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Nationalmannschaft der Bier-Sommeliers trainiert für fünften WM-Titel

In Deutschland gibt es mittlerweile knapp 3.000 ausgebildete Sommelièren und Sommeliers für Bier, die teils in Restaurants oder Brauereien, Fachhandel, Braukursen oder Webinaren einem interessierten Publikum deutsche und internationale Bierstile präsentieren. Der Verband der Diplom-Biersommeliers, der 1.800 Sommeliers vertritt, freut sich über das hohe Interesse an der Ausbildung: „In einer Zeit, in der Konsumenten immer mehr Wert auf Qualität, Regionalität und Geschmack legen, wird die Rolle der Sommeliers immer wichtiger. Sie schaffen Wertschätzung für Biervielfalt, machen handwerklich gebraute Spezialitäten erlebbar und vermitteln mit Enthusiasmus und Wissen die sensorischen Besonderheiten“, so Nicola Buchner, Geschäftsführerin des Verbandes der Diplom-Biersommeliers.

2025 wird zum achten Mal in einem internationalen Wettbewerb die Weltmeisterin oder der Weltmeister der Biersommeliers gesucht. Vorab finden weltweit in vielen Ländern nationale Meisterschaften statt. Zum Finale der Weltmeisterschaft am 13./14. September 2025 in der Messe München reisen Teams aus der ganzen Welt an. Bis zu 100 Bier-Experten aus 15 Ländern werden zur WM in München erwartet. Das deutsche Team gehört zu den Favoriten, denn mit Sebastian Priller aus Augsburg 2011, Oliver Wesseloh aus Hamburg 2013, Stephan Hilbrandt aus Bonn 2017 und Elisa Raus aus Stralsund im Jahr 2019 haben deutsche Sommeliers bereits viermal den Weltmeistertitel geholt.

Die amtierende Deutsche Meisterin und Team-Kapitänin Jutta Knoll aus Bonn ist zuversichtlich, dass die Nationalmannschaft im September erneut erfolgreich abschneiden und den fünften WM-Titel nach Deutschland holen kann. Die Nationalmannschaft besteht aus zwei Frauen und 14 Männern, die sich gemeinsam fortbilden und Trainingslager absolvieren. „Wir haben längst mit den Vorbereitungen begonnen und trainieren sehr hart und mit viel Hingabe für die Meisterschaft“, sagt Jutta Knoll. „Das Training ist abwechslungsreich, anspruchsvoll und fordert all unsere Sinne heraus.“ Denn Biersommeliers seien weit mehr als nur Verkoster – „wir sind Geschichtenerzähler und Botschafter des Genusses“, sagt die Bierexpertin aus Bonn. Die Unterschiede zwischen den internationalen Bierstilen seien oft nur feinste Nuancen. „Deshalb schärfen wir gezielt unsere Sensorik und erarbeiten im Team die Besonderheiten jeder Kreation – von ihrer Geschichte über die passenden Food Pairings bis hin zum perfekten Genusserlebnis“, so die Deutsche Meisterin.

Der Deutsche Brauer-Bund als Dachverband der 1.500 Brauereien in Deutschland begleitet und unterstützt die Bewegung der Sommeliers seit Jahren. „Bier ist weit mehr als nur ein Getränk, es ist ein Kulturgut mit einer faszinierenden Vielfalt an Aromen, Braustilen und Traditionen“, so DBB-Hauptgeschäftsführer Holger Eichele. „Biersommeliers sind die Experten, die diese Welt für Genießer, Gastronomen und die gesamte Bierbranche erschließen.“ Der DBB blickt positiv in die Zukunft, was das Berufsbild betrifft, denn die Nachfrage nach hochwertiger Beratung, sensorischer Expertise und der Entwicklung neuer Biere wachse stetig. Diesen Trend bestätigt auch Nicola Buchner vom Verband der Diplom-Biersommeliers. Sie betont, die Ausbildung zum Biersommelier eröffne vielfältige Karrierewege – von der Bierberaterin in der Gastronomie über die Produktentwicklung in Brauereien bis hin zum Eventmanagement und zur Weiterbildung von Fachkräften. „Besonders die große Bandbreite an Bierstilen, Aromen und Einsatzmöglichkeiten eröffnet Biersommeliers unzählige Möglichkeiten, Bier erlebbar zu machen.“

