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Maisel & Friends – Juicy IPA

Letzte Woche war es wieder so weit – die Brauerei Maisel & Friends schickte mir ihren neuen Sondersud, das Juicy IPA. Viele andere Brauereien bringen in der Vorweihnachtszeit dunkle und stärkere Biere auf den Markt. Maisel geht einen anderen Weg und holt uns den Sommer zurück. Auf der Website verspricht die Brauerei viel: „In der Maisel & Friends Brauwerkstatt haben sich unsere Braumeister eingefunden und alles an Hopfen organisiert, was zu bekommen war. Es gab eine regelrechte Explosion an Fruchtaromen und daran nicht ganz unschuldig waren die Hopfensorten Chinook, Citra, Amarillo, Simcoe, Mosaic und Mandarina Bavaria.“ Das klingt doch schon mal gut und ich freue mich darauf, die Flasche aufzumachen und das neue Bier zu verkosten.

In kräftigem Gold, leicht hefetrüb und mit sehr agiler Kohlensäure erstrahlt das Bier im Glas. Darüber bildet sich eine große und sehr feste Schaumkrone, die lange erhalten bleibt. Optisch hat die Brauerei auf jeden Fall alles richtiggemacht.

Bereits beim Einschenken steigen mir viele fruchtige Aromen in die Nase. Ich rieche Grapefruit, Mango, Pfirsich, Birne und Orange. Nach dem Aroma ist den Brauern in Bayreuth wohl wieder ein Meisterstück gelungen.

Der Antrunk hält, was das Aroma verspricht. Er ist spritzig, frisch und fruchtig. Schnell macht sich ein kräftiges aber freundliches Bitter im Mund breit. Ja, die 50 IBU kommen durchaus hin. Aber jetzt fehlt mir doch die starke Fruchtigkeit, die ich gerade noch gerochen und auf der Zungenspitze geschmeckt habe. Trotzdem – Zitrusfrüchte sind zu schmecken und das Bitter gefällt mir durchaus. Überraschend ist dann der Abgang, der milder als erwartet ist und mittellang nachklingt.

Bis zum Antrunk hat mich das Bier absolut begeistert. Auf der Zunge fehlte mir zunächst die Fruchtigkeit. Ich konnte es jetzt nicht testen, da ich nur eine Flasche hatte, aber ich könnte mir sehr gut vorstellen, dass das Juicy IPA sich gut als Begleiter süßer Desserts oder von Fruchtsalat eignet.

Das Juicy Fruit ist ein Sondersud, Sie sollten sich also beeilen, dieses Bier zu bestellen. Wenn es weg ist, ist es weg. Sie erhalten es im Shop an der Brauerei und bei Flaschenfreund.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Weizenmalz, Hafermalz, Hopfen (Chinook, Citra, Amarillo, Simcoe, Mosaic, Mandarina Bavaria), Hefe

Alkoholgehalt:

7,2 % Vol.

Stammwürze:

14,8° Plato

Bittereinheiten:

50 IBU

Brauerei:

Brauerei Gebrüder Maisel KG
Hindenburgstraße 9
95445 Bayreuth
www.maiselandfriends.com

Singapore IPA

Um es vorweg gleich zu sagen: ich hätte bereits vor dem Kauf das Etikett lesen sollen. Dann hätte ich gewusst, dass dieses Bier satte 72 IBU mit sich bringt und damit extrem bitter ist. Eigentlich mag ich ja bittere Biere, aber das ist mir dann doch zu viel. Ich sah nur, dass das Bier aus Michigan kommt und da die USA als Vorreiter bei der Entwicklung von IPAs mit Hopfen-Neuzüchtungen ist, und das hat mich neugierig gemacht. Aber OK, wer lesen kann ist klar im Vorteil und diesmal habe ich etwas geschwächelt. Aber so kommen Sie jetzt in den Genuss dieser Rezension.

Das Bier hat eine intensive goldene Farbe und enthält viel Kohlensäure. Dazu kommt sehr viel gemischtporiger Schaum, der auch lange erhalten bleibt. Zumindest optisch ist dieses IPA perfekt. Auch das Aroma erfüllt voll und ganz meine Erwartungen an ein herausragendes IPA: Dominiert wird es durch Orangenschale und Zimt, wobei sich der Duft des Malzes im Hintergrund hält und lediglich das Aroma des Hopfens abrundet.

