Schlagwort-Archiv: Bayern

Orca Brau – Kellerbier

Ein Kellerbier ist ursprünglich ein unfiltriertes, naturtrübes Hellbier, das noch im Holz- oder Edelstahltank „kellernd“ reift. Klassisch ist der Stil vor allem in Franken und Bayern verbreitet. Charakteristisch sind eine natürliche Trübung, ein weiches und rundes Mundgefühl, eine leicht malzige Süße im Zusammenspiel mit mild-herbe. Hopfennoten sowie ein eher moderater Alkoholgehalt. An diesen Eigenschaften muss sich auch das Kellerbier von orca brau in Nürnberg messen lassen.

Orangefarben und opalisierend präsentiert sich das Bier im Glas. Die weiße feinporige Schaumkrone ist eher klein, bleibt aber lange erhalten. Optisch geht das Bier in Ordnung.

Das Bier duftet angenehm nach Karamell und frischem Brot, abgerundet durch rote Früchte wie Erdbeeren und einige florale Noten.

Der Antrunk zeichnet sich durch eine fruchtige Süße sowie eine kräftige Karbonisierung aus. Auf der Zunge bleibt die Fruchtigkeit im Mittelpunkt und jetzt ist das Bier weniger süß als erwartet. Dazu kommt eine zurückhaltende Bittere, die gemeinsam mit den anderen Aromen für ein weiches Mundgefühl sorgt. In der Kehle legt die Bittere zu, bleibt aber moderat. Trotzdem klingt der Geschmack lange nach.

Das Orca Kellerbier lässt sich mit verschiedenen Gerichten kombinieren, beispielsweise mit gegrilltem Fleisch oder Würstchen, mit Würstchen oder Grillgemüse.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen (Saphir), Hefe

Alkoholgehalt:

5,4 % Vol.

Farbe:

12 EBC

Brauerei:

Ora Brau
Am Steinacher Kreuz 24
90427 Nürnberg
www.orcabrau.de

orca brau – C’est La Vie

Die Orca Brau GmbH aus Nürnberg steht für Vielfalt und experimentelle Braukunst. Auf einer kleinen 10-Hektoliter-Anlage entstehen sowohl traditionelle als auch moderne Bierstile – vom Kellerbier über Pale Ale bis zu kreativen Spezialitäten wie das C’est La Vie, das jetzt vor mir steht und auf seine Verkostung wartet. Orca versteht sich als Teil der lebendigen deutschen Craft-Szene, die klassische Bierstile hinterfragt und neue Geschmackserlebnisse sucht. Dabei entstehen bei den Nürnbergern innovative Biere, von denen mich noch keines enttäuscht hat. Mal sehen, ob das beim C’est La Vie auch der Fall ist. Das Bier ist aus einer Zusammenarbeit von Orca Brau mit der Kaffeewerkstatt Kucha entstanden.

Orangefarben und opalisierend präsentiert sich das Bier im Glas. So schön wie die Farbe auch ist, so schnell fällt der Schaum in sich zusammen. Ich vermute, dass das daran liegt, dass das Bier ohne Hopfen gebraut wurde, sondern dass alle Bitterstoffe vom Kaffee stammen.

Düfte nach Karamell und Banane steigen mir in die Nase, aber über allem liegt das Aroma des Kaffees.

Der Antrunk ist recht süß und besticht durch die sehr feinperlige Kohlensäure. Das Aroma des Kaffees ist bereits auf der Zungenspitze präsent. Auf der Zunge gesellt sich zum Kaffeearoma der Geschmack nach Karamell. Während die Süße erhalten bleibt, fehlt mir die Bittere. Die 7,5 Volumenprozent Alkohol sind sehr gut eingearbeitet, so dass der Alkohol nicht hervorschmeckt, sondern die anderen Aromen unterstützt. Mit der Zeit wird der Geschmack der Vanille kräftiger, so dass das Bier in der Kehle beinahe wie Vanilleeis schmeckt, und obwohl weiterhin die Bittere fehlt, klingt der Geschmack überraschend lange nach.

