Schlagwort-Archiv: IPA

Uwe – IPA

Uwe ist eine neue Biermarke aus der Hansestadt Hamburg. Fünf Freunde haben sich das Ziel gesetzt, sich ausschließlich auf das Brauen von alkoholfreiem Bier zu konzentrieren und die Leute darin zu stärken, alkoholfreies Bier endlich selbstbewusst zu trinken. Einfach weil es schmeckt und weil man es kann – z. B. wenn Sie das nächste Mal im Feierabendverkehr feststecken, in der Mittagspause oder vor dem Sport. Um ein möglichst großartiges Geschmackserlebnis zu schaffen, werden alle alkoholfreien Biere von Uwe wie herkömmliche Biere gebraut. Das heißt, dass der Alkohol nicht nach dem Brauvorgang entzogen wird, sondern gar nicht erst entsteht. Das ist keine Magie, sondern die Leistung eines ganz besonderen Hefestammes, der keinen Alkohol verträgt. Dank dieser Wunderhefe gärt das Bier zwar, kommt dabei aber nicht über einen Alkoholgehalt von maximal 0,3% hinaus.

Golden-orange strahlt mir das Bier aus dem Glas entgegen. Die feste Schaumkrone ist schneeweiß, durchschnittlich groß und bleibt sehr lange erhalten. An der Optik gibt es nichts zu mäkeln.

Das Bier duftet nach Biskuitteig, unterstützt durch leichte Zitrusnoten sowie dem Duft nach Orangen. Ein Hauch Honigduft rundet das Aroma ab.

Der Antrunk ist leicht süß und durch die sehr reichlich vorhandene Kohlensäure herrlich frisch. Auf der Zunge lässt die Süße nach und ein freundliches Bitter kommt zusammen mit leichten grasigen Noten hinzu. Das Mundgefühl ist schlank und frisch. Der Abgang zeichnet sich durch ein leichtes Bitter mit durchschnittlichem Nachklang aus.

Mit gefällt das Bier, auch wenn ich es nicht wirklich als IPA identifiziert hätte. Mir kommt es eher wie eine Hopfenbrause vor, aber auf jeden Fall ist es angenehm.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen, Hefe

Alkoholgehalt:

0,3 % Vol.

Brauerei:

Avalia Studios GmbH
Beim Grünen Jäger 10a
20359 Hamburg

Yankee & Kraut – Dry Humor

Dry Humor aus dem Hause Yankee&Kraut ist eine ganz besondere Bierspezialität, die auf dem deutschen Biermarkt noch recht selten zu finden ist. Es handelt sich um ein Brut IPA. Dieser Bierstil wird mit einem Enzym eingebraut, das sich um bestimmte, komplexe Zucker kümmert, die von der Hefe nicht verarbeitet werden können. Dieser Prozess wurde bisher vor allem bei wuchtigen, süßen Bieren, wie Stouts verwendet, um die Süße im Zaum zu halten. Verwendet man das Enzym zur Herstellung weniger süßer Bierstile, so erhält man ein unvergleichlich trockenes Endergebnis. Die Biere sind in der Tat so trocken, dass man sie Champagner-Biere, oder eben Brut Biere, nennt. Auf die Idee der Brut IPAs sind findige Brauer der amerikanischen Westküste gekommen. Dieser Bierstil ist allerdings nicht unumstritten. Ich erinnere mich, dass vor längerer Zeit der Biersepp vom Beerkeeper eine durchaus ernste Kritik an der Verwendung künstlich eingesetzter Enzyme geübt hat. Diese Praxis, die gerne bei industriell hergestellten Bieren eingesetzt wird, um den Brauprozess zu verkürzen, hat mit Craft nicht viel zu tun. Normalerweise würde das ich bei einem handwerklich hergestellten Lebensmittel nicht erwarten.

Golden mit leichtem Rotstich fließt das Bier ins Glas. Die Hefetrübung ist eher zurückhaltend, dafür ist die feste Schaumkrone umso ausgeprägter. Die Optik des Dry Humor gefällt mir schon mal.

Das Aroma ist überraschend komplex. Düfte nach Grapefruit und Zitrone steigen mir in die Nase, aber auch das Malz kommt hier zu seinem Recht. Abgerundet wird das Aroma durch den Duft frischer Kräuter. Da bekomme ich wirklich Lust auf den ersten Schluck.