Der Antrunk ist (wie formuliere ich es denn nun positiv?) neutral. Süße ist eigentlich nicht zu schmecken, die lebhafte Kohlensäure ist hier das hervorstechende Element. Der Körper ist leicht malzig, wird aber durch die vielen Bitterstoffe bestimmt. Das Bittere unterdrückt jetzt jeden anderen Geschmack. Zum Abschluss folgt ein langer fruchtig-bitterer Abgang, wobei die Fruchtigkeit eher verhalten bleibt.

Zutaten:

Wasser, Malz (Carapils, Crystal, Münchner Malz, Roggenmalz), Hopfen (Columbus, Simcoe, Cascade, Centennial, Ahtanum), Hefe

Alkoholgehalt:

7,0 % Vol.

Bittereinheiten:

72

Brauerei:

The Saugatuck Brewing Co.
2948 Blue Star Highway
Michigan 49406
USA
http://www.sbrewing.com

Nittenauer – Le Chauffeur

Alkoholfreie Craft-Biere sind noch selten. Ich habe den Eindruck, dass es am Einfachsten ist, ein IPA alkoholfrei zu brauen. Immerhin habe ich jetzt schon das dritte alkoholfreie IPA vor mir stehen, das FreIPA aus dem Brauhaus Nittenau. Auf dem Rückenetikett ist auch noch eine Geschichte zur Geburtsstunde des FreIPAs ausgedruckt: „Jean-Pièrre ist Franzose, leidenschaftlicher Biertrinker und Hobbybrauer. In seinem Beruf als Chauffeur lässt es sich mit seinem cholerischen Chef Monsieur Rigoureux nicht gut Bierchen trinken. Eines Nachts chauffierte er die hübsche Biologin Heidi Huber aus Berlin auf einen Kongress nach Paris. Nach einer stundenlangen Fahrt mit aufgeregter Unterhaltung verriet sie Ihm ein Geheimnis. Zum Abschied bekam Jean-Pièrre von seinem Passagier ein kleines Fläschchen eines geheimen Bierhefestammes geschenkt. Mit diesem schaffte er es ein einzigartiges leckeres Bier, frei von Alkohol, zu brauen.“ Ob die Geschichte nun stimmt oder nicht ist mir nicht bekannt, aber auf jeden Fall ist sie schön zu lesen. Kommen wir nun aber zum Bier:

Helles Bernstein leuchtet mir aus dem Glas entgegen. Die Hefe trübt das Bier ein. Darüber steht eine weiße feinporige Schaumkrone, die vergleichsweise flott in sich zusammenfällt. Dieses Problem haben aber die meisten alkoholfreien Biere, so dass ich annehme, dass es durch den fehlenden Alkohol entsteht.

Der Geruch dieses Bieres ist der helle Wahnsinn. Die Nase nimmt einen ganzen Salat aus Südfrüchten wahr. Ich rieche Mandarine, Ananas, Mango und Zitrusfrüchte. Wenn es so weitergeht, kann das FreIPA doch glatt mein Lieblingsbier werden.

Auch der Antrunk ist angenehm fruchtig und nicht so süß wie ich es eigentlich erwartet habe. Die viele Kohlensäure verleiht dem Bier eine tolle Spritzigkeit. Auf der Zunge fällt das Bier dann allerdings in ein kleines geschmackliches Loch, als die Fruchtigkeit etwas nachlässt und auch das von mir erwartete Bitter nur recht verhalten vorhanden ist. Im Abgang nimmt das Bier dann wieder Fahrt auf. Die Süße des Malzes ist zu schmecken, dazu ein mildes Bitter, das aber sehr lange nachklingt.

Das FreIPA ist gut zu trinken und es erfrischt auch hervorragend. Fans extrem gehopfter Biere werden aber nicht ganz befriedigt, denn die Bitterstoffe wurden zugunsten der Malzsüße und der Fruchtigkeit zurückgefahren.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz (Böhmisches Tennenmalz, Caramelmalz Rot), Hopfen (Mosaic, Simcoe), Hefe

Alkoholgehalt:

< 0,5 % Vol.

