ein Besuch besonders, denn das Fränkische Bierfest feiert sein 25. Jubiläum.

Somit ist es auch wenig verwunderlich, dass die fünftägige Veranstaltung in diesem Jahr noch ein Bisschen größer und bunter wird als üblich. Knapp 50 Brauereien werden sich unterhalb der Kaiserburg versammeln und die Ergebnisse ihrer Arbeit anbieten. Dabei sind auch ein Dutzend Stände, die die deftige und süße Grundlage für den Biergenuss anbieten. Dazu noch die richtige Livemusik und das Erlebnis dürfte perfekt sein. Keinesfalls verpassen sollten Sie den Bier-Marktplatz mit den Craft Beer-Brauereien.

Öffnungszeiten:

Mittwoch, 29. 5.: 17:00 Uhr – 23:00 Uhr
Donnerstag, 30. 5.: 11:00 Uhr – 23:00 Uhr
Freitag, 31. 5.: 14:00 Uhr – 23:00 Uhr
Samstag, 1. 6.: 11:00 Uhr – 23:00 Uhr
Sonntag, 2. 6.: 11:00 Uhr – 21:00 Uhr

Samuel Smith – Yorkshire Stingo

Das Etikett des Yorkshire Stingo ist nostalgisch gestaltet und weist klar auf die Reifung des Bieres in Holzfässern hin.Das Yorkshire Stingo ist ein stärker eingebrautes Pale Ale, das in Eichenfässern gereift wurde. Einige der Eichenfässer bei Samuel Smith’s sollen mehr als einhundert Jahre alt sein. Allerdings wurden die einzelnen Dauben im Laufe der Jahre von den Küfern der alten Brauerei ausgetauscht. Die Brauerei Samuel Smith Pflegt den Beruf des Küfers im eigenen Haus und beschäftigt zwei Küfer in Vollzeit. Dieses Bier würdigt das alte Handwerk.

Der Online-Biershop Brauart Düsseldorf beschreibt das Yorkshire Stingo wie folgt: „Das Yorkshire Stingo reift mindestens ein Jahr lang in diesen lange genutzten Eichenfässern in den unterirdischen Kellern der Brauerei und entwickelt dabei Frucht-, Rosinen-, Toffee-, Weihnachtspudding- und leichte Eichenaromen, bevor es auf natürliche Weise in der Flasche nachreift. Bei der Flaschengärung wird Hefe mit abgefüllt. Diese Hefe bleibt bei der Lagerung aktiv und bindet sich auf einzigartige Weise mit der Kohlensäure im Bier ein. Dass führt dazu, dass das Bier eine feine Perlung erhält und die Hefe einen fruchtigen Charakter annimmt. Je länger es reift, desto mehr kann sich der Geschmack des Bieres entwickeln. Viele Bierenthusiasten kaufen sich gleich mehrere Biere der gleichen Charge um diese noch einige Jahre im eigenen Keller nachreifen zu lassen.“ Dann bin ich ja mal gespannt, ob das Bier, das jetzt vor mir steht, dieser begeisterten Beschreibung entspricht.

Dunkelrot präsentiert sich das Bier im Glas. Die feinporige haselnussbraune Schaumkrone bleibt lange erhalten. Wow, was für eine Optik.

Das Aroma ist süß und intensiv. Düfte nach Trockenfrüchten wie Feigen und Rosinen steigen mir in die Nase, dazu Toffee, Waldhonig und Holz. Dazu kommt eine leichte harzige Note. Es muss wohl auch etwas frisches Holz im Fass verbaut gewesen sein.

Wie erwartet ist der Antrunk süß. Die sehr feinperlige Kohlensäure weist auf eine lange Reifung des Bieres hin; dabei ist sie aber erstaunlich kräftig. Auf der Zunge ist das Bier fruchtig und es spiegelt die Aromen wider, die ich bereits in der Nase festgestellt habe. Dabei bleibt das Holzaroma diskret im Hintergrund und es unterstützt die anderen Aromen lediglich. Die Bittere ist nur sehr verhalten vorhanden. Der süße Geschmack erinnert an Melasse. Insgesamt ist das Mundgefühl angenehm samtig. Auch in der Kehle ist die Süße dominant, gepaart mit einer leichten unterstützenden Bitteren. Der Geschmack klingt sehr lange nach.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Rohrzucker, Hopfen, Hefe

Alkoholgehalt:

8,0 % Vol.

