Schlagwort-Archiv: Österreich

Gusswerk – Zum Wohl

Jetzt steht mal wieder ein Bier aus Österreich vor mir. Dieses Bier hat zwei Besonderheiten: es ist aus Zutaten aus biologischem Anbau gebraut worden und es ist glutenfrei. Und es ist nicht nur EU-Bio, sondern Weizen, Gerste und Hopfen stammen aus Demeter-Anbau. Weizen und Gerste stammen von Meinklang in Pamhagen (Burgenland), wo das Getreide Demeter-zertifiziert und biodynamisch angebaut und geerntet wird. Der Hopfen kommt aus Tettnang am Bodensee vom einzigen Demeter-Hopfenbauer der Welt. So ganz ohne Gluten ist das Bier aber wohl nicht; die Brauerei garantiert lediglich, dass dieses Bier weniger als 5 ppm Gluten enthält.

Bernsteinfarben und hefetrüb steht das Bier im Glas, darüber wenig weißer feinporiger Schaum, der sich allerdings recht schnell auflöst.

Das Bier duftet nach Getreide, Zitrusfrüchten und Vanille. Das Aroma ist wirklich angenehm und nicht zu beanstanden.

Der Antrunk ist leicht süß und lässt eine angenehme Menge Kohlensäure fühlen. Der Körper ist allerdings eher flach, recht bitter und leicht sauer. Im Abgang ist das Bier langweilig und es klingt nicht nach.

Ich gebe ja zu, dass diese Kritik negativer klingt als sie gemeint ist. Glutenfreies Bier zu brauen ähnelt der Quadratur des Kreises und ich habe schon schlechtere glutenfreie Biere getrunken. Für Allergiker ist dieses Bier sicher zu empfehlen, aber wer auf Gluten nicht reagiert, sollte wohl doch lieber ein anderes Bier wählen.

Zutaten:

Wie bei einigen anderen Bieren aus Österreich veröffentlicht auch das Brauhaus Gusswerk die Zutaten für das Bier nicht. Das Rückenetikett sagt lediglich aus, dass Gerstenmalz enthalten ist.

Alkoholgehalt:

4,9 % Vol.

Stammwürze:

11,9 %

Brauerei:

Brauhaus Gusswerk
Römerstr. 3
5222 Hof bei Salzburg
Österreich
http://www.brauhaus-gusswerk.at

BrewAge – Malzstrasse

Bereits im Jahr 2007 kamen die ersten Ideen ans Licht des Tages, in Wien eine Craft Beer-Brauerei zu gründen. Damals wurden die Pläne aber nicht realisiert, sondern es dauerte bis 2012, bis die Pläne wieder aufgegriffen wurden. Bereits zwei Jahre später errang die Malzstraße, die jetzt vor mir steht, beim World Beer Cup eine Silbermedaille. Die Jungs haben sich also richtig angestrengt, richtig gute Biere zu kreieren. Derzeit haben sie noch keine eigene Brauanlage, sondern lassen als Gypsy-Brauer die meisten ihrer Biere bei Gusswerk brauen.

Dies wird auch in der Beschreibung deutlich, die die Jungs für die Malzstraße verfasst haben: „Eine Ode an das Malz – Genuss wie von einem anderen Stern: Die Malzstraße, das Wiener Lager von Brew Age. Schon beim ersten Blick fällt die tiefgoldene, leicht rötliche Farbe des Bieres auf und stellt klar: Die Malzstraße ist kein 08/15 Massenbier. Der Hauptakteur bei unserem Wiener Lager ist das Wiener Malz. Diese Malzsorte erzeugt einen komplexen aber angenehmen Körper mit Noten nach Biskuit. Die dezente Hopfenbittere sorgt für Balance und Erfrischung. Und weil wir der Meinung sind, dass eine elegante Hopfenblume dem Bier die Krone aufsetzt, haben wir es mit feinstem Aromahopfen aus der Hallertau veredelt.“ Na, dieser Beschreibung muss ein Bier erst einmal entsprechen.