Stammwürze:

9,1° Plato

Brauerei:

Brauhaus Nittenau
Familie Jakob
93149 Nittenau
www.nittenauer-bier.de

BierSelect

Rhönpiraten – Indian Pale Ale

Nun steht mal wieder ein Bier aus Franken vor mir, ein Indian Pale Ale von den Rhönpiraten. Da das Etikett keine weiteren Informationen enthält, werde ich sofort mit dem Verkosten beginnen.

Hellgelb und hefetrüb steht das Bier im Glas, darüber reichlich feinporiger weißer Schaum, der der lange erhalten bleibt. Die ausreichend vorhandene Kohlensäure ist feinperlig. Optisch hat die Brauerei also nichts falsch gemacht.

Das volle Aroma wird von Getreide, Zitrusfrüchten und Karamell bestimmt. Das entspricht meinen Erwartungen an ein IPA und etwas anderes hätte mich doch ziemlich enttäuscht.

Der Antrunk ist nur leicht süßlich, bevor sich eine intensive, aber angenehme, Hopfenbittere im Mund ausbreitet. Das Bittere wird aber durch die reichlich vorhandene Hefe abgemildert, so dass sich zusammen mit den Karamelltönen des Malzes ein sehr schön abgerundetes Geschmackserlebnis bildet. Auch der lange aber vergleichsweise milde Abgang passt sich gut in das Bild ein.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hefe

Alkoholgehalt:

6,0 % Vol.

Brauerei:

Rhönpiraten
Inh. Stephan Kowalsky
Friedenstr. 25
97645 Ostheim v.d. Rhön
http://www.rhoenpiraten.de

Red Castle Brew – IPA

Nun steht ein IPA aus der Mikrobrauerei Red Castle Brew in Gräfenberg vor mir. Ursprünglich befand sich die Brauerei im Roten Schloss in Heroldsberg in der Nähe von Nürnberg. Daher stammt auch der Name.

Die Brauerei braut nach alter Brautradition im Kupferkessel über offener Flamme. Mehr Tradition geht in der heutigen Zeit wohl nicht mehr. Wie bei einer Brauerei nahe Nürnberg zu erwarten ist ein Rotbier immer im Angebot, ansonsten gibt es ständig wechselnde Biere, die in kleinen Mengen gebraut werden, jetzt das IPA. Die Charge war wohl so klein, dass es sich nicht gelohnt hat, Etiketten zu drucken. Stattdessen stehen die Informationen auf einem angehängten Etikett. Das ist zwar ungewöhnlich, sieht aber wirklich urig aus. Nun reicht es aber wirklich mit der Vorrede, kommen wir nun endlich zum Bier.

Bernsteinfarben und leicht hefetrüb präsentiert sich das Bier im Glas. Es enthält sehr viel muntere Kohlensäure und bildet eine enorme feste Schaumkrone aus, feinporig und weiß, die fantastisch lange erhalten bleibt. Optisch ist es schon mal ein IPA wie aus dem Buch.

Beim Aroma überrascht mich, dass der Duft des Malzes stark durchkommt und nicht hinter dem des Hopfens zurücktritt. Aber auch der Hopfen kommt mit Düften nach Mandarine, Grapefruit und einigen blumigen Noten gut zum Tragen. Das Aroma ist nicht wirklich typisch für ein IPA, aber es gefällt mir.

Der Antrunk ist leicht süß und spritzig. Als sich das Bier auf der Zunge verteilt kommt eine gute Fruchtigkeit in den Vordergrund. Hier spiegelt sich das Aroma im Geschmack von Mandarine und anderen Zitrusfrüchten wider. Zusätzlich kommen erste Bitterstoffe ans Licht. Das Mundgefühl ist ausgeglichen und voll. Der Abgang ist freundlich bitter und er klingt lange nach.