Empfohlene Genusstemperatur:

11° Celsius

Brauerei:

Samuel Smith
The Old Brewery
Tadcaster
N.Yorks LS24 958
Großbritannien
www.samuelsmithsbrewery.co.uk

26. 4. 2024: Biergarten Brabant

Die Abbildung zeigt das Veranstaltungsplakat, das einige Eindrücke vergangener Veranstaltungen sowie den Termin für 2024 enthält.Am Freitag, 26. April 2024, ist es Zeit für den Biergarten Brabant an der Tramkade in Den Bosch. Dieses einzigartige Festival verbindet Bierspezialitäten, Brabanter Geselligkeit, Live-Musik und köstliches Essen.

Probieren Sie eine umfangreiche Auswahl an Bieren während der Hellobier-Verkostung. Genießen Sie Live-Musik von verschiedenen Tribute-Bands und DJs in zwei Bereichen, lassen Sie sich von den kulinarischen Kreationen verschiedener Foodtrucks überraschen und schmecken Sie die Brabanter Atmosphäre.

Veranstaltungsort:

Biergarten Brabant
Tramkade Den Bosch
Niederlande

Zeitpunkt:

26. 4. 2024, 17:00 Uhr – 0:00 Uhr

Maisel & Friends – Irish Red

Passend zum Bierstil ist das Etikett mit weißer Schrift auf rotem Grund gestaltet.Irland ist für seine Pubs sowie die vielen kleinen Brauereien bekannt. Bis nach Deutschland schaffen es aber leider meist nur Guinness und Kilkenny. Andere Bierspezialitäten aus Irland müssen hier leider draußen bleiben. So hat sich die fränkische Brauerei Maisel & Friends in Bayreuth drangemacht und selbst ein Irish Red gebraut, das uns die Atmosphäre der grünen Insel nahebringen soll. Mal sehen, ob dies dem Irisch Red gelingt.

Kupferrot und glanzfein präsentiert sich das Bier im Glas. Der feinporige Schaum fällt anfangs recht flott in sich zusammen, ein Rest bleibt aber lange erhalten. Optisch macht das Bier schon mal eine gute Figur.

Düfte nach frischer Brotkruste, nach Kräutern und Waldhonig, nach Karamell, Mandarinen und roten Beeren steigen mir in die Nase. Das macht richtig Lust auf den ersten Schluck.

Der Antrunk besticht durch eine leichte und nicht übertriebene Süße und eine feinperlige Kohlensäure. Das Bier schmeckt nach frischem Brot, Karamell und würzigem Honig. Dazu kommt eine leichte freundliche Bittere. Zusammen sorgen sie für ein weiches und volles Mundgefühl. In der Kehle wird das Bier trockener. Im ersten Moment scheint die Bittere etwas unterentwickelt zu ein, aber langsam wird sie kräftiger und klingt sehr lange nach.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen (Callista, Herkules, Mandarina Bavaria, Saphir), Hefe

Alkoholgehalt:

4,2 % Vol.

Farbe:

16 EBC

Brauerei:

Gebr. Maisel GmbH & Co.
Hindenburgstr. 9
95445 Bayreuth
www.maiselandfriends.com

9. 5. – 12. 5. 2024: Mout Festival Tilburg

Das Mout Bierfestival gibt es schon lange. Die erste Veranstaltung in Nijmegen war gleich ein voller Erfolg: sonnenverwöhnter Genuss von (speziellem) Bier, gutes Essen, gute Musik und dito Gesellschaft. Jedes Jahr stellen (inter)nationale Brauer ihre Kreationen vor. Und in diesem Jahr gibt es noch etwas neues: Auf dem Festival wird es einen Tin Shop geben, in dem Sie Biere aus allen Teilen der Welt erwerben können, um sich Ihr eigenes Bierpaket zusammenzustellen.

Auf dem Gelände ist für jeden etwas dabei, was Getränke, Essen, Musik und Aktivitäten angeht. Sie sind kein Bierfanatiker? Kein Problem! Es gibt Cocktails, Weine und alkoholfreie Getränke in Hülle und Fülle. Mehrere Food Trucks sorgen für den großen Hunger und den schnellen Hunger. Aus dem Schallplattenbus ertönt tagsüber zeitlose Musik, und am Abend geht es auf die Tanzfläche. In der Zwischenzeit können Sie Ihre Freunde oder Familie zu einem Arcade-Spiel oder einem Brettspiel herausfordern. Im Mout kommt alles zusammen.

