Archiv der Kategorie: Alkoholfrei

Leikeim frei

Die Brauerei Leikeim, aus der das alkoholfreie Bier stammt, das jetzt vor mir steht, wurde 1887 gegründet und wird jetzt in der fünften Generation von der Familie Leikeim geleitet. Der Jahresausstoß der Brauerei beträgt mehr als 300.000 Hektoliter.

Die goldene Farbe des Bieres gefällt mir. Darüber steht eine durchschnittliche Menge feinporiger Schaum, der durchschnittlich schnell in sich zusammenfällt. Was mir auffällt ist, dass ich keinerlei Kohlensäure sehen kann.

Das Aroma ist malzbetont und leicht teigig. Daneben fallen mit einige saure Noten auf, die aber nicht fruchtig sind, sondern mich eher an ein Fehlaroma denken lassen.

Der Antrunk ist trocken und jetzt stelle ich fest, dass die Kohlensäure im Bier gelöst war. Dadurch wirkt das Leikeim frei durchaus frisch, auch wenn es ansonsten einen eher dünnen Eindruck macht. Auf der Zunge kommt schnell ein ordentliches Bitter dazu. Ansonsten ist das Bier recht nichtssagend ohne Fruchtigkeit oder Süße. Der Abgang ist trocken, das Bitter lässt schnell nach.

Das Bier kann mich so nicht überzeugen. Ich bin aber überzeugt, dass sich daraus mit etwas zusätzlichem Aromahopfen und etwas zusätzlicher Malzsüße ein recht ordentliches alkoholfreies Bier entwickeln ließe.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen

Alkoholgehalt:

< 0,5 % Vol.

Brauerei:

Brauhaus Leikeim
Gewerbegebiet 4
96264 Altenkunstadt
www.leikeim.de

König Ludwig – Weissbier alkoholfrei

Die Schloßbrauerei Kaltenberg, besser bekannt als König Ludwig-Brauerei, ist eine der bekanntesten Brauereien in Bayern und in der Regel gefallen mir die Biere aus dieser biederbayerischen Brauerei recht gut. Umso mehr überrascht mich ein Blick auf das Etikett, da ich dort feststelle, dass dieses Bier ausschließlich mit Hopfenextrakt gebraut wurde. Ein Blick auf die Website der Brauerei, die im Übrigen die detailliertesten Informationen zu den Bieren anbietet, die ich bislang gesehen habe, bringt die nächste Überraschung ans Licht: im Bier sind ganze 0,001 % Hopfenextrakt enthalten, also wirklich ein Tausendstel Prozent. Da bin ich wirklich gespannt, ob es den Brauern gelungen ist, mit dieser minimalen Dosis Hopfenextrakt ein gut trinkbares Bier herzustellen.

Hell bernsteinfarben und leicht hefetrüb präsentiert sich das Bier im Glas. Darüber bildet sich eine voluminöse feste Schaumkrone, die lange erhalten bleibt. Optisch gibt es an diesem Bier nichts auszusetzen.

In der Nase machen sich getreidige Noten breit. Der stiltypische Bananenduft ist nur in Ansätzen vorhanden. Damit ist das Aroma etwas enttäuschend.

Der Antrunk ist recht trocken, dabei prickelnd und frisch. Damit empfiehlt sich dieses Bier als Durstlöscher an einem heißen Sommerabend. Auf der Zunge ist das Bier getreidig mit wenigen Bitterstoffen und auch eine Fruchtigkeit suche ich recht vergebens. Insgesamt macht das Bier im Mund keinen runden Eindruck. Der Abgang ist wenig bitter und er klingt kaum nach.

Bei diesem Bier dominiert das Malz von Anfang bis Ende. Als Durstlöscher ist es sicherlich geeignet, aber für den Genuss ziehe ich dann doch andere Biere vor.

Zutaten:

Wasser, Weizenmalz, Gerstenmalz, Hopfenextrakt, Hefe

Alkoholgehalt:

0,35 % Vol.