Das IPA ist hervorragend trinkbar. Es enthält erheblich weniger Bitterstoffe als ein typisches IPA, ist aber wirklich lecker.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen (Mandarina Bavaria), Hefe

Alkoholgehalt:

7,0 %

Brauerei:

Red Castle Brew
Gewerbepark Hüll 17
91322 Gräfenberg

Riegele – IPA Liberis 2+3

Mit alkoholfreien Bieren tun sich die Craft Beer-Brauer ziemlich schwer. Das verwundert mich nicht allzu sehr, fehlt den alkoholfreien Bieren schließlich mit dem Alkohol ein wichtiger Geschmacksträger. Inzwischen gibt es mit dem Riegele IPA Liberis 2+3 ein weiteres alkoholfreies IPA, das jetzt vor mir steht. Da Riegele erst kürzlich beim Meiningers International Craft Beer Award als Craft-Brauer des Jahres national ausgezeichnet wurde, gehe ich davon aus, dass es sich hierbei um ein wirklich gutes Bier handelt. Dies gilt umso mehr, wenn wir uns vor Augen halten, dass das Liberia 2+3 beim gleichen Wettbewerb die Silbermedaille errungen hat.

Wenn Sie sich fragen, was das 2+3 im Namen zu bedeuten hat, kann ich die Frage schnell beantworten. Das Bier wurde mit zwei speziellen Hefen sowie mit den drei Hopfensorten Amarillo, Simcoe und Mandarina Baravia gebraut.

Goldorange und hefetrüb präsentiert sich das Bier im Glas. Darüber bildet sich eine durchschnittliche Schaumkrone, feinporig und mit einem leichten Gelbstich. An der Optik gibt es wirklich nichts auszusetzen.

Das Aroma kann mit der Optik mithalten. Das Bier duftet intensiv nach tropischen Früchten. Ich rieche Grapefruit, Mandarine und einen Hauch Muskat. Da bekomme ich richtig Lust auf den ersten Schluck.

Der Antrunk ist süß und fruchtig, wobei die Kohlensäure für eine ordentliche Spritzigkeit sorgt. Ich schmecke Mandarine, Litschi und Pfirsich. Insgesamt ist der Geschmack rund und ausgewogen, auch wenn ich mir etwas mehr Bitterstoffe wünschen würde. Schließlich haben wir hier ein IPA im Test. Der Abgang ist freundlich bitter und er klingt sehr lange nach.

Das Riegele IPA Liberis 2+3 ist das dritte alkoholfreie IPA, das ich verkoste. Eine so intensive Fruchtigkeit habe ich dabei noch nicht erlebt. Für meinen Geschmack ist das Erzeugnis aus dem Haus Riegele das Beste, aber das ist eine Frage des persönlichen Geschmacks.

Zutaten:

Wasser, Weizenmalz, Gerstenmalz, Hopfen, Hefe

Alkoholgehalt:

< 0,5 % Vol.

Bitterwert:

25 IBU

Brauerei:

Brauerei S.Riegele
Frölichstraße 26
86150 Augsburg
www.riegele.de

Welde – IPA

Die Braumanufaktur Welde ist seit über 260 Jahren für authentisches Brauhandwerk und exklusiven Biergenuss bekannt. Dabei hat sich die Braumanufaktur Welde stets weiterentwickelt. Braumeister Johann Welde übernahm die Brauerei 1888. Seitdem kamen eine eigene Flaschenabfüllung sowie ein vollautomatisiertes Sudhaus im Nachbarort Plankstadt hinzu. Heute unter der Leitung von Dr. Hans Spielmann hat sich aus dem traditionellen Familienbetrieb ein modernes Brauhaus entwickelt. Das Erfolgsrezept hat sich allerdings nie verändert: Tradition, Qualitätsbewusstsein, Leidenschaft, Mut und Kraft werden hochgehalten. So auch beim IPA, einem der drei neuen Craft-Biere von Welde, das jetzt vor mir steht. Dieses Bier wurde fast zwölf Wochen lang kältegereift und hopfengestopft. Durch diese lange Reifung soll es einen besonders frischen Duft haben.

Kupferfarben und leicht hefetrüb macht das Bier mit seiner durchschnittlich großen elfenbeinfarbenen Schaumkrone im Glas eine richtig gute Figur, auch weil der Schaum lange erhalten bleibt.

Das komplexe und fruchtige Aroma entspricht meinen Erwartungen an ein IPA. Düfte nach Grapefruit, Ananas, Mango und etwas Kokos steigen mir in die Nase. Das gefällt mir und macht richtig Lust auf den ersten Schluck.