Öffnungszeiten:

Donderstag: 16:00 Uhr – 23:00 Uhr
Freitag: 16:00 Uhr – 00:00 Uhr
Samstag: 13:00 Uhr – 00:00 Uhr
Sonntag: 13:00 Uhr – 21:00 Uhr

Eintritt:

€ 5,00 pro Tag

Wegen Kälte und Schnee: Brauerbund sagt Feier am Münchner Bierbrunnen ab

Am 23. April feiern Bayerns Brauer die erstmalige Verkündigung des Reinheitsgebotes. In München findet die Feier traditionell am Bierbrunnen vor dem Brauerhaus statt. Die in diesem Jahr für den 23. April ab 15:00 Uhr geplante Feier hat der Brauerbund heute abgesagt. Der Grund: „Bei angekündigten maximal 5 Grad und Schneefall macht ein solches Fest leider keinen Sinn“, begründet Lothar Ebbertz, Hauptgeschäftsführer des Bayerischen Brauerbundes, die kurzfristige Absage. Noch nie haben man das Fest, das es seit 1996 gibt, witterungsbedingt ausfallen lassen müssen, so Ebbertz. Aber unter den sich abzeichnenden Witterungsbedingungen sei nicht zu erwarten, dass Menschen sich nach der Arbeit bei Musik fröhlich zu einem Bier treffen und auf den 508. Geburtstag des Bayerischen Reinheitsgebotes anstoßen. Der Brauerbund hofft auf wieder bessere Rahmenbedingungen im nächsten Jahr.

200 Flaschen Bier pro Kopf: Wissenschaftliche Fakten zum 30. Tag des Bieres

Hopfen und Malz – Gott erhalt’s. Trotz rückläufigem Bierkonsum ist Bier nach wie vor sehr beliebt bei den Deutschen. Am 23. April feiern wir den Tag des Bieres und wir nehmen dies zum Anlass, um zu klären, was eigentlich drin ist im Gerstensaft, wie der Geschmack zustande kommt und warum so viele Menschen das Getränk so sehr lieben.

Deutschland. Wenn man im Ausland jemanden fragt, wie man sich Deutschland vorstelle, werden dabei oft die gleichen Bilder umschrieben. Bier ist eines davon und in der Tat gibt es in unserem Land eine sehr alte und reiche Brautradition, eine Vielfalt lokaler Brauereien, unzählige Biersorten und mindestens genausoviele Anlässe, um Bier zu konsumieren.

In der Tat gehören die Deutschen zu den größten Biertrinkern der Welt. Auch wenn der Konsum seit einigen Jahren zurückgegangen ist, kamen wir im Jahr 2020 laut einer Studie des Statistischen Bundesamtes auf einen durchschnittlichen Pro-Kopf-Verbrauch von 93,3 Litern. Das entspricht in etwa 200 Flaschen Bier. Doch was macht sie aus, die Faszination zum Gerstensaft? Wie bekommt man den Alkohol aus dem Bier und wie kann man mit so wenigen Zutaten so viele Geschmäcker erzeugen? Dr. Margit Jekle ist Professorin für Lebensmitteltechnologie und pharmazeutisches Qualitätsmanagement. Im Interview beantwortet sie die spannendsten Fragen rund ums Bier.

Was ist drin im Bier?

Jekle: „Gemäß dem deutschen Reinheitsgebot von 1516 darf zur Bierherstellung nur Wasser, Malz, Hopfen und Hefe verwendet werden. Das Reinheitsgebot gilt als die älteste, heute gültige lebensmittelrechtliche Vorschrift der Welt. Deutsche Brauereien dürfen, im Gegensatz zu internationalen Brauereien, daher keine Zusatzstoffe wie Aromen oder Farbstoffe außer diesen vier Zutaten dazu geben, da sie ein geschütztes „Traditionelles Lebensmittel“ herstellen.“

Wie ist es möglich, dass man mit so wenigen Zutaten so viele Geschmäcker erzeugen kann?

Jekle: „Mit nur vier Zutaten 40 verschiedene Sorten Bier mit rund 7000 einzelnen Biermarken herzustellen erfordert kurz gefasst viel Fachwissen, Zutatenqualitäten und verschiedenste Herstellungsprozesse. Bei Schwarzbier, einem dunklen Vollbier, wird das Braumalz länger geröstet, damit es die dunkle Farbe und Aromen nach Kaffee- und Kakaonoten erhält. Das untergärige Pilsner Bier (Pils) hat im Vergleich zu anderen Biersorten einen erhöhtem Hopfengehalt und bietet daher den herberen Biergenuss. Bei Weizenbier werden die Biere mit einen höheren Weizengehalt (durch Weizenmalz) hergestellt.“

Was macht gutes Bier aus?

