Archiv der Kategorie: Biertest

Browar Kingpin – Golden Ale

Mit dem Golden Ale von Browar Kingpin steht wieder einmal ein polnisches Craft Beer vor mir, das ich in einem Lidl-Markt in Polen gekauft habe. Die Brauerei beschreibt das Bier so (Übersetzung aus dem Polnischen von mir): „Golden Ale ist ein klassisches, leichtes, alltagstaugliches Bier mit einem ausgeprägten Hopfencharakter. Die fruchtigen, zitrusartigen und tropischen Noten der verwendeten Hopfensorten verstärken die erfrischenden Eigenschaften des Bieres und machen es zu einem perfekten Begleiter für jeden Anlass.“ Dann hoffen wir mal das Beste.

Golden und hefetrüb fließt das Bier ins Glas. Dabei bildet sich eine schneeweiße Schaumkrone, die zwar recht klein ist, aber dafür lange erhalten bleibt.

Düfte nach Grapefruit, Anans und Pfirsich steigen mir in die Nase, abgerundet durch einige würzige Noten. Aus dem Hintergrund kommt noch das getreidige Aroma des Malzes zum Vorschein. Das macht wirklich Lust auf den ersten Schluck.

Der Antrunk ist spritzig mit einer angenehmen Malzsüße. Auf der Zunge steht die Fruchtigkeit im Mittelpunkt, die von einer kräftigen Bittere begleitet wird. Das Mundgefühl ist weich, auch wenn der Körper des Bieres schlank ist. In der Kehle präsentiert sich das Bier mit einer freundlichen Bitteren mit sehr langem Nachklang.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Weizenmalz, Hopfen, Hefe

Alkoholgehalt:

4,8 % Vol.

Stammwürze:

11,5° Plato

Farbe:

 8 EBC

Empfohlene Genusstemperatur:

7° – 10° Celsius

Brauerei:

Browar Kingpin
Sp. z.o.o.
ul. Wilczak 18 B
61-623 Poznan
Polen
www.browarkingpin.pl

Warsteiner – Pilsener alkoholfrei

Jetzt steht mal wieder ein alkoholfreies Bier aus Warstein vor mir. Über die Warsteiner Brauerei und auch über alkoholfreie Biere gibt es nicht mehr viel zu sagen, weshalb ich jetzt direkt mit der Versostung des Warsteiner Pilsener alkoholfrei beginne.

Golden und gefiltert fließt das Bier ins Glas und bildet dabei eine sahnige Schaumkrone, die sehr lange erhalten bleibt.

Das Aroma ist malzbetont nach Brotkrume, abgerundet durch einige würzige Noten.

Der Antrunk ist recht süß, was aber mit der kräftigen Karbonisierung zusammenpasst. Wie erwartet schmeckt das Bier sehr malzbetont und ich würde mir etwas mehr Hopfen wünschen, der ein angenehmes Aroma in das Bier bringen würde. Der Körper ist schlank und das Bier macht einen recht süffigen Eindruck. In der Kehle wird die Bittere kräftiger und sie klingt einige Zeit nach.

Zutaten:

Brauwasser, Gerstenmalz, Hopfen, Hopfenextrakt

Alkoholgehalt:

< 0,5 % Vol.

Farbe:

6 EBC

Brauerei:

Warsteiner Brauerei
Haus Cramer KG
59564 Warstein
www.warsteiner.de

Lindemans – Kriek Brut 2024

Dass von der Brauerei Liefmans im flämischen Oudenaarde sehr gute Krieks und andere Frucht-Sauerbiere kommen, weiß ich bereits und habe auch schon eine ganze Reihe dieser Biere beschrieben. Aber wie macht sich ein Jahrgangsbier aus dieser Brauerei, das zwei Jahre gereift wurde? Das will ich jetzt anhand des Jahrgangs 2024 feststellen.

In tiefem Rubinrot präsentiert sich das Bier im Glas. Die feinporige hellrosa Schaumkrone bleibt sehr lange erhalten. Besser kann ein Kriek nicht aussehen.

Der Duft der reifen Sauerkirschen steigt mir in die Nase, dazu Marzipan Vanille, abgerundet durch einen Hauch Kandis aus dem Hintergrund.

