Archiv der Kategorie: Biertest

Welde – IPA

Die Braumanufaktur Welde ist seit über 260 Jahren für authentisches Brauhandwerk und exklusiven Biergenuss bekannt. Dabei hat sich die Braumanufaktur Welde stets weiterentwickelt. Braumeister Johann Welde übernahm die Brauerei 1888. Seitdem kamen eine eigene Flaschenabfüllung sowie ein vollautomatisiertes Sudhaus im Nachbarort Plankstadt hinzu. Heute unter der Leitung von Dr. Hans Spielmann hat sich aus dem traditionellen Familienbetrieb ein modernes Brauhaus entwickelt. Das Erfolgsrezept hat sich allerdings nie verändert: Tradition, Qualitätsbewusstsein, Leidenschaft, Mut und Kraft werden hochgehalten. So auch beim IPA, einem der drei neuen Craft-Biere von Welde, das jetzt vor mir steht. Dieses Bier wurde fast zwölf Wochen lang kältegereift und hopfengestopft. Durch diese lange Reifung soll es einen besonders frischen Duft haben.

Kupferfarben und leicht hefetrüb macht das Bier mit seiner durchschnittlich großen elfenbeinfarbenen Schaumkrone im Glas eine richtig gute Figur, auch weil der Schaum lange erhalten bleibt.

Das komplexe und fruchtige Aroma entspricht meinen Erwartungen an ein IPA. Düfte nach Grapefruit, Ananas, Mango und etwas Kokos steigen mir in die Nase. Das gefällt mir und macht richtig Lust auf den ersten Schluck.

Der Antrunk ist mit seiner leichten Süße und viel feinperliger Kohlensäure frisch und spritzig. Dazu kommt schnell ein recht kräftiges und dabei angenehmes Bitter, das auch den Geschmack nach Zitrusfrüchten mit sich bringt. Das Bitter dominiert auch den ellenlangen Nachklang.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Weizenmalz, Hopfen (Azzaca, Cascade, Sorachi Ace), Hefe (American Ale)

Alkoholgehalt:

6,7 % Vol.

Stammwürze:

15,2° Plato

Bittereinheiten:

55 IBU

Brauerei:

Weldebräu GmbH & Co. KG
Brauereistr. 1
68723 Plankstadt-Schwetzingen
www.welde.de

BierSelect

Texels – Skiller Wit

Das Skiller Wit von der Insel Texel ist ein Witbier im belgischen Stil, das im Jahr 2020 das Texels Wit abgelöst hat. Der Name des Biers ist an das charakteristische Fischerdorf Oudeschild angelehnt, das die Einwohner von Textel Ouweskil nennen und in dem sich die Brauerei befindet.

Weizengelb und hefetrüb fließt das Bier ins Glas. Leider ist die grobporige Schaumkrone recht klein ausgefallen und sie fällt auch schnell in sich zusammen.

Das Aroma ist nicht sonderlich intensiv, auch wenn die Düfte nach Keksteig zusammen mit den fruchtigen Noten nach Zitrone und Ananas einen guten Eindruck machen. Der Koriander, der eine typische Zutat eine Witbiers ist, macht sich in der Nase kaum bemerkbar.

Der Antrunk zeichnet sich durch eine leichte Süße mit einer mittleren Rezenz aus. Die Geschmacksintensität ist für ein Witbier unterdurchschnittlich. Auf der Zunge kommt eine fruchtige Säure dazu, in der sich die Aromen widerspiegeln, wobei das Bier weiterhin recht schlank bleibt. Mir fehlt hier auch zumindest ein Hauch Bitter. Im Abgang bleibt die Süße erhalten und erstmals kommt ein leichtes Bitter zum Vorschein, das kurz nachklingt.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Weizenmalz, Hafer, Hopfen, Koriander, Zitrusfrüchte, Hefe

Alkoholgehalt:

5,0 % Vol.

Brauerei:

exelse Bierbrouwerij BV
Schilderweg 214b
1792 CK Oudeschild
Niederlande
www.texels.nl

Hopf – Helle Weiße

Miesbach ist eine im Mittelalter gegründete Kleinstadt in Oberbayern – ein Ort, wie ihn sich die Touristen wünschen. Im Dreieck Tegernsee, Schliersee und Wendelstein gelegen bietet der Ort enge, verwinkelte Gassen, einen schönen Marktplatz mit prächtigem Maibaum und die berühmte bayerische Gemütlichkeit. Auch die „Miesbacher Tracht“ wird bis heute aus Tradition und Verbundenheit zur Heimat getragen. Und genau aus dieser Bilderbuchidylle stammt das Weißbier, das jetzt vor mir steht, die Helle Weiße aus der Brauerei Hopf. Dass es auch in Kleinstädten und sogar Dörfern in Oberbayern ein eigenes Bier gibt, ist ja eigentlich nichts Besonderes. Aber eines hebt die Brauerei Hopf doch auch der Masse der Brauereien heraus: während es andernorts ein mehr oder weniger umfangreiches Standardsortiment an Bieren gibt, das durch eine saisonale Spezialität ergänzt wird, braut man in Miesbach sogar fünf saisonale Biere: die Spezial Weiße, den Weißen Bock, die Buospacher Bockfotzn, die Sauberne Schixs und das Bluat vo da Gams. Eintönig kann das Bier dort also nicht werden.

Goldgelb und kräftig hefetrüb ist das Bier, über dem sich eine sahnige weiße Schaumkrone bildet, nicht allzu üppig, aber dafür mit einer langen Verweildauer, bis sie schließlich doch in sich zusammengefallen ist. Ein Hefeweizen wie gemalt. Hoffentlich geht es so weiter.

Das Aroma ist stiltypisch. Ich rieche Banane, Hefe und einen Hauch Gewürznelken. Der Duft ist gut und angenehm, dabei aber unspektakulär.

Der Antrunk ist relativ süß und ich stelle fest, dass das Bier relativ wenig Kohlensäure enthält. Schade. Etwas mehr Kohlensäure hätte dem Bier sicher gutgetan. Aber bereits bei der ersten Berührung zwischen Bier und Zungenspitze fällt mir die Fruchtigkeit des Biers auf, die sich noch verstärkt, während sich das Bier im Mund verteilt. Anfangs sticht noch der Geschmack der Hefe stark hervor, zu dem sich aber schnell Noten von Birne und Banane gesellen. Zusätzlich sorgt eine leichte Säure für Frische. Auch der Abgang ist fruchtig und ich kann nur wenige Bitterstoffe feststellen.

Die durchgehende Fruchtigkeit unterscheidet dieses malzbetonte Weizenbier von vielen anderen. Das könnte daran liegen, dass dieses Bier nicht wie die meisten anderen Weizenbiere mit 51 % Weizenmalz und 49 % Gerstenmalz gebraut wurde, sondern dass für die Helle Weiße von Hopf satte zwei Drittel Weizenmalz eingesetzt wurden.

Zutaten:

Wasser, Weizenmalz, Gerstenmalz, Hopfen, Hefe

Alkoholgehalt:

5,5 % Vol.

Stammwürze:

12,7° Plato

Brauerei:

Weißbierbrauerei Hopf
Schützenstr. 8+10
83714 Miesbach
www.hopfweisse.de

Zirndorfer – Landbier

So, nun steht mal wieder ein Bier aus Franken vor mir, das Zirndorfer Landbier. Mal sehen, wie es sich macht.

Bernsteinfarben ist das Bier im Glas, dazu eine feste und feinporige Schaumkrone, die auch recht lange erhalten bleibt. Bis hierhin macht das Bier jedenfalls alles richtig. Dazu der Duft nach Hefe und etwas Honig. Da bekomme ich doch wirklich Lust auf den ersten Schluck.

Im Antrunk dominiert die Süße des Malzes, die durch die Honignote unterstützt wird, die ich bereits im Duft festgestellt habe. Im Körper kommen die Röstaromen des Malzes richtig zum Vorschein und auch der Hopfen macht sich langsam aber sicher bemerkbar.

Dieses Landbier lässt sich am besten mit den Begriffen lieblich, süffig und malzig beschreiben. Es ist wirklich empfehlenswert.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen, Hopfenextrakt

Alkoholgehalt:

5,0 % Vol.

Brauerei:

Brauerei Zirndorf GmbH
90513 Zirndorf
http://www.zirndorfer.de

 

Erlkönig – Dunkel

Seit 1871 gibt es die Brauerei Erl in Geiselhöring in Niederbayern. Das Dunkle, das jetzt vor mir steht, ist eines der ältesten Biere aus dieser Brauerei und wird bereits seit der Gründerzeit des Unternehmens hergestellt. Die Brauerei bezeichnet das Bier als echten Geheimtipp. Ausschließlich mit dunklem Malz und Naturhopfen aus der Hallertau gebraut erwarte ich ein Bier, das mir gefallen wird, insbesondere, weil es im Jahr 2015 beim International Beer Award ausgezeichnet wurde.

Kastanienbraun mit einer durchschnittlichen Menge feinporigem beigem Schaum zeigt sich das Bier im Glas. Die Schaumkrone bleibt lange erhalten und sorgt so zusammen mit der Farbe für ein wirklich edles Aussehen.

Das Aroma wird durch das Malz dominiert. Ich rieche milde Röststoffe, unterstützt durch etwas dunkle Schokolade. Das Malz kann ich nicht bewusst wahrnehmen, aber so komplex das Aroma ist, enthält es mit Sicherheit auch einige dezente Duftnoten des Hopfens.

Aufgrund des malzigen Aromas hätte ich einen ziemlich süßen Antrunk erwartet. Diese Erwartung wurde zum Glück nicht erfüllt, sondern die Malzsüße ist sehr gut auf die Röststoffe abgestimmt. Zusammen mit der sehr feinperligen Kohlensäure ist das erste Mundgefühl einfach perfekt. Schnell kommt der Geschmack nach Schokolade stärker durch. Dabei enthält das Bier nur wenige Bitterstoffe sowie eine ganz leichte Säure. Bitterstoffe und Säure passen sich dabei gut an die Süße des Malzes an. Auch der Abgang ist nur mäßig bitter, aber der Geschmack bleibt lange erhalten.

Dieses Bier gefällt sicher allen Biertrinkern, die nicht so sehr auf Bitter stehen.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen

Alkoholgehalt:

5,3 % Vol.

Brauerei:

Landbrauerei Ludwig Erl
94333 Geiselhöring
www.erl-braeu.de

Nesselwanger – Gold

Die Brau-Manufactur in Nesselwang braut nicht nur Craft-Biere, sondern auch „normale“ Biere, also Biere, wie sie im Supermarkt stehen oder in der Gastwirtschaft nebenan ausgeschenkt werden. Wobei – die Grenzen zwischen Craft Beer und „traditionellem Bier“ sind bekanntlich fließend. Jetzt steht mit dem Nesselwanger Gold ein solches traditionell gebrautes Bier vor mir, ein Export-Bier. Eigentlich kann ich mit der Wahl dieses Bieres auch keinen Fehler gemacht haben, denn es wurde in diesem Jahr bei der Frankfurt International Trophy mit der Goldmedaille ausgezeichnet.

Golden und leicht hefetrüb fließt das Bier ins Glas. Dabei entwickelt es nur wenig feinporigen Schaum, der durchschnittlich lange erhalten bleibt.

Das Aroma ist malzbetont. Der leichte Duft nach Biskuit wird durch einige würzige Noten unterstützt.

Der Antrunk ist leicht süß, dabei frisch und spritzig. Auf der Zunge gesellt sich ein sehr zurückhaltendes Bitter dazu. Dieser Eindruck bleibt bis zum schlanken Abgang erhalten, der wenig Bitter in die Kehle spült, das dort nur kurz erhalten bleibt.

Das Nesselwanger Gold ist ein schlankes Bier zu jeder Gelegenheit.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz (Pilsener Malz), Hopfen (Tettnanger, Hallertauer Mittelfrüh), Hofe

Alkoholgehalt:

5,1 % Vol.

Stammwürze:

12,1° Plato

Brauerei:

Post-Brauerei Nesselwang
Karl Meyer
Hauptstr. 25
87484 Nesselwang
www.brau-manufactur-allgaeu.de

Bitburger – 1817 Jubiläumsbier

Nun will ich mich einem Bier der Bitburger Gruppe zuwenden, dem Bitburger 1817 Jubiläumsbier. Auch wenn Bitburger eigentlich nur für Fernsehbiere bekannt ist, hoffe ich doch bei einem Bier, das zum 200jährigen Jubiläum der drittgrößten Brauerei Deutschlands gebraut wurde, etwas mehr Charakter.

Goldgelb, recht hell und leicht hefetrüb präsentiert sich das Bier im Glas. Darüber bildet sich eine durchschnittlich große gemischtporige weiße Schaumkrone, die leider recht schnell in sich zusammenfällt. Abgesehen von der kurzen Standzeit der Schaumkrone ist an der Optik nichts auszusetzen.

Das Aroma wird durch die Hefe dominiert. Dazu kommen fruchtige Noten nach Aprikose und Zitrusfrüchten.

Der Antrunk ist frisch und mäßig süß. Aber sobald sich das Bier im Mund verteilt, fällt das Bier in ein Loch. Allein Das Malz sowie der Hopfen mit seinen leichten grasigen Noten reichen hier leider nicht aus, um ein vollmundiges Bier zu bilden. Mehr Stammwürze könnte ein Lösungsweg sein; mehr Hefe ein weiterer, da mit der Entfernung der Hefe auch ein Teil des Geschmacks verlorengeht. Der Abgang ist dann unerwartet kräftig bitter, was nicht schlecht ist, aber auch nur kurz nachklingt.

Das Bitburger 1817 Jubiläumsbier würde ich zwar einem 08/15-Pils vorziehen, aber von einem echten Genuss ist es in meinen Augen doch noch recht weit entfernt.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen, Hopfenextrakt, Hefe

Alkoholgehalt:

5 % Vol.

Stammwürze:

11,93° Plato

Brauerei:

Bitburger Braugruppe GmbH
54634 Bitburg
www.bitburger.de

Liebhart’s – Dat Schwatte

Jetzt steht ein Schwarzbier aus Ostwestfalen für mir. Diese Gegend ist für Nordrhein-Westfalen ungefähr das, was Franken für Bayern ist. Hier wie dort gibt es viele kleine Brauereien, die kein 08/15-Bier brauen, sondern deren Produkte Charakter haben. Die Biere schmecken nicht jedem und das wollen sie auch nicht, sondern hier findet jeder sein unverwechselbares Bier. Die Bierspezialität, die jetzt vor mir steht, hat die Brauerei nach eigenen Angaben im Jahr 2009 auf der Grundlage eines alten Rezepts neu entwickelt. Jetzt will ich „Dat Schwatte“ von der Brauerei Liebhart’s aus Detmold verkosten.

Dat Schatte trägt seinen Namen zu Recht. Blickdicht schwarz ist es mit einer leicht überdurchschnittlichen hellbraunen sahnigen Schaumkrone, die lange erhalten bleibt. An der Optik gibt es schon mal nichts auszusetzen.

Röstaromen nach dunkler Schokolade prägen das Aroma. Der Duft gefällt mir durchaus, auch wenn die Röstaromen die Düfte des Aromahopfens vollkommen in den Hintergrund drängen. Der Hopfen ist bestenfalls zu erahnen.

Der Antrunk ist angenehm trocken, spritzig, voluminös und frisch. Die Röststoffe dominieren auch den Geschmack deutlich. Aber auf der Zunge kommt nicht so sehr der Geschmack von Schokolade an, sondern eher von Espresso. Der Abgang ist anfangs freundlich bitter, klingt aber mit dem Geschmack dunkler Schokolade und von Espresso nach.

Dat Schwatte ist das ideale Bier zum Nackensteak oder bei einem Grillabend.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Aromahopfen

Alkoholgehalt:

4,6 % Vol.

Brauerei:

Liebhart’s Privatbrauerei GmbH & Co. KG
Am Gelskamp 6
32758 Detmold
www.residenz-biere.de

Herrenhäuser – Weizen

Herrenhausen ist ein Stadtteil im Norden der niedersächsischen Landeshauptstadt Hannover. Bekannt ist Herrenhausen durch die Herrenhäuser Gärten, die bereits seit dem 18. Jahrhundert die Menschen anziehen. Aber dort gibt es auch die Privatbrauerei Herrenhausen, aus der das Weizenbier stammt, das jetzt vor mir steht.

Die Brauerei vertreibt ihre Biere nur regional, hat mir aber ihr Weizenbier sowie ihr Pils zugeschickt, damit ich sie hier im Ruhrgebiet verkosten und beschreiben kann. Vielen Dank dafür. Wenn ich mal wieder in Hannover bin, werde ich versuchen, auch die anderen Biere im Einzelhandel zu finden, damit ich auch diese beschreiben kann. Aber jetzt geht es erst einmal um das Weizen.

Goldgelb und hefetrüb präsentiert sich das Bier im Glas. Und es enthält enorm viel Hefe. Trotzdem sehr sich sehr viel aktive Kohlensäure, die zusammen mit dem Hopfen eine sehr voluminöse weiße und sahnige Schaumkrone ausbildet, die lange erhalten bleibt. So steht das Bier wie gemalt vor mir.

Der stiltypische Bananenduft steht auch bei diesem Bier im Vordergrund, wenn auch nicht so intensiv wie bei den meisten Weizenbieren. Dazu kommen teigige und blumige Noten. Zusammen mit einigen würzigen Aromen duftet das Bier frisch und angenehm. Das macht richtig Lust auf den ersten Schluck.

Der Antrunk ist eher trocken und nur mäßig süß. Dabei ist er sehr frisch; zusammen mit der sanften Weizenmalznote ist das Herrenhäuser Weizen also genau das Richtige für einen warmen Sommerabend. Schnell kommen auch die fruchtigen Noten dazu, die für ein rundes und samtiges Mundgefühl sorgen. Die reichlich vorhandene Hefe komplettiert den Geschmack. Im milden Abgang kommt auch der Geschmack der Banane zurück, die recht lange nachklingt.

Die Traditionsbrauerei aus Hannover hat mit dem Weizen ein charaktervolles Bier geschaffen, das sich wohltuend aus der Menge der Weizenbiere abhebt.

Zutaten:

Wasser, Weizenmalz, Gerstenmalz, Hopfen, Hefe

Alkoholgehalt:

5,5 % Vol.

Stammwürze:

12° Plato

Brauerei:

Privatbrauerei Herrenhausen
Herrenhäuser Str. 83-99
30419 Hannover
www.herrenhaeuser.de

BierSelect

Altstadthof – Nürnberger Stadtbier

Direkt unterhalb der Nürnberger Burg liegt die Hausbrauerei Altstadthof. Neben einer Gaststube und dem Brauereiladen gibt es die Möglichkeit, die Biere im eigenen kleinen Biergarten zu verkosten. Nach eigenen Angaben war es die erste Brauerei in Deutschland, die ihre Biere ausschließlich mit Zutaten aus kontrolliert biologischem Anbau gebraut hat.

Neben den vier Standardbieren Rotbier, Helles, Schwarzbier und einem roten Weißbier braut der Altstadthof verschiedene saisonale Biere, unter anderem den Maibock, der jetzt vor mir steht.

Die Farbe ist für ein Bockbier untypisch. Rot ist das Bier und erinnert damit farblich an das Nürnberger Rotbier. Rotbier gibt es zwar nicht nur in Nürnberg, aber in der fränkischen Metropole ist dieser Bierstil wohl am verbreitetsten. Über dem leicht hefetrüben Bier bildet sich nur eine kleine gemischtporige Schaumkrone, die recht schnell in sich zusammenfällt.

Das Aroma wird durch den Aromahopfen dominiert. Der Duft von Grapefruit ist vorherrschend, dazu meine ich, eine leichte pfeffrige Note festzustellen. Das Malz hält sich diskret im Hintergrund, ist aber auch noch feststellbar. Wir haben hier also ein komplexes Aroma, das wirklich Lust auf den ersten Schluck macht.

Im Antrunk fällt zunächst die kräftige Malzsüße auf, die aber zusammen mit der sehr feinperligen Kohlensäure einen guten Eindruck macht. Schnell gesellt sich ein fruchtiges Bitter dazu, ausgewogen zur Süße. Ich schmecke Grapefruit und Ananas und kann kaum glauben, dass es sich um ein Bockbier handelt. Eher hätte ich es für ein Crossover von Bockbier und IPA gehalten. Auch der Abgang ist fruchtig bitter und er klingt ellenlang nach.

Der Maibock vom Altstadthof ist ein überraschendes Bier, das nur einen Nachteil hat. Das Aroma verfliegt schnell. Wenn das Bier zu lange im Glas steht, ist das tolle Hopfenaroma bald verflogen und es bleibt ein Bockbier übrig, das sich nicht grundlegend von anderen Böcken unterscheidet. Es schmeckt immer noch gut, aber das Besondere fehlt dann halt.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz (Pilsner Malz, Rotes Spezialmalz), Naturhopfen (Hersbrucker Tradition, Hersbrucker Smaragd, Hersbrucker Saphir), Hefe

Alkoholgehalt:

6,5 % Vol.

Stammwürze:

16,3° Plato

Bittereinheiten:

34 IBU

Brauerei:

Nürnberger Altstadthof e. K.
Hausbrauerei & Whiskydestille
Bergstraße 19-21
90403 Nürnberg
www.hausbrauerei-altstadthof.de