Jekle: „Wie bei jedem Lebensmittel ist auch bei Bier der Geschmack sowie alle weiteren sensorisch erfassbaren Qualitäten wie Schaumstabilität und das Mundgefühl verschieden. Neben individuellen sensorischen Aspekten gibt es bekannterweise auch regionale Unterschiede. So ist das beliebteste Bier in Deutschland das Pils, während vor allem in Bayern und auch Baden-Württemberg auch gerne Weißbier (Weizenbier) getrunken wird. Auch hier gilt, dass die Zutaten und der Brauprozess wesentlichen Einfluss auf die Qualität eines Bieres haben. Damit zeichnen die besten Biere auch gute Brauer aus.“

Gibt es besondere Biere? Regionale Unterschiede?

Jekle: „Jeder, der in Köln einmal verweilte, kennt das Altbier, das traditionell in schlanken, zylinderförmigen Gläsern, im Kölschglas oder der Stange, serviert wird. Diese Variante wirkt für den Bayern eher „zierlich“ der mit seinem 1L Maßbier gerne das süffige Helle trinkt. Auch hier zeichnet der Name die Herstellung aus. Beim Hellen wird von hellen Lagerbieren gesprochen, die malzaromatisch und süßlich sind, zugleich aber auch fruchtig-frisch. Also ja. Es gibt eine Vielzahl besonderer Biere und regionaler Unterschiede.“

Wie lange dauert der Brauprozess und kann man das wirklich auch in der Badewanne machen?

Jekle: „Der Brauprozess dauert in der Regel circa einen Tag. Und ja, der Brauprozess könnte technisch, jedoch wohl mit Qualitätseinbußen, in der Badewanne ablaufen. Der sich anschließende Lagerprozess dauert jedoch Wochen bis Monate, bevor das Bier trinkbar ist und erfolgt in größeren Tanks bzw. Fässern oder in der Flasche. Während der Lagerung reift der Geschmack des Bieres und erwünschte Aromen bilden sich weiter auf. Unerwünschte Aromen wie z.B. Diacetyl (Butteraroma) baut sich ab. Weiterhin setzen sich während der Lagerung des Bieres Schwebstoffe am Boden des Behälters ab und das Bier wird klarer (Klärung). Als weitere Vorgang entwickelt sich Kohlensäure durch natürliche Nachgärung oder auch Karbonisierung.“

Alkoholfreie Biere sind immer weiter auf dem Vormarsch. Doch wie funktioniert das eigentlich? Wie bekommt man den Alkohol aus dem Bier?

Jekle: „Prinzipiell gibt es zwei Verfahren um den „Alkohol aus dem Bier zu bekommen“. Zum einen wird nach einer normalen Bierherstellung inklusive der Alkoholproduktion und einer Bierreifung im Lagertank der Alkohol im Anschluss daran wieder aus dem Bier entzogen. Hierfür kann eine Vakuumdestillation oder Membrantrennverfahren angesetzt werden. Durch das Ansetzen eines Vakuums unter 50 °C kann der Alkohol schonend bei niedriger Temperatur verdampft und so aus dem Bier herausgelöst werden. Dem Bier wird so viel Alkohol entzogen, dass alkoholfreie Biere mit maximal 0,5%vol Restalkohol vorhanden ist. Beim zweiten Verfahren, der gestoppten Gärung wird der Brauprozess klassisch gestartet, also Hefe der Bierwürze beigesetzt. Die Hefe verstoffwechselt den in der Würze vorhandenen Zucker v.a. zu Alkohol. Bei der gestoppten Gärung wird die Gärung gemäß der Bezeichnung bei einem Alkoholgehalt von maximal 0,5%vol gestoppt, indem die Würze kurz stark erhitzt wird. Die Temperatureinwirkung inaktiviert die Hefe und die Hefe kann keinen weiteren Zucker mehr in Alkohol umwandeln. Da bei diesem Prozess mehr Zucker im Bier vorhanden ist, da die Hefe diesen Zucker nicht in Alkohol umwandeln konnte, wie beim ersten Verfahren, schmeckt das Bier auch deutlich süßer.“

Was ist der Unterschied zwischen Pils und Weizen?