Stammwürze:

12,5° Plato

Brauerei:

König Ludwig GmbH & Co. KG
Schloßbrauerei Kaltenberg
Augsburger Str. 41
82256 Fürstenfeldbruck
www.koenig-ludwig-brauerei.com

Schneider Weisse – TAP3 – Mein Alkoholfrei

Langsam kündigt der Mai an, sich von seiner schönen Seite zu zeigen, um seinem Ruf als Wonnemonat gerecht zu werden. Da passt es doch, dass nun wieder einmal die Verkostung eines alkoholfreien Biers ansteht, des TAP3 Mein Alkoholfreies von Schneider Weiße. Nicht umsonst haben besonders die alkoholfreien Weizenbiere ihren Ruf, nach sommerlichen Aktivitäten die durch den Schweiß verlorengegangenen Reserven des Körpers wieder aufzufüllen. Das Problem ist bei vielen alkoholfreien Bieren aber der Geschmack. Da Alkohol ein Geschmacksträger ist, leidet beim Entzug des Alkohols auch der Geschmack, weshalb viele alkoholfreie Biere recht wässrig schmecken. Ich kenne nur wenige alkoholfreie Biere, die ich mit gutem Gewissen empfehlen kann. Der Brauerei Schneider würde ich es aber zutrauen, ein gutes alkoholfreies Weizenbier zu brauen. Darin bestärkt mich auch die Stiftung Warentest, die das TAP3 im Mai 2010 als bestes alkoholfreies Weißbier ausgezeichnet hat. Gleich werde ich wissen, ob ich der Brauerei zu viel zugetraut habe.

Bernsteinfarben und hefetrüb präsentiert sich das Bier im Glas. Beim Einschenken bildet sich sehr viel fester weißer Schaum, der sehr langsam in sich zusammenfällt. Es ist also sinnvoll, das Bier langsam einzuschenken und dabei das Glas schiefzuhalten, sonst kann sich der Konsument auf eine lange Wartezeit einstellen, bis sich der Schaum aufgelöst hat. Aber optisch ist an dem Bier nichts auszusetzen und wenn der Geschmack so gut ist wie die Optik…

Das Bier duftet angenehm nach Getreide, nach Banane, Hefe und Honig. Dann ist da noch ein leichtes anderes Aroma, es könnte sich um den Duft gekochter Maiskolben handeln. Ungewöhnlich, aber nicht schlecht. Da bekomme ich Lust auf den ersten Schluck.

Der Antrunk ist frisch und nicht zu süß. Leider enthält das Bier nur relativ wenig Kohlensäure, die dafür aber recht feinperlig ist. Keinesfalls sprudelt das Bier auch nur annähernd so kräftig wie auf der Abbildung auf der Produktseite in Schneiders Website. Aber eines lässt sich nicht abstreiten – der Antrunk ist schon mal sehr angenehm. Aber dann verteilt sich das Bier im Mund. Es ist ausgeglichen und mild, aber leider auch ohne Ecken und Kanten, daher ohne Charakter. Wie bei den meisten alkoholfreien Bieren wird der Geschmack etwas dünn. Auch der Abgang ist sehr neutral, mit wenig Bitter und praktisch ohne Nachklang.

Dieses Bier ist nicht schlecht, aber wenn ich es noch einmal trinke, als ersten Durstlöscher, bevor ich zu einem anderen Weizen übergehe.

Zutaten:

Wasser, Weizenmalz, Gerstenmalz, Gärungskohlensäure, Hopfen, Hefe

Alkoholgehalt:

< 0,5 %

Stammwürze:

6,5 %

Brauerei:

Schneider Weisse
G. Schneider & Sohn GmbH
93309 Kelheim
https://schneider-weisse.de

Klüvers – Alkoholfreies Weizen

Bis in die 1980er Jahre war Weizenbier eigentlich nur in Bayern bekannt. Dann machte es sich aber auf, ganz Deutschland zu erobern und besonders in den Sommermonaten erreichen die Weizenbiere in den Biergärten einen erheblichen Marktanteil. Jetzt steht ein Weizenbier aus Schleswig-Holstein vor mir, das aus der Braumanufaktur Klüvers in Neustadt/Holstein stammt. Dort betreibt die Familie Klüver seit dem Jahr 1993 in der alten Fischhalle das Neustädter Brauhaus, in dem es neben einer regional geprägten Brauhausküche auch neun ständige Biersorten sowie einige saisonale Sondersude zu verkosten gibt. Ein Besuch lohnt sich sicher. Jetzt steht das erste Bier aus der Braumanufaktur vor mir, das alkoholfreie Weizen.