Mitglieder der Nationalmannschaft der Bier-Sommeliers unter der Teamleitung der Deutschen Meisterin Jutta Knoll (Bonn) sind Florian Bauer (Berlin), Martin Blickhan (Grafing b. München), Dr. Markus Fohr (Lahnstein), Peter Heßler (Fürth), Sebastian Hohentanner (Tokio), Philipp Ketterer (Hornberg/Schwarzwald), Dang-Stefan La Hong (Hamburg), Melanie Leutenegger (Leipzig), Thomas Pilawa (Geisenfeld/Hallertau), Thorsten Sander (Hannover), Franz van Hops (Leipzig), Matthias Willig (Aschaffenburg), Jürgen Wöhrle (Schenkenzell), Andreas Wölker (Alpirsbach) und Karsten Zinsik (München).

21. 3. – 22. 3. 2025: Craft Beer Festival Mainz

Das Craft Beer Festival feiert sein 10jähriges Jubiläum – und das gleich doppelt. Zusätzlich zur gewohnten Stelle in Frankfurt, findet das Festival auch am 21. und 22. März in Mainz in der Halle 45 statt.

Seit zehn Jahren bringt das Festival Bierliebhaber und Braukünstler zusammen, um die bunte Welt der Craft Biere zu zelebrieren. Was einst klein begann, ist heute ein Highlight in der Bierkultur-Szene. Hier die Aussteller in Mainz:

  • Ale Browar
  • Atelier Vrai
  • Bevog
  • Biergenussverbindet
  • Black Rebel Brewing
  • Blauer Tapier
  • Blech.Brut
  • Brausportgruppe e.V. Rhein-Main
  • Brausturm
  • Brewski
  • Cerveja Musa
  • Destille Kaltenthaler
  • Eremita Braukunst
  • Faselbräu
  • Felwila Brauerei
  • Frankfoods
  • Frau Gruber
  • Frittenwerk
  • Glaabsbräu
  • Granda Birra
  • Handwerksbrauerei Zwanzger
  • Higgins Ale Works
  • Hoppfebräu
  • Kalk Bräu
  • Kuehn Kunz Rosen
  • Lahnsteiner Brauerei
  • Lervig
  • Les Intenables
  • Lieber Waldi
  • Liquid Story Brewing Co.
  • Mikkeler
  • Mundpropaganda
  • naïv
  • Nepomucen
  • Northern Monk
  • Octobräu
  • One PintPinta Barrel Brewing
  • Põhjala
  • Quellmalz
  • Rheinhessenbräu
  • Rock’n  Roll Streetfood
  • Salama Brewing Co.
  • Schwarze Rose
  • SinghBräu
  • Star-Waffles
  • The Fabulous Birdy Beer
  • The Sisters Brewery
  • Truck Up
  • Unverhopft
  • White Dog Brewery
  • Zum WØL BrauArt

Es sind also auch der ein oder andere Winzer und Spirituosenhersteller am Start. Und bei diesem Lineup sind die 13 Euro Eintritt pro Tag bzw. 20 Euro für beide Tage sicherlich nicht übertrieben.

4. 4. – 6. 4. 2025: Hop on Hop off-Festival Breda

Das Hop On Hop Off Festival in Breda ist nicht nur ein Festival für Bierspezialitäten. Es ist das größte Festival für Bierspezialitäten und Foodtrucks in den Benelux-Ländern. Die Veranstaltung findet bereits zum sechsten Mal statt und es werden Brauereien aus ganz Europa anreisen, genau wie Food Trucks und vieles mehr. In einer attraktiven Umgebung können Sie Vorführungen, Food-Pairing, Sitz- und Entspannungsbereiche mit DJs, Live-Musik und Pub-Spiele genießen. Auch Kinder können sich daran erfreuen. Unter Aufsicht vergnügen sie sich im Karaoke-Bus, mit Kunsthandwerk, Kinderschminken und der Hüpfburg.

Das Festival ist barrierefrei und gut an den Öffentlichen Personennahverkehr angeschlossen? Zusätzlich zu den regulären Bussen verkehren zusätzliche Hop-On-Hop-Off-Shuttlebusse. Bevorzugen Sie ein Taxi? Das ist ebenfalls schnell gerufen.

