Die Brauerei Greene King wurde 1799 von Benjamin Greene gegründet. Durch viele Übernahmen wurde seit der Jahrtausendwende daraus die größte britische Brauereigruppe. Von den übernommenen Brauereien ist nur noch die Belhaven-Brauerei in Betrieb, die anderen wurden geschlossen.
In einer wunderbaren Bernsteinfarbe präsentiert sich das Bier im Glas. Die durchschnittlich große feinporige Schaumkrone fällt anfangs schnell in sich zusammen, aber ein Rest bleibt lange erhalten.
Das Aroma ist ungewöhnlich, aber ansprechend. Düfte nach Zitrusfrüchten und Orangenschalen, nach tropischen Früchten und Waldhonig steigen mir in die Nase.
Der Antrunk offenbart überraschend viel Süße sowie eine feinperlige Kohlensäure. Auf der Zunge gesellt sich ein passendes Bitter dazu. Obwohl das Bier für ein IPA überraschend wenig Fruchtigkeit aufweist, sorgt es doch für ein ausgewogenes und leichtes Mundgefühl. Im Abgang wird das Bitter kräftiger und es klingt lange nach.
Ich habe den Eindruck, dass es sich in Bayreuth zur Tradtion entwickelt, dass die Abschlussjahrgänge der Azubis der Brauerei Maisel ihr eigenes Bier brauen und dieses Bier als Sondersud in den Verkauf kommt. Nach dem Erfolg im letzten Jahr hat die sieben Azubis, die sich selbst den Namen Summercrew gegeben haben, ein Session IPA gebraut.
Das Maisel Project 2021, so der Name des Ausbildungsprogramms, baut im Wesentlichen auf vier Schritten auf. Dazu gehören die Entwicklung des Rezepts für das spätere Bier, das Einbrauen des Sudes, das Design des Etiketts sowie letztendlich das Erschließen der Vertriebskanäle und die Öffentlichkeitsarbeit. So ein vollständiges Projekt bekommen die wenigsten Auszubildenden angeboten. Kommen wir aber zum Bier.
Goldgelb und leicht opalisierend läuft das Bier ins Glas. Die dabei entstehende Schaumkrone ist relativ klein, bleibt aber lange erhalten. Gegen die Optik ist schon mal nichts zu sagen.
Eine Vielzahl fruchtiger Aromen steigt mir in die Nase. Ich rieche neben Zitrusfrüchten und roten Früchten auch bittere Noten, die an Grapefruitkerne erinnern. Bereits in der Nase treffen sich die typischen Eigenschaften eines IPAs mit den Früchten des Sommers. Das macht richtig Lust auf den ersten Schluck.
Der Antrunk ist mäßig süß und sorgt mit der reichlich enthaltenen feinperligen Kohlensäure für eine ungeheure frische. Auf der Zunge sticht zunächst das an Grapefruitkerne erinnernde fruchtige Bitter hervor, während sich der Geschmack nach Zitrus und roten Früchten erst entwickelt. Eine leichte Süße, die an Honig erinnert, rundet den Eindruck ab, so dass ein rundes und weiches Mundgefühl entsteht. Der Abgang ist überraschend mild und die Fruchtigkeit klingt noch lange in der Kehle nach.
Mit der Fruchtigkeit und dem vergleichsweise geringen Alkoholgehalt von 4,3 Volumenprozent ist das Bier der fränkischen Auszubildenden hervorragend für die kommenden heißen Sommertage geeignet. Wie immer gibt es das Bier im Brauereiladen in Bayreuth oder im Versand erhältlich. Und nicht vergessen: Wenn das Bier weg ist, dann ist es weg und wird auch nicht mehr nachgeliefert. Schnell sein lohnt sich also.
Bevor ich es vergesse: Wenn Sie sehen wollen, wer dieses Bier „verbrochen“ hat, lohnt es sich, das Bier zu bestellen. Die Auszubildenden haben sich auf dem Etikett verewigt.
Heute steht mal wieder ein Trappistenbier vor mir, gebraut in der St. Josephs Abbay in den USA, dem einzigen Trappistenkloster in den USA, in dem Bier gebraut wird. Wie zu erwarten handelt es sich um ein IPA.
Intensiv goldfarben und hefetrüb läuft das Bier ins Glas und bildet dabei eine durchschnittlich große feinporige Schaumkrone, die sehr lange erhalten bleibt.