Der Antrunk ist mit seiner leichten Süße und viel feinperliger Kohlensäure frisch und spritzig. Dazu kommt schnell ein recht kräftiges und dabei angenehmes Bitter, das auch den Geschmack nach Zitrusfrüchten mit sich bringt. Das Bitter dominiert auch den ellenlangen Nachklang.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Weizenmalz, Hopfen (Azzaca, Cascade, Sorachi Ace), Hefe (American Ale)

Alkoholgehalt:

6,7 % Vol.

Stammwürze:

15,2° Plato

Bittereinheiten:

55 IBU

Brauerei:

Weldebräu GmbH & Co. KG
Brauereistr. 1
68723 Plankstadt-Schwetzingen
www.welde.de

BierSelect

Maisel & Friends – Summer Pale Ale

Gerade komme ich aus dem Urlaub zurück und finde im Briefkasten die Benachrichtigung, dass bei meinem Nachbarn ein Paket für mich angeliefert wurde. Bestellt hatte ich eigentlich vorher nichts, und so freute ich mich umso mehr, dass Maisel & Friends mir eine Flasche des Sondersuds Summer Pale Ale geschickt hat. Hätte mich vorher jemand gefragt, was für mich ein Sommerbier ist, hätte ich mit Sicherheit ein Weizenbier genannt. Die Brauerei aus Bayreuth ist aber einen anderen Weg gegangen und hat ein Pale Ale kreiert, das mit vergleichsweise moderaten 4,4 Volumenprozenten Alkohol eine gewisse Leichtigkeit verspricht. Mal sehen, ob das Bier meinen Erwartungen entspricht.

Goldgelb und hefetrüb zeigt sich das obergärige Bier im Glas. Trotz der Trübung durch die Hefe zeigt sich eine sehr aktive Kohlensäure. Trotzdem bildet sich recht wenig sahniger weißer Schaum, der dafür aber sehr lange erhalten bleibt. Optisch gibt es also nichts zu meckern.

Der Duft ist betörend. Mandarine steht im Vordergrund, unterstützt durch Grapefruit und Mango. Das Malz hält sich hier im Hintergrund, steigt aber trotzdem noch leicht in die Nase.

Der Antrunk ist durch die Kohlensäure prickelnd frisch und auch hier bleibt die Süße vornehm im Hintergrund. Langsam kommt dann die Fruchtigkeit und bringt ein leichtes Bitter mit. Dabei ist das Summer Pale Ale schlank und leicht. Erst im Abgang wird das Bitter kräftiger, bleibt dabei aber immer freundlich und klingt mittellang nach.

Ja, das ist ein frisches Bier, das gut zu einem warmen Sommertag passt. Da es nicht so kräftig im Geschmack ist wie ein IPA passt es auch gut zu jedem leichten Sommeressen. Hier zeigt sich die fränkische Braukunst von ihrer besten Seite. Abschließend will ich noch einmal darauf hinweisen, dass es sich um einen Sondersud handelt. Wenn er weg ist, dann ist er weg und er kommt auch nicht wieder.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen (Topaz, Citra, Mandarina Bavaria, Simcoe), Hefe

Alkoholgehalt:

4,4 % Vol.

Stammwürze:

9,9° Plato

Brauerei:

Gebr. Maisel KG
95445 Bayreuth
www.maiselandfriends.com

Riedenburger – Dolden Null

Alkoholfreies Craft Beer ist selten und auch beim Bier aus biologischen Zutaten ist alkoholfreies Bier die absolute Ausnahme. Beim Dolden Null aus dem Riedenburger Brauhaus im Altmühltal kommt nun beides zusammen: ein alkoholfreies Craft Beer, das aus Zutaten aus kontrolliert biologischem Anbau gebraut wurde. Nur zur Erinnerung: alkoholfreies Bier heißt nicht, dass das Bier absolut keinen Alkohol enthält, sondern lediglich, dass weniger als ein halbes Volumenprozent enthalten ist. Darauf weist das Riedenburger Brauhaus beim Dolden Null auch auf dem vorderen Etikett hin.