Im Glas präsentiert es sich rot-orange und klar. Der Schaum ist nicht ausgeprägt und er fällt auch schnell in sich zusammen. An der Optik könnte die Brauerei noch etwas arbeiten, aber es kommt ja nicht in erster Linie auf die Optik an, sondern auf das Aroma und den Geschmack.

Und das Aroma hat es schon in sich. Wie der Name vermuten ließ dominiert das Malz mit einem Duft nach Biskuit und Toffee, untermalt mit dem Aroma gelber Äpfel. Jetzt gefällt mir das Bier schon besser.

Als ersten Eindruck meldet mir die Zunge, dass das Bier eine ordentliche Malzsüße mitbringt, auch wenn das Bier nicht klebrig-süß wirkt. Außerdem verbindet sich die Süße mit der gut dosierten feinperligen Kohlensäure, was der Malzstraße eine ordentliche Frische verleiht. Die Komplexität zeigt sich einen Moment später, wenn Malz und Hopfen eine Verbindung eingehen. Vollmundig und rund ist das Bier jetzt, mit einer leichten Säure und etwas Bitter. Dieses Wiener Lager ist richtig schön süffig. Der Abgang ist mild bitter und süß und er klingt lange nach.

Dieses Bier gefällt mir, auch wenn ich mir gewünscht hätte, dass die Brauer etwas mehr Mut zur Fruchtigkeit bewiesen hätten. Aber dann wäre die Malzstraße wohl auch zu weit vom Bierstil abgekommen. Auch wenn ich mich nicht vollständig mit dem Bier anfreunden kann, hat es seine Auszeichnung zu Recht bekommen.

Zutaten:

Brauwasser, Gerstenmalz (Wiener, Pilsner, Karamellmalz), Hopfen (Hallertauer Mittelfrüher), Hefe

Alkoholgehalt:

5,0 % Vol.

Bittereinheiten:

20 EBC

Brauerei:

BrewAge GmbH
Mittelgasse 4
1060 Wien
Österreich
www.BrewAge.at

Green Betty

Das Brauhaus Gusswerk ist eine innovative Symbiose aus Bierausschank und Brauerei, ein Ort für Genuss, Kommunikation und Gemütlichkeit. Initiator dieses einzigartigen Projektes ist der Salzburger Reinhold Barta, Braumeister aus Leidenschaft. Nach über zehn Jahren Bio-Brauerfahrung verwirklichte er 2007 seine Bio-Brauerei im Salzburger „Gusswerk“, wo auf über 40.000 m2 zahlreiche renommierte Firmen ihr Zuhause gefunden haben. Reinhold Bartas Ziel ist es, nachhaltig und biologisch-dynamisch produziertes Bier in Österreich salonfähig zu machen. Als er die Pläne des „Gusswerks“ sah, war ihm sofort klar: „Hierher gehört meine Brauerei.“ Das Bier sollte aus der Kraft des Ursprungs geschöpft werden, natürlich mit rein biologischen Zutaten und alten, naturbelassenen Herstellungsverfahren, die den Kreis der Natur widerspiegeln. Deswegen braut der Braumeister nach biologisch-dynamischen Demeter-Richtlinien.

Mit der Green Betty hat Reinhold ein Bier kreiert, das einem Rezept aus der Zeit nachempfunden wurde, als Hopfen noch nicht bei der Bierherstellung verwendet wurde. Damals wurden zum Brauen unterschiedliche Kräuter verwendet. Für die Green Betty wurden neben zwei Hopfensorten auch Wermut, Grundrebe, Giersch und Mädesüß verwendet. Im Jahr 2009 errang dieses Bier den zweiten Platz bei der österreichischen Staatsmeisterschaft der Kleinbrauereien.

Schwarz ist sie, die Betty. Dabei ist sie fast blickdicht, nur gegen das Licht gehalten schimmert etwas Rubinrot durch. Ich sehe reichlich Kohlensäure, die für eine durchschnittlich große hellbraune Schaumkrone sorgt. Der Schaum ist größtenteils feinporig, fällt aber relativ schnell in sich zusammen.

