Archiv der Kategorie: Biertest

Brewdog – Zwickel Helles

Es war im Jahr 2007, als Martin und James (damals beide 24 Jahre alt) zusammen mit ihrem Hund (dessen Alter nicht überliefert ist) in Schottland die Brauerei BrewDog gründeten. Die Beiden waren von den britischen Industriebieren gelangweilt, also es nahe lag, dagegen etwas zu unternehmen. Sie holten sich Geld von der Bank und setzten alles auf eine Karte: gutes Bier. Inzwischen ist BrewDog eine der am schnellsten wachsenden Brauereien. In nur zehn Jahren haben die beiden eine große Marke geschaffen. Im Jahr 2016 hatte BrewDog weltweit bereits 750 Mitarbeiter. Auch in Berlin betreibt BrewDog einen Dogtap. Dort wird auch das Helle Zwickel gebraut, das jetzt vor mir steht und auf seine Verkostung wartet.

Weizenblond und nur wenig hefetrüb fließt das Bier ins Glas. Die sahnige Schaumkrone ist durchschnittlich groß und bleibt lange erhalten.

Eine malzige Süße gepaart mit blumigen Noten steigt mir in die Nase. Ich weiß ja, dass viele Konsumenten von Craft-Bieren das Helle für langweilig halten. Vermutlich haben die einfach dieses Bier noch nicht getrunken.

Der Antrunk ist überraschend trocken und verwöhnt meinen Gaumen mit einer sehr feinperligen Kohlensäure. Auf der Zunge kommt eine geringe Säure zum Vorschein, die passend zur vergleichsweise geringen Süße dieses Zwickels dosiert ist. Das Mundgefühl ist voll und rund. Kurz gesagt handelt es sich hier um ein wirklich süffiges Bier, das aber auch den verwöhnten Gaumen zufriedenstellt. Der Abgang ist stiltypisch mild mit wenigen Bitterstoffen, die trotzdem lange nachklingen.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz (Carapils, Pilsner, Carahell), Hefe, Hopfen (Saphir, Simcoe, Melon)

Alkoholgehalt:

5,0 % Vol.

Bittereinheiten:

20 IBU

Brauerei:

BrewDog plc
Balmacassie Industial Estate
Balmacassie Drive
AB41 8BX Ellon
Großbritannien

für

BrewDog GmbH
Im Marienpark 23
12107 Berlin
www.brewdog.com

Mort Subite – Gueuze Lambic

Bei Mort Subite wurde erstmals im Jahr 1686 Bier gebraut. Heute steht die Brauerei für gute und einmalige Biere. Das Senne-Tal in der Nähe von Brüssel ist der einzige Ort, an dem lambische Biere gebraut werden können. Wilde Hefen befinden sich in der lokalen Luft, um eine der ältesten und einzigartigsten Biersorten der Welt herzustellen. Während des Brauens wird keine Hefe hinzugefügt – das Bier wird einfach der Luft ausgesetzt und die wilden Hefen tun ihr Übriges. Die Aufgabe des Braumeisters Bruno Reinders besteht darin, zu sorgen, dass die Natur nicht zu wild wird. Bereits seit mehr als drei Jahrzehnten ist er der kreative Kopf hinter den Mort Subite-Bieren.

Bernsteinfarben und klar fließt das Bier ins Glas und bildet dabei viel festen Schaum, der lange erhalten bleibt.

Das Aroma ist säuerlich-fruchtig. Düfte nach getrocknetem Obst und frisch gemähtem Gras steigen mit in die Nase.

Reichlich Kohlensäure sorgt dafür, dass das Bier vom ersten Moment an einen frischen und spritzigen Eindruck hinterlässt. Die Aromen spiegeln sich auf der Zunge wider, der Geschmack nach grünen Äpfeln und getrockneten Birnen breitet sich aus, zusammen mit einer leichten Süße. Das Mundgefühl ist frisch und voll. Der Abgang ist mild mit kurzem säuerlich-fruchtigem Nachklang.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Weizen, Fructose-Glucose-Sirup, wilde Hefen, Hopfen, Hopfenextrakt

Alkoholgehalt:

4,5 % Vol.