In der Nase rieche ich neben Bitterorangen und Holz auch den Karamellduft des Malzes. Dabei ist das Aroma nicht so kräftig wie bei anderen IPAs, aber die Düfte sind gut aufeinander abgestimmt und machen einen – ich kann es nicht anders ausdrücken – edlen Eindruck.
Der Antrunk ist weniger süß als bei den europäischen IPAs und mir fällt die sehr gering dosierte aber sehr feinperlige Kohlensäure auf. Während sich das Bier auf der Zunge verteilt, kommt ein freundliches Bitter dazu. Das Bier ist angenehm fruchtig, da sich die Aromen auf der Zunge widerspiegeln und für ein weiches und volles Mundgefühl sorgen. Dies wird auch durch einige blumige Noten unterstützt. Auch der Abgang ist fruchtig und bitter, so dass er sehr lange nachklingt.
Zutaten:
Wasser, Gerstenmalz, Hopfen, Hefe
Alkoholgehalt:
7,2 % Vol.
Empfohlene Genusstemperatur:
10° Celsius
Brauerei:
Brewery at St. Joseph’s Abbey Spencer Massachusetts USA www.spencerbrewery.com
Das Northsea IPA von Jopen stammt aus Haarlem, einer Stadt südlich von Amsterdam. Dort hat das Brauen eine lange Tradition. Bereits im 15. Jahrhundert war Bier ein wichtiges Exportprodukt der Stadt an der Spaarne. Koyt, in Haarlem mit einer Gewürzmischung gebraut, war sogar das am meisten getrunkene Bier in Antwerpen.
Das Bier wurde in Bierfässern mit 112 Litern, Jopen genannt, über die Spaarne transportiert. Damit wäre auch der Name der Brauerei erklärt.
Um die Qualität sicherzustellen veröffentlichte der Stadtrat Anleitungen, die den Brauprozess detailliert beschrieben. Bereits aus dem Jahr 1501, eineinhalb Jahrzehnte vor der Einführung des Hopfens in Bayer, ist ein Bierrezept mit Hopfen aus Haarlem überliefert. 1916 schloss die letzte Brauerei der ihre Pforten und die Brautradition von Haarlem schien zu Ende. Erst im Jahr 1994 erinnerten sich die Haarlemer an die Tradition des Bierbrauens und suchten anlässlich des 750jährigen Stadtjubiläums in den Archiven nach den alten Bierrezepten. Mit dem ersten Bier der neu gegründeten Jopen-Brauerei wurde am 11. November 1994 das Festjahr anlässlich des Stadtjubiläums eingeleitet.
Heute weist die Brauerei eine Besonderheit auf, die vermutlich weltweit ihresgleichen sucht: Nach der Website der Brauerei gibt es hier 16 IPAs, und das ist das Northsea IPA noch nicht einmal aufgeführt. Ich weiß nicht, ob ich eine der letzten Flaschen dieses Bieres bekommen habe oder ob das Bier so neu ist, dass es seinen Weg auf die Website noch nicht gefunden hat. Egal. Jetzt will ich die Flasche erst einmal verkosten.
Hell bernsteinfarben und leicht hefetrüb läuft das Bier ins Glas und bildet dabei eine sehr große feinporige Schaumkrone, die durchschnittlich lange erhalten bleibt.
Das Aroma ist wirklich überzeugend. Der Duft nach Zitrusfrüchten und deren Kernen steigt mir in die Nase, dazu der Duft nach Biskuit und Harz. So lasse ich mir ein IPA gefallen.
Im Antrunk fällt mir zunächst die reichlich vorhandene kräftige Kohlensäure auf, die von einer zurückhaltenden Süße begleitet wird. Auf der Zunge gesellt sich ein freundliches Bitter dazu. Die fruchtigen Aromen spiegeln sich auf der Zunge wider und zu den Zitrusfrüchten gesellt sich noch der Geschmack nach Apfel und Birne. Das Malz rundet aus dem Hintergrund das Geschmackserlebnis ab. Dabei ist das Mundgefühl voll und weich. Der Abgang ist überraschend mild und trotzdem klingen die bitteren Töne noch lange nach.