Der Antrunk begeistert durch die intensive Fruchtigkeit, was aber nicht wirklich verwundert, denn in jedem Hektoliter Bier werden bis zu 13 Kilogramm Kirschen verbraut. Wohlgemerkt – es handelt sich um ganze Kirschen, nicht um Saft oder Konzentrat. Zum Geschmack der Kirschen passen gut die verhaltene Süße sowie die reichliche Karbonisierung. Während der gesamten Zeit bleiben die Kirschen im Vordergrund, ohne aber aufdringlich zu wirken. Auf der Zunge wird das Bier auch trockener, was für ein frisches und schlankes Mundgefühl sorgt. Trotz der Marzipannoten kann ich eine Bittere lediglich erahnen. Auch in der Kehle ist das Bier trocken und fruchtig, fast ohne Bittere und mit durchschnittlich langem Nachkling.

Das Liefmans Kriek Brut aus dem Jahr 2014 kann wirklich begeistern. Dies gilt nicht nur für Liebhaber klassischer Fruchtbiere, sondern das Bier ist auch ein stilvoller Begleiter zu dunkler Schokolade, wobei sowohl das Bier als auch die Schokolade ihren Genusswert steigern können. Aber auch zu Wild und einigen Desserts kann ich mir das Bier gut vorstellen.

Alkoholgehalt:

6,0 % Vol.

Brauerei:

Brouerij LindemanS
Lenniksebaan 1479
1602 Vlezenbeek
Belgien
http://www.lindemans.be

Bruch – Pilsener

Biere aus dem Saarland finden nur selten den Weg nach Niedersachsen, so dass ich sie auch selten vorstellen kann. Jetzt hat es aber mal wieder eine Flasche geschafft, die ich jetzt verkosten möchte. Ich lasse die Brauerei Bruch jetzt einmal sich selber vorstellen: „Seit 1702 brauen wir von der Bruch Brauerei mit unveränderter Leidenschaft das einzig wahre Lieblingsbier der Saarländer. Unsere Familientradition, die Liebe zum Brauen und die hohe Qualität unserer Biere haben uns zu dem gemacht, was wir heute sind – eine Brauerei für Tradition, Gemeinschaft und Genuss. Wir sind stolz darauf, unser Wissen und unsere Erfahrung von Generation zu Generation weiterzugeben und unser Bier in jedem Glas zu einer Erinnerung werden zu lassen.“ (Quelle: Website der Brauerei Bruch)

Hell und kristallklar fließt das Bier aus der Flasche ins Glas und bildet dabei eine feste Schaumkrone, die sehr lange erhalten bleibt. Bei der Optik hat die Brauerei ihren Anspruch erfüllt.

Das Bier duftet nach hellem Malz, abgerundet durch einige würzige und blumige Noten.

Der Antrunk zeichnet sich durch eine zurückhaltende Süße sowie durch eine kräftige Karbonisierung aus. Auf der Zunge gesellt sich eine gut auf die Süße abgestimmte Bittere dazu. Auch wenn der Körper recht schlank ist, gefällt das Bier, denn es ist wirklich süffig. In der Kehle lässt die Süße nach, während die Bittere zulegt. Der freundliche Geschmack der Bittere klingt sehr lange nach.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen

Alkoholgehalt:

4,8 % Vol.

Farbe:

5 EBC

Brauerei:

Privatbrauerei Saar GmbH
Saarbrücker Str. 14
66538 Neunkirchen
www.bruch-bier.de

Paradise Lane – Pjeirdefretter

Im 18. Jahrhundert zogen berühmte Brabanter Zugpferde Boote auf dem Brüssel-Schelde-Kanal. Die Tiere wurden zu einem Symbol der Stadt und von ganz Flämisch-Brabant. Der extrem starke Koloss wurde zu einem der größten Exportgüter des Landes: Zu Beginn des 20. Jahrhunderts gingen jährlich mehr als 30.000 Zugpferde ins Ausland. Weil die Pferde in der Stadt allgegenwärtig waren, wurden sie auch zu einer kulinarischen Spezialität. Daher der Spitzname Pjeirefretters oder Pferdefresser. Die bekanntesten Adressen für ein saftiges Pferdesteak sind De Kuiper (seit 1859!) und Horse House. Sie möchten lieber kein Pferdefleisch essen? Dann können Sie immer noch ein Pjeirefretter trinken, ein lokales Craft-Bier, das Sie auf der Speisekarte vieler Gastronomiebetriebe und in lokalen Supermärkten finden und das jetzt vor mir steht, um auf seine Verkostung zu warten.

Golden und mit leichter Hefetrübung fließt das Bier ins Glas und bildet dabei eine feste weiße Schaumkrone, die sehr lange erhalten bleibt.

