Archiv der Kategorie: Biertest

Kuehn Kunz Rosen – Festland

Jetzt steht mal wieder ein Bier aus der Landeshauptstadt von Rheinland-Pfalz vor mir, diesmal aus der Brauerei Kuehn, Kunz, Rosen. Das Besondere an diesem Craft Beer ist, dass beim Festland Tonkabohnen mit verbraut wurden. Nun sind Tonkabohnen nicht allzu bekannt, weshalb ich mich mal bei Wikipedia kundig gemacht habe. Sie haben einen süßlichen, leicht bitteren und der Vanille ähnlichen Geschmack und werden deshalb als Vanilleersatz verwendet. Die Behonen sind sehr hart und werden am besten mit einer Muskatreibe abgerieben oder 1–2 Bohnen mit einem Liter Milch ca. 10 Minuten gekocht und über Nacht stehen gelassen. Für Desserts auf Sahne- oder Milchbasis werden die Bohnen etwa zehn Minuten ausgekocht (sie können bis zu zehnmal verwendet werden). Die Verwendung der Tonkabohne zur Zubereitung in Lebensmitteln war in Deutschland ab 1981 zeitweise verboten. Seit 1991 existiert dieses Verbot in eingeschränkter Form. Nun will ich mich an dieser Stelle nicht weiter über Bohnen auslassen. Nähere Informationen finden Sie auf Wikipedia. Kommen wir also zum Bier.

Das Festland ist ein dunkles Bockbier. Das Dunkel können Sie hier wirklich wörtlich nehmen. Dunkel kastanienbraun, fast schwarz ist das Bier. Darüber bildet sich eine durchschnittlich große Krone aus gemischtporigem hellbraunem Schaum, die sich etwas schneller als der Durchschnitt auflöst.

Das Aroma wird durch die Röststoffe dominiert. Ich rieche Kakao und Bittermandel, unterstützt durch Vanille. Der Duft gefällt mir sehr gut.

Der Antrunk ist recht süß und dabei intensiv. Bereits auf der Zungenspitze schmecke ich einige fruchtige Säuren. Auf der Zunge kommen aber die Röststoffe in den Vordergrund. Zusammen mit den 6,2 Volumenprozent Alkohol sorgen sie für ein sanftes und volles Mundgefühl. Auch im Abgang dominieren die Röststoffe, während das Bitter nur mäßig vorhanden ist und es kommt noch der Geschmack von Espresso dazu, der lange nachklingt.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz (Pilsner, Münchner, Caramünch, Caraaroma), Roggenröstmalz, Hopfen (Motueka), Tonkabohne, Hefe

Alkoholgehalt:

6,2 % Vol.

Brauerei:

K.K.R. GmbH
Weisenauer Straße 15
55131 Mainz
www.kuehnkunzrosen.de

Maisel & Friends – IPA

Ich glaube, es gibt keinen Craft Beer-Brauer ohne ein IPA. Ab und an mag ich diese Bierstil ja wirklich gerne, aber manchmal habe ich auch den Verdacht, dass ein Sud nicht gelungen ist und durch eine reichliche Gabe von Simcoe-Hopfen doch noch für den Verkauf gerettet werden soll. Dieses Gefühl kommt bei mir immer auf, wenn das Bier nur noch nach dem Hopfen schmeckt und der Geschmack des Malzes vollkommen überdeckt wird. Nun hoffe ich, dass dieser Verdacht beim IPA aus Bayreuth unbegründet ist.

Kupferfarben und mit sehr aktiver Kohlensäure präsentiert sich das Bier im Glas. Darüber bildet sich viel feinporiger weißer Schaum, der auch lange erhalten bleibt. Die Optik ist also schon mal sehr ansprechend.

Zitronenschalen und rote Johannisbeeren prägen das Aroma dieses IPA, aber auch das Malz kommt zu seinem Recht. Aus dem Hintergrund meldet sich auch eine Prise Gewürz, es könnte sich um Pfeffer handeln.

Der Antrunk ist spritzig und leicht süß und bereits an der Zungenspitze kommen die Bitterstoffe zum Einsatz. Aber erst, wenn sich das IPA auf der Zunge verteilt, zündet es alle seine Geschmacksnoten. Neben den dominierenden Zitrusnoten prägen rote Beeren den Geschmack, nicht nur die roten Johannisbeeren, die bereits die Nase festgestellt hat, sondern auch andere Beeren, ich meine Brombeeren herauszuschmecken. Der Abgang ist trocken und klingt lange nach.