C4PO – dieser Name hat mir zunächst einige Rätsel aufgegeben, aber nachdem ich die Lösung gefunden hatte, erschien mir der Name durchaus logisch. C4 steht für die vier verwendeten Hopfensorten Citra, Chinook, Centennial und Cascade, die alle mit einem „C“ beginnen und die alle hocharomatisch und mit viel Geschmack daherkommen.
Dieses IPA des Berliner Labels BRLO besteht ausschließlich aus deutschen Zutaten. Das Rezept orientiert sich am amerikanischen Craft-Beer-Stil India Pale Ale von der West Küste, wobei eine starke Hopfenbitterkeit mit einem fruchtigen Arome und einem relativ hohen Alkoholgehalt kombiniert werden.
Intensiv goldfarben und leicht hefetrüb präsentiert sich das Bier im Glas. Die durchschnittlich große feinporige Schaumkrone bleibt sehr lange erhalten.
Das Aroma ist mild, aber intensiv. Düfte nah Orangenschale, Banane, Melone und Vanille steigen mir in die Nase. Auch einige dunkle Früchte spielen in diesem Reigen mit. Fruchtig und süß – das sind die Attribute, die mir zu diesem Aroma einfallen.
Als das Bier erstmals meine Zunge erreicht hällt mir vor allem die feinperlige Kohlensäure auf, die dem Bier eine angenehme Frische verleiht. Dabei erscheint das Bier zunächst auch recht süß. Dieser Eindruck relativiert sich aber schnell, als sich auf der Zunge ein überraschend kräftiges Bitter bildet. Das hätte ich bei dem Aroma eigentlich nicht erwartet. Jetzt ist die Süße des Malzes gefragt, die sich gegen das Bitter durchsetzen muss. Auch die Aromen kommen durch und spiegeln sich auf der Zunge wider. Das Mundgefühl ist angenehm weich. Im Abgang wird das Bier trockener, das Bitter verstärkt sich und klingt lange nach.
Nun steht wieder ein Sondersud aus Bayreuth vor mir, der Hopfenreiter der Brauerei Maisel in Bayreuth. Auch der Hopfenreiter hat eine Besonderheit. An ihm waren fünf Brauereien beteiligt, allerdings nicht im Rahmen eines Co-Brewing, sondern es handelt sich um einen Freundschafts-Sud. Der Begriff war mir bislang noch nicht bekannt, aber die Brauerei erklärt ihn: „Wir finden es wichtig, dass sich Craftbrauer gegenseitig helfen, sich unterstützen, sich mit Rat und Tat zur Seite stehen.“ So entstand die Idee, einen Sondersud zu brauen, zu dem befreundete Brauereien jeweils eine Zutat beisteuern. Zum Hopfenreiter haben die Brauereien Hoppebräu, BFLO, Schanzenbräu, Brew Age und Jopen jeweils einen Hopfen beigesteuert. Auch wenn es heißt, dass viele Köche den Brei verderben, wollen wir jetzt dem Hopfenreiter eine faire Chance geben. Auf der anderen Seite ist dies bereits der zweite Freundschafts-Sud, so dass wir wohl davon ausgehen können, dass es zumindest beim ersten Mal ein gutes Ergebnis gegeben hat.
Orange-golden steht das Bier im Glas. Darüber bildet sich viel weißer Schaum, fest und sahnig, der sehr lange erhalten bleibt. Die Optik ist auf jeden Fall perfekt.
Das Aroma ist wahnsinnig komplex. Ich rieche Zitrusschalen, Honig, Ananas, Mango und Spearmint. Bei einem so intensiven und vielschichtigen Aroma dürfte aber jeder Konsument auch andere Duftnoten wahrnehmen. So schreibt die Brauerei auch von Heidelbeeren und Erdbeeren.
Der Antrunk ist intensiv und süß, abgerundet durch die sehr feine Kohlensäure. Aber das ist erst der Anfang. Während sich das Bier im Mund verteilt, zeigt es seinen ganzen wuchtigen Geschmack. Die Aromen, besonders der Zitrusnoten, kommen als Geschmack zur Geltung, dazu kommt ein kräftiges Bitter, immerhin hat das Bier 70 IBU. Der Abgang ist trocken und zunächst kräftig bitter. Das Bittere lässt schnell nach, es kommt etwas Würziges zum Vorschein, das dann abklingt und ein langanhaltendes freundliches Bitter zurücklässt.
