Archiv der Kategorie: Alkoholfrei

Schoppe Bräu – No Juice

Kein Fruchtsaft, aber trotzdem alkoholfrei. Immer noch kein Fruchtsaft, aber trotzdem extrem fruchtig. Das verspricht die Berliner Brauerei Schoppe bei ihrem alkoholfreien Pale Ale. Mal sehen, ob sie diese Versprechen halten kann.

Rotgolden und hefetrüb präsentiert sich das Bier im Glas. Die gemischtporige Schaumkrone ist recht klein und fällt leider auch ziemlich schnell in sich zusammen.

Das Aroma zeigt, dass die Berliner sich viel Mühe bei der Zusammenstellung der Malze gegeben haben. Der Duft nach frischem Brot steigt mir in die Nase, aber er ist nur die Unterlage für die Düfte nach Grapefruit und Pfirsich, die durch den Duft nach Waldhonig und Kräutern abgerundet werden.

Der Antrunk zeigt eine leichte Süße. Dabei sorgt die feinperlige Kohlensäure für eine angenehme Frische. Auf der Zunge wird das Bier trockener und ein kräftiges Bitter unterstützt die Aromen, die sich auf der Zunge widerspiegeln. Das Mundgefühl ist voll und rund. Damit hebt sich das No Juice von vielen anderen alkoholfreien Bieren ab. Der Abgang zeichnet sich durch ein freundliches Bitter mit langem Nachklang aus.

Zutaten:

Brauwasser, Gerstenmalz, Weizenmalz, Roggenmalz, Hopfen (Mosaic, Citra, Simcoe), Ale-Hefe

Alkoholgehalt:

< 0,5 % Vol.

Stammwürze:

7° Plato

Bittereinheiten:

30 IBU

Brauerei:

Schoppe Bräu GmbH
Schönhauser Allee 176
10119 Berlin
www.schoppebraeu.de

Joybräu – Proteinbier + Zitrone

Wieder einmal steht ein Bier von Joybräu in Hamburg vor mir. Und wieder einmal bin ich etwas zurückhaltend. Bier ist für mich ein Genussmittel, also ein Lebensmittel, das in Maßen getrunken und genossen werden will. Und jetzt steht zum zweiten Mal ein Bier vor mir, das eine Funktion verspricht, nämlich Sportlern zu helfen, die bei ihrem Sport verlorenen Mineralstoffe und Vitamine wieder aufzufüllen. Ob das Joybräu, das in diesem Fall nicht einmal ein Bier ist, sondern ein Alsterwasser, dies leisten kann, müssen andere entscheiden. Ich kann mich nur mit der Qualität des Geschmacks beschäftigen. Beim ersten Bier der Hamburger war der Geschmack überraschend gut. Mal sehen, wie dieses Getränk mir gefällt.

Intensiv goldfarben und gefiltert läuft das Bier ins Glas und bildet dabei eine durchschnittlich große feste Schaumkrone, die sehr lange erhalten bleibt. Die Optik ist mal wieder richtig gut gelungen.

Das Aroma erinnert eher an Zitronenlimonade, das Bier kommt nur aus dem Hintergrund zum Vorschein. Nun gut, es handelt sich hier um ein Alsterwasser, also eine Mischung von Bier und Zitronenlimonade. Allerdings steht für mich die Limonade zu sehr im Mittelpunkt, zumindest im Aroma. Aber das ist reine Geschmackssache, die durch die eigenen Vorlieben bestimmt wird.

Der Antrunk ist süß, gefallen kann mir aber die feinperlige Kohlensäure. Auf der Zunge gesellen sich die Bitterstoffe des Hopfens zu Süße. Das Mundgefühl ist eher schlank. Im Abgang dominiert dann das Bitter und es klingt lange nach, es wirkt aber recht künstlich.

Mich kann das Proteinbier mit Zitrone nicht überzeugen. Mit einer anderen Zitronenlimonade, die den natürlichen Zitronengeschmack mehr in den Mittelpunkt stellt, würde mir das Produkt sicher besser gefallen. Aber dann könnte es eventuell die Erwartungen der durchschnittlichen Kunden nicht erfüllen.

