Schlagwort-Archiv: Wallonie

Bass & Co. – Pale Ale

Wieder steht ein Bier aus Belgien vor mir, das aus dem größten Brauereikonzern der Welt stammt, das Omer von AB InBev. Ich sehe mir zunächst die Etiketten an und dabei fällt mir nicht nur der mit 5 % unterdurchschnittliche Alkoholgehalt des Bieres auf, sondern auch, dass auf dem Rückenetikett eine Zutatenliste abgedruckt ist. Das ist für Biere ungewöhnlich, die für den Vertrieb innerhalb von Belgien abgefüllt wurden. Aber kommen wir zum Wesentlichen, zum Bier.

Cognacfarben und gefiltert zeigt sich das Bier im Glas. Darüber eine durchschnittliche Menge gemischtporiger Schaum, der sich leicht überdurchschnittlich schnell auflöst. Dazu sehe ich relativ wenig feinperlige Kohlensäure. Insgesamt macht das Bier optisch einen guten Eindruck.

Das Aroma wird durch den Karamellduft des Malzes geprägt. Dazu kommen blumige und würzige Noten und es wirkt durchaus frisch. Der Antrunk ist recht süß und ich stelle fest, dass das Bier mehr Kohlensäure gebunden hat als ich optisch feststellen konnte. Der Körper ist nicht so intensiv wie ich es von einem belgischen Bier mit dieser Farbe erwartet habe. Auch hier wird der Geschmack durch das Malz bestimmt. Die Röstaromen sind vorhanden, halten sich aber diskret im Hintergrund. Säure, Süße und Bitterstoffe sind sehr ausgewogen. Das Bier gefällt mir nicht schlecht, aber irgendwie fehlt ihm der Charakter, es hat keine Ecken und Kanten. Der Abgang ist angenehm mild und bitter, dabei aber doch langanhaltend.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Mais, Hopfen, Zucker, Invertzucker, Klärmittel: E150c (Ammoniak-Zuckerkulör)

Alkoholgehalt:

5,0 % Vol.

Brauerei:

InBev Belgium n.v./s.a.
Industrielaan 21
1070 Brüssel
www.ab-inbev.be

Zinne Bir

Die Brasserie de la Senne ist eine junge, aber talentierte belgische Brauerei, die von Bernard Lebouq und Yvan De Baets geleitet wird und deren Motto “ Qualität “ und “ Tradition “ ist. Aus diesem Grund werden alle Biere dieser Brauerei ungefiltert, unpasteurisiert und ohne Zusatzstoffe gebraut. Für den Brauprozess verwenden die Brauer nur Rohstoffe von höchster Qualität.

Strohgelb und hefetrüb ist das Zinne Bir. Darüber baut sich eine voluminöse feinporige Schaumkrone auf, die sehr lange erhalten bleibt. An der Optik gibt es wirklich nichts auszusetzen.

Das Aroma ist vor allem fruchtig und süß. Düfte nach Limone und Ananas steigen mir in die Nase, unterstützt vom Duft der Hefe sowie einigen würzigen Noten. Das macht richtig Lust auf den ersten Schluck.

Der Antrunk ist frisch und spritzig. Leichte fruchtige Süße von Aprikosen und Honig schmeichelt meiner Zunge. Die Aromen spiegeln sich auf der Zunge wider. Schnell kommt der Hopfen mit einem kräftigen Bitter in den Vordergrund. Dabei bleibt das Bier aber spritzig. Der Abgang ist recht trocken und die sehr angenehmen Bitterstoffe klingen noch lange nach.

Dieses blonde Bier überrascht mit seiner Komplexität.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen, Zucker, Hefe

Alkoholgehalt:

5,8 % Vol.

Brauerei:

Brasserie de la Senne
chaussée de Gand, 565
1080 Bruxelles
Belgien
www.brasseriedelasenne.be/

Quintine – Bio

Das Bier, das jetzt vor mir steht, ist der Hexe Quintine gewidmet, der letzten Hexe, die im belgischen Ellezelles im wallonischen Teil von Belgien am 26. Oktober 1610 auf dem Scheiterhaufen verbrannt wurde. Quintine war als gute Brauerin bekannt, verwendete aber häufig Zutaten, die nicht immer Gutes bewirkten.

Was Quintine so alles in ihr Bier gemischt hat weiß ich nicht. Ich stelle aber fest, dass die Brauerei in der Tradition Quintines braut. Zumindest sagt das Etikett nicht einmal aus, um welchen Bierstil es sich handelt. Ich habe das Bier trotzdem gekauft, quasi als Überraschungstüte. Ich kann aber nach dem Trinken sagen, dass es sich um ein Strong Ale handelt, auch wenn es mit seinen 5,9 Volumenprozenten Alkohol für belgische Verhältnisse nicht allzu stark ist. Aber wir wollen vom Bier ja den Genuss, die Wirkung soll nicht im Vordergrund stehen.

Hell bernsteinfarben und hefetrüb ist das Quintine. Es enthält eine sehr aktive Kohlensäure und es entwickelt recht viel sahnigen Schaum, der langsam in sich zusammenfällt. Optisch gefällt mir das Bier schon mal.

Das Aroma ist süß-säuerlich und fruchtig. Ich meine, Mango zu riechen, begleitet von einigen würzigen Noten. Der Antrunk ist voll und rund, so dass das Bier von Anfang an einen angenehmen Eindruck vermittelt. Auf der Zunge macht das Bier einen fruchtigen Eindruck. Auch wenn es relativ viel fruchtige Säure enthält, wirkt sie nicht unangenehm, sondern sie ist mit der Süße gut ausgewogen. Jetzt schmeckt das Bier nach tropischen Früchten, wobei der Geschmack nach Ananas im Vordergrund steht. Bitterstoffe machen sich erst im Abgang bemerkbar, zwar nur leicht, aber sie klingen lange nach.

Das Quintine Bio ist ein typisches belgisches Bier, das auch hervorragend zu belgischem Essen passt, also zu Muscheln und gebratenem Fisch.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Weizen, Hopfen, Hefe

Alkoholgehalt:

5,9 %

Brauerei:

Brasserie des Légendes sprl
Rue de castel 19
7801 Ath
Belgien
www.brasseriedeslegendes.be

Forestinne – Primoria

Jetzt steht die süße Waldelfe, die auf jedem Etikett dieser Serie zu sehen ist, an einem Bach im See und verspricht wieder einmal ein leckeres Bier. Ob sie dieses Versprechen halten kann? Probieren wir es aus.

Bereits beim Öffnen der Flasche quillt der Schaum aus der Flasche. Dabei habe ich sie doch überhaupt nicht geschüttelt. Bereits vor dem Einschenken werde ich etwas misstrauisch.

Rotblond und leicht hefetrüb steht das Bier im Glas. Ich sehe die reichlich vorhandene hyperaktive Kohlensäure. Ich glaube, so viel Kohlensäure habe ich bei noch keinem Bier gesehen. Über dem Bier bildet sich eine durchschnittliche Menge gemischtporiger Schaum, der sich allerdings recht schnell auflöst.

Das Aroma ist sehr fruchtig. Ich stelle Pfirsiche fest, Hefe und Gewürze. So intensiv wie der Duft ist, könnte es sich fast um Likör handeln. Der Antrunk ist nicht so süß wie ich es erwartet habe. Eventuell liegt es auch den Unmengen Kohlensäure, die den anderen Geschmack an den Rand drängt. Der Körper ist vergleichsweise sauer, dabei likörartig und nicht sonderlich ausgewogen. Auch der nichtssagende Abgang gefällt mir nicht sonderlich.

Nein, das ist nicht mein Bier. Aber offensichtlich gibt es andere Konsumenten, denen dieses Bier gefällt, sonst würde es schließlich nicht mehr gebraut.

Alkoholgehalt:

7,5 % Vol.

Brauerei:

Brasserie Caracole
5500 Falmignoul (Dinant)
Belgien
www.forestinne.be

Scotch C.T.S.

Bei Bieren, die von Großkonzernen gebraut wurden, bin ich in der Regel etwas kritisch. Sie sind häufig recht langweilig, manchmal aber auch gut, aber austauschbar. Nun steht ein Bier von AB InBev vor mir, das Scotch Crowned Tree Scotch. InBev ist bekannt dafür, auch Biere zu brauen, die durchaus als Craft Beer bezeichnet werden können. Der Konzern hat viele kleine Brauereien aufgekauft, lässt sie ihre Biere weiterbrauen und vertreibt sie unter seinem Dach. Mal sehen, ob es sich hier um ein solches Bier handelt.

Schwarz und fast blickdicht steht das Bier im Glas. Nur gegen das Licht gehalten schimmert etwas dunkles Rot durch. Darüber eine durchschnittliche Menge gemischtporiger haselnussbrauner Schaum, der sich durchschnittliche schnell auflöst.

Das Bier duftet nach Toffee, Schokolade und Feigen. Jetzt wird schon klar, dass dieses Bier nicht langweilig ist.

Der Antrunk ist recht süß, aber die sehr feinperlige Kohlensäure sorgt für eine angemessene Frische und Spritzigkeit. Im Körper ist die Rezenz dagegen relativ schwach ausgeprägt. Jetzt kommt ein ordentlicher Schokoladengeschmack zum Vorschein. Dazu ist das Bier leicht säuerlich und da die Säure etwas stärker ist als die Süße und noch angenehme Bitterstoffe dazukommen, hat das Bier einen ausgewogenen Geschmack. Der Abgang ist recht mild, klingt aber lange nach. Die Brauerei empfiehlt zu diesem Bier einen alten Gouda zu essen.

Alkoholgehalt:

7,2 % Vol.

Brauerei:

InBev Belgium s.a./n.v.
Bd. Industiel 21 Industrielaan
1070 Brüssel
Belgien
www.ab-inbev.com

Leffe – Royale Mapuche

Von Leffe sind vor allem die Biere Leffe Blond und Leffe Bruin bekannt, die es in nahezu jedem belgischen Supermarkt und in den meisten belgischen Restaurants gibt. Nicht ganz so bekannt ist, dass die zu AB InBev gehörende Brauerei auch einige Spezialitäten braut, die nicht ständig im Angebot sind. Dazu gehört die Reihe Royale, aus der ich jetzt das Mapuche vor mir stehen habe. Ein merkwürdiger Name? Nein, absolut nicht. Die Brauerei verrät die Lösung des Rätsels:

Der Braumeister von Leffe, Charles Nouwen, hat die halbe Welt bereist um den allerbesten Hopfen zu finden. Seine Wahl fiel auf Mapuche, in Patagonien, dem Teil von Argentinien südlich des Rio Negro, exklusiv für Leffe angebaut. Der Hopfen sorgt für den komplexen Charakter mit subtilen Bitterstoffen und kräuterigen Nuancen. Das Aroma enthält Düfte von Blaubeeren, roten Beeren und Aprikosen. Jetzt bin ich mal gespannt, ob ich diese Aromen ebenfalls feststelle und ob sie sich im Geschmack widerspiegeln.

Dieses dunkelgoldene Strong Ale ist gefiltert. Beim Einschenken bildet sich eine durchschnittliche Krone aus mittelporigem Schaum, die recht lange erhalten bleibt. Gegen die Optik ist also nichts zu sagen.

Wir haben jetzt Herbst und das Aroma des Leffe Royale Mapuche passt zu dieser Jahreszeit. Ich rieche Herbstfrüchte, Pflaume, Trockenobst, Waldhonig und blumige süße Aromen. Dieses komplexe Aroma lässt auch auf einen intensiven und runden Geschmack hoffen.

Der Antrunk ist mild und gleichzeitig frisch. Er zeichnet sich durch eine zurückhaltende Süße aus. Auf der Zunge entwickelt sich schnell eine Geschmacksmischung, an der Früchte, Bittermandeln und Kräuter beteiligt sind. Das Bier ist komplex und vollmundig und ein leichtes Bitter kommt dazu. Im Abgang wird das Bitter etwas schwächer; es klingt aber sehr lange nach.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen (Mapuche), Hefe

Alkoholgehalt:

7,5 %

Brauerei:

Von AbInBev gebraut für:

Brasserie Abbaye de Leffe s.a.
Place de Abbaye 1
5500 Dinant
Belgien
www.leffe.com

Leffe – Brune

Nachdem mir gerade das Leffe Blonde überhaupt nicht geschmeckt hat will ich auch gleich ein zweites Bier aus der Brauerei hinter mich bringen, das Leffe Bruin. Die Zutatenlisten der beiden Biere unterscheiden sich nicht. Aber ich hoffe doch, dass durch ein anderes Malz und einen anderen Hopfen diesmal ein besseres Bier auf mich wartet.

Dunkelrot, die Brauerei schreibt mit Recht mahagonifarben, steht das Bier im Glas, dazu eine Menge feinporiger hellbrauner Schaum, der auch lange erhalten bleibt. Optisch ist das Bier also sehr ansprechend.

In der Nase zeigt sich ein breites Aromenspiel von Karamell, Röststoffen und Trockenfrüchten. Das macht Lust auf den ersten Schluck.

Der Antrunk ist leicht süß und wird durch die kräftige Kohlensäure abgerundet. Nach wenigen Sekunden kommen die Röstaromen zum Vorschein, die durch überraschend wenige Bitterstoffe unterstützt werden. Dafür bleibt das Bittere zusammen mit den Röstaromen lange zurück. Dieses Bier bildet einen angenehmen Gegensatz zum Blonde.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Mais, Zucker, Hopfen, Hopfenextrakt

Alkoholgehalt:

6,6 % Vol.

Brauerei:

InBev Belgium
B.P. 200
1070 Brüssel
Belgien

für

Br. Abbaye de Leffe
Place de’l Abbaye
1 5500 Dinant
Belgien
http://www.leffe.com

Forestinne – Nordika

Heute fährt die kleine Waldelfe, die die Etiketten dieser Bierserie ziert, mit einem Wikingerschiff gen Norden. Nicht nur, dass das auf dem vorderen Etikett bildlich dargestellt wird, sondern auf dem Rückenetikett wird „Le Réconfort venu du Grand Nord“ versprochen, also eine Aufmunterung aus dem Norden. Dann wollen wir doch mal sehen, ob das Bier diese Versprechungen auch einhalten kann.

Golden und leicht hefetrüb zeigt sich das Bier im Glas. Darüber bildet sich viel weißer cremiger Schaum, der auch lange erhalten bleibt. Außerdem sehe ich, dass das Bier sehr viel Kohlensäure enthält. Optisch macht das Bier also schon mal einen sehr guten Eindruck.

Das Bier duftet nach Feige, dazu ein Hauch Zimt. Im Hintergrund kommt noch etwas Zitrusaroma durch. Das Aroma macht genau wie die Optik schon mal Lust auf den ersten Schluck.

Der Antrunk ist süß, wirklich süß. Ohne die viele Kohlensäure, die dem Bier eine gewisse Frische verleiht, wäre es bei mir jetzt bereits durchgefallen. Aber der Körper dieses Bieres reißt es dann raus. Er ist wirklich kräftig und dabei ausgewogen. Er erinnert stark an Sherry und erinnert deutlich an einen Aperitif. Jetzt wird mir das Bier richtig sympathisch. Der Abgang ist mild und es zeigen sich kaum Bitterstoffe. Trotzdem bleibt der Geschmack recht lange erhalten.

Alkoholgehalt:

7,5 % Vol.

Brauerei:

Brasserie Caracole
5500 Falmignoul (Dinant)
Belgien
www.forestinne.be

Super des Fagnes – Griottes

Belgien ist unter anderem für seine Fruchtbiere bekannt. Die meisten dieser Spezialitäten kommen eher aus dem flämischen Teil Belgiens, aber jetzt steht ein mit Kirschen gebrautes Fruchtbier aus der Wallonie vor mir. Aber nicht nur die Herkunft des Bieres ist eine Besonderheit, sondern auch, dass es wohl mit 7 % ganzen Früchten gebraut wurde, nicht wie die Fruchtbiere aus Flandern mit Fruchtsaft oder mit Sirup. Zumindest ist auf dem Rückenetikett ausschließlich von Kirschen die Rede. Mal sehen, ob sich dieser Unterschied auch im Geschmack widerspiegelt.

Satt rubinrot ist das Bier, dabei klar und mit sehr viel Kohlensäure. Darüber bildet sich eine durchschnittliche Menge cremiger Schaum, hell rosafarben, der lange erhalten bleibt. Optisch hat die Brauerei alles richtiggemacht.

Das Aroma wird durch die Düfte vollreifer Kirschen zusammen mit Marzipan dominiert, hinter denen die Aromen von Malz und Hopfen fast verschwinden.

Der Antrunk ist süß und fruchtig. Bei aller Vollmundigkeit ist er aber aufgrund der reichlich vorhandenen Kohlensäure spritzig. Im Körper tritt mehr und mehr der Geschmack von Marzipan in den Vordergrund. Offensichtlich wurde hier wirklich mit ganzen Kirschen gearbeitet, so dass auch der Geschmack bitterer Mandeln aus dem Inneren der Kirschkerne durchkommt. Damit wird dieses Bier eigenwilliger als die Fruchtbiere aus dem Norden Belgiens, es hat einfach mehr Persönlichkeit. Dabei gefällt dieses sehr intensive Bier sicherlich nicht jedem, aber ich bin wirklich begeistert. Lediglich der Abgang ist kurz und er fällt gegenüber der Geschmacksexplosion des Antrunks und des Körpers ziemlich ab. In diesem speziellen Fall sehe ich das aber nicht einmal als Nachteil an.

Es ist sicher kein Bier, das ich den ganzen Abend so nebenbei trinken könnte. Aber es ist ein guter Aperitif vor Speisen, die etwas Süße vertragen, beispielsweise vor Wildgerichten. Dieses Bier ist auch eines der wenigen, die ich zu Desserts empfehlen kann, beispielsweise zu Vanillepudding oder Nusseis. Ich könnte mir auch vorstellen, dass dieses Bier mit einem Geliermittel wie Pektin aufgekocht ein wirklich leckeres Gelee ergibt. Aber das habe ich nicht getestet.

Alkoholgehalt:

4,8 % Vol.

Brauerei:

Brasserie des Fagnes
Route de Nismes 26
5660 Mariembourg
Belgien
www.fagnes.com

Val-Dieu – Bière de Noël

Es ist das dritte Septemberdrittel, in den Supermärkten türmen sich Pfeffernüsse, Spekulatius und andere Weihnachtsnaschereien, in der Fußgängerzone von Essen hängt die Weihnachtsbeleuchtung und so muss es mich nicht wundern, dass jetzt das erste Weihnachtsbier des Jahres vor mir steht. Es handelt sich um das Bière de Noël aus Val-Dieu, einer ehemaligen Zisterzienserabtei in Belgien, genauer gesagt aus dem Tal der Berwinne, gelegen an der Grenze zwischen dem Herzogtum Limburg und der Grafschaft Dalhem.

Im Jahr 200 verließen die letzten Mönche die Abtei und der Orden entschloss sich, die Abtei einer christlichen Laiengemeinschaft anzuvertrauen, die unter Aufsicht der Zisterzienser bis heute die Geschicke des Klosters lenkt.

Im Kloster werden nicht nur das Abteibier, sondern auch diverse Käsespezialitäten sowie Apfelcidre hergestellt. Alle diese Produkte sind von der Handwerkskunst der Zisterzienser inspiriert. So verwundert es auch nur bedingt, dass dieses Bier beim World Beer Award 2018 die Bronzemedaille gewonnen hat.

Hell bernsteinfarben und hefetrüb präsentiert sich das Bier im Glas. Darüber bildet sich leicht überdurchschnittlich viel feinporiger Schaum, der aber leider recht schnell in sich zusammenfällt.

Der Antrunk ist süß, wobei die reichlich vorhandene feinperlige Kohlensäure für eine gewisse Frische sorgt. Schnell kommt eine leichte fruchtige Säure dazu, während ich Bitterstoffe kaum wahrnehmen kann. Trotzdem macht das Bier einen recht runden und süffigen Eindruck. Im Abgang verstärkt sich die Säure und der Geschmack des Alkohols tritt in den Vordergrund. Der Nachklang ist mittellang.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen, Portwein, Hefe

Alkoholgehalt:

7,0 % Vol.

Brauerei:

Brasserie de l’abbaye du Val-Dieu
Val-Dieu 225
4880 Aubel
Belgien
www.val-dieu.com