Wenn es ein perfektes IPA gibt, dann kommt der Hopfenreiter ihm schon sehr nahe. Meine Frau reagiert sehr empfindlich auf Bitter, aber den Hopfenreiter hat auch sie gemocht. Wenn Sie das Bier beim Händler Ihres Vertrauens bestellen wollen, sollten Sie sich beeilen, denn wenn der Sud verkauft ist, wird es dieses Bier nicht noch einmal geben.
(Fast) jeder Mensch und auch (fast) jedes Unternehmen hat gewisse Höhepunkte im Jahresablauf, auf die der Mensch oder das Unternehmen hinarbeitet. Maisel & Friends macht da keine Ausnahme. In der Bayreuther Brauerei gehört das erste Wochenende im März zu diesen Highlights. In diesem Jahr wurde an diesem Wochenende der zweite Geburtstag des Liebesbier gefeiert und die dritte Auflage des Hopfenreiters wurde der Öffentlichkeit vorgestellt. Und die Öffentlichkeit war reichlich vertreten. Etwa 5000 Menschen kamen zusammen, um mit dem Hoppy Birthday Festival das Ereignis gebührend zu feiern. Aber das ist eine andere Geschichte; in diesem Artikel geht es um den diesjährigen Hopfenreiter.
Jeff Maisel ließ es sich nicht nehmen, den Hopfenreiter persönlich vorzustellen. Dabei waren die Brauereien, die für den Freundschaftssud des Hopfenreiters 2018 die Hopfensorten beigetragen haben. Vor Ort waren die Brauereien Superfreunde, Mikkeler, Duvel, Bevog und Frau Gruber. Aber kommen wir jetzt endlich zum Bier.
In intensivem hellem Bernstein leuchtet das hefetrübe Bier im Glas. Darüber bildet sich eine feinporige Schaumkrone, die sehr lange erhalten bleibt. Optisch gibt es an diesem Bier wirklich nichts auszusetzen.
Wenn in einem Bier sechs Aromahopfen verbraut wurden, ist es ziemlich sicher, dass auf die Nase ein echtes Abenteuer wartet. Und tatsächlich, das Bier duftet intensiv nach Ananas, Limonen, Zitronenschale sowie einigen roten Beeren. Auch würzige Noten schmeicheln der Nase. Ein Fest für jeden Liebhaber von IPAs. Jetzt ist es aber Zeit für den ersten Schluck.
Der erste Eindruck zeichnet sich durch eine feine Süße und durch die sehr feinperlige Kohlensäure durch eine ungeheure Spritzigkeit aus. Als sich das Bier auf der Zunge verteilt bleibt die Süße erhalten, wobei sich ein kräftiges hopfiges Bitter dazugesellt, unterstützt durch die für ein IPA typischen Zitrusnoten. Der Abgang zeichnet sich durch ein freundliches Bitter aus, das an den Geschmack von Grapefruitkernen erinnert und er klingt ellenlang nach.
Wie bereits beim Hopfenreiter 2017 bedauere ich, dass es sich um einen Sondersud handelt, bei dem gilt: Wenn weg, dann weg. Trotz des kräftigen Bitter von 70 IBU kann sich der Malzkörper doch die gesamte Zeit bemerkbar machen, was nicht bei jedem IPA der Fall ist.
Craft-Biere haben immer viel Alkohol. Diese Regel stimmt in den meisten Fällen, aber das Hop Junkie der Münchner Brauerei Crew Republic beweist, dass es auch von dieser Regel Ausnahmen gibt. Getreu dem Motto „low alcohol but full taste“ enthält Hop Junkie nur 3,4 Volumenprozent Alkohol, soll aber das volle Hopfenaroma eines India Pale Ale enthalten. Nicht umsonst hieß das Bier vor seiner Umbenennung Detox. Lassen wir uns also überraschen.
Im Glas fällt gar nicht auf, dass es sich um ein alkoholarmes Bier handelt. Hell bernsteinfarben und hefetrüb ist es, mit viel feinporigem Schaum, der uns lange erhalten bleibt. Na bitte, es geht doch.
Auch das Aroma ist mit dem anderer IPAs mit der doppelten Menge Alkohol vergleichbar. Mir steigt ein ganzer Fruchtcocktail in die Nase. Ich rieche Orange, Ananas, Mango und Vanille. Da gibt es absolut nichts zu meckern.
