Archiv der Kategorie: Biertest

Lupulus Fructus

Das Etikett des Lupulus Fructus zeigt einen stilisierten Wolfskopf in roter Farbe auf schwarzem Grund.Bei den meisten Fruchtbieren aus Belgien handelt es sich um Sauerbiere. Die Brauer in der Brasserie Lupulus sind beim Lupulus Fructus einen anderen Weg gegangen. Bei diesem Bier handelt es sich um ein Witbier, das mit Kirsch- und Himbeersaft gebraut wurde. Das ist doch mal etwas anderes.

In einem hefetrüben Rot präsentiert sich das Bier im Glas. Darüber steht eine durchschnittlich voluminöse feste und hellrosa Schaumkrone, die sehr lange erhalten bleibt.

Das Aroma ist sehr fruchtig nach Himbeeren und Kirschen. Die Fruchtigkeit drängt alle anderen Aromen in den Hintergrund.

Der Antrunk ist recht süß und wie erwartet von Anfang an sehr fruchtig. Auf der Zunge stehen die Himbeeren im Vordergrund und werden von den Sauerkirschen unterstützt. Das Bier wird trockener. Das Mundgefühl ist voll, so dass ein wirklich süffiges Bier vor mir steht. Der Abgang ist mild und trocken und der Geschmack klingt nur kurz nach.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Weizenmalz, Zucker, Haferflocken, Kirschsaft, Himbeersaft, Hopfen, Hefe, Gewürz, Naturaroma

Alkoholgehalt:

4,2 % Vol.

Bittereinheiten:

15 IBU

Brauerei:

Brauerei Lupulus SPRL
Courtil 50
6671 Gouvy
Belgien
www.lupulus.be

Ganter – Freiburger Pilsner

Das Etikett des Freiburger Pilsner zeigt das Freiburger Münster. Ansonsten ist das Design bewusst schlicht gehalten.Als ich in Freiburg war, hatte ich leider keine Zeit, die Brauerei Ganter zu besuchen. Ich weiß lediglich, dass sie zu den Freien Brauern gehört, was bedeutet, dass die inhabergeführte Brauerei in der Gegend eine führende Stellung einnimmt. Komme ich also gleich zur Verkostung des Freiburger Pilsners.

Hell und kristallklar strahlt mir das Bier aus dem Glas entgegen. Die Schaumkrone ist eher dürftig und sie löst sich auch schnell auf.

Das Aroma ist stiltypisch hopfenwürzig, aber auch das Karamellaroma des Malzes kommt gut zum Tragen. Abgerundet wird das Aroma durch einen Hauch Vanille.

Der Antrunk zeichnet sich durch eine leichte Süße sowie reichlich sehr feinperlige Kohlensäure aus. Auf der Zunge entwickelt sich ein überraschendes Bitter, das ich in dieser Stärke nicht erwartet habe. Damit erinnert das Freiburger Pilsner durchaus an ein Pilsener aus Norddeutschland. Trotzdem ist das Mundgefühl eher schlank. Im Abgang wird das Bier trockener. Im Vordergrund steht die Bittere, die auch lange nachklingt.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen

Alkoholgehalt:

4,8 % Vol.

Stammwürze:

11,6° Plato

Bittereinheiten:

28 IBU

Brauerei:

Ganter Brauerei
Schwarzwaldstr. 43
79117 Freiburg
www.ganter.com

Brasserie de la Senne – Brusseleir Zwet IPA

Brusselian ist ein niederländischer Dialekt, der in der belgischen Hauptstadt Brüssel beheimatet ist. Es handelt sich im Wesentlichen um einen brabantischen Dialekt mit starken französischen Einflüssen sowie einigen spanischen Lehnwörtern. Auch wenn dieser Dialekt heute weitgehend in Vergessenheit geraten ist, können Sie ihn, wenn Sie das wollen, auch heute noch erleben. Wie Wikipedia schreibt, führt das Königliche Theater Toone, ein folkloristisches Marionettentheater im Zentrum Brüssels, noch immer Puppenspiele auf Brusselisch auf.

