Schlagwort-Archiv: Weizenbier

Walter Bräu – Weizen

Nun steht das Weizenbier von Walter Bräu in Wesel-Büderich vor mir. Die kleine Brauerei wurde 2005 im Keller eines Reihenhauses als Hobby gestartet. Nachdem das Bier immer mehr Freunde fand entschloss sich Walter Hüsges im Jahre 2007 die Brauerei in Wesel-Büderich aufzubauen und offiziell eine Hausbrauerei zu eröffnen. Vor diesem Hintergrund erschließt sich das Motto: „Vom Hobby zum Beruf, zurück zu den Wurzeln.“

Ziemlich einmalig ist die Braustube. Ich kenne keine andere Gaststätte, in der die Gäste ihr eigenes Essen mitbringen dürfen, um es bei einem Bier (das dann selbstverständlich dort erworben werden muss) zu genießen. Dabei können die Gäste den Brauer bei seiner Arbeit beobachten. Auch der Garten ist etwas Besonderes. Dort können die Gäste grillen, ein Fondue oder ein Raclette zubereiten. Grill, Fondue oder Raclette-Gerät stellt die Brauerei für kleines Geld zur Verfügung. Nur die Lebensmittel bringen die Gäste selbst mit. Aber kommen wir zum Bier, wegen dem die meisten Menschen eine Brauereigaststätte besuchen.

Goldgelb und hefetrüb präsentiert sich das Bier im Glas. Darüber bildet sich eine feinporige Schaumkrone. Diese fällt allerdings im Vergleich zum Schaum anderer Weizenbiere recht schnell in sich zusammen. Aber die Optik passt.

Das Bier duftet nach Weizen, Banane und Zitrusfrüchten. Bei der Auswahl der Hopfensorten hat der Brauer ein gutes Händchen gehabt.

Der Antrunk ist leicht süß und die feinperlige Kohlensäure sorgt für eine ordentliche Frische. Auf der Zunge ist aber Schluss mit dem guten Eindruck. Die Säure kommt in den Vordergrund und überdeckt jeden anderen Geschmack. Lediglich die Hefe kann sich noch einigermaßen gegen den sauren Geschmack behaupten. Der Abgang ist dann wieder mild, es sind kaum Bitterstoffe zu schmecken und ein Nachklang ist praktisch nicht vorhanden.

Die anderen Biere aus Büderich haben mir eigentlich recht gut gefallen. Das Weizenbier enttäuscht mich aber.

Zutaten:

Wasser, Weizenmalz, Gerstenmalz, Hopfen, Hefe

Alkoholgehalt:

5,2 % Vol.

Brauerei:

Walter Bräu Büderich
Perricher Weg 54c
46487 Wesel
www.walterbrau.de

Aecht Schlenkerla Rauchbier – Weizen

Heute steht mal eine echte regionale Spezialität vor mir, ein dunkles Rauchweizen aus Bamberg. Rauchbiere sind bekanntlich eine Spezialität aus Bamberg, und wenn sie nicht zu rauchig sind, ist der Rauchgeschmack eine interessante Alternative. Das Aecht Schlenkerla Rauchbier hat aber noch eine Besonderheit: die Brauerei Heller, aus der dieses Bier stammt, malzt das Gerstenmalz selber und kann daher frei über die Intensität des Rauchgeschmacks bestimmen. Aber beginnen wir doch einfach mit dem Test des Bieres

In dunklem Tiefrot steht das Bier im Glas. Auch wenn das Rückenetikett ein hefetrübes Bier verspricht, kann ich keinerlei Trübung feststellen, im Gegenteil, dieses Bier ist wirklich kristallklar. Darüber ist ein beiger Schaum, der sich aber leider recht schnell auflöst.

Das Aroma wird durch Rauch geprägt, dazu Schinken und unterstützt von roten Früchten. Dabei bleibt das Raucharoma aber angenehm und es wird nicht, wie bei einigen anderen Rauchbieren, penetrant.

