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Braukraft – Choco-Lata

„Eine wunderschöne Prinzessin, sesshaft unweit von Kumasi, wollte heiraten. Aber eben nicht irgendwen… So kamen aus dem ganzen Land die Prinzen und brachten ihr kostbaren Gaben. Als dann ein Sohn eines Bauern aus Nkenkaasu mit seiner Ware auf dem Weg zum Markt am Palast vorbeikam und der Prinzessin einen wunderbaren Kakao anbot, war es um sie geschehen. Der Mann war obendrein noch Brauer und ersann speziell für sie diese Köstlichkeit…“ Die Firma Braukraft ersinnt zu jedem ihrer Biere ein Märchen oder besser gesagt den Anfang davon. Den Rest müssen Sie selbst erfinden. Ist das zu viel verlangt? Ich meine nicht, denn die Brauer sollen ihre Kreativität doch lieber in das Bier stecken als in irgendwelche Märchen.

Ja, ich spreche hier von Bier, auch wenn das Choco-Lata nach dem deutschen Reinheitsgebot überhaupt nicht als Bier verkauft werden darf. In der Zutatenliste stehen auch Kakaobohnen. Der Gesetzgeber mein ja nun, das geht gar nicht. Irgendwelche Enzyme, Extrakte und Kunststoffgranulate dürfen bei der Bierherstellung gerne verwendet werden, aber ein Naturprodukt… Egal, sehen wir uns an, was das Team aus der Nähe von München hier kreiert hat.

Tiefschwarz ist es, das Choco-Lata. Tiefschwarz und Blickdicht. Die Schaumkrone können wir allerdings mit Fug und Recht vergessen. Sie ist sehr klein, besteht aus grobporigem Schaum und löst sich sofort auf. Schade, so kann mich die Optik nicht begeistern.

Bei der tiefen Schwärze des Bieres würde ich auch ein recht kräftiges und komplexes Aroma erwarten. Die Kakaobohnen aus Ghana sorgen auch für ein ordentliches Schokoladenaroma. Leider ist es so kräftig, dass es die anderen Aromen verdrängt. Eventuell wäre da weniger mehr gewesen.

Der Antrunk wird wie von mir erwartet durch die Röstnoten dominiert. Der Geschmack nach Schokolade steht im Vordergrund. Die kräftige Malzsüße passt zur gut dosierten feinperligen Kohlensäure. Von Anfang an schmeckt das Bier kräftig nach Kakao, schnell gesellen sich auch Espressonoten dazu. Säure ist keine zu schmecken, auch Bitterstoffe vermisse ich. Auf mich wirkt das Bier nicht wirklich rund und vollmundig. Auch der Abgang ist ohne Bitter und auch ohne Nachklang.

Die Idee, auch Kakaobohnen mit zu verbrauen ist sicher nicht schlecht. Das Choco-Lata wirkt auf mich aber nicht wirklich rund.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen, Hefe, Kakaobohnen

Alkoholgehalt:

5,4 % Vol.

Stammwürze:

16,5° Plato

Bittereinheiten:

26 IBU

Empfohlene Genusstemperatur:

11° – 13° Celsius

Brauerei:

Braukraft
Münchnerstr. 20
82205 Gilching
www.braukraft.de

Ratsherrn – Nightfall

Das Nightfall stammt aus der Brauerei Ratsherrn im Hamburger Schanzenviertel. Von dort kommen viele gute Biere, die nicht immer nach dem deutschen Reinheitsgebot gebraut sind. Da dort aber mit natürlichen Zutaten gebraut wird und weder demineralisiertes Wasser, das anschließend mit definierten Mineralien versetzt wird, zum Einsatz kommt, noch irgendwelche Konzentrate oder Extrakte und da das Bier nicht mit Plastikgranulat gefiltert wird, das anschließend teilweise in Form von Mikroplastik im Bier enthalten ist, erscheinen mir die Biere aus dieser Brauerei im Grunde reiner als viele Biere, die sich rühmen, dem Reinheitsgebot zu entsprechen. Das Nightfall, ein Chocolate Stout, das ganzjährig verfügbar ist, wurde mit Kakaosplittern und Vanilleschoten gebraut, weshalb Puristen es ablehnen, aber seien wir ehrlich: natürlicher geht es nicht. Dann wollen wir doch mal sehen, was Ian Pyle, der Herr über die Mikrobrauerei im Hamburger Schanzenviertel, hier zustande gebracht hat.

