Schlagwort-Archiv: IPA

Forestinne – Blonde IPA

Ich habe schon einige Biere mit dem Namen La Forestinne beschrieben, die aus der Brasserie Caracole stammten. So war ich ziemlich überrascht, als ich auf der Internorga andere Biere mit diesem Namen gesehen habe, die aber aus der Brasserie d’EBLY stammen. Ich weiß nicht, welche Brauerei den Namen zuerst verwendete, aber offensichtlich können in Belgien zwei Biere mit gleichem Namen friedlich nebeneinander vertrieben werden. In Deutschland würde eine solche Situation sicher zu einer Abmahnung führen.

Im Regal fällt die Flasche aufgrund seines Etiketts gleich auf. Die überrascht schauende Frau mit den Hopfendolden statt Haaren erinnert mich gleich an die Medusa, die Figur aus der griechischen Mythologie. Mal sehen, ob mich das Bier auch so überraschen kann.

Golden strahlt mir das IPA aus dem Glas entgegen. Die feinporige Schaumkrone ist durchschnittlich groß und bleibt auch durchschnittlich lange erhalten.

Das Aroma überrascht mich auf jeden Fall. Es ist nicht so fruchtig wie bei anderen IPAs, sondern im Vordergrund steht das Aroma nach Biskuit, das durch leichte Zitrusnoten und den Duft nach Ananas sowie einige blumige Noten unterstützt wird. Sehr angenehm, aber halt nicht das, was ich erwartet habe.

Der Antrunk ist leicht süß und das Bier enthält relativ wenig Kohlensäure. Da hätte ich mir jetzt etwas mehr gewünscht. Auf der Zunge entwickelt sich ein freundliches Bitter, dessen Stärke gut mit der Süße abgestimmt ist. Jetzt kommt auch die Fruchtigkeit durch, die die Aromen auf der Zunge widerspiegelt. Der Abgang ist überraschend mild und wenig bitter, sondern fruchtig mit langem Nachklang.

Das La Forestinne Blonde IPA ist ein schönes Bier an einem warmen Sommerabend. Es passt gut zu Fischgerichten und Meeresfrüchten.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen, Hefe

Alkoholgehalt:

5,6 % Vol.

Brauerei:

Brasserie d’EBLY
Rue Champs Claire 4
6860 Ebly
Belgien
www.forestinne.be

Achouffe – Houblon Chouffe

Die Brauerei nennt den Bierstil des Houblon Chouffe „Triple IPA“ Tatsächlich ist es ein Crossover-Bier, genauer gesagt eine belgische Interpretation des aus England stammenden India Pale Ale (IPA). Diesen Bieren wurde der Überlieferung nach zusätzlicher Hopfen zugesetzt, um sicherzustellen, dass das Bier die lange Seereise nach Indien überlebte – daher der Name. Und in letzter Zeit ist der IPA-Stil in den Vereinigten Staaten, wo Bierliebhaber auf den Geschmack der bitteren Seite der Dinge aus sind, in aller Munde.

Die Brasserie d’Achouffe war eine der ersten belgischen Brauereien, die das Potenzial erkannte und 2006 ihre eigene IPA ins Leben rief. Sie verwendete dafür sogar amerikanischen Hopfen. Das Ergebnis, das Houblon Chouffe, ist dreimal so bitter wie das La Chouffe. Ich vermute, es handelt sich um ein Bier, das nicht erst um den heißen Brei herumredet, wenn es um die Intensität des Hopfens geht. Dann will ich doch mal feststellen, ob meine Erwartungen erfüllt werden.

Golden und hefetrüb ist das Houblon Chouffe mit einer voluminösen Feinporigen Schaumkrone, die sehr lange erhalten bleibt. Optisch ist an diesem Bier schon mal nichts zu verbessern.

Kräftige Hopfenaromen steigen mir in die Nase. Ich rieche Zitrusfrüchte und Ananas, dazu Biskuit und Vanille. Nicht zu vergessen die Aromen, die von der brauereieigenen Hefe stammten. Das Aroma ist sehr vielversprechend, auch wenn es nicht so kräftig ist wie bei vielen anderen IPAs.