Das Aroma wird durch die Röststoffe des Malzes dominiert. Düfte nach Schokolade und Nüssen steigen mir in die Nase, begleitet von Kräuteraromen und einen leichten sauren Duft. Damit ist das Aroma ungewöhnlich, aber wirklich nicht schlecht.

Der Antrunk ist recht süß und der Schokoladengeschmack harmonisiert gut mit der sanften Kohlensäure. Dieser Geschmack verliert aber schnell an Dominanz und wird durch die Noten der verwendeten Kräuter ergänzt. Jetzt macht das Bier einen nicht ganz ausgewogenen Eindruck. Der Abgang ist sehr mild, ich schmecke nur wenige Bitterstoffe, dafür kommen die Kräuternoten in den Vordergrund. Der Geschmack nach Schokolade ist dezent, klingt aber trotzdem lange nach.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz (Pilsner, Kara Dunkel, Röstmalz), Wermut, Gundlrebe, Giersch, Mädesüß, Hopfen (Mühlviertler Malling, Tettnanger Aroma), Hefe

Alkoholgehalt:

5,4 % Vol.

Stammwürze:

12,6° Plato

Bittereinheiten:

23 IBU

Brauerei:

Brauerei Gusswerk
Römerstraße 3
5322 Hof bei Salzburg
Österreich
www.brauhaus-gusswerk.at

BrewAge – Alphatier

Es war etwa im Jahr 2005, als einige junge Männer in Wien begannen, im Keller ihr eigenes Bier zu brauen. Aus dieser Gruppe wurde BrewAge, eine Gypsy-Brauerei, die 2014 begann sich dem Markt zu stellen. Jetzt ist es das Ziel, innerhalb von zwei Jahren in Wien eine eigene Brauerei zu eröffnen.

Von BrewAge steht jetzt das Alphatier vor mir, ein New England IPA, Bei der Entwicklung dieses Bieres haben sich die Brauer das Ziel gesetzt, ein Bier mit viel Hopfen zu kreieren, ohne dass das Bier übertrieben bitter wird. In welchem Maße dieses Ziel erreicht wurde werde ich gleich feststellen. Aber eines ist sicher: den vielen Hopfen haben die Jungs auf jeden Fall verarbeitet. Es gibt während des Brauprozesses etliche Zeitpunkte, zu denen Hopfen beigegeben werden kann, und die Wahl des Zeitpunktes entscheidet zusammen mit der Hopfensorte über das Ergebnis. Den Hopfen zu einem anderen Zeitpunkt zuzugeben kann zu unterschiedlichen Ergebnissen führen. Insgesamt wurden für das Alphatier 25 g Hopfen je Liter verwendet, was etwa die 70fache Menge ist, die eine Großbrauerei verwenden würde. Noch mehr Hopfen geht nun wirklich nicht.

Eingeschenkt offenbart sich ein Fest der Sinne. Ein blondes, samtiges Bier mit feiner Naturtrübung. Der Schaum ist gemischtporig und fällt leider relativ schnell in sich zusammen.

Der Duft ist betörend fruchtig. Das Aroma nach Grapefruit ist dominierend. Das Alphatier markiert sein Revier innerhalb der IPAs: fruchtig, frisch und frech.

Der Antrunk ist recht süß, dabei aber frisch und vom ersten Moment an wunderbar fruchtig. Auffällig ist auch die reichlich dosierte feinperlige Kohlensäure. Schnell kommt ein gut abgestimmtes Bitter dazu, wobei die Brauer nicht übertrieben haben. Dafür wird die Fruchtigkeit immer kräftiger, so dass ein fast saftartiger Eindruck entsteht. Dieser wird noch durch das samtige Mundgefühl verstärkt, für das die Haferflocken sorgen, die ebenfalls mit verbraut wurde. Der Abgang ist überraschend mild. Trotzdem klingen die Bitterstoffe lange nach.