Ein IPA wie es sein soll.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen (Ahtanum, Cascade u.a.), Hefe

Alkoholgehalt:

6,3 % Vol.

Stammwürze:

14,4 %

Brauerei:

Brauerei Gebr. Maisel KG
95445 Bayreuth
www.maiselandfriends.com

Harzcraft – Klosterkrug naturtrüb

Erst seit 2016 wird im Kloster Wöltingerode bei Goslar Bier gebraut. Oder nein, gebraut wird in der Brauerei Altenau im Oberharz, aber in Wöltingerode wird das Bier für die Reifung in unterschiedlichen Holzfässern gelagert. Die Brauerei hat mir von jedem ihrer vier Biere jeweils eine der durchnummerierten Flaschen geschickt. Vom Klosterkrug ist es Flasche 31 von 5877 des Jahrgangs 2017, die jetzt vor mir steht und verkostet werden will. Tue ich ihr also den Gefallen.

Mahagonirot zeigt sich das Bier im Glas. Darüber bildet sich ein beiger sahniger Schaum, der auch lange erhalten bleibt. Die Optik ist schon mal sehr edel. Allerdings fällt mir auf, dass das Bier kaum trüb ist. In der Regel enthält ein naturtrübes Bier mehr Hefe, aber gerade bei handwerklich hergestellten Bieren kann das von Flasche zu Flasche variieren.

Das Bier duftet süß nach Karamell, unterstützt durch einen Hauch Espresso. Dieses Aroma macht richtig Lust auf den ersten Schluck.

Beim Antrunk fällt mir zunächst die sehr feinperlige Kohlensäure auf, die für eine gewisse Spritzigkeit sorgt. Dabei kommen die vollen und kräftigen Malztöne hervor. Trotzdem ist das Bier nicht so süß, wie ich es nach dem Aroma erwartet habe. Auch als sich das Bier im Mund verteilt, bestimmen die Röststoffe des Malzes den Geschmack, der auch deutliche Noten dunkler Schokolade enthält. Trotzdem ist das Bier durchaus süffig. Der Abgang ist trocken und der Geschmack der Schokolade klingt lange nach. Als der Geschmack der Schokolade langsam schwindet, kommt auch ein leichtes Bitter des Hopfens hervor. Ein Bier, das noch im Abgang verschiedene Geschmacksnoten zeigt, ist wirklich eine Seltenheit.

Matthias Kliemt, der weltweit erste 3-Sterne-Biersommelier, empfiehlt dieses Klosterbier als Begleitung zu Fisch, Bratkartoffeln mit Speck und Camembert. Beim Käse stimme ich mit ihm durchaus überein, auch wenn ich zu diesem Bier vermutlich einen Bergkäse bevorzugen würde. Aber zu Bratkartoffeln würde ich wohl eher ein Pils oder ein Zwickel trinken. Auch zum Fisch kann ich mir dieses Bier nicht vorstellen. Ich habe zwei Kochbücher durchforstet und habe dabei kein einziges Rezept gefunden, von dem ich mir vorstellen kann, dass es mit diesem Bier wirklich harmoniert. Ich würde mir den Klosterkrug eher mit Gänsekeulen, Sauerbraten oder Rinderschmorbraten vorstellen, also Gerichten, die selbst schon komplexe Aromen mitbringen und zu denen meist ein guter Rotwein gereicht würde. Ich glaube, ich werde Herrn Kliemt gleich eine Mail schicken. Als Biersommelier mit drei Sternen müsste er schließlich mehr Ahnung haben als ich und vielleicht hilft er mir ja weiter.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz (Pilsener Malz, geröstetes Karamellmalz, Röstmalz), Hopfen (Herkules, Select), Hefe

Alkoholgehalt:

5,2 % Vol.

Stammwürze:

12,3° Plato

Brauerei:

Kloster Wöltingerode
Brennen & Brauen GmbH
Wöltingerode 1
38690 Goslar
www.harz-craft.de

Park Bruin

Die Abdij van ‚t Park, aus der das Abteibier Park Bruin stammt, das jetzt vor mir steht, wurde bereits im Jahr 1129 gegründet und hat eine alte Brautradition. Heute wird das Bier nicht mehr in der Abtei gebraut, sondern unter Aufsicht der Mönche und nach den Originalrezepten in beauftragten Brauereien. Meist sind die Abteibiere sehr schmackhaft und ich hoffe, dass dies auch beim Park Bruin der Fall ist.