Der Antrunk ist recht süß, was aber zur reichlich dosierten feinperligen Kohlensäure passt. Anfangs ist das Bier erstaunlich malzbetont, bevor sich eine diskrete Fruchtigkeit entwickelt, die in ein kräftiges Bitter übergeht. Dabei ist das Mundgefühl voll und rund. Im Abgang wird das Bier trockener, das Bitter schwächer und es klingt lange nach.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen (Tomahawk, Amarillo, Saaz), Hefe, Invertzucker

Alkoholgehalt:

9 % Vol.

Bittereinheiten:

47 IBU

Empfohlene Genusstemperatur:

6° – 10° Celsius

Brauerei:

Brasserie d Achouffe
Achouffe 32
6666 Wibrin-Achouffe
Belgien
www.achouffe.be

Rügener Insel Brauerei – Snorkelers Sea Salt IPA

Die Rügener Insel-Brauerei ist mit vier alkoholfreien Bieren auf dem Markt. Jetzt steht das Snorkeler`s Sea Salt vor mir. Markus Berberich (Brauereigründer) und Frank Lucas (Braumeister) versprechen, mit Hilfe einer neuen Braumethode, die sie in einjähriger intensiver Entwicklungszeit erschaffen haben, ein Bier mit einem ausgereiften Zusammenspiel aller Komponenten einen unglaublichen Geschmack erzeugt zu haben. Gebraut wird in Rambin ausschließlich mit Naturhopfen.

Bei unter 35 ° C ist die neuartige Frische-Destillation ein ungemein schonendes Verfahren, um den typischen Geschmack des Bieres zu erhalten. Bedeutende Duftnoten sollen geschützt werden und als Ergebnis erwartet uns dann ein alkoholfreies Craft Bier mit einem natürlichen Mundgefühl wie man es von einem Bier erwartet und einem wahrlich umwerfenden Geschmack. Die sorteneigene Kohlensäure wird während der Gärung von der Brauerei aufgefangen und dann später dem alkoholfreien Bier wieder zurückgeführt. Für die alkoholfreien Craft Biere der Rügener Insel-Brauerei bedeutet das ein natürliches Bieraroma und den für diesen Bierstil typischen Charakter. Nach dem Abfüllen reifen die alkoholfreien Biere nach der traditionellen Methode. Diese Flaschenreifung mit allen seinen Besonderheiten garantiert die Sauerstofffreiheit der Flaschen und ist dank der Verbindung mit dem Naturpapier als Lichtschutz ausschlaggebend für eine besonders lange Frische. Das Snorkeler?s Sea Salt ist ein alkoholfreies IPA, welches mit Meersalz gebraut wurde. Jetzt steht es endlich vor mir, damit ich es verkosten kann.

Bernsteinfarben läuft das Bier ins Glas. Die leicht überdurchschnittlich große feinporige Schaumkrone, die sich dabei bildet, bleibt sehr lange erhalten. Damit sticht das Snorkelers Sea Salt IPA schon mal aus der Masse der alkoholfreien Biere heraus, bei denen der Schaum eher knapp ausfällt.

Das Aroma ist fruchtig-herb. Neben Zitrusfrüchten und süßen Südfrüchten steigen mir aber auch einige herb-bittere Noten in die Nase. Damit erinnert das Bier deutlich an seine norddeutsche Heimat.

Der Antrunk ist überraschend trocken, die feinperlige Kohlensäure ist schmeichelt sanft meiner Zunge. Auf der Zunge spiegeln sich die die Aromen wider, dazu kommt der leichte Geschmack des Salzes. Nicht zu stark, aber die 0,7 Gramm Salz pro Liter sind durchaus schmeckbar. Der Abgang ist trocken und norddeutsch-herb und er klingt sehr lange nach

Während viele andere alkoholfreie Biere eher lasch schmecken, bringt das Snorkelers Sea Salt IPA den vollen Geschmack mit, sodass der Alkohol mir nicht fehlt.

Zutaten:

Brauwasser, Gerstenmalz, Weizenmalz, Naturhopfen, Hefe, Meersalz

Alkoholgehalt:

<0,5 % Vol.

Empfohlene Genusstemperatur:

7° – 8° Celsius

Brauerei:

Rügener Insel-Brauerei
Hauptstraße 2c
18573 Rambin/Rügen
www.insel-brauerei.de

Maisel & Friends – Smoky IPA

Da hat sich die Brauerei Maisel and Friends im fränkischen Bayreuth wieder einmal etwas Neues ausgedacht. Einmal im Jahr soll zukünftig ein Bier gebraut werden, das gut zu Gegrilltem passt. Dazu wollen die Brauer jeweils einen bekannten Griller einladen, der gemeinsam mit ihnen das Bier entwickelt und braut. In diesem Jahr war mit dem Smoky IPA die Premiere.