Der Antrunk ist frisch und wirklich trocken. Auf der Zunge entwickelt sich ein kräftiges und fruchtiges Bitter, das an Grapefruitkerne erinnert. Überhaupt spielen hier die Grapefruitnoten die Hauptrolle, aber auch das Malz kommt trotz des trockenen Geschmacks noch zu seinem Recht. Das Mundgefühl ist voll und rund, auch wenn durch die kräftige Trockenheit des Dry Humor die Drinkability etwas eingeschränkt ist. Im Abgang wird das Bitter erstaunlich mild, klingt aber trotzdem lange nach.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz (Pilsener), Hopfen (Ariana Nectar, Callista, Hüll-Melon), Hefe

Alkoholgehalt:

6,8 % Vol.

Stammwürze:

12° Plato

Brauerei:

Yankee&Kraut GbR
Donaustraße 3
85049 Ingolstadt
https://yankeeundkraut.de/

Musa – Born in the IPA

Bislang haben mir alle Biere von Musa recht gut gefallen. So steht auch jetzt wieder ein Bier aus der kleinen Brauerei in Lissabon vor mir. Das Team von Musa besteht augenscheinlich ausschließlich aus begeisterten Hopheads. Das zumindest sagen ihre hopfenintensiven Biere, die immer ein wahres Hopfenfeuerwerk darstellen.

Intensiv goldfarben und leicht hefetrüb fließt das Bier ins Glas. Die feinporige Schaumkrone ist durchschnittlich ausgeprägt und bleibt lange erhalten. So hatte ich es von Musa auch erwartet.

Das Aroma ist fruchtig. Der Duft nach Grapefruit steigt mir in die Nase, dazu süße Noten nach Ananas oder Passionsfrucht und auch das Bitter kitzelt mir schon in der Nase.

Frisch und spritzig sind die ersten Eindrücke, die das Bier beim Kontakt mit der Zungenspitze hinterlässt. Auffällig ist auch die präsente Malzsüße, die ich in diesem Maß nicht erwartet hätte. Während sich das Bier auf der Zunge verteilt bleibt die Süße weiterhin präsent und mischt sich mit einer kräftigen Fruchtigkeit, die die Aromen auf der Zunge widerspiegelt. Aber auch süße Früchte wie Pfirsich meine ich zu schmecken. Das Bitter ist deutlich zu schmecken, dabei aber nicht dominant, sondern es fügt sich perfekt in den Geschmacksreigen ein, so dass ein vollmundiger und runder Geschmack entsteht und damit ein wirklich süffiges Bier. Im Abgang kommt das Bitter stärker in den Vordergrund und es klingt lange nach.

Kurz gesagt ist das Born in the IPA eines der besten India Pale Ales, die ich bislang getrunken habe.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Haferflocken, Hopfen, Hefe

Alkoholgehalt:

6,5 % Vol.

Stammwürze:

15° Plato

Bittereinheiten:

70 IBU

Brauerei:

Cerveja Independente MUSA
Rua Do Acucar 83
1950-006 Lissabon
Portugal
www.cervejamusa.com

Kuehn Kunz Rosen – Schrille Nacht

Weihnachten ist schon lange vorbei, die Hälfte der Zeit bis zum nächsten Weihnachten ist vergangen, und ich habe noch eine Flasche Weihnachtsbier aus Mainz erhalten. Ob das Bier jetzt bei mehr als 20° Außentemperatur auch schmeckt? Gleich werde ich es wissen.

Hell bernsteinfarben fließt das Bier ins Glas. Die Schaumkrone ist eher klein und gemischtporig. Sie bleibt durchschnittlich lange erhalten.

Das Aroma ist eher nicht weihnachtlich. Die Düfte nach tropischen Früchten zusammen mit dem Aroma von Pinien und einigen würzigen Noten erinnern eher an die Südsee. Na gut, die Südsee in den deutschen Winter zu holen ist ja auch nicht schlecht.

Der Antrunk überrascht mich durch eine geringere Süße als ich erwartet habe. Zusammen mit einer sehr angenehmen Frische erscheint mir das Bier jetzt richtig sympathisch. Auf der Zunge verändert sich das Bier. Zunächst steht die Fruchtigkeit im Vordergrund, anschließend stechen würzige Noten hervor, die letztendlich durch ein freundliches Bitter verdrängt werden. Alle Aromen, die ich in der Nase wahrgenommen habe, finden sich auch auf der Zunge wieder. Der Abgang ist milder als erwartet, harzige Noten kommen in den Vordergrund und klingen lange nach.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz (Pilsener, Karamellmalz), Hopfen (Simcoe), Gewürze (Kardamom, Piment), Piniennadeln, Hefe

Alkoholgehalt:

6,8 % Vol.

