Schlagwort-Archiv: Witbier

Texels – Skiller Wit

Das Skiller Wit von der Insel Texel ist ein Witbier im belgischen Stil, das im Jahr 2020 das Texels Wit abgelöst hat. Der Name des Biers ist an das charakteristische Fischerdorf Oudeschild angelehnt, das die Einwohner von Textel Ouweskil nennen und in dem sich die Brauerei befindet.

Weizengelb und hefetrüb fließt das Bier ins Glas. Leider ist die grobporige Schaumkrone recht klein ausgefallen und sie fällt auch schnell in sich zusammen.

Das Aroma ist nicht sonderlich intensiv, auch wenn die Düfte nach Keksteig zusammen mit den fruchtigen Noten nach Zitrone und Ananas einen guten Eindruck machen. Der Koriander, der eine typische Zutat eine Witbiers ist, macht sich in der Nase kaum bemerkbar.

Der Antrunk zeichnet sich durch eine leichte Süße mit einer mittleren Rezenz aus. Die Geschmacksintensität ist für ein Witbier unterdurchschnittlich. Auf der Zunge kommt eine fruchtige Säure dazu, in der sich die Aromen widerspiegeln, wobei das Bier weiterhin recht schlank bleibt. Mir fehlt hier auch zumindest ein Hauch Bitter. Im Abgang bleibt die Süße erhalten und erstmals kommt ein leichtes Bitter zum Vorschein, das kurz nachklingt.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Weizenmalz, Hafer, Hopfen, Koriander, Zitrusfrüchte, Hefe

Alkoholgehalt:

5,0 % Vol.

Brauerei:

exelse Bierbrouwerij BV
Schilderweg 214b
1792 CK Oudeschild
Niederlande
www.texels.nl

Ratsherrn – Moby Wit

Jetzt steht wieder einmal ein Bier aus der Ratsherrn-Brauerei in den Hamburger Schanzenhöfen vor mir. Ein Bier? Für mich schon, aber Puristen, die verschärften Wert auf das Reinheitsgebot legen, werden mir widersprechen. Sie werden auch Bestätigung auf den Etiketten finden, auf denen nichts von Bier steht, sondern es ist nur von einer Brauspezialität die Rede. Weshalb? Hier wurden auch Koriander, Orangenschale und Kamillenblüten mit verbraut. Nennen Sie es wie Sie wollen, Entscheidend ist doch in erster Linie, dass es schmeckt. Können wir uns darauf einigen?

Die Brauerei beschreibt das Bier auf dem Rückenetikett wie folgt: „Bitte ein Wit! Unsere Version der beliebten Belgischen Brauspezialität: Ein außergewöhnlicher Hefestamm verleiht unserem Wit ein fruchtiges, pfeffriges Aroma, das von Koriander, Orangenschalen und Kamillenblüten unterstrichen wird. Ein absolut erfrischendes Trinkerlebnis!“ Na dann wollen wir mal testen. Aber vorher werfen wir noch einen Blick auf die Etiketten.

Die Brauer haben hier die Hopfensorten Herkules und Tradition verwendet. An Malz werden Pilsener, helles Weizenmalz und Hafermalz verwendet, zusätzlich stehen noch Weizenflocken in der Liste. Dass Weizenflocken verbraut werden ist eine Spezialität, die ich bislang noch nirgendwo gefunden habe. Auch Hafermalz ist so selten, dass ich im Internet keine Beschreibung der Eigenschaften finden konnte.

Das Bier ist sehr hell, ungewöhnlich hell für ein Craft-Bier. Dazu ist es hefetrüb und hat einen feinen weißen Schaum, der durchschnittlich lange erhalten bleibt. Der Duft ist einfach umwerfend – blumig, helle Früchte und Zitrusnoten konnte ich feststellen. Das macht wirklich Lust auf den ersten Schluck.

Der Antrunk ist mild und leicht säuerlich. Dazu eine lebhafte Kohlensäure und eine dezente Schärfe, so dass das Bier wirklich süffig wird. Dazu kommt ein milder und wenig bitterer Abgang. Der Geschmack bleibt durchschnittlich lange im Mund. Hier habe ich ein wirklich leckeres Bier, das ohne Einschränkungen zu empfehlen ist.