Die Brasserie de la Senne braut seit dem Jahr 2003 professionell Bier und seit 2010 auf ihren eigenen Brauanlagen auf Brüsseler Stadtgebiet. Brasserie de la Senne war damit die 2. Brüsseler Stadtbrauerei. Die andere ist die ikonische Lambicbrauerei Cantillon, die seit mehr als 120 Jahren in Brüssel Lambic braut. Die Brasserie de la Senne identifiziert sich sehr stark mit ihrer Heimatstadt, weswegen es ihnen so wichtig war auf Brüsseler Stadtgebiet zu brauen und nicht in einem Vorort. Die Brauerei ist nach dem Fluss benannt, an deren Ufern die Stadt Brüssel vor über 1.000 Jahren hervorging: die Senne. Brasserie de la Senne war maßgeblich beteiligt an der „New Wave“ des Brüsseler Craftbiers. Sie setzten sich schon für stark gehopfte Biere ein, bevor sich dieser Trend in Belgien etablierte. Neben hopfigen Ales werden auch barrelaged Biere, Biere gemischter Gärung und Biere mit wilden Hefen (Brüsseler Brettanomyces) gebraut. In der Produktion setzen sie auf ausschließlich natürliche Zutaten, die nach strengen Qualitätskriterien selektiert und eingekauft werden.

Blickdicht schwarz fließt das Bier ins Glas. Dabei bildet sich eine hellbraune feinporige Schaumkrone, die sehr lange erhalten bleibt. Optisch ist das Bier schon mal 1A.

Das Bier duftet angenehm nach Kaffee und dunkler Schokolade, nach Karamell und Vanille.

Der Antrunk ist wider Erwarten nur mäßig süß und er wird durch eine sehr feinperlige Kohlensäure begleitet. Auf der Zunge kommt der Geschmack nach Zartbitterschokolade massiv in den Vordergrund und er verdrängt die anderen Aromen fast vollständig. Die Süße tritt weiter in den Hintergrund. Langsam kommt bei mir auch eine fruchtige Note nach schwarzen Johannisbeeren an. Obwohl Bitterstoffe nur dezent vorhanden sind, ist das Bier doch wirklich vollmundig. Der Abgang ist recht trocken und jetzt wird auch die Bittere kräftiger. Zum Schokoladengeschmack gesellen sich Noten nach Espresso. Der Geschmack klingt lange in der Kehle nach.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Zucker zur Flaschengärung, Hopfen, Roggenmalz, Hefe

Alkoholgehalt:

8 % Vol.

Bittereinheiten:

70 IBU

Brauerei:

Brasserie de la Senne
Drève Anna Boch 19-21
1000 Brüssel
Belgien
www.brasseriedelasenne.be

CrossBeau – Smokey Joe

Ich weiß nicht, wie es Ihnen geht, aber wenn ich an Bier aus dem Sauerland denke, fallen mir nur Veltins und Warsteiner ein. Aber es gibt dort noch mehr Brauereien. Eine ist die CrossBeau Brewing in Wenden, von der das Bier stammt, das jetzt vor mir steht. Dabei handelt es sich wie der Name bereits aussagt um ein Rauchbier. Da bin ich ja mal gespannt.

Kupferfarben mit einer kräftigen Hefetrübung zeigt sich das Bier im Glas. Die anfangs überdurchschnittlich große Schaumkrone fällt leider schnell in sich zusammen. Da sollten die Sauerländer noch einmal nachjustieren.

Rauch kann ich nur wenig riechen. Das Schinkenaroma, das ich an den Bieren aus Bamberg so mag, fehlt hier weitgehend. Dafür duftet das Bier nach Kaffee und es strahlt eine für ein Rauchbier ungewöhnliche Frische aus. Das ist zwar nicht das, was ich erwartet habe, aber es gefällt mir.