Jekle:“ Biere werden grundsätzlich ich zwei Kategorien aufgeteilt, und zwar in obergärig und untergärige Biere. Die Bezeichnung klingt zunächst etwas sperrig, jedoch gibt es einen ganz einfachen Unterschied, und zwar liegt der in der Hefe. Um aus der Bierwürze und dessen Zucker durch Gärung Alkohol entstehen zu lassen, wird Hefe zugesetzt. Prinzipiell kann man die Hefe unterscheiden in obergärige und untergärige Hefe. Daher auch die Bezeichnung von unter- und obergärigem Bier. Die obergärige Hefe bildet bei der Hefevermehrung Sprossverbände die verbunden bleiben und durch aufsteigende Kohlensäure im Bier noch oben treiben. Demnach liegt die Hefe bei der Gärung oben auf, also OBERgärig. Die untergärige Hefe bleibt während der Gärung nicht verbunden und setzt sich unten am Boden ab. Demnach UNTERgärig Die obergärige Hefe benötiget im Übrigen für die Gärung wärmere Temperaturen als die untergärige Hefe, die bei niedrigeren Temperaturen aktiv ist. Warum nun diese Ausführung? Pils schmeckt intensiver nach Hopfen und ist bitterer als Weizenbier, es ist ein untergäriges Bier. Weizenbier hingegen ist ein obergäriges Bier, wie auch Kölsch oder Alt. Weizenbier verdankt seinen Namen im Übrigen seinen Inhaltsstoffen. So wird bei der Herstellung von Weizenbier mit einem höheren Anteil an Weizenmalz gebraucht im Vergleich zu Pils. Typisch für Weizenbier ist auch sein weiches Geschmacksprofil und einer fruchtigen oder würzigen Frische. Einige Weizenbiere zeichnen auch die Besonderheit aus, dass sie Bananen- oder Nelkenleitaromen aufweisen. Diese Aromen werden neben der alkoholischen Gärung durch spezifische Hefestämme gebildet. Auch zeichnet die höhere Weizenmenge im Weizenbier das eher cremigere und vollere Mundgefühl beim Trunk, durch eine erhöhte Viskosität des Bieres, aus.“

Und noch eine Frage zum Abschluss: Warum überhaupt Bier? Das ist doch bitter! Wieso stehen da so viele drauf?

Jekle: „Bier gilt als eines der ältesten alkoholischen Getränke. Getreide wurde gesammelt und zufällig mit Wasser stehen gelassen bis durch eine Spontanfermentation (Hefen gibt es überall, auch in der Luft) diese Maische nach einigen Tagen zu gären begonnen hat. Aktuellen Daten nach soll das Bier älter als 9000 Jahre sein. Die Hintergründe zur Beliebtheit sind vielzählig. Zum einen war und ist Bier nahrhaft durch den Getreideanteil. Diesen Vorteil nutzten gerade Klöster im Mittelalter während der Nahrungseinschränkungen in der Fastenzeit. So wurde die Regel übertragen „Was flüssig ist, bricht kein Fasten“. Daher rührt auch die Herkunft der Starkbiere. Weiterhin konnten einige krankheitserregende Keime durch den Alkoholgehalt im Getränk reduziert werden. Trinkwasser war oftmals mit Fäkalien verunreinigt. Somit war Bier damals, zumindest in Teilen und mikrobiologisch gesehen, das „gesündere“ Getränk. Auch wurde in manchen Epochen Bier als Medizin ausgelobt. Und natürlich war die berauschende Wirkung von Alkohol schon jeher für den Menschen interessant.“

Und daran wird sich auch in naher Zukunft so schnell nichts ändern. In dem Sinne: Zum Wohl!

26. 4. – 5. 5. 2024: Frühjahrsmesse Luzern

Vom 26. April bis 5. Mai 2024 findet in Luzern die alljährliche Luga statt und auch dieses Jahr gibt es wieder viel zu erleben. Nebst vielen anderen Attraktionen und Ausstellern, erhält auch die Schweizer Bierkultur ihren Platz. Zusammen mit der Brauerei Luzern, Brauerei Einhorn, Kleinbrauerei Stiär Biär und Getränke Lussi, wird auch Bierliebe anwesend sein. Die Öffnungszeiten sind täglich von 10:00 Uhr bis 18:30. Nur am 5. Mai, dem letzten Tag der Veranstaltung, ist eine halbe Stunde früher Feierabend.