Am 3. Mai findet im belgischen Itterbeek das International Geuze & Kriek Festival statt, das sich ausschließlich den belgischen Sauerbieren widmet. Das Festival, das sogar über den alternativen Namen De Nacht van de Grote Dorst verfügt, fand erstmals im Jahr 2004 statt. Dass auch für das leibliche Wohl gesorgt ist, muss ich wohl nicht erwähnen. Das Festival findet in der Kerkstraat 55 in 1701 Itterbeek (Dilbeek), Belgien, statt. Der Eintritt ist frei.
Archiv des Autors: Mathias
Ein Bierkrug für den ganz großen Durst
Bayern und das Bier gehören schon seit jeher zusammen.
Normalerweise ist ein Maßkrug um die 20 cm hoch – in der Nähe der Stadt
Oberviechtach (Kreis Schwandorf) steht allerdings einer, der um einiges größer
ist. Stolze 3,80 Meter misst der größte Bierkrug der Welt und fasst ganze 4.718 Liter. Auf rund 14 Quadratmetern ist das beeindruckende Gefäß mit bayerischen Motiven bemalt. Am 11. August 2002 wurde der Bierkrug erstmals unter
notarieller Aufsicht befüllt, was ihm 2004 einen Eintrag ins Guinness-Buch der
Rekorde als „Größter Bierkrug der Welt“ sicherte. Besucher können den Bierkrug
ganzjährig kostenlos besichtigen.
1. 5. – 4. 5. 2025: Stader Beer und Gourmet Festival
Gemütliches Miteinander unter freiem Himmel, maritimes Flair am Stadthafen und ein vielfältiges kulinarisches Angebot dürfen Gäste des Stader Craft Beer & Gourmet Festivals erwarten – die kleine Hansestadt steht für fünf Tage im Zeichen der Braukunst. Sie lockt Besucher zum Gaumenschmaus an den Stader Stadthafen und lässt Genießer-Herzen höherschlagen.
Erstmalig im Jahr 2018 in Stade zu Gast, hat das Craft Beer & Gourmet Festival inzwischen viele Liebhaber und „Wiederholungstäter“ für sich gewinnen können. Eine Vielzahl von Anbietern des Craft Beer ist vertreten und präsentiert kreative Biersorten. Neben den Craft-Beer-Angeboten werden auch Weine, Cocktails und Erfrischungsgetränke ausgeschenkt. Erlesene Speisenkombinationen, regionale Spezialitäten, interessante Neuerfindungen und köstliche Kleinigkeiten vervollständigen das Angebot auf dem Craft Beer & Gourmet Festival.
Das Stader Craft Beer und Gourmet Festival lockt vom 1. 5, – 4. 5. 2025 zu den folgenden Öffnungszeiten:
Mittwoch: 15:00 Uhr – 1:00 Uhr
Donnerstag: 14:00 Uhr – 23:00 Uhr
Freitag: 14:00 Uhr – 24:00 Uhr
Samstag: 13:00 Uhr – 24:00 Uhr
Sonntag: 13:00 Uhr – 18:00 Uhr
Wildwuchs – Mucki Hop
In der Welt des Craft-Biers gibt es Brauereien, die mit wagemutigen Rezepten und unkonventionellen Ideen auf sich aufmerksam machen. Und es gibt Brauereien, die sich nicht nur der Qualität, sondern auch der Nachhaltigkeit verschreiben. Das Wildwuchs Brauwerk aus Hamburg vereint seit seiner Gründung im Jahr 2014 beides – mit einem klaren Fokus auf handwerklich gebrautes Bio-Bier.
Wildwuchs ist für die Verwendung von 100 % Bio-Zutaten und eine umweltbewusste Produktion bekannt. Hopfen und Malz stammen aus biologischem Anbau, auf künstliche Zusatzstoffe wird verzichtet, und das Brauen erfolgt mit minimalem Energieverbrauch. Zudem achtet die Brauerei soweit möglich auf die Verwendung lokaler Zutaten. Das Mucki Hop ist ein IPA, das fest zum Sortiment gehört und das jetzt bei mir auf seine Verkostung wartet.
