Archiv des Autors: Mathias

De Ranke – XXX Bitter

Das Unternehmen De Renke wurde in den 1930er Jahren gegründet. Ursprünglich füllte das Unternehmen Getränke für andere Firmen ab, speziell Bier und Limonaden. Erst 1994 begann De Ranke mit dem Brauen von Bier. In den ersten 11 Jahren wurden die Brauanlagen von Deca in Woesten genutzt bis 2005 in eine eigene Brauerei in Dottignies, Hennegau, investiert wurde. Das Besondere an den Bieren von De Ranke ist, dass das Unternehmen ausschließlich Doldenhopfen verwendet. Das XXX Bitter, das ich jetzt verkosten möchte, ist eine Variante des XX Bitter, dem 50% mehr Hopfen hinzugefügt wurde. Das Bier wird nur saisonal von Dezember bis Juli verkauft.

Strohblond und hefetrüb strahlt mir das Bier aus dem Glas entgegen. Die feste Schaumkrone ist sehr stabil. Damit stimmt an der Optik dieses Bieres wirklich alles.

Düfte nach frischer Brotkrume steigen mir in die Nase, begleitet von der Ahnung einer kräftigen Bitteren. Abgerundet wird das Aroma durch einen leichten Duft, der an überreife Äpfel erinnert.

Der Antrunk besticht mit einer leichten Süße und der reichhaltigen Karbonisierung. Auf der Zunge gesellt sich eine kräftige Bittere dazu. Das Mundgefühl ist voll und schwer und es vermittelt den Eindruck von einem höheren Alkoholgehalt als den tatsächlichen 6 Volumenprozent. Insgesamt ist das Bier trotzdem ausgewogen und recht einfach zu trinken. In der Kehle wird die Bittere noch kräftiger und klingt dann sehr lange nach.

Das XX Bitter ist ein Bier, das langsam genossen werden will. Die einzige Voraussetzung ist, dass der Konsument die Bittere mag.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen (Brewers Gold, Hallertau Mittelfrüh), Zucker, Hefe

Alkoholgehalt:

6 % Vol.

Bittereinheiten:

70 IBU

Farbe:

10 EBC

Brauerei:

Brouwerij De Ranke
Rue Du Petit Tourcoing 1a
7711 Dottignies
Belgien
www.deranke.be

Braumanufaktur Sander – Cozy Mosi

Cozy Mosi ist ein alkoholfreies Pale Ale aus der Braumanufaktur Sander in Worms. Da Pale Ale ein eher hopfenbetonter Bierstil ist, vermute ich, dass es bei diesem Bier nicht so sehr auffällt, dass es keinen (genauer gesagt kaum) Alkohol enthält. Öffne ich also die Flasche und schenke mir das Bier ein.

Golden und leicht opalisierend präsentiert sich das Bier im Glas. Die gemischtporige Schaumkrone bleibt einige Zeit erhalten, so dass das Bier optisch eine ganz passable Figur macht.

Ananas, Zitrus, andere tropische Früchte und Karamell sind die kräftigsten Aromen, die mir in die Nase steigen.

Der Antrunk zeichnet sich durch eine stiltypische Süße sowie eine feinperlige Kohlensäure aus. Auf der Zunge gesellt sich eine leichte Bittere zur Süße. Leider kommt die Fruchtigkeit nicht so kräftig durch wie ich es erwartet habe. Das Mundgefühl ist schlank. Jetzt macht das Bier eher den Eindruck einer guten Limonade als eines Biers. In der Kehle wird die freundliche Bittere etwas kräftiger und obwohl die Bittere trotzdem recht zurückhaltend bleibt, klingt sie überraschend lange nach.

Das Cozy Mosi macht in der Nase und der Kehle einen wirklich guten Eindruck. Leider ist das Bier aber auf der Zunge etwas schwach.

Zutaten:

Wasser, Weizenmalz, Gerstenmalz, Gärungskohlensäure, Hopfen (Yakima, Golding, Simcoe, Mosaic), Hefe

Alkoholgehalt:

< 0,5 % Vol.

