Archiv der Kategorie: Biertest

And Union – Steph Weiss

Die beiden Geschäftspartner Rui Esteves und Bradley Armitage waren mit dem Bier, das sie in ihrer Heimat Kapstadt bekamen, nicht zufrieden. Sie machten sich kurzerhand auf nach Europa. Ihr Ziel war es gutes, handwerklich gebrautes Bier nach Afrika zu holen. Gebraut wird heute in Bayern bei vier verschiedenen kleinen bis mittelgroßen, familiengeführten Brauereien. Das Engagement der beiden hat sich ausgezahlt, denn heute sind ihre Biere in ganz Südafrika und in vielen Biershops Europas erhältlich. Aus dem Sortiment der beiden Brauer steht jetzt das Steph Weiss vor mir, ein Hefeweizen.

Rotgolden fließt das Bier ins Glas. Dabei bildet es eine für ein Hefeweizen relativ kleine Schaumkrone, die aber feinporig ist und lange erhalten bleibt. Nachdem sich das Bier beruhigt hat, stelle ich fest, dass es recht wenig Hefe enthält.

Fruchtige Aromen steigen mir in die Nase. Ich rieche Banane, Grapefruit und Zitronenschale, unterstützt durch den Duft nach Gewürznelken. Wow, was für ein Hefeweizen.

Der Antrunk ist leicht süß und frisch. Die Aromen spiegeln sich auf der Zunge wider. Bitterstoffe sind nur sehr wenig vorhanden. Trotzdem ist das Bier vollmundig, rund und ungeheuer süffig. Erst im Abgang kommen die Bitterstoffe kurz in den Vordergrund. Der Geschmack klingt nur kurz nach.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Weizenmalz, Hefe, Hopfen

Alkoholgehalt:

5 % Vol.

Stammwürze:

12,0° Plato

Bittereinheiten:

20 IBU

Brauerei:

Brewers & Union UG
Ganghofer Straße 31
80339 München
www.andunion.com

Mönchshof – Bockbier

Jetzt steht mal wieder ein Bier aus Franken vor mir. Es kommt allerdings nicht wie die meisten fränkischen Biere aus einer kleinen Brauerei, in der mehr oder weniger handwerklich gearbeitet wird, sondern aus der Kulmbacher Brauerei, die zwar größtenteils recht gute Biere herstellt, allerdings in industriellem Maßstab und unter Verwendung von standardisierten Zwischenprodukten, besonders von Hopfenextrakt. Mal sehen, wie mir das Mönchshof Bockbier gefällt.

Optisch macht es schon mal was her. Rubinrot und gefiltert präsentiert es sich im Glas, darüber eine durchschnittlich große feinporige Schaumkrone, die sich nur langsam auflöst.

Das Aroma wird durch die Röststoffe des Malzes dominiert. Schokoladennoten harmonieren mit dem Duft von Trockenbirnen, unterstützt durch eine leichte Whiskynote. Der Malzanteil des Aromas verspricht schon mal viel, während die Düfte des Hopfens noch Potential nach oben haben. Aber eines wird mir jetzt bereits klar: für ein Industriebier habe ich hier eine echte Perle vor mir.

Der Antrunk überzeugt mich durch ein Potpourri verschiedener Malze, wobei die Malze auch eine Menge Malzzucker mitbringen. Die Süße könnte für viele Konsumenten zu intensiv sein, insbesondere weil die Brauerei mit der Kohlensäure leider recht geizig gewesen ist, weshalb es dem Bier doch etwas an Frische fehlt. Das ist allerdings eine Frage des persönlichen Geschmacks. Außerdem gesellen sich schnell eine ausgewogene Säure und ein leichtes Bitter zur Süße, so dass das Bier vollmundig und rund wird. Der Abgang zeigt nur wenig Bitter, das nur kurz nachklingt. Da würde ich mir wirklich etwas mehr wünschen.