Brauerei:

K.K.R. GmbH
Weisenauer Straße 15
55131 Mainz
www.kuehnkunzrosen.de

Sudden Death Brewing – Last Chance to Dance

Vom Timmendorfer Strand kommt das IPA, das jetzt vor mir steht. Es handelt sich um „Last Chance to Dance“. Dieses Bier wurde mit immerhin fünf Aromahopfen gebraut, so dass ich mich auf ein sehr fruchtiges Bier freuen kann. Schließlich sind Jan Eric Nagel & Oliver Schmökel bekannt dafür, starke Biere zu brauen und ich hoffe, dass sie mich auch diesmal nicht enttäuschen.

Honigfarben und mit sehr viel Hefe fließt das Bier ins Glas und bildet dabei eine größtenteils feinporige Schaumkrone, die lange erhalten bleibt.

Das Aroma ist extrem fruchtig. Ein ganzer Obstsalat steigt mir in die Nase. Ich rieche Zitrusfrüchte, Ananas, Pfirsich und Hefe. Wahnsinn. Das macht richtig Lust auf den ersten Schluck.

Der Antrunk ist weniger süß als ich es erwartet hätte, so dass auch die geringe Dosierung der Kohlensäure kein Nachteil ist. Aber vor Allem kommt zu den Aromen ein kräftiges Bitter dazu, gegen das die Aromen wirklich ankämpfen müssen. Das Malz kann ich überhaupt nicht schmecken, da es vom Bitter vollständig überdeckt wird. Trotzdem ist das Bier einigermaßen süffig. Im Abgang wird das Bitter milder und jetzt kommen noch einige Aromen ins Spiel, die ich vorher nicht festgestellt habe. Harzige und grasige Noten unterstützen sowohl das Bitter als auch die Fruchtigkeit. Langsam lässt das Bitter etwas nach, die Fruchtigkeit bleibt aber bestehen und jetzt gefällt mir das Bier ausnehmend gut.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hafermalz, Haferflocken, Hopfen (Galaxy, Mosaic, Vic.Secret, Cascade), Hefe

Alkoholgehalt:

6,5 % Vol.

Bittereinheiten:

45 IBU

Empfohlene Genusstemperatur:

8° – 10° Celsius

Brauerei:

Sudden Death Brewing Co. GbR
Jan Eric Nagel & Oliver Schmökel
Strandallee 81
23669 Timmendorfer Strand
https://suddendeathbrewing.de/

Flügge – Lutz

Lutz ist ein weiteres Angebot aus dem breit gefächerten Sortiment der Brauerei Flügge in Frankfurt, das verspricht, uns mit einer Menge Hopfen und einer besonderen Hefe zu begeistern.

Bereits die Zutatenliste von Lutz ist durchaus geeignet, mich zu begeistern: Die Aromahopfensorten Azacca, Citra, Chinook und Columbus wurden verwendet, zudem ein norwegischer Hefestamm namens Kveik Hornindal. Außerdem wanderten fünf verschiedene Malzsorten in den Kessel, darunter verschiedene Gerstenmalze, ein Weizen- und ein Hafermalz. Das saure IPA hat stattliche 7,2% Alkoholgehalt und wurde mit drei der vier Hopfensorten kaltgehopft.

Bernsteinfarben und mit sehr viel Hefe fließt das Bier ins Glas und bildet dabei eine voluminöse Krone aus festem Schaum, der wirklich lange erhalten bleibt.

Das Aroma ist extrem fruchtig. Ich rieche Zitrusfrüchte, Ananas und Biskuitteig. Dazu kommen noch einige harzige Töne.

Der Antrunk ist recht süß, was durch die reichlich dosierte feinperlige Kohlensäure ausbalanciert wird. Auf der Zunge spiegeln sich die Aromen wider, wobei ein freundliches Bitter dazukommt. Das Mundgefühl ist weich, vollmundig und samtig. Der Abgang ist anfangs überraschend mild und wirklich fruchtig. Das Bitter kommt erst langsam hinzu, dann aber mit Macht.

Das Lutz ist ein gut ausgewogenes IPA, das zu gebratenem Fisch oder auch indischen Speisen passt.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz (Pilsner Malz, Sauermalz), Weizenmalz, Haferflocken, Hopfen (Azacca, Citra, Chinook, Columbus), Hefe (Kveik)

Alkoholgehalt:

7,2 % Vol.

Stammwürze:

16,5° Plato

Brauerei:

Brauerei Flügge
Goldsteinstraße 254
60529 Frankfurt am Main
www.brauerei-fluegge.de

Hopfenstopfer – Comet IPA

Im Nordwesten Baden-Württembergs liegt die Kleinstadt Bad Rappenau. Von dort kommt das India Pale Ale, das jetzt vor mir steht und das ich nun ohne weitere Vorrede verkosten will.