Der Antrunk zeichnet sich durch eine angenehme Malzsüße sowie eine sehr feinperlige Kohlensäure aus. Der Rauchgeschmack kommt auf der Zunge überraschend kräftig in den Vordergrund, begleitet durch den Duft nach Kaffee und Vanille. Dazu kommt ein angenehm weiches Mundgefühl. Der Rauch wird in der Kehle noch einmal kräftiger, während die Bittere eher verhalten zum Ausdruck kommt. Dafür klingt der Geschmack sehr lange nach.

Smokey Joe ist ein süffiges Bier mit mildem Rauch, das auch für Einsteiger in die Rauchbiere geeignet ist. Am Abend könnte ich mir dieses Bier zu einer deftigen Aufschnittplatte gut vorstellen.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen, Hefe

Alkoholgehalt:

6,0 % Vol.

Stammwürze:

15° Plato

Empfohlene Genusstemperatur:

6° – 8° Celsius

Brauerei:

CrossBeau Brewing UG
Schwalbenweg 5
57482 Wenden
www.crossbeau-brewing.de

De Ranke – Noir de Dottignies

Das in Gold und schwarz gestaltete Etikett der Flasche zeigt eine Hand.Dottignies ist eine kleine Gemeinde in der wallonischen Provinz Hennegau mit etwas mehr als 7.000 Einwohnern. Von dort stammt das Noir de Dottignies der Brouwerij De Ranke, das jetzt vor mir steht und auf seine Verkostung wartet.

Erstaunlich ist die Vielfalt der Biere, die von De Ranke stammen. Die kleine Brauerei bietet aktuell immerhin 18 Marken mit sehr unterschiedlichen Bieren an. Als ich im Internet nach dem Noir de Dottignies gesucht habe, fiel mir auf, dass es offensichtlich unterschiedliche Rezepturen für die einzelnen Sude gibt. Mal ist von sieben verwendetem Malzen die Rede, an anderer Stelle von sechs Malzen. Mal enthält das Bier 8,5 Volumenprozent Alkohol, mal 9 Volumenprozent. Es kann also durchaus sein, dass Sie im Handel ein Noir de Dottignes finden, dessen Angaben von den hier gemachten abweichen. Es ist nicht mein Fehler.

Blickdicht schwarz präsentiert sich das Bier im Glas. Die feste haselnussbraune Schaumkrone bleibt lange erhalten. So gefällt mir das Bier.

Aromen nach dunkler Schokolade und nach Mokka steigen mir in die Nase. Der Duft nach Kandis weist mich darauf hin, dass das Bier recht süß sein wird. Abgerundet wird das Aroma durch Düfte nach Vanille und Haselnuss.

Der Antrunk ist wie erwartet süß und er zeichnet sich durch die reichlich vorhandene feinperlige Kohlensäure aus. Auf der Zunge dominiert der Geschmack nach Mokka und Röstaromen mit einer milden Bitteren. Das Mundgefühl ist samtig und weich. Im Abgang wird das Bitter etwas kräftiger, bleibt aber sanft und an die weiterhin vorhandene Süße angepasst. Der Alkohol wärmt im Magen und der Geschmack klingt in der Kehle lange nach.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen (Challenger, Northern Brewer, Styrian Golding), Zucker, Hefe

Alkoholgehalt:

8,5 % Vol.

Bittereinheiten:

46 IBU

Farbe:

100 EBC

Brauerei:

Brouwerij De Ranke
Rue Du Petit Tourcoing 1a
B-7711 Dottignies
www.deranke.be

Kniesenack – Dunkelbier

Das Kniesenack Dunkelbier, das jetzt vor mir steht, stammt von der Weinhandlung Schollenberger in Rostock. Das Unternehmen hat auch vier Biere im Angebot, die speziell für Schollenberger gebraut werden. Ich habe das Bier in einem kleinen Laden in der Altstadt von Stralsund gefunden, wo es neben vielen Produkten aus der Region, die für die Touristen angeboten wurden, auch Kaffee und Kuchen gibt. Schön, dass es solche inhabergeführten Geschäfte noch gibt. Aber kommen wir zum Bier.

