Archiv der Kategorie: Biertest

Hasen – extra

Nun steht mal wieder ein Bier von Hasen-Bräu aus Augsburg vor mir. Machen wir es kurz und schmerzlos; ich schenke mir ein.

Intensiv goldgelb und kristallklar ist das Bier im Glas. Dazu sehe ich bereits auf den ersten Blick reichlich Kohlensäure sowie eine durchschnittliche Menge feinporigen weißen Schaum, der sich aber leider recht schnell auflöst.

Das Bier duftet in erster Linie nach Malz, dazu kommt ein Hauch eines süßsauren Aromas, eventuell ist es Ananas.

Der Antrunk ist angenehm süß und es zeigt sich, dass die Kohlensäure nicht nur reichlich vorhanden, sondern auch mild ist. Der Körper ist mäßig intensiv. Hier schmecke ich nur wenige Bitterstoffe, aber trotzdem ist das Bier süffig und ausgeglichen. Der Abgang ist mild, es kommen kaum Bitterstoffe zum Vorschein und der Geschmack verschwindet auch schnell.

Mein Lieblingsbier wird es sicher nicht, aber für Liebhaber milder Biere ist das Hasen extra eine wirklich gute Wahl.

Zutaten:

Brauwasser, Gerstenmalz, Hopfen

Alkoholgehalt:

5,3 % Vol.

Brauerei:

Hasen-Bräu
Brauereibetriebsgesellschaft mbH
86179 Augsburg
http://www.hasen-braeu.de/

Loncium – Classic

Nun steht ein handwerklich gebrautes Biobier aus Österreich vor mir. Da das Etikett nicht allzu viel hergibt bin ich zunächst einmal auf die Website der Brauerei gegangen, um zu versuchen, noch weitere Informationen zu erhalten. Leider wird dieses Bier dort nicht erwähnt. Ich gehe daher davon aus, dass dieses Bier nicht mehr gebraut wird.

Intensiv goldgelb zeigt sich das Bier im Glas, darüber gemischtporiger weißer Schaum und ich sehe, dass das Bier recht wenig Kohlensäure enthält.

Das Aroma ist getreidig-teigig und leicht bitter.

Der Antrunk enthält wenig Süße, es handelt sich also offensichtlich um ein recht trockenes Bier. Der Körper ist ziemlich bitter und zeigt eine leichte Säure. Trotzdem ist das Bier einigermaßen süffig. Der Abgang ist bitter und der Geschmack bleibt durchschnittlich lange erhalten.

Insgesamt macht das Bier auf mich einen etwas unausgeglichenen Eindruck. Um es zu mögen muss der Konsument auf recht bittere Biere stehen. Allerdings habe ich das Bier auch nicht wie von der Brauerei empfohlen bei 7° C getrunken, sondern bei Zimmertemperatur, da bei dieser Temperatur die Aromen und Geschmäcker der Biere besser zur Geltung kommen. Könnte ich das Bier noch einmal nachkaufen, würde ich den Test noch einmal mit gekühltem Bier wiederholen.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen

Alkoholgehalt:

4,9 % Vol.

Stammwürze:

11,8° Plato

Brauerei:

Biermanufaktur Loncium GmbH
9640 Kötschbach-Mauthen 60
Österreich
http://www.loncium.at

Mücke – Himbeer Gose

Die Gose ist ein Bierstil, der schon im Mittelalter in Goslar gebraut wurde. Der Name stammt von dem Flüsschen, nach dem auch die Stadt Goslar benannt wurde. Lange Zeit gab es die Gose nur aus Leipzig, aber in der letzten Zeit befassen sich mehr und mehr Craftbrauer mit diesem Bierstil. Traditionell werden der Würze bei diesem Sauerbier Salz und Koriandersamen hinzugefügt. Das Salz verstärkt die Säure noch etwas.

In hellem Goldgelb präsentiert sich das Bier im Glas mit einer durchschnittlichen Menge feinporigem Schaum, der relativ schnell in sich zusammenfällt. Das ist aber für eine Gose typisch.

Das Aroma ist malzbetont und das Aroma nach Himbeeren ist eher zurückhaltend. Auch saure Düfte sind nur wenig vorhanden. Dafür ist aber die Koriandersaat zu riechen.

Der Antrunk ist mäßig süß und durch die reichlich dosierte Kohlensäure frisch. Auf der Zunge kommt eine diskrete Fruchtigkeit dazu; in erster Linie überwiegt die Frische dieses Bieres. Erst im Abgang kommt ein leichtes Bitter dazu und auch das Salz kommt jetzt zu seinem Recht.