Orangefarben und opalisierend präsentiert sich das Bier im Glas. Die Schaumkrone hat einen leichten Stich ins Gelbe und bleibt lange erhalten. An der Optik dieses Bieres gibt es nichts auszusetzen.
Düfte nach Grapefruit und Ananas, nach Melone und einem Hauch roter Beeren steigen mir in die Nase. Das macht richtig Lust auf den ersten Schluck.
Der Antrunk zeichnet sich durch eine leichte Malzsüße sowie eine angenehme Spritzigkeit aus. Bereits auf der Zungenspritze ist auch die Fruchtigkeit zu schmecken. Die Süße bleibt auch auf der Zunge erhalten, während die Fruchtigkeit jetzt immer kräftiger wird. Eine kräftige und freundliche Bittere steht im Mittelpunkt. Trotzdem ist das Mundgefühl angenehm weich. In der Kehle legt die Bittere noch etwas zu und klingt dort auch recht lange nach.
Zutaten:
Wasser, Gerstenmalz, Hopfen (Huell Melon, Hallertauer Blanc), Hefe, Weizenmalz
Alkoholgehalt:
6,5 % vol.
Bittereinheiten:
50 IBU
Brauerei:
wildwuchs Brauwerk Hamburg KG
Jaffestraße 8
Puhsthof
21109 Hamburg
www.wildwuchs-brauwerk.de
Markus Klössinger gewinnt Hobbybrauerwettbewerb auf der HOME BREW
Am vergangenen Wochenende herrschte reges Treiben bei Maisel & Friends in Bayreuth: Aus ganz Deutschland pilgerten Bierbegeisterte auf das Brauereigelände, um ein Bierfestival der Extraklasse zu erleben. 30 Hobbybrauer und neun professionelle Brauereien waren zu Gast und schenkten ihre Braukreationen aus. Krönender Abschluss war die Preisverleihung, bei der der Gewinner des Hobbybrauerwettbewerbs verkündet wurde: Markus Klössinger überzeugte die Jury mit seiner Version eines „Italian Style Pilsner“.
Die fünfte HOME BREW Bayreuth erwartete die Besuchenden mit einigen Neuerungen. Erstmals fand das beliebte Event an zwei Tagen statt und bot mit der neuen Craft Area noch mehr Biervielfalt als bisher. Nicht nur die Braukreationen passionierter Hobbybrauer erwarteten die Gäste, sondern auch Brauereien aus ganz Europa waren mit einem eigenen Ausschank vor Ort vertreten, darunter Gaffel aus Köln, Yankee&Kraut aus Ingolstadt und To Øl aus Dänemark. Das kam gut an: „Ich freue mich, dass auch in diesem Jahr wieder so viele Menschen den Weg zu uns nach Bayreuth gefunden haben. Wir bekommen von unseren Gästen tolles Feedback zurückgespielt und fiebern schon jetzt der HOME BREW 2026 entgegen“, lässt Organisator und Maisel & Friends Biersommelier Michael Werner die Veranstaltung Revue passieren.
Fachmesse und -vorträge für Bierbegeisterte und passionierte Hobbybrauer
Das größte Hobbybrauerevent Süddeutschlands hatte nicht nur eine breite Auswahl an verschiedensten Bieren zu bieten, sondern auch zahlreiche Gelegenheiten, sich bei den vielfältigen Fachausstellern über Hefe, Hopfen und die essenziellen Utensilien für Heimbrauer zu informieren. Zudem konnten die Besucher in Fachvorträgen wertvolle Einblicke gewinnen und sich mit Gleichgesinnten austauschen, was auf großes Interesse beim Fachpublikum stieß.
Gewinner des achten Hobbybrauerwettbewerbs 2025
Krönender Abschluss eines bierintensiven Wochenendes war die Preisverleihung am Samstagabend, bei der die Gewinner des Publikumspreises sowie der Sieger des Hobbybrauerwettbewerbs verkündet wurden. So viele Besucher wie noch nie gaben ihre Stimmen ab, von denen die „Heidkamper Hüdden-Bräu“ sich die Mehrheit und damit den Publikumspreis sicherte. Der Gewinner des Hobbybrauerwettbewerbs, den Maisel & Friends gemeinsam mit der BrauBeviale ausrichtet, wurde bereits am Freitag im Rahmen einer ganztägigen Blindverkostung bestimmt: Die Jury aus 20 renommierten Bierexperten kürte aus 147 Einsendungen die Kreation von Markus Klössinger aus Rednitzhembach bei Nürnberg zum besten Italian Style Pilsner, der sich über seinen Sieg sichtlich freute. Im Herbst wird er Maisel & Friends ein weiteres Mal besuchen, um gemeinsam mit den Braumeistern sein Bier auf dem 25-Hektoliter-Sudwerk der Maisel & Friends Brauwerkstatt nachzubrauen. Auch an der Etikettengestaltung wird er mitwirken, ehe es sein Bier dann im Onlineshop von Maisel & Friends zu kaufen gibt. Außerdem wird eine Palette seines Biers zum Gewinner nach Hause geliefert. Im Anschluss an die Preisverleihung erhielten alle Teilnehmenden ein umfassendes Feedback zu dem Bier, das sie für den Wettbewerb eingesendet hatten.
HOME BREW Bayreuth 2026
Nach dem Festival ist vor dem Festival: Die sechste HOME BREW Bayreuth findet am 17. und 18. April 2026 statt. Auch dann wird es wieder spannend, wenn viele Hobbybrauer aus nah und fern beim Hobbybrauerwettbewerb gegeneinander antreten. Die Anmeldung wird voraussichtlich im November starten, das Wettbewerbsthema steht zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht fest.
`t IJ – Zatte Tripel
Jetzt steht das letzte Bier der Brouwerij `t IJ vor mir, zumindest ist es das einzige Bier dieser Brauerei, das ich noch habe. Gleichzeitig war das Zatte Tripel das erste Bier, das 1985 von der Brouwerij ‚t IJ gebraut wurde. Bislang haben mir alle Biere aus der Amsterdamer Brauerei gut gefallen und ich gehe mal davon aus, dass die Brauer sich bei ihrem Erstlingswerk besonders viel Mühe gegeben haben. Öffne ich also die Flasche und schenke mir das Bier ein.
Dunkel orangefarben, fast wie Bernstein, und opalisierend präsentiert sich das Bier im Glas. Die relativ kleine Schaumkrone fällt anfangs flott in sich zusammen, aber ein Rest bleibt lange erhalten.
Das Bier duftet nach Orangen und hellem Malz, aber langsam kommen auch einige florale Noten zum Vorschein.
Der Antrunk ist fruchtig mit einer angenehmen Malzsüße sowie einer sanften Kohlensäure. Die Fruchtigkeit bleibt auch weiter im Mittelpunkt, während sich eine diskrete Bittere dazugesellt und für ein weiches und volles Mundgefühl sorgt. Auch in der Kehle ist das Bier mild mit wenig Bittere. Trotzdem klingt der Geschmack recht lange nach.
Alkoholgehalt:
8,0 % Vol.
Bittereinheiten:
17 IBU
Farbe:
12 EBC
Empfohlene Genusstemperatur:
10° Celsius
Brauerei:
Proeflokaal de Molen
Funenkade 7
1018AL Amsterdam
Niederlande
www.brouwerijhetij.nl
Weihenstephan zieht in Schubecks ehemaliges Restaurant ein
„Gekommen, um zu bleiben: Unsere Staatsbrauerei Weihenstephan kommt ans Münchner Platzl. Die älteste Brauerei der Welt zieht in die historische Umgebung der Münchner Altstadt – das passt perfekt: Eine Kombination wie Hopfen und Malz und ein echtes Upgrade fürs Platzl.“ Dies gab Bayerns Wissenschaftsminister Markus Blume am 28. März 2025 zusammen mit dem Direktor der Staatsbrauerei Prof. Dr. Josef Schrädler direkt am Platzl in München bekannt. „München ist die Bierstadt schlechthin. Und das Platzl ist unser Münchner Wohnzimmer. Da passt es perfekt, dass wir hier künftig die höchste Staatsbrauerei-Dichte der Welt haben. Weihenstephaner ist starker Botschafter Bayerns in der Welt. Die Brauerei exportiert ihr bayerisches Premiumprodukt in 60 Länder. Weihenstephaner ist in Freising daheim und jetzt auch in München zuhause“, so der Wissenschaftsminister. Die Staatsbrauerei Weihenstephan liegt in der Zuständigkeit des Bayerischen Staatsministeriums für Wissenschaft und Kunst.
Der Direktor der Staatsbrauerei Prof. Dr. Josef Schrädler betonte: „Für uns ist der Standort perfekt – nicht zu groß, nicht zu klein. Weihenstephan steht für höchste Qualität – deswegen wollen wir hier etwas Besonderes machen.“
Die Staatsbrauerei wird ab Anfang 2026 eine gastronomische Einrichtung am Platzl eröffnen. Das Konzept für das „Weihenstephaner am Platzl“ sieht einen Spezialausschank von Weihenstephan mit rund 180 Plätzen (plus Außenbereich) vor, der die anspruchsvolle Bierkultur und Biervielfalt mit feiner bayerischer Esskultur verbindet. Die künftigen Räumlichkeiten der Gastronomie befinden sich in einem Gebäude des Freistaats Bayern, das von der Bayerischen Staatsoper genutzt wird.
Zahl der Brauereien in Deutschland erneut gesunken
In den vergangenen fünf Jahren ist die Zahl der Brauereien in Deutschland um 93 Betriebe zurückgegangen. Das entspricht einem Rückgang von 6 Prozent. Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes gab es 2024 bundesweit noch 1.459 Brauereien. Allein vergangenes Jahr mussten 52 Betriebe schließen. Die Bundesländer mit der höchsten Zahl an Brauerei-Schließungen seit dem Jahr 2019 sind Bayern (-50 Betriebe), Nordrhein-Westfalen (-24), Hessen (-14) und Baden-Württemberg (-9). Entgegen dem Trend leicht gestiegen ist die Zahl der Braustätten in Sachsen (+7), Thüringen (+4) und Mecklenburg-Vorpommern (+3).
Bis zum Beginn der Corona-Pandemie war die Zahl der Brauereien in Deutschland kontinuierlich gestiegen, insgesamt um mehr als 250 Betriebe seit 1994. Hauptgründe für den Anstieg im vergangenen Jahrzehnt waren vor allem die Craftbier-Bewegung und die dadurch ausgelöste Gründerwelle gewesen.
Der Deutsche Brauer-Bund (DBB) als Dachverband der deutschen Brauwirtschaft macht für die wachsende Zahl der Betriebsschließungen in erster Linie den hohen Kostendruck verantwortlich. Vor allem kleinere und mittlere Brauereien stehen immer stärker unter Druck, erklärte der Präsident des Deutschen Brauer-Bundes, Christian Weber, in Berlin. „Keine Brauerei schließt von heute auf morgen. Die meisten der betroffenen Betriebe haben mehrere ertragsschwache Jahre hinter sich, die Reserven sind aufgezehrt. Die Auswirkungen der Corona-Pandemie und der Energiepreiskrise haben der gesamten Branche stark zugesetzt. Wenn die Kapitaldecke immer dünner wird und dann auch noch größere Investitionen anstehen, kann es für Betriebe eng werden“, so Weber. 2024 habe sich die Situation zusätzlich verschärft, weil ähnlich wie bei Gastronomie und Handel die hohe Inflation und die schlechte Verbraucherstimmung auch auf das Geschäft der Brauereien durchgeschlagen haben.
Mit Blick auf die schwierige Gesamtlage der deutschen Brauwirtschaft appelliert der DBB an die künftige Regierungskoalition von CDU/CSU und SPD, von allen Vorhaben Abstand zu nehmen, die mit weiteren Belastungen für die Wirtschaft verbunden sein könnten. Der Verband hat seine Forderungen an die Politik in zehn Punkten zusammengefasst. Im Mittelpunkt stehen Themen wie sichere und bezahlbare Energie, Bürokratieabbau, Werbefreiheit, Unterstützung der Gastronomie und Förderung des klimafreundlichen Mehrwegsystems.
Bierabsatz in Deutschland 2024 leicht gesunken
Der Bierabsatz ist 2024 gegenüber dem Vorjahr um 1,4 % oder 119,4 Millionen Liter gesunken. Wie das Statistische Bundesamt mitteilte, setzten die deutschen Brauereien insgesamt rund 8,3 Milliarden Liter Bier ab. In den amtlichen Zahlen sind alkoholfreie Biere und Malztrunk sowie das aus EU-Staaten eingeführte Bier nicht enthalten.
82,3 % des Bierabsatzes waren im Jahr 2024 für den Inlandsverbrauch bestimmt und wurden versteuert. Der Inlandsabsatz sank im Vergleich zu 2023 um 2,0 % auf 6,8 Milliarden Liter. 17,6 % oder 1,5 Milliarden Liter Bier wurden steuerfrei exportiert, das waren 1,6 % mehr als 2023. Davon gingen 808,4 Millionen Liter (+3,1 %) in EU-Staaten und 644 Millionen Liter (-0,3 %) in Nicht-EU-Staaten.
Bei den monatlichen Bierabsatzzahlen zeigte sich laut Destatis auch 2024 „das übliche saisonale Muster“: Ebenso deutlich wie der Bierabsatz in den Frühjahrs- und Sommermonaten stieg, ging er im Herbst und Winter wieder zurück. Zudem bestätige sich der langfristig rückläufige Trend beim Bierabsatz: So setzten die Brauereien und Bierlager 2024 insgesamt 13,7 % oder 1,3 Milliarden Liter weniger Bier ab als noch vor zehn Jahren, was nicht zuletzt demografische Gründe hat.
Der Deutsche Brauer-Bund (DBB) als Dachverband der knapp 1.500 Brauereien spricht beim Blick auf das Jahr 2024 von einer „Achterbahnfahrt“: Hatte der Bier-Absatz bis Mai 2024 im Inland noch ein Plus von 2,5 Prozent aufgewiesen, drehte der Markt über den Sommer überraschend ins Minus, so dass bis November ein Rückgang von 2,1 Prozent verzeichnet werden musste. Zu dieser außergewöhnlich volatilen Entwicklung haben die Wetterkapriolen beigetragen, mit Regenperioden im Frühjahr und Sommer. Viele Biergartenbesuche fielen buchstäblich ins Wasser, betroffen waren auch Events rund um die Fußball-Europameisterschaft.
DBB-Hauptgeschäftsführer Holger Eichele sieht die Braubranche weiterhin vor großen Herausforderungen: „Auf der einen Seite setzen die gestiegenen Kosten für Rohstoffe, Energie, Personal und Logistik die Betriebe unter Druck, auf der anderen Seite bekommen sie gleichzeitig die Konsumzurückhaltung der Verbraucher zu spüren. Ähnlich wie bei Gastronomie und Handel schlagen auch aufs Geschäft der Brauereien die hohe Inflation und die schlechte Verbraucherstimmung voll durch.“
Von der amtlichen Statistik nicht erfasst werden alkoholfreie Biere – hier melden die Brauereien laut DBB erneut einen erfreulichen Trend. Seit 2003 hat sich die Produktion mehr als verdoppelt auf 670 Millionen Liter im Jahr 2023. Laut Nielsen kam alkoholfreies Bier im Herbst 2024 im Handel bereits auf einen Marktanteil von 8,9 Prozent und ist damit hinter dem Marktführer Pils (48,1 %) und Hellbieren (10,6 %) die drittbeliebteste Biersorte der Deutschen. „Wir erwarten, dass bald jedes zehnte in Deutschland gebraute Bier alkoholfrei sein wird. Die Zeiten, in denen Alkoholfreies ein reines Autofahrerbier war, sind längst vorbei. Heute ist alkoholfreies Bier ein Lifestyle-Getränk, das durch seine Vielfalt und seinen Geschmack überzeugt“, so Eichele. Alkoholfreies werde auch von vielen Sportlern sehr geschätzt wird, weil es oftmals isotonisch und mineralisch ist.
Mit Blick auf das laufende Geschäftsjahr zeigt sich der Verband verhalten optimistisch. Eichele: „Zwar werden uns die hohen Kosten vorerst weiter begleiten, jedoch zeigt sich auch, dass die deutsche Brauwirtschaft mit ihren überwiegend handwerklichen und mittelständischen Betrieben zuletzt in unterschiedlichen Krisen eine bemerkenswerte Resilienz bewiesen hat. Immer neue Produkteinführungen gerade auch im Bereich alkoholfreier Biere zeigen, wie sich Innovation und Tradition verbinden.“
Der DBB als Spitzenverband der Brauwirtschaft begrüßte, dass vor der Bundestagswahl wirtschaftspolitische Themen breiten Raum einnehmen. Der Branchenverband hat seine Forderungen an die Politik in zehn Punkten zusammengefasst. Im Mittelpunkt stehen dabei Themen wie sichere und bezahlbare Energie, Bürokratieabbau, Werbefreiheit, Unterstützung der Gastronomie und Förderung des klimafreundlichen Mehrwegsystems. Wie das Umweltbundesamt vor wenigen Tagen mitgeteilt hat, erreichen die Brauereien nach der jüngsten Untersuchung eine Mehrwegquote von mehr als 78 Prozent – und das nur durch Mehrwegflaschen, Fässer für die Gastronomie sind noch nicht eingerechnet. Die Brauwirtschaft ist damit die einzige Branche, die von Beginn an die Vorgabe des Verpackungsgesetzes von 70 Prozent erfüllt und sogar noch übertrifft.
Deutsches Nationalteam der Bier-Sommeliers trainiert für WM
In Deutschland gibt es mittlerweile knapp 3.000 ausgebildete Sommelièren und Sommeliers für Bier, die teils in Restaurants oder Brauereien, Fachhandel, Braukursen oder Webinaren einem interessierten Publikum deutsche und internationale Bierstile präsentieren. Der Verband der Diplom-Biersommeliers, der 1.800 Sommeliers vertritt, freut sich über das hohe Interesse an der Ausbildung: „In einer Zeit, in der Konsumenten immer mehr Wert auf Qualität, Regionalität und Geschmack legen, wird die Rolle der Sommeliers immer wichtiger. Sie schaffen Wertschätzung für Biervielfalt, machen handwerklich gebraute Spezialitäten erlebbar und vermitteln mit Enthusiasmus und Wissen die sensorischen Besonderheiten“, so Nicola Buchner, Geschäftsführerin des Verbandes der Diplom-Biersommeliers.
2025 wird zum achten Mal in einem internationalen Wettbewerb die Weltmeisterin oder der Weltmeister der Biersommeliers gesucht. Vorab finden weltweit in vielen Ländern nationale Meisterschaften statt. Zum Finale der Weltmeisterschaft am 13./14. September 2025 in der Messe München reisen Teams aus der ganzen Welt an. Bis zu 100 Bier-Experten aus 15 Ländern werden zur WM in München erwartet. Das deutsche Team gehört zu den Favoriten, denn mit Sebastian Priller aus Augsburg 2011, Oliver Wesseloh aus Hamburg 2013, Stephan Hilbrandt aus Bonn 2017 und Elisa Raus aus Stralsund im Jahr 2019 haben deutsche Sommeliers bereits viermal den Weltmeistertitel geholt.
Die amtierende Deutsche Meisterin und Team-Kapitänin Jutta Knoll aus Bonn ist zuversichtlich, dass die Nationalmannschaft im September erneut erfolgreich abschneiden und den fünften WM-Titel nach Deutschland holen kann. Die Nationalmannschaft besteht aus zwei Frauen und 14 Männern, die sich gemeinsam fortbilden und Trainingslager absolvieren. „Wir haben längst mit den Vorbereitungen begonnen und trainieren sehr hart und mit viel Hingabe für die Meisterschaft“, sagt Jutta Knoll. „Das Training ist abwechslungsreich, anspruchsvoll und fordert all unsere Sinne heraus.“ Denn Biersommeliers seien weit mehr als nur Verkoster – „wir sind Geschichtenerzähler und Botschafter des Genusses“, sagt die Bierexpertin aus Bonn. Die Unterschiede zwischen den internationalen Bierstilen seien oft nur feinste Nuancen. „Deshalb schärfen wir gezielt unsere Sensorik und erarbeiten im Team die Besonderheiten jeder Kreation – von ihrer Geschichte über die passenden Food Pairings bis hin zum perfekten Genusserlebnis“, so die Deutsche Meisterin.
Der Deutsche Brauer-Bund als Dachverband der 1.500 Brauereien in Deutschland begleitet und unterstützt die Bewegung der Sommeliers seit Jahren. „Bier ist weit mehr als nur ein Getränk, es ist ein Kulturgut mit einer faszinierenden Vielfalt an Aromen, Braustilen und Traditionen“, so DBB-Hauptgeschäftsführer Holger Eichele. „Biersommeliers sind die Experten, die diese Welt für Genießer, Gastronomen und die gesamte Bierbranche erschließen.“ Der DBB blickt positiv in die Zukunft, was das Berufsbild betrifft, denn die Nachfrage nach hochwertiger Beratung, sensorischer Expertise und der Entwicklung neuer Biere wachse stetig. Diesen Trend bestätigt auch Nicola Buchner vom Verband der Diplom-Biersommeliers. Sie betont, die Ausbildung zum Biersommelier eröffne vielfältige Karrierewege – von der Bierberaterin in der Gastronomie über die Produktentwicklung in Brauereien bis hin zum Eventmanagement und zur Weiterbildung von Fachkräften. „Besonders die große Bandbreite an Bierstilen, Aromen und Einsatzmöglichkeiten eröffnet Biersommeliers unzählige Möglichkeiten, Bier erlebbar zu machen.“
Mitglieder der Nationalmannschaft der Bier-Sommeliers unter der Teamleitung der Deutschen Meisterin Jutta Knoll (Bonn) sind Florian Bauer (Berlin), Martin Blickhan (Grafing b. München), Dr. Markus Fohr (Lahnstein), Peter Heßler (Fürth), Sebastian Hohentanner (Tokio), Philipp Ketterer (Hornberg/Schwarzwald), Dang-Stefan La Hong (Hamburg), Melanie Leutenegger (Leipzig), Thomas Pilawa (Geisenfeld/Hallertau), Thorsten Sander (Hannover), Franz van Hops (Leipzig), Matthias Willig (Aschaffenburg), Jürgen Wöhrle (Schenkenzell), Andreas Wölker (Alpirsbach) und Karsten Zinsik (München).