Das Bier duftet nach Biskuitteig, abgerundet durch würzige Hopfennoten. Aus dem Hintergrund kommt noch ein leichtes Zitrusaroma. Dazu der typische Duft der belgischen Hefe. Das macht Lust auf den ersten Schluck.

Der Antrunk zeichnet sich durch eine leichte Malzsüße sowie eine sehr feinperlige und dabei kräftige Kohlensäure aus. Auf der Zunge tritt schnell eine kräftige und dabei angenehme Bittere in den Mittelpunkt, begleitet durch eine geringe fruchtige Säure. Der Körper ist überraschend schlank und das Bier ist recht süffig. In der Kehle lässt die Bittere nach, die auch nur kurz nachklingt.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hefe, Hopfen, Mädesüß

Alkoholgehalt:

6,9 % Vol.

Bittereinheiten:

30 IBU

Farbe:

10 EBC

Brauerei:

Paradise Lane
Hoolgaardestraat 36
1800 Vilvoorde
Belgien

Hildesheimer Braumanufaktur – Hans Dampf

Die Biere von Jan und Malte haben mich noch nie enttäuscht und ich hoffe, dass bleibt auch bei dem Bier so, das jetzt vor mir steht. Auch wenn der Name es nicht verrät – Hans Dampf ist ein Rauchbier.

Sehr dunkel bordeauxrot präsentiert sich das Bier im Glas, beinahe schwarz. Die sahnige elfenbeinfarbene Schaumkrone bleibt sehr lange erhalten. Optisch ist das Bier keine Enttäuschung.

Das Bier duftet intensiv nach Schinken und dunkler Schokolade. Ich weiß, das klingt schon etwas merkwürdig, aber hier passen die beiden Aromen sehr gut zusammen, insbesondere weil das Raucharoma zwar kräftig ist, dabei aber natürlich rüberkommt.

Der Antrunk zeichnet sich durch eine zurückhaltende Süße sowie eine sehr feinperlige Kohlensäure aus. Das Mundgefühl ist cremig und weich und das Bier füllt den gesamten Mundraum angenehm aus. Trotz des intensiven Rauchgeschmacks hat das Bier einen recht schlanken Körper, während andere Rauchbiere gerne mal einen schweren Eindruck hinterlassen. Nicht verschweigen möchte ich auch die freundliche Bittere, die sehr gut auf die Intensität des Rauches abgestimmt ist. Ich meine auch, aus dem Hintergrund einen Hauch von Banane festzustellen, aber da bin ich mir nicht sicher. Auch das leichte Brennen des Alkohols passt gut zum Rauchgeschmack. In der Kehle ist der Rauch ebenfalls zu schmecken, ohne dass er zu kräftig oder penetrant wirkt. Dafür klingt der Geschmack aber sehr lange nach.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen, Hefe

Alkoholgehalt:

6,0 % Vol.

Brauerei:

Hildesheimer Braumanufaktur
Jan Pfeiffer & Malte Feldmann GbR
Goslarsche Landstr. 15
31135 Hildesheim
www.hildesheimer-braumanufaktur.de

Het Nest – SchuppenBoer Jack of Spades Grand Cru

Anfangs war wohl überhaupt nicht geplant, die Brauerei Het Nest als Produktionsbetrieb aufzubauen. Die Geschichte begann im Jahr 2000 als Bierverkostungsclub unter dem Namen „Orde van de Zatte Mus mit einer Gruppe Bierliebhaber. Etwa sechs Jahre später entstanden die ersten eigenen Amateur-Kreationen. Das erste offizielle Bier war das „Festivaltripel“, das später in SchuppenBoer umbenannt wurde. Inzwischen gibt es mehr als ein Dutzend Biere im Angebot, teils ständig verfügbar, teils Sondersude und holzfassgereifte Spezialitäten. Einige der Biere sind auch bei internationalen Wettbewerben ausgezeichnet worden. So ist es auch kein Wunder, dass die Biere aus Flandern nicht nur in ganz Belgien ihre Liebhaber gefunden haben, sondern auch in den Niederlanden, in Spanien, Italien, Schweden, Russland, Taiwan, Japan und in den USA (was derzeit wohl etwas schwierig ist).