Strohgelb und kräftig hefetrüb zeigt sich das Bier im Glas. Beim Einschenken bildet sich sehr viel weißer cremiger Schaum, der lange erhalten bleibt. Optisch hat Braumeister Steve Michalak schon mal alles richtiggemacht.

Das Aroma überrascht mich, ja, es irritiert mich sogar etwas. Eigentlich hatte ich einen fruchtigen Duft nach Malz, Banane und eventuell noch anderen Südfrüchten erwartet. Aber wonach duftet dieses Weizenbier? Die zweite Nase bringt es an den Tag: dieses Bier duftet intensiv nach Weizen, genauer gesagt nach frisch gemahlenem Weizenmehl. Ungewohnt, überraschend, aber wirklich gut. Hoffentlich kann das Bier diesen Eindruck auch weiter durchhalten.

Der Antrunk ist kaum süß und auch die Fruchtigkeit hält sich vornehm im Hintergrund. Wie beim Aroma steht auch hier eine kräftige Getreidigkeit im Vordergrund. Dazu kommen der sanfte Geschmack der Hefe und schnell auch eine leichte Bitternote. Insgesamt ist das Bier vollmundig, süffig und ausgewogen, aber mit einem eigenen Charakter. Der Abgang ist fruchtig und nur leicht bitter, klingt aber überraschend lange nach.

Dieses Weizenbier ist absolut anders als ich es erwartet hatte, aber es ist in seiner Unverwechselbarkeit wirklich gut.

Zutaten:

Brauwasser, Weizenmalz, Gerstenmalz, Hopfen, Hopfenextrakt,  Hefe

Alkoholgehalt:

< 0,5 % Vol.

Stammwürze:

12,5°Plato

Brauerei:

Klüvers Delikatessen
Manufaktur GmbH & Co. KG
Schiffbrücke 2-4
23730 Neustadt in Holstein
www.kluevers.com

BierSelect

Einbecker – Brauherren Alkoholfrei

In der nächsten Woche findet wie jedes Jahr die Industriemesse in Hannover statt, die ich aus beruflichen Gründen besuchen werde. Zeit also, sich mental darauf vorzubereiten. Damit beginne ich heute mit einem Bier aus dem südlichen Niedersachsen, dem Einbecker Brauherren Alkoholfrei. Mir fällt auf, dass das vordere Etikett nicht aussagt, dass es sich um ein Pils handelt; diese Information wird erst auf dem Rückenetikett verraten. Im Jahr 2012 wurde dieses alkoholfreie Bier durch die „Marketinggesellschaft der niedersächsischen Land- und Ernährungswirtschaft e. V.“ als Kulinarischer Botschafter Niedersachsens ausgezeichnet. Von diesem Bier des Brauhauses in Einbeck, dessen Geschichte bis ins Jahr 1371 zurückreicht, kann ich also einiges erwarten.

Bevor ich mich dem Bier zuwende will ich noch einige Worte zur Flasche verlieren. Unterhalb des Halses zeigt die Flasche erhaben den typischen Schriftzug der Brauerei. Das sieht zwar sehr gut aus, ist aber aus ökologischer Sicht ziemlich unsinnig. Etwa die Hälfte des Gewichts einer Bierkiste kommt vom Leergut. Da die Flaschen aufgrund der Beschriftung von anderen Brauereien nicht wieder befüllt werden können, müssen die geleerten Flaschen über teilweise weite Entfernungen wieder nach Einbeck zurücktransportiert werden. Der Energieverbrauch für den Transport des Bieres könnte durch Flaschen, die am Ort des Konsums erneut gefüllt werden, also um ein Drittel verringern. Damit werden die Vorteile des Mehrwegsystems zumindest teilweise ausgehebelt. As empfinde ich als etwas unsinnig. Die Ausführungen beziehen sich nicht nur auf die Flaschen aus Einbeck, sondern auf alle Flaschen, die nur von einer Brauerei verwendet werden können. Aber kommen wir zum Bier.

Bereits beim Öffnen der Flasche steigt mir der Duft des Hopfens in die Nase. Das gefällt mir schon mal. Daher zögere ich auch nicht und schenke mir das Bier ein. Leuchtend hellgelb präsentiert sich das Bier im Glas. Darüber bildet sich eine weiße Krone aus feinporigem Schaum, der auch recht lange erhalten bleibt. Zusätzlich sehe ich eine ordentliche Menge Kohlensäure. Optisch macht das Bier also richtig was her.