Auf seiner Website gibt die Brauerei eine International Bitterness Unit (IBU) von 12 an, es handelt sich also um ein sehr mildes Bier. Genaueres über die IBU finden Sie auf Wikipedia.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Weizenflocken, Weizenmalz, Hafermalz, Hopfen (Herkules, Tradition), Koriander, Orangenschale, Kamillenblüten, Hefe

Alkoholgehalt:

5,1 % Vol.

Stammwürze:

11,8° Plato

Brauerei:

Ratsherrn Brauerei GmbH
Lagerstr. 30a
20357 Hamburg
www.stoertebeker.com

BierSelect

Troublette

Nun steht mal wieder ein Witbier aus Belgien vor mir, das Troublette aus der Brasserie Caracole in Falmignoul, einem Vorort von Dinant. Auffällig ist das Etikett, das für deutsche Augen eventuell etwas kitschig wirkt, aber die Brauereien in Belgien verpflichten häufig Künstler, damit diese die Etiketten gestalten. So auch hier. Bei diesem Bier hat sich der Künstler aber wirklich Mühe gegeben.

Das Bier ist golden, ganz leicht hefetrüb und enthält viel Kohlensäure. Es bildet sich sehr viel grobporiger weißer Schaum, der einige Zeit erhalten bleibt.

Das komplexe Aroma wird durch Hefe, Waldhonig sowie Zitronen- und Orangenschalen geprägt, dazu kommen der Duft von Koriander und florale Noten. Hier zeigt sich bereits, dass dieses Bier aus der Masse der belgischen Biere herausstechen könnte.

Der Antrunk ist recht süß und frisch. Schnell breitet sich im Mund eine angenehme Bittere aus, die durch den würzigen Geschmack des Korianders und der Zitronen- und Orangenschalen unterstützt wird. Jetzt wird mir auch klar, dass dieses Bier unbedingt gekühlt getrunken werden sollte. Nachdem ich die erste Hälfte der Flasche, die 0,75 Liter Inhalt hat, getrunken hatte, war das Bier etwas warm geworden und die sauren Noten begannen, den Geschmack zu dominieren. Der Abgang ist sehr mild und der Geschmack verliert sich schnell.

Insgesamt eines der besten Witbiere, die ich bislang getrunken habe.

Alkoholgehalt:

5,5 % Vol.

Brauerei:

Brasserie Caracole
Côte Marie-Thérèse 86
5500 Falmigoul
Belgien
www.caracole.be

Venloosch – Wit

Nun steht ein Witbier aus den Niederlanden vor mir, das Venloosch Wit. Auch wenn Wit Bier übersetzt Weißbier ist, dürfen wir die Witbiere aus Belgien und den Niederlanden nicht mit den bayerischen Weißbieren verwechseln. Während sich die Biere aus Bayern und dem Rest der Bundesrepublik an das deutsche Reinheitsgebot halten, enthalten die Witbiere auch Orangenschalen und Gewürze, in der Regel Koriander, aber auch weitere Kräuter und Gewürze sind möglich. Außerdem enthält Witbier meist weniger Weizenmalz als die deutschen Weißbiere. Das macht Witbier zu einem eigenen Bierstil. Das führt zu teilweise skurrilen Ergebnissen. Eines davon beschreibt Oliver Wesseloh, der Inhaber der Kehrwieder Kreativbrauerei in Hamburg, in seinem Buch „Bier leben“ (ISBN 2091146418161). Da hat ein deutscher Craft Beer-Brauer ein Witbier kreiert, das er zu einem Bierwettbewerb einreichen wollte. Ich habe das Bier selbst nicht getrunken, aber es soll wirklich gut gewesen sein. Leider ging das nicht, da eine der Teilnahmebedingungen war, dass das Bier in seinem Heimatland als Bier verkauft werden darf. Da er aber das Bier in Deutschland gebraut hatte und Witbier nicht dem deutschen Reinheitsgebot entspricht, darf es in Deutschland nicht als Bier verkauft werden. Wäre er zu einem befreundeten Brauer ins Ausland gefahren, hätte sein Bier dort hergestellt und anschließend nach Deutschland importiert, wäre es kein Problem gewesen. Logik sieht irgendwie anders aus.