Farbe:

8 EBC

Empfohlene Genusstemperatur:

6° – 8° Celsius

Brauerei:

Braumanufaktur Sander
Weinsheimer Str. 67
67549 Worms
www.brauerei-sander.de

Stadsbrouwerij 013 – Blonde Boei Tripel

Die Stadsbrouwerij aus Tilburg stellt sich auf ihrer Website mit solcher Begeisterung vor, dass ich es nicht besser formulieren kann. Aus diesem Grund habe ich die Vorstellung übersetzt und lasse die Brauerei hier selbst zu Wort kommen:

„Willkommen in der Welt der Stadsbrouwerij 013, in der sich Tilburger Stolz und Handwerkskunst in einem Glas vereinen. Wir brauen Biere, die Sie in das Gefühl der Vergangenheit versetzen, kombiniert mit den modernen Aromen von heute. In einer Zeit, in der Bierspezialitäten äußerst beliebt sind, setzen wir bewusst auf Authentizität und Einfachheit. Unser Ziel? Lassen Sie sich das Besondere im Gewöhnlichen entdecken!

Unsere Biere werden mit Leidenschaft und Präzision gebraut, inspiriert von traditionellen Bierstilen, aber immer mit einem einzigartigen Tilburger Touch. Wir halten die Balance zwischen Wiedererkennbarkeit und Innovation. Egal, ob Sie ein robustes Stout, ein belgisches IPA oder ein süffiges Tripel mögen, unsere Bierspezialitäten erzählen alle ihre eigene Geschichte – eine Geschichte, die tief in der reichen Geschichte und Kultur Tilburgs verwurzelt ist.

Jedes Bier, das wir brauen, ist eine Ode an unsere Stadt – an ihre belebten Straßen, ihre charaktervollen Einwohner und ihre einzigartige Geschichte. Sind Sie schon durstig geworden? Bei uns entdecken Sie nicht nur das Bier, sondern auch die Geschichte dahinter. Stadsbrouwerij 013: Tilburger Biere mit Geschichte!“

Dem möchte ich an dieser Stelle nichts hinzufügen und fahre direkt mit der Verkostung des Blonde Boei Tripel fort.

Golden und opalisierend fließt das Bier ins Glas und bildet dabei eine sahnige Schaumkrone, die lange erhalten bleibt.

Brotkrume und reife Äpfel bilden das Aroma dieses Tripel, abgerundet durch einige fruchtige und würzige Noten. Das macht Lust auf den ersten Schluck.

Der Antrunk ist frisch mit einer leichten Süße und einer kräftigen und reichhaltigen Karbonisierung.

Auf der Zunge gesellt sich eine leichte Bittere zur Süße. Die beiden Aromen sind gut aufeinander abgestimmt. Jetzt kann ich auch den Geschmack von Koriander wahrnehmen, zusammen mit dem typischen Geschmack von Orangenschale. Das Mundgefühl ist recht schwer. In der Kehle ist das Bier anfangs mild; anschließend baut sich eine freundliche Bittere auf, die lange nachklingt.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Weizenmalz, Hafermalz, Hopfen, Kräuter, Hefe

Alkoholgehalt‍:

8,5 % Vol.

Stammwürze:

18° Plato

Bittereinheiten:     

33 IBU

Empfohlene Genusstemperatur‍:

6° – 8° Celsius

Brauerei:

Stadsbrouwerij 013 B.B.
Piushaven 1
5017AN
Tilburg
Niederlande
www.stadsbrouwerij013.nl

Hildesheimer Braumanufaktur – Rosemary Red

Wenn man wie ich über Bier bloggt und auch Sondersude nicht auslässt, muss man aufpassen, dass man die Sondersude zeitnah beschreibt. Versäumt man dies, erscheint die Rezension des Bieres erst, wenn der Sud ausverkauft ist und niemals wiederkommt. Genau dies ist mir beim Rosemary Red passiert. Das Bier aus der Hildesheimer Biermanufaktur war schon lange nicht mehr im Handel, als ich es in einer Ecke meines Kühlschrankes wiederfand. Peinlich, aber so ist es nun mal. Ich will es trotzdem gerne beschreiben.

Orangefarben mit einem Rotstich und opalisierend präsentiert sich das Bier im Glas. Die sahnige Schaumkrone bleibt lange erhalten, so dass das Bier optisch einen wirklich ansprechenden Eindruck macht.

Das Aroma lässt sich ganz einfach beschreiben: Der Rosmarin steht im Vordergrund, während Hopfen- und Malzaromen entweder überdeckt werden oder den Rosmarin unterstützen. Somit erinnert das Aroma an Medizin, beispielsweise an Hustensaft, aber die Kräuter- und Würznoten des Rosmarins sorgen doch für einen angenehmen Eindruck und machen Lust auf den ersten Schluck.