In dunklem Rubinrot präsentiert sich das Bier im Glas. Darüber bildet sich eine durchschnittlich große gemischtporige hellbraune Schaumkrone.

Röststoffe dominieren das Aroma. Ein leichter Duft nach Kaffee sowie nach Trockenfrüchten steigt mir in die Nase, dazu einige würzige Noten.

Der Antrunk ist leicht süß und das Bier enthält relativ wenig feinperlige Kohlensäure. Als sich das Bier auf der Zunge verteilt, wird das Bier recht trocken. Ich schmecke Schokolade sowie etwas Säure. Das Bier macht keinen allzu runden Eindruck und ich vermisse Bitterstoffe. Auch der Abgang ist mild mit wenig bitteren Noten. Er klingt durchschnittlich lange nach.

Für ein Abteibier ist das Park Bruin etwas enttäuschend.

Alkoholgehalt:

6,5 % Vol.

Brauerei:

N.V. Infra S.A.
Provinciesteenweg 28
3190 Boortneerbeek
Belgien
www.parkabdij.be

Weseler Brückenschlag

Fragen Sie mich jetzt bitte nicht, woher der etwas merkwürdige Name dieses Bieres kommt. Weder auf dem Etikett noch auf der Homepage der Brauerei Walter Bräu im Weseler Ortsteil Büderich konnte ich einen Hinweis darauf finden. Lediglich den Hinweis „Ein Bier das verbindet“ konnte ich entdecken. Aber ich will mich nicht länger mit dem Namen aufhalten und das Bier verkosten.

Rotgolden und leicht hefetrüb steht das Bier im Glas. Dazu fällt mir auf, dass das Bier deutlich weniger Kohlensäure enthält als die anderen Biere dieser Brauerei. Es bildet sich nur wenig Schaum, der sich auch augenblicklich auflöst. Optisch macht das Bier nicht so viel her.

Das Aroma ist durch Karamell geprägt, dazu kommt der Duft von Banane. Der Nase gefällt das Bier daher besser als dem Auge.

Der Antrunk ist mittelsüß und ich stelle fest, dass die Kohlensäure sehr feinperlig ist. Der Körper ist malzbetont und leicht bitter. Dabei ist der Geschmack durchaus intensiv und rund, allerdings ist das Bier nicht so süffig wie die anderen Biere aus Wesel. Der Abgang ist angenehm bitter, ein Geschmack, der durchschnittlich lange nachklingt.

Optisch macht das Bier nicht so viel her; dieser Eindruck wird durch den Geschmack aber mehr als ausgeglichen.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen, Hefe

Alkoholgehalt:

5,2 % Vol.

Brauerei:

Walter Bräu Büderich
46487 Wesel
http://www.walterbrau.de

Budweiser Dark

Tschechische Brauereien sind ja eher für ihr Pils bekannt. Schließlich wurde das Pilsener in Pilsen erfunden. Aus Budweis kommt seit jeher Lagerbier. Das dunkle Lagerbier ergänzt seit dem Jahr 2004 das traditionelle Bierangebot der Brauerei Budějovický Budvar. Es wird auf eine ähnliche Weise hergestellt wie das originale helle Lagerbier. Bei der Produktion wird Saazer Doldenhopfen verwendet, helles mährisches Malz, Wasser aus 300 m tiefen artesischen Brunnen und drei Sorten von speziellem Gerstenmalz mit besonderer Färbung, in erster Linie Münchener und Röstmalz. Das Dark aus Budweis ist in Deutschland nur selten zu finden und ich bin mal gespannt, wie es sich so macht. Tiefschwarz ist diese Rarität, lediglich als ich das Glas gegen das Licht halte, schimmert noch ein leichtes Rubinrot durch. Über dem Bier bildet sich eine feinporige hellbraune Schaumkrone, die lange Zeit stabil bleibt. Die Optik dieses Bieres gefällt mir. Das Aroma ist malzig und fruchtig. Düfte von Schokolade und Kaffee steigen mir in die Nase, auch von Trockenfrüchten sowie einige würzige und grasige Noten. Der Antrunk ist recht süß, was aber zusammen mit der feinperligen Kohlensäure durchaus in Ordnung ist. Auf der Zunge lassen die Röststoffe ihre Muskeln spielen. Der Geschmack nach dunkler Schokolade steht eindeutig im Vordergrund, gemischt mit einer feinen Karamellnote. Dazu kommt ein überraschend kräftiges Bitter, das ich aufgrund des Aromas nicht so kräftig erwartet hätte. Der Abgang ist recht wenig bitter, aber der Geschmack nach Schokolade klingt noch lange nach. Mir erscheint das Bier nicht wirklich ausgewogen, aber zu einem deftigen Essen ist es ein guter Begleiter.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz (Helles Malz, Münchner Malz, Karamellmalz, Röstmalz), Hopfen (Saazer)

Alkoholgehalt:

4,7 % Vol.