Mit 4,4 Volumenprozent und der ungeheuren Frische ist das Bier gut für einen warmen Sommerabend geeignet oder auch für einen langen Winterabend, an dem wir vom Sommer träumen.

Zutaten:

Gerstenmalz, Hefe, Hopfen (Lemondrop, Summit), Wasser, Weizenmalz, Himbeeren, Koriander, Milchsäure, Salz

Bittereinheiten:

14 IBU

Stammwürze:

11° Plato

Brauerei:

Kesseböhmer-Mai & Pfahl GbR
MÜCKE – Craft Beer
Hölderlinstr. 28
45147 Essen
www.muecke-craftbeer.de

Fohrenburger – Weizen

Es ist schon erstaunlich: die Brauereien in Österreich müssen sich nicht an das deutsche Reinheitsgebot von 1516 halten, aber viele Biere aus Österreich entsprechen trotzdem dem Reinheitsgebot. So auch dieses Weizenbier aus dem Vorarlberg, lt. Angaben der Brauerei handelt es sich sogar um das erste richtige Weizenbier aus dem Vorarlberg. Dann bin ich ja mal gespannt, ob diese Premiere gelungen ist.

Gelb und hefetrüb ist das Bier, darüber für ein Weizenbier vergleichsweise wenig gemischtporiger weißer Schaum. Der Schaum hält sich durchschnittlich lange, bevor er sich auflöst.

Das Aroma wird durch das Weizenmalz geprägt, eine deutliche Bananennote wird durch etwas Säure unterstützt.

Der Antrunk ist relativ neutral, zeigt aber sofort, dass dieses Bier mit einer sehr aktiven Kohlensäure daherkommt. Der Körper ist absolut weizentypisch. Allerdings ist der Geschmack deutlich intensiver als der Durchschnitt, hat relativ wenig Säure und macht einen wirklich runden Eindruck. Der Abgang ist leicht bitter, ein Eindruck, der langsam aber merklich verklingt. An dieses Weizenbier könnte ich mich wirklich gewöhnen.

Zutaten:

Wasser, Weizenmalz, Gerstenmalz, Hopfen, Hefe

Alkoholgehalt:

5,2 % Vol.

Stammwürze:

12,5° Plato

Brauerei:

Brauerei Fohrenburg GmbH & Co KG
Fohrenburgstraße
6700 Bludenz
Österreich
http://www.fohrenburger.at

Crew Republic – Hop Junkie

Craft-Biere haben immer viel Alkohol. Diese Regel stimmt in den meisten Fällen, aber das Hop Junkie der Münchner Brauerei Crew Republic beweist, dass es auch von dieser Regel Ausnahmen gibt. Getreu dem Motto „low alcohol but full taste“ enthält Hop Junkie nur 3,4 Volumenprozent Alkohol, soll aber das volle Hopfenaroma eines India Pale Ale enthalten. Nicht umsonst hieß das Bier vor seiner Umbenennung Detox. Lassen wir uns also überraschen.

Im Glas fällt gar nicht auf, dass es sich um ein alkoholarmes Bier handelt. Hell bernsteinfarben und hefetrüb ist es, mit viel feinporigem Schaum, der uns lange erhalten bleibt. Na bitte, es geht doch.

Auch das Aroma ist mit dem anderer IPAs mit der doppelten Menge Alkohol vergleichbar. Mir steigt ein ganzer Fruchtcocktail in die Nase. Ich rieche Orange, Ananas, Mango und Vanille. Da gibt es absolut nichts zu meckern.

Der Antrunk ist frisch und fruchtig. Die Aromen spiegeln sich auf der Zunge wider. Schnell kommt ein freundliches und feines Bitter dazu, das die Fruchtigkeit noch unterstützt. Der Abgang ist überraschend mild, er klingt aber recht lange nach.

Die Brauerei aus Unterschleißheim beweist mit ihrem Hop Junkie, dass sich Craft-Biere auch mit wenig Alkohol brauen lassen. Mit dieser Kreation haben wir ein wunderbar erfrischendes Bier für den Sommer vor uns stehen.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz (Münchner Malz, Karamellmalz, Pilsner Malz), Hopfen (Chinook, Galaxy, Hallertauer Comet), Hefe

Alkoholgehalt:

3,4 % Vol.

Bittereinheiten:

32 IBU

Brauerei:

Crew Republic GmbH
Andreas-Danzer-Weg 30
85716 Unterschleißheim
www.crewrepublic.de

Schlägler – Pils

Nun verkoste ich ein Pils aus Österreich. Bei der Werbung ist die Brauerei Schlägl ja nicht wirklich schüchtern, wenn das Bier mit folgendem Satz beworben wird: „Ein Schluck echter Heimat aus Österreichs einziger Stiftsbrauerei“. Mal sehen, ob das Bier dem hohen Standard standhält, den dieser Werbespruch innehat.

