Archiv der Kategorie: Biertest

Bunthaus – Hopfengestopftes Pils

Das Bier, das jetzt vor mir steht, stammt von Deutschlands größter Flussinsel, aus Hamburg-Wilhelmsburg. Dort existiert seit dem Jahr 2016 die kleine Spezialitätenbrauerei Bunthaus, die nach der Bunthäuser Spitze benannt ist, dem südlichsten Punkt der Elbinsel. Dort teilt sich die Elbe auf ihrem Weg zur Nordsee für 15 km in Norder- und Süderelbe auf.

Wie ich es bei einer norddeutschen Brauerei nicht anders erwarten würde haben die beiden Gründer zunächst mit einem Pils begonnen, ihr Sortiment aufzubauen. Dieses Pils steht jetzt vor mir.

Goldfarben mit einem leichten Rotstich steht das Bier jetzt vor mir. Die Hefetrübung ist nicht allzu ausgeprägt, dafür ist der feinporige Schaum umso üppiger. Ups, bleibt er lange erhalten. Ich hätte wirklich vorsichtiger einschenken sollen.

Das Aroma ist für ein Pils ungewöhnlich fruchtig. Düfte nach Grapefruit, Ananas und Maracuja steigen mir in die Nase, dazu einige blumige Noten.

Der Antrunk ist leicht süß, was bei der sehr reichlich vorhandenen Kohlensäure aber fast nicht ins Gewicht fällt. Auf der Zunge spiegeln sich die fruchtigen Aromen wider. Das Bier erinnert mich jetzt fast an ein Pale Ale, besonders weil es für ein norddeutsches Pils doch erstaunlich wenige Bitterstoffe enthält. Das Mundgefühl ist voll und rund. Im Abgang wird das Bitter kräftiger und klingt lange nach. Jetzt bin ich mir sicher – das ist ein richtiges Pils, zwar ein ungewöhnliches, aber dafür richtig lecker.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen (Columbus, Magnum, Cascade, Mosaic, Simcoe), Hefe

Alkoholgehalt:

4,9 % Vol.

Bittereinheiten:

34 IBU

Empfohlene Genusstemperatur:

6° – 8° Celsius

Brauerei:

Jens Hinrichs
Moorwerder Hauptdeich 33
21109 Hamburg
http://www.bunthaus.beer/

Bombardier – Golden Beer

Wieder einmal steht ein Bier vor mir, das Lidl vor einiger Zeit unter dem Label Craft Beer vertrieben hat. Die Qualität dieser Biere ist durchaus unterschiedlich, so dass ich gespannt bin, wie mir das Golden Beer von Bombardier gefallen wird.

Rotgolden und mit einer durchschnittlich großen gemischtporigen Schaumkrone strahlt mir das Bier aus dem Glas entgegen. Der Schaum bleibt lange erhalten, so dass es an der Optik dieses Biers nichts auszusetzen gibt.

Düfte nach Karamell und Harz steigen mir in die Nase, unterstützt durch einen Hauch Zitrusfrüchte.

Der Antrunk ist recht süß und die Kohlensäure ist knapp dosiert, dafür aber sehr feinperlig. Auf der Zunge bleibt die Süße erhalten und ein leichtes Bitter kommt dazu. Obwohl die Fruchtigkeit im Hintergrund bleibt ist das Bier recht vollmundig und der Geschmack ist überraschend intensiv. Im Abgang wird das Bitter kräftiger und es kling auch recht lange nach.

Insgesamt gefällt mir das Bier nicht schlecht, auch wenn es sich mit etwas mehr Fruchtigkeit sicherlich noch weiter steigern ließe.

Zutaten:

Wasser. Gerstenmalz, Hopfen, Hefe

Alkoholgehalt:

4,7 % Vol.

Brauerei:

Marston’s PCL
Wolverhapton
WV1 4JT
Großbritannien
www.eaglebrewery.co.uk

Hacker-Pschorr – Oktoberfest-Märzen

Ich will mich hier gar nicht darüber auslassen, was ein Oktoberfestbier ist und wie mir diese Biere gefallen. Das habe ich bereits mehrfach an anderer Stelle getan und außerdem hat Rory Lawton auf hopfenhelden.de einen guten Artikel geschrieben, so dass es nichts bringt, dies alles hier zu wiederholen. Besser bekomme ich es auch nicht hin. Kommen wir also gleich zum Bier.

Hell bernsteinfarben fließt das Bier ins Glas. Dabei bildet es eine durchschnittlich große feinporige Schaumkrone, die auch durchschnittlich lange erhalten bleibt. Die Optik ist nicht schlecht, hinterlässt bei mir aber keinen bleibenden Eindruck.