Golden und hefetrüb fließt das Bier ins Glas. Dabei bildet es recht viel feinporigen Schaum, der lange erhalten bleibt.

Das Bier duftet angenehm nach Karamell mit ordentlicher Fruchtigkeit. Ich rieche Zitrusfrüchte, Ananas und Johannisbeeren. Sicher wird eine andere Nase noch weitere Aromen feststellen können.

Der Antrunk ist leicht süß, wobei die feinperlige Kohlensäure für eine angenehme Frische sorgt. Auf der Zunge kommt ein dazu passendes Sauer ins Spiel und nicht zu vergessen das Bitter mit seinen 55 IBU. Die Aromen spiegeln sich auf der Zunge wider. Das Mundgefühl ist vollmundig und rund. Auch der Abgang ist angenehm bitter und mit langem Nachklang.

Das Hopfenstopfer Comet IPA ist ein India Pale Ale mit hoher Drinkability, das auf jeden Fall in die Spitzenklasse der deutschen IPAs gehört.

Zutaten:

Brauwasser, Gerstenmalz, Hopfen Hefe

Alkoholgehalt:

6,8 % Vol.

Stammwürze:

16,7° Plato

Bittereinheiten:

55 IBU

Empfohlene Genusstemperatur:

8° – 12° Celsius

Brauerei:

Häffner Bräu GmbH
Salinenstraße 24
74906 Bad Rappenau
www.brauerei-haeffner.de

Lemke – Spreecoast

Das Spreecoast der Berliner Brauerei Lemke, das jetzt vor mir steht, erhielt bereits zwei Auszeichnungen – im Jahr 2017 von den Hop Growers of America als „Best German IPA 2017“ und ein Jahr später beim European Beer Star als „Best new Style IPA 2018“. Na, dann kann ich mich ja auf ein richtig gutes Bier freuen.

Bevor ich die Flasche öffne, will ich noch auf eine Besonderheit des Spreecoast hinweisen: Das Bier wurde nicht nur wie üblich einmal gestopft, sondern gleich zweimal mit Cascade, Centennial und Crystal. So, jetzt ist es aber an der Zeit, die Flasche zu öffnen und das Bier einzuschenken.

Schön bernsteinfarben ergießt sich das Bier ins Glas. Dabei bildet sich eine durchschnittlich große feinporige Schaumkrone, die sehr lange erhalten bleibt. Optisch haben die Berliner also alles richtig gemacht.

Aromen nach Grapefruit, Ananas, Mandarine und Vanille steigen mir in die Nase. Das macht richtig Lust auf den ersten Schluck.

Spritzig-frisch mit einer verhaltenen Süße – das ist der erste Eindruck, als das Bier auf meine Zunge trifft. Von Anfang an hat das Bier recht viel Volumen. Der Geschmack nach Grapefruit steht im Vordergrund, aber auch die anderen Aromen spiegeln sich auf der Zunge wider, getragen vom leichten Malzkörper. Im Abgang dominiert der Geschmack nach Grapefruit mit seinem Bitter, der lange nachklingt.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz (Pale Ale, Münchner, Carapils, Carahell), Hopfen (Nugget, Cascade, Centinnial, Crystal), Hefe

Alkoholgehalt:

6,9 % Vol.

Stammwürze:

17° Plato

Bittereinheiten:

75 IBU

Brauerei:

Brauerei Lemke Berlin GmbH
Dircksenstr., S-Bahnbogen 143
10178 Berlin
www.lemke.berlin

Øcto No2

Yankee & Kraut sind, wie sollte es anders sein, ein Amerikaner und ein Deutscher. Bryan und Max sind ein besonderes Dreamteam, das ein hervorragendes Bier braut.

Dass hinter den meisten erfolgreichen Männern großartige Frauen stecken, ist kein Geheimnis. Und auch am Anfang der Erfolgsgeschichte von Yankee & Kraut steht eine Frau. Bryans Mutter höchstpersönlich ist der erste Bierlieferant in seinem damals noch jungen Leben. Sie stillt die Bierneugier ihres bierverrückten Sohnes bereits im Teenageralter mit immer neuen Biersorten und zieht damit einen virtuosen Brauer heran, dessen erster Taproom das eigene Kinderzimmer war. Mit siebzehn Jahren braute Bryan bereits sein eigenes Bier – und schenkte es an der eigens dafür zusammengezimmerten Zapfanlage in seinem Zimmer aus.