Dieses New England Pale Ale ist ein überraschendes Bier, das seinen Namen zu Recht trägt.

Zutaten:

Brauwasser, Gerstenmalz (Pilsner, Wiener, Münchner), Hopfen (Amarillo, Centennial, Citra, Mosaic), Haferflocken, Hefe

Alkoholgehalt:

5,6 % Vol.

Stammwürze:

12,8° Plato

Bittereinheiten:

45 IBU

Brauerei:

BrewAge GmbH
Haberlandtgasse 64/3/1
1220 Wien
Österreich
www.brewage.at

Der Gastonomie gehen die Fachkräfte aus

Seit dem 2. November des vergangenen Jahres befindet sich die österreichische Gastronomie und Hotellerie im bereits zweiten Lockdown. Dass dies aufgrund der Pandemie notwendig ist, steht freilich außer Zweifel. Auch, dass Umsatzersatz, Fixkostenzuschuss, Mehrwertsteuer-Reduktion und natürlich das Werkzeug der Kurzarbeit für die gesamte österreichische Gastronomie und Hotellerie eine große Hilfe und gar im Europa-Vergleich einfach Spitze sind, steht außer Frage. „Doch der mehr als viermonatige Lockdown hat dennoch tiefe Spuren in der Gastronomie und Hotellerie hinterlassen“, sagt Jürgen Pichler, Herausgeber und Gründer des renommierten Branchenmagazins Rolling Pin.

Dabei stützt er sich auf eine vom Magazin aktuell durchgeführte Umfrage unter 17.414 Mitarbeiter*innen der Gastronomie und Hotellerie. So gaben 25,33 % der Teilnehmer an, die Branche auf dem schnellstmöglichen Weg verlassen zu wollen. Als Hauptgründe für den ersehnten Branchenwechsel sind die covidbedingte fehlende Perspektive sowie der Einkommensverlust, der unter anderem dem Entfall des Trinkgeldes geschuldet ist. Dieser Verlust bedeutet für 41,8 % der Befragten, dass sie mit dem zur Verfügung stehenden Geld schlichtweg nicht auskommen. Zum Vergleich: Nur 7,1 % gaben an, dass das Trinkgeld „schön, aber nicht relevant“ sei.

Jürgen Pichler, Herausgeber Rolling Pin: „Im Schnitt bekommen Mitarbeiter*innen der Gastronomie und Hotellerie € 284,– Trinkgeld pro Monat. Bei einem Nettoeinkommen von € 1.800,– wären das ungefähr 15 % des Gesamteinkommens, die plötzlich wegfallen. Wenn man noch die 10 bis 20 % Gehaltsreduktion durch die Kurzarbeit mitrechnet, hat jeder Gastronomiemitarbeiter 25 % bis 35 % ihres oder seines Einkommens verloren. Das ist weitaus mehr als in jeder anderen Branche!“

Weil es bereits vor der Krise an Fachkräften mangelte und abgesehen von der aktuellen Situation auch noch ein Einbruch bei den Auszubildenden innerhalb der Branche zu erwarten ist, schlagen Experten nun Alarm.

Jürgen Pichler, Herausgeber Rolling Pin: „Wenn die Regierung den Mitarbeitern der Gastronomie und Hotellerie jetzt nicht gezielt hilft, steuern wir auf einen Fachkräftekollaps hin, von dem sich das Tourismusland Österreich nie wieder erholen wird. Daher heißt es: Schnell handeln! Und zwar jetzt!“

Gemeinsam mit engagierten Arbeitgebern wie Matthias Winkler (Sacher Wien) wurden daher nun folgende Forderungen formuliert:

DER FORDERUNGSKATALOG.