Aber zurück zum Venloosch Wit. Der Aufdruck auf dem vorderen Etikett „‚t Bier van Hier“ ist nicht so ganz richtig. Das niederländische Venlo, direkt an der Grenze zu Deutschland gelegen, hat keine eigene Brauerei mehr, sondern die Biere der Marke Venloosch werden von der Brauerei Lindeboom in Neer gebraut. Aber das nur nebenbei. Kommen wir jetzt endlich zum Test.

Golden und mit viel Hefe sowie mit sehr viel sehr aktiver Kohlensäure steht das Bier im Glas. Darüber cremiger weißer Schaum, der lange erhalten bleibt. Es ist allerdings nicht so viel Schaum wie bei deutschen Weizenbieren.

Das Bier duftet angenehm nach Banane und Hefe. Dazu kommen florale Noten sowie der Duft von Gewürzen. Das Aroma ist so, wie ich es von einem Witbier erwarte.

Der Antrunk ist spritzig. Dafür sorgt die Kohlensäure zusammen mit dem Geschmack der Hefe und einer leichten Süße. Schnell zeigt sich, dass es sich hier um ein ausgewogenes Bier handelt, in dem sich Süße, Säure und die Bitterkeit des Hopfens wunderbar die Waage halten. Dazu kommen der Geschmack der Orangenschale und ein Hauch Koriander. Doch, so muss ein Witbier sein. Der Abgang ist durch ein freundliches Bitter geprägt, das mittellange nachklingt.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Weizenmalz, Weizenmehl, Hopfen, Kräuter, Hefe

Alkoholgehalt:

5,0 % Vol.

Brauerei:

Lindeboom Bierbrouwerij B.B.
Postbus 4416
6086 ZG Neer
Niederlande
www.lindeboom.nl

Brasserie des Fagnes – Blanche

Wieder steht ein Bier aus der kleinen Brasserie des Fagnes vor mir. Es heißt Blanche. Der Name sagt nicht allzu viel über darüber aus, was ich von dem Bier erwarten kann und da die belgischen Brauereien häufig kaum Informationen auf die Etiketten drucken und oft wie in diesem Fall nicht einmal den Bierstil verraten, sind belgische Biere immer wieder wie eine Wundertüte. Manchmal gut, manchmal gefällt das Bier nicht so richtig, vor allem aber wüsste ich in der Regel schon gerne, was ich da kaufe. Bei diesem Bier war es wieder einmal Überraschung. Na gut, eventuell nicht so ganz, denn bekanntlich bedeutet Bière Blanche Weißbier. Wobei zumindest im flämischen Teil Belgiens Weißbier etwas anderes ist als in Bayern. Aber jetzt will ich mich endlich dem Bier zuwenden.

Golden und stark hefetrüb ist das Bier im Glas. Darüber bildet sich recht wenig feinporiger Schaum, der sich auch schnell auflöst. Zumindest im Hinblick auf den Schaum ist das Blanche kein typisches Weizenbier. Aber das war ja auch lediglich eine Annahme meinerseits.

Das Aroma wird durch grüne Äpfel geprägt, unterstützt durch den Duft von weißem Pfeffer sowie einem Hauch Hefeduft.

Der Antrunk ist recht süß, mit der Kohlensäure aber durchaus angenehm. Der Körper ist intensiv, freundlich säuerlich und süffig. Im Abgang ist das Blanche leicht bitter, wobei der Geschmack sich nicht lange hält.

Wichtig ist, dass das Bier gut gekühlt getrunken wird. Es gehört zu den Bieren, die absolut nicht schmecken, wenn sie zu warm sind.

Alkoholgehalt:

6,0 % Vol.

Brauerei:

Brasserie des Fagnes
Route de Nimes 24
5660 Mariembourg
Belgien
www.fagnes.com

Blanche de Namur

Für ein richtig gutes Bier kann man auch richtig viel Geld ausgeben. Dass es auch anders geht beweist dieses Bier – das Blanche de Namur aus der Brauerei Du Bocq in der Wallonie, dem Süden Belgiens. Beim World Beer Awards 2012 wurde es als „World’s best wheat Beer“ ausgezeichnet. Trotzdem habe ich es in einem belgischen Supermarkt für unter vier Euro für die 0,75 l-Flasche gefunden. Es handelt sich also auf jeden Fall um ein richtig gutes Bier und jetzt stellt sich nur noch die Frage, ob es auch mir schmeckt. Das ist schließlich eine individuelle Entscheidung, die sich nur bedingt objektiv beurteilen lässt.

Vorab noch eine kurze Bemerkung zur Auszeichnung, die dieses Bier erhalten hat. Der World Beer Award gehört zu den renommiertesten Bier-Wettbewerben weltweit. Da es sich um einen weltweiten Wettbewerb handelt, kümmert sich die Jury nicht um das deutsche Reinheitsgebot und bezeichnet auch die Witbiere als Weizenbier. Witbier wird zwar mit Weizen gebraut, aber es handelt sich um einen typischen belgischen Bierstil, in dem in der Regel auch Orangenschale und Gewürze verbraut werden, in der Regel Koriander. In Deutschland gebraut dürfte das Blanche de Namur also nicht als Bier verkauft werden, aber da es aus Belgien stammt, gilt es auch in Deutschland als Bier. Die deutsche Bürokratie geht schon manchmal merkwürdig verschlungene Wege. Durch die Zutaten, die im Witbier verbraut werden, sind die Witbiere in der Regel leichter als die deutschen Weizenbiere und der Geschmack ist komplexer. Aber kommen wir jetzt mal zum Bier. Benannt ist es nach der Tochter des Grafen von Namur, die im Jahr 1335 durch Heirat zur Königin von Schweden und Norwegen wurde. Sie kann daher wohl mit Fug und Recht als die bekannteste Einwohnerin von Namur bezeichnet werden kann.

Hell goldgelb ist das obergärige Bier, dazu leicht hefetrüb. Wie bei fast allen Weizenbieren bildet sich sehr viel cremiger weißer Schaum, der lange erhalten bleibt.

Das Aroma dieses Bieres ist schon mal betörend. Es duftet frisch nach Getreide, dazu nach Zitrusfrüchten und einer blühenden Sommerwiese. Da bekomme ich richtig Lust auf den ersten Schluck. Der Antrunk überzeugt. Er ist frisch und spritzig, einfach erfrischend. Im Mund breitet sich ein frischer Geschmack nach Zitrone aus; dabei bleibt das Bier leicht. Der Abgang zeigt, dass dieses Bier praktisch keine Bitterstoffe enthält.

Das Blanche de Namur ist ein gutes leichtes Witbier, das gut zum Sommer passt. Es kann gut zu allen leichten Speisen gereicht werden, besonders zu gegrilltem Fisch und Hähnchen.

Alkoholgehalt:

4,5 % Vol.

Bittereinheiten:

10 IBU

Brauerei:

Brasserie du Bocq s.a.
Rue de la Brasserie 4
5530 Purnode
Belgien
www.bocq.be

Christoffel – W-IPA

Für dieses Bier hat die im Jahr 1986 gegründete Brauerei St. Christoffel aus JB Breda in den Niederlanden ein Witbier mit einem milden IPA gekreuzt. Außerdem wurde das Bier einer Nachgärung in der Flasche unterzogen, eine Methode, die in der Regel zu komplexen Aromen und Geschmäckern führt. Außerdem wurde der Würze Hafer zugesetzt, der für einen milderen Geschmack sorgen soll. Dieses Bier wird seit 2001 gebraut. Jetzt will ich herausfinden, ob die Kombination gelungen ist.

Bernsteinfarben und hefetrüb präsentiert sich das Bier im Glas. Die feinporige Schaumkrone ist durchschnittlich groß und fällt auch durchschnittlich schnell in sich zusammen. Die Optik ist angenehm und ohne Besonderheiten.

Düfte nach Toffee, Grapefruit, Mango und harzigem Holz steigen mir in die Nase. Jetzt wird mir das Bier bereits sympathischer.

Der Antrunk weist eine leichte Süße auf und wirkt frisch und spritzig. Schnell spiegeln sich die fruchtigen Aromen auf der Zunge wider, unterstützt durch ein passendes Bitter. Auch der Nachklang ist durch ein mildes und freundliches Bitter mit langem Nachklang geprägt.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Weizenmalz, Hafer, Hopfen (Mandarina Bavaria, Merkur, Centennial), Hefe

Alkoholgehalt:

6,5 % Vol.

Brauerei:

St. Christoffel Speciaalbieren BV.
Raadhuisstraat 28
4835 JB Breda
Niederlande
www.christoffelbieren.com

Hoegaarden – Wit Blanche

AB InBev ist für viele Bierliebhaber die Hassfigur. Teilweise kann ich das auch verstehen. Insbesondere wenn dieses Unternehmen eine große Brauerei aufgekauft hat, soll die Qualität der Biere wohl gesunken sein. Ich erinnere mich an einen Fernsehbericht, in dem mehrere ehemalige Betriebsräte von Becks erklärt haben, dass das Hopfenaroma des in Bremen hergestellten Bieres im Gegensatz zu früher heute kaum noch wahrnehmbar sei. Aber das ist nicht immer so bei AB InBev. Beispiele dafür sind Leffe und Hoegaarden, beides belgische Brauereien, die zum Konzern AB InBev gehören und deren Erzeugnisse in fast keinem guten Craft Beer-Laden fehlen. Jetzt steht das Hoegaarden Wit Blanche vor mir, ein Witbier und das Flaggschiff der Brauerei in der gleichnamigen Gemeinde im flämischen Teil von Belgien.

Obwohl die Brauerei Hoegaarden erst im Jahr 1966 gegründet wurde, hat sie bereits eine bewegte Geschichte hinter sich. 1969 brachte er dann das Hoegaarden Grand Cru auf den Markt. Mit diesem Bier war er so erfolgreich, dass er 1978 die Wasser- und Limonadenfabrik De Kluis dazukaufte und sie zur Brauerei De Kluis umbaute. Die Brauerei brannte 1985 ab und wurde unter dem heute gültigen Brauereinamen neu aufgebaut. An der Finanzierung des Wiederaufbaus beteiligte sich die Brauerei Stella Artois, die sich dafür 45 % der Geschäftsanteile sicherte und 1988 von InBev übernommen wurde. Später übernahm InBev auch die restlichen Anteile der Brauerei vom Firmengründer. So, jetzt ist aber genug der trockenen Theorie, kommen wir endlich zum Bier.

Hell Golden und kräftig hefetrüb steht das Bier im Glas. Die gemischtporige Schaumkrone ist durchschnittlich, sowohl was das Volumen als auch was die Standzeit angeht. Die Optik ist nicht berauschend, aber durchaus ansprechend.

Das Aroma ist fruchtig und die Orangenschalen wie auch der Koriander, die in einem belgischen Witbier mit verbraut werden, stechen mir kräftig in die Nase, unterstützt vom bananigen Duft des Weizens. Dabei ist das Aroma durchaus herb, so dass ich ein eher trockenes Bier erwarte.

Der Antrunk ist überraschend süß, zumindest im Vergleich zum Aroma dieses Biers. Aber bereits auf der Zungenspitze kündigt sich die Fruchtigkeit dieses Bieres an. Auf der Zunge zeigt sich dann die Frische der aromatischen Hopfensorten. Hier spiegelt sich das Aroma aus Zitrusfrüchten und Hopfen am Gaumen wider, aber nicht zu aufdringlich. Im Zusammenspiel mit den Aromen aus Orangenschalen und Koriander hinterlässt das Bier einen einzigartigen Genuss. Der Abgang ist nur leicht bitter; trotzdem klingt er lange nach.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Weizen, Hopfen, Zucker, Koriander, natürliche Orangenschale, Kohlensäure

Alkoholgehalt:

4,9 %

Bittereinheiten:

15 IBU

Brauerei:

Bev Belgium nv/sa
Stoopkenstraat 46
3320 Hoegaarden
Belgien
www.hoegaarden.com

Haacht Super 8 Blanche

Wieder einmal steht ein Bier aus der Brouwerij Haacht in Boortmeerbeek vor mir, das Super 8 Blanche. Auch dieses Bier haben mir die Brauer auf der Internorga mitgegeben. Auch wenn ich für diese Flasche nicht gezahlt habe, werde ich mich bemühen, sie objektiv zu beurteilen.

Super 8 ist eines von fünf Bieren unterschiedlicher Bierstile, für die die Brauerei sogar eine eigene Website eingerichtet hat. Wie der Name bereits aussagt ist das Super 8 Blanche ein Witbier, eines der typischen frischen belgischen Biere, die eine gewisse Ähnlichkeit mit dem deutschen Weizenbier haben, aber meist doch deutlich erfrischender sind. Ob das auch auf dieses Bier zutrifft will ich jetzt feststellen.

In hellem Gold und minimal hefetrüb strahlt mir das Bier im Glas entgegen. Dazu baut sich beim Einschenken sehr viel fester Schaum auf, der auch lange erhalten bleibt. Es empfiehlt sich also, beim Einschenken vorsichtig zu sein, um nicht zu lange mit dem ersten Schluck warten zu müssen.

Das Bier duftet nach Biskuitteig mit deutlichen Zitrusnoten sowie dem Aroma von Orangenschale und Koriander. Genauso erwarte ich ein belgisches Witbier.

Der Antrunk ist leicht süß und vom ersten Moment an fruchtig und frisch. Auf der Zunge entwickelt sich eine volle und runde Fruchtigkeit, wobei sich die Zitrusnoten mit dem Koriander wunderbar vereinen. Zusätzlich wird das Bier leicht trocken, was es zu einem guten Durstlöscher im Sommer macht. Der Abgang ist kaum bitter und leicht fruchtig. Der Nachklang ist kurz.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Weizen, Weizenmalz, Koriander, Orangenschale, Hefe

Alkoholgehalt:

5,1 % Vol.

Brauerei:

Brouwerij Haacht
Provinciesteenweg 28
3190 Boortmeerbeek
Belgien
www.haacht.com

Raschhofer – Lebenskünstler

Nun habe mal wieder ein Bier aus Altheim im Innviertel in Österreich vor mir stehen, das Lebenskünstler Witbier aus der Brauerei Raschhofer. Diese im Jahr 1645 erstmals urkundlich erwähnte Brauerei stellt sowohl Craft Beer als auch mehrere Biere für den Massenmarkt her.

Ein Blick auf das Rückenetikett weist neben der üblichen Werbe-Prosa eine Besonderheit auf: in der Zutatenliste steht kein Hopfen. Die notwendigen Bitterstoffe stammen aus Kumquats, hier Bitterorangen genannt. Da können wir wohl mit Fug und Recht ein besonderes Bier erwarten. Beginnen wir also mit der Verkostung.

In einem hellen Goldgelb zeigt sich das obergärige Bier im Glas, dazu reichlich Kohlensäure und eine durchschnittliche Menge cremiger Schaum, der auch einige Zeit erhalten bleibt.

Das Aroma ist vielfältig und komplex. Ich stelle Karamell, Zitrusfrüchte und Kräuter fest.

Der Antrunk ist leicht süß und durch die feinperlige Kohlensäure angenehm frisch. Im Körper gesellt sich zu der Süße noch eine leichte Säure hinzu, so dass ein ausgeglichener runder Geschmack entsteht. Dieser Geschmack wird durch den ebenfalls verbrauten Koriandersamen vervollständigt. Der Abgang ist würzig mit wenig Bitterstoffen.

Zutaten:

Gerstenmalz, Haferflocken, Bitterorangen, Koriander

Alkoholgehalt:

5,1 % Vol.

Stammwürze:

12,2° Plato

Brauerei:

Brauerei Raschhofer
Braunauer Straße 12
4950 Altheim
Österreich
http://www.raschhoferbier.at