Zutaten:

Alkoholfreies Bier (Wasser, Gerstenmalz, Hopfenextrakt, Hopfen), Aminosäurenzubereitung (Wasser, BCAA(L-Leucin, L-Isoleucin, L-Valin), a-L-Alanin, L-Carnitin, Erfrischungsgetränk mit natürlichem Zitronenaroma (Wasser, natürliches Zitronenaroma mit anderen natürlichen Aromen)

Alkoholgehalt:

< 0,5 % Vol.

Brauerei:

JoyBräu GmbH
Doormannsweg 43
20259 Hamburg
www.joybraeu.de

Liefmans Fruitesse – On The Rocks Alcohol Free

In einem 300 Jahre alten Gebäude in der belgischen Stadt Oudenaarde befindet sich die Liefmans-Brauerei. Am Ufer der Schelde gelegen, ist dies wahrscheinlich eine der am schönsten gelegenen Brauereien Belgiens. Die Brauerei besteht bereits seit dem 17. Jahrhundert und ist vor allem für ihre Fruchtbiere bekannt. Anfangs wurden die Biere aus den überschüssigen Kirschen der örtlichen Landwirte hergestellt, aber mit der Zeit wurden auch andere Obstsorten in die Biere integriert. Vor kurzem wurde eine alkoholfreie Version von Liefmans Fruitesse On The Rocks in das Sortiment aufgenommen.

Um Liefmans Fruitesse Alcohol-Free zu brauen, verwenden die Braumeister die gleiche Methode wie für das klassische Fruitesse mit Alkohol. Die Brauerei verspricht, dass der Brauer den Gärungsprozess rechtzeitig stoppt, sodass das Bier alkoholfrei bleibt und der Geschmack und der typische Charakter von Liefmans Fruitesse erhalten bleiben.

Außerdem steht auf der Flasche von Liefmans Fruitesse On The Rocks eindeutig, dass das Bier in einem mit Eis gefüllten Glas serviert werden sollte. An heißen Tagen sorgt das Eis dafür, dass das Bier erheblich länger kalt bleibt. Fülle ich also mein Glas mit Eiswürfeln, öffne die Flasche und gieße ein.

Und dabei mache ich bereits meinen ersten Fehler, indem ich mit ganz normaler Geschwindigkeit eingieße. Sofort habe ich eine richtig dicke rosafarbene Schaumschicht im Glas, die aber relativ schnell in sich zusammenfällt, so dass ich fortfahren kann, das kirschrote alkoholfreie Liefmans einzuschenken. Diesmal bin ich aber vorsichtiger und gieße langsam ein. Jetzt sieht das Bier richtig einladend aus.

Der Duft roter Früchte steigt mir in die Nase, dazu süße Noten, so dass das Bier beinahe an Kuchen erinnert.

Der Antrunk ist dann nicht so süß wie erwartet. Leider ist die sehr feinperlige Kohlensäure recht knapp dosiert. Auf der Zunge ist das Bier intensiv fruchtig und erinnert an einen Obstwein aus gemischten Früchten; allerdings ist das Bier nicht so süß wie die meisten Obstweine. Das Mundgefühl ist voll und rund. Der Abgang ist mild und der Geschmack der Früchte klingt kurz nach.

Alles in allem ist dieses Liefmans-Bier ein echtes Sommerbier, das bei sommerlichen Temperaturen auf jede Terrasse und jeden Balkon passt.

Zutaten:

Wasser, Frucht (15 %: Kirschen, Himbeeren, Heidelbeeren, Holunderbeeren, Erdbeeren), Gerstenmalz, flüssiger Zucker, Fructose-Glucose-Sirup, Aroma, Schwarzes Karottenkonzentrat, Nahrungsmittelsäure, Zitronensäure, Acesulfame-K, Sucralose, Hopfen, Antioxidationsmittel: Ascorbinsäure

Alkoholgehalt:

0,0 % Vol.