1. Trinkgeld-Ersatz für alle Mitarbeiter der Gastronomie und Hotellerie.

Alle Mitarbeiter der Gastronomie und Hotellerie, welche der Branche erhalten bleiben oder in die Branche wechseln, sollen bis 31. 12. 2022 einen Steuerfreibetrag in der Höhe von 20 % ihres Brutto-Einkommens erhalten. Durch diesen Steuerfreibetrag soll der Verlust des Trinkgeldes kompensiert und gleichzeitig ein finanzieller Anreiz geschaffen werden, um in der Branche zu bleiben bzw. in Gastronomie und Hotellerie zu wechseln. So soll ein Fachkräftekollaps abgewendet werden.

2. Klare Ziele und Vorgaben, unter welchen Sicherheitsmaßnahmen die Gastronomie und Hotellerie wieder öffnen darf.

Zwar ist man sich in der Branche darüber einig, dass die Bekämpfung der Pandemie und das Schützen von Menschenleben allerhöchste Priorität haben. Dennoch benötigen Gastronom und Hoteliers sowie deren Mitarbeitern eine verbindliche Orientierung, wann und wie sie wieder arbeiten dürfen. Daher werden klare und verbindliche Vorgaben, welche sicherheitsrelevante Auflagen die Gastronomie und Hotellerie bei einer Bewirtung einhalten müssen, dringend eingefordert. Darüber hinaus muss eine klare Kennzahl etabliert werden, aus welcher hervorgeht, ab wann Betriebe wieder öffnen dürfen oder gegebenenfalls wieder schließen müssen. In dieser Kennzahl sollen jedoch nicht nur der Inzidenzwert, sondern auch weitere Parameter wie etwa die Krankenhausbelegung und Durchimpfungsrate pro Bezirk einfließen.

Max Glaner’s IPA

Max Glaner’s ist die Craft Beer-Marke der Brauerei Stiegl im Stadtteil Maxglan in Salzburg. Bislang haben mir die Biere dieser Reihe ausgesprochen gut gefallen, so dass es kein Wunder ist, dass ich mir jetzt das IPA gekauft habe und es jetzt verkosten will.

Angenehm sieht es im Glas aus, das Max Glaner’s IPA, bernsteinfarben, hefetrüb und mit einer auffallend aktiven Kohlensäure. Darüber bildet sich sehr viel weißer grobporiger Schaum, der lange erhalten bleibt.

Fruchtig duftet das IPA, Grapefruit und florale Noten mischen sich mit Karamell und dem Duft reifer Birnen. So lasse ich mir ein IPA gefallen.

Der Antrunk ist fruchtig und spritzig. Nur wenig Süße ist zu schmecken, dafür eine erfrischende Säure nach Grapefruit. Schnell gesellt sich eine IPA-typische Bitterkeit dazu, auch wenn das Max Glaner’s nicht so bitter wie die meisten anderen IPAs ist. Limone und Orangenschale sind zu schmecken. Auch der Abgang ist für ein IPA vergleichsweise mild, aber erfrischendes Bitter bleibt noch lange auf der Zunge.

Das Max Glaner’s IPA ist das richtige Bier für Konsumenten, denen die üblichen IPAs zu intensiv bitter sind.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen, Hefe

Alkoholgehalt:

5,8 % Vol.

Stammwürze:

13,8° Plato

Bittereinheiten:

45 IBU

Brauerei:

Stieglbrauerei zu Salzburg GmbH
Kendlerstraße 1
5020 Salzburg
Österreich
www.stiegl.at

Raschhofer – Lebenskünstler

Nun habe mal wieder ein Bier aus Altheim im Innviertel in Österreich vor mir stehen, das Lebenskünstler Witbier aus der Brauerei Raschhofer. Diese im Jahr 1645 erstmals urkundlich erwähnte Brauerei stellt sowohl Craft Beer als auch mehrere Biere für den Massenmarkt her.

Ein Blick auf das Rückenetikett weist neben der üblichen Werbe-Prosa eine Besonderheit auf: in der Zutatenliste steht kein Hopfen. Die notwendigen Bitterstoffe stammen aus Kumquats, hier Bitterorangen genannt. Da können wir wohl mit Fug und Recht ein besonderes Bier erwarten. Beginnen wir also mit der Verkostung.

