Schlagwort-Archiv: Bockbier

Binding – Carolus der Starke

Nach Angaben der Brauerei ist dieser Doppelbock die älteste Bierspezialität aus der Binding Brauerei in Frankfurt. Erstmals ausgeschenkt wurde dieses Bier am 28. Januar 1902, dem Namenstag des Gründers von Frankfurt/Main, dem Namenstag Karls des Großen. Die Brauerei wirbt damit, dass damit eine inzwischen mehr als 100 Jahre alte Tradition der Binding-Brauerei begonnen hat. Allerdings wird dieser Doppelbock ohne Hopfen gebraut, sondern ausschließlich mit Hopfenextrakt. Allerdings wurde Hopfenextrakt erst im Jahre 1968 für das Brauen von Bier zugelassen, so dass sich die heutige Rezeptur dieses Biers doch von der ursprünglichen Rezeptur unterscheiden dürfte. Aber hier geht es nicht um längst getrunkene Biere, sondern um das Carolus von heute. Und dieses Bier will ich nun verkosten.

Dunkelrot, fast schwarz ist das Bier. Darüber bildet sich eine durchschnittliche Menge feinporiger hellbrauner Schaum, der recht lange erhalten bleibt.

Das Aroma ist durch die Röstaromen des Malzes geprägt. Dunkle Schokolade und Espresso kann ich riechen, aber keine Spur von Hopfenaromen. Schade. Etwas Aromahopfen hätte diesem Bier sicher gutgetan.

Der Antrunk ist süß, wobei die kräftige Süße durch die sehr feinperlige Kohlensäure etwas gebändigt wird. Der Körper ist malzig mit dem Geschmack dunkler Schokolade. Dazu kommt ein recht intensives Bitter, aber da sämtliche Aromen des Hopfens fehlen, ist der Geschmack recht unausgewogen. Der Abgang ist dann überraschend mild und die Röststoffe klingen einige Zeit nach.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfenextrakt

Alkoholgehalt:

7,5 % Vol.

Stammwürze:

18,4° Plato

Brauerei:

Binding-Brauerei AG
Darmstädter Landstr. 185
60598 Frankfurt
www.binding.de

Hacker-Pschorr – Animator

Winter und Frühling sind die traditionelle Zeit, in der spezielle Bockbiere gebraut werden. Ich erinnere hier an die ganzen Mai- und Frühjahrsböcke. Da will auch die Brauerei Hacker-Pschorr aus München keine Ausnahme machen und hat den Animator aufgelegt. Mit 8,1 Volumenprozenten Alkohol entspricht der Alkoholgehalt auch den anderen Frühlingsbieren. Etwas Besonderes hat dieses Bier aber an sich: während andere Bockbiere in der Regel gefiltert sind, ist der Animator naturtrüb. Wie sich die Hefe im Bockbier macht, werde ich gleich feststellen. Besonders ist auch die Bügelflasche, in der ich das Bier gekauft habe. Sie hat zwei Liter Inhalt, eine recht seltene Größe für Bierflaschen. Gebraut wurde das Bier aus 80 % Münchner Malz, das aus den Gerstensorten Marthe, Grace und Catamaran hergestellt wurde. Es ist das erste Mal, dass eine Brauerei die Gersten benennt, aus denen das Malz besteht. Im Gegenzug verrät die Brauerei aber auch nicht, welche anderen Malze die anderen 20 % bilden. Aber bei satten 19 % Stammwürze kann ich mich auf ein sehr intensives Bier freuen.

Bernsteinfarben mit viel beigen cremigen Schaum zeigt sich das Bier im Glas. Die Krone bleibt auch lange erhalten. Mit fällt allerdings auf, dass das Bier klar ist, und das, obwohl auf dem Etikett doch angegeben war, dass das Bier ungefiltert ist. Na gut, das muss kein Nachteil sein; Bockbiere werden schließlich im Normalfall ohne Hefe abgefüllt.

Das Aroma ist betörend. Düfte von Rosinen und Feigen steigen mir in die Nase, auch der Alkohol ist zu riechen, so dass sich die Aromen zu dem Duft von Rumtopf vereinen. Dazu kommt noch ein Hauch dunkler Schokolade. Meine bisherige Meinung, dass Hacker-Pschorr eher langweilige weil austauschbare Biere braut, muss ich wohl revidieren. Hält der Geschmack, was das Aroma verspricht?