Der Antrunk zeichnet sich durch eine leichte Süße sowie eine sehr feinperlige Kohlensäure aus, die aber leider sehr knapp dosiert ist. Auch auf der Zunge drängt sich die Würze des Rosmarins in den Vordergrund; dabei gesellt sich eine freundliche Bittere dazu. Das Bier erinnert weiterhin an Hustensaft. Das Mundgefühl ist angenehm weich. In der Kehle legt die Bittere noch einmal kräftig zu und sie klingt extrem lange nach.

Das Rosemary Red ist kein Bier für den Stammtisch, passt aber gut zu kräftigen und deftigen Speisen mit Wild oder Lamm. Ich hoffe, dass Jan und Malte von der Hildesheimer Braumanufaktur dieses Bier noch einmal nachbrauen.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen, Rosmarin, Hefe

Alkoholgehalt:

6,1 % Vol.

Farbe:

12 EBC

Brauerei:

Hildesheimer Braumanufaktur
Goslarsche Landstr. 15
31135 Hildesheim
www.hildesheimer-braumanufaktur.de  

Alkoholfreies Bier in Zahlen

Biergenuss ohne Alkohol – das wird in Deutschland immer beliebter. Im Jahr 2024 wurden hierzulande knapp 579 Millionen Liter alkoholfreies Bier im Wert von rund 606 Millionen Euro produziert. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) zum Internationalen Tag des Bieres am 1. August mitteilt, hat sich die zum Absatz bestimmte Produktionsmenge von alkoholfreiem Bier in den vergangenen zehn Jahren damit fast verdoppelt (+96,1 %). 2014 hatte sie noch bei gut 295 Millionen Litern gelegen.

Allerdings wird hierzulande immer noch deutlich mehr Bier mit Alkohol produziert: Im Jahr 2024 haben die Brauereien in Deutschland gut 7,2 Milliarden Liter alkoholhaltiges Bier im Wert von rund 6,6 Milliarden Euro hergestellt. Insgesamt ist die Produktion von alkoholhaltigem Bier in Deutschland in den vergangenen zehn Jahren jedoch um 14,0 % zurückgegangen. 2014 wurden hierzulande noch gut 8,4 Milliarden Liter alkoholhaltiges Bier produziert. Während damals noch gut 28 Liter Bier mit Alkohol auf einen Liter alkoholfreies Bier kamen, waren es 2024 rund 12 Liter.

Produktion von alkoholhaltigen Biermischgetränken mit deutlich geringerer Zunahme

Niedrigprozentiger als reguläres Bier, aber nicht gänzlich alkoholfrei sind Biermischgetränke wie etwa Radler. Deren Produktion nahm in den vergangenen zehn Jahren ebenfalls zu: von knapp 333 Millionen Litern im Jahr 2014 auf rund 364 Millionen Liter im Jahr 2024. Das entspricht einem Zuwachs von 9,3 %. Im Zehn-Jahres-Vergleich fällt der Anstieg somit deutlich geringer aus als bei der Produktion von alkoholfreiem Bier.

Quelle: Pressemitteilung des Statistischen Bundesamtes

Grimbergen – Hop Karakter

Bereits im Jahr 1128 begannen die Norbertiner­mönche in der Abtei Grimbergen unter Führung des Heiligen Norbert von Xanten mit dem Bierbrauen. Die Abtei erlitt drei große Brände (1142, 1566, 1798) und wurde stets wieder aufgebaut. Aus diesem Grund ist das Wappentier der Abtei der Phönix mit dem Motto „Ardet nec consumitur“ – „gebrannt, aber nicht zerstört“.

Seit 1958 wurde das Grimbergen-Bier kommerziell durch die belgische Brauerei Alken‑Maes gebraut. Im JAHR 2008 übernahm Carlsberg die internationalen Markenrechte, während Alken‑Maes eine langfristige Lizenz für den belgischen Markt erhielt: Grimbergen wird heute in Belgien (Alken‑Maes / Heineken) vertrieben, für den Rest der Welt aber bei Carlsberg‑Standorten wie Frankreich, Polen oder Italien gebraut: Seit 2021 brauen die Mönche erneut in der Abtei selbst – mit einer Mikrobrauerei, die als Innovationszentrum dient. Diese verbindet traditionelle Rezepte aus mittelalterlichen Skripten mit modernen Techniken, um limitierte Spezialbiere zu produzieren. Das Hop Karakter, das jetzt vor mir steht, stammt aber aus der Brauerei Alken-Maes.

Golden und glanzfein fließt das Bier ins Glas. Die feinporige Schaumkrone, die sich dabei bildet, bleibt sehr lange erhalten.