Auf dem Rückenetikett beschreibt die Brauerei im Telegrammstil, weshalb und wie sie das Bier braut: „Manchmal müssen wir noch Auto fahren. Manchmal am nächsten Tag fit sein. Aber deswegen auf ein Craftbier verzichten? Wir mussten es lösen, dieses schier unlösbar geglaubte Dilemma. Auch für uns selbst. Hier ist Dolden Null. Eingebraut als Dolden Sud und dann urplötzlich die Gärung gestoppt. Quasi ein Alcoholitus Interruptus. Das Ergebnis: ein hopfig, fruchtiges craftiges Bier – nur eben fast ohne Alkohol.“ Soweit die Theorie, kommen wir nun zum Bier.

Goldgelb zeigt sich das Bier im Glas, dazu minimal hefetrüb. Darüber bildet sich eine recht große feinporige weiße Schaumkrone, die sich sehr langsam auflöst. Die Optik dieses Biers ist schon mal ein Gedicht.

Das Bier duftet nach Zitrusschalen und Bitterorange. Dazu ist eine gewisse Malzsüße zu erahnen. Jetzt habe ich aber richtig Lust auf den ersten Schluck.

Der Antrunk spiegelt das Aroma wider. Die Zitrone kommt dabei mehr in den Vordergrund und ich würde mir etwas mehr Süße wünschen. Aber die sehr lebendige Kohlensäure sorgt für eine ordentliche Frische. Insgesamt macht das Bier während des Trinkens einen leichten Eindruck. Erst im Abgang kommt eine leichte und freundliche bittere Note hervor, die recht kurz nachklingt.

Es ist ein durchaus leckeres Bier, das ich gerne an einem warmen Sommerabend im Biergarten genießen würde. Für ein IPA fehlt mir aber etwas.

Zutaten:

Wasser, Emmermalz, Gerstenmalz, Hopfen (Spalter Select, Saphir, Mandarina Bavaria, Cascade, Pilgrim), Gärungskohlensäure, Hefe

Alkoholgehalt:

< 0,5 % Vol.

Stammwürze:

6° Plato

Brauerei:

Riedenburger Brauhaus
93339 Riedenburg
www.riedenburger.de

BierSelect

Yokohama – Kapitein Rooijbosch

Der legendäre Kapitän Rooijbosch gab seinen beiden Besatzungsmitgliedern Jo und Ko Dees im 17. Jahrhundert den Befehl, an Land in Japan zu gehen. Die unschlagbaren Japaner nannten ihr Dorf nach diesem Auftrag aus Respekt Yokohama.

Das Bier, das jetzt seinen Namen trägt, verdankt seinen Geschmack dem japanischen Hopfen Sorachi Ace, der für diese Brauerei entwickelt wurde.

Kupferfarben präsentiert sich das Yokohama Kapitein Rooijbosch im Glas, zusammen mit einer sehr voluminösen Krone aus sahnigem hellbraunem Schaum, der lange erhalten bleibt.

Das Bier duftet intensiv nach Trockenpflaumen, Karamell und Kräutern. Den Roibuschtee, der ebenfalls in dem Bier verbraut wurde, kann ich in der Nase nicht feststellen.

Der Antrunk ist süß und fruchtig; das Mundgefühl ist fas dickflüssig. Für die Süße enthält das Bier für meinen Geschmack zu wenig Kohlensäure. Auf der Zunge bleibt die Süße dominant. Ich schmecke Rosinen und Pflaumen. Die Bitterstoffe des Hopfens bleiben weitgehend im Hintergrund, aber trotzdem macht das Bier einen ausgewogenen Eindruck. Auch im Abgang bleibt die Süße erhalten. Jetzt kommt auch ein freundliches Bitter dazu. Der Abgang klingt sehr lange nach.

Die Süße und Fruchtigkeit stehen von Anfang bis Ende im Mittelpunkt. Für ein IPA sind die Bitterstoffe sehr zurückhaltend. Das Yokohama Kapitein Rooijbosch ist ein ungewöhnliches Bier, das seinen Stil nicht wirklich trifft. Trotzdem mag ich es.

Alkoholgehalt:

7 % Vol.

Bittereinheiten:

30 IBU

Brauerei:

Bierbrouwerij Vermeersen
Absdaalseweg 2
4561GG Hulst
Niederlande
www.vermeersen.com