Archiv der Kategorie: Biertest

Maisel & Friends – Hoppy Amber Mosaic

Wieder einmal kam bei mir ein Paket aus Bayreuth an. Inhalt: eine Flasche Hoppy Amber Mosaic, ein Imperial Amber Ale. Und zu diesem Bier gibt es auch eine Geschichte, die die Brauerei auf ihrer Website erzählt und die ich hier unverändert übernehme: „Das Licht der Welt erblickte dieses Bier eigentlich durch Zufall. Ursprünglich wollten unsere Braumeister ein helles Bier mit deutlicher Bittere brauen, das ist aber nicht so ganz gelungen. Zum Glück!

Also lag das Bier im Tank und wartete auf seine weitere Bestimmung. Zum Tag des Bieres im April 2016 wollten wir in unserer Gastronomie Liebesbier ein besonderes Bier an den Hahn bringen und so haben wir dem „missglückten Bier“ eine neue Chance gegeben und es doch noch einmal verkostet. Die lange Reifezeit hat unserem Hoppy Amber Ale mehr als gut getan, denn plötzlich schmeckte es uns fantastisch!

Das Hoppy Amber Ale bekam auch von allen Verkostern einen so überragenden Zuspruch, dass wir es selbst kaum fassen konnten. Nicht nur die Gäste im Liebesbier fanden es toll, wir hatten es auch bei den CRAFT BEER DAYS 2016 in Hamburg dabei und es war binnen kürzester Zeit der Festival-Geheimtipp. Also haben wir es 2017 nochmals gebraut und wieder kam es supergut an. Seitdem ließen die Fans des Bieres nicht locker und baten uns, das Hoppy Amber doch bitte auch mal in die Flasche zu bringen. Tadaaaaa! Hier ist es also in der 0,33 l Flasche, aber auch bei der Neuauflage streng limitiert.“ Na, da muss der Braumeister ja mal wieder etwas ganz Besonderes gezaubert haben. Mal sehen, ob ich das auch so empfinde.

Seinen Namen hat das Bier zu Recht. Wunderbar bernsteinfarben strahlt es mir aus dem Glas entgegen mit einer großen dichten und stabilen Schaumkrone, die auch sehr lange erhalten bleibt.

Das Aroma tropischer Früchte steigt mir in die Nase. Ich rieche Düfte nach tropischen Früchten, Mango und roten Früchten. Das macht richtig Lust auf den ersten Schluck.

Der erste Kontakt mit der Zunge zeigt die Süße und Spritzigkeit des Bieres. Aber erst als sich das Bier im Mund verteilt und erwärmt lässt es seine Muskeln spielen. Im cremigen Mundgefühl spiegeln sich die Aromen wider, die bereits meine Nase verwöhnt haben. Fast wie Marmelade präsentiert sich das Bier jetzt mit dem Geschmack nach Karamell, Grapefruit, Mango und Himbeeren. Die Intensität ist beeindruckend. Im Abgang wird das Bier trockener und das Bitter verstärkt sich. Der Abgang klingt lange nach.

Zum Hoppy Amber Mosaic passt gut ein süßer Pfannkuchen mit Blaubeeren. Aber auch dieses Bier sollte schnell gekauft werden, denn: wenn weg, dann weg.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen (Citra, Amarillo, Columbus, Perle, Ella, Wai-iti, Bramling Cross, Herkules, Mosaic), Hefe

Alkoholgehalt:

8,5 % Vol.

Stammwürze:

18,5° Plato

Bittereinheiten:

50 IBU

Brauerei:

Maisel & Friends
Hindenburgstr. 9
95445 Bayreuth
www.maiselandfriends.com

Brasserie des Fagnes – Cuvée Junior

Jetzt steht ein Bier vor mir, das ich durchaus für fragwürdig halte – ein Kinderbier, Cuvée Junior genannt. Nun sind wir uns sicher einig, dass Alkohol für Kinder nicht unbedingt gesund ist. Weshalb ich es Kinderbier nenne? Sehen Sie sich einmal das Etikett an, auf dem eine Schultafel mit Kinderzeichnungen und Schulkreide abgebildet sind, zusammen mit etwas Schrift, die offensichtlich auch von einem Grundschulkind stammen soll. Dazu kommt der geringe Alkoholgehalt von 1,5 %. Damit kommen wir zum Thema. Alkohol ist in vielen anderen Lebensmitteln enthalten, wo wir ihn eigentlich nicht erwarten würden. So darf Apfelsaft bis zu 0,38 % Alkohol enthalten. Selbst in Obst finden wir Alkohol – in reifen Bananen immerhin 0,6 %. Und selbst in als gesund geltenden Milchgetränken ist Alkohol – Kefir enthält mit 2 % sogar mehr Alkohol als dieses Kinderbier. Ob Sie Ihren Kindern ein solches Bier anbieten wollen liegt allein in Ihrer Entscheidung. Wir sollten aber nicht in Panik verfallen.

Kommen wir also zu diesem Kinderbier. Schwarz ist es, darüber wenig haselnussbrauner gemischtporiger Schaum, der sich schnell auflöst.

Das Bier riecht nach Gummibärchen, irgendwie künstlich, eher nach einem Energydrink als nach Bier. Bereits der Geruch (von Duft oder Aroma will ich in diesem Zusammenhang wirklich nicht reden) wirkt auf mich nicht lecker oder einladend.

Der Antrunk ist süß, nein, er ist sehr süß. Dazu enthält dieses Getränk sehr viel Kohlensäure. Irgendwie fühle ich mich eher an eine Limonade erinnert, nicht an ein Bier. Auch der Körper ist süß und künstlich und auch der Abgang ist nicht besser.

Nein, dieses Bier kann ich wirklich nicht empfehlen. Es ist schon merkwürdig, denn die anderen Biere aus der Brasserie des Fagnes haben mir alle sehr gut gefallen.

Alkoholgehalt:

1,5 % Vol.

Brauerei:

Brasserie des Fagnes
Route des Nimes 24
5660 Mariembourg
Belgien
www.fagnes.be

Klosterbrauerei Neuzelle – Seelsorger-Bier

Nun habe ich mal wieder ein Bier aus der Klosterbrauerei Neuzelle in der Lausitz vor mir stehen, das Seelsorger-Bier. Woher der Name kommt ist mir nicht bekannt, aber Sie müssen keine Angst haben, Sie müssen wirklich weder vor noch nach dem Genuss dieses Getränks beten.

Golden, klar und mit lebhafter Kohlensäure zeigt sich das Bier im Glas. Darüber sehe ich viel feinporigen Schaum, reinweiß und mit langer Standzeit. Optisch ist das Bier also schon mal makellos.

Dazu kommt noch das Aroma: Das Malz dominiert und wird durch Anklänge von Vanille und Banane unterstützt. Das macht richtig Lust auf den ersten Schluck.

Der Antrunk ist vor allem spritzig. Da aus Neuzelle häufig Biere kommen, die recht süß sind, hatte ich das auch beim Seelsorger-Bier erwartet. Positiv überrascht kann ich hier feststellen, dass das hier nicht der Fall ist. Die reichlich vorhandene Kohlensäure sorgt von Anfang an für eine angenehme Spritzigkeit. Aber dieses Bier kann mich noch einmal überraschen: die Bitterstoffe des Hopfens machen sich zunächst sehr dezent auf der Zunge breit, so dass ich schon beinahe enttäuscht war. Aber dann werden sie immer stärker, ohne aber unangenehm zu werden. So würde ich mir häufiger ein Bier wünschen. Der Abgang ist dann wieder überraschend mild.

Für meinen Geschmack eines der besten Pils-Biere aus dem Osten.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen

Alkoholgehalt:

4,8 % Vol.

Brauerei:

Klosterbrauerei Neuzelle GmbH
15898 Neuzelle
http://www.klosterbrauerei.com

Brooklyn – Lager

Nach langer Zeit habe ich jetzt mal wieder ein Bier aus den USA vor mir stehen. Mal sehen, ob die Amerikaner besser brauen als wählen können. Jedenfalls hat die Brauerei auf dem Rückenetikett eine kurze Darstellung der Geschichte der Brauerei veröffentlicht, die ich hier mal kurz übersetzen möchte.

„Die Brooklyn Brewery ist seit dem Beginn der Craft Beer-Revolution ein Leuchtfeuer guten Biers. Der erste Sud Brooklyn-Bier entstand im Jahr 1988 und wurde von den Gründern der Brauerei Steve Hindy und Tom Potter von Tür zu Tür verkauft. Eine neue Brauerei bedeutete ein großes Risiko und die Gründer waren der Meinung, dass die Kunden das beste Bier weltweit verdient hätten.

In unserem Brauhaus in Brooklyn kreieren Baumeister Garrett Oliver und sein Team bis heute hervorragende traditionelle Bierstile sowie Biere, die sich einer Definition widersetzen und die Grenzen der Braukunst hinausschieben. Unsere Biere werden jetzt in mehr als der Hälfte der Vereinigten Staaten sowie in anderen Ländern verkauft. Wir hoffen, Sie genießen dieses Bier aus der Brooklyn Brewery und möchten Sie in unseren Verkostungsraum einladen.“ Unterschrieben ist dieser von mir frei übersetzte Text von Garrett Oliver.

Die Brauerei geht in der Werbung also ziemlich vollmundig zur Sache. Mal sehen, ob das Bier mit der Werbung mithalten kann.

Bernsteinfarben und mit relativ wenig weißem gemischtporigem Schaum präsentiert sich das American Amber Lager im Glas. Der Schaum bleibt aber recht lange erhalten. Mir fällt auf, dass nur wenig Kohlensäure zu sehen ist.

Das Aroma steigt mir bereits beim Einschenken in die Nase. Fruchtig und floral ist es. Ich stelle Düfte von Banane, Zitrone, Rosinen und einer Blumenwiese fest. Bei der Hopfenauswahl hat sich die Brauerei ganz offensichtlich Mühe gegeben. Dabei fällt mir noch auf, dass jetzt mehr Kohlensäure freigesetzt wird als ich optisch feststellen konnte. Dadurch wirkt das Bier angenehm frisch.

Beim Körper fällt die kräftige Hopfung auf. Na ja, bei dem Duft war das auch nicht anders zu erwarten. Aber trotzdem ist das Bier erstaunlich mild und süffig. Dabei ist es aber auch mild. Es erinnert an ein wirklich gutes Pale Ale. Der kräftige Geschmack nach den Früchten ist wirklich gut ausgewogen, auch wenn die Säure etwas in den Vordergrund kommt. Der Abgang ist erstaunlich mild, er klingt aber trotzdem langanhaltend nach.

Ich meine, dass dies das beste Lager ist, das ich bislang verkostet habe. Es passt gut zu Geflügel oder Fisch.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz (American 2.Row, Münchner Malz), Hopfen (Hallertauer Mittelfrüh, Vanguard, Cascade, Saphir, Willamette)

Alkoholgehalt:

5,2 % Vol.

Stammwürze:

13° Plato

Brauerei:

Brooklyn Brewery
79 North 11th Street
11249 Brooklyn
NY
USA
www.brooklynbrewery.com

Ratsherrn – Coast Guard

Nun steht mal wieder ein Bier aus der kleinen Brauerei in den Hamburger Schanzenhöfen vor mir, das Ratsherrn Westküsten IPA. Über meine Erwartungen an Biere aus dem Schanzenviertel habe ich an anderer Stelle bereits ausführlich geschrieben. Deshalb spare ich mir hier die Wiederholung, nur so viel: meine Erwartungen sind hoch.

Rotgolden und mit lebhafter Kohlensäure zeigt sich das Bier im Glas, dazu eine lebhafte Kohlensäure. Darüber ein feinporiger weißer Schaum, der aber leider nicht lange erhalten bleibt.

Das Aroma wird von den sechs Hopfensorten bestimmt, die in diesem Bier verbraut wurden. Wie bei einem guten Ale zu erwarten dominieren Zitrusnoten und einige Bitterstoffe, das Aroma erinnert vor allem an Zitronenschalen, eventuell an Grapefruit.

Der Antrunk ist nur leicht süß und die lebhafte Kohlensäure verleiht ihm bereits einige Spritzigkeit. Der Körper ist eher bitter und bringt einiges an Zitrusnuancen mit sich. Zusammen mit der Kohlensäure ergibt sich aber ein rundes Geschmacksbild. Nachdem der Körper viele Bitterstoffe zum Vorschein brachte ist der Abgang überraschend mild. Trotzdem hält sich die bittere Note recht lange.

Zu einem guten chinesischen oder indischen Essen ist dieses Bier der ideale Begleiter.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz (Wiener, Chateau Biscuit, Caramünch), Hopfen (Herkules, Saphir, W. Goldings, Cascade, Simcoe, Amarillo), Hefe

Stammwürze:

14,3 % Vol.

Bittereinheiten:

60 IBU

Brauerei:

Ratsherrn Brauerei GmbH
Lagerstr. 30a
20357 Hamburg
http://www.ratsherrn.de

BierSelect

Bosteels – Tripel Karmeliet

Jetzt will ich das Tripel Karmeliet verkosten, das aus der Brauerei Bosteels stammt und nach einem Rezept aus dem 17. Jahrhundert gebraut wird. Gebraut wird es aus Gerste, Weizen und Hafer, so dass ich bei diesem Bier etwas Besonderes erwarten darf, insbesondere weil mir auch das Kwak aus dieser Brauerei bereits gut gefallen hat. Na ja, eine Familientradition von sieben Generationen Brauen sollte schließlich auch nicht spurlos an der Brauerei vorbeigehen.

Nicht umsonst wurde das Bier auch mehrfach ausgezeichnet. 1998 erhielt es beim World Beer Cup die Goldmedaille und 2002 die Silbermedaille. Bei diesem Bier kann ich also wieder einmal etwas ganz besonderes erwarten.

Goldgelb und leicht hefetrüb ist das Blonde. Darüber bildet sich eine durchschnittliche Menge grobporiger Schaum, der sich relativ schnell auflöst.

Das Bier duftet sehr fruchtig. Ich rieche Zitronenschale und Melisse, dazu noch etwas Ananas. Das Malz hält sich diskret im Hintergrund, ist aber noch gut zu riechen.

Der Antrunk zeigt, dass das Bier reichlich Kohlensäure enthält. Dabei enthält es nur wenig Malzzucker. Desto kräftiger kommt im Mund kurz eine gewisse Säure wie von einem guten Essig durch, bevor sich eine wieder leise Süße mit einem Anklang von Ananas durchsetzt. Jetzt ist das Bier wunderbar fruchtig. Der Abgang ist nur leicht bitter, aber der Geschmack klingt erstaunlich lange nach. Die 8,4 Volumenprozent Alkohol bleiben die gesamte Zeit gut versteckt.

Zu diesem Bier passt ein gebratener Fisch.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hafer, Weizenmalz, Hopfen, Hefe

Alkoholgehalt:

8,4 % Vol.

Brauerei:

Brasserie Bosteels
Kerkstraat 96
9255 Buggenhout
www.bosteelsbrewery.com/

Buddelship – Rote Grütze

Fruchtbiere kennen wir ja bereits aus Belgien, aber dieses Mal steht erstmals ein Fruchtbier aus Deutschland vor mir, genauer gesagt aus der Brauerei Buddelship in Hamburg. Ich erinnere mich noch daran, dass die dortigen Brauer nach Norwegen gefahren sind, um dort ein Sauerkraut-Bier zu brauen, das dann in Deutschland als Bier verkauft werden darf, obwohl es nicht dem deutschen Reinheitsgebot entspricht. Ob das Team bei der Roten Grütze auf die gleiche Weise vorgegangen ist, weiß ich nicht, aber ich vermute es, da das Bier unter dem Label Sauerbier verkauft wird. Und den Namen Rote Grütze trägt das Bier schon mal zu Recht, denn es enthält einen ganzen Korb voll verschiedener Früchte, die in der Regel auch wirklich für das Kochen einer Roten Grütze verwendet werden: Himbeeren, Erdbeeren, Kirschen, Johannisbeeren und Blaubeeren. Nun bin ich aber mal gespannt, ob dieses Bier mir genauso gut gefällt wie die meisten Fruchtbiere aus Belgien.

Hell bernsteinfarben steht das Bier im Glas, dabei hefetrüb und mit reichlich Kohlensäure, die zu recht viel cremigem weißen Schaum führt, der auch lange erhalten bleibt. Mich wundert kurz die recht helle Farbe. Bei den vielen unterschiedlichen Früchten hätte ich wirklich mehr Farbe erwartet. Insbesondere Johannisbeeren und Blaubeeren färben schließlich sehr gut und die anderen Früchte haben eigentlich auch eine recht intensive Farbe. Aber die helle Farbe beweist zumindest, dass die Brauer hier nicht mit irgendwelchen Farbstoffen gearbeitet haben. Damit wird die Farbe eindeutig zum Pluspunkt für dieses Bier.

Das Aroma gibt schon mal einen Eindruck von der Berechtigung, dieses Bier als Sauerbier zu verkaufen. Säuerliche Düfte herrschen vor und drängen alle anderen Geruchseindrücke zur Seite. Beerig ist ein Wort, das es im Deutschen nicht gibt, dass aber den Duft bestens beschreibt. Er erinnert mich an die Kindheit, wenn meine Großmutter im Sommer Marmelade gekocht hat. Aber hier kommt noch eine leichte herbe Note im Hintergrund dazu.

Der Antrunk ist sauer, wirklich sauer. Das zieht einem zunächst alles zusammen. Beim zweiten oder dritten Schluck habe ich mich dann etwas an die Säure gewöhnt und ich kann noch etwas mehr schmecken. Jetzt kann ich rote Johannisbeeren feststellen. Dieser Geschmack verdrängt alle anderen Früchte. Aber gut, irgendetwas muss ja im Vordergrund stehen.

Kann ich dieses Bier empfehlen? Ich weiß es nicht so richtig. Mir ist es erheblich zu sauer, zumindest ist es zu sauer, um es pur zu trinken. Ich könnte mir aber durchaus vorstellen, dass es sich sehr gut zum Mixen von Biercocktails eignet. Oder auch zum Bereiten von Desserts. Wenn ich mit diesem Bier ein Gelee bereiten würde, in das ich süße Früchte einbette, beispielsweise Ananas und Banane – doch, ich könnte mir durchaus vorstellen, dass das ein leckeres Dessert werden könnte. Oder ich mache ein Gelee, das ich pikant abschmecke, um es zu Wild, Geflügel oder Fisch zu reichen… So wie dieses Bier aus der Flasche kommt möchte ich es nicht trinken. Aber es regt eindeutig meine Phantasie an.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Himbeeren, Erdbeeren, Kirschen, Johannisbeeren, Blaubeeren, Hopfen, Hefe

Alkoholgehalt:

4,5 % Vol.

Brauerei:

Buddelship GmbH
22525 Hamburg
www.buddelship.de

Ciney – Brune

Und jetzt mal wieder ein Bier aus Belgien, das Cuvée de Ciney Brune/Bruin. Besonders beim Brauen dunkler Biere sind die Belgier gut, weshalb ich mich auf dieses Bier wirklich freue. Zusätzlich verweist die Brauerei auf dem Etikett auch auf eine große Tradition. Fangen wir also an.

In dunklem Rubinrot präsentiert sich das Bier im Glas, darüber ein sahniger beiger Schaum, der auch recht lange erhalten bleibt. Optisch hat die Brauerei also schon mal alles richtiggemacht.

Das Aroma wird wie von mir erwartet durch Röststoffe dominiert, dazu kommt noch das Aroma von Trockenpflaumen. Aber auch der Alkohol sticht mir in die Nase. Jetzt werde ich erstmals kritisch, da der deutliche Alkoholgeruch auf ein wenig ausgewogenes Bier hinweisen könnte. Aber warten wir ab, wie sich das Bier auf der Zunge präsentiert.

Der Antrunk ist malzig und süß, aber durch die reichlich vorhandene Kohlensäure trotzdem recht frisch. Damit kann mich der Antrunk schon mal mit dem Alkoholgeruch des Bieres versöhnen. Das Bier verteilt sich auf meiner Zunge und zunächst bleibt das Malz der hauptsächliche Geschmackseindruck. Dazu kommt eine geringe Säure und langsam kommen auch Bitterstoffe zum Vorschein, die für einen angenehmen Abgang mit mittlerem Nachklang sorgen.

Alkoholgehalt:

7 % Vol.

Brauerei:

N.V. Br. Alken-Maes S.A.
Stationsstraat 2
3570 Alken
Belgien
www.alken-maes.be

Dithmarscher – Pilsener

Der für den Norden typische Bierstil ist das Pilsener. Und Pils können die Nordlichter im Allgemeinen ja brauen. Jetzt steht ein solches Pils aus Schleswig-Holstein vor mir. Die Brauerei in Marne bewirbt es mit den folgenden Worten: „Unser Klassiker: Weiches Geestwasser und edler Aromahopfen verleihen unserem mild-würzigen Dithmarscher Pilsener seinen unverkennbaren Charakter. Verfeinert mit angenehm frischer Kohlensäure.“ Na, dann will ich doch mal sehen, wie sich das Bier so macht.

In hellem klarem Goldgelb zeigt sich das Bier im Glas. Dabei bildet sich vergleichsweise wenig feinporiger Schaum, der durchschnittlich lange erhalten bleibt.

Das Aroma ist so schwach wie die Schaumkrone. Leichte Zitrusnoten steigen mir in die Nase, unterstützt von einem Hauch Honig. Eigentlich nicht schlecht, aber halt deulich zu schüchtern.

Der Antrunk ist frisch und von verhaltener Süße. Schnell gesellt sich ein auf die Süße abgestimmtes Bitter dazu. Der Geschmack ist sauber, aber für meinen Geschmack deutlich zu schlank. Der Abgang ist nur wenig bitter und er klingt nur kurz nach.

Sollte sich einmal ein Liebhaber des bayerischen Hellen nach Schleswig-Holstein verirren, ist er mit dem Dithmarscher Pilsener auf jeden Fall gut bedient.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen

Alkoholgehalt:

4,8 % Vol.

Stammwürze:

11,4° Plato

Brauerei:

Dithmarscher Privatbrauerei
Karl Hintz GmbH & Co. KG
Oesterstr. 18
25709 Marne
www.dithmarscher.de

BierSelect

Préaris – X-Mas

Die Inhaber der Brauerei Préaris waren viele Jahre lang Hobbybrauer und nahmen als solche auch im April 2011 am „Brouwland Biercompetitie“ teil. Dort wurden sie als die besten belgischen Heimbrauer ausgezeichnet. Daraufhin haben sie sich entschlossen, ihr Bier auch Bierliebhabern verfügbar zu machen. Da sie aber nur über eine Heimbrauanlage mit 80 Litern verfügten und kein eigenes Brauhaus aufbauen wollten, haben sie sich entschlossen, ihr Bier in Lizenz bei einer anderen Brauerei herstellen zu lassen. Die Wahl fiel auf die ProefBewery, wo das Bier nach meinen Informationen bis heute gebraut wird. 2011 begann der kommerzielle Verkauf der Biere und bereits zwei Jahre später wurde Préaris von ratebeer.com als beste neue Brauerei in Belgien ausgezeichnet.

Von dort stammt auch das X-Mas, das jetzt vor mir steht. Dieses Bier unterscheidet sich deutlich von den meisten anderen belgischen Weihnachtsbieren. Zum einen enthält dieses Bier lediglich 5,0 Volumenprozent Alkohol. Außerdem ist es ein helles Bier und nicht wie die meisten Weihnachtsbiere mit Röstmalz gebraut. Dann wollen wir mal sehen, wie sich das Bier so macht.

Tiefgolden ist das Bier und es enthält viel agile Kohlensäure. Die Schaumkrone ist überdurchschnittlich und sie bleibt auch lange erhalten.

Das Aroma ist fruchtig. Deutlich ist Limone zu riechen sowie einige würzige Noten; ich meine weißen Pfeffer zu riechen. Die Fruchtigkeit lässt mich vermuten, dass das Bier gestopft wurde, vermutlich mit Simcoe oder einem ähnlichen Hopfen.

Der Antrunk offenbart eine leichte Süße und obwohl ich sehr viel Kohlensäure gesehen habe, ist das Bier nur mäßig spritzig. Die Kohlensäure ist sehr mild. Trotzdem ist der erste Eindruck bereits ausgewogen, da die Menge der Kohlensäure gut auf die Süße abgestimmt ist. Auf der Zunge kommt eine leichte Fruchtigkeit auf, die schnell durch ein überraschend intensives und trotzdem freundliches Bitter überdeckt wird. Im Abgang lässt das Bitter etwas nach, der Nachklang ist aber sehr lang.

Das Préaris X-Mas ist für ein Weihnachtsbier ungewöhnlich, aber sehr angenehm. Ich könnte mir auch an einem warmen Abend im Sommer vorstellen.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen, Hefe, Zucker

Alkoholgehalt:

5,0 % Vol.

Brauerei:

Andelot bvba
Doornzelestraat 20
9080 Lochristi
Belgien
www.proefbrouwerij.com

für

Vliegende Paard Brouwers
Beverhoutsveldstraat 33
8730 Oedelem
Belgien
www.prearis.be