Karamell ist das vorherrschende Aroma dieses Bieres. Dabei duftet es sehr würzig, auch wenn der Hopfenextrakt durchkommt. Dazu kommt noch der typische Duft belgischer Hefe.

Der kräftige Antrunk zeichnet sich durch eine reichliche Karbonisierung sowie durch eine ordentliche Malzsüße aus. Auf der Zunge gesellt sich zur Süße eine gut abgestimmte Bittere, aber mir fehlen die dazu gehörenden Hopfenaromen. Für einen Alkoholgehalt von 8 Volumenprozent ist der Körper recht schlank. In der Kehle wird die Bittere etwas kräftiger, klingt aber nur kurz nach.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Glukosesirup, Hopfen, Hopfenextrakt, Zucker, Hefe

Alkoholgehalt:

8,0 % Vol.

Bittereinheiten:

12,5 IBU

Brauerei:

NV Alken-Maes SA
Statuinsstraat 2
3570 Alken
www.alken-maes.be

Kuehn Kunz Rosen – Gutenberg Bock Edition 2023 Rotwein

Die Mainzer Brauerei Kuehn Kunz Rosen wurde 2014 von Max Wägner und Wendelin Quadt gegründet. Inspiriert vom kühnen Hofnarren Kunz von der Rosen, setzen sie auf kreative, mutige Biere jenseits gängiger Konventionen. Seit 2017 betreiben sie ein eigenes Sudhaus im historischen Alten Rohrlager in Mainz – mit einem 15 hl Sudhaus und einem Schankraum mit bis zu 11 Bieren vom Fass. Jetzt steht vor mir der Gutenberg Bock, ein helles Bockbier, das neun Monate lang in Merlot- und Dornfelder-Fässern gereift und unfiltriert und nicht pasteurisiert in Flaschen abgefüllt wurde. Dieses Bier ist die vierte Sonderedition des Gutenberg Bocks. Es wurden davon nur 1384 Flaschen abgefüllt und von Hand nummeriert. Die Flasche, die jetzt vor mir steht, ist die Nummer 1169.

Bernsteinfarben und opalisierend präsentiert sich das Bier im Glas. Die elfenbeinfarbene Schaumkrone ist eher klein, bleibt aber lange erhalten. An der Optik gibt es also nichts auszusetzen.

Das Bier duftet nach dunkler Schokolade, Rotwein und Holz – vermutlich Eiche – abgerundet durch die Düfte nach Karamell und einem Hauch Kandis. Das macht richtig Lust auf den ersten Schluck.

Der Antrunk zeichnet sich durch eine kräftige Malzsüße sowie eine ansprechende Spritzigkeit durch die passende Karbonisierung aus. Mir fällt auf, dass dieses Bier süßer ist als übliche Bockbiere, ohne dass diese Süße unangenehm wird. Vermutlich hätte sie sich auch noch abgebaut, wenn ich dem Bier noch ein oder zwei Jahre mehr zum Reifen gegeben hätte. Aber wie heißt es nicht so schön: Hinterher hat man es meist vorher gewusst. Auf der Zunge tritt der Geschmack des Weines überraschend kräftig in den Mittelpunkt und er bringt auch eine leichte Säure mit, die dem Bier eine sehr schöne Tiefe verleiht. Die Bittere ist stiltypisch zurückhaltend. Das Mundgefühl ist schwer und weich. In der Kehle nimmt die Säure kurz zu und das Bier wird überraschend fruchtig.

Der Gutenberg Bock ist ein komplexes und angenehmes Degustationsbier, das trotz seiner geschmacklichen Tiefe keinen Konsumenten überfordert.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz (Pilsener, Karamellmalz), Hopfen (Magnum, Spalter), Hefe

Alkoholgehalt:

9,0 % Vol.

Stammwürze:

19,1° Plato

Bittereinheiten:

15 IBU

Farbe:

16 EBC

Brauerei:

K.K.R. GmbH
Weisenauer Straße 15
55131 Mainz
www.kuehnkunzrosen.de

De Bie – Kriekedebie

Der Name dieses Bieres – Kriekedebie – ist Programm. Er besteht aus den Teilen Krieken (niederländisch für Kirschen) und dem Namen der Brauerei (De Bie). Zunächst hatte ich erwartet, dass dieses Bier ein Kriek wäre, also ein mit wilden Hefen vergorenes Sauerbier mit Kirschen. Auf der Website der Brauerei wird allerdings ausgeführt, dass es sich um ein obergäriges Bier handelt, also um ein Ale mit Kirschen. Und hier stutze ich zum zweiten Mal: in der Zutatenliste auf dem Etikett sind keine Kirschen erwähnt, lediglich auf der Website der Brauerei steht, dass das Kriekedebie mit Kirschextrakt gebraut wurde. Das würde mich jetzt eher kritisch stimmen, wäre das Kriekedebie nicht im Jahr 2021 beim London Award mit der Goldmedaille ausgezeichnet worden. Unabhängig davon, wie Sie das Bier nun betrachten, wird die Verkostung auf jeden Fall spannend.