Schollenberger beschreibt die Geschichte dieses Bieres so: „Der Tradition verpflichtet haben wir uns der Bewahrung und Weiterentwicklung einer früher in ganz Deutschland und darüber hinaus bekannten mecklenburgischen Bier-Spezialität verschrieben. Dazu haben wir Anfang 2022 die Marke Kniesenack von der Güstrower Schlossquell erworben. Dieses Unternehmen stand als Nachfolger in der Tradition der Kniesenack-Brauerei Gerhard Sagemüller, der VEB Kniesenack-Brauerei Güstrow und des VEB Güstrower Brauerei. Das Kniesenack ist als dunkles, starkes Bier oder Braunbier aus Güstrow bekannt. Schon in vorchristlicher Zeit soll dieses Bier in der Region gebraut worden sein und erwarb sich im Mittelalter als Kniesenack einen mythischen, legendären Ruf über die Grenzen Mecklenburgs hinaus. Der Name soll aus dem Wendischen stammen und Fürstenbier heißen. Ausgeschenkt wurde das Bier an den Höfen von Fürsten und den Metropolen der Zeit und galt im Mittelalter als eines der wertvollsten und teuersten Biere. Selbst in der Brauerei und Hansestadt Rostock erfreute sich das Mecklenburger Kniesenack allergrößter Wertschätzung. So sah sich der Senat genötigt, den Ausschank in den Mauern der Stadt auf zwei Orte zu beschränken, um das Rostocker Bier zu fördern. Im Jahre 1590 ist das Güstrower Kniesenack als trefflich gutes Bier bezeichnet worden.

In der Lobschrift auf das Kniesenacker Bier aus dem Jahre 1624 heißes in den höchsten Tönen: Encomium oder Lob-Spruch des weltberühmten/ gesunden/ kräfftigen und wohlschmeckenden Gersten-Biers Kniesenack genannt/ Welches im Mecklenburgischen Lande zu Güstrau seinen Ursprung bekommen und anjetzo daselbst gebrauet wird.

Nun begeben wir uns im Jahre 2022 auf eine spannende Reise und wollen als Mecklenburger eine mecklenburgische Tradition wiederbeleben und in verschiedenen Versionen in die Flasche bringen. Ein Ziel ist es, diese Spezialität zu einem flüssigen Botschafter unserer Region zu machen und die Legende zu erwecken. Dazu haben wir uns Mitstreiter mit Herzblut und Kompetenz mit ins Boot geholt. Zu diesen zählen Brauer, Mecklenburger und Bierfreunde. Eine wichtige Stütze sind für uns dabei auch die Freunde des Vereins ‚Original-Güstrower-Kniesenack‘ zu Güstrow.“

Dunkelbraun und gefiltert läuft das Bier ins Glas. Die grobporige Schaumkrone ist klein und löst sich praktisch sofort auf. Jetzt siehr das Kniesebeck aus wie Cola.

Das Bier duftet malzig-süß nach Pumpernickel. Hopfenaromen kann ich nicht entdecken.

Der Antrunk ist wie erwartet süß. Auf der Zunge dominieren die Aromen nach Pumpernickel. Eine Bittere kann ich nicht feststellen. Das Mundgefühl ist schlank. Auch der Abgang ist süß und ohne Nachklang.

Ich vermute, dass das Kniesenack durchaus seine Anhänger hat – ich gehöre aber nicht dazu. Zu einem Schweinebraten mag es ja noch passen, aber ein Genussbier ist es meiner Meinung nach nicht.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen

Alkoholgehalt:

4,6 % Vol.

Farbe:

60 EBC

Brauerei:

Weinhandlung Schollenberger
Hauptstraße 61
18211 Bargeshagen
www.weinhandlung-schollenberger.de

Alvinne – Phi Rabarber

Grün und ohne unnötigen grafischen Ballast ist das Etikett es Phi Rabarber gestaltet.Alvinne ist eine recht junge Brauerei, die im Jahr 2004 gegründet wurde. Aktuell kann sie pro Jahr 1500 Hektoliter Bier brauen. Dabei haben sie sich auf Sauerbiere spezialisiert, die sie mit allerlei Früchten brauen. Dabei verlassen sie die ausgetretenen Wege der belgischen Brauereien und experimentieren mit allerlei Zutaten, an die kein anderer Brauer herangeht. So haben sie bereits Aprikosen, Spargel, Heidelbeeren, Brombeeren, Schlehen, Kirschen, Chili, Holunder, Eukalyptus, Feigen, Trauben, Stachelbeeren, Jostabeeren, Pfirsiche, geräucherte Ananas, Pflaumen, Quitten, Rosinen, Himbeeren, Rhabarber, Sanddorn und weiße Johannisbeeren verarbeitet. Und Alvinne verarbeitet nur ganze Früchte, keine Aromen, Säfte oder Muse. Jetzt steht vor mir das Phi Rabarber und wartet auf seine Verkostung.

Kupferfarben und leicht hefetrüb läuft das Bier ins Glas. Dabei bildet sich eine kleine Schaumkrone, die sich aber schnell auflöst.

Das Bier duftet nach Karamell und Rhabarber, abgerundet durch den Duft nach Kandis. Aber auch der Alkohol kommt in der Nase zu seinem Recht.

Der Antrunk zeigt, dass das Bier eine leichte Süße aufweist, die aber durch die kräftige Säure fast vollständig verdrängt wird. Die Säure bleibt auch auf der Zunge im Vordergrund. Obwohl die Säure kräftig ist, mir ist das Bier wirklich zu sauer, ist das Mundgefühl weich. Der Abgang ist dann überraschend mild mit recht langem saurem Nachklang.

Wie ich bereits geschrieben habe, ist mir die Säure zu kräftig. Ich habe daher die Verkostung abgebrochen und das restliche Bier verwendet, um am anderen Tag den Essig im Salat zu ersetzen. Dort machte sich das Bier ausgesprochen gut.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Weizenmalz, Hopfen, Zucker, Hefe, Rhabarber

Alkoholgehalt:

8,0 % Vol.

Farbe:

20 EBC

Brauerei:

Brouwerij Alvinne
Vaartstraat 4a
8552 Moen
Belgien
www.alvinne.com

Hoppebräu – Weissbier

Das schlicht gehaltene Etikett des Hoppebräu Weißbier zeigt stilisiert die bayrischen Berge.Bereits seit längerer Zeit ist Markus Hoppe mit seinen fünf „wuiden“ Bierspezialitäten erfolgreich. Aber was ist ein Brauer aus Bayern ohne ein Weißbier? Das hat sich Markus vermutlich auch gesagt und hat etliche Versuche unternommen, um ein bayerisches Weissbier nach seinen Vorstellungen zu brauen. Das Ergebnis ist das Hoppebräu Weissbier mit einem Alkoholgehalt von 5,5 % Vol.

Golden und opalisierend strahlt mir das Bier aus dem Glas entgegen. Darüber steht eine sahnige Schaumkrone, die sich aber leider recht flott auflöst.

Wider Erwarten duftet das Bier nicht fruchtig – zumindest nicht am Beginn. Stattdessen steigt mir der Duft hellen Malzes in die Nase, abgerundet durch den Duft nach Kräutern und Glas. Erst langsam kommen die Noten nach Banane und Nelken in Spiel, so dass das Bier die Erwartungen erfüllt, die ich in es gesetzt habe.

Der Antrunk ist recht süß und spritzig. Auf der Zunge ist der stiltypische Bananengeschmack nicht allzu ausgeprägt und er wird durch grasige Noten begleitet, außerdem durch ein leichtes Bitter. Aber das Mundgefühl ist angenehm samtig. Der Abgang ist mild. Der Geschmack nach Banane wird kräftiger, genau wie auch die Bittere etwas zunimmt. Obwohl die Bittere immer noch stiltypisch zurückhaltend eingesetzt wurde, klingt sie doch recht lang nach.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen, Hefe, Weizenmalz

Alkoholgehalt‍:

5,5 % Vol.

Bittereinheiten‍:

20 IBU

Empfohlene Genusstemperatur‍:

3° – 5° Celsius

Brauerei:

Hoppebräu GmbH
Tölzer Straße 37
83666 Waakirchen
www.hoppebraeu.de

Marston’s – Pedigree

Das Bild zeigt die Flasche des Pedigree, eines Amber Ale.Bei Lidl werden seit längerer Zeit Kartons mit sechs unterschiedlichen Bieren aus Großbritannien angeboten. Hersteller ist die Brauerei Marston’s, einem Ableger des dänischen Brauereikonzerns Carlsberg. Die Biere aus dieser Brauerei haben eine Besonderheit: sie sind nicht gefiltert, sondern mit Hilfe von Hausenblasen. Hausen sind eine Störart. Die Biere sind also für Vegetarier nicht geeignet.

Auch wenn das Bier mit dem Namen Pedigree angeboten wird, handelt es sich nicht um ein Getränk für Welpen. Ursprünglich lautete der Name des Biers einfach „P“, später wurde es dann in Pedigree (englisch für Stammbaum) umbenannt. Aber kommen wir zur Verkostung des Pedigree.

Bernsteinfarben und geklärt präsentiert sich das Bier im Glas. Beim Einschenken hat sich nur wenig feinporiger Schaum gebildet, der sich dann auch schnell aufgelöst hat.

Das Bier duftet nach Karamell und Banane. Außerdem steigt mir ein Duft in die Nase, der an überreife Birnen erinnert.

Der Antrunk zeichnet sich durch eine angenehme Malzsüße sowie eine sehr feinperlige Kohlensäure aus. Auf der Zunge schmecke ich Karamell und Kandis, dazu kommt ein leichtes freundliches Bitter des Hopfens. Zusammen sorgen die Aromen für ein volles und rundes Mundgefühl. Im Abgang wird das Bitter etwas kräftiger und klingt zusammen mit dem Karamellgeschmack sehr lange nach.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen, Hefe

Alkoholgehalt:

4,5 % Vol.

Farbe:

30 EBC

Brauerei :

Marstons PLC
Wolverhampton
WV1 4JT
Großbritannien
www.marstonsbrewery.co.uk/

Kraftpaule – Pils

Laut dem Aufdruck auf dem Etikett ist das Pils von Kraftpaule sensationell.Stuttgart ist ja nun nicht gerade als Bier-Eldorado bekannt. Aber eines ist sicher: auch in der Hauptstadt der Schwaben gibt es durchaus einige Bierliebhaber, die sich gegen die Übermacht des Weins zur Wehr setzen.

Golden und mit geringer Hefetrübung präsentiert sich das Bier im Glas. Darüber prangt eine gemischtporige volumige Schaumkrone, die lange erhalten bleibt.

Obwohl das Bier vergleichsweise wenig Hefe enthält, duftet es nach Biskuitteig, abgestimmt durch die Fruchtigkeit des Hopfens, die mich an Zitronen und Zitrusschalen denken lässt.

Der Antrunk zeichnet sich durch eine angenehme Malzsüße sowie eine sehr feinperlige Kohlensäure aus. Auf der Zunge gesellt sich ein passendes freundliches Bitter dazu. Das Mundgefühl ist angenehm samtig, wie man es bei einem Pils nur selten findet. Im Abgang wird das Bier trockener und das Bittere klingt noch lange in der Kehle nach.

Von Kraftpaule kommt ein ungewöhnliches, aber wirklich gutes Pils

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen (Saphir), Hefe

Alkoholgehalt:

5,2 % Vol.

Stammwürze:

13° Plato

Farbe:

10 EBC

​Brauerei:

Kraftpaule GmbH
Neckarstraße 132
70190 Stuttgart
www.kraftpaule.de