Das Aroma ist malzig und grasig mit einem Hauch Vanille. So erwarte ich es auch von einem guten Pils. Nehme ich also den ersten Schluck.

Der Antrunk ist spritzig und frisch. Genau richtig an einem warmen Sommertag. Als sich das Bier im Mund verteilt zeigt sich ein kräftiges und angenehmes Bitter, während das Malz ganz weit in den Hintergrund tritt. Dadurch wirkt das Bier nicht so richtig ausgewogen. Das ist aber ein Schwachpunkt, den ich bei vielen alkoholfreien Bieren feststelle. Alkohol ist nun mal ein wichtiger Geschmacksträger. Das kann ich also dem alkoholfreien Einbecker Brauherrenpils nicht vorwerfen. Der Abgang ist dann ebenfalls angenehm bitter und der Geschmack klingt recht lange nach.

Insgesamt ist das Einbecker Brauherren Alkoholfrei ein wirklich gutes alkoholfreies Bier, auch wenn es teilweise das geschmackliche Defizit alkoholfreier Biere mitbringt. Aber mit diesem Defizit kann der Konsument sicher leben.

Zutaten:

Brauwasser, Gerstenmalz, Hopfen

Alkoholgehalt:

< 0,5 %

Brauerei:

Einbecker Brauhaus AG
Papenstr. 4-7
37574 Einbeck
www.einbecker.de

BierSelect

Diebels Alkoholfrei

Nun steht ein Altbier aus dem Angebot des größten Brauereikonzerns der Welt vor mir, das Diebels Alkoholfrei. Die Brauerei beschreibt dieses Bier auf ihrer Website so: „Gebraut nach dem Deutschen Reinheitsgebot und unter höchsten Diebels Qualitätsstandards. Diebels Alkoholfrei bietet ein erfrischendes Geschmackserlebnis und ist ein idealer Durstlöscher nach dem Sport. Höchste Qualität bewahrt den echten Diebels Geschmack. Auch wenn Sie der Fahrer sind: Mit unserem Diebels Alkoholfrei können Sie getrost anstoßen. Und Sie können sich sicher sein: Bei diesem erfrischenden, geschmackvollen Bier werden Sie bestimmt nicht merken, dass es auch noch kalorienarm und alkoholfrei ist!“ Dann wollen wir doch mal sehen, ob das Bier dieser Beschreibung entspricht.

Dunkel bernsteinfarben zeigt sich das Bier im Glas. Es bildet sich eine sehr voluminöse Schaumkrone, die auch lange erhalten bleibt.

Das Aroma ist malzbetont. Röststoffe sowie ein leichter Duft nach Pumpernickel steigen mir in die Nase.

Der Antrunk trumpft mit einer leichten Süße sowie einer ordentlichen Dosierung feinperliger Kohlensäure auf. Insgesamt macht das Bier im ersten Moment einen recht frischen Eindruck. Auf der Zunge kommt ein leichtes Bitter dazu. Der Geschmack erinnert entfernt an Schokolade. Aber irgendetwas fehlt im Geschmack, so dass das Bier keinen wirklich runden Eindruck macht. Der Abgang ist schlank und wenig bitter. Er klingt nur sehr kurz nach.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen

Alkoholgehalt:

< 0,5 % Vol.

Brauerei:

Brauerei Diebels GmbH & Co. KG
Brauerei-Diebels-Straße 1
D-47661 Issum
www.diebels.de

Liebhart‘s Bio Weizen alkoholfrei

Dem Liebhart’s Bio Weizen alkoholfrei, das jetzt vor mir steht, wird nicht nachträglich der Alkohol entzogen. Es wird auf natürliche Weise gebraut, ohne Alkohol entstehen zu lassen. damit verbleiben auch das volle Aroma und alle wertvollen Bestandteile im Bier und ich erwarte auch einen volleren Geschmack.

Goldgelb strahlt mir das Bier entgegen. Was mich nur verwundert ist die fast nicht vorhandene Hefe. Nur eine sehr leichte Trübung ist zu erkennen, das Bier ist fast kristallklar. Gut gefällt mir dagegen die Schaumkrone, feinporig und reinweiß. Sie bleibt lange Zeit erhalten.