In einem schönen Rubinrot und kristallklar präsentiert sich das Bier im Glas. Darüber steht eine gemischtporige rosa Schaumkrone. Optisch geht das Bier schon mal in Ordnung.

Das Bier duftet nach Sauerkirsche und Marzipan, fast wie eine Torte.

Der Antrunk ist dann auch ziemlich süß, dabei aber auch frisch. Auf der Zunge ist die Kirsche nicht so dominant wie in der Nase. Die Süße aber bleibt. Bittere kann ich nur wenig schmecken. Dadurch wirkt das Bier beinahe etwas wässerig und mit fällt spontan ein Fruchtbonbon ein. Erst in der Kehle wird die Bittere etwas präsenter, aber nur ganz kurz, um anschließend sehr schnell zu verschwinden.

Wollen Sie wissen, wie die Brauerei das Bier beschreibt? Hier die deutsche Übersetzung: „Kriekebie verbreitet einen Hauch von Romantik, der nach süßen, fruchtigen Kirschbonbons duftet. Mit ihrem fuchsiafarbenen Kleid und ihrem hellrosa Kopf huscht sie an deinen Lippen vorbei. Sobald Sie sich verführen lassen, wird ihr süßer, fruchtiger und ausgewogener Geschmack in Sie eindringen. Genießen Sie ihren leicht trockenen Nachgeschmack und verlieben Sie sich in ihn!“ Also, kein übertriebener Widerspruch zu meiner Verkostung.

Zutaten:

Lt. Etikett: Wasser, Gerstenmalz, Zucker, Hopfen, Hefe, auf der Website der Brauerei wird noch Kirschextrakt erwähnt

Alkoholgehalt:

4,5 % Vol.

Brauerei:

Brouwerij De Bie
Vijvestraat 47
B-8720 Wakken (Dentergem)
Belgien
www.brouwerijdebie.be

Maisel & Friends – Artbeer #7

Das Arbeiten bei der Brauerei Maisel muss ja richtig Spaß machen. Bei so vielen Sondersuden, wie sie mich aus Bayreuth erreichen, entsteht bei mir der Eindruck, dass jeder ab und an seiner Phantasie freuen Lauf lassen und ein Bier nach seinen (oder ihren) Vorstellungen brauen kann. Und ganz ehrlich – meist ist das Ergebnis auch wirklich gut.

Nun hat mich mal wieder ein Bier erreicht, das Artbeer #7, ein Hazy IPA, dessen Etikett von der kolumbianischen Künstlerin Ledania gestaltet wurde. Das farbenfrohe Etikett bringt die Vielfalt der Kulturen auf die Flasche, ein echter Hingucker. Mal sehen, ob das Bier diesem Etikett gerecht werden kann.

Golden und mit kräftiger Hefetrübung fließt das Bier ins Glas und bildet dabei eine schneeweiße Schaukrone, die sehr lange erhalten bleibt. Optisch ist das Bier schon mal erstklassig.

Düfte nach Zitrusschalen und Biskuitteig steigen mir in die Nase. Dabei kann ich bereits ahnen, dass das Bier recht trocken sein wird und eine deutliche Bitternote hat.

Ungeheuer frisch mit einer sehr feinperligen Kohlensäure ist der Antrunk. Wie erwartet entwickelt sich auf der Zunge eine kräftige fruchtige Bittere, wobei die Bittere überwiegt und die Fruchtigkeit nicht so stark durchkommt wie ich es erwartet hatte. Die leichte Säure, die diese Eindrücke begleitet, wirkt erfrischend. Das Mundgefühl ist angenehm cremig. In der Kehle dominiert die freundliche Bittere mit einem sehr langen Nachklang.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Weizenmalz, Hopfen (Mandarina Bavaria, Callista, Citra), Hefe

Alkoholgehalt:

6,0 % Vol.