Wie ich es erwartet habe ist der Antrunk relativ süß. Die Kohlensäure ist sehr feinperlig, allerdings würde ich mir doch wünschen, dass das Bier mehr davon enthalten würde. Der Körper ist fruchtig und vollmundig. Die intensive Süße der Trockenfrüchte kommt gut zur Geltung, ist aber durchaus ausgewogenem Verhältnis zum freundlichen Bitter, das sich jetzt zeigt. Jetzt erinnert das Bier an einen Likör. Der Abgang ist fruchtig mit einem angenehmen Bitter.

Dieses Bier ist etwas Besonderes und eignet sich als Ersatz für einen Dessertwein.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz (Münchner Malz (Gerstensorten Marthe, Grace und Catamaran)), Hefe, Hopfen (Tradition, Herkules), Hopfenextrakt

Alkoholgehalt:

8,1 % Vol.

Stammwürze:

19,3° Plato

Bittereinheiten:

28

Brauerei:

Hacker-Pschorr Bräu GmbH
Hochstraße 75
81541 München
www.hacker-pschorr.de

Zombräu Richtfest

Im Jahr 2015 gründeten die Brüder Tobias und Bastian Merches im niederbayerischen Mirskofen die Brauerei Zombräu. Nun haben die beiden mir sechs ihrer Biere für eine Verkostung zugeschickt. Aus dieser Sammlung verkoste ich heute das erste, Richtfest genannt. Dabei handelt es sich um ein helles Bockbier.

Das Richtfest hat eine Besonderheit. Das Etikett wurde in Zusammenarbeit der Brauerei mit dem Fotokünstler Andreas Richter gestaltet. Und dieses Bockbier hat nicht nur ein Etikett. Auf der Website von Zoombräu sind sechs Etiketten für das Richtfest abgebildet.

Cognacfarben mit einem leichten Rotstich und gefiltert präsentiert sich das Bier im Glas. Ich sehe relativ wenig Kohlensäure. Die Schaumkrone ist durchschnittlich voluminös und mit leichtem Gelbstich. Sie löst sich bis auf einen Rest durchschnittlich schnell auf, aber der Rest bleibt lange erhalten. Optisch ist das Bier schon mal sehr ansprechend.

Das leicht süße Aroma wird durch das Malz mit seinen leichten Röstaromen dominiert. Das ist für einen Bock typisch. Dazu kommen aber noch fruchtige Aromen. Düfte nach Mango und Ananas steigen mir in die Nase. Das macht richtig Lust auf den ersten Schluck.

Im Antrunk fällt zunächst eine ordentliche Süße auf, zusammen mit einer feinperligen Kohlensäure, die deutlich reichlicher dosiert ist als es die Optik offenbart hatte. Damit macht das Bier einen sehr frischen Eindruck. Schnell gesellt sich eine leichte fruchtige Säure dazu. Das Bier macht einen vollmundigen und frischen Eindruck und es ist ungeheuer süffig. Der Abgang zeichnet sich durch in leichtes freundliches Bitter mit einem sehr langen Nachklang aus.

Das Richtfest von Zombräu ist ein sehr leckeres Bockbier, das mit seinen fruchtigen Noten zu überraschen weiß. Die 6,6 Volumenprozent sind dabei gut versteckt, so dass das Bier nicht sprittig wirkt.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz (Pilsner Malz, Cara 20), Hopfen (Nugget, Hallertauer Melon, Vic Secret), Hefe

Alkoholgehalt:

6,6 % Vol.

Bittereinheiten:

30 IBU

Brauerei:

Zombräu
Obere Sendlbachstr. 19
840051 Mirskofen
www.zombräu.de

Ritterguts-Gose – Bärentöter

Vermutlich ist die Gose der älteste Bierstil, der heute noch gebraut wird. Erstmals wurde die Gose durch Kaiser Otto III. erwähnt, der den Wohlgeschmack des Goslarer Bieres gelobt hat. Seine Regierungszeit endete im Jahr 1002. Damit ist die Gose mehr als 1000 Jahre alt.