Blickdicht schwarz ist das Nightfall mit einer durchschnittlichen cremigen beigen Schaumkrone, die lange erhalten bleibt.

Das Aroma wird durch den Duft des Malzes sowie dunkler Schokolade dominiert, der durch einige ordentliche Vanillenoten unterstützt wird. An Kakao und Vanille haben die Hamburger also nicht gespart.

Im Antrunk finden sich die Aromen wider, die mir in die Nase gestiegen sind. Eine leichte Süße passt sehr gut zum Geschmack von Schokolade und Vanille, vor allem, weil diese Geschmackseindrücke durch eine sehr feinperlige Kohlensäure unterstützt werden. Schnell kommt eine fein abgestimmte Säure dazu und der Geschmack der Kakaosplitter dominiert zusammen mit dem Malzkörper den Geschmack. Gemeinsam sorgen sie für ein rundes und weiches Mundgefühl. Das Malz bleibt auch im Abgang dominant und der Geschmack geht in der Kehle in ein leichtes Bitter über. Dabei steht erst der Geschmack nach Espresso im Vordergrund, der dann in einen Schokoladengeschmack übergeht. Dieser Eindruck klingt sehr lange nach.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz (Wiener, Biscuit, Chocolate, Röstmalz), Hafermalz, Kakaosplitter, Hopfen (Nugget), Vanilleschoten, Hefe

Alkoholgehalt:

4,8 % Vol.

Bitterwert:

25 IBU

Brauerei:

Ratsherrn Brauerei GmbH
Lagerstr.30a
Schanzenhöfe
20357 Hamburg
www.ratsherrn.de

BierSelect

Störtebeker – Imperial Stout

Im August letzten Jahres veranstaltete die Störtebeker Braumanufaktur bereits zum vierten Mal das Festival der Bierspezialitäten in Stralsund. Knapp 15 Hobbybrauern aus ganz Deutschland hatten ihre Kreationen eingereicht. Sie nahmen dabei an der ersten Meisterschaft der Hobbybrauer teil, bei der sie ein eigens eingebrautes „Imperial Stout“ einreichen mussten. Eine sechsköpfige Jury – unter anderem mit dem Vizeweltmeister der Biersommeliers Frank Lucas – verkosteten im Vorfeld der Veranstaltung die verschiedenen Biere und kürten die Besten: Platz eins ging an Stefan Mahlburg.

Jetzt ist es so weit – die Brauerei hat das Siegerbier nachgebraut und vertreibt es derzeit. Ich habe jetzt eine Flasche vor mir stehen und werde sie verkosten.

Schwarz und fast blickdicht steht das Bier im Glas. Darüber eine unterdurchschnittliche Menge haselnussbrauner Schaum, cremig mit einzelnen großen Blasen. Optisch hat die Braumanufaktur also alles richtiggemacht. Leider bleibt der Schaum nur recht kurze Zeit erhalten.

Das reichhaltige Aroma wird durch Röstaromen geprägt. Ich bemerke Düfte nach Toffee, Espresso und etwas Würziges. Ist das Pfeffer? Egal, auf jeden Fall macht der Aroma richtig Lust auf den ersten Schluck.