Stammwürze:

12,4° Plato

Bittereinheiten:

5 IBU

Empfohlene Genusstemperatur:

5° – 7° Celsius

Brauerei:

Mort Subite
Lierput 1
1730 Kobbegem
Belgien
www.mort-subite.be

Rügener Insel-Brauerei – Baltic Dubbel

Das Baltic Dubbel aus Rambin hat bei Meininger’s International Craft Beer Award 2019 die Goldmedaille gewonnen. Eigentlich gibt es dann ja keinen Grund mehr, dieses Bier zu besprechen, denn viel mehr kann über die Qualität dieses Bieres ja kaum noch gesagt werden. Aber ein gutes Bier reizt mich selbstverständlich auch immer, so dass ich es jetzt verkosten werde. Und nun reicht es auch mit den Vorschusslorbeeren, kommen wir endlich zum Bier.

Rubinrot präsentiert sich das Bier mit einem festen elfenbeinfarbigen Schaum, der sehr lange erhalten bleibt. Wirklich – ein Bier wie gemalt.

Dazu passt auch das Aroma. Röststoffe steigen mir in die Nase, dazu die Düfte nach getrockneten Bananen und Trockenpflaumen, abgerundet durch einige würzige Noten sowie den Duft dunkler Schokolade. Das ganze Aroma ist leicht süßlich, so dass es mich an Rumtopf erinnert.

Reichlich Kohlensäure – das ist der allererste Eindruck, den das Bier beim Kontakt mit der Zunge hinterlässt. Der zweite Eindruck ist, dass es recht süß ist. Während sich das Bier auf der Zunge verteilt relativiert sich der erste Eindruck aber schnell. Die Röstaromen spielen ganz vorn mit, das Aroma dunkler Schokolade und von getrockneten Bananen kommt in den Vordergrund. Der Alkohol ist deutlich zu schmecken, bleibt aber weitgehend im Hintergrund. Das Mundgefühl ist leicht und vollmundig, dabei weich. Der Abgang zeichnet sich durch ein leichtes Bitter mit einer gut abgestimmten Fruchtigkeit aus sowie durch einen langen Nachklang. Beinahe erscheint der Nachklang likörartig.

Viele Konsumenten stutzen zunächst bei dem Preis des Bieres, aber ich bin mir sicher: Dieses Bier ist jeden Cent wert, den der Laden dafür verlangt.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Weizenmalz, Roggenmalz, Traubenzucker, Hopfen, Meersalz. Gewürze, Hopfen.

Alkoholgehalt:

8,5 % Vol.

Brauerei:

Rügener Insel Brauerei GmbH
Hauptstraße 2c
18573 Rambin
www.insel-brauerei.de

Von Freude – Das IPA

Es war im Jahr 2016, als sich das Team der Brauerei an die Arbeit gemacht hat, um das perfekte IPA zu kreieren. Es sollte fruchtig und dezent sein, herb und gleichzeitig angenehm. Und wie der Name des Bierstils schon sagt, sollte es hell sein. Halt ein IPA, das man jeden Tag trinken möchte. Und nun, drei Jahre später steht es vor mir. Ein Blick auf das vordere Etikett zeigt schon eine weitere Besonderheit dieses Biers: Mit 4,8 Volumenprozent ist es für ein IPA recht leicht. Ob das auch für den Geschmack gilt will ich jetzt herausfinden.

Goldfarben mit einem leichten Stich ins Rote und einer leichten Hefetrübung präsentiert sich das Bier im Glas. Die feinporige Schaumkrone fällt für ein India Pale Ale überraschend klein aus, bleibt aber lange erhalten.

Und schon steigt mir ein ganzer Obstsalat in die Nase. Ich rieche Grapefruit, Karamell, Äpfel und Kiwi. Das macht richtig Lust auf den ersten Schluck.

Der Antrunk ist frisch und er zeichnet sich durch eine leichte angenehme Süße aus, auf der Zunge bildet dich der Geschmack nach Grapefruit und auch die anderen Aromen spiegeln sich auf der Zunge wider. Dazu kommen Bitterstoffe, die an den Geschmack von Grapefruitkernen erinnern. Ich kann kaum glauben, dass dieses Bier nur 32 IBU hat, so schlank und süffig wie es ist. Der Abgang wird durch ein freundliches Bitter mit langem Nachklang dominiert.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen, Hefe

Alkoholgehalt:

4,8 % Vol.

Bittereinheiten:

32 IBU

Brauerei:

Wahnsinn GmbH
Tarpenbekstraße 143
20251 Hamburg
www.vonfreude.de

Brussels Beer Project – Delta IPA

Das Delta IPA ist zwar der vierte Versuchssud (daher der Name), aber das erste auf den Markt gebrachte Craftbier des Beer Project aus Brüssel in Belgien. 2013 wurde es erstmals eingebraut, und ist seitdem das meistverkaufte Bier der Brauer aus Brüssel.

Hell bernsteinfarben und hefetrüb fließt das Bier ins Glas und bildet dabei recht viel gemischtporigen Schaum, der lange erhalten bleibt.

Das Aroma ist der helle Wahnsinn. Ich rieche Düfte nach Grapefruit, Ananas, Orangen und Harz, abgerundet durch einige würzige Noten.

Der Antrunk ist überraschend süß; so viel Restzucker hätte ich dem Bier nach dem Aroma eigentlich nicht zugetraut. Die Dosierung der Kohlensäure ist durchschnittlich. Auf der Zunge entwickelt sich ein kräftiges angenehmes Bitter, so dass zusammen mit den Aromen, die sich auf der Zunge widerspiegeln, ein ausgewogener Geschmack entsteht. Das Mundgefühl ist dabei voll und weich. Im Abgang wird das Bier stärker und es klingt lange nach.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen (Challenger, Smaragd, Citra, Cascade, Mosaik), Hefe

Alkoholgehalt:

6,5 % Vol.

Bittereinheiten:

45 IBU

Brauerei:

Brussels Beer Project
Antoine Dansaert 188
1000 Brüssel
Belgien
www.beerproject.be

Hopfenreiter 2019

In jedem Jahr braut Maisel & Friends seinen Hopfenreiter, ein Double IPA, in diesem Jahr zum vierten Mal. Das Besondere an diesem Bier ist, dass verschiedene Brauereien für diesen Sondersud ihren Lieblingshopfen spenden. Die Brauereien wechseln von Jahr zu Jahr, so dass auch jeder Hopfenreiter anders ist. Lediglich der Bierstil bleibt der gleiche. In diesem Jahr sind einige Hopfensorten dabei, die ich noch nicht kenne, so dass es sich lohnt, zunächst einen kurzen Blick darauf zu werfen, bevor ich das Bier verkoste.

Moutere

Dieser Hopfen stammt von Tiny Rebel Brewing in Newport, South Weles. Dieser Hopfen hat nicht nur viel Alphasäure, die für eine ordentliche Bitterkeit sorgt (17,5 – 19,5 %), sondern bringt auch einen unverwechselbaren Duft nach Grapefruit und Passionsfrucht ins Bier.

Citra

Gespendet von der Brouwerij De Molen in Bodegraven, Niederlande. Dies ist der Obstsalat unter den Hopfen. Neben Limetten und Grapefruit bringt diese Hopfensorte einen ganzen Korb tropischer Früchte ins Bier.

Ekuanot

Sudden Death Brewing vom Timmendorfer Strand hat diesen Hopfen beigetragen. Düfte nach Zitrusfrüchten, Beeren Melone und Kräutern zeichnen diesen Hopfen aus.

Comet

Dieser Hopfen stammt von Tilmans Biere im schönen München. Dieser Hopfen hat eine wechselreiche Geschichte hinter sich. Anfangs als Bitterhopfen gezüchtet und erstmals 1961 in den USA zugelassen wurde der Anbau in den 1980er Jahren aufgrund des geringen Alphasäuregehalts von 10 % eingestellt. Da er aber Düfte und Geschmack von Ananas und Holunderblüten ins Bier bringt, erlebt er derzeit ein Comeback.

El Dorado

Tropische Aromen nach Ananas und Mango steuert dieser von ÜberQuell in Hamburg beigesteuerte Hopfen in die Flasche und ins Glas.

Azacca

Auch Maisel & Friends selbst wollte und konnte nicht ohne Hopfenspende brauen und hat diesen erst 2014 freigegebenen Hopfen mit Aromen nach Zitrusfrüchten, Mango, Apfel, Birne und Tannennadeln beigesteuert.

Na, bei dieser Hopfenmischung muss das Bier doch wohl etwas ganz Besonderes sein. Und tatsächlich – bereits als ich das Bier einschenke steigen mir intensive Aromen nach Grapefruit, Ananas und Harz in die Nase. Da muss ich doch gleich noch weiter schnuppern. Bei jedem Atemzug stellt meine Nase neue Düfte fest, die ich bereits bei der Beschreibung der Hopfen beschrieben habe. Ob der Geschmack ebenfalls so komplex ist?

Bevor ich das Bier verkoste sehe ich es mir erst einmal an. Rotgolden bis honigfarben strahlt mir das Bier entgegen mit seiner sehr voluminösen Krone aus sehr festem Schaum, der auch wirklich lange erhalten bleibt. Jetzt ist es aber wirklich an der Zeit für den ersten Schluck.

Der erste Eindruck, den der Hopfenreiter beim allerersten Kontakt mit der Zunge macht, ist eine frische leichte Süße. Ist da das richtige Bier in der Flasche? Ja, unverzüglich lässt der Hopfenreiter seine Muskeln spielen. Eine kräftige Fruchtigkeit breitet sich in meinem Mund aus, die Süße wird noch stärker und paart sich mit einem angenehmen Bitter. Das Mundgefühl ist fast dickflüssig. Jetzt kommt noch der Geschmack nach Erdbeeren auf und verbindet sich mit dem Geschmack tropischer Früchte. Ich habe einen ganzen Obstsalat im Mund. Dabei sind die 8,5 Volumenprozent Alkohol gut eingearbeitet, so dass er nicht durchschmeckt. Der Abgang ist erstaunlich mild, dabei fruchtig und bitter, und er klingt lange nach. Sogar nach 10 Minuten kann ich das Bier noch leicht schmecken.

Ich weiß nicht, wie Maisel & Friends dieses Bier im nächsten Jahr noch toppen will. Der Hopfenreiter ist wie in jedem Jahr ein Sondersud und wenn er weg ist, ist er weg. Sie können ihn bei www.flaschenfreund.de bestellen oder direkt im Brauereiladen von Maisel & Friends erwerben.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen (Moutere, Citra, Ekuanot, Comet, El Dorado, Azacca), Hefe

Alkoholgehalt:

8,5 % Vol.

Stammwürze:

18,8° Plato

Bittereinheiten:

70 IBU

Brauerei:

Maisel & Friends
Hindenburgstr. 9
95445 Bayreuth
www.maiselandfriends.com

Vedett Extra Ordinary IPA

Das Vedett Extra Ordinary IPA, das jetzt vor mir steht, stammt aus der Brauerei Duvel Moortgat NV im belgischen Puurs. Es wurde erstmal im März 2014 der Öffentlichkeit vorgestellt und hat im Jahr 2017 den World Beer Award errungen.

Intensiv rotgolden und mit leichter Hefetrübung läuft das Bier ins Glas und bildet dabei eine leicht überdurchschnittliche Krone aus festem Schaum, der sehr lange erhalten bleibt. Die Optik des Vedett Extra Ordinary IPA ist jedenfalls schon mal sehr ansprechend.

Auch das Aroma gefällt mir. Düfte nach Orangen steigen mir in die Nase, dazu nach Karamell und Kräutern sowie einige blumige Noten. Mehr kann ich selbst von einem IPA nicht erwarten.

Der Antrunk ist recht trocken und für die notwendige Frische sorgt die sehr feinperlige Kohlensäure. Auf der Zunge bildet sich ein kräftiges Bitter aus. Da mir etwas die Süße fehlt, erscheint mir das Bier nicht ganz rund, aber trotz allem ist es durchaus süffig. Der Abgang wird durch ein freundliches Bitter dominiert, begleitet durch eine lange anhaltende Fruchtigkeit.

Dieses Bier empfiehlt sich zu einem gut gewürzten asiatischen Essen.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Glukosesirup, Hefe, Hopfen

Alkoholgehalt:

5,5 % Vol.

Brauerei:

Duvel Moortgat NV.
Breendonk-Dorp 58
2870 Puurs
Belgien
www.vedett.com/

Stiegl – Goldbräu

Stiegl Goldbräu stammt aus Salzburg und soll eines der am Häufigsten verkauften Biere Österreichs sein. Ob das stimmt kann ich nicht bestätigen. Ich kenne mich in der Bierszene von Österreich nicht wirklich aus und da die dortigen Brauereien Anfragen von mir beharrlich ignorieren muss ich mich auf Angaben im Internet verlassen.

Golden mit einer durchschnittlich großen sahnigen Schaumkrone, die lange erhalten bleibt, strahlt mir das Bier aus dem Glas entgegen.

Das Stiegl Goldbräu duftet nach Brotkrume, unterstützt durch einige würzige Noten.

Der Antrunk ist leicht süß und zeigt, dass die Brauerei mit der Kohlensäure nicht gespart hat. Auf der Zunge gesellt sich ein leichtes Bitter dazu. Das Mundgefühl ist voll und der Geschmack ist intensiv. So kommt ein süffiges Bier zustande. Auch im Abgang bleibt das Bitter erhalten, das überraschend lange nachklingt.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen

Alkoholgehalt:

5,0 % Vol.

Stammwürze:

12,0° Plato

Brauerei:

Stieglbrauerei zu Salzburg GmbH
Kendlerstraße 1
5017 Salzburg
www.stiegl.at

Vagabund – Bindlestiff IPA

Den Bieren aus der Vagabund Brauerei in Berlin sieht man die Herkunft der Brauer an – na gut, nur den Etiketten. Recht altmodisch anmutende amerikanische Motive machen die Flaschen im Regal unverwechselbar. Auch wenn ich die Motive nicht sonderlich mag fasziniert mich doch die trotz der sehr unterschiedlichen Motive eindeutige Identifikation der Flaschen als Bier aus der Brauerei im Berliner Stadtteil Wedding.

Intensiv goldfarben und mit leichter Hefetrübung fließt das Bier ins Glas und bildet dabei eine durchschnittlich große feinporige Schaumkrone, die lange erhalten bleibt.

Aromen nach Zitrusfrüchten und anderen Südfrüchten steigen mir in die Nase, dazu nach Pfirsich und Trauben. Abgerundet werden die Düfte durch das Aroma des Malzkörpers.

Im Antrunk ist die Malzsüße sehr präsent. Obwohl die Kohlensäure ziemlich knapp dosiert ist, passt es irgendwie. Eventuell liegt das am kräftigen Bitter, das sich gleich auf der Zunge entwickelt. Zusätzlich spiegeln sich die Aromen auf der Zunge wider. Das Mundgefühl ist voll und rund und für ein IPA erstaunlich schwer. Der Abgang wird durch ein freundliches Bitter dominiert, das sehr lange nachklingt.

Mit dem Bindlestiff ist der Vagabund Brauerei ein sehr schön ausbalanciertes IPA gelungen.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Weizenmalz, Hopfen (Cascade, Columbus, Centennial), Hefe

Alkoholgehalt:

6,2 5 Vol.

Bittereinheiten:

25 IBU

Empfohlene Genusstemperatur:

6° – 8° Celsius

Brauerei:

Vagabund Brauerei GmbH
Antwerpener Str. 3
13353 Berlin
www.vagabundbrauerei.com

Braxzz Orange IPA

Wieder einmal steht ein Bier von Braxzz vor mir, jeder Brauerei in der malerischen Keizersgracht in Amsterdam, die sich ganz den alkoholfreien Bieren verschrieben hat. Da ich bei meinem letzten Test vom Bier nicht unbedingt angetan war bin ich diesmal vorsichtig und sehe mir erst einmal das Etikett an. In der Zutatenliste finde ich die Einträge Gerstenmalzextrakt und Hopfenextrakte (ja, wirklich, das steht im Plural in der Zutatenliste). Hefe suche ich vergebens. Erneut beschleicht mich das Gefühl, dass ich hier kein gebrautes Bier vor mir stehen habe, sondern einfach ein zusammengerührtes Getränk, also eher eine Limonade. Mal sehen, wie dieses Getränk schmeckt.

Bernsteinfarben fließt das Bier ins Glas und bildet dabei wenig gemischtporigen Schaum, der schnell in sich zusammenfällt.

Das Aroma ist nicht sonderlich kräftig, dafür aber angenehm fruchtig nach Zitrusfrüchten, abgerundet durch einen Hauch Harz. Mit der Zeit wirkt das Aroma ziemlich künstlich und erinnert an ein Fruchtsaftgetränk aus dem Tetra-Pack.

Der Antrunk ist trocken und ich stelle fest, dass das Braxzz Orange IPA reichlich sehr feinperlige Kohlensäure enthält. Auf der Zunge spiegeln sich die Aromen wider, die ich bereits in der Nase festgestellt habe. Sie werden aber fast vom kräftigen Bitter überdeckt. Insgesamt ist das Braxzz recht vollmundig. Der Abgang wird durch ein kräftiges Bitter mit langem Nachklang dominiert.

Das Braxzz Orange IPA ist durchaus gut trinkbar, aber bei mir bleibt der Eindruck, dass es sich eher um eine Limonade handelt, nicht um ein Bier.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz-Extrakt, Hopfenextrakte, Kohlendioxid, Natürliche Aromastoffe, Zitronensäure

Alkoholgehalt:

0,2 % Vol.

Brauerei:

Braxzz BV
Keizersgracht 391A
1016 Amsterdam
Niederlande