Wie bekommen die Belgier das hin? 2015 wurde eine eigene, moderne Brauerei gebaut. Sie liegt in der Industriezone Beyntel (Grenzgebiet Turnhout / Oud-Turnhout). Die Ausstattung umfasst unter anderem Braukessel (30 hl), Gär- und Lagertanks (60 hl und 120 hl) sowie eine Abfüllanlage. Ein Keller für Fassgereiftes ist ebenfalls vorhanden. Damit geben die Brauer sich aber nicht zufrieden. Het Nest expandiert kontinuierlich: mehr Kapazität, mehr Lagerraum und Büroflächen. Übernahmen wie die von Brouwerij Pirlot sorgen für zusätzliche Flexibilität gebracht.

Aber kommen wir zum Bier. Golden und gefiltert fließt das Bier ins Glas und bildet dabei eine feste weiße Schaumkrone, die sehr lange erhalten bleibt. An der Optik dieses Bieres gibt es wirklich nichts auszusetzen.

Das Aroma, das an Brotkrume erinnert, weist darauf hin, dass es sich um ein malzbetontes Bier handelt, bei dem der Hopfen nur eine unterstützende Rolle spielt. Auch der Duft der 10 Volumenprozent Alkohol unterstützt den Duft nach Brot und die feinen würzigen Noten.

Der Antrunk zeichnet sich durch eine angenehme Süße und eine tolle Frische aus. Jetzt kommen neben dem Brotgeschmack auch Noten zum Vorschein, die an Aprikosen und Orangen erinnern, die aber nicht dominieren. Darauf gut abgestimmt ist die Bittere, so dass ein rundes und schweres Mundgefühl entsteht. Dieses Wird auch durch den Alkohol unterstützt, der nebenbei bemerkt angenehm wärmt. In der Kehle wird die Bittere kräftiger und sie klingt sehr lange nach.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen, Hefe, Zucker, Gewürze

Alkoholgehalt:

10 % Vol.

Stammwürze:

20,5° Plato

Bittereinheiten:

45 IBU

Farbe:

10 EBC

Empfohlene Genusstemperatur:

8° -10° Celsius

Brauerei:

Brouwerij Het Nest
Beyntel 17
2360 Oud-Turnhout
Belgien
www.brouwerijhetnest.be

Lille – Kieler Blonde

Seien wir ehrlich – die meisten Menschen denken bei Kiel nur an die Kieler Woche. Mehr ist von der Hauptstadt Schleswig-Holsteins allgemein nicht bekannt. Aber seit Dezember 2018 ist die lille Brauerei eröffnet, die nach eigenen Angaben modernste Craft-Brauerei Deutschlands. Von dort kommt das Blonde, das ich jetzt verkosten werde.

Golden und mit leichter Hefetrübung fließt das Bier ins Glas und bildet dabei eine gemischtporige Schaumkrone, die sich leider sehr schnell auflöst.

Das Bier duftet nach Bananen und Nelken, abgerundet durch einen Hauch von weißem Pfeffer.

Der Antrunk besticht durch eine kräftige Kohlensäure, die für eine angenehme Spritzigkeit sorgt, sowie durch eine zurückhaltende Süße. Auf der Zunge gesellt sich eine leichte fruchtige Säure dazu und die würzigen Noten des Bieres sind deutlich zu schmecken. Für nur 5,3 Volumenprozent Alkohol ist der Geschmack nach hellem Malz überraschend intensiv. In der Kehle ist das Blonde aus Kiel mild mit kurzem Nachklang.

Die Brauerei betont auf dem Etikett, dass das Kieler Blonde von belgischen Bieren inspiriert sei. Dafür ist es recht leicht, aber trotzdem sehr angenehm zu trinken.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz (Tettnanger), Weizenmalz, Hafermalz, Hopfen, Hefe

Alkoholgehalt‍:       

5,3 % Vol.

Empfohlene Genusstemperatur‍: 

6° – 8° Celsius

Brauerei:

lillebräu GmbH
Eichkamp 9c
24116 Kiel
www.lillebraeu.de

Granda – Aero

Die Brauerei Granda wurde 2011 in Cuneo gegründet mit dem Ziel, Tradition und Innovation zu verbinden und auf diese Weise Italien in der internationale Bierszene zu etablieren. Mit einer starken territorialen Identität experimentiert die Brauerei mit neuen Stilen und lokalen Zutaten, um einzigartige Biere zu kreieren. Seit 2012 ist das Unternehmen mit dem Schankraum in Saluzzo in Produktion und Vertrieb gewachsen. Heute produziert das Unternehmen mit einem Team von 10 Personen 5.500 hl Bier, das in Italien und im Ausland vertrieben wird. Seit 2024 veranstaltet das Unternehmen ein eigenes jährliches Festival, bei dem Craft-Bier zwischen Tradition und Innovation gefeiert wird.