Der Antrunk ist recht süß, aber nicht so süß wie ich erwartet hätte. Dafür ist er aber sehr intensiv und cremig, fast wuchtig. Der Körper ist samtig, rund und vollmundig mit Noten dunkler Schokolade. Der Abgang ist nur leicht bitter, dabei aber trotzdem intensiv. Der Geschmack ist nicht nur in der Kehle, sondern füllt lange Zeit den gesamten Mund aus.

Leider ist das Bier nur vorübergehend im Angebot. Wenn der Sud verkauft ist, wird es nicht neu aufgelegt. Es lohnt sich auf jeden Fall, das Bier noch schnell zu bestellen.

Zutaten:

Brauwasser, Gerstenmalz, Buchweizenmalz, Röstgerste, Hopfen, Hefe

Alkoholgehalt:

6,67 % Vol.

Stammwürze:

18° Plato

Brauerei:

Störtebeker Braumanufaktur GmbH
18439 Hansestadt Stralsund
www.stoertebeker.com

BierSelect

Dupont – Monk’s Stout

Es gibt Biere, bei denen man auf die Zutatenliste gespannt ist. Dieses Bier gehört eindeutig dazu. Leider sind diese Angaben in Belgien nicht vorgeschrieben, weshalb die Brasserie Dupont bei diesem Bier darauf verzichtet hat. Ich nehme diesmal schon das Ergebnis vorweg: Das Monk’s Stout Dupont ist ein wirklich ungewöhnliches Bier und wenn Sie es einmal irgendwo in einem Regal stehen sehen empfehle ich Ihnen, es mitzunehmen. Wie komme ich zu diesem Ergebnis?

Blickdicht schwarz steht das Bier im Glas. Darüber recht viel hellbrauner feinporiger Schaum, der mir auch lange erhalten bleibt. Zumindest optisch ist das ist ein Stout, wie ich gerne mag.

Der Antrunk ist recht süß und jetzt zeigt sich auch, dass die feinperlige Kohlensäure, die ich aufgrund der intensiven Farbe des Bieres nicht sehen konnte, reichlich vorhanden ist. Der Körper ist durch Röststoffe geprägt, dabei ist er leicht säuerlich-fruchtig und kaum bitter. Die Bitterstoffe kommen erst im Abgang zum Vorschein, der durchschnittlich lange nachklingt.

Monk’s Stout Dupont ist ein ungewöhnliches Bier, dessen Geschmack von süß über röstig mit säuerlicher Note zu bitter wechselt. Vergleichbar ist es eventuell mit dem Mikkele Breakfast, es ist aber nicht ganz so geschmacksintensiv.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Weizenmalz, Zucker, Hopfen, Hefe

Alkoholgehalt:

5,2 % Vol.

Brauerei:

Brasserie Dupont
Rue Basse 5
7904 Tourpes
Belgien
http://www.brasserie-dupont.com

De Molen – Rook & Vuur

Die Brouwerij de Molen ist eine Craft Beer-Brauerei mit Sitz in Bodegraven, etwa 30 Autominuten von Amsterdam entfernt. Die Brauerei ist für ihr vielfältiges Angebot an handwerklich hergestellten Bieren bekannt. Ihre Rezepte und Brauprozesse sind sehr spezifisch, um die Aromen und die Bitterkeit zu erreichen, die die Biere dieser Brauerei einzigartig machen. Alle sechs Wochen bringt die Brauerei ein neues Bier auf den Markt, das es vorher noch nicht gab und das es wahrscheinlich nie wieder geben wird. Im Jahr 2017 produzierte die Brauerei etwas mehr als 10.000 Hektoliter. Etwa die Hälfte des Bieres wird in ungefähr 30 Länder weltweit exportiert. Aus dieser Brauerei stammt das Rook & Vuur (Rauch & Feuer), das jetzt vor mir steht. Mit Rauchmalz und Chillies gebraut verspricht es, etwas ganz Besonderes zu sein. Mal sehen, ob es dieses Versprechen auch halten kann.

