Schlagwort-Archiv: Trappistenbier

Chimay Cinq Cents

Über die Besonderheiten der Trappistenbiere im Allgemeinen und von Chimay im Besonderen habe ich nun ja bereits mehrfach geschrieben, so dass ich diese Themen hier nicht wiederholen muss und direkt mit dem Testen des Chimay Cinq Cents beginnen kann.

Es handelt sich um ein bernsteinfarbenes Bier, leicht hefetrüb, das im Glas viel gemischtporigen weißen Schaum entwickelt, der recht lange erhalten bleibt.

Das Aroma wird durch das Malz bestimmt, das einen Hauch von Röststoffen mit sich bringt, dazu fruchtige Noten nach roten Früchten und Mandeln.

Der Antrunk ist recht süß nach Rosinen, aber durch die feinperlige Kohlensäure ist er durchaus frisch. Schnell kommen noch würzige Noten dazu, so dass das Bier einen runden und ausgewogenen Eindruck macht. Im Abgang bildet sich das Bitter langsam und klingt lange nach. Am Geschmack erstaunt mich, dass das Bier „nur“ 8 Volumenprozent Alkohol enthält. Es schmeckt durchaus noch kräftiger.

Zutaten:

Wasser, Gerste, Weizen, Zucker, Hopfen, Hefe, Ascorbinsäure

Alkoholgehalt:

8 % Vol.

Stammwürze:

16,9° Plato

Brauerei:

S.A. Bières de Chimay N.V.
Route Charlemagne, 8
6464 Baileux
Belgien
www.chimay.com

La Trappe – Bockbier

La Trappe ist eines von zwei niederländischen Trappistenbieren. Das Bier wird im Trappistenkloster Onze Lieve Vrouw van Koningshoeven in Berkel-Enschot bei Tilburg gebraut und vertrieben. Die Trappisten brauen hier schon seit 1884 Bier und verdienen damit ihren Lebensunterhalt, wie es die Regel des hl. Benedikt vorsieht.

Das La Trappe Bockbier hat einige Besonderheiten. La Trappe Bock Bier ist ein Bockbier, das einer zweiten Gärung unterzogen wird. La Trappe Bockbier ist nach Angaben der Brauerei das einzige Trappisten-Bockbier in der Welt. Es wird mit natürlichen Zutaten gebraut und durchläuft eine zweite Gärung in der Flasche. Im Jahr 2014 wurde das La Trappe Bockbier zum besten Bockbier der Niederlande gekürt.

Das Bockbier ist dunkel-rubinrot, beinahe ist es schwarz. Im Glas bildet sich sehr viel feinporiger beiger Schaum, der lange erhalten bleibt. Optisch ist das Bier perfekt gelungen.

Das Bier duftet nach Röstmalz. Ich rieche Kaffee, dunkle Schokolade und auch einen Hauch roter Früchte.

Der Antrunk ist süß und ohne die reichlich vorhandene sehr feinperlige Kohlensäure würde ich hier die Kostprobe abbrechen. Schnell kommen etwas Säure sowie ein leichtes Bitter dazu, was zusammen mit dem leicht schokoladigen Geschmack durchaus einen runden Geschmack erzeugt. Im Abgang kommen zunächst die Kaffeenoten zum Vorschein, die im recht langen Nachklang aber durch den Geschmack von Kakao abgelöst werden.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Weizenmalz, Glukosesirup, Hopfen, Hefe

Alkoholgehalt:

7,0 % Vol.

Bittereinheiten:

38 IBU

Brauerei:

Bierbrouwerij de Koningshoeven B.V,
Eindhovenseweg 3
5056 RP.Berkel-Enschot
Niederlande
www.latrappetrappist.com

Orval

Das Orval ist ein Trappistenbier, das in der Zisterzienserabtei Notre-Dame d’Orval gebraut wird. Die Herstellung dieses Bieres ist aufwändiger als bei den meisten anderen Bieren.

Ungewöhnlich ist schon einmal das Schroten, das im Nassmahlverfahren geschieht. Dabei wird während des Schrotens auf 65° Celsius erhitztes Wasser zugeführt und die Maische wird direkt in den Läuterbottich gepumpt. Die Erhöhung der Temperatur geschieht durch Zubrühen von heißem Wasser. Die obergärige Hauptgärung dauert vier bis fünf Tage. Bei der anschließenden Nachgärung wird ein Verschnitt aus zehn Hefestämmen verwendet, der vorwiegend aus Brettanomyces besteht. Brettanomyces ist ein Hefestamm, den die meisten Brauer meiden wie der Teufel das Weihwasser. Ausnahmen sind die Produzenten von Sauerbier, beispielsweise von Geuze oder Gose. Bei den weitaus meisten Bierstilen gilt Brettanomyces als Kontamination. Während der Lagerung wird das Bier mit Doldenhopfen gestopft. Nachdem die Hefe per Zentrifuge entfernt wurde wird das Bier erneut mit flüssigem Kandiszucker gespeist und es wird für die Flaschengärung neue Hefe zugegeben. Für die Flaschengärung werden die Flaschen zwei bis drei Wochen bei einer konstanten Temperatur von 15° Celsius gelagert. Bei der Auslieferung beträgt der Alkoholgehalt etwa 6,2 % Vol., durch die Flaschengärung kann er noch um etwa ein Volumenprozent steigen.