Goldgelb und mit einem leichten Rotstich steht das Bier im Glas. Darüber relativ wenig gemischtporiger weißer Schaum, der trotz der reichlich vorhandenen Kohlensäure recht schnell in sich zusammenfällt.

Das Aroma wird eindeutig durch das Malz bestimmt, das dem Duft angenehme Karamellnoten verleiht. Ich rieche auch die typischen Düfte von Hopfen, allerdings habe ich den Eindruck, dass bei diesem Bier nur Bitterhopfen zum Einsatz kommt. OK, das ist für Pils eigentlich typisch, aber die Verwendung von Aromahopfensorten wertet das Bier doch noch deutlich auf.

Der Antrunk ist relativ süß, bevor schnell die Bitterkeit des Hopfens durchkommt, die sich im Abgang noch bis zur Grenze zum Unangenehmen steigert. Der bittere Geschmack verdrängt alle anderen Geschmäcker und bleibt wirklich lange erhalten.

Mir persönlich ist das Bier zu bitter. Aber wer sehr bittere Biere mag, wird dieses Bier lieben.

Zutaten:

Wasser, Malz (Pilsner), Hopfen aus dem Mühlviertel

Alkoholgehalt:

5,2 % Vol.

Brauerei:

Stiftsbrauerei Schlägl e.U.
4160 Aigen-Schlägl
Österreich
http://www.stiftsbrauerei-schlägl.at

Lemke – Imperial Stout

Die Brauerei Lemke beschreibt ihr Bier wie folgt: „Ein anspruchsvolles Bier für den fortgeschrittenen Genießer. Einst wurde es von den Engländern als Geschenk für die russische Zarin gebraut. Heute erfreuen sich Craft-Brauer auf der ganzen Welt dieses Stils, weil er ihnen erlaubt, ihre ganze Kreativität auszuleben. Bei Lemke wird das Imperial Stout mit reichlich Hopfen gestopft und anschließend sechs Monate in Barrique-Fässern gelagert, bevor es schließlich abgefüllt wird. Das Lemke Imperial Stout räumte 2015 Silber beim Meininger Craft Beer Award ab und wurde zudem mit Gold bei den World Beer Awards in der Kategorie Stout & Porter prämiert.“

Rabenschwarz und absolut blickdicht präsentiert sich das Bier im Glas. Der Schaum ist hellbraun und feinporig und er bleibt sehr lange erhalten.

Wenn die Optik schon gefällt, kann das Aroma mich mit seiner Komplexität richtig begeistern. Aromen von Kaffee, Holz und Trockenfrüchten werden von einer malzigen Süße und einer leichten Säure unterstützt, abgerundet mit dem Duft nach Vanille. Ich glaube, bei diesem Bier habe ich einen guten Griff gehabt.

Beim ersten Kontakt mit der Zunge ist das Bier kräftig süß und ich habe den Eindruck, dass die sehr feinperlige Kohlensäure etwas zu sparsam dosiert wurde. Dadurch fehlt dem Bier etwas die Frische, aber das ist wohl der Fasslagerung geschuldet. Dafür ist das Mundgefühl cremig, beinahe dickflüssig. Espresso- und Schokoladennoten bestimmen den Geschmack. Das Bier besticht durch seine Vollmundigkeit. Auf der Zunge meine ich auch eine leichte Kräuternote zu schmecken, die in der Nase nicht festzustellen war. Im Abgang wird das Bier zunächst etwas trockener, bevor sich ein kräftiger Espressogeschmack in den Vordergrund drängt, der sehr lange nachklingt.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz (Pilsener, Münchner, Caraaroma, Carafa), Hopfen (Taurus), Hefe

Alkoholgehalt:

11,0 %

Stammwürze:

29° Plato

Bittereinheiten:

70 IBU

Brauerei:

Brauerei Lemke Berlin GmbH
Dircksenstrasse S-Bahnbogen 143
10178 Berlin
www.lemke.berlin

Golser – Bullig

Sind auch österreichische Brauer in der Lage, ein gutes Bockbier zu brauen? Dieser Frage will ich jetzt nachgehen. Als Testobjekt habe ich das golser Bullig aus dem Burgenland vor mir stehen.

Goldgelb und mit lebhafter Kohlensäure steht das helle Bockbier vor mir. Darüber eine durchschnittliche Menge feinporiger weißer Schaum, der sich leider recht flott auflöst.