Im Aroma mischen sich das Karamell und die Herbheit des Hopfens. Unterstützt wird das Aroma durch einen Hauch Honig. Auch hier: nicht schlecht, aber auch nicht wirklich umwerfend.

Der Antrunk ist malzbetont und angenehm. Die geringe Dosierung der Kohlensäure wird vermutlich dem hohen Konsum auf dem Oktoberfest geschuldet sein. Das Mundgefühl ist voll und rund, das Malz steht im Mittelpunkt und sorgt für eine ordentliche Süffigkeit. Die Bitterstoffe halten sich zunächst diskret im Hintergrund und kommen erst im Abgang etwas kräftiger hervor, sie klingen aber lange nach.

Das Bier kann mich nicht restlos begeistern, aber zum Trinken „so nebenher“ ist es hervorragend geeignet. Rory hat in dem bereits erwähnten Artikel auf Hopfenhelden das Hacker Pschorr sogar zum besten Oktoberfestbier gekrönt, das auf dem Oktoberfest auch ausgeschenkt wird.

Zutaten:

Wasser. Gerstenmalz, Hopfen

Alkoholgehalt:

5,8 % Vol.

Brauerei:

Hacker-Pschorr Bräu GmbH
81541 München
www.hacker-pschorr.de

Hertl – Room 203

Das Room 203 ist ein Mohn Milk Stout, welches in Hagen im Collaboration Brew von Freigeist Bierkultur und Hertl, der nach eigenen Angaben kleinsten Brauerei Frankens, gebraut wird. Es wurde unter Verwendung von Mohn und Laktose gebraut.

Blickdicht schwarz läuft das Bier ins Glas und bildet dabei eine hellbraune feinporige Schaumkrone, die sehr lange erhalten bleibt. Eine tolle Optik.

Düfte nach dunkler Schokolade und Kaffee steigen mir in die Nase, abgerundet durch einen Hauch Vanille sowie eine Ahnung roter Beeren. Das macht richtig Lust auf den ersten Schluck.

Der Antrunk ist wie erwartet ziemlich süß, macht aber durch die reichlich vorhandene feinperlige Kohlensäure einen angenehmen Eindruck. Auf der Zunge spiegeln sich die Aromen wider, jetzt kommt auch der Mohn zum Tragen. Dazu kommen ein passendes angenehmes Bitter sowie eine leichte Säure. Das Mundgefühl ist voll und schwer. Im Abgang wird das Bier trockener, auch hier fällt die leichte Säure auf. Der Geschmack der Röststoffe klingt noch einige Zeit nach.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Weizenmalz, Hafermalz, Roggenmalz, Mohn, Milchzucker, Hopfen, Hefe

Alkoholgehalt:

6 % Vol.

Stammwürze:

14° Plato

Brauerei:

Braumanufaktur Hertl
Thüngfeld 61
96132 Schlüsselfeld
https://braumanufaktur-hertl.de

zusammen mit

Freigeist Bierkultur
c./o. Vormann Brauerei
Braugasse 3-5
58091 Hagen-Dahl

 

La Forestinne – Blanche

Wie die anderen Biere aus der Reihe La Forestinne der Brasserie d’Ebly ziert auch das Blanche die erschrocken oder staunend blickende Frau mit den Hopfendolden als Kopfschmuck. Und wie bei den anderen Bieren dieser Reihe spendet die Brauerei von jeder verkauften Flasche einen Cent für den Naturschutz in den Ardennen, wo die Brauerei auch beheimatet ist. Aber kommen wir zum Bier.

Wie der Name bereits vermuten lässt, ist das La Forestinne Blanche ein Witbier. Und wie es sich für ein gutes Witbier gehört, ergießt es sich golden und leicht hefetrüb ins Glas und bildet dabei eine durchschnittliche feinporige Schaumkrone, die recht lange erhalten bleibt.

Das Bier duftet nach Banane, Hefe und Gewürznelke, unterstützt durch einige florale Noten. Das macht richtig Lust auf den ersten Schluck.

Der Antrunk ist leicht süß, wobei die reichlich dosierte Kohlensäure für eine ordentliche Frische sorgt. Auf der Zunge ist das Bier schlank, eine leichte Säure kommt dazu und sorgt für die Süffigkeit. Der Abgang ist mild und leicht fruchtig. Leider klingt er nur kurz nach.

Alles in Allem ist das La Forestinne Blanche ein schönes Sommerbier.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Weizenmalz, Hopfen, Gewürze

Alkoholgehalt:

5,6 % Vol.