Der Name der Gose leitet sich aus dem gleichnamigen Fluss ab, nach dem auch die Stadt Goslar benannt wurde. Lange Zeit war die Gose fast in Vergessenheit geraten und wurde ausschließlich in Leipzig gebraut. Heute ist die Gose auch wieder in ihre ursprüngliche Heimat zurückgekehrt, aber jetzt steht eine Gose aus Borna vor mir, einer Kreisstadt, etwa 30 Kilometer südlich von Leipzig gelegen.

Ich muss noch anmerken, dass ich kein großer Freund von Sauerbier bin, weshalb die Flasche einige Zeit bei mir stand. Irgendetwas in mir wollte dieses Bier nicht verkosten. Aber jetzt habe ich mich endlich durchgedrungen.

Rotbraun und leicht hefetrüb ist der Gose-Bock. Es bildet sich nur wenig mittelporiger Schaum, der sich auch schnell auflöst.

Das Aroma ist kräftig und so komplex, dass ich mir nicht sicher sein kann, alle Nuancen zu erkennen. Aber ich versuche es einfach mal. Im ersten Moment meine ich den Duft nach Whisky und Karamell wahrzunehmen. Mit der Zeit kommt noch ein angenehmer Zitrusduft dazu, der mich stark an Blutorangen erinnert. Aus dem Hintergrund melden sich aber auch die würzigen Noten zu Wort, die vom Koriander und den Orangenschalen stammen, die bei diesem speziellen Bier mit verbraut wurden. Hier kommen die Aromen von Bockbier, belgischem Sauerbier und Witbier zusammen. Ich beginne, nicht mehr zu verstehen, weshalb das Bier so lange bei mir stand.

Der Antrunk ist recht süß, was vermutlich dem in dieser Gose enthaltenen Bierstil Bockbier geschuldet ist. Die reichlich vorhandene feinperlige und sanfte Kohlensäure versorgt das Bier aber mit der notwendigen Frische. Schnell kommt eine saubere Säure dazu. Dabei bleibt eine leichte Süße erhalten. Abgerundet wird der Geschmack durch die Kräuter. Im Zusammenspiel erinnert der Geschmack an das Aroma nach Blutorangen, das ich noch in der Nase habe. Der Abgang ist mild und ich kann in der Kehle kaum Bitterstoffe feststellen. Auch hier dominiert die Mischung aus süß und sauer.

Zu diesem Gose-Bock passt gut eine dunkle Schokolade. Ich habe bei meinem Test eine Schokolade mit Ingwer und einem Kakaoanteil von 72 % gegessen.

Zutaten:

Brauwasser, Gersten- und Weizenmalze, Hefe, Hopfen, Kochsalz, Koriander, Orangenschalen, Zimt

Alkoholgehalt:

6,6 % Vol.

Stammwürze:

16,8° Plato

Brauerei:

Ritterguts Gose GmbH
Häuerweg 1
04552 Borna
www.leipziger-gose.com

Riegele Speziator Dunkel

Die Brauerei Riegele gehört zu den ältesten Brauereien der Welt. Bereits im Jahr 1386 wurde die Brauerei „Zum Goldenen Roß“ gegründet. Knapp 500 Jahre später erwarb Sebastian Riegele die Braustätte. Dort wird bis heute mit viel handwerklicher Sorgfalt und Leidenschaft gebraut. Aus dieser Brauerei steht jetzt der dunkle Speziator vor mir, ein dunkler Doppelbock mit mehr als 19° Plato. Da kann ich mich ja auf ein besonderes Bier freuen.

In sehr dunklem Bordeauxrot präsentiert sich das Bier im Glas, es ist beinahe schwarz. Darüber bildet sich eine durchschnittliche feste und beige Schaumkrone, die auch lange erhalten bleibt. So stelle ich mir einen dunklen Doppelbock vor.

Das Aroma ist komplex und schwer. Düfte von Röststoffen und auch vom verwendeten Hopfen steigen mir in die Nase. Ich rieche Kaffee, dunkle Schokolade, etwas Haselnuss sowie einen deutlichen Duft nach Rumtopf mit roten Früchten und Kirschen. Wow, das ist echt umwerfend.

Der Antrunk ist süß. Na ja, bei diesem Aroma hätte ich auch gar nichts anderes erwartet. Allerdings hätte ich mir etwas mehr Kohlensäure gewünscht, die dann noch etwas mehr Frische mit sich gebracht hätte. Aber mal sehen, wie sich das Bier weiterentwickelt. So intensiv wie bereits der Einstieg ist, könnte es durchaus sein, dass Frische gar nicht passen würde. Die malzbetonte Süße bleibt bestehen und mischt sich mit Schokoladennoten und dem Geschmack nach Kaffee und roten Früchten. Unterstützt wird der Geschmack durch angenehme Honig- und Karamellnoten. Dabei versteckt der Speziator seine 7,5 Volumenprozent Alkohol geschickt. Das Bier sorgt für ein weiches und cremiges Mundgefühl und ist dabei wirklich süffig. Der Abgang ist leicht fruchtig, einige Bitterstoffe melden sich zu Wort und klingen recht lange nach.

Zu einem Festessen, beispielsweise einem Rehrücken, passt dieses Bier hervorragend.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen

Alkoholgehalt:

7,5 % Vol.

Stammwürze:

19,5° Plato

Brauerei:

Brauerei S.Riegele
Frölichstraße 26
86150 Augsburg
www.riegele.de

Dithmarscher – Maibock

Der Frühling ist ausgebrochen und damit gibt es auch wieder den Maibock. Leider ist dieser Bierstil hier im Ruhrgebiet nicht allzu beliebt, was sich in der Auswahl dieser saisonalen Bierspezialität niederschlägt. Aber immerhin habe ich in meinem Getränkemarkt den Maibock aus Dithmarschen bekommen, den ich jetzt verkosten möchte. Er kommt aus der einzigen Privatbrauerei an der Westküste Schleswig-Hosteins, die seit fast zweieinhalb Jahrhunderten für gute Biere bekannt ist.

Satt bernsteinfarben ist das Bier und es enthält recht viel Kohlensäure. Im Glas bildet sich leicht überdurchschnittlich viel weißer Schaum, größtenteils feinporig, der durchschnittlich lange erhalten bleibt. Die Optik ist also schon mal nicht verkehrt.

Das Aroma ist kräftig malzig. Ich rieche leichte Röststoffe, dazu Kräuter und im Hintergrund helle Früchte, ich meine, den Duft von Birnen wahrzunehmen.

Der Antrunk ist kräftig und stiltypisch süß. Aber das ist erst der Anfang. Auf der Zunge entwickelt sich schnell eine ordentliche Fruchtigkeit, das Bier ist rund und süffig. Die immerhin 6,8 Volumenprozente Alkohol versteckt die Brauerei geschickt hinter dem intensiven Geschmack. An den Zutaten hat die Brauerei wahrlich nicht gespart. Lediglich der Abgang enttäuscht mich etwas; der Nachklang ist kurz und mir persönlich ist er zu mild. Etwas mehr Bitterstoffe würden diesem Bier sicher guttun.

Ansonsten könnte ich mich an dieses Bockbier aber durchaus gewöhnen.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen

Alkoholgehalt:

6,8 % Vol.

Brauerei:

Dithmarscher Privatbrauerei
Oesterstr. 18
25709 Marne
www.dithmarscher.de

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Maisel & Friends – Hopfenbock

In der letzten Woche klingelte der Paketbote von DHL bei mir und ich dachte zunächst, dass ich mal wieder ein Paket für einen Nachbarn annehmen solle. Aber nein, es war für mich. Es kam von der Brauerei Maisel in Bayreuth und enthielt zwei Flaschen Bier mit Sondersuden, dem Hopfenbock und dem Hopfenreiter. Beide Biere werden nur einmal gebraut und wenn sie weg sind, dann ist es zu spät und es wird keine weiteren Auflagen dieser Biere mehr geben. Ich habe die beiden Biere am Wochenende verkostet und kann daher mit Fug und Recht behaupten, dass es ein spannendes Wochenende war.

Begonnen habe ich mit dem Hopfenbock. Ich mag Bockbier schon aus industrieller Produktion, nur dass sie dann ziemlich austauschbar sind. Von einem Craft Beer-Bock verspreche ich mir daher ein ganz besonderes Bier. Die Ausgangssituation beschreibt Maisel wie folgt: „Wir hatten Lust auf ein neues Brauexperiment und wollten ein ganz besonderes Bockbier brauen. Es sollte ein helles Bockbier werden und dazu sollten Geruch und Geschmack völlig anders sein als sie der Genießer von einem Bock erwarten würde.“ Eine ambitionierte Aufgabenstellung. Ich bin gespannt wie sie umgesetzt wurde.

Kräftig goldgelb ist er, der Hopfenbock. Darüber bildet sich eine durchschnittliche Menge fester weißer und feinporiger Schaum, der lange erhalten bleibt. Optisch gefällt mir das Bier also schon mal sehr gut, auch wenn mich die Optik noch nicht wirklich überrascht.

Die Überraschung kommt mit dem Aroma. Meine Erwartung bei einem Bockbier ist ein ausgewogener Duft verschiedener Malze. Dieser Duft ist auch beim Hopfenbock vorhanden, wird aber kräftig durch fruchtige und blumige Düfte unterstützt. Dazu ein Hauch Honig und Zitronenschale. Kurz gesagt ist das Aroma extrem komplex, so dass ich gar nicht sagen kann, welche Blumen und Früchte sich hier verstecken. Da jede Nase etwas anders reagiert, wird vermutlich auch jeder etwas anderes riechen. Aber eines kann ich mit gutem Gewissen behaupten: das Aroma ist rund und ausgeglichen. Es macht wirklich Lust auf den ersten Schluck.

Der erste Eindruck ist, dass dieser Bock nicht so viel Süße enthält wie die meisten anderen Bockbiere. Trotzdem ist er wirklich vollmundig und die reichlich vorhandene feinperlige Kohlensäure sorgt zusammen mit den Aromen in der Nase für eine sehr angenehme Frische. Dann ist der Hopfenbock stilgerecht malzig. Der Geschmack des Malzes wird aber durch die Fruchtigkeit und die Bitterstoffe des Hopfens gut abgerundet. Der Abgang ist angenehm bitter und langanhaltend.

Schade, dass dieser Bock nur einmal gebraut wird. Wenn Sie ihn beim Händler Ihres Vertrauens bestellen wollen, denken Sie daran: wenn weg, dann weg.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen, Hefe

Alkoholgehalt:

7,6 % Vol.

Stammwürze:

16,9° Plato

Bittereinheiten:

35 IBU

Brauerei:

Brauerei Gebr. Maisel KG
95445 Bayreuth
www.maiselandfriends.com

Kuehn Kunz Rosen – Festland

Jetzt steht mal wieder ein Bier aus der Landeshauptstadt von Rheinland-Pfalz vor mir, diesmal aus der Brauerei Kuehn, Kunz, Rosen. Das Besondere an diesem Craft Beer ist, dass beim Festland Tonkabohnen mit verbraut wurden. Nun sind Tonkabohnen nicht allzu bekannt, weshalb ich mich mal bei Wikipedia kundig gemacht habe. Sie haben einen süßlichen, leicht bitteren und der Vanille ähnlichen Geschmack und werden deshalb als Vanilleersatz verwendet. Die Behonen sind sehr hart und werden am besten mit einer Muskatreibe abgerieben oder 1–2 Bohnen mit einem Liter Milch ca. 10 Minuten gekocht und über Nacht stehen gelassen. Für Desserts auf Sahne- oder Milchbasis werden die Bohnen etwa zehn Minuten ausgekocht (sie können bis zu zehnmal verwendet werden). Die Verwendung der Tonkabohne zur Zubereitung in Lebensmitteln war in Deutschland ab 1981 zeitweise verboten. Seit 1991 existiert dieses Verbot in eingeschränkter Form. Nun will ich mich an dieser Stelle nicht weiter über Bohnen auslassen. Nähere Informationen finden Sie auf Wikipedia. Kommen wir also zum Bier.

Das Festland ist ein dunkles Bockbier. Das Dunkel können Sie hier wirklich wörtlich nehmen. Dunkel kastanienbraun, fast schwarz ist das Bier. Darüber bildet sich eine durchschnittlich große Krone aus gemischtporigem hellbraunem Schaum, die sich etwas schneller als der Durchschnitt auflöst.

Das Aroma wird durch die Röststoffe dominiert. Ich rieche Kakao und Bittermandel, unterstützt durch Vanille. Der Duft gefällt mir sehr gut.

Der Antrunk ist recht süß und dabei intensiv. Bereits auf der Zungenspitze schmecke ich einige fruchtige Säuren. Auf der Zunge kommen aber die Röststoffe in den Vordergrund. Zusammen mit den 6,2 Volumenprozent Alkohol sorgen sie für ein sanftes und volles Mundgefühl. Auch im Abgang dominieren die Röststoffe, während das Bitter nur mäßig vorhanden ist und es kommt noch der Geschmack von Espresso dazu, der lange nachklingt.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz (Pilsner, Münchner, Caramünch, Caraaroma), Roggenröstmalz, Hopfen (Motueka), Tonkabohne, Hefe

Alkoholgehalt:

6,2 % Vol.

Brauerei:

K.K.R. GmbH
Weisenauer Straße 15
55131 Mainz
www.kuehnkunzrosen.de

Hofbräu – Maibock

Nicht nur im Norden werden Maiböcke gebraut, auch das Hofbräuhaus in München bringt ihren eigenen Maibock auf den Markt. Nach Angaben der Brauerei wurde der dortige Maibock erstmals im Jahr 1614 gebraut und ist damit das älteste Bockbier Münchens. Wenn der bayerische Finanzminister und der Direktor der Brauerei Hofbräu München alljährlich in der letzten Aprilwoche zum Maibockanstich einladen, dann kommt alles was in Politik, Wirtschaft und Kultur Rang und Namen hat ins Hofbräuhaus am Platzl. Auch das bayerische Fernsehen hat sich dort bereits sehen lassen und die Veranstaltung übertragen. Mich wundert es nun doch etwas, dass das Bier bereits so lange vor dem offiziellen Anstich im Handel erhältlich ist. Aber gut, es ist halt so. Kommen wir zum Bier.

Dunkel-bernsteinfarben ist er, der Maibock aus dem Hofbräuhaus. Er bildet eine mittlere Menge feinporigen Schaum, weiß mit deutlichem Gelbstich. Der Schaum fällt nur langsam in sich zusammen.

Das Aroma ist durch das Malz geprägt. Ich rieche Toffee und einen leichten Anklang von getrockneten Feigen.

Der Antrunk ist süß und ich stelle eine feinperlige Kohlensäure fest. Das ist so OK und entspricht meinen Erwartungen. Der Körper ist zunächst bitter und die Malzsüße verschwindet kurz im Hintergrund. Insgesamt empfinde ich das Bier als nicht ganz ausgewogen, aber als durchaus süffig. Der Abgang ist angenehm bitter, klingt aber nicht allzu lange nach.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen

Alkoholgehalt:

7,2 % Vol.

Brauerei:

Staatliches Hofbräuhaus in München
Hofbräuallee 1
81829 München
www.hofbraeuhaus.com

Flensburger – Frühlingsbock

Jetzt ist Mitte März und damit die Hochzeit der Bockbiere. Viele Brauereien stellen Maiböcke her, die jetzt auf den Markt kommen. Dass die Brauerei aus Flensburg ihr Bockbier nun Frühlingsbock nennt, macht da keinen Unterschied. Immerhin wurde der Frühlingsbock bereits mehrfach ausgezeichnet, 2014 beim World Beer Award, 2015 bei Meiningers International Award mit der Silbermedaille und 2016 mit dem goldenen Preis der DLG. Es muss sich hier also um ein recht gutes Bier handeln. Die Brauerei verspricht, dass der Frühlingsbock angenehm kräftig und lebendig ist.

Goldgelb mit einem Stich ins orange präsentiert sich das Bier im Glas. Darüber bildet sich eine durchschnittliche Menge recht grobporiger Schaum, der aber recht lange erhalten bleibt.

Der Antrunk ist süß und ich stelle fest, dass der Frühlingsbock recht wenig Kohlensäure enthält. Er ist nicht so kräftig wie ich es bei einem Maibock mit 6,9 % Vol. erwarten würde. Weiter geht es wie bei einem durchschnittlichen Bockbier. Der Frühlingsbock ist süffig, recht rund und mild. Auch der Abgang ist mild und praktisch nicht bitter. Damit entspricht der Frühlingsbock ziemlich genau seinem Bierstil. Er ist gefällig ohne dass ich irgendwelche Highlights feststellen konnte. Das mag aber auch daran liegen, dass ich vorher den Hopfenbock von Maisel & Friends getrunken habe. Gegen diesen Sondersud wirken die meisten anderen Biere eher fad. Meine fehlende Begeisterung für dieses Bier mag eventuell auch daher rühren.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen

Alkoholgehalt:

6,9 % Vol.

Brauerei:

Flensburger Brauerei
24937 Flensburg
www.flens.de

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