Brauerei:

Brouwerij Liefmans
Aalststraat 200
9700 Oudenaarde
Belgien
www.liefmans.com

Riedenburger Ur-Helles Alkoholfrei

Aus Riedenburg kommt das alkoholfreie Helle, das jetzt vor mir steht. Eine Besonderheit weist das Riedenburger Brauhaus auf: die Rohstoffe sind nicht nur EU-Bio, sondern echtes Bio, in diesem Fall Bioland. Außerdem braut Riedenburger bereits seit vielen Jahren mit Rohstoffen aus biologischem Anbau, das Unternehmen ist also nicht auf einen fahrenden Zug aufgesprungen, sondern gehört zu den Pionieren der biologischen Biere.

Hell goldfarben und gefiltert läuft das Bier ins Glas. Die feste Schaumkrone ist etwas mehr als durchschnittlich groß und bleibt sehr lange erhalten. Optisch gehört das Bier auf jeden Fall zu den besten alkoholfreien Bieren.

Das Bier duftet nach Getreide. Der malzige Duft mischt sich mit grasigen und pfeffrigen Noten. Dazu kommt noch eine leichte Süße.

Wie ich es erwartet habe ist auch der Antrunk leicht süß und frisch. Auf der Zunge kommt noch eine leichte fruchtige Säure dazu. Bitter ist kaum zu schmecken. Trotzdem ist das Mundgefühl voll. Erst im Abgang spüre ich in der Kehle ein leichtes Bitter, das die Fruchtigkeit begleitet und überraschend lange nachklingt.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen, Gärungskohlensäure, Hefe

Riedenburger Ur-Helles Alkoholfrei ist ein unkompliziertes und leicht zu trinkendes Bier ohne Ecken und Kanten.

Alkoholgehalt:

< 0,5 % Vol.

Stammwürze:

6,7° Plato

Brauerei:

Riedenburger Brauhaus
Hammerweg 5
93339 Riedenburg
www.riedenburger.de

BierSelect

Kehrwieder – Road Runner

Jetzt habe ich Lust, mal wieder ein alkoholfreies Bier zu genießen. Oliver Wesseloh von der Kehrwieder Kreativbrauerei in Hamburg hat mich eigentlich noch nie enttäuscht, Das Road Runner, das ich jetzt verkosten will, schraubt meine Erwartungen noch höher, hat es doch bei MeinigerÄs International Craft Beer Award die Platinmedaille errungen und wurde alkoholfreies Bier des Jahres 2020. Eigentlich kann da ja nichts mehr schiefgehen.

Nur mal so ganz nebenbei: der Road Runner hat seinen Namen zu Recht, denn er wurde auch mit Kaffeebohnen gebraut. Meines Wissens ist dies das erste alkoholfreie Bier ohne Alkohol mit Kaffee. Und es handelt sich nicht um irgendwelche Kaffeebohnen, sondern um Bohnen, die in Hamburg geröstet wurden. Mein Vorurteil ist daher, dass die Kaffeebohnen noch frisch waren, als sie verarbeitet wurden und daher von ihren vollen Geschmack und ihr volles Aroma hatten.

Blickdicht schwarz fließt das Bier ins Glas und bildet dabewi eine durchschnittlich große mittelbraune Schaumkrone. Sie ist feinporig und bleibt lange erhalten.

Hatte ich schon erwähnt, dass die Kaffeebohnen frisch bei Quijote in Hamburg geröstet wurden? Das gerantiert die absolute Frische. So überrascht es auch nicht, dass das Kaffeearoma den Duft dieses alkoholfreien Stout dominiert. Abgerundet wird der Duft durch einen Hauch Vanille sowie eine leichte Süße.

Die angenehme Süße stelle ich auch auf der Zunge fest, dabei ist das das Bier für ein Stout ungewöhnlich frisch. Auf der Zunge dominieren die Röststoffe, wobei ein minimales fruchtiges Sauer dazu kommt. Das Mundgefühl ist rech voll, für ein alkoholfreies Bier überraschend voll. Bitterstoffe stelle ich nur wenige fest. Erst im Abgang wird das Bitter etwas kräftiger. Die Röststoffe dominieren auch hier und klingen einige Zeit nach.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Röstgerste, Kaffeebohnen, Hopfen, Hefe

Alkoholgehalt:

< 0,5 % Vol.