Das Orval lässt sich nicht beschreiben. Da die Reifung in der Flasche fortschreitet, ändert sich der der Geschmack grundlegend. In Wikipedia wird die Geschmacksänderung während der Flaschenreifung so beschrieben: „. Während das Bier beim Verlassen der Brauerei frisch und hopfig ist, entwickelt sich bei weiterer Lagerung ein komplexes Aromenprofil. Die durch Brettanomyces gebildeten Phenole und Ester treten nach sechs Monaten hervor.[3] Orval hat, nach der Beschreibung des Bierkritikers Michael Jackson, „[…] ein erdiges, lederig-öliges Aroma, in dem manche Degustatoren Salbei entdecken, und intensiv herben, säuerlichen Geschmack.“ (Michael Jackson: Michael Jackson: Bier International. 2. Aufl., Bern 1999, ISBN 978-3444105401, S. 136.) Von anderen Trappistenbieren unterscheidet es sich insbesondere in seiner Trockenheit.“ Damit Sie den Reifegrad des Bieres einschätzen können, hier noch der Hinweis, dass die Brauerei dem Orval eine Mindesthaltbarkeit von fünf Jahren gibt.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen (Hallertauer, Styrian Goldings, Strisselspalt), Zucker, Hefe

Alkoholgehalt:

6,2 % Vol. – 7,2 % Vol.

Stammwürze:

14° Plato

Bittereinheiten:

40 IBU

Brauerei:

Abbaye d’Orval
Orval Nr. 1
6823 Villers-devant-Orval
Belgien
www.orval.be

Engelszell – Nivard Trapistenbier

Auch wenn die meisten Trappistenbiere in Belgien gebraut werden, gibt es doch einige wenige Braustätten der Trappisten in den Niederlanden, den USA und in Österreich. Aus der Trappistenbrauerei in Engelszell stammt das Nivard, das jetzt vor mir steht. Es wurde nach Pater Nivard Volkmer benannt, der 1919 bei Banja Luka in Bosnien geboren wurde. Mit elf Jahren kam er in die Internatsschule des Klosters Maria Stern mit der Absicht, Mönch zu werden. „So bin ich in das Trappistenleben hineingewachsen. Aus tiefstem Herzen bin ich überzeugt: Das Gute kommt aus der Stille, aus dem Schweigen“. 1944 wurde er zum Priester geweiht. Nach den Kriegswirren kam er 1951 in das Stift Engelszell, wo er viele Jahre lang verschiedene Ämter bekleidete, darunter zwei Jahre Superior (Oberer). 1991 wurde er wieder nach Banja Luka gerufen, zur Leitung seines Stammklosters. Schließlich kehrte er 2002 von den Mühen des Lebens gezeichnet, „heim“ nach Engelszell, wo er sich im September 2014 in die himmlische Heimat verabschiedete.

Hell bernsteinfarben und hefetrüb präsentiert sich das Nivard im Glas. Die üppige Schaumkrone ist fest und bleibt lange erhalten.

Düfte nach Biskuitteig, Karamell und Zitrone steigen mir in die Nase, begleitet durch einige würzige Noten, die für die belgische Ale-Hefe typisch sind.

Als ersten Eindruck vermittelt das Bier eine angenehme Frische, die durch die sehr reichlich dosierte Kohlensäure noch gesteigert wird. Auf der Zunge kommt ein leichtes angenehmes Bitter dazu. Der Alkohol ist deutlich zu schmecken, so dass das Nivard trotz der lediglich 5,5 Volumenprozent Alkohol eher an ein Starkbier erinnert. Dabei ist das Bier recht vollmundig. Erst im Abgang kommt die Fruchtigkeit mehr in den Vordergrund. Der Geschmack des Alkohols bleibt dabei erhalten. Der Geschmack klingt sehr lange nach. Dabei überrascht mich, dass der Geschmack im Nachklang immer besser wird.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen, Hefe

Alkoholgehalt:

5,5 % Vol.