Praktisch blickdicht schwarz präsentiert sich das Bier im Glas. Die hellbraune Schaumkrone ist durchschnittlich voluminös, hellbraun und feinporig. Sie bleibt sehr lange erhalten.

Intensive Röststoffe steigen mir mit dem Duft nach Buchenrauch und geräuchertem Speck in die Nase. Dazu kommt noch die Süße nach Pumpernickel und der Duft dunkler Schokolade. Das macht Lust auf den ersten Schluck, auch wenn ich doch hoffe, dass die Chillies nicht zu kräftige Schärfe ins Bier bringen.

Rauch und eine angenehme Süße prägen den ersten Eindruck auf der Zunge. Das Mundgefühl ist cremig und voll. Der Geschmack von geräuchertem Speck, gegrilltem Fleisch und Schokolade mischt sich mit dem von Nüssen und Brombeeren. Und nein, die Chillies sind nicht im Vordergrund, sondern runden den Geschmack subtil ab. Im Abgang lässt die Süße nach und der Rauch verstärkt sich. Jetzt schmecke ich auch die 8,2 Volumenprozente Alkohol, der für einen sehr langen Nachklang sorgt.

Zutaten:

Wasser, Malz Hopfen, Hefe

Alkoholgehalt:

8,2 % Vol.

Brauerei:

Brouwcafè de Molen
Overtocht 43
2411 BT Bodegraven
Niederlande
www.brouwerijdemolen.nl

Buffalo – Belgian Stout

Die Geschichte der Brauerei Van Den Bossche ist mit der bemerkenswerten Geschichte von Buffalo Bill verwoben, dem Veranstalter der immer noch berühmten Western-Show. Im Jahr 1907 ging er mit seiner Show auf Europatournee. Er machte im gleichen Jahr auch in Sint-Lievens-Esse Station, dem kleinen Ort, in dem die Brauerei Van den Bossche beheimatet ist. Wie alle anderen wollten auch die Beschäftigten der Brauerei zur Vorstellung auf dem Dorfplatz gehen. Der chinesische Freiwillige, der die kochende Würze aufrühren musste, um sicherzustellen, dass sie nicht verbrennt, ging auch zu der Vorstellung. Die Geschichte besagt, dass die Belegschaft von der Vorstellung zurückkehrte, die Würze kühlte und Hefe zusetzte, ohne etwas zu sagen. Erst als der Braumeister eine Probe nahm, bemerkte er, dass versehentlich ein anderes Bier gebraut worden war. Das Bier zeigte einen Alkoholgehalt von fast sechs Prozent. Mit der Abreise des Zirkus Buffalo aus Sint-Lievens-Esse wurde das gleichnamige Bier geboren. Buffalo 1907 war das erste aus einer Reihe von Buffalo-Bieren. Aufgrund des handwerklichen und regionalen Charakters des Bieres wurde es mit dem regionalen Produktlabel von VLAM ausgezeichnet. Hundert Jahre nach Buffalo 1907 folgte ein erster Nachfolger: Buffalo Belgian Stout. Das Bier wurde auf Wunsch des amerikanischen Importeurs der Brauerei Van Den Bossche gebraut. Es wurde zu einem schweren Büffel: leicht karamellisiert und mit 9 % Alkohol. Für den Wahrheitsgehalt dieser Geschichte kann ich nicht garantieren, aber die Brauerei erzählt sie so.

Dunkel kastanienbraun ist das Buffalo Belgian Stout. Darüber steht eine durchschnittliche Krone aus beigem gemischtporigem Schaum, die recht lange erhalten bleibt.

Röststoffe dominieren das Aroma, unterstützt vom Duft dunkler Früchte und von Rübensirup. Dazu kommt ein diskreter alkoholischer Duft. Ich würde mir das Aroma noch etwas komplexer wünschen, aber es ist nicht schlecht.

Der Antrunk ist spritzig und überraschend frisch. Auch der Geschmack ist nicht so intensiv wie ich es aufgrund der Optik erwartet habe. Auf der Zunge drängen sich die Röststoffe mit ihrem Kakaogeschmack etwas in den Vordergrund. Auch der Geschmack nach Sirup zeigt sich auf der Zunge, dazu ein leichtes Aroma nach Nüssen und Erde. Die immerhin neun Volumenprozente Alkohol sind gut eingearbeitet und fallen kaum auf. Im Abgang werden die Röststoffe noch etwas stärker und die Süße des Malzes klingt lange nach.

Zu diesem Bier passen gut in Bier gekochte Miesmuscheln.

Zutaten:

Wasser. Gerstenmalz, Hopfen, Nachgärungszucker

Alkoholgehalt:

9,0 % Vol.

Brauerei:

Brouwerij Van Den Bossche
Sint-Lievensplein 16
9550 Sint-Lievens-Esse
Belgien
www.paterlieven.be

Distelhäuser – Loch Ness

Jetzt will ich mal wieder ein Bier aus Baden-Württemberg verkosten, das Distelhäuser Loch Ness. Das Classic Stout ist zweimal beim renommierten Meiningers Award ausgezeichnet worden, 2014 mit Silber und 2015 mit Gold. Also muss dieses Bier wohl etwas Besonderes sein. Auf dem vorderen Etikett beschreibt die Brauerei das Bier auch vollmundig: „Tiefschwarz und geheimnisvoll wie die Heimat des sagenhaften Ungeheuers. Schlankes Dry Stout mit kräftigen Aromen nach Röstmalz und gebrannter Gerste. Eine leichte Süße umschmeichelt dezent die Hopfenbittere. Eine Hommage an das schottische Hochland.“ Na, dann will ich mal.

Tiefschwarz ist das Bier, fast blickdicht. Darüber bildet sich eine durchschnittliche Menge haselnussbrauner Schaum, der lange erhalten bleibt. Die Optik hat die Brauerei also schon mal sehr gut hinbekommen.

Das Aroma ist betörend. Es ist durch Röstnoten bestimmt, dazu stelle ich Düfte von Kaffee und dunkler Schokolade fest. Dazu kommt noch ein Hauch Cognac, so dass ich fast den Eindruck habe, dass das Bier im Cognacfass gereift sein könnte. Aber da die Brauerei das sicher erwähnen würde, irre ich mich da vermutlich.

Der Antrunk ist süß und ich stelle fest, dass das Bier kaum Kohlensäure enthält. Das finde ich etwas schade, etwas mehr Kohlensäure hätte dem Antrunk sicher noch etwas Frische verliehen. Der Körper ist so kräftig wie ich es erwartet habe. Geschmack von Espresso und Schokolade kommt hervor, die Bitterstoffe runden das Bild perfekt ab. Im Abgang kommen erstaunlich wenige Bitterstoffe zum Vorschein und schnell übernimmt der Geschmack dunkler Schokolade mit Espresso die Oberhand. Dieser Geschmack bleibt lange erhalten.

Wer kräftige schwarze Biere mag, wird das Loch Ness aus Distelhausen, einem Ortsteil von Tauberbischofsheim, sicher lieben. Die Brauerei empfiehlt das Bier als Begleitung zu Rinderbraten, geräucherten Speichen und süßen Schokoladendesserts.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz (Pilsner Malz, Münchner Malz, Caramelmalz, Röstgerste), Hafermalz, Röstgerste, Hopfen (Golding), Hefe

Alkoholgehalt:

5,5 % Vol.

Stammwürze:

15° Plato

Bittereinheiten:

26 IBU

Brauerei:

Distelhäuser Brauerei
97941 TBB-Distelhausen
www.distelhaeuser.de

Crew Republic – Roundhouse Kick

Die Brauerei CREW Republic aus Unterschleißheim steht im Allgemeinen für ehrliche, handwerklich gebraute und geschmacklich außergewöhnliche Biere. Damit schafft das Team ein Zuhause für alle, denen „Standardbiere“ nicht genug sind. Jetzt steht das Roundhouse Kick vor mir, ein Imperial Stout.

Absolut blickdicht schwarz präsentiert sich das Bier im Glas. Es entwickelt sich nur wenig mittelbrauner Schaumgemischtporiger Schaum, der sich sehr schnell auflöst. Würde der Schaum länger erhalten bleiben, würde mir das Bier richtig gut gefallen.

Meiner Nase gefällt das Bier schon erheblich besser, denn hier kommt der erste Kick. Düfte dunkler Schokolade, nach Kaffee und Karamell schmeicheln ihr, unterstützt durch den Duft dunkler Früchte. Ich meine, Kirschen und Pflaumen wahrzunehmen. Das macht richtig Lust auf den ersten Schluck.

Samtweich umschmeichelt das Roundhouse Kick meine Zunge mit seiner Malzsüße. Die Kohlensäure ist sehr feinperlig, aber auch recht knapp dosiert. Da hätte ich mir mehr gewünscht. Dafür gefällt mir aber der Geschmack nach dunklen Früchten und Trockenfrüchten, bevor die Röstaromen mich mit dem Geschmack nach dunkler Schokolade und Espresso begeistern. Der Geschmack der 9,2 Volumenprozente Alkohol hält sich diskret im Hintergrund und zeigt sich gerade soweit, dass er den Geschmack des Malzes unterstützt. Jetzt kommt ein ausgewogenes Bitter dazu. Was für ein Bier. Auch im Abgang drängen sich zunächst die Röstaromen in den Vordergrund, bevor im Nachklang der Hopfen wieder zu seinem Recht kommt.

Das Roundhouse Kick ist ein Imperial Stout, das zu überraschen weiß. Obwohl – etwas anderes hätte ich von Crew Republic auch nicht erwartet.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz (Pilsener Malz, Chocolate Malt, Karamellmalz, Röstmalz), Hopfen (Columbus, Tradition), Hefe

Alkoholgehalt:

9,2 % Vol.

Bittereinheiten:

71 IBU

Brauerei:

CREW Republic Brewery GmbH
Andreas-Danzer-Weg 30
85716 Unterschleissheim
www.crewrepublic.de

Belhaven – Black

Sie sehen es bereits auf dem Bild – dieses Stout aus Schottland ist schwarz – wirklich schwarz. Bereits die Farbe verspricht ein intensives Geschmackserlebnis. Das Rückenetikett verrät aber noch mehr. Die Brauerei Belhaven im schottischen Dunbar blickt auf eine fast dreihundertjährige Tradition zurück und braut ihre Craft Beers mit Malz aus regional angebauter Gerste. Das klingt doch schon mal vielversprechend. Sorgen macht mir nur die Flasche, die aus klarem Glas gefertigt wurde. Hoffentlich hat das Bier nicht zu viel Licht abbekommen, wodurch der Geschmack beeinträchtigt würde.

Wie bereits erwähnt ist das Bier fast blickdicht schwarz. Nur wenn ich das Glas gegen das Licht halte, schimmert etwas Mahagoni durch. Darüber bildet sich eine durchschnittliche Menge elfenbeinfarbener Schaum, der sich nur langsam auflöst.

Das Aroma wird durch Röststoffe und dunkle Schokolade geprägt, dazu ein leichter Hauch Kaffee. Das ist schon mal sehr angenehm. Ich hoffe, dass der Geschmack mir ebenso gefällt. Der Antrunk ist recht süß; das hatte ich nach dem Aussehen und dem Aroma auch erwartet. Die Kohlensäure ist sehr feinperlig, aber leider ist sehr wenig davon vorhanden. Mit mehr Kohlensäure würde das Bier sicher noch gewinnen. Der Körper ist nicht so intensiv wie erwartet, aber die Geschmacksnoten nach Röststoffen, dunkler Schokolade und Kaffee sind ausgewogen und sehr angenehm. Unerwartet mild ist der Abgang, bei dem die Kaffeenote noch stärker durchkommt. Der Geschmack klingt lange nach.

Insgesamt habe ich hier ein wirklich gutes Bier vor mir, das aber durchaus noch die eine oder andere Korrektur vertragen könnte. Es ist als Begleitung zu Wildgerichten und Desserts geeignet.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz (Pale, Chocolate, Crystal, Roasted Barley), Hopfen (Challenger), Hefe

Alkoholgehalt:

4,2 % Vol.

Bittereinheiten:

20 IBU

Brauerei:

Belhaven Brewery
Brewery Lane
Dunbar
EH42 1PE
www.belhaven.co.uk

BrewAge – Chicxulub

Nur für den Fall, dass Sie sich fragen, wo dieser merkwürdige Name herkommt: Wikipedia erklärt ihn wie folgt: „Der Chicxulub-Krater (nach dem Ort Chicxulub Puerto, von Mayathan Ch’ik Xulub [tʃikʃuˈlub], ch’ik „Floh, Zecke“, xulub‘ „Teufel, Dämon, Horn“)[1] ist ein laut neuester Datierung 66 Millionen Jahre alter Einschlagkrater mit ca. 180 km Durchmesser im Norden der Halbinsel Yucatán in Nordamerika (Mexiko). Da er unter mächtigen Sedimentgesteinen begraben und nicht erodiert ist, zählt er zu den besterhaltenen großen Einschlagkratern der Erde. Im Zusammenhang mit der Kreide-Paläogen-Grenze wird er mit dem Aussterben der Dinosaurier und eines großen Teils der mesozoischen Tier- und Pflanzenwelt während des Übergangs zum Känozoikum in Verbindung gebracht.“ Soviel zum Namen des Oatmeal Stout, das jetzt vor mir steht. Kommen wir nun zum Bier.

Eine Besonderheit dieses Bieres ist, dass es unter anderem mit Haferflocken gebraut wurde. Ich erhoffe mir davon eine schön weiche Textur. Mal sehen, ob das Bier meine Erwartungen erfüllt.

Blickdicht schwarz präsentiert sich das Bier im Glas. Selbst als ich das Glas gegen das Licht halte, schimmert nichts durch. Dazu kommt eine leicht überdurchschnittliche Menge feinporiger Schaum, der lange erhalten bleibt. Optisch haben die Jungs aus Wien schon mal alles richtiggemacht.

Düfte nach Schokolade, Espresso, Nüssen und Kirschen steigen mir in die Nase. Am Röstmalz haben die Österreicher nicht gespart.

Der erste Kontakt des Bieres wird durch die kräftige Malzsüße geprägt, unterstützt durch die reichlich vorhandene sehr feinperlige Kohlensäure. Nach und nach kommen auf der Zunge die anderen Aromen zu ihrem Recht. Schokolade und Kaffee verbinden sich mit einer geringen Fruchtigkeit zu einem Gesamteindruck. Das Mundgefühl ist weich und rund. Im sehr milden Abgang wird das Bier trockener, bleibt dabei aber recht mild und jetzt würde ich mir durchaus etwas mehr Bitterstoffe wünschen. Aber insgesamt ist das Bier absolut stimmig.

Zutaten:

Brauwasser, Gerstenmalz (Pilsner, Karamell, Röstmalze), Haferflocken, Hopfen (Tettnanger), Hefe

Alkoholgehalt:

5,4 % Vol.

Stammwürze:

16,8° Plato

Bittereinheiten:

40 IBU

Brauerei:

BrewAge GmbH
Haberlandtgasse 64/3/1
1220 Wien
Österreich
www.brewage.at