In einem hellen Goldgelb zeigt sich das obergärige Bier im Glas, dazu reichlich Kohlensäure und eine durchschnittliche Menge cremiger Schaum, der auch einige Zeit erhalten bleibt.

Das Aroma ist vielfältig und komplex. Ich stelle Karamell, Zitrusfrüchte und Kräuter fest.

Der Antrunk ist leicht süß und durch die feinperlige Kohlensäure angenehm frisch. Im Körper gesellt sich zu der Süße noch eine leichte Säure hinzu, so dass ein ausgeglichener runder Geschmack entsteht. Dieser Geschmack wird durch den ebenfalls verbrauten Koriandersamen vervollständigt. Der Abgang ist würzig mit wenig Bitterstoffen.

Zutaten:

Gerstenmalz, Haferflocken, Bitterorangen, Koriander

Alkoholgehalt:

5,1 % Vol.

Stammwürze:

12,2° Plato

Brauerei:

Brauerei Raschhofer
Braunauer Straße 12
4950 Altheim
Österreich
http://www.raschhoferbier.at

Stiegl – Gipfelstürmer

Nun steht mal wieder ein Bier von Stiegl im schönen Salzburg vor mir. Es handelt sich um den Gipfelstürmer aus der Hausbier-Reihe der Brauerei. Dabei handelt es sich um ein Dinkel-Weißbier, wobei das Bier mit mehr Dinkelmalz als mit Gerstenmalz gebraut wurde. Für die Gärung wurde eine obergärige Weißbierhefe verwendet.

Wie es zu diesem Bier kam, erklärt der Braumeister Dr. Kiener auf dem Etikett: „Der beste Weg, den Kopf für neue Bierkreationen freizubekommen, ist eine Wanderung in den Hohen Tauern. Diesmal war mein Ziel der Großglockner, das Dach Österreichs, das über allen umliegenden Bergen thront. Ich genoss meinen Aufstieg zum Gipfel. Der Schnee, das Eis und die kalten Felsen sorgten für eine willkommene Erfrischung meines Geistes. Als ich oberhalb der Hohenwartscharte stand, glaubte ich meinen Augen nicht zu trauen: Eingebettet zwischen Eis und Blockwerk wuchs ein tropischer Fruchtbaum. Litt ich an Höhenkrankheit? Lag es am fehlenden Sauerstoff? Keineswegs. Mein nächster Gedanke war kristallklar. Ein erfrischendes Dinkelvollbier mit dem fruchtigen Duft von tropischen Früchten musste her! Ich ließ den Gipfel links liegen und machte mich rasch an den Abstieg, immer noch die cremefarbene Schaumkrone dieser Bierspezialität vor Augen, und konnte es kaum erwarten, meine Idee in die Tat umzusetzen.“ So viel zur Prosa auf dem Etikett, kommen wir zur Verkostung des Bieres.

Leuchtendorange bis kupferfarben und hefetrüb ist der Gipfelstürmer mit einer leicht überdurchschnittlichen Menge weißen Schaums, der durchschnittlich lange erhalten bleibt. Die Optik ist schon mal recht ansprechend.

Auch das Aroma ist sehr angenehm fruchtig. Ich rieche Zitronenschalen, Ananas, Mango und Banane. Damit macht das Bier richtig Lust auf den ersten Schluck.

Der Antrunk ist relativ süß und vollmundig. Dazu kommt eine feinperlige Kohlensäure, die für eine wirkliche Frische sorgt. Schnell breitet sich eine feine Fruchtigkeit im Mund aus, Ananas steht im Vordergrund, aber auch weitere Früchte sind vertreten. Erst im Abgang setzt sich ein freundliches und zartes Bitter durch, das dieses Bier wundervoll abrundet.

Zutaten:

Wasser, Dinkelmalz, Gerstenmalz, Hopfen (Spalter Select, Triskel, Simcoe), Weißbierhefe

Alkoholgehalt:

5,2 % Vol.