Der Antrunk ist frisch und fruchtig. Die Aromen spiegeln sich auf der Zunge wider. Schnell kommt ein freundliches und feines Bitter dazu, das die Fruchtigkeit noch unterstützt. Der Abgang ist überraschend mild, er klingt aber recht lange nach.
Die Brauerei aus Unterschleißheim beweist mit ihrem Hop Junkie, dass sich Craft-Biere auch mit wenig Alkohol brauen lassen. Mit dieser Kreation haben wir ein wunderbar erfrischendes Bier für den Sommer vor uns stehen.
Nun habe ich wieder einmal ein IPA aus Oberbayern im Test, genauer gesagt aus Schönram. Diese Brauerei wurde mehrfach durch den European Beer Star 2015 ausgezeichnet. Also kann ich hier erneut etwas Besonderes erwarten.
Bernsteinfarben, hefetrüb und mit lebhafter Kohlensäure steht das Bier im Glas, darüber reichlich ein feinporiger weißer Schaum, der auch recht lang erhalten bleibt. Optisch gibt es an diesem Bier also schon mal nichts auszusetzen.
Das Aroma wird durch Zitrusfrüchte und Malz geprägt, unterstützt durch den Duft einer Bergwiese. Das macht richtig Lust auf den ersten Schluck.
Der Antrunk ist leicht süß, genau wie ich es erwartet hatte. Gleichzeitig bemerke ich, dass die Kohlensäure recht aggressiv ist. Schnell zeigt sich ein sehr bitterer Geschmack, der die Süße überdeckt. Saure Noten kann ich nicht schmecken. Ich mag das Bittere, auch wenn es schon fast grenzwertig ist. Meine Frau, die das Bier ebenfalls getestet hat, verzog nur das Gesicht und brach den Test ab. Im Abgang wird das Bier wieder weniger bitter, wirklich angenehm. Dieser Geschmack bleibt auch lang erhalten.
Der doch sehr starke bittere Geschmack steht in deutlichem Widerspruch zum frischen Aroma dieses IPA. Ein überraschendes Bier mit Charakter, das man mögen kann, das aber sicherlich nicht jedem gefällt.
Die Brauerei beschreibt das Drunken Sailor so: „Weigh the Anchor, Hoist the Sails… Meterhohe Wellen, peitschender Wind. Das war das Leben der englischen Seefahrer, die den Auftrag hatten, Bier in die indische Kolonie zu bringen. Nur unendlich viel Hopfen und ein hoher Alkoholgehalt machten es haltbar für die gefährliche Reise. Drunken Sailor IPA bringt das Abenteuer und den kräftigen Geschmack ins 21. Jahrhundert… Ship Ahoy!“ OK, das war nicht unbedingt die Beschreibung des Drunken Sailor, sondern eher die Beschreibung der Entstehung dieses Bierstils. Ich finde die Formulierungen aber ganz gelungen. Wenn das Bier genauso gut ist, ist daran nichts auszusetzen.
Tieforange und hefetrüb präsentiert sich das Bier im Glas. Darüber bildet sich eine gute Menge feinporiger Schaum und bereits beim Einschenken steigt mir ein intensiver Duft nach Grapefruit in die Nase.
Aber das Aroma hat noch mehr zu bieten. Neben Grapefruit steigen mir noch Düfte von Ananas, Zitrone, grünen Äpfeln, Waldhonig sowie einige florale und kräuterige Noten in die Nase. Das komplexe Aroma gefällt mir sehr gut.
Der Antrunk ist trocken und spritzig. Besonders gefällt mir die sehr feinperlige Kohlensäure. Die Aromen spiegeln sich auf der Zunge wider. Besonders die Grapefruit tritt in den Vordergrund, aber langsam lässt sich auch eine feine Malzsüße blicken. Der Abgang ist freundlich bitter und lang nachklingend. Ich hätte aber die 58 IBU nicht erwartet.
Das Drunken Sailor ist ein sehr gut trinkbares IPA. Leider musste ich aber feststellen, dass das fruchtige Aroma bereits nach kurzer Zeit verfliegt. Ich weiß nicht, woran das liegt; bei anderen IPAs sind die Aromen stabiler.