Stammwürze:

13,5° Plato

Farbe:

10 EBC

Empfohlene Genusstemperatur:

6° – 8° Celsius

Brauerei:

Brauerei Gebr. Maisel KG
Hindenburgstraße 9
95445 Bayreuth
www.maiselandfriends.com

Trainingslager der Bier-Sommeliers

Die deutsche Nationalmannschaft der Biersommeliers hat sich im Rahmen eines Pressegesprächs in Berlin erstmals der Öffentlichkeit vorgestellt. Anlass ist die bevorstehende Weltmeisterschaft der Biersommeliers, die am 13. und 14. September 2025 auf dem Messegelände in München stattfindet. Bereits zum achten Mal treten dort Teams aus aller Welt gegeneinander an, um die neue Weltmeisterin oder den neuen Weltmeister zu küren.

Deutschland zählt zu den Favoriten

Deutschland gehört traditionell zu den erfolgreichsten Nationen im Wettbewerb: Bereits vier Weltmeistertitel gingen an deutsche Biersommelièren und Biersommeliers, zuletzt 2019 an Elisa Raus aus Stralsund. Auch in diesem Jahr zählt die deutsche Auswahl wieder zum engeren Favoritenkreis.

Das aktuelle Team besteht aus drei Frauen und 14 Männern, die sich seit Monaten intensiv auf das Event vorbereiten. Angeführt wird die Mannschaft von Teamkapitänin Jutta Knoll aus Bonn, der amtierenden Deutschen Meisterin. Sie betonte bei der Pressekonferenz in der Biermeisterei Lemke am Alexanderplatz gemeinsam mit Pressesprecher Martin Blickhan, wie vielseitig und anspruchsvoll die Vorbereitung ist.

Training mit Tiefgang: Blindverkostungen und Fehlaromen

„Das Team trifft sich seit zehn Monaten regelmäßig zu Online-Blindverkostungen, um die sensorischen Fähigkeiten auch über die Distanz gezielt zu trainieren“, so Jutta Knoll. Zusätzlich absolvierte das Nationalteam zwei mehrtägige Trainingslager mit Fehlaromentrainings, Präsentationsübungen und gezieltem Teambuilding. Auch öffentliche Auftritte – etwa auf der Messe BrauBeviale in Nürnberg, dem Deutschen Brauertag in Berlin oder als Jury bei der Frankfurt International Trophy – gehörten zum Vorbereitungsprogramm.

„Wir sind in den vergangenen Monaten eng zusammengewachsen und haben enorm viel voneinander gelernt“, sagte Martin Blickhan. „Wir fühlen uns fachlich bestens für die WM vorbereitet. Das Team Germany geht jetzt geschlossen in die heiße Phase.“

Biersommeliers schaffen Bühne für Bierkultur

Nicola Buchner, Geschäftsführerin des Verbandes der Diplom-Biersommeliers, unterstrich die Bedeutung der Weltmeisterschaft auch für die gesamte Branche: „Biersommelièren und Biersommeliers geben Bier eine Bühne. Sie schaffen Biergenussmomente, die im Gedächtnis bleiben – und zeigen, wie viel Bier bewegen kann, wenn Menschen mit echter Leidenschaft dahinterstehen. Bei der Weltmeisterschaft wird erlebbar, wie viel Wissen, Gefühl und Begeisterung in diesem Beruf steckt.“

Veranstaltet wurde der Pressetermin in Berlin gemeinsam vom Deutschen Brauer-Bund (DBB) und dem Verband der Diplom-Biersommeliers. Beide Verbände betonen die wachsende Bedeutung der Biersommelier-Ausbildung für die Genuss- und Bierkultur in Deutschland. „Bier ist weit mehr als nur ein Getränk – es ist ein Kulturgut mit einer faszinierenden Vielfalt an Aromen, Braustilen und Traditionen“, so DBB-Hauptgeschäftsführer Holger Eichele. „Biersommeliers sind die Experten, die diese Welt für Genießer, Gastronomen und die gesamte Branche erschließen.“ Auf Initiative des DBB war das Handwerkliche Bierbrauen 2020 in die nationale Liste des Immateriellen UNESCO-Kulturerbes aufgenommen worden, damit wurde auch die Sommelier-Bewegung gewürdigt. Die Weltmeisterschaft der Sommeliers wird alle zwei Jahre an wechselnden Orten ausgetragen – organisiert von der Doemens-Akademie aus Gräfelfing bei München, einer internationalen Bildungsstätte für Brauwesen, Getränketechnologie und Biersommelier-Ausbildung.

Quelle: Pressemitteilung des Deutschen Brauer Bund