Das Bier duftet nach Malz und Karamell, nach Trockenfrüchten und Bananen. Allerdings ist der Bananenduft bei weitem nicht so ausgeprägt wie bei den meisten Weizenbieren. Das ist aber vermutlich der Tatsache geschuldet, dass es sich hier um ein alkoholfreies Bier handelt.

Der Antrunk zeigt erstaunlich wenig Süße, wirkt durch die gut dosierte Kohlensäure aber frisch. Während sich das Bier auf der Zunge verteilt, stelle ich fest, dass der Geschmack fast ausschließlich durch das Malz bestimmt wird, während sich der Geschmack des Hopfens diskret im Hintergrund hält, so dass er praktisch nicht zum Tragen kommt. Auch im Abgang kann ich kaum Bitterstoffe feststellen.

In meinen Augen hält das Bier nicht, was das Etikett verspricht. Schade. Die anderen Biere von Liebhart’s haben mir eigentlich alle recht gut gefallen.

Zutaten:

Wasser, Weizenmalz, Gerstenmalz, Hopfen

Alkoholgehalt:

< 0,5 % Vol.

Stammwürze:

10° Plato

Brauerei:

Liebhart’s Privatbrauerei GmbH & Co. KG
Am Geldkamp 6
32758 Detmold
www.residenz-biere.de

Paulaner Hefe-Weißbier Alkoholfrei

Nun steht mal wieder ein alkoholfreies Hefe-Weißbier vor mir, das Paulaner Hefe-Weißbier alkoholfrei. Bei Stiftung Warentest wurde das Bier im Jahr 2010 mit „befriedigend“ getestet. Dabei wurde die Sensorik mit „gut“ bewertet, woraus ich schließe, dass Paulaner hier ein ganz passables Bier abgeliefert hat. Irgendetwas müssen die Brauer in München auch richtig gemacht haben, da sie ansonsten nicht im Jahr 2016 erstmals mehr als eine Million Hektoliter Bier exportiert hätten. Obwohl – Quantität geht nicht immer Hand in Hand mit der Qualität. Sehen wir mal, wie sich dieses Bier so macht.

Bernsteinfarben und naturtrüb steht das Bier im Glas. Für ein Weizenbier bildet sich relativ wenig Schaum, der aber lange erhalten bleibt. Dass es nur so wenig Schaum gibt liegt vermutlich daran, dass es sich um ein alkoholfreies Bier handelt.

Das Aroma ist stiltypisch. Düfte nach Banane, Karamell und Gewürznelken steigen mir in die Nase.

Der Antrunk ist leicht süß und auf den ersten Eindruck gefällt mir bereits die gut dosierte feinperlige Kohlensäure. Auf der Zunge kommt eine leichte fruchtige Säure dazu, eigentlich fast nur ein Hauch. Das Bier macht keinen wirklich runden Eindruck, ist aber trotzdem süffig. Der Abgang ist fast ohne Bitterstoffe und er klingt auch kaum nach. Das hätte ich fast erwarten können, denn Hopfen steht in der Zutatenliste ganz hinten.

Nach einem ansprechenden Anfang lässt das Bier doch ziemlich nach. Zum Löschen des Durstes an einem heißen Sommertag ist es sicher gut geeignet, aber ansonsten ziehe ich so manches andere Bier vor.

Zutaten:

Wasser, Weizenmalz, Gerstenmalz, Gärungskohlensäure, Hefe, Hopfen

Alkoholgehalt:

< 0,5 % Vol.

Brauerei:

Paulaner Brauerei Gruppe GmbH & Co. KG
Ohlmüllerstr. 42
84541 München
www.paulaner.de

Krombacher Weizen Alkoholfrei

Dass ich alkoholfreien Bieres kritisch gegenüberstehe (zumindest was den Genusswert betrifft), habe ich schon mehrfach geschrieben und ich will es an dieser Stelle nicht wiederholen. Allerdings billige ich den alkoholfreien Weizenbieren durchaus eine Existenzberechtigung zu, da sie im Sommer ein hervorragender Durstlöscher sind. Das Weizen von Krombacher, das jetzt vor mir steht, hat Ende 2010 von der Stiftung Warentest eine gute Beurteilung erhalten, so dass ich an dieses Bier doch so einige Erwartungen habe. Die besten Einzelbeurteilungen hat das Bier übrigens für die Haltbarkeit des Schaums sowie für seine Schadstoffe erhalten (na gut, für die nicht vorhandenen Schadstoffe). Na, dann wollen wir doch mal sehen, wie sich das alkoholfreie Weizen aus Krombach so macht.