Der Antrunk ist schwach süß und das Bier enthält nur wenige Bitterstoffe, die aber den Geschmack dominieren. Das Bier bleibt dadurch aber recht mild. Dazu kommt ein angenehmer Rauchgeschmack, der sich verstärkt, während das Bier der Kehle zuströmt.

Hier haben wir ein Bier, das wohl nichts für jeden Tag ist, aber zu kräftigen Speisen sehr gut passt.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen, Hefe

Alkoholgehalt:

5,2 % Vol.

Brauerei:

Heller-Bräu Trum GmbH
96049 Bamberg
http://www.schlenkerla.de

Liebhart’s – Bio Weizen naturtrüb

Die Brauerei Liebharts aus Detmold steht nicht nur für Bier, das mit Rohstoffen aus kontrolliert biologischem Anbau gebraut wird, sondern sie versucht auch, die Rohstoffe regional einzukaufen. Das gilt auch für Dienstleistungen, beispielsweise von Handwerkern. Die Brauerei schreibt weiter: „Als Unternehmer mit ausgeprägtem Heimatbezug arbeiten wir nicht nur mit dem ortsansässigen Handwerk und regionalen Zulieferern zusammen, wir schauen ebenso auf die Umweltverträglichkeit der Produktion und auf nachhaltiges Wirtschaften. Die Verwendung von Ökostrom Lippe der Stadtwerke Detmold und die Energierückgewinnung in der Brauerei schont Ressourcen und die Technologie Ohren und Nase der Nachbarn.“ Jetzt steht vor mir ein naturtrübes Weizenbier aus der ostwestfälischen Brauerei.

Intensiv goldfarben und mit recht viel Hefe fließt das Bier ins Glas. Dabei bildet sich für ein Weizenbier vergleichsweise wenig Schaum, was Konsumenten, die Probleme mit dem Einschenken von Weizenbier haben, sicherlich entgegenkommt. Als Ausgleich ist der Schaum reinweiß und feinporig und er bleibt lange erhalten. An der Optik ist absolut nichts auszusetzen.

Die für ein Hefeweizen typischen Düfte nach Weizen und Nelken steigen mir in die Nase, unterstützt durch einen Hauch Orangenschale. Das macht richtig Lust auf den ersten Schluck.

Der Antrunk ist spritzig. Die reichlich vorhandene Kohlensäure passt sich gut der leichten Süße an. Das Mundgefühl ist rund und voll. Das Malz kommt zusammen mit der Hefe gut zum Tragen und der Hopfen sorgt für ein ausgewogenes angenehmes Bitter. Im Abgang hält sich ein leichtes Bitter recht lange.

Liebhart’s Bio Weizen naturtrüb ist ein angenehmes und süffiges Weißbier ohne Ecken und Kanten, dafür mit viel Geschmack.

Zutaten:

Wasser, Weizenmalz, Gerstenmalz, Hopfen, Hefe

Alkoholgehalt:

5,2 % Vol.

Brauerei:

Liebharts Privatbrauerei GmbH & Co. KG
Am Gelskamp 6
32758 Detmold
www.residenz-biere.de

And Union – Steph Weiss

Die beiden Geschäftspartner Rui Esteves und Bradley Armitage waren mit dem Bier, das sie in ihrer Heimat Kapstadt bekamen, nicht zufrieden. Sie machten sich kurzerhand auf nach Europa. Ihr Ziel war es gutes, handwerklich gebrautes Bier nach Afrika zu holen. Gebraut wird heute in Bayern bei vier verschiedenen kleinen bis mittelgroßen, familiengeführten Brauereien. Das Engagement der beiden hat sich ausgezahlt, denn heute sind ihre Biere in ganz Südafrika und in vielen Biershops Europas erhältlich. Aus dem Sortiment der beiden Brauer steht jetzt das Steph Weiss vor mir, ein Hefeweizen.

Rotgolden fließt das Bier ins Glas. Dabei bildet es eine für ein Hefeweizen relativ kleine Schaumkrone, die aber feinporig ist und lange erhalten bleibt. Nachdem sich das Bier beruhigt hat, stelle ich fest, dass es recht wenig Hefe enthält.

Fruchtige Aromen steigen mir in die Nase. Ich rieche Banane, Grapefruit und Zitronenschale, unterstützt durch den Duft nach Gewürznelken. Wow, was für ein Hefeweizen.

Der Antrunk ist leicht süß und frisch. Die Aromen spiegeln sich auf der Zunge wider. Bitterstoffe sind nur sehr wenig vorhanden. Trotzdem ist das Bier vollmundig, rund und ungeheuer süffig. Erst im Abgang kommen die Bitterstoffe kurz in den Vordergrund. Der Geschmack klingt nur kurz nach.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Weizenmalz, Hefe, Hopfen

Alkoholgehalt:

5 % Vol.

Stammwürze:

12,0° Plato

Bittereinheiten:

20 IBU

Brauerei:

Brewers & Union UG
Ganghofer Straße 31
80339 München
www.andunion.com

Störtebeker – Roggen-Weizen

Ist das Bier Störtebeker aus der Störtebeker Braumanufaktur in Stralsund eigentlich Craft Beer? Ehrlich gesagt kann ich diese Frage nicht wirklich beantworten. Wer Craft Beer hört, denkt meist an Startups, die mit einem halben Dutzend Angestellten in der Brauerei aus besten Zutaten ein hervorragendes Bier braut. Teilweise arbeiten die Brauer auch alleine. Ich denke außerdem an originelle Rezepturen, an Biere, die nicht ständig zur Verfügung stehen, an ständig neue Biere und auch an Biere, bei denen jeder Sud etwas anders schmecken kann, da er ja aus rein natürlichen Zutaten hergestellt wurde. Ein weiteres von mir beobachtetes Merkmal der Craft Beer-Brauer ist eine erstaunliche Offenheit, was die Auswahl der Rohstoffe angeht. Ich gebe zu, dass ich bei der Aufzählung dieser Kriterien etwas romantisiert habe. Mir ist auch bewusst, dass sie nicht vollständig ist und auch nicht vollständig sein kann. Sicher hat jeder Mensch andere Kriterien, die ihm wichtig sind, Dies sind einfach die Eigenschaften von Craft Beer und Brauer, die mir spontan beim Schreiben in den Kopf gekommen sind und ich staune selbst, wie viele es geworden sind.

www.hopfenhelden.de macht sich auch so seine Gedanken, was Craft Beer Die Website kommt dabei auf 5 Kriterien, von denen ich hier nur mal die Überschriften aufzähle, was sich der Autor genau dabei gedacht und aufgeschrieben hat, können Sie ja unter dem am Anfang dieses Absatzes stehenden Link nachlesen. Hier nun die Kriterien:

  • Craft Beer zeigt Gesicht
  • Craft Beer ist unabhängig
  • Craft Beer ist kreativ
  • Craft Beer ist Handwerk
  • Craft Beer schmeckt

Zumindest nach diesen Kriterien ist meine Eingangsfrage beantwortet. Aber entscheiden Sie selbst.

So, genug der Vorrede, jetzt kommen wir aber wirklich zum Roggen-Weizen von Störtebeker. Ein Blick auf die Etiketten zeigt, dass der Roggen, auch wenn er im Namen ganz vorne steht, in der Inhaltsangabe weit hinten kommt, erst nach Weizen- und Gerstenmalz. Ich erwarte also eher ein Weizenbier mit einer Roggenzugabe. Mal so ganz nebenbei bemerkt: Malz und Hopfen dieses Biers aus kontrolliert biologischem Anbau. Jetzt keine weiteren Verzögerungen mehr, jetzt wird das Bier eingeschenkt.

Dunkel Rotbraun ist es, das Roggen-Weizen, dazu leicht hefetrüb. Darüber ein cremiger elfenbeinfarbener Schaum, der lange erhalten bleibt. Die Optik dieses Bieres macht richtig was her. Mal sehen, ob der Geschmack mit der Optik mithalten kann.

Bereits das Aroma ist betörend vielfältig. Der Duft reifer Bananen dominiert, was bei einem Bier mit einem hohen Anteil an Weizenmalz nicht verwundert. Dazu kommen Düfte von Rumtopf, Vanille und anderer Gewürze. Der Antrunk ist wenig süß, ich hätte eigentlich etwas mehr Süße erwartet. Dabei ist er aber durch die feinperlige Kohlensäure spritzig. Die Bananennoten, die den Duft dominiert haben, bleiben auch im Mund erhalten. Als sich das Bier im Mund verteilt, kommt erst seine ganze Komplexität zum Vorschein. Der Geschmack der Banane bleibt erhalten, dazu kommt eine angenehme Säure, zu der sich Anklänge dunkler Schokolade gesellen. So macht Bier Spaß. Der Abgang ist sehr mild und enthält nur minimale Bitterstoffe.

Zutaten:

Brauwasser, Weizenmalz, Gerstenmalz, Roggenmalz, Hopfen (Smaragd), Hefe

Alkoholgehalt:

5,4 % Vol.

Stammwürze:

12,9° Plato

Brauerei:

Störtebeker Braumanufaktur GmbH
18439 Hansestadt Stralsund
www.stoertebeker.com

BierSelect

Schöfferhofer – Dunkles Hefeweizen

Das Schöfferhofer Weizen kennt wohl jeder, zumindest aus der Werbung im Fernsehen. Grund genug für mich, jetzt einmal das dunkle Hefeweizen zu testen.

Es ist dunkelrot, enthält angemessen viel Hefe und einen sehr schönen cremefarbenen Schaum mit mittlerer Standzeit. Optisch gibt es also schon mal nichts auszusetzen. Es duftet nach Malz und Banane, also so wie erwartet. Dann können wir ja den Geschmack testen.

Im Antrunk ist der Hopfen deutlich zu schmecken, Malz ist eher etwas im Hintergrund. Schnell wird der Geschmack aber etwas dünn und ich habe den Eindruck, dass das Bier irgendeinen Fehlgeschmack mitbringt, nicht stark, aber doch störend. Leider kann ich ihn nicht identifizieren.

Wird mir dieses Bier in einem Lokal angeboten werde ich es sicher nicht stehen lassen, aber mein Lieblingsbier wird es gewiss nicht.

Zutaten:

Wasser, Weizenmalz, Gerstenmalz, Hopfenextrakt, Hefe

Alkoholgehalt:

5,0 % Vol.

Brauerei:

Schöfferhofer Weizenbier GmbH
Darmstädter Landstr. 185
60598 Frankfurt
www.schoefferhofer.de

Irlbacher – Hefe-Weißbier

Nun steht ein Bier aus dem niederbayerischen Moos vor mir, das Irlbacher Hefe-Weißbier. Die Brauerei in Moos hat einen Ausstoß von 140.000 Hektolitern und gehört lt. Wikipedia damit zu den größeren Brauereien in Niederbayern.

Goldgelb und mit sehr viel Hefe präsentiert sich das Bier im Glas. Darüber sehr viel gemischtporiger weißer Schaum, der für ein Weizenbier aber vergleichsweise schnell in sich zusammenfällt.

Das Aroma ist für ein Hefeweizen typisch durch Banane geprägt, frisch, dazu Getreide, das Aroma entspricht also wirklich genau den Erwartungen. Der Antrunk ist süßlich und mild, dazu kommt eine sanfte Kohlensäure. Der Eindruck von Bananen bleibt erhalten. Im Körper kommt noch eine leichte Säure dazu, so dass das Bier einen runden und ausgewogenen Eindruck macht. Der Abgang ist mild und er klingt auch nur kurz nach.

Insgesamt ein mildes Weizenbier, das gefällt.

Zutaten:

Wasser, Weizenmalz, Gerstenmalz, Hopfen, Hefe

Stammwürze:

12,7° Plato

Brauerei:

Schlossbrauerei Irlbach GmbH & Co. KG
Schloßalle 1
D-94554 Moos
http://www.irlbacher.de

Hopf – Helle Weiße

Miesbach ist eine im Mittelalter gegründete Kleinstadt in Oberbayern – ein Ort, wie ihn sich die Touristen wünschen. Im Dreieck Tegernsee, Schliersee und Wendelstein gelegen bietet der Ort enge, verwinkelte Gassen, einen schönen Marktplatz mit prächtigem Maibaum und die berühmte bayerische Gemütlichkeit. Auch die „Miesbacher Tracht“ wird bis heute aus Tradition und Verbundenheit zur Heimat getragen. Und genau aus dieser Bilderbuchidylle stammt das Weißbier, das jetzt vor mir steht, die Helle Weiße aus der Brauerei Hopf. Dass es auch in Kleinstädten und sogar Dörfern in Oberbayern ein eigenes Bier gibt, ist ja eigentlich nichts Besonderes. Aber eines hebt die Brauerei Hopf doch auch der Masse der Brauereien heraus: während es andernorts ein mehr oder weniger umfangreiches Standardsortiment an Bieren gibt, das durch eine saisonale Spezialität ergänzt wird, braut man in Miesbach sogar fünf saisonale Biere: die Spezial Weiße, den Weißen Bock, die Buospacher Bockfotzn, die Sauberne Schixs und das Bluat vo da Gams. Eintönig kann das Bier dort also nicht werden.

Goldgelb und kräftig hefetrüb ist das Bier, über dem sich eine sahnige weiße Schaumkrone bildet, nicht allzu üppig, aber dafür mit einer langen Verweildauer, bis sie schließlich doch in sich zusammengefallen ist. Ein Hefeweizen wie gemalt. Hoffentlich geht es so weiter.

Das Aroma ist stiltypisch. Ich rieche Banane, Hefe und einen Hauch Gewürznelken. Der Duft ist gut und angenehm, dabei aber unspektakulär.

Der Antrunk ist relativ süß und ich stelle fest, dass das Bier relativ wenig Kohlensäure enthält. Schade. Etwas mehr Kohlensäure hätte dem Bier sicher gutgetan. Aber bereits bei der ersten Berührung zwischen Bier und Zungenspitze fällt mir die Fruchtigkeit des Biers auf, die sich noch verstärkt, während sich das Bier im Mund verteilt. Anfangs sticht noch der Geschmack der Hefe stark hervor, zu dem sich aber schnell Noten von Birne und Banane gesellen. Zusätzlich sorgt eine leichte Säure für Frische. Auch der Abgang ist fruchtig und ich kann nur wenige Bitterstoffe feststellen.

Die durchgehende Fruchtigkeit unterscheidet dieses malzbetonte Weizenbier von vielen anderen. Das könnte daran liegen, dass dieses Bier nicht wie die meisten anderen Weizenbiere mit 51 % Weizenmalz und 49 % Gerstenmalz gebraut wurde, sondern dass für die Helle Weiße von Hopf satte zwei Drittel Weizenmalz eingesetzt wurden.

Zutaten:

Wasser, Weizenmalz, Gerstenmalz, Hopfen, Hefe

Alkoholgehalt:

5,5 % Vol.

Stammwürze:

12,7° Plato

Brauerei:

Weißbierbrauerei Hopf
Schützenstr. 8+10
83714 Miesbach
www.hopfweisse.de

Herrenhäuser – Weizen

Herrenhausen ist ein Stadtteil im Norden der niedersächsischen Landeshauptstadt Hannover. Bekannt ist Herrenhausen durch die Herrenhäuser Gärten, die bereits seit dem 18. Jahrhundert die Menschen anziehen. Aber dort gibt es auch die Privatbrauerei Herrenhausen, aus der das Weizenbier stammt, das jetzt vor mir steht.

Die Brauerei vertreibt ihre Biere nur regional, hat mir aber ihr Weizenbier sowie ihr Pils zugeschickt, damit ich sie hier im Ruhrgebiet verkosten und beschreiben kann. Vielen Dank dafür. Wenn ich mal wieder in Hannover bin, werde ich versuchen, auch die anderen Biere im Einzelhandel zu finden, damit ich auch diese beschreiben kann. Aber jetzt geht es erst einmal um das Weizen.

Goldgelb und hefetrüb präsentiert sich das Bier im Glas. Und es enthält enorm viel Hefe. Trotzdem sehr sich sehr viel aktive Kohlensäure, die zusammen mit dem Hopfen eine sehr voluminöse weiße und sahnige Schaumkrone ausbildet, die lange erhalten bleibt. So steht das Bier wie gemalt vor mir.

Der stiltypische Bananenduft steht auch bei diesem Bier im Vordergrund, wenn auch nicht so intensiv wie bei den meisten Weizenbieren. Dazu kommen teigige und blumige Noten. Zusammen mit einigen würzigen Aromen duftet das Bier frisch und angenehm. Das macht richtig Lust auf den ersten Schluck.

Der Antrunk ist eher trocken und nur mäßig süß. Dabei ist er sehr frisch; zusammen mit der sanften Weizenmalznote ist das Herrenhäuser Weizen also genau das Richtige für einen warmen Sommerabend. Schnell kommen auch die fruchtigen Noten dazu, die für ein rundes und samtiges Mundgefühl sorgen. Die reichlich vorhandene Hefe komplettiert den Geschmack. Im milden Abgang kommt auch der Geschmack der Banane zurück, die recht lange nachklingt.

Die Traditionsbrauerei aus Hannover hat mit dem Weizen ein charaktervolles Bier geschaffen, das sich wohltuend aus der Menge der Weizenbiere abhebt.

Zutaten:

Wasser, Weizenmalz, Gerstenmalz, Hopfen, Hefe

Alkoholgehalt:

5,5 % Vol.

Stammwürze:

12° Plato

Brauerei:

Privatbrauerei Herrenhausen
Herrenhäuser Str. 83-99
30419 Hannover
www.herrenhaeuser.de

BierSelect

Grünbacher – Altweiße Gold

Nun steht nach längerer Zeit mal wieder ein Weizenbier aus Oberbayern vor mir, das Grünbacher Altweiße Gold.

Bereits als ich mir das goldene und hefetrübe Weizenbier einschenke, fällt mir die viele Kohlensäure auf. Viel Kohlensäure? Nein, das trifft es noch nicht. Wahnsinnig viel Kohlensäure trifft es besser. Bei all den Bieren, die ich bislang verkostet habe, ist mir noch nicht so viel Kohlensäure untergekommen. Ansonsten bildet sich während des Einschenkens noch die weizenbiertypische Menge weißer feinporiger Schaum, der auch recht lange erhalten bleibt. Wie sich die Unmengen an Kohlensäure auf das Bier auswirken, bleibt abzuwarten; ansonsten hat die Brauerei zumindest optisch schon mal alles richtiggemacht.

Das Aroma ist stiltypisch, aber auch eigen. Ein teigiger Duft steht im Vordergrund, unterstützt durch die Düfte nach Bananen und Zitrone. Damit kann ich einen frischen Geschmack erwarten, es könnte durchaus das richtige Bier nach einem langen anstrengenden Tag sein. Aber jetzt greife ich vor, das ist ja schon das Fazit.

Der Antrunk ist recht süß, mein erster Eindruck ist, dass zu viel Süße vorhanden ist. Aber nein, die Süße wird durch den Geschmack der ebenfalls reichlich vorhandenen Hefe ergänzt. Dadurch hat das Bier einen eigenen Charakter, ohne dabei den typischen Geschmack von Weizenbier zu verlieren. Sobald sich das Bier im Mund verteilt, wird die Süße durch eine Säure ergänzt; mir fehlt spätestens hier aber das Bittere des Hopfens. Auch der Abgang ist sehr mild und kurz.

Wer ein sehr mildes Weizenbier mag, ist mir diesem Bier zum Ausklang eines heißen Sommertags sicher gut bedient. Da das Grünbacher anfangs sehr viel Kohlensäure enthält, kann es langsam getrunken werden, da es sich viel Zeit lässt, schal zu werden.

Zutaten:

Wasser, Weizenmalz, Gerstenmalz, Hopfen, Hefe

Alkoholgehalt:

5,3 % Vol.

Stammwürze:

12,5 %

Bittereinheiten:

12 IBU

Brauerei:

Schlossbrauerei Grünbach
Kellerberg 2
52461 Grünbach
www.schlossbrauerei-gruenbach.de