Das Bier macht absolut nichts falsch, will aber möglichst jedem gefallen. Das ist durchaus legitim, macht das Bier aber doch zu einem bestimmten Grad austauschbar. Mit einigem Feintuning könnte es aber sicher ein ganz großes Bier werden.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen, Hopfenextrakt

Alkoholgehalt:

6,9 % Vol.

Stammwürze:

16,3° Plato

Brauerei:

Kulmbacher Brauerei Aktien-Gesellschaft
95326 Kulmbach
www.mönchshof.de

Craftwerk – Festbier

Vorgestern klingelte überraschend der Postbote und brachte mir ein Geburtstagsgeschenk. Nicht dass ich Geburtstag hätte, aber Craftwerk, der Craft Beer-Ableger der Bitburger-Gruppe, wird fünf Jahre alt. Aus diesem Anlass hat das Team in der Eifel ein Festbier gebraut, von dem sie mir eine Flasche geschickt haben. Die Beschreibung auf dem Rückenetikett beschreibt die Begeisterung, die während des Brauens geherrscht haben muss: „Happy Hoppy Birthday! Zum 5. Geburtstag üverraschen wir Euch mit unserem Festbier – vollgepackt mit den fantastischen Aromahopfensorten Callista, Ariana und Citra und jeder Menge guter Laune. Limitiert auf 12.000 Flaschen.“ Ariana kenne ich nicht, aber Callista und Citra versprechen ein gutes Bier. Na, dann will ich mal – ich trinke auf das Wohl von Craftwerk.

Schon die Optik ist feierlich. In einer schönen Kupferfarbe fließt das Bier ins Glas. Es bildet eine leicht überdurchschnittliche feinporige Schaumkrone, die lange erhalten bleibt.

Das Aroma ist wahnsinnig fruchtig. Düfte nach Zitrusfrüchten, Ananas und roten Früchten steigen mir in die Nase, unterstützt durch etwas Toffee. Das macht richtig Lust auf den ersten Schluck.

Der erste Eindruck auf der Zunge ist ebenfalls fruchtig, dabei frisch und spritzig. Etwas erstaunt mich die geringe Süße. Die Fruchtigkeit verstärkt sich schnell noch und ein angenehmes Bitter kommt dazu. Das Mundgefühl ist moussierend und rund. Der Abgang bringt ein überraschend mildes Bitter in die Kehle, das lange nachklingt.

Mit dem Festbier ist dem Team in Bitburg schon ein großer Wurf gelungen. Mit seiner Fruchtigkeit und weniger Alkohol würde ich mit dieses Bier für die Sommersaison wünschen.

Zutaten:

Brauwasser, Pilsner Malz, Karamellmalz), Hopfen (Callista, Ariana, Citra, Herkules, Magnum, Taurus), Hefe

Alkoholgehalt:

5,7 % Vol.

Stammwürze:

13,8° Plato

Bittereinheiten:

50 IBU

Brauerei:

Bitburger Braugruppe GmbH
Römermauer 3
54634 Bitburg
www.craftwerk.de

Brau Katz – Golden Cat

Nun steht die letzte Flasche vor mir, die mit Braukatz geschickt hat. Na ja, so ganz stimmt dieser Satz nicht, in der Sendung war auch eine Flasche Dark Cat, aber die war leider zerbrochen. Das ist schon recht erstaunlich, denn ich hatte vorher noch nie ein Paket erhalten, das so gut gepolstert war. Da muss jemand bei Hermes wirklich derbe mit dem Paket umgegangen sein. Schade. Aber kommen wir zur Golden Cat.

Im Glas macht die Golden Cat ihrem Namen alle Ehre, denn sie strahlt mir in einem intensiven Gold entgegen. Darüber eine durchschnittlich große Krone aus sahnigem Schaum, die sehr lange erhalten bleibt.

Das Aroma ist malzbetont, lediglich aus dem Hintergrund kommt ein leichter herber Ton vom Hopfen. Er ist aber so diskret, dass ich ihn nicht näher identifizieren kann.