Bernsteinfarben und hefetrüb macht das Bier im Glas eine gute Figur, besonders wenn ich noch den sehr reichlich vorhandenen festen Schaum betrachte, der sich nur langsam auflöst.

Das Aroma verpasst mir aber sofort wieder einen Dämpfer, denn es ist recht schwach. Düfte nach Banane und Hefe steigen mir in die Nase, dazu im Hintergrund etwas Nelke. Auch das Aroma könnte mir gefallen, wenn es bloß deutlich kräftiger ausgeprägt wäre.

Der Antrunk ist recht süß und ich stelle fest, dass das Bier nur wenig Kohlensäure enthält. Auf der Zunge zeigt sich das Bier unspektakulär. Ich schmecke Teig und Hefe, stiltypisch aber nicht intensiv. Der Abgang ist sehr mild und der Nachklang ist schwach und kurz.

Es gibt etliche alkoholfreie Weizenbiere, die mir erheblich besser gefallen. Noch ein Hinweis zum Abschluss: Krombacher hat zwei unterschiedliche alkoholfreie Weizenbiere im Angebot, das Krombacher Weizen alkoholfrei und das Krombacher Weizen 0,0. Als alkoholfrei dürfen Biere mit weniger als 0,5 % Vol. Alkoholgehalt bezeichnet werden, das Krombacher Weizen 0,0 enthält weniger als 0,05 % Vol. Alkohol.

Zutaten:

Wasser, Weizenmalz, Gerstenmalz, Hopfen, Hopfenextrakt, Gärungskohlensäure, Hefe

Alkoholgehalt:

0,4 % Vol.

Stammwürze:

7,9° Plato

Brauerei:

Krombacher Brauerei
57223 Krombach
www.krombacher.de

Benediktiner Weissbier Alkoholfrei

Jetzt steht das alkoholfreie Weißbier vor mir, das von der hessischen Licher Privatbrauerei für die Benediktiner Weissbräu GmbH in Ettal gebraut wird. Beide Unternehmen gehören zur Bitburger-Gruppe. Na ja, dann wollen wir mal sehen, wie sich das Bier so macht.

Rotgolden ist das Bier. Dass die Hefe ausgeflockt ist, liegt vermutlich daran, dass das Bier bei mir längere Zeit rumgestanden hat. Das kann ich der Brauerei nicht vorwerfen. Aber dass keinerlei Kohlensäure zu sehen ist, erstaunt mich dann doch. Über dem Bier bildet sich eine durchschnittliche Menge feinporiger Schaum, der auch durchschnittlich schnell in sich zusammenfällt.

Das nicht stark ausgeprägte Aroma ist leicht süßlich nach Toffee, dazu einige säuerliche Noten. Auch ein leichter Duft nach Rosinen steigt mir in die Nase.

Der Antrunk ist von mittlerer Süße. Dabei stört mich aber, dass das Bier zwar eine sehr feinperlige Kohlensäure enthält, dass davon aber nur wirklich wenig vorhanden ist. Auf der Zunge ist das Bier sehr schlank und mit einer süß-säuerlichen Fruchtigkeit eigentlich nicht schlecht. Nur die kaum vorhandene Kohlensäure lässt das frisch eingeschenkte Bier beinahe abgestanden erscheinen. Der Abgang ist leicht fruchtig und ich vermisse jegliche Bitterstoffe.

Zutaten:

Wasser, Weizenmalz, Gerstenmalz, Hopfen, Hefe

Alkoholgehalt:

< 0,5 % Vol.

Stammwürze:

7,2 %

Brauerei:
Licher Privatbrauerei Jhring-Melchior GmbH

In den Hardtberggärten
35423 Lich
www.licher.de

für

Benediktiner Weißbräu GmbH
Kaiser-Ludwig-Platz 1
82488 Ettal
www.benediktiner-weissbier.de