Bei einem gemütlichen Bierchen kommen einem bekanntlich die besten Ideen, so geschehen auch bei Bryan und Max, die bei einer gemeinsamen Führung durch eine Klosterbrauerei auf die glorreiche Idee einer eigenen Craftbier-Brauerei kamen. Bryan schreibt sich an der Uni ein, um professioneller Brauer zu werden. Dort entwickelt er ein IPL, ein India Pale Lager, mit dem er den deutschen Biermarkt um eine Spezialität bereichern will. Innovation trifft hier auf Tradition, Qualität trifft auf Vielfalt. Jetzt steht aber erst einmal das Øcto vor mir und wartet auf seine Verkostung.

Golden mit einem leichten Rotstich fließt das Bier ins Glas und bildet dabei eine durchschnittlich große sahnige Schaumkrone, die sehr lange erhalten bleibt.

Was ich vom Aroma halten soll ist mir nicht ganz klar. Dass das Karamellaroma des Malzes in der Nase festzustellen ist spricht für das Bier. Dazu kommen Zitrusnoten, was mir gefällt. Aber dann steigt mir noch ein anderer Duft in die Nase – er ist irgendwie animalisch, besser kann ich ihn nicht beschreiben – der den ansonsten guten Eindruck verdirbt. Es ist möglich, dass dieser Duft entstanden ist, weil das Bier bereits auf das Ende des Mindesthaltbarkeitsdatums zugeht, was bei hopfenbetonten Bieren nicht optimal ist.

Der Antrunk ist für ein NEIPA ungewöhnlich süß, aber da die Kohlensäure gut dosiert ist, kann mir das sogar gefallen. Auf der Zunge entwickelt sich eine angenehme Fruchtigkeit nach Zitrusfrüchten, Ananas und Birne. Dazu überrascht mich das geringe Bitter. Das Mundgefühl ist frisch und leicht. Erst im Abgang kommen die Bitterstoffe mehr in den Vordergrund, freundlich und nicht übermäßig intensiv, und sie klingen durchschnittlich lange nach.

Nach einem Beginn, der mich fast enttäuscht hat, gelang es dem Bier dann doch, meine Sympathie zu erringen. Es ist ungewöhnlich und wäre der Misston im Aroma nicht gewesen, wäre ich wohl restlos begeistert.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Weizenmalz, Hafermalz, Hopfen (Comet, Callista, Ariana), Hefe

Alkoholgehalt:

9,0 % Vol.

Brauerei:

Yankee&Kraut GbR
Donaustraße 3
85049 Ingolstadt
www.yankeeundkraut.de

Birra Flea – Federico Il extra IPA

Wie alle Biere von Birra Flea ist auch das IPA einer historischen Persönlichkeit gewidmet, Federico Il. Ihm ist nicht nur dieses Bier gewidmet, sondern auch die Universität von Neapel trägt seinen Namen. Er gilt als der erste moderne Herrscher und eine der wichtigsten Persönlichkeiten des Mittelalters. Er war König von Sizilien, König von Deutschland, König von Jerusalem und Kaiser des Heiligen Römischen Reiches; außerdem förderte er Künstler und Dichter und war selbst ein Intellektueller und Philosoph. Er spielte eine wichtige Rolle bei der Förderung der Literatur durch die sizilianische Schule für Poesie.

Kupferfarben zeigt sich das Bier im Glas. Dazu enthält es viel Hefe, was aber auch kein Wunder ist, denn es wurde einer zweiten Gärung in der Flasche unterzogen. Die Schaumkrone ist voluminös, fest und elfenbeinfarben und sie bleibt lange erhalten.

Das Bier duftet intensiv nach Zitrusfrüchten und Zitrusschalen, dazu kommen würzige Noten.

Der Antrunk ist frisch und leicht süß. Die für eine Flaschengärung knapp dosierte sanfte Kohlensäure ist sehr feinperlig. Auf der Zunge kommt ein freundliches Bitter hervor, gut abgestimmt mit der Fruchtigkeit, die die Aromen widerspiegelt. Das Mundgefühl ist voll und rund. Im Abgang wird das Bitter kräftiger und klingt lange nach.

Zutaten:

Gualdo Tadino, Gerstenmalz, Hopfen, Hefe

Alkoholgehalt:

5,9 % Vol.

Stammwürze:

14,5° Plato

Bittereinheiten:

40 IBU

Brauerei:

Flea Società Agricola a r.l.
Via Fratelli Cairoli
Zona Industriale Sud
06023 Gualdo Tadino, PG
Italien
www.birraflea.com