Stammwürze:

12° Plato

Brauerei:

Stieglbrauerei zu Salzburg
5020 Salzburg
Österreich
www.stiegl.at

Destillerie-Kunst der höchsten Stufe: Heiß erkämpfte Spitzenplätze

Mit Familie Hochstrasser aus Mooskirchen (Waldhimbeerbrand, Holy Gin Kräuter, Kürbiskern-Cocktail) sowie Alfred Dunst vom Hödlhof aus Stubenberg am See (Weichsellikör, Alter Apfel, Alter Muscat Bleu) stehen zwei der bekanntesten Namen in der steirischen Brennerszene mit jeweils drei Landessiegen ganz an der Spitze der heurigen Landesbewertungen der Landwirtschaftskammer (LK) Steiermark, dicht gefolgt von den beiden Doppellandessiegern Bernhard Berger (Anger Marillenbrand, Marillenbrand Barrique), der seine Marillen in der wohl edelsten Form präsentiert, und Rupert Hütter aus Wollsdorf (Vogelbeerbrand, Whisky), der zwar zum ersten Mal, aber ebenfalls gleich mit einem Doppellandessieg zugeschlagen hat.

Großer Run auf den landesweiten Destillerie-Wettbewerb

„Die Herstellung von Edelbränden ist für die heimischen Obstbauern eine wachsende Nische, mit der immer mehr ein Standbein zur Absicherung ihre Betriebe finden“, sagt Herbert Muster, Leiter des Obstbaureferates in der LK. Dies spiegelt sich auch bei der Landesprämierung für Edelbrände wider: Nach dem absoluten Einreichrekord von 601 Proben im vergangenen Jahr hatte die 16-köpfige Expertenjury heuer genau 602 Edelbrände zu bewerten – also um eine mehr – und das trotz der Unwägbarkeiten der Corona-Krise. Insgesamt stellten sich 130 Betriebe diesem Qualitätswettbewerb – was nach 121 im Vorjahr ebenfalls ein neuer Rekord ist. „Die Landessieger kommen aus allen Teilen der Steiermark, und noch nie gab es ein derartiges ‚Kopf-an-Kopf-Rennen‘ an der absoluten Spitze. Insgesamt wurden in 23 Kategorien die allerbesten der besten Edelbrände gekürt“, sagt Verkostungschef Georg Thünauer.

Klassische Brände dominieren, Liköre und in Holz gereifte Edelbrände sind trendige Nische

„Die Dominanz der begehrten Edelbrände aus Äpfeln, Birnen, Weichseln, Zwetschken oder Quitten ist nach wie vor ungebrochen. Als spannende Nischen haben sich in den vergangenen Jahren auch softe Liköre, Gin oder auch in Holz gereifte Brände etabliert“, so Thünauer.

Mehrfachlandessieger

Vollendung in Geschmack und Geruch, Frucht, Typizität, Sauberkeit und Harmonie sind die alles entscheidenden Kriterien, um Landessieger zu werden. Die preisgekrönten Sieger heißen: Dreifachsieger Alfred Dunst vom Hödlhof aus Stubenberg am See (Weichsellikör, Alter Apfel, Alter Muskat Bleu), Dreifachlandessieger Gerald und Gerlinde Hochstrasser von der Destillerie Hochstrasser aus Mooskirchen (Waldhimbeerbrand, Holy Gin Kräuter, Kürbiskern-Cocktail), Doppellandessieger Rupert Hütter aus Wollsdorf (Vogelbeerbrand, Whisky), Doppellandessieger Bernhard Berger aus Anger (Marillenbrand, Marillenbrand Barrique). Die weiteren Landessieger sind Helmut Pronegg aus Leutschach (Williams Zigarrenbrand), Franz und Theresia Heigl aus Kitzeck (Kriecherlbrand), Franz Simon aus Fehring (Birnenbrand), Günter Peer aus Leitring (Kronprinz Rudolf Apfelbrand), Robert Selinschek aus Pichla bei Mureck (Traubenbrand Muskat), Barbara Harling aus Groß St. Florian (Zwetschkenbrand), Barbara Hainzl-Jauk aus Frauental (Schilcher Gelägerbrand), Ulrich Steinbauer aus Rassach (Weichselbrand), Daniela und Markus Holzer aus Vorau (Hirschbirnenbrand), Herbert Mayerhofer aus Untertiefenbach (Zirberl), Karl-Heinz Schlagbauer aus Pöllau (Maschanzker Apfelbrand), Franz und Gertrude Semlitsch aus Klöch (Williamsbirnenbrand) sowie Otmar Trunk aus Leutschach (Quittenbrand).