Der erste Eindruck auf der Zunge ist eine ordentliche Frische, die durch eine reichlich dosierte Kohlensäure sowie eine zurückhaltende Süße unterstützt wird. Schnell kommt ein leichtes freundliches Bitter dazu und die Süße wird etwas kräftiger. Mann, ist dieses Bier süffig. Der Abgang ist wenig bitter, aber er klingt trotzdem recht lange nach.

Wenn Sie ein Liebhaber milder und charakterstarker Biere sind, werden Sie sich in dieses Bier verlieben.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen, Hefe

Alkoholgehalt:

5,1 % Vol.

Stammwürze:

12,2° Plato

Bittereinheiten:

12 IBU

Brauerei:

Post-Brauerei Nesselwang
Karl Meyer
Hauptstr. 25
87484 Nesselwang
http://www.brau-manufactur-allgaeu.de/

Klosterbrauerei Neuzelle – Imperial Porter

Wie groß ist eigentlich der Unterschied zwischen einem „normalen“ Bier und einem Craft-Bier, das aus der gleichen Brauerei kommt? Dieser Frage will ich heute einmal nachgehen. Daher teste ich nach dem UrCraft Porter aus der Klosterbrauerei Neuzelle heute das Stout Beer 1722 Imperial Porter, das ebenfalls aus der Lausitz stammt.

Die Etiketten verraten mir, dass die Zutatenliste mit der des Craft-Porters identisch ist. Auch der Alkoholgehalt beträgt genau wie bei Craft-Bier 8,1 %. Abgesehen von der anderen Gestaltung des Etiketts erscheint also alles identisch zu sein. Dann will ich mal die Flasche öffnen, das Bier einschenken und prüfen, ob auch der Inhalt gleich ist.

Nein, ist er nicht. Das fällt bereits beim Einschenken auf. Das Stout hat erheblich mehr Schaum. Er ist heller als der Schaum des Craft-Porters und hat auch eine längere Standzeit. Der Schaum weist darauf hin, dass das Malz nicht gar so stark geröstet wurde. Trotzdem ist das Bier genauso schwarz wie das UrCraft Porter. Optisch macht das Stout Beer 1722 durchaus etwas mehr her als das etwa einen Euro pro Flasche teurere Craft-Bier.

Allerdings unterscheiden sich die Biere im Duft deutlich. Das Stout Beer bringt ein mildes aber intensives Röstaroma mit, das durch Düfte grüner Früchte unterstützt wird. Der Antrunk ist mild und leicht süßlich. Dann breitet sich im Mund ein angenehmer leicht säuerlicher Röstgeschmack aus. Die feinperlige Kohlensäure, die ich bei allen Bieren aus der Klosterbrauerei bemerkt habe, die ich bislang getestet habe, verleiht dem Bier Spritzigkeit. Der Abgang ist überraschend mild und nicht allzu lange anhaltend.

Kommen wir also zu meiner Eingangsfrage zurück: wie groß ist der Unterschied zwischen einem „normalen“ und einem Craft-Bier und lohnt es sich, den höheren Preis für das Craft-Bier zu bezahlen? Auf den ersten Teil der Frage gibt es eigentlich nur eine Antwort – der Unterschied ist immens, deutlich größer als ich erwartet hätte. Und das bei gleicher Zutatenliste und gleichem Alkoholgehalt. Den zweiten Teil der Frage habe ich etwas unfair gestellt. Es handelt sich eindeutig um zwei unterschiedliche Produkte, die ich zwar beide mit gutem Gewissen empfehlen kann, aber zu unterschiedlichen Anlässen. Das Stout Beer 1722 kann ich mir gut bei einer Grillfete oder einem ähnlichen Anlass vorstellen. Das UrCraft Porter ist dagegen eher geeignet, um an einem ruhigen Abend bewusst ein besonderes Bier zu genießen, vielleicht mit einem Stück dunkler Schokolade. Wenn Sie jetzt fragen, welches Bier besser ist, kann ich Ihnen mitteilen, dass ich den Test beider Biere gemeinsam mit meiner Frau durchgeführt habe. Meine Frau bevorzugt milde Biere, während mir eher die herberen Biere gefallen. In diesem Fall waren wir uns aber einig, dass uns das UrCraft mehr zusagt.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen

Alkoholgehalt:

8,1 % Vol.