Empfohlene Genusstemperatur:

12° – 14° Celsius

Brauerei:

Kehrwieder Kreativbrauerei
Oliver Wesseloh
Sinsdorfer Kirchweg 74-92
21077 Hamburg
www.kehrwieder.beer

Unertl – Weisse Alkoholfrei

Besser als der Bier-Onlinehandel Bierlinie kann ich es auch nicht formulieren: „Bayrisches Weißbier in Bioqualität als alkoholfreies Bier aus einer Brauerei für regionale Bierspezialitäten.“ Braucht es noch mehr, um zu überzeugen, dieses Bier einmal zu testen?

Bernsteinfarben und hefetrüb mit einer festen Schaumkrone, die sehr lange erhalten bleibt – so präsentiert sich das Bier im Glas.

Düfte nach Banane, Hefe, Karamell und Gewürznelke steigen mir in die Nase. Obwohl das Bier als alkoholfrei verkauft werden darf, bringt es doch die typischen Düfte eines Weizenbiers mit.

Der Antrunk offenbart eine angenehme Malzsüße sowie eine feinperlige Kohlensäure. Auf der Zunge zeigt sich das Bier fruchtig mit einer leichten Säure und die Aromen spiegeln sich wider. Das Mundgefühl ist weich, fast samtig. Auch der Abgang ist mild und fruchtig mit minimalem Bitter. Er klingt durchschnittlich lange nach.

Bei diesem Weißbier fehlt der Alkohol absolut nicht.

Zutaten:

Wasser, Weizenmalz, Gerstenmalz, Hopfen (Tradition, Perle, Herkules), Hefe

Alkoholgehalt:

< 0,5 % Vol.

Stammwürze:

7° Plato

Bittereinheiten:

14 IBU

Empfohlene Genusstemperatur:

6° – 8° Celsius

Brauerei:

Unertl GmbH
Weißgerberstr. 7-12
84453 Mühldorf a. Inn
www.unertl.de

Joybräu – Ocean Blue mit Vitamin C + B12 + B9

Ich muss zugeben, dass das Bier, das jetzt vor mir steht, bei mir einen schweren Stand hat. Zum Einen habe ich so meine Vorurteile gegenüber Functional Food, da ich den Eindruck gewonnen habe, dass diese Lebensmittel meist auf die (angebliche) Wirkung ausgerichtet sind, nicht auf Genuss. Und bei alkoholfreiem Bier geht es mir ähnlich – häufig wirken sie eher wässrig, auch wenn sich da in den letzten Jahren viel getan hat und die Geschmacksqualität bei vielen alkoholfreien Bieren deutlich besser geworden ist. Und hier kommt beides zusammen – ein mit Vitaminen angereichertes alkoholfreies Bier. Kann das überhaupt schmecken? Auf der anderen Seite hat dieses Bier beim Meiningers Craft Beer Award 2020 die Goldmedaille errungen. Eventuell muss ich zum Abschluss dieses Tests meine eigenen Vorurteile korrigieren.

Rotblond und gefiltert läuft das Bier ins Glas und erzeugt dabei eine durchschnittlich große Schaumkrone, die lange erhalten bleibt. Die Optik des Joybräu ist schon mal top

Das Aroma ist hopfenbetont und würzig mit blumigen Noten. Der Duft nach Karamell meldet scih aus dem Hintergrund und rundet die Hopfenaromen ab.

Der Antrunk ist recht süß und begeistert mich durch die sehr sanfte feinperlige Kohlensäure. Auf der Zunge entwickelt sich ein kräftiges Bitter, das gut auf die Süße aubgestimmt wird. Das Mundgefühl ist voll und weich. Im Abgang wird das Bier trockener und das Bitter klingt lange nach.

Tatsächlich stimmen meine Vorurteile in diesem Fall nicht. Das Joybräu Ocean Blue ist ein wirklich gutschmeckendes und süffiges alkoholfreies Bier.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfenextrakt, Hopfen, Vitamin C

Alkoholgehalt:

< 0,5 % Vol.