Brauerei:

Budweiser Budvar, N.C.
České Budějovice 3
370 04 České Budějovice
Tschechien
www.budejovickybudvar.cz

Hanscraft – Backbone Splitter

2012 gründete Biersommelier Christian Hans Müller in Aschaffenburg die Hanscraft Brauerei und bietet den Liebhabern von Craftbieren seitdem ein vielfältiges Sortiment besonderer Biere.

Nach mehreren Auslandsaufenthalten und einer Lehre in den USA kehrte Christian Hans Müller mit vielen Ideen für neue, spannende Biersorten und Rezepten in seine Heimat zurück. In Chicago hatte er zuvor eine Ausbildung als Biersommelier bei der World Brewing Academy absolviert. Die von ihm gegründete Hanscraft Brauerei zählt inzwischen zur Elite der lokalen und internationalen Craft Beer-Bewegung. Von ihm steht jetzt das Backbone Splitter vor mir, ein IPA.

Bernsteinfarben und naturtrüb präsentiert sich das Bier im Glas. Darüber bildet sich sehr viel feinporiger Schaum, der auch sehr lange erhalten bleibt.

Aromen nach Grapefruit, Mango und Kumquats steigen mir in die Nase, unterstützt noch durch einige blumige Noten. Das macht richtig Lust auf den ersten Schluck.

Der Antrunk ist mäßig süß und macht auch aufgrund der gut eingebundenen und feinperligen Kohlensäure einen guten Eindruck. Erst als sich das Bier auf der Zunge verteilt zeigt sich aber die ganze Kraft des Backbone Splitter. Die Aromen spiegeln sich auf der Zunge wider, indem sich die Fruchtigkeit mit dem Geschmack nach Grapefruit und Bitterorangen bemerkbar machen. Dazu kommt ein kräftiges Bitter. Im Abgang ist das Bier sanfter und freundlicher als ich es erwartet hätte, dabei auch leicht trocken. Dabei klingt der Geschmack aber lange nach. So bleibt insgesamt ein positiver Eindruck von diesem Bier zurück.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz (Pilsener, Münchner, Wiener, Caraamber), Hopfen (Horizon, Amarillo, Centennial, Simcoe), Hefe

Alkoholgehalt:

6,6 % Vol.

Bittereinheiten:

60 IBU

Brauerei:

Hanscraft & Co. GmbH
Würzburger Straße 152
63743 Aschaffenburg
http://hc-co.de/de/

Benediktiner Weissbier Alkoholfrei

Jetzt steht das alkoholfreie Weißbier vor mir, das von der hessischen Licher Privatbrauerei für die Benediktiner Weissbräu GmbH in Ettal gebraut wird. Beide Unternehmen gehören zur Bitburger-Gruppe. Na ja, dann wollen wir mal sehen, wie sich das Bier so macht.

Rotgolden ist das Bier. Dass die Hefe ausgeflockt ist, liegt vermutlich daran, dass das Bier bei mir längere Zeit rumgestanden hat. Das kann ich der Brauerei nicht vorwerfen. Aber dass keinerlei Kohlensäure zu sehen ist, erstaunt mich dann doch. Über dem Bier bildet sich eine durchschnittliche Menge feinporiger Schaum, der auch durchschnittlich schnell in sich zusammenfällt.

Das nicht stark ausgeprägte Aroma ist leicht süßlich nach Toffee, dazu einige säuerliche Noten. Auch ein leichter Duft nach Rosinen steigt mir in die Nase.

Der Antrunk ist von mittlerer Süße. Dabei stört mich aber, dass das Bier zwar eine sehr feinperlige Kohlensäure enthält, dass davon aber nur wirklich wenig vorhanden ist. Auf der Zunge ist das Bier sehr schlank und mit einer süß-säuerlichen Fruchtigkeit eigentlich nicht schlecht. Nur die kaum vorhandene Kohlensäure lässt das frisch eingeschenkte Bier beinahe abgestanden erscheinen. Der Abgang ist leicht fruchtig und ich vermisse jegliche Bitterstoffe.

Zutaten:

Wasser, Weizenmalz, Gerstenmalz, Hopfen, Hefe

Alkoholgehalt:

< 0,5 % Vol.

Stammwürze:

7,2 %

Brauerei:
Licher Privatbrauerei Jhring-Melchior GmbH

In den Hardtberggärten
35423 Lich
www.licher.de

für

Benediktiner Weißbräu GmbH
Kaiser-Ludwig-Platz 1
82488 Ettal
www.benediktiner-weissbier.de

Hofbräu – Maibock

Nicht nur im Norden werden Maiböcke gebraut, auch das Hofbräuhaus in München bringt ihren eigenen Maibock auf den Markt. Nach Angaben der Brauerei wurde der dortige Maibock erstmals im Jahr 1614 gebraut und ist damit das älteste Bockbier Münchens. Wenn der bayerische Finanzminister und der Direktor der Brauerei Hofbräu München alljährlich in der letzten Aprilwoche zum Maibockanstich einladen, dann kommt alles was in Politik, Wirtschaft und Kultur Rang und Namen hat ins Hofbräuhaus am Platzl. Auch das bayerische Fernsehen hat sich dort bereits sehen lassen und die Veranstaltung übertragen. Mich wundert es nun doch etwas, dass das Bier bereits so lange vor dem offiziellen Anstich im Handel erhältlich ist. Aber gut, es ist halt so. Kommen wir zum Bier.

Dunkel-bernsteinfarben ist er, der Maibock aus dem Hofbräuhaus. Er bildet eine mittlere Menge feinporigen Schaum, weiß mit deutlichem Gelbstich. Der Schaum fällt nur langsam in sich zusammen.

Das Aroma ist durch das Malz geprägt. Ich rieche Toffee und einen leichten Anklang von getrockneten Feigen.

Der Antrunk ist süß und ich stelle eine feinperlige Kohlensäure fest. Das ist so OK und entspricht meinen Erwartungen. Der Körper ist zunächst bitter und die Malzsüße verschwindet kurz im Hintergrund. Insgesamt empfinde ich das Bier als nicht ganz ausgewogen, aber als durchaus süffig. Der Abgang ist angenehm bitter, klingt aber nicht allzu lange nach.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen

Alkoholgehalt:

7,2 % Vol.

Brauerei:

Staatliches Hofbräuhaus in München
Hofbräuallee 1
81829 München
www.hofbraeuhaus.com

Aldersbacher – Kloster Weisse Hell

Wieder einmal ein Weizenbier aus Bayern, diesmal das Aldersbacher Kloster Weiße Hell aus dem niederbayerischen Aldersbach in der Nähe von Passau. Schon das Rückenetikett macht neugierig auf das Bier, da hier keinerlei Hopfenextrakt verwendet wird. Das weist darauf hin, dass es sich um ein handwerklich gebrautes Bier handelt.

Im Glas macht das Bier schon mal einen guten Eindruck. Goldgelb bis Bernsteinfarben lacht es mich an, allerdings nicht ganz so hefetrüb wie viele andere Hefeweizen. Darüber eine gewaltige feinporige Schaumkrone, die auch lange stehenbleibt. So soll ein Weizenbier aussehen.

Und dann erst mal der Duft – Hefe und Banane sind ja typisch für ein naturtrübes Weizen. Dazu kommen noch Noten von Zitrusfrüchten und Blüten. Offensichtlich hat die Brauerei bei der Auswahl ihres Hopfens ein gutes Händchen bewiesen.

Der Antrunk wird von der Hefe bestimmt, die durch eine leichte milde Säure und einem Hauch Banane unterstützt wird. Der Körper ist voll, gut austariert und spritzig. Lediglich den Abgang hätte ich mir etwas kräftiger gewünscht. Dann wäre das Bier perfekt gewesen, aber auch so spielt es eindeutig in der obersten Liga.

Zutaten:

Wasser, Weizenmalz, Gerstenmalz, Hopfen, Hefe

Alkoholgehalt:

5,5 % Vol.

Brauerei:

Brauerei Aldersbach
Frhr. V. Aretin KG
94501 Aldersbach
www.aldersbacher.de