Brauerei:

Klosterbrauerei Neuzelle GmbH
Brauhausplatz 1
15898 Neuzelle
www.klosterbrauerei-neuzelle.com

Störtebeker – Atlantik-Ale

Jetzt habe ich mal wieder richtig Lust auf ein Pale Ale. Daher werde ich mir jetzt erst einmal ein Atlantik-Ale aus der Störtebeker Braumanufaktur in Stralsund aufmachen.

Intensiv goldgelb leuchtet das Bier im Glas, darüber eine durchschnittliche Menge cremiger weißer Schaum, der auch lange erhalten bleibt.

Das Aroma enthält Düfte von Malz, Bitterorangen, Zitronenschalen, Melone und Südfrüchten. Der Antrunk ist relativ süß, aber durch die reichlich vorhandene Kohlensäure wirklich spritzig. Der Körper zeichnet sich durch ein ausgeglichenes Verhältnis von Süße, Säure und Bittere aus, auch wenn der Geschmack des Hopfens nicht so stark ausgeprägt ist wie bei den meisten anderen IPAs.

Mal ein Wort zwischendurch zu den IPAs allgemein. Grundsätzlich trinke ich sie wirklich gerne, da mir die Zitrusaromen der verschiedenen Aromahopfensorten wirklich zusagt. Aber in vielen Fällen sind die IPAs so stark gestopft, dass der Hopfen jeden Geschmack des Malzes vollkommen überdeckt. Ich hatte schon manchmal den Eindruck, dass die Brauer, wenn ein Sud nicht perfekt war, das fehlerhafte Bier einfach mit Aromahopfen stopfen, den Fehler damit total überdecken und das Bier als IPA verkaufen. Ich weiß selbstverständlich nicht, ob dieser Verdacht gerechtfertigt ist, aber bei so manchem IPA drängt sich der Eindruck wirklich auf.

Beim Atlantik-Ale ist das nicht so. Ich schmecke noch das Malz, das sich mit den vielfältigen Aromen zu einem Ganzen vereint. Auch der Abgang ist bemerkenswert: ein mildes Bitter, aber trotzdem langanhaltend. Dieses IPA ist auch für Konsumenten geeignet, denen die meisten IPAs zu bitter sind.

Zutaten:

Brauwasser, Gerstenmalz (Münchner Malz, Distillingmalz, Pilsener Malz), Weizenmalz, Hopfen (Tradition, Perle, Cascade, Amarillo, Citra), Hefe

Alkoholgehalt:

5,1 % Vol.

Stammwürze:

11,4° Plato

Brauerei:

Störtebeker Braumanufaktur GmbH
18439 Hansestadt Stralsund
www.stoertebeker.com

BierSelect

Klüvers – Küstenbier

Jetzt verkoste ich wieder einmal ein Bier aus Klüvers Delikatessenmanufaktur im Hafen von Neustadt in Holstein. Zunächst einmal sollten wir klären, was denn überhaupt ein Küstenbier ist. Die Brauerei erklärt es wie folgt: „Unsere Interpretation eines echten Holsteiner Landbieres wie es traditionell nach der täglichen Feldarbeit in Schleswig-Holstein getrunken wurde. Hergestellt aus eigens in unserer Region angebauter Brau-Gerste, veredelt mit dunklen Malzen, mild süßlich und leicht herb im Geschmack.“

Dunkel-Bernsteinfarben zeigt sich das Bier im Glas, zusammen mit einer leichten Hefetrübung. Die Kohlensäure ist sehr munter und sorgt für eine feinporige weiße Krone aus feinporigem Schaum.

Das Aroma wird durch das Malz dominiert. Ich rieche Karamell sowie leichte blumige Noten. Der Hopfen hält sich hier dezent im Hintergrund.

Der Antrunk ist leicht süß und frisch. Zusammen mit der gut abgestimmten Kohlensäure ist das Bier vom ersten Moment an süffig. Das Malz spielt auch weiterhin die erste Geige, so dass das Bier rund und vollmundig nach Karamell schmeckt. Der Abgang ist mild und schlank und er klingt daher auch nicht lange nach.

Zutaten:

Brauwasser, Gerstenmalz (Caramelmalz Aroma, Caramelmalz Hell, Pilsner Malz, Sauermalz), Hefe (Hallertauer Magnum, Hallertauer Tradition, Northern Brewer), Hopfen

Alkoholgehalt:

5,2 % Vol.

Stammwürze:

12,9 %

Brauerei:

Klüvers Delikatessen Manufaktur GmbH & Co. KG
Schiffsbrücke 2-4
23730 Neustadt/Holstein
www.kluevers.com

BierSelect

Camba – Pale Ale

Der Bierstil Ale stammt ursprünglich aus Großbritannien, wo Ale im Alltag als Synonym für Bier verwendet wird. Ursprünglich stammt das Wort aus dem Germanischen und der Wortstamm findet sich auch in den skandinavischen Worten für Bier (Øl, ölu…) wieder. Aus dem Ale haben sich auch viele andere Unter-Bierstile entwickelt, darunter das bekannte India Pale Ale, aber auch das Mild Ale, das Red Ale das Heather Ale sowie verschiedene Stock Ales. Etwas skurril muten Kreationen wie ein Dark Pale Ale an, schließlich bedeutet Pale bleich oder blass. Aber egal, jetzt geht es um ein Pale Ale ohne weitere Namenszusätze, genauer gesagt um das Pale Ale von Camba im oberbayerischen Seeon.

Bereits als ich die Flasche aufmache kommt mir der Schaum entgegen. Einen Augenblick habe ich die Befürchtung, dass das Bier verdorben sein könnte. Aber trotzdem gieße ich mir das Bier ein, insbesondere, weil es wirklich gut riecht. Orange- bis bernsteinfarben und hefetrüb präsentiert sich das Bier im Glas. Darüber bildet sich eine sehr voluminöse grobporige weiße Schaumkrone, die sehr lange erhalten bleibt. Die Optik ist also wirklich hervorragend, ein erstes Schnuppern am Bier ergibt auch keine Hinweise auf Verderb, so dass ich jetzt davon ausgehe, dass das Bier in Ordnung ist. Eventuell war es ja beim Öffnen einfach nicht kühl genug.

Das Aroma ist fruchtig. Ich rieche Maracuja und Zitrusfrüchte, dazu kommt etwas Toffee durch. Der Duft ist ausgewogen, so dass kein Aroma die anderen unterdrückt. So gefällt mir das Pale Ale. Die Brauer haben sich bei der Zusammenstellung der Zutaten wirklich etwas gedacht.

Der Antrunk ist frisch und trocken mit sanfter Kohlensäure. Ich bin immer stärker begeistert. Ich schmecke Grapefruit, Honig und Zitronenschale. Die Fruchtigkeit bleibt auch im Körper bestehen, wo ich auch meine, zusätzlich zu den Südfrüchten auch rote Früchte zu schmecken. Der Abgang ist fruchtig-bitter mit einem sehr langen Nachklang.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen (Centinnial, Chinook, Simcoe)

Alkoholgehalt:

5,3 % Vol.

Stammwürze:

12,1° Plato

Bittereinheiten:

31 IBU

Brauerei:

Camba Bavaria GmbH
83376 Truchtlaching
www.camba-bavaria.de

Hohenthanner – Märzen

Die Schlossbrauerei Hohenthann wurde 1864 gegründet. Im Jahr 1961 übernahm Klaus Rauchenecker die Brauerei, die heute von seinem Sohn geführt wird. Heute braut das Unternehmen 15 unterschiedliche Biere sowie zwei Sorten Radler und wirbt damit, dass es aus Hohenthann Biere für jede Gelegenheit gibt. Heute steht das Märzen vor mir, das mit dem Zusatz Festbier vermarktet wird. Der Hopfen stammt aus der Hallertau und das Malz kommt aus Bayern. Da auch das Bier nicht nur aus einer unabhängigen Privatbrauerei stammt, sondern auch regional vertrieben wird, können wir hier zweifelsfrei von einem regionalen Produkt sprechen.