Brauerei:

GoyBräu GmbH
Doormannsweg 43
20259 Hamburg
www.joybraeu.de

And Union – Tuesday

Jetzt steht mal wieder ein Bier aus der Brauerei And Union vor mir, die ihre Biere nach den Wochentagen benennt, allerdings nur von Dienstag bis Sonntag. Einen Montag gibt es in dieser Serie nicht. Das Tuesday, das ich jetzt verkosten möchte, ist ein alkoholfreies Weizenbier. Während früher alkoholfreie Biere eher von geringerer Qualität waren, hat sich in den letzten Jahren in diesem Bereich einiges getan. Ich meine, dass die besser schmeckenden alkoholfreien Biere erst auftauchten, als auch die Craft Beer-Brauer sich mit diesem Bierstil befassten. Da es heute etliche gutschmeckende alkoholfreie Biere gibt, hoffe ich jetzt auf ein angenehmes Biererlebnis.

Leuchtend golden und mit leichter Hefetrübung fließt das Bier ins Glas und erzeugt dabei eine durchschnittlich große sahnige Schaumkrone, die lange erhalten bleibt. Die Kohlensäure ist sehr agil und rundet die perfekte Optik ab.

Das Aroma ist weizenbiertypisch. Düfte nach Banane, Nelke und Brotkrume steigen mir in die Nase. Ich meine, auch einige würzige Noten nach Pfeffer zu riechen.

Der Antrunk ist frisch und spritzig. Neben dem typischen Weizenbiergeschmack, der die Aromen auf der Zunge widerspiegelt, schmecke ich auch einige holzige Noten. Bitter ist kaum vorhanden, aber das ist bei einem Weißbier ja die Regel. Für ein alkoholfreies Bier ist das Tuesday sehr vollmundig, auch wenn mir die geschmacksverstärkende Eigenschaft des Alkohols doch etwas fehlt. Im Abgang kommt eine leichte fruchtige Säure auf. Leider klingt der Geschmack vergleichsweise kurz nach. Trotzdem gehört das Tuesday eindeutig zur Spitze der alkoholfreien Weißbiere.

Zutaten:

Wasser, Weizen, Gerstenmalz, Hefe, Hopfen (Hallertauer Perle, Hallertauer Perle, Hallertauer Tradition, Hallertauer Select Mandarin)

Alkoholgehalt:

< 0,5 % Vol.

Stammwürze:

5° Plato

Bittereinheiten:

12 IBU

Empfohlene Genusstemperatur:

3° – 5° Celsius

Brauerei:

Brewers & Union UG
Ganghofer Straße 31
80339 München

Pinta – Mini Maxi Red

Jetzt steht mal wieder eine Premiere vor mir – mein erstes alkoholfreies Sauerbier. Es stammt aus Polen, einem Land, in dem die Brauer sehr experimentierfreudig sind und durchaus auch bereit zu sein scheinen, Grenzen zu überschreiten.

Die Jungs von Pinta gehören zu den Urgesteinen der Craft Beer-Bewegung in Polen. Ihre große Reise begann am 28. März 2011, als sie die erste Charge von „Atak Chmielu“ (deutsch: „Angriff des Hopfens“) brauten – das erste kommerzielle IPA in Polen.

Seitdem brauen die drei immer wieder neue Ales, Lagerbiere und Sauerbiere. Dies geschieht entweder alleine oder in Zusammenarbeit mit ihren Freunden aus polnischen und ausländischen Brauereien.

Im Jahr 2015 begannen sie, verschiedene saure Biere zu brauen. Alles begann mit einem Roggen Sour Ale namens Kwas Alfa, gebraut mit Tobias Emil Jensen von der dänischen To Øl Brauerei. Pinta war auch die erste polnische Brauerei, die die Grenze überschritt und internationales Kooperationsbier außerhalb Polens braute. So haben sie Lublin to Dublin produziert – ein Stout, das 2014 in Dublin, Irland, von den Brauereien Pinta und O’Hara’s gebraut wurde. Im Jahr 2015 folgte die bereits erwähnte Zusammenarbeit mit der französischen Brasserie du Pays Flamand und dem dänischen To Øl. Sogar bis nach Japan sind die Brauer gereist, um gemeinsam mir der dortigen Baird Brewing Co ein Bier zu kreieren. Das hat vorher noch keine andere polnische Brauerei geschafft.