Das Hop on Hop off-Festival 2025 findet statt am

  • Freitag, den 4. April, 16.00 Uhr – 23.00 Uhr
  • Samstag, den 5. April, 13.00 Uhr – 23.00 Uhr
  • Sonntag, 6. April, 13.00 Uhr – 21.00 Uhr

Veranstaltungsort ist die Kunsteisbahn in Breda, Niederlande.

Rhaner – Maxi-Bock

Die Ursprünge der Brauerei Rhanerbräu reichen weit zurück. Erstmals wurde die Brauerei im Jahr 1283 erwähnt und befindet sich seit 1776 im Besitz der Familie Bruckmayer, die ihre Leidenschaft für gutes Bier in jeder Generation weitergegeben hat. Auf diese Weise hat sich Rhanerbräu im Laufe der Zeit einen Namen als traditionsbewusstes und gleichzeitig innovationsfreudiges Unternehmen erarbeitet. Eines der Biere, die aus der ostbayrischen Brauerei stammen, ist der Maxi-Bock, der jetzt vor mir steht.

Dunkel mahagonifarben präsentiert sich das Bier im Glas. Die elfenbeinfarbene Schaumkrone bleibt sehr lange erhalten. Optisch ist an diesem Bier schon mal nichts auszusetzen.

Noch besser als die Optik gefällt mir aber das Aroma. Ich rieche Karamell und Kaffee, dazu geröstete Haselnüsse, Vanille und Kandis. Das macht richtig Lust auf den ersten Schluck.

Der Antrunk hält gleich eine Überraschung für mich bereit: auch wenn die Süße stiltypisch im Mittelpunkt steht, ist das Bier nicht so süß wie ich es aufgrund des Aromas erwartet habe. Dazu kommt noch die sehr feinperlige Kohlensäure. Der erste Eindruck, den der Maxi-Bock aus Rahn im Mund macht, ist einfach Eleganz. Auf der Zunge gesellt sich der Geschmack nach Karamell zur Süße und sorgt gemeinsam mit den Kaffeetonen für ein weiches Mundgefühl. In der Kehle ist das Bier überraschend mild und kurz kommt eine angenehme Fruchtigkeit auf, die an Kirschen erinnert.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Röstmalzbier, Hopfen

Alkoholgehalt:

6,5 % Vol.

Farbe:

28 EBC

Brauerei:

Rhanerbräu GmbH & Co. KG
Rhan 9
93488 Schönthal – Rhan
www.rhaner.de

23. März 2025: Craft Beer Festival Eindhoven

Am Sonntag, den 23. März 2025, verwandelt sich De Mispelhoef in Eindhoven während des Craft Beer Festivals Eindhoven in das Mekka für Bierliebhaber. Von 13:00 bis 19:00 Uhr können Sie eine exklusive Auswahl an niederländischen und internationalen Craft-Bieren genießen. Speciaalbierkoning.nl und The Beer Professor bündeln ihre Kräfte, um ein unvergleichliches Sortiment anzubieten, das von erfrischenden sauren Bieren über kraftvolle amerikanische IPAs bis hin zu reichhaltigen fassgereiften Varianten reicht. Darüber hinaus gibt es jede Menge preisgünstige Topper, so dass jeder in den Genuss dieses Bierspektakels kommen kann.

Das Besondere an dem Festival ist die einzigartige Lage: De Mispelhoef bietet sowohl eine attraktive Umgebung im Freien als auch bei schlechtem Wetter in einem überdachten Bereich zu feiern. Damit ist das Festival die perfekte Gelegenheit, um mit Freunden in gemütlicher Atmosphäre neue Biere zu entdecken. Markieren Sie den 23. März in Ihrem Kalender und verpassen Sie nicht die Gelegenheit, die Welt der Bierspezialitäten zu entdecken.

Die Klosterbrauerei Neuzelle bietet ihren Winterbock derzeit mit 10 % Rabatt an

Langsam geht der Winter seinem Ende zu – und es ist an der Zeit, das Lager mit den Winterbieren zu leeren. Viele Händler verkaufen die Winterbiere jetzt im Sonderangebot. Die Klosterbrauerei Neuzelle macht da keine Ausnahme und bietet ihren Winterbock bis zum 20. März mit 10 % Rabatt an – und das bei versandkostenfreier Lieferung. Geben Soe einfach den Rabatt-Code „Bock25“ ein.