Brauerei:

Brasserie d’Ebly
Rue Champs Claire 4
6860 Ebly
Belgien
http://www.forestinne.be/

Het Nest – SchuppenBoer Tripel

Ursprünglich wurde das SchuppenBoer Tripel unter dem Namen Bitter Tripel gebraut. Unter diesem Namen erhielt es einen dritten Preis bei der offenen niederländischen Meisterschaft für Amateur-Brauer des Jahres 2008. 2009 wurde es in Schuppenboer Tripel umbenannt. Der Name des Bieres wurde in Anlehnung an Turnhout, die Heimat der Brauerei Het Nest, gewählt. Turnhout ist die Stadt der Spielkarten. Die Brauerei Het Nest hat seitdem eine Reihe von Spielkartenbieren auf den Markt gebracht, aber Schuppenboer war das erste.

Golden und leicht hefetrüb präsentiert sich das Bier im Glas. Es ist empfehlenswert, dieses Bier vorsichtig einzuschenken, da es sehr viel feinporigen Schaum entwickelt, der auch lange erhalten bleibt.

Das Bier duftet nach Biskuit, dazu kommen blumige Töne sowie eine feine Fruchtigkeit. Auch der Koriander, der während des Brauens verwendet wurde, spiegelt sich im Duft wider. Der typische Duft belgischer Hefe rundet das Aroma ab.

Der Antrunk ist ziemlich süß, aber die reichlich vorhandene Kohlensäure sorgt für eine anständige Frische. Außerdem mildert der würzige Geschmack des Korianders die Süße ab. Auf der Zunge kommen fruchtige Aromen zum Vorschein, begleitet durch ein leichtes Bitter. Das Mundgefühl ist voll und rund. Der Alkohol ist gut eingearbeitet und sticht nicht hervor. Im Abgang wird das Bitter etwas kräftiger und es klingt lange nach.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen (Cascade), Zucker, Kräuter

Alkoholgehalt:

8 % Vol.

Stammwürze:

16° Plato

Bittereinheiten:

38 IBU

Farbe:

10 EBC

Brauerei:

Het Nest
Beyntel 17
2360 Out-Turnhout
Belgien
www.brouwerijhetnest.be

Hoppebräu – Wuidsau

Das Wuidsau von Hoppebräu aus Waakirchen ist ein Amber Ale mit 5,6 vol. % Alkoholgehalt und 45 Bittereinheiten (IBU). Die Biere von Markus Hoppe sind filtriert, was für einen klaren Geschmack sorgen soll. Hoppebräu ist ein Familienbetrieb, in dem sogar seine Großeltern und eine Freundin der Familie Markus beim Etikettieren, Flaschenträger zusammenbauen und dem Designen der Biere unterstützen.

Intensiv eingefärbt in dunkler Bernsteinfarbe fließt das Bier ins Glas und bildet dabei eine durchschnittlich große feste und beige Schaumkrone, die sehr lange erhalten bleibt.

Im Aroma halten sich Hopfen und Malz die Waage. Ich rieche Karamell und rote Beeren, die durch einige harzige Noten abgerundet werden.

Der Antrunk ist wie erwartet recht süß. Die feinperlige Kohlensäure ist eher knapp dosiert. Da würde ich mir etwas mehr erwarten. Das Mundgefühl ist überraschend schwer. Die Süße des Karamells vereinigt sich mit der Würzigkeit des Hopfens. Der Abgang ist nur leicht Bitter, aber mit langem Nachklang.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz (Pilsner Malz, Münchner Malz, Caraaroma), Hopfen (Galaxy, Ariana), Hefe

Alkoholgehalt:

5,6 % vol.

Stammwürze:

13° Plato

Bittereinheiten:

45 IBU

Brauerei:

Hoppebräu GmbH
Tölzer Straße 37
83666 Waakirchen
www.hoppebraeu.de

Brakspear – Oxford Gold

Wieder einmal steht ein Bier vor mir, das Lidl vor einiger Zeit im Rahmen einer Craft-Bier-Aktion verkauft hat. Ich stehe diesen Aktionen mit zwiefältigen Gefühlen gegenüber. Einerseits ist es mir durchaus sympathisch, wenn Konsumenten mit niedriger Hemmschwelle an Biere herangeführt werden, die abseits des Einheitsgeschmacks der Industriebiere sind, andererseits setzen die Niedrigpreisaktionen die kleinen Craft-Brauereien noch weiter unter Druck. Aber solange sich Lidl auf eine Aktion alle paar Monate beschränkt, dürften die Vorteile doch überwiegen. Versuche ich also, das Bier vorurteilsfrei zu verkosten.

Golden mit einem deutlichen Rotstich fließt das Bier ins Glas und bildet dabei recht wenig feinporigen Schaum, der aber sehr lange erhalten bleibt.