Stammwürze:

12,5° Plato

Bittereinheiten:

27 IBU

Brauerei:

Stift Engelszell
Stiftstr. 6
4090 Engelhartszell
Österreich
www.stift-engelszell.stadtausstellung.at

Westmalle – Trappist Dubbel

Die Trappistenmönche leben nach den Regeln des Heiligen Benedikt. Der Gewinn der Brauerei versorgt das Kloster und wird für karitative Werke eingesetzt. Das erste selbst gebraute Trappistenbier wurde bereits im Jahr 1836 serviert. Die Trappistenbiere werden ausschließlich mit natürlichen Inhaltsstoffen gebraut und gären in der Flasche nach. Vorläufer des heutigen Westmalle Dubbel war eine festliche Ausgabe des dunklen Tafelbiers, das die Trappistenmönche von Westmalle ab 1856 mit „doppelten“ Schüttungen der verwendeten Zutaten zubereiteten. Das Bier galt Anfang des 19. Jahrhunderts als stärkstes Bier Belgiens. Das Rezept wurde 1926 erneuert und begründete den Bierstil „Dubbel“. Unfiltriert, unpasteurisiert und zentrifugiert abgefüllt, mit natürlicher Nachvergärung in der Flasche, die eine lange Haltbarkeit garantiert. Im Vergleich zu den Flaschenabfüllungen soll das Dubbel vom Fass, das in mehr als 300 belgischen Cafés und Kneipen ausgeschenkt wird, etwas weicher und cremiger schmecken.

Kastanienbraun ergießt sich das Bier ins Glas und bildet dabei eine sehr voluminöse hellbraune Schaumkrone, die sehr lange erhalten bleibt. Die Optik ist schon mal sehr ansprechend.

Röstaromen dominieren den Duft dieses Trappistenbieres. Schokolade und Kaffee meine ich zu riechen, dazu Brotkrume und Trockenfrüchte, abgerundet durch einen Hauch Lakritz und etwas schwarzem Pfeffer.

Der Antrunk ist recht süß, aber die reichlich dosierte Kohlensäure vermittelt ein Gefühl von Frische. Auf der Zunge erscheint der Geschmack nach dunkler Schokolade, unterstützt durch Honig sowie eine leichte fruchtige Säure. Das Mundgefühl dieses komplexen Bieres ist voll und rund. Im Abgang wird es schlanker mit einem leichten Bitter und dem Geschmack nach Kaffee. Dieser Geschmack klingt noch lange nach.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz (helles und Cara Gerstenmalz), Hefe, Zucker, Hopfen (Saaz-Saaz, Styrian Goldings)

Alkoholgehalt:

7 % Vol.

Stammwürze:

15,7° Plato

Empfohlene Genusstemperatur:

9 – 14° Celsius

Brauerei:

Abdij van de Trappisten van Westmalle
Antwerpsesteenweg 496
2390 Westmalle
Belgien
www.trappistwestmalle.be

La Trappe – Witte Trappist

Die Abtei Koningshoeven liegt in Berkel-Enschot in der niederländischen Provinz Nordbrabant. Von dort kommt das Witte Trappist, das jetzt vor mir steht. Ein Blick auf die Zutatenliste auf dem Rückenetikett überrascht mich. Ich hätte eigentlich ein Witbier nach belgischem Vorbild erwartet, bei dem auch Koriandersamen und Bitterorangenschalen verbraut werden. Das ist bei diesem Bier nicht der Fall; im Grunde ist das Witte Trappist ein Weizenbier nach bayrischem Vorbild mit einer zweiten Gärung in der Flasche. Ob die Niederländer das können? Gleich werde ich es wissen.

In hellem Weizengelb und leicht hefetrüb mit einer sehr voluminösen Schaumkrone, die sehr standfest ist, strahlt mir das Bier aus dem Glas entgegen. Die Optik ist schon mal makellos.

Das Aroma ist frisch und leicht säuerlich. Das Bananenaroma des Weizenmalzes mischt sich mit den Hopfenaromen nach Zitrusschale, Steinfrüchten sowie nach weißem Pfeffer und Gewürznelke.

Der Antrunk passt zum Aroma. Er ist frisch und durch die reichlich vorhandene Kohlensäure wirklich spritzig. Auf der Zunge breitet sich eine angenehme Fruchtigkeit aus, die sich mit dem Geschmack des Malzes mischt. Bitterstoffe sind nur gering vorhanden, wodurch das Bier nicht ganz rund ist. Gut gekühlt ist es aber ein angenehmes Sommerbier. Der Abgang ist mild und schlank, die Fruchtigkeit und das Bitter sind eher verhalten, klingen aber lange nach.

Zutaten:

Wasser, Weizenmalz, Gerstenmalz, Glukosesirup, Hopfen, Hefe

Alkoholgehalt:

5,5 % Vol.

Bittereinheiten:

14 IBU

Brauerei:

Bierbrouwerij de Koningshoeven
Eindhovenseweg 3
5056 RP, Berkel-Enschot
Niederlande
www.latrappetrappist.com