Ich habe den Winterbock in diesem Blog bereits beschrieben. Hier der Vollständigkeithalber die Beschreibung der Brauerei: „Mit seiner kräftigen Schaumkrone und dem bernsteinfarbenen Glanz lädt der kaltgehopfte Winterbock zu genussvollen Momenten ein. Malzige Wärme verbindet sich mit erfrischenden Polaris-Hopfen-Noten, ergänzt durch süße Toffee- und Bananennuancen sowie würzige Aromen von Zimt und Zitronenmelisse.“

Nachtraaf – Wild Cherry

Die Biermarke Nachtraaf wurde Ende 2016 in Diksmuide gegründet und brachte zunächst 3 Varianten auf den Markt: ein Dubbel-Bruin bei 7°, ein Tripel-Blond bei 9° und ein Quadrupel-Dark bei 10°. Alle Biere sind mit obergäriger Hefe gebraut und wurden in der Flasche erneut vergoren.

Im Laufe der Zeit hat Nachtraaf das Sortiment um einige durstlöschende Terrassenbiere wie De Witte Raaf, Westflämisches Oud Bruin, Zomers Blondje, Wild Cherry und Hoppy I.P.A. Jetzt steht vor mir das Wild Cherry. Es hat bei der Brussels Beer Challenge im Jahr 2023 die Silbermedaille gewonnen. Ich kann also davon ausgehen, dass dieses Bier auch mir gefallen wird.

Rot wie Kirschsaft macht das Bier optisch schon mal eine gute Figur. Die feinporige rosafarbene Schaumkrone bleibt lange erhalten.

Wie bei der Farbe spielt auch im Aroma die Kirsche die zentrale Rolle. Aber auch der Alkohol kommt zu seinem Recht, so dass das Bier wie eine Mischung aus Kirschwein und Kirschtorte duftet. Im Gegensatz zu einigen anderen Kirschbieren aus Belgien wirkt das Aroma in diesem Fall absolut natürlich, nicht wie aus der Retorte.

Der Antrunk zeichnet sich durch eine zurückhaltende Süße sowie eine feinperlige Kohlensäure aus. Mir fällt auf, dass die Kohlensäure für ein Kriek überraschend reichlich dosiert ist. Auf der Zunge gesellt sich eine leichte fruchtige Säure zur Süße und sorgt für eine angenehme Vollmundigkeit. Der Geschmack der Kirschen steht zusammen mit einem Hauch Vanille immer im Vordergrund. In der Kehle wird die Säure kurz kräftiger und auch jetzt kann ich keine Bittere schmecken.

Das Nachtraaf Kriek ist ein sehr schön fruchtiges Bier. Obwohl das Bier nach der Zutatenliste mit Kirschen gebraut wurde, nicht mit Kirschsaft, kann ich zu keinem Zeitpunkt das typische Bittermandelaroma schmecken, das die Kirschkerne abgeben. Aber so ist es ein ausgewogenes und leicht zu trinkendes Kirschbier, das sich gut als Kriek für Einsteiger eignet.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Kirschen, Hopfen, Hefe, Zucker

Alkoholgehalt:

6,5 % Vol.

Bittereinheiten:

14 IBU

Brauerei:

De Nachtraafbrouwers
Vlaslaan 15
8600 Diksmuide
Belgien
www.nachtraafbier.be

Naabecker – Bock Hell

Mitten in einer malerischen Landschaft der Oberpfalz, umgeben von Geschichte und Tradition, liegt die Schlossbrauerei Naabeck – ein Ort, an dem jahrhundertealte Braukultur auf moderne Innovationsfreude trifft. Die Brauerei, die in einem liebevoll restaurierten Schloss untergebracht ist, begeistert mit einem unverwechselbaren Ambiente und einem Sortiment, das Tradition und Kreativität harmonisch vereint.

Ursprünglich wurde das Schloss Naabeck als Adelsresidenz erbaut und diente über die Jahrhunderte als kulturelles und gesellschaftliches Zentrum der Region. Heute bildet es den einzigartigen Rahmen für die Brauerei, in der die Kunst des Bierbrauens fortgeführt wird. Die Betreiber haben es sich zur Aufgabe gemacht, den historischen Charme des Schlosses zu bewahren und gleichzeitig mit modernen Brauverfahren neue Maßstäbe zu setzen. So verschmilzt das Beste aus beiden Welten: Die solide Basis traditioneller Rezepte und die Experimentierfreude eines zukunftsorientierten Betriