Archiv der Kategorie: Alkoholfrei

ÜberQuell – Pillepalle

Wie bei allen Bieren von ÜberQuell weist ein großes Ü auf dem Etikett schon von Weitem darauf hin, dass das Bier in der Flasche von dieser Brauerei kommt.Die Brauerei ÜberQuell stammt aus Hamburg und hat ihren Sitz unmittelbar am berühmten Fischmarkt. Bevor ich zum Pillepalle komme, dem Bier, das jetzt vor mir steht, gestatten Sie mir noch die kurze Bemerkung, dass sich ein Besuch der Brauerei auf jeden Fall lohnt. Dies gilt besonders bei schönem Wetter, wenn die Besucher auf der Terrasse sitzen und den Blick auf den Fischmarkt und den Hafen genießen können, während sie ein schönes Craft Beer vor sich stehen haben.

Aber kommen wir zum Bier. Das Pillepalle ist meines Wissens das erste alkoholfreie Bier von ÜberQuell. Es handelt sich um ein Pale Ale, also um einen Bierstil, der durch seine Fruchtigkeit und leichte Trinkbarkeit besticht. Damit sollte das Pillepalle das ideale Bier für einen warmen Sommertag sein, wenn „richtiges“ Bier aufgrund des Alkoholgehalts zu sehr in den Kopf steigen würde.

Golden und mit leichter Hefetrübung präsentiert sich das Bier im Glas. Darüber prangt eine sahnige Schaumkrone, die sehr lange erhalten bleibt. Optisch macht das Bier schon mal einen absoluten Top-Eindruck.

Das Bier duftet nach Grapefruit und Mandarine, nach Ananas und Honig. Das macht doch richtig Lust auf den ersten Schluck.

Der Antrunk ist süß und er besticht durch eine sehr feinperlige Kohlensäure. Auf der Zunge finden sich die Aromen wieder, die ich bereits in Nase festgestellt habe. Dabei sind die Zitrusfrüchte im Mittelpunkt. Bitterstoffe des Hopfens sind nur wenig zu schmecken; da würde ich mir etwas mehr wünschen. Aber das weiche Mundgefühl entschädigt mich für die fehlende Bittere. Auch der Abgang ist sehr mild mit wenig Bitter und leider auch mit einem sehr kurzen Nachklang.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz (Pilsener Malz, Münchner Malz, Sauermalz), Hafermalz, Roggenmalz, Hopfen (Mandarina Bavaria, Callista, Citra), Hefe

Alkoholgehalt:

0,4 % Vol.

Stammwürze:

6° Plato

Bittereinheiten:

40 IBU

Brauerei:

ÜberQuell GmbH
St. Pauli Fischmarkt 28-32
20359 Hamburg
www.ueberquell.com

Force Majeure – Bruin

Das Etikett ist wie bei allen Bieren von Force Majeure schlicht gehalten und gibt außer dem Namen der Brauerei und dem Bierstil keine Informationen preis.Mit diesem Braunbier will Force Majeure auf eine echte belgische Tradition setzen. Ein Hauch von Karamell, Zimt und ein Hauch von geröstetem Malz: ein echtes belgisches Braunbier und doch 0% Alkohol.

Blickdicht schwarz präsentiert sich das Bier im Glas. Darüber prangt eine voluminöse elfenbeinfarbene und feste Schaumkrone, die sehr lange erhalten bleibt. Eine solche tolle Optik habe ich bei einem alkoholfreien Bier selten erlebt.

Das Bier duftet nach dunklem Malz und Karamell, abgerundet mit einer Note Zimt. Ich könnte das Aroma auch durchaus als etwas bonbonartig beschreiben, aber dabei bleibt das Aroma durchaus angenehm.

Der Antrunk zeichnet sich durch eine angenehme Süße sowie die reichliche feinperlige Karbonisierung aus. Auf der Zunge gesellt sich eine leichte freundliche Bittere zur Süße, auch etwas Kaffeegeschmack kommt dazu. Typisch für viele alkoholfreie Biere ist eine gewisse Wässrigkeit, die zu einem schlanken Mundgefühl führt. Bitter ist nur in geringem Maße zu schmecken. Im Abgang wird der Geschmack nach Kaffee etwas kräftiger und er klingt in der Kehle sehr lange nach.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen, Hefe, Kräuter, Sucralose

Alkoholgehalt:

< 0,5 % Vol.

Bittereinheiten:

15 IBU

Brauerei:

Force Majeure BV
Kiezelstraat 14
3600 Genk
Belgien
www.forcemajeure.be

Dorpsbrouwerij De Pimpelmeesch – Winter Doll Koud

Das Etikett zeigt eine weißhaarige junge Frau auf Schlittschuhen.Die Dorpsbrouwerij de Pimpelmeesch wurde im Jahr 2000 als eine der ersten Craft-Brauereien in den Niederlanden gegründet. Es handelt sich bei dieser Brauerei also um einen Pionier der Craft Beer-Bewegung. Die Brauerei befindet sich in Chaam in Brabant, nahe der Grenze zu Belgien. Die Brabanter betrachten sich selbst als Genießer, als Burgunder, die die Geselligkeit lieben. Der Name der Brauerei in Chaam spielt mit diesem Selbstverständnis. Pimpelmeesch ist zusammengesetzt aus den Worten pimpelen, gutes Getränk, trinken und meesch, im brabantischen Dialekt bedeutet dieses Wort Mensch. Ein Pimpelmeesch ist also ein fröhlicher Trinker. Der Ortsname Chaam bezieht sich vermutlich auf das mittelalterliche lateinische canaba: Taverne, Getränkekeller. Davon ist eventuell das lateinische Wort camba abgeleitet, was Mälzerei bedeutet. Der Ortsname Chaam würde also auf einen Ort hinweisen, an dem Gerste keimt. Und dort braut Ad Kusters, der Dorfbrauer von Chaam, seine Biere, die auf bekannten Bierstilen basieren. Dabei verzichtet er auf besondere Zutaten und extreme Hopfenladungen.

Während die meisten Winterbiere in die Kategorie Starkbier gehören, kommt das Winter Doll Koud mit nur 0,3 Volumenprozent Alkohol daher, ist also alkoholfrei. Daher bin ich gespannt, wie sich dieses Bier macht, das seit dem Jahr 2022 gebraut wird.

Hell und opalisierend präsentiert sich das Bier im Glas. Die schneeweiße Schaumkrone fällt recht schnell in sich zusammen, was aber bei alkoholfreien Bieren nicht ungewöhnlich ist.

Fruchtigkeit steht im Mittelpunkt der Aromen, die mir in die Nase steigen. Ich rieche Zitrusfrüchte, Pfirsich und Biskuit. Da bekomme ich richtig Lust auf den ersten Schluck.

Der Antrunk ist spritzig mit einer angenehmen Malzsüße. Auf der Zunge steht wie in der Nase die Fruchtigkeit im Mittelpunkt. Zur Süße kommt eine gut ausgewogene fruchtige Säure. Bitter kann ich jetzt nicht schmecken. Das Mundgefühl ist schlank und doch voll. In der Kehle kann ich erstmals eine leichte freundliche Bittere schmecken, die überraschend lange nachklingt.

Obwohl das Bier von der Brauerei für den Winter angeboten wird, sehe ich es eher als ein schönes Sommerbier.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Roggen, Hopfen, Hefe

Alkoholgehalt:

0,3 % Vol.

Farbe:

5 EBC

Empfohlene Genusstemperatur:

5° Celsius

Brauerei:

Dopsbrouwerij de Pimpelmeesch
Elsakkerpad 11
4861 TA Chaam
Niederlande
www.pimpelmeesch.nl

Finne – Beach Brew

Das Finne Bio Beach Brew ist ein alkoholfreies Bier, das mit Gerstenmalz und Hopfen aus kontrolliert biologischem Anbau hergestellt wurde. Wie immer mehr Craftbrauer will auch die Münsteraner Brauerei Finne beweisen, dass Bier auch ohne Alkohol schmecken kann. Ob es mit dem Beach Brew gelungen ist, will ich jetzt feststellen.

Orangefarben und mit leichter Hefetrübung läuft das Bier ins Glas. Die sahnige Schaumkrone ist recht klein, bleibt aber sehr lange erhalten.

Die Aromen des Malzes stehen im Mittelpunkt des Duftes. Dazu kommen einige frische und fruchtige Akzente.

Der Antrunk ist recht süß und dabei wirklich spritzig. Auf der Zunge spiegeln sich die Aromen wider, die ich bereits in der Nase festgestellt habe. Dabei ist der Geschmack aber nicht wirklich biertypisch, sondern er erinnert eher an eine Limonade. Dabei ist das Mundgefühl angenehm weich. Der Abgang zeichnet sich durch eine leichte freundliche Bittere in der Kehle mit überraschend langem Nachklang aus.

Als Bier empfinde ich das Beach Brew als etwas enttäuschend, aber wenn ich es als Limonade trinke, kann es doch begeistern. Es ist halt eine Frage der Erwartungen.

Zutaten:

Brauwasser, Gerstenmalz (Pilsener Malz, Münchner Malz), Hopfen (Hallertauer Perle, Spalter Select, Mittelfrüh, Hefe

Alkoholgehalt:

< 0,5 % Vol.

Bittereinheiten:

15 IBU

Farbe:

10 EBC

Empfohlene Genusstemperatur:

5° – 7° Celsius

Brauerei:

Münsteraner Finne GmbH
Kerßenbrockstraße 8
48147 Münster
www.finne-brauerei.de

Wolters – 0,0 %

Abgesehen vom Wappen des Unternehmens ist das Etikett des Wolters 0,0 % schmucklos.Wolters ist eine norddeutsche Brauerei mit einer fast 400-jährigen Geschichte. Sie wurde 1627 gegründet und ist damit eine der ältesten Brauereien Deutschlands. Wolters hat eine recht breite Produktpalette und ist nach eigenen Angaben Marktführer in der Region Braunschweig Marktführer. Die alkoholfreien Getränke werden in der Brauerei nahe dem Braunschweiger Hauptbahnhof entsprechend den Halal-Bestimmungen produziert und einige der Produkte der Brauerei entsprechen den Kriterien für die Koscher-Zertifizierung.

Jetzt steht vor mir das alkoholfreie Pilsener von Wolters vor mir und wartet auf seine Verkostung.

Golden und gefiltert läuft das Bier ins Glas. Dabei bildet sich eine kleine feinporige Schaumkrone, die sich leider schnell auflöst. Die fehlende Haltbarkeit des Schaums habe ich schon häufig bei alkoholfreiem Bier erlebt. Bei einigen alkoholfreien Bieren bleibt die Schaumkrone aber auch lange erhalten, so dass das schnelle Zusammenfallen des Schaums durchaus ein Manko darstellt.

Das Bier duftet getreidig mit einigen würzigen Noten. Es ist nichts falsches daran, aber mir fehlt hier sämtliche Komplexität.

Der Antrunk zeichnet sich durh eine leichte Süße sowie eine sanfte feinperlige Kohlensäure aus. Der Körper ist sehr schlank und der Geschmack erinnert eher an Limonade als an Bier. Selbstverständlich ist es aber nicht so süß wie eine Limonade. Auch die übertriebene Bittere, die viele alkoholfreie Biere mitbringen, bleibt mir beim Wolters 0,0 % erspart. Erst in der Kehle wird das Bier langsam bitterer und dieser Geschmack klingt überraschend lange nach.

In meinen Augen ist das Wolters 0,0 % nicht das beste alkoholfreie Bier, aber die Braunschweiger wiederholen nicht die Fehler so vieler anderer alkoholfreier Biere.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen, Hopfenextrakt

Alkoholgehalt:

< 0,05 % Vol.

Stammwürze:

3,5° Plato

Bittereinheiten:

22 IBU

Empfohlene Genusstemperatur:

6° – 8° Celsius

Brauerei:

Hofbrauhaus Wolters GmbH
Wolfenbütteler Straße 39
38102 Braunschweig
www.hofbrauhaus-wolters.de

BierSelect

Gehölz Bräu – Linde alkoholfrei

Die Grundfarbe des Etiketts ist königsblau. Es wird durch gelbe stilisierte Hopfendolden geschmückt. Außerdem steht auf dem Etikett, dass für jede verkaufte Flasche Bier ein Baum gepflanzt wird.Bier ohne Quatsch, aber mit Prinzipien – das ist die Vision von Rico und Matze. Seit dem Jahr 2021 setzen sie ihre Vision um. Was sind die Prinzipien? Sämtliche Rohstoffe stammen aus kontrolliert biologischem Anbau in der Region. Flaschen und Kisten sind Mehrweg und sogar das Papier der Etiketten wurde unter ökologischen Gesichtspunkten hergestellt. Damit unterstützen die beiden etwas, das sie selbst mit „enkeltaugliche Landwirtschaft“ betiteln: Der nachhaltige, pestizidfreie Landbau produziert nicht nur wertvollere Lebensmittel, sondern bewahrt Erde und Umwelt, sodass auch unsere Enkel noch etwas davon haben. Kommen wir aber nun zum Bier.

Golden-orange und leicht hefetrüb läuft das Bier ins Glas. Dabei bildet sich eine schneeweiße feste Schaumkrone, die sehr lange erhalten bleibt. An der Optik dieses Bieres ist nichts auszusetzen.

Das Aroma ist getreidig. Abgerundet wird es durch Düfte nach frisch gemähtem Gras, Honig und einige blumige Noten.

Der Antrunk ist recht süß und durch die reichlich vorhandene Kohlensäure angenehm spritzig. Auf der Zunge kommt die Bittere des Hopfens in den Vordergrund und verdrängt Süße und die Aromen fast vollständig. Trotzdem ist das Mundgefühl weich. In der Kehle wird die Bittere milder und sie klingt trotzdem lange nach.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen, Hefe

Alkoholgehalt:

< 0,25 % Vol.

Stammwürze:

6° Plato

Brauerei:

Gehölz Bräu
Mathias Bock & Rico Borsitz GbR
Am Sonneneck 3a
04207 Leipzig

Force Majeure – Traditional Blond

Auf dem Etikett schreibt die Brauerei, dass das Traditional Blond 0 % Alkohol hätte, was bei einem Alkoholgehalt von 0,4 Volumenprozent nicht ganz korrekt ist, auch wenn das Bier durchaus als alkoholfrei verkauft werden darf.Alkoholfreie Biere haben es im Starkbierland Belgien schwer. Bis vor einigen Monaten hätte ich sogar gesagt, dass es keine belgischen Biere ohne Alkohol gibt, nur Lightbiere mit weniger als drei Volumenprozent Alkohol, die in unserem Nachbarland häufig noch als „Kinderbier“ verkauft werden. Alkoholfreie Biere habe ich bei meinen Besuchen in Belgien nur als Importbiere gesehen. Aufgrund des sehr aufwändigen Verfahrens den traditionell gebrauten Bieren den Alkohol per Umkehrosmose zu entziehen, war diese Produktkategorie lange den großen Braukonzernen vorbehalten. 2019 hat der Triathlet Stijn Panis seine Vorliebe für Spezialbier mit seiner Leidenschaft für Unternehmertum kombiniert und im limburgischen Genk die Brauerei Force Majeure gegründet, der ersten und einzigen Brauerei Belgiens, die ausschließlich alkoholfreie Biere braut. Er möchte dabei die Nische alkoholfreier Spezialbiere besetzen, die bislang von den Großbrauereien vernachlässigt wurde. Für die Herstellung seiner Biere nutzt er ein weniger aufwändiges Verfahren: statt den traditionell gebrauten Bieren den Alkohol wieder zu entziehen, verwendet Force Majeure Spezialhefen, die nur wenig Alkohol produzieren. Diese Biere sind in der Regel vollmundiger und wesentlich geschmacksintensiver als herkömmlich hergestellte alkoholfreie Biere. Sie schmecken halt mehr wie Bier. Der Alkohol in den Bieren liegt bei weniger als 0,5 Volumenprozent Alkohol, damit die Biere als „alkoholfrei“ verkauft werden dürfen.

Orangefarben und gefiltert fließt das Bier ins Glas. Dabei bildet sich eine feste schneeweiße Schaumkrone, die sehr lange erhalten bleibt.

Das Bier duftet nach Karamell und Orangenschale, abgerundet durch einige blumige Noten.

Der Antrunk zeichnet sich durch eine angenehme Malzsüße sowie eine feinperlige Kohlensäure aus. Auf der Zunge gesellen sich der Geschmack nach Zitrusschale sowie eine ordentliche Fruchtigkeit dazu, die an helle Früchte erinnert. Die Bittere ist gut auf die Süße abgestimmt. Für ein alkoholfreies Bier ist das Force Majure Traditional Blond überraschend vollmundig. Im Abgang wird die Bittere kräftiger und sie klingt in der Kehle sehr lange nach.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen, Hefe, Sucralose

Alkoholgehalt:

0,4 % Vol.

Bittereinheiten:

28 IBU

Farbe:

10 EBC

Brauerei:

Force Majeure BV
Kiezelstraat 14
3600 Genk
Belgien
www.forcemajeure.be

Budvar – Nealko

Auf dem Etikett des Budvar Nealko veröffentlicht die Brauerei bereits Informationen über Alkoholgehalt, Bittereinheiten und Farbe des Biers.Ich kann mich ja irren, aber ich meine, dass das Budvar Nealko das erste alkoholfreie Bier aus Tschechien ist, das ich verkoste. Bevor ich das Bier im Getränkemarkt gesehen habe, war mir überhaupt nicht bewusst, dass es auch aus dem Mutterland des Pilseners alkoholfreie Biere gibt. So musste ich mich erst einmal über das Nealko schlaumachen.

Die Brauerei schreibt, dass sie für das Nealko das gleiche Malz und den gleichen Doldenhopfen verwendet wie für das Budvar Original Lager, das das Standardbier aus Budweis ist und bereits seit mehreren Jahrzehnten auch nach Deutschland exportiert wird. Da das Standard-Budweiser ein ordentliches Bier ohne Schnörkel ist, kann ich wohl mit Fug und Recht davon ausgehen, dass auch das Nealko ein trinkbares Bier ist. Öffne ich also die Flasche und schenke das Bier ein.

Golden und gefiltert präsentiert sich das Bier im Glas. Darüber steht eine durchschnittlich große feinporige Schaumkrone, die sehr lange erhalten bleibt. Zumindest optisch ist das Bier weit über dem Durchschnitt.

Das Bier duftet nach Getreide, dazu kommt ein leichtes Karamellaroma. Eher aus dem Hintergrund kommt das frische Zitrusaroma des Saazer Hopfens.

Der Antrunk ist recht süß und er zeichnet sich durch eine angenehm sanfte Kohlensäure aus. Auf der Zunge kommt dann mit einem kräftigen Bitter der Hopfen zu seinem Recht und ich meine, eine leichte Buttrigkeit zu schmecken, die für tschechische Biere typisch ist. Besonders das Bitter klingt noch lange in der Kehle nach.

Zutaten:

Brunnenwasser, Gerstenmalz, Hopfen (Saazer)

Alkoholgehalt:

< 0,5 % Vol.

Bittereinheiten:

23 IBU

Farbe:

10 EBC

Brauerei:

Budweiser Budvar
K. Světlé 512/4
370 04 České Budějovice
Tschechien
www.budweiserbudvar.com

Tilmans – Mit Ohne

Das Etikett wurde von der Künstlerin Miriam Frank gestaltet.Das „Mit Ohne“ ist das erste alkoholfreie Bier von Tilmans. Tilmans ist bekannt dafür, dass sich die Brauerei traditionellen Bierstilen zuwendet uns diese als Gypsybrauer neu interpretiert. Mal sehen, ob das auch beim alkoholfreien Weizenbier gelungen ist.

Hell und opalisierend strahlt mir das Bier aus dem Glas entgegen. Darüber steht eine durchschnittlich große feste weiße Schaumkrone, die sehr lange erhalten bleibt. Optisch ist das Bier also durchaus gelungen.

Das Bier durftet nach hellem Malz, Banane und Zitrus. Das passt einfach.

Der Antrunk ist recht süß und er zeichnet sich durch die feinperlige Kohlensäure aus. Auf der Zunge kommt der Zitrusgeschmack in den Vordergrund, wobei die Malzsüße erhalten bleibt. Leider verschwindet die Kohlensäure schnell, so dass das Bier nach recht kurzer Zeit etwas schal wirkt. Eventuell wäre eine Abfüllung in 0,33 Liter-Flaschen sinnvoller, da dann das Bier nicht so lange benötigt, bis es ausgetrunken ist. Trotzdem macht das Bier mit seinem weichen Mundgefühl einen guten Eindruck. Erst im Abgang kann ich auch eine leichte Bittere schmecken, die sich gut in die Harmonie von Süße und fruchtiger Säure einpasst.

Zutaten:

Wasser, Weizenmalz, Gerstenmalz, Hopfen (Vic Secret), Hefe, Gärungskohlensäure

Alkoholgehalt:

< 0,5 % Vol.

Stammwürze:

6,3° Plato

Farbe:

6 EBC

Brauerei:

Tilmans Biere
Thalkirchner Straße 53
80337 München
www.tilmansbiere.de

Force Majeure – Kriek

Die Etiketten der Brauerei Force Majeure sind eher schlicht gehalten und die einzelnen Bierstile erkennt der Käufer an den unterschiedlichen Farben.Die Belgier sahen Obst und verwandelten es in Alkohol. Force Majeure sah ein Kriek und war der Meinung, dass dieser Bierstil auch alkoholfrei herzustellen sein müsste.

Alkoholfreie Biere fristen in Belgien, dem Land der starken Biere, ein Nischendasein. Lange Zeit war es den Großbrauereien vorbehalten, alkoholfreie Biere zu brauen, denn es war sehr aufwändig, dem fertigen Bier den Alkohol zu entziehen. Irgendwann wurden Bierhefen entdeckt, die während der Vergärung nur wenig Alkohol entwickeln. So hat im Jahr 2019 hat der Triathlet Stijn Panis im limburgischen Genk die Brauerei Force Majeure gegründet, die erste und bislang einzige Brauerei Belgiens, die ausschließlich alkoholfreie Biere braut. Da die Hefen zwar wenig Alkohol erzeugen, aber die anderen geschmacksgebenden Gärnebenprodukte trotzdem anfallen, schmecken die Biere vollmundiger und sie sind geschmacksintensiver als auf andere Weise hergestellte alkoholfreie Biere. Mittlerweile hat Force Majeure 5 verschiedene Biere im Portfolio, darunter das einzige alkoholfreie Kriek, das mir bekannt ist und das jetzt vor mir steht und auf seine Verkostung wartet.

Rubinrot und gefiltert läuft das Bier ins Glas. Dabei bildet sich eine feste rosa Schaumkrone, die sehr lange erhalten bleibt.

Das Bier duftet nach Kirsche und einem Hauch Kandis. Das Aroma ist angenehm, allerdings bei weitem nicht so intensiv wie bei den „richtigen“ Lambics.

Der Antrunk ist spritzig mit einer angenehm zurückhaltenden Süße. Auf der Zunge breitet sich der Geschmack nach Kirsche und Marzipan aus; das Mundgefühl ist weich. In der Kehle kommt kurz der Marzipangeschmack an, der aber leider recht schnell wieder verschwindet.

Zutaten:

Wasser, Malze (Gerste, Weizen), Hopfen, Kirschsaftkonzentrat, Zitronensäure, Sucralose

Alkoholgehalt:

< 0,5% Vol.

Brauerei:

Force Majeure BV
Kiezelstraat 14
3600 Genk
Belgien
www.forcemajeure.be