Prämiert ist es auch. Im Jahr 2016 wurde es beim Meininger International Craft Beer Award mit der Goldmedaille ausgezeichnet. Ich kann also mit Fug und Recht mit einem sehr guten Bier rechnen.

Intensiv goldgelb mit einer sehr aktiven Kohlensäure präsentiert sich das Bier im Glas. Darüber bildet sich eine durchschnittliche Menge gemischtporiger Schaum, der anfangs recht schnell in sich zusammenfällt. Ein Rest bleibt aber lange erhalten.

Das Aroma wird durch das Malz dominiert. Das Bier duftet nach Karamell und frischem Sauerteigbrot, auch einige blumige Noten steigen mir in die Nase.

Der Antrunk ist spritzig und leicht trocken. Das gefällt mir. Der vollmundige Körper ist intensiv und ausgewogen. Die immerhin 5,8 Volumenprozente Alkohol halten sich dezent im Hintergrund. Der Abgang ist mild bitter und klingt mittellang nach.

Ein Bier ohne Ecken und Kanten, aber trotzdem mit Charakter. Ich kann mir das Bier zu einem Rehbraten oder zu Sauerbraten vorstellen.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen

Alkoholgehalt:

5,8 % Vol.

Stammwürze:

13,5° Plato

Brauerei:

Hohenthanner Schlossbrauerei
84098 Hohenthann
www.hohenthanner.de

Dinkelacker – Frühlingsfestbier

Ja, ich weiß – wir haben Ende Juli und der Frühling ist lange vorbei, aber ich habe das Dinkelacker Frühlingsfestbier erst kürzlich erstmals gesehen. Und vermutlich ist im nächsten Jahr erneut Frühling und es wird wieder ein Festbier aus Stuttgart geben. Daher bin ich mit dieser Rezension eigentlich ganz schön früh dran, oder? Das Etikett verspricht schon mal sehr viel: „Diese süffige Festbierspezialität von malzgoldener Farbe passt wunderbar zu den ersten Sonnenstrahlen des Frühlings. 1ßß % regionale Zutaten, ein einzigartiges Brauverfahren und die Leidenschaft unserer Braumeister lassen die Geschmacksknospen aufblühen.“

Intensiv golden mit einem leichten Rotstich zeigt sich das Bier im Glas. Dazu kommt reichlich Kohlensäure. Es bildet sich eine durchschnittliche Menge cremiger weißer Schaum, der lange erhalten bleibt. Optisch hat die Brauerei also nichts falsch gemacht.

Das Aroma ist malzig, was ich eigentlich ganz gerne mag. In diesem Fall vermisse ich aber irgendwie die Aromen des Hopfens. Entsprechend des Duftes darf ich mich also auf ein mildes Bier freuen. Mal sehen, ob diese Erwartung auf der Zunge erfüllt wird. Der Antrunk ist recht süß und intensiv. Ohne die reichlich vorhandene feinperlige Kohlensäure wäre er vermutlich nicht angenehm, aber so wirkt der Antrunk schon mal ausgeglichen. Wie erwartet ist der Körper malzbetont und ebenfalls intensiv und vollmundig. Jetzt kommen auch die ersten bitteren Noten durch, die mit der reichlich vorhandenen Süße perfekt abgestimmt sind. Der Abgang ist dann überraschend mild, klingt aber lange nach.

Mein Fazit? Ein überraschend gutes Märzen, bei dem die Etiketten nicht zu viel versprechen. Da können wir uns schon mal auf das nächste Frühjahr freuen.

Zutaten:

Brauwasser, Gerstenmalz, Hopfen

Alkoholgehalt:

5,7 % Vol.

Stammwürze:

13,3 %

Brauerei:

Familienbrauerei Dinkelacker
70178 Stuttgart
www.familienbrauerei-dinkelacker.de