Rot, fast wie Johannisbeersaft, und hefetrüb läuft das Bier ins Glas und bildet dabei eine feinporige rosa Schaumkrone, die sehr stabil erhalten bleibt. Die Optik ist auf jeden Fall schon mal toll.

Das Bier duftet intensiv nach roten Johannisbeeren, Hiumbeeren und Kirschen, dazu kommen würzige Noten des Hopfens, die das Aroma perfekt abrunden. Das Malz kann ich nicht riechen.

Der Antrunk offenbart eine leichte spritzige Süße. Die leichte angenehme Säure kommt auf der Zunge zum Vorschein, wo sie gut mit der Herbheit des Hopfens harmoniert. Jetzt erinnert mich das Bier an einen guten und nicht zu süßen Obstwein. Obwohl es sich beim Mini Maxi Red um ein alkoholfreies Bier handelt, ist das Mundgefühl rund und voll. Der Abgang ist mild-fruchtig mit kurzem Nachklang.

Nach Mini Maxi Mango ist Mini Maxi Red der zweite alkoholfreie Knaller aus dem Hause Pinta. Das fruchtige Sauerbier wird mit frischen Kirschen und Himbeeren und dem Saft roter Johannisbeeren eingebraut und ist dementsprechend köstlich.

Der Antrunk präsentiert einen leichtfüßigen Körper mit feinsinnig ausgewogener Säure. Eine zarte Bittere balanciert die saftig-süße Fruchtsäure von Kirschen, Himbeeren und Johannisbeeren elegant aus, während eine kräftige Hopfennote dem Aromenspiel einen tollen Kick verleiht. Eine leicht prickelnde Kohlensäure lässt die Geschmacksnuancen auf der Zunge tanzen und trägt zum erfrischenden Charakter des Bieres bei. Das Finish ist knackig sauer und schmeckt vollmundig nach saftigen, roten Johannisbeeren.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Kirschsaft, Johannisbeersaft, Hopfen, Hefe

Alkoholgehalt:

< 0,5 % Vol.

Brauerei:

Browar PINTA Sp. z o.o.
ul. Na Oklu 22
34-300 Żywiec
Polen
www.grupazywiec.pl

Estaminet 0.0

Ein Estaminet ist eine typisch belgische Gaststätte, die sich allerdings auch im Norden Frankreichs findet. Sie kombiniert Café, Kneipe und Restaurant. Es diente der Bevölkerung als Treffpunkt, quasi das, was wir in Deutschland als Dorf- oder Stadtteilkneipe kennen. Dass das alkoholfrei Bier, das jetzt vor mir steht, so benannt ist, löst bei mir bereits einige Erwartungen an dieses Bier aus.

Golden und gefiltert läuft das Bier ins Glas. Dabei entsteht nur wenig feinporiger Schaum, der recht flott in sich zusammenfällt.

Die Süße des Malzes steigt mir deutlich in die Nase, begleitet durch das Herbe und Würzige des Hopfens. Im Grunde handelt es sich hier um ein für ein Pils typisches Aroma, das bei alkoholfreien Bieren aber meist nicht so deutlich hervorkommt.

Der Antrunk ist spritzig-frisch mit einer leichten Süße. Passend dazu dosiert gesellt sich afu der Zunge ein leichtes Bitter dazu, das zu einem für ein alkoholfreies Bier überraschend vollen Mundgefühl führt. Im Abgang wird das Bitter kräftiger, so dass es die Süße verdrängt und lange nachklingt.

Das Estiminet ist ein überraschend süffiges Bier ohne Alkohol. So etwas würde ich mir häufiger wünschen.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, natürliches Aroma, Hopfenextrakt

Alkoholgehalt:

0,0 % Vol.

Bittereinheiten:

17 IBU

Farbe:

6,5 EBC

Brauerei:

Palm nv-sa
Steenhuffeldorp 3
1840 Steenhuffel
Belgien
www.palm.be