Selbstverständlich haben die Franken nicht irgendjemanden eingeladen, sondern Camillo Tomanek alias Don Caruso. Er wurde dreimal Deutscher Meister und 2008 sogar Weltmeister im Grillen. Und wer jetzt meint, dort geht es nur darum, die Bratwürste möglichst kunstvoll auf den Grill zu legen, der irrt. Bei diesen Meisterschaften wird ein wirklich anspruchsvolles Programm vorgelegt. Geben Sie einfach in der Suchmaschine Ihres Vertrauens einmal „grillmeisterschaft 2020“ ein und sehen Sie sich die Suchergebnisse an. Aber kommen wir jetzt endlich zum Smoky IPA.

Rotbraun fließt das Bier ins Glas und entwickelt dabei eine durchschnittlich große elfenbeinfarbene Schaumkrone, die sehr lange erhalten bleibt. An der Optik gibt es wirklich nichts zu meckern.

Das Aroma ist sehr fruchtig. Düfte roter Beeren steigen mir in die Nase, dazu Ananas und eher zurückhaltend auch Zitrusfrüchte. Erst allmählich taucht auch der Rauch auf, der aber eher dezent bleibt. Das ist wohl auch gut so, sonst würde das Bier nach geräucherter Ananas riechen, was ich mir beim besten Willen nicht vorstellen kann. Aber so unterstreicht das Raucharoma die Fruchtigkeit.

Wie erwartet ist der Antrunk leicht süß und die passend dosierte Kohlensäure bringt von Anfang an eine ordentliche Frische ins Bier. Als sich das Bier auf der Zunge verteilt kommt die Überraschung: der Rauch kommt deutlich kräftiger durch als ich es erwartet habe. Und – die Fruchtigkeit passt gut zu den Raucharomen. Jetzt würde ich bei einem IPA aber doch etwas mehr Bitter erwarten – obwohl, irgendwie passt es doch. Vor allem bei dem weichen Mundgefühl. Im Abgang kommt die nächste Überraschung, denn jetzt kommen die Bitterstoffe doch noch zu ihrem Recht. Freundlich und angenehm melden sie sich in der Kehle und sie klingen lange nach.

Das Bier gibt es exklusiv im Onlineshop der Brauerei unter www.maiselandfriends.com/shop. Und auch diesmal heißt es wieder: wenn das Bier weg ist, ist es weg. Es wird keinen neuen Sud geben. Eigentlich schade.

Das IPA ist ja ein typisches Sommerbier und auch das Grillen gehört zum Sommer dazu. Aber mit einem IPA die Bratwurst runterspülen? Das kann ich mir nicht so recht vorstellen. Aber ein passend mariniertes Hähnchenbrustfilet würde mir zu diesem Bier durchaus gefallen. Bei der Marinade könnte man sich an der Zusammensetzung eines indischen Curry orientieren, dann steht einem gelungenen Sommerabend im Garten nichts mehr im Weg, zumindest wenn die Corona-Kontaktsperre aufgehoben wurde.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen, Hefe

Alkoholgehalt:

6,5 % Vol.

Brauerei:

Maisel & Friends
Hindenburgstr. 9
95445 Bayreuth
www.maiselandfriends.com

Hopfenreiter #5

Nun ist wieder einmal Mitte September, die ersten Weihnachts- und Winterbiere treffen bei mir ein sowie – es ist inzwischen schon Tradition – der Hopfenreiter. Wie in jedem Jahr steuern einige befreundete Brauer neue oder seltene Hopfensorten bei, so dass in jedem Jahr zwar ein Double IPA, aber trotzdem ein anderer Hopfenreiter entsteht.

In diesem Jahr kamen die fünf Spender aus vier verschiedenen Ländern. Die Sierra Nevada Brewing Company gehört zu den Pionieren des Craft Beer in den USA und hat Azacca beigetragen. Von der Steamworks Company aus Kanada, die auch in Deutschland bekannt ist und einen guten Ruf besitzt, stammt Hallertauer Blanc. Yankee & Kraut, in der Nähe von Maisel & Friends beheimatet, haben Ariana beigesteuert.

Hell bernsteinfarben und leicht hefetrüb fließt das Bier ins Glas und bildet dabei eine durchschnittlich große feinporige Schaumkrone, die lange erhalten bleibt.