Das Rennen geht weiter: Im Sommer Kür „Edelbrenner des Jahres“

Es bleibt spannend: Die Mehrfachlandessieger stellen sich mit ihren Top-Produkten der Kür „Edelbrenner des Jahres“. Gemeinsam mit dem „Saftproduzenten des Jahres“ und dem „Mostproduzenten des Jahres“ präsentiert die Landwirtschaftskammer im Sommer den „Edelbrenner des Jahres“.

Auszeichnungsplakette auf Flaschen und Hoftafeln

Die prämierten Obstveredler dürfen ihre erlesenen Produkte mit der runden Auszeichnungsplakette „Landessieger 2021“, „Gold bei der Landesbewertung 2021“ oder „Ausgezeichnet bei der Landesbewertung 2021“ kennzeichnen. Außerdem erhalten die Landessieger eine goldene Hoftafel mit der Aufschrift „Landessieger 2021“ sowie alle prämierten Betriebe die allseits bekannte grüne Hoftafel, die über ihre Leistungen informieren. Mehr Informationen unter www.stmk.lko.at.

Stiegl – Max Glaner’s Wit

Jetzt will ich ein Bier aus der Brauerei Stiegl im österreichischen Salzburg verkosten. Meinen ersten Kontakt mit einem Bier aus dieser Brauerei hatte ich in Wien. Damals war ich etwas enttäuscht von dem Bier. Es war nicht schlecht, aber irgendwie austauschbar. Inzwischen habe ich einige Informationen über die Brauerei erhalten. Sie ist nicht nur eine der größten Brauereien in Österreich, sondern sie ist auch eine der innovativsten. Zu den Bieren, die in großen Mengen hergestellt werden, kamen vor acht Jahren die Hausbiere in den 0,75l Flaschen gesellt und haben so manchen Bierliebhaber neue Bierstile nähergebracht. Erwähnenswert ist auch die Holzfassveredlung von Bieren. Zur Brauerei gehört auch Gut Wildshut. Dort gibt es nicht nur eine kleine Brauerei, sondern auch eine Mälzerei. Im Jahr 2015 startete man einen Versuch, das erste Urbier in vergrabenen Tonamphoren reifen zu lassen. Die Stiegl-Brauerei verfügt über mehrere Produktlinien. Eine davon ist Max Glaner’s. Diese Produktlinie wurde nach dem Stadtteil Maxglan benannt, in der die Brauerei seit etwa 150 Jahren beheimatet ist.

Strohgelb und hefetrüb präsentiert sich das Bier im Glas. Darüber bildet sich sehr viel gemischtporiger weißer Schaum, der leider recht schnell in sich zusammenfällt.

Das Aroma ist ausgesprochen fruchtig und der Duft der Orangenschale dominiert über das Malz, auch wenn dieses noch durchkommt.

Der Antrunk ist fruchtig, frisch und prickelnd. Auch im Körper dominiert die Orangenschale, die sich hervorragend mit der Würze des Korianders verbindet. Der Abgang ist sehr mild, trotzdem klingt er recht lange nach.

So soll ein Witbier sein.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Weizenmalz, Hafer, Hopfen, Orangenschalen, Koriander, Hefe

Alkoholgehalt:

5,0 % Vol.

Stammwürze:

12° Plato

Brauerei:

Stieglbrauerei zu Salzburg
5020 Salzburg
Österreich
www.brauwelt.at