Das Aroma ist eher schwach ausgeprägt, dabei malzbetont mit einer leichten Fruchtigkeit nach Orangen.

Der Antrunk ist vergleichsweise trocken. Trotzdem enthält das Bier überraschend viel sehr feinperlige Kohlensäure. Dadurch ist das Brakspear beim ersten Eindruck etwas unausgewogen. Auf der Zunge bildet sich ein Bitter, das ich in dieser Intensität bei einem Bier von Lidl nicht erwartet hätte. Dabei ist das Bier recht vollmundig und süffig. Im Abgang wird das Bitter etwas schwächer, trotzdem klingt es lange nach.

Die von Lidl als Craft-Bier vertriebenen Biere sind durchaus von sehr unterschiedlicher Qualität. Das Oxford Gold gehört zu denjenigen Bieren, die mir besser gefallen und es ist das erste Bier dieses Unternehmens, das mich wirklich überraschen konnte. Es gibt dieses Bier auch in einer Bio-Variante, die ich bislang aber nirgendwo entdecken konnte. Ich würde sie gerne einmal im Vergleich trinken.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Glukosesirup, Hopfen (Golding, Styrian Golding, Fuggel, Admiral), Hefe

Alkoholgehalt:

4,6 % Vol. (das in Fässer abgefüllte Bier gleichen Namens kommt mit nur 4,0 Volumenprozent Alkohol daher)

Brauerei:

Marstons PLC
Wolverhapton
WV1 4JT
Großbritannen

für

Brakspear
Henley an der Themse
Oxfordshire
Großbritannien
https://www.brakspear-beers.co.uk/

Grevensteiner – Helles

Grevensteiner gehört zu Veltins und unter diesem Markennamen sind drei Produkte erschienen, das Grevensteiner Original, das Grevensteiner Radler und das Grevensteiner Helle, das jetzt zur Verkostung vor mir steht.

Das naturtrübe Bier trägt seinen Namen zu Recht, denn es ist wirklich strohgelb. Auch wenn Veltins auf seiner Webseite sagt, dass das Helle nur leicht naturtrüb ist, enthält mein Glas doch recht viel Hefe und bildet beim Einschenken eine große sahnige Schaumkrone, die sehr lange erhalten bleibt. Die Optik finde ich schon mal sehr ansprechend.

Die Hefe ist auch das dominierende Element im Aroma. Das Bier duftet nach Biskuitteig, unterstützt durch etwas Karamell sowie leichte fruchtige und säuerliche Noten. Nach dem Aroma könnte das Grevensteiner auch aus Franken statt aus dem Sauerland kommen.

Der Antrunk ist frisch und spritzig. Auf der Zunge entwickelt sich der malzige Geschmack, dazu der Geschmack der Hefe sowie eine geringe Fruchtigkeit. Das Mundgefühl ist rund und leicht cremig. Im Abgang zieht sich der Hopfen ganz zurück, das Bier ist sehr mild und mit wenig Nachklang.

Ich meine, dass Bier fängt wirklich stark an und lässt dann immer weiter nach. Trotzdem ist es ein angenehmes Bier für alle Tage.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen, Hefe

Alkoholgehalt:

5,2 % Vol.

Stammwürze:

11° Plato

Brauerei:

Brauerei C.&A. Veltins GmbH & Co. KG
59872 Meschede-Grevenstein
www.grevensteiner.de

Privatbrauerei Höss – Allgäuer Hüttenbier

Das Bierbrauen hat auch im Allgäu eine sehr lange Tradition. Von dort kommt das helle Export, das jetzt vor mir steht.

Ziemlich hell goldfarben präsentiert sich das Bier im Glas. Die feinporige Schaumkrone ist vergleichsweise klein und sie fällt auch ziemlich schnell in sich zusammen. An der Optik könnte die Brauerei in Sonthofen noch etwas optimieren.

Das Aroma ist malzig mit würzigen Hopfennoten. Das gefällt mir schon besser, denn genau so erwarte ich ein Export.

Der Antrunk offenbart eine leichte Süße und die Kohlensäure ist recht großzügig dosiert. Dadurch wird das Bier spritzig und frisch. Auf der Zunge entwickelt sich ein passendes Bitter, wobei das Bier überraschend schlank bleibt. Im Abgang wird das Bitter etwas kräftiger, aber es klingt nur relativ kurz nach.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen

Alkoholgehalt:

5,2 % Vol.

Stammwürze:

12,5° Plato

Bittereinheiten:

21 IBU

Brauerei:

Privatbrauerei Höss GmbH & Co. KG
Grüntenstraße 7
D-87527 Sonthofen
https://hirschbraeu.de/