Das Aroma ist intensiv malzig, Karamell sticht hervor, dazu ein Hauch frisch gemähter Wiese. Auch leichte Bitterstoffe sind zu erahnen.

Der Antrunk ist nicht ganz so süß wie bei vielen anderen Bockbieren, auch wenn die Süße durchaus vorhanden ist. Im Gegensatz zu vielen deutschen Bockbieren bringt der Bulle aus dem Burgenland einen kräftig bitteren Geschmack mit sich, der ausgewogen mit der Süße des reichlich verwendeten Malzes und der wenig vorhandenen Säure ist. Insgesamt ein vollmundiges und süffiges Bier. Der Abgang ist angenehm bitter und der Geschmack bleibt lange erhalten.

Doch, auch unsere südlichen Nachbarn sind durchaus in der Lage, einen sehr guten hellen Bock zu brauen. Leider werden die Biere aus Österreich nur selten nach Deutschland exportiert.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen

Alkoholgehalt:

6,5 % Vol.

Stammwürze:

16,5° Plato

Bittereinheiten:

8 IBU

Brauerei:

Pannonia Brauerei Gols GmbH
Sandgrube 1a
7122 Gols
Österreich
http://www.golserbier.at

Hasen – Hell

Nun habe ich mal wieder ein bayerisches Bier vor mir stehen, das Hasen hell aus Augsburg. Da der nördliche Teil von Bayern für seine Vielfalt handwerklich hergestellter Biere bekannt ist, habe ich recht hohe Erwartungen an dieses Bier.

Goldgelb, klar und mit relativ wenig Kohlensäure sehe ich das Bier im Glas, darüber eine durchschnittliche Menge reinweißer Schaum, gemischtporig und mit durchschnittlicher Haltbarkeit.

Das Aroma wird durch das Malz bestimmt, es ist teigig und frisch. Fehler kann ich hier nicht erkennen.

Der Antrunk ist leicht süß und intensiv. Unmittelbar danach breitet sich der vorwiegend bittere Geschmack des Bieres auf der Zunge aus, fast wird die Bitterkeit zu stark, aber die reichlich vorhandene Kohlensäure bietet einen angenehmen Gegensatz zu den Bitterstoffen. Auch der Abgang wird durch einen angenehmen bitteren Geschmack geprägt, der auch lange erhalten bleibt.

Zum wirklichen Genussbier, das in Ruhe zu Hause getrunken und genossen wird, fehlt diesem Vollbier noch einiges. Aber wenn Sie ein gutes Bier gesellig in der Gaststätte trinken wollen, sind Sie mit dem Hasen hell gut beraten.

Zutaten:

Brauwasser, Gerstenmalz, Hopfen, Hopfenextrakt

Alkoholgehalt:

5,0 % Vol.

Brauerei:

Hasen-Bräu Brauereibetriebsgesellschaft mbH
86179 Augsburg
http://www.hasen-braeu.de

Egger – Wälder

Nun will ich mal wieder ein Bier aus Österreich verkosten, ein Spezialbier aus dem Bregenzerwald. Die Brauerei nennt es den kleinen Bruder des Egger Spezial. Das Spezial kenne ich allerdings nicht und kann mir daher keine Meinung bilden, was die Brauerei mit dieser Formulierung wohl meint. Beginne ich also mit dem Test.

Hellgelb steht das Bier im Glas, darüber wenig gemischtporiger Schaum mit kurzer Standzeit. Trotzdem enthält das Bier reichlich Kohlensäure.

Das Aroma wird durch das Malz geprägt, unterstützt durch den Duft von Kräutern und einer leichten Note von Sauer.

Der Antrunk ist mäßig süß, bevor sich ein unausgewogener säuerlich-bitterer Geschmack im Mund breitmacht. Der Abgang entspricht exakt dem Körper und der Geschmack bleibt nur kurz in der Kehle.

Das Bier ist nicht wirklich schlecht. Es erscheint mir aber irgendwie langweilig. Trotzdem ist es recht süffig. Es ist einfach nicht mein Bier. Sie können das durchaus anders sehen.

Zutaten:

Dazu schweigt sich die Brauerei aus. Es wird lediglich erwähnt, dass das Bier Gerstenmalz enthält, vermutlich weil Gerste als allergieauslösend gilt.

Alkoholgehalt:

5,6 % Vol.

Stammwürze:

12,7° Plato

Brauerei:

Brauerei Egg. Simma
Kohler GesmbH & Co KG
Gerbe 500
6863 Egg
Österreich
http://www.brauerei-egg.at