Der Craftbeer-Shop zieht für das Bier folgendes Fazit: „C’est La Vie ist kein klassisches Alltagsbier: Es eignet sich hervorragend als After-Dinner-Beer, zum gemütlichen Serienabend oder als überraschender Abschluss eines Menüs. Sein cremiger Charakter und die Dessert- Assoziationen machen es zu einem Bier, das man langsam genießt und zu dem man bewusst zurückkehrt.“

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Weizenmalz, Kaffee und Vanille

Alkoholgehalt:

7,5 % Vol.

Farbe:

12 EBC

Brauerei:

Orca Brau
Am Steinacher Kreuz 24
90427 Nürnberg
www.orcabrau.de

Riedenburger – Emmerbier Alkoholfrei

Emmer ist kein Modegetreide – es gehört zu den ältesten Getreiden der Menschheit. Schon vor über 10.000 Jahren wurde es in Vorderasien und Europa angebaut und diente als Grundlage für Brot und Bier. Dass dieses Getreide heute wieder in einer alkoholfreien Spezialität auftaucht, ist hoffentlich mehr als nur ein Retro-Trend, sondern ich hoffe, dass es uns ein angenehmes neues Geschmacks- und Geschichtserlebnis ins Glas bringt.

Bernsteinfarben und naturtrüb präsentiert sich das Bier im Glas. Die feste Schaumkrone bleibt sehr lange erhalten. Optisch habe die Brauer aus dem Altmühltal jedenfalls alles richtig gemacht.

Das Bier duftet nach nicht vollständig vergorener Würze, dazu kommen Karamell- und Kräuteraromen. Nicht wirklich perfekt, aber auch nicht unangenehm.

Der Antrunk zeichnet sich durch eine zurückhaltende Süße sowie eine feinperlige Kohlensäure aus. Auf der Zunge gesellt sich eine leichte Bittere zur karamelligen Süße und ich meine sogar ein leichtes Schokoaroma zu schmecken. Das Mundgefühl ist leicht, so dass das Bier sehr erfrischend wirkt. In der Kehle ist es mild mit nur wenig Bittere. Dieses Aroma klingt aber zusammen mit dem Schokoladengeschmack überraschend lange nach.

Zutaten:

Wasser, Emmermalz, Gerstenmalz, Dinkelmalz, Hopfen, Hefe

Alkoholgehalt:

<0,5 % Vol.

Farbe:

13 EBC

Brauerei:

Riedenburger Brauhaus
Michael Krieger GmbH & Co. KG
Hammerweg 5
93339 Riedenburg
www.riedenburger.de

Giesinger – Münchner Hell

Giesinger Bräu wurde 2006 im Münchner Stadtteil Obergiesing gegründet. Was als kleines Garagenprojekt begann, entwickelte sich über die Jahre zu einer der etablierten Privatbrauereien Münchens mit eigenem Braustandort, großem Sortiment und moderner Ausstattung.

Ein wichtiger Schritt war der Ausbau der Brauanlage im Norden Münchens, in Milbertshofen (WERK2), inklusive eines über 150 Meter tiefen Brunnens. Das so gewonnene Wasser gilt als klassisches „Münchner Wasser“ — eines der Kriterien, damit eine Brauerei ein offizielles „Münchner Bier“ herstellen darf.

Mit der Produktionserlaubnis für echtes Münchner Wasser und der Erfüllung weiterer Vorgaben (Stammwürze, Alkoholgehalt, Bitterkeit) ist Giesinger seit 2021 eine von nur wenigen Brauereien, die offiziell ein „Original Münchner Hell“ brauen dürfen. Dieses brachte Giesinger im Jahr 2021 auf den Markt, das nach allen traditionellen Kriterien gebraut wird: mit Münchner Wasser aus eigenem Tiefbrunnen, mit einer Stammwürze und Bitterkeit, die in den vorgeschriebenen Bereich fallen.

Goldgelb und kristallklar präsentiert sich das Bier im Glas. Die Schaumkrone ist recht klein, bleibt aber lange erhalten.

Das Bier duftet nach Getreide und hellem Malz, abgerundet durch blumige Noten. Mein erster Eindruck ist: das Münchner Hell ist ein ausgewogenes Bier ohne Ecken und Kanten. Mal sehen, ob sich dieser Eindruck auch der Zunge bestätigt.