Von Granda stammt das Aero, ein American Pale Ale, kurz APA, das jetzt vor mir steht und auf seine Verkostung wartet.

Orangefarben und opalisierend fließt das Bier ins Glas und erzeugt dabei eine feinporige schneeweiße Schaumkrone, die anfangs flott bis auf einen Rest in sich zusammenfällt, der dann sehr lange erhalten bleibt. An der Optik dieses Bieres ist nichts auszusetzen.

Das Bier duftet fruchtig nach Grapefruit, Pfirsich und Ananas. Die fruchtigen Aromen sind so kräftig, dass sie den Duft des Malzes vollständig überdecken.

Der Antrunk ist recht süß und angenehm frisch. Auf der Zunge spiegeln sich die fruchtigen Aromen wider, die ich bereits in der Nase festgestellt habe. Dazu gesellt sich eine freundliche Bittere und jetzt ist auch das Malz zumindest zu erahnen. Das Bier ist vollmundig, auch wenn die Vollmundigkeit mit der Zeit etwas nachlässt. In der Kehle wird die Bittere etwas kräftiger, wo sie auch sehr lange nachklingt.

Die Tatsache, dass das Aero glutenfrei ist, beeinträchtigt nicht seinen Geschmack und sein Aroma, was es zu einem der intensivsten italienischen Vertreter dieses Stils macht. Im Gegenteil, gerade der Verzicht auf Gluten verleiht ihm noch mehr Trinkbarkeit und stellt den kostbaren Hopfen, der ihn auszeichnet, in den Vordergrund.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen, Hefe

Alkoholgehalt:

4,7 % Vol.

Brauerei:

Granda
Astesana SRL Società Agricola
Via Manta 15
12030 Lagnasco (CN)
Italien
www.grandabeer.it

Hertl – Ur-Ur-Ur-Ur-Ur-Opa

Dass David Hertl seine Biere seinen Verwandten widmet, kennen wir bereits. Dass er aber auch seinen Ur-Ur-Ur-Ur-Ur-Opa Herttel mit einem eigenen Bier beglückt, ist dann doch erklärungsbedürftig. Tatsächlich lebte Davids Vorfahre im Spätmittelalter in Nürnberg und hat damals schon die feinsten Biere gebraut. Er war Mitglied des Mendelschen Zwölfbrüderhauses und findet sich im ersten Mendelschen Hausbuch. Sein Porträt zeigt ihn beim Brauen am Kessel: Er rührt im Bier, neben ihm stehen Holzeimer mit weiteren Zutaten. Und damit kommen wir der Erklärung schon recht nahe, denn das Ur-Ur-Ur-Ur-Ur-Opa ist so ganz nebenbei ein historisches Brotbier, das mit Brot gebraut wird, das wiederum in der Naturbäckerei Oppel mit Malz gebacken wurde. Mit jeder Flasche Brotbier, die getrunken wird, werden mindestens zwei Scheiben Brot vor der Abfalltonne (oder zumindest dem Vermahlen zu Semmelbröseln) gerettet. Ob sich die Rettungsaktion lohnt, will ich jetzt feststellen, öffne die Flasche und schenke mir das Bier ein.

Kupferfarben und glanzfein präsentiert sich das Bier im Glas. Die sahnige Schaumkrone ist recht voluminös und bleibt sehr lange erhalten.

Aromen nach Brotkrume und Sauerteig steigen mir in die Nase, abgerundet durch den Duft nach Karamell und einige florale Noten.

Der Antrunk zeichnet sich durch eine leichte3 Süße sowie eine sehr feinperlige Karbonisierung aus. Auf der Zunge treten die Röstaromen gemeinsam mit dem Aroma des Sauerteigs in den Vordergrund. Dazu gesellt sich eine leichte Bittere. Insgesamt erinnert der Geschmack jetzt an frisch gebackene Brotkruste. Dabei ist der Körper schlank und das Bier ist sehr süffig. Auch in der Kehle stehen die Brotaromen im Mittelpunkt, auch wenn die Röstaromen an Stärke gewinnen. Der angenehme Geschmack klingt sehr lange nach.

Zutaten:

Wasser, Malz, Hopfen, Hefe

Alkoholgehalt:

5,5 % Vol.

Farbe:

20 EBC

Empfohlene Genusstemperatur‍:         

6 – 8° Celsius

Brauerei:

Braumanufaktur Hertl
Thüngfeld 61
96132 Schlüsselfeld
www.braumanufaktur-hertl.de