Das Aroma ist durch die für ein Double IPA typische Fruchtigkeit dominiert. Düfte nach Zitrusfrüchten und anderen Südfrüchten steigen mir in die Nase. Das Aroma ist so komplex, dass ich die einzelnen Obstsorten kaum auseinanderhalten kann. Ananas, Limette, Blaubeeren, Erdbeeren und Pfirsich vereinen sich zu einem wirklich betörenden Duftcocktail. Zur Fruchtigkeit kommt noch ein deutliches Harzaroma und auch der Malzkörper kommt zu seinem Recht. Insgesamt macht das Aroma einen eher trockenen Eindruck. Alles zusammengenommen macht das Aroma wirklich Lust auf den ersten Schluck.

Und wirklich – der Antrunk offenbart wirklich nur eine leichte Süße sowie durch die sehr reichlich vorhandene Kohlensäure eine angenehme Frische. Auf der Zunge ist ein fruchtiges Bitter vorherrschend, das an Grapefruitkerne erinnert. Erst langsam kommt auch der Geschmack nach süßen Südfrüchten durch, ich meine Maracuja schmecken zu können. Das Mundgefühl ist voll und für ein IPA überraschend schwer. Auch im Abgang bleibt das fruchtige Bitter im Vordergrund, das lange nachklingt.

Der Hopfenreiter 2020 ist kein Bier, das sich herunterstürzen lässt und dabei den Durst löscht. Es ist eher eines der Biere, die in kleinen Schlucken getrunken werden wollen, wobei jeder einzelne Schluck kleine neue Eindrücke vermittelt.

Eigentlich sollte der diesjährige Freundschafts-Sud im September auf dem Craft Brauer Festival in Maisel’s Bier-Erlebnis-Welt vor Publikum erstmals vorgestellt werden. Da die Veranstaltung coronabedingt leider ausfallen musste, findet am 24.09.2020 der Release in Form einer Online-Verkostung auf dem Maisel & Friends Facebook– und YouTube-Kanal statt. Jeder Bierliebhaber kann sich das Tastingpaket, bestehend aus dem Hopfenreiter und fünf Bieren der beteiligten Brauereien, online vorbestellen und am digitalen Event ganz einfach von Zuhause aus teilnehmen. Das „Präsentation Hopfenreiter 2020“-Tastingpaket enthält folgende Biere: Maisel & Friends Hopfenreiter 2020 (0,33l), Yankee&Kraut – Neues Pale Ale (Release September 2020) (0,44l), Sierra Nevada – Hazy Little Thing (0,33l), Hanscraft & Co. Backbone Splitter (0,33l), Poppels Bryggeri – Russian Imperial Stout (0,33l) sowie Steamworks – Jasmin IPA (0,33l). Im Maisel-Webshop können Sie das Tastingpaket zum Preis von € 27,90 zuzügl. Versandkosten bestellen.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen (Azacca, Hallertauer Blanc, Ariana, Hüll Melon, Olicana), Hefe

Alkoholgehalt:

8,5 % Vol.

Stammwürze:

18,8° Plato

Bittereinheiten:

70 IBU

Empfohlene Genusstemperatur:

6° Celsius

Brauerei:

Brauerei Gebrüder Maisel KG
Hindenburgstraße 9
95445 Bayreuth
https://maiselandfriends.com

Hoppa Hontas

Maenhout ist eine kleine Brauerei, die ursprünglich im Jahr 2009 von dem Ehepaar Birgit und Thijs gegründet wurde. Anfangs arbeiteten sie mit einem kleinen 500-Liter-Brausystem, aber aufgrund der Beliebtheit ihrer Biere zogen sie 2015 in größere Räumlichkeiten um. Die neue Brauerei befindet sich in der Stadt Pittem in Westflandern, südlich von Brügge und westlich von Gent.

Die beiden jungen Brauer stellen Biere her, die auf traditionellen belgischen Stilen basieren, aber einen moderneren Ansatz haben. (Die Etikettenkunst ist allerdings eher unbelgisch)

Das Hoppa Hontas ist ein Beispiel. Es ist irgendwo zwischen einem belgischen Witbier und einem Blonde angesiedelt und wird in mehreren Varianten gebraut, jedes Mal mit anderen Hopfensorten. In der Regel werden aber Amarillo und Sorachi-Ace verwendet. Das bedeutet, dass jeder Sud anders schmeckt. Na ja, für die Konsumenten, die die Spannung lieben, ist ein solches Vorgehen sicher genau richtig.

Bersteinfarben und mit viel Hefe fließt das Bier ins Glas. Dabei bildet sich leicht überdurchschnittlich viel fester Schaum, der lange erhalten bleibt.

Die Brauerei benennt den Bierstil des Hoppa Hontas mit Blond – IPA. Für ein IPA enthält das wirklich komplexe Aroma recht wenig Fruchtigkeit. Es weiß aber durchaus zu gefallen. Düfte nach Karamell, Limone, Waldhonig, Ananas und roten Beeren steigen mir in die Nase. Das weckt bei mir sofort die Lust auf den ersten Schluck.

Leicht süß, frisch und spritzig, dabei durchaus fruchtig – das sind die Eindrücke, die das Bier beim ersten Kontakt mit der Zunge hinterlässt. Als sich das Bier auf der Zunge verteilt kommen angenehme Bitterstoffe zum Vorschein, die gut auf die Süße abgestimmt ist. Die Fruchtigkeit, die ich im ersten Moment geschmeckt habe, fehlt mir jetzt aber. Der Abgang wird durch ein leichtes freundliches Bitter mit einem durchschnittlichen Nachklang dominiert.

Alkoholgehalt:

6,5 % Vol.

Empfohlene Genusstemperatur:

10° Celsius

Brauerei:

Brouwerij Maenhout
Brugsesteenweg 157
8740 Pittem
Belgien
http://www.brouwerijmaenhout.be/

St. Austell – Proper Job

Nun steht ein Bier aus St Austell in Cornwall vor mir. Ich erwarte, dass ich gleich ein ganz besonderes Bier verkosten werde, denn die Brauerei wurde in der Vergangenheit für ihre Biere vielfach ausgezeichnet. Im Jahre 2018 erreichte die Brauerei 35 unterschiedliche Auszeichnungen für ihre Biere, 2019 waren es immerhin noch 11 Auszeichnungen. Weshalb dieser Rückgang stattgefunden hat kann ich nicht sagen, aber die Liste ist wirklich beeindruckend. Aber kommen wir nun zum Bier.

Hellgolden fließt das Bier ins Glas und bildet dabei leicht überdurchschnittlich viel gemischtporigen Schaum, der lange erhalten bleibt.

Düfte nach Grapefruit, Zitronenschale, Mandarinen und Harz steigen mir in die Nase, unterstützt durch einige blumige Noten.

Der Antrunk ist wenig süß und angenehm herb. Allerdings ist die Kohlensäure für meinen Geschmack recht knapp dosiert. Auf der Zunge entwickelt sich das kräftige und angenehme Bitter, ohne die Fruchtigkeit zu überdecken, die die Aromen auf der Zunge widerspiegeln. Auch einige grasige Noten kann ich feststellen. Weniger gut gefällt mir der Abgang, der sich durch ein leichtes Bitter und geringe Fruchtigkeit auszeichnet, aber lange nachklingt.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz (Maris Otter Pale), Hopfen (Willamette, Cascade, Chinook), Hefe

Alkoholgehalt:

5,5 % Vol.

Brauerei:

St Austell Brewery
63 Trevarthian
Rd St Austell, Cornwall
Großbritannien
www.staustellbrewery.co.uk

Onkel i Amerika

Kreuzfahrt auf der Hurtigruten gemacht hat. Dort ist die Austmann Bryggeri beheimatet, von der das Session IPA stammt, das jetzt vor mir steht.

Hell bernsteinfarben läuft das Bier ins Glas. Die gemischtporige Schaumkrone ist klein und fällt auch schnell in sich zusammen.

Düfte nach Grapefruit, Orangenschale, gelben Äpfeln und Vanille steigen mir in die Nase. Das Aroma ist ungewöhnlich, aber es gefällt mir auch.

Der Antrunk ist fruchtig und recht süß. Obwohl ich in der Regel kein großer Freund süßer Biere bin, gefällt dieses Bier von Anfang an. Auf der Zunge ist das Onkel i Amerika für ein Session IPA nur wenig bitter und die ungeheure Fruchtigkeit sorgt für eine hervorragende Drinkability. Auch der Abgang ist fruchtig und mild. Der Geschmack klingt lange nach.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen, Hefe

Alkoholgehalt:

4,5 % Vol.

Brauerei:

Austmann Bryggeri AS
Bynesveien 48
7018 Trondheim

Musketeers – Jack’s Precious IPA

Fragen Sie sich jetzt eventuell, wer Jack ist, der Namensgeber des Biers, das jetzt vor mir steht? Die Brauerei erklärt es (Übersetzung aus dem Niederländischen von mir): „1904 musste der Zoo in Gent schließen, und Jack, der asiatische Elefant, wurde an Siske, einen sogenannten „Gistmarchand“ oder Hefehändler, verkauft. Er versuchte, den Elefanten in England zu verkaufen, aber dieser Plan scheiterte und das arme Tier landete in einer holländischen Wurstfabrik. Ob Jack tatsächlich zu Würstchen verarbeitet wurde ist nicht überliefert. Klar ist, dass die Legende von Jack über die Jahrzehnte hinweg viel Gesprächsstoff geliefert hat. Und genau das ist es, was das neue, bittere India Pale Ale der Musketier-Brauerei sein soll: ein Bier, über das man spricht.

Hellgelb und leicht hefetrüb fließt das Bier ins Glas. Die Schaumkrone ist durchschnittlich ausgeprägt und grobporig. Und jetzt überrascht mich das Bier zum ersten Mal, denn trotzdem bleibt der Schaum lange erhalten.

Das Aroma ist blumig mit Anklängen von Grapefruit, aber auch einige herbe Töne steigen mir in die Nase.

Als das Bier erstmals auf die Zunge trifft wartet die zweite Überraschung auf mich, denn das Bier ist überraschend süß. Und obwohl die Kohlensäure recht knapp dosiert ist, erscheint das Bier angenehm und weich. Erst als sich das Bier auf der Zunge verteilt, kommt ein angenehmes und freundliches Bitter dazu, auch wenn die Fruchtigkeit noch etwas stärker ausgebildet ist. Zusammen sorgen sie dazu, dass das Jack’s Precious IPA vollmundig und süffig ist. Der Abgang ist für ein IPA überraschend mild, trotzdem klingt er lange nach.

Zutaten:

Brauwasser, Gerstenmalz, Hopfen, Hefe

Alkoholgehalt:

5,9 % Vol.

Bittereinheiten:

50 IBU

Farbe:

20 EBC

Empfohlene Trinktemperatur:

5° – 8° Celsius

Brauerei:

Brouwerij The Musketeers
Reepstraat 20B
9170 Sint-Gils-Waas
Belgien
www.themusketeers.be

CrafTanke – Kickstarter

Nun steht das dritte Bier der CrafTanke vor mir, das letzte, das Fabian und Marius bislang auf den Markt gebracht haben. Gebraut wurde es, wie die anderen Biere auch, in der Brauerei Aldersbach.

Kupferfarben und hefetrüb strahlt mir das Bier aus dem Glas entgegen. Die durchschnittlich große Schaumkrone, die lange erhalten bleibt, rundet das Bild ab.

Düfte nach Grapefruit und roten Früchten steigen mir zusammen mit einer angenehmen Malzsüße in die Nase. Jetzt ist mir das Bier schon sympathisch. Anders als bei vielen anderen Bieren kommt hier auch das Malz zu seinem Recht. Das Bier wurde nicht einfach mit Unmengen Hopfen gestopft, der jeden anderen Duft und Geschmack verdrängt. Hier erwarte ich ein wirklich ausgewogenes Bier.

Und tatsächlich. Der erste Eindruck beim Kontakt mit der Zunge ist eine tolle Frische und Fruchtigkeit, bei der sich die Aromen widerspiegeln. Die roten Früchte treten dabei verstärkt in den Vordergrund, so dass sie zusammen mit der Süße des Malzes durchaus gegen das Bitter ankommen. Das Bier ist vollmundig und ungeheuer süffig. Im Abgang wird das Bitter etwas stärker und der Geschmack klingt sehr lange nach.

Zu diesem Bier passt sehr gut ein Essen aus der indischen Küche.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen (Mandarina Bavaria, Blanc), Hefe

Alkoholgehalt:

4,5 % Vol.

Stammwürze:

11° Plato

Brauerei:

Brauerei Aldersbach
Freiherr von Aretin GmbH & Co. KG
Freiherr-von-Aretin-Platz 1
94501 Aldersbach
www.aldersbacher.de

für

crafTanke GbR
Schnaitbergstr. 1
73457 Essingen
www.crafttanke.de