Der Antrunk zeichnet sich durch eine zurückhaltende Süße aus. Die Kohlensäure ist sehr feinperlig, dabei aber auch kräftig, ohne die Weichheit und Milde des Mundgefühls zu stören. Die Malzaromen stehen im Mittelpunkt und erinnern an Brotkruste, dazu kommt eine gut auf die Süße abgestimmte Bittere. Abgerundet wird der Geschmack durch einige grasige Noten. Jetzt zeigt sich, wie schlank der Körper und wie süffig das Bier ist. Und ja, auf der Zunge bestätigt sich mein Eindruck: das Bier ist sehr gut ausbalanciert. Auch in der Kehle bleibt die Bittere mild, während sich die blumigen Noten etwas verstärken.

Zu diesem Bier passt gut eine typische bayrische Brotzeit oder auch ein Schnitzel.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen

Alkoholgehalt:

5,1 % Vol.

Bittereinheiten:

18 IBU

Farbe:

8 EBC

Brauerei:

Giesinger Biermanufaktur GmbH
Martin-Luther-Str. 2
81539 München
www.giesinger-braeu.de

Maisel & Friends – Luna Hop

Maisel & Friends richtet jedes Jahr einen großen Hobbybrauerwettbewerb aus, bei dem ambitionierte Heimbrauerinnen und -brauer ihre besten Kreationen einreichen. Das Siegerbier wird anschließend offiziell bei Maisel & Friends eingebraut und deutschlandweit in limitierter Auflage verkauft. 2025 setzte sich Markus Klössinger mit seinem Italian Style Pils durch – und genau daraus wurde Luna Hop. In diesem Jahr hat Markus Klössinger den Wettbewerb gewonnen.

Da der Bierstil Italian Style Pils in Deutschland nicht allzu verbreitet ist, hier eine kurze Beschreibung des Stils: Ein Italian Style Pils ist ein moderner, mediterran interpretierter Pilsner-Stil, der in den 1990er-Jahren in Italien entstand. Er verbindet die knackige Trockenheit und die klare Struktur eines klassischen, deutschen Pils mit einer aromatischeren, oft expressiveren Hopfenblume. Typisch ist der Einsatz von edlen europäischen Hopfensorten – häufig auch Kalthopfung –, die dem Bier florale, kräuterige oder zitrusbetonte Noten verleihen. Im Vergleich zu deutschen Pilsbieren wirkt ein Italian Style Pils oft etwas aromatischer, duftiger und leicht moderner, gleichzeitig bleibt das Malzprofil bewusst schlank und sauber.

So, jetzt bin ich aber bereit, die Flasche zu öffnen und das Bier zu verkosten.

Hellgoldfarben und leicht opalisierend präsentiert sich das Bier im Glas. Die schneeweiße Schaumkrone ist eher klein und sie fällt recht flott in sich zusammen.

Das Bier duftet nach hellem Malz und bringt zusätzlich kräuterige und florale Noten in meine Nase. Ein Hauch Zitrus verleiht dem Bier eine angenehme Frische.

Der Antrunk zeichnet sich durch eine zurückhaltende Süße sowie eine feinperlige Kohlensäure aus. Ich könnte das Bier auch als angenehm frisch bezeichnen. Auf der Zunge kommen die Aromen des Hopfens stärker zum Vorschein als ich es aufgrund des Aromas erwartet habe. Dazu kommt eine knackige Bittere, die aber nicht aufdringlich wirkt, sondern auf die Aromen gut abgestimmt ist. Das Mundgefühl ist schlank und leicht. In der Kehle tritt die Fruchtigkeit in den Vordergrund und wird von der Bitteren angenehm unterstützt. Der Geschmack klingt sehr lange nach.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen, Hefe

Alkoholgehalt:

5,5 % Vol.

Farbe:

6 EBC

Brauerei:

Maisel & Friends
Hindenburgstr. 9
95445 Bayreuth
www.maiselandfriends.com

Orca Brau – Wanderlust

Orca Brau ist eine junge Craft-Brauerei aus dem Norden Nürnbergs, gegründet von Felix und Susa im Jahr 2017. Auf ihrer eigenen 10-Hektoliter-Anlage brauen sie eine breite Palette an Bieren – von klassisch-traditionellen Bieren über moderne Pale Ales bis hin zu experimentellen Suden.

Orca Brau steht für Vielfalt, Kreativität und Charakter. Ihr Motto lautet frei übersetzt: „Orcas sind Freigeister.“ So testet die Brauerei regelmäßig neue Hopfen, Malze und Hefen, bleibt dabei aber immer trinkbar und gut ausbalanciert.

Jetzt steht das wanderlust vor mir, ein Pale Ale. So modern das Etikett gestaltet ist, verwundert es mich doch, dass alle Beschriftungen in Kleinschreibung gehalten sind. Ich erinnere mich, dass diese Schreibweise Ende der 1960er Jahre mal modern war und als ich 1971 meine Lehre als Schriftsetzer begonnen habe, galt die reine Kleinschreibung bereits als unmodern und überholt. Ansonsten gefällt mir das Etikett sehr gut und wenn das Bier die gleiche Qualität hat wie das Etikett, bin ich mit dem Bier mehr als zufrieden.

Golden und mit leichter Hefetrübung präsentiert sich das Bier im Glas. Leider fällt die Schaumkrone schnell in sich zusammen, weshalb die Optik etwas enttäuschend ist. Da sollten die Nürnberger Brauer noch einmal nachbessern.

Aber das Aroma gibt sich dann alle Mühe, mich wieder mit dem Bier zu versöhnen. Ich rieche Zitrusfrüchte und Orangenschale, Honig und Ananas, dazu weitere Südfrüchte wie Maracuja und Litschi, abgerundet durch einen Hauch Hefe. Vor allem ist das Aroma wirklich kräftig, was beweist, dass die Brauer mit dem Hopfen nicht gegeizt haben.

Der Antrunk zeichnet sich durch eine leichte Süße sowie eine sehr feinperlige Kohlensäure aus. Auf der Zunge tritt eine freundliche Bittere in den Vordergrund, kräftig, aber ohne aufdringlich zu werden. Aber auch die Fruchtigkeit der verwendeten Hopfensorten und auch die Malzsüße kommen zu ihrem Recht. Das Mundgefühl ist leicht und schlank, so dass das Bier angenehm süffig ist. In der Kehle wird die Bittere kräftiger, wo sie auch lange nachklingt.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Weizenmalz, Hopfen (Mosaic, Citra, Simcoe), Hefe

Alkoholgehalt:

5,4 % Vol.

Farbe:

8 EBC

Brauerei:

Orca Brau GmbH
Am Steinacher Kreuz 24
90427 Nürnberg
www.orcabrau.de

Mönchshof – Zwickl

Wenn Sie schon einmal mit der Bahn durch Kulmbach gefahren sind, ist Ihnen sicher die Kulmbacher Brauerei am Bahnhof aufgefallen. Von dort stammt das Mönchshof Zwickl, das jetzt vor mir steht. Mich verwundert allerdings, dass auf dem Etikett die Brauerei als Manufaktur bezeichnet wird. Unter einer Manufaktur stelle ich mir einen eher kleinen Betrieb vor, in dem halt dem Namen nach viel mit den Händen, also manuell, gearbeitet wird. Zu einer Großbrauerei passt die Bezeichnung meiner Meinung nach nicht. Auf der anderen Seite muss Größe nicht zwingend ein schlechteres Ergebnis bedeuten. Öffne ich also die Flasche und beginne mit der Verkostung.

Orangefarben und mit leichter Hefetrübung präsentiert sich das Bier im Glas. So schön die Farbe des Bieres ist, so schnell löst sich der Schaum auf. Schade, da könnte die Brauerei noch einmal nachbessern.

Das Aroma des Bieres ist angenehm. Das Bier duftet nach Karamell, Trockenfrüchten und Lakritz, die durch den Duft der Hefe abgerundet werden.

Der Antrunk zeichnet sich durch eine angenehme Malzsüße sowie die Spritzigkeit der Karbonisierung aus. Das Mundgefühl ist überraschend schwer, dabei aber auch süffig. Der Geschmack nach Karamell tritt in den Vordergrund und überdeckt die anderen Aromen weitgehend. In der Kehle ist das Bier mild mit nur geringen Bitteren und einem kurzen Nachklang.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen, Hefe

Alkoholgehalt:

5,4 % Vol.

Farbe:

10 EBC

Brauerei:

Mönchshof BrauSpezialitäten
Kulmbacher Brauerei AG
Lichtenfelser Straße 9
95326 Kulmbach
www.mönchshof.de

Maisel & Friends – Urban IPA

Jetzt steht wieder einmal ein Bier vor mir, das mir die Brauerei Maisel & Friends geschickt hat, das Urban IPA. Mit dem Urban IPA will Maisel & Friends das Großstadt-Gefühl ins Glas holen – „eine Welt voller Abenteuer, neonbeleuchteter Nächte und dem Spirit der Subkultur“, so die Beschreibung der Brauerei. Mal sehen, ob das gelungen ist.

Goldgelb und leicht hefetrüb strahlt mir das Bier aus dem Glas entgegen. Darüber prangt eine feste und feinporige Schaumkrone, die sehr lange erhalten bleibt. Optisch gibt es an diesem Bier absolut nichts auszusetzen.

Das Bier duftet intensiv fruchtig und frisch. Ich rieche Zitrone, Grapefruit, Ananas und andere süße Südfrüchte. Das macht Lust auf den ersten Schluck.

Der Antrunk zeichnet sich durch eine angenehme Malzsüße sowie eine sehr feinperlige Kohlensäure aus. Allerdings ist die Kohlensäure etwas knapp dosiert; etwas mehr würde dem Bier sicher noch zusätzliche Frische verleihen. Auf der Zunge steht die Fruchtigkeit im Mittelpunkt, wobei die Süße erhalten bleibt. Die Bittere hält sich für ein IPA vornehm im Hintergrund und sie ist gut auf die Süße abgestimmt. Dadurch erreicht Maisel eine ungeheure Drinkability. Das Mundgefühl ist voll und weich. Auch in der Kehle hat es die Brauerei mit der fruchtigen Bitteren nicht übertrieben. Trotzdem klingt der Geschmack sehr lange nach.

Das Urban IPA von Maisel & Friends bringt eine moderne Variante des American IPA mit Charakter auf den Markt: zugänglich, hopfenbetont und mit urbanem Flair. Es ist ein IPA, das nicht überdreht wirkt, sondern gut trinkbar bleibt.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen (Cascade), Hefe

Alkoholgehalt:

5,6 % Vol.

Stammwürze:

12,5° Plato

Bittereinheiten:

40 IBU

Farbe:

8 EBC

Empfohlene Genusstemperatur:

6° – 8° Celsius

Brauerei:

Maisel & Friends
Hindenburgstr. 9
95445 Bayreuth
www.maiselandfriends.com

Auf der Jagd nach dem besten Cold IPA – Maisel & Friends und BrauBeviale starten den Hobbybrauerwettbewerb 2026

Hobbybrauer aufgepasst – die Maisel & Friends-Crew ruft wieder zum Sudduell! Gemeinsam mit der BrauBeviale geht der beliebte Hobbybrauerwettbewerb 2026 in die mittlerweile neunte Runde, und das Thema könnte kaum spannender sein: Cold IPA.

Wer den Begriff jetzt zum ersten Mal hört, denkt vielleicht an „tiefgefrorenes Bier“, aber keine Sorge – es geht nicht ums Schockfrosten. Das Cold IPA ist eine moderne Kreuzung: Es vereint die knackige Frische eines untergärigen Lagers mit der fruchtigen Hopfenpower eines American IPA. Kurz gesagt: ein Bierstil mit Charakter – spritzig, klar und aromatisch wie eine Hopfenbombe im Kühlschrankmodus.

Und der Clou? Der Gewinner darf sein Bier gemeinsam mit den Maisel & Friends-Braumeistern auf dem großen 25-Hektoliter-Sudwerk in Bayreuth einbrauen. Dazu kommen Etikettendesign, Namensgebung und – klar – Ruhm, Ehre und Platz im Onlineshop. Einmal Craftbrauer auf Zeit – wer träumt da nicht von?

Die Anmeldung läuft ab sofort über die Webseite von Maisel & Friends. Einsendeschluss ist der 11. April 2026, ab dem 30. März können die ersten Flaschen eingeschickt werden. Eine Jury aus Biersommeliers, Braumeistern und Fachjournalisten wird die kreativen Sude unter die Lupe – oder besser gesagt: unter die Nase – nehmen.

Die große Preisverleihung steigt wie immer im Rahmen des Home Brew Bayreuth am 17. und 18. April 2026 – einem Festival voller Bierliebe, Fachgespräche und Verkostungen, bei dem sich die Szene trifft. Nebenbei gibt’s natürlich auch jede Menge Inspiration von Craftbrauern und Heimbrau-Helden.

Und wer jetzt schon Lust auf Gewinnergeschmack hat: Das Siegerbier 2025 ist gerade frisch am Start!

„LunaHop“, ein Italian Style Pilsner von Markus Klössinger, begeistert mit floraler Hopfenfrische, zarten Zitrusnoten und einer dezenten Malzsüße – ein würdiger Vertreter des Wettbewerbsgeistes. Das Bier können Sie im Onlineshop von Maisel bestellen.

Also, liebe Heimbrauerinnen und Heimbrauer: Die Maisel-Kessel warten. Staubt eure Gärbottiche ab, kühlt die Würze runter – und zeigen Sie, was Sie in Sachen Cold IPA draufhaben. Vielleicht steht Ihr Bier schon bald im Maisel-Shop – und auf den Tischen echter Bierfans.

Scherdel – Premium Pilsner

Fast zwei Jahrhunderte lang gehörte die Scherdel-Brauerei untrennbar zu Hof und seiner Bierkultur. Seit 1831 prägte sie mit ihren Bieren und insbesondere mit dem legendären Schlappenbier das Leben der Region. Nun steht fest: Ende des kommenden Jahres wird in Hof kein Scherdel-Bier mehr gebraut. Die Kulmbacher Gruppe, seit 2003 Eigentümerin der Marke, sieht keine wirtschaftliche Perspektive mehr. Die Zahlen sprechen eine klare Sprache: In den letzten zwanzig Jahren hat sich der Absatz der Scherdel-Biere halbiert, während Rohstoff-, Energie- und Personalkosten stark gestiegen sind. Trotz jahrelanger Bemühungen und intensiver Zusammenarbeit mit der Belegschaft ließ sich der Betrieb nicht retten.

Mit der Schließung verlieren 35 Mitarbeiter ihren Arbeitsplatz in Hof. Ihnen sollen andere Stellen innerhalb der Kulmbacher Gruppe angeboten werden. Ganz verschwinden wird die Marke Scherdel aber nicht: Ihre Biere sollen künftig im sächsischen Neuensalz weitergebraut werden.

Besonders schmerzlich ist der Abschied für viele Hofer wegen des traditionsreichen Schlappenbiers, das eng mit dem jährlich gefeierten Schlappentag verbunden ist – einem der ältesten Schützen- und Handwerkerfeste Deutschlands. Ob und wie diese Spezialität künftig weiterlebt, ist noch unklar.

Die Schließung der Scherdel-Brauerei steht beispielhaft für die schwierige Lage vieler kleiner und mittelgroßer Brauereien in Deutschland. Steigende Kosten, sinkender Bierkonsum und ein zunehmend harter Wettbewerb setzen der Branche zu. Was bleibt, ist die Hoffnung, dass die Marke Scherdel – trotz des Endes in Hof – als Symbol für oberfränkische Brautradition fortbesteht.

Jetzt steht vor mir das Premium Pilsner. Öffne ich also die Flasche und schenke mir das Bier ein. Golden und gefiltert fließt das Bier ins Glas und bildet dabei eine feinporige Schaumkrone, die lange erhalten bleibt.

Das Bier duftet nach Brotkrume, abgerundet durch einige würzige Noten.

Der Antrunk ist für ein Pils ungewöhnlich süß, dabei aber durch die feinporige Kohlensäure angenehm spritzig. Auf der Zunge tritt die Würzigkeit in den Vordergrund. Für mich als Norddeutschen fehlt einiges an Bittere. Das Mundgefühl ist schlank. Auch wenn ich von diesem Bier nicht restlos begeistert bin, ist es doch angenehm zu trinken und süffig. In der Kehle wird das Bier trockener und eine angenehme würzige Bittere mit recht langem Nachkling übernimmt das Zepter.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen, Hopfenextrakt

Alkoholgehalt:

4,9 % Vol.

Farbe:

10 EBC

Brauerei:

Brauerei Scherdel
Unterkotzauer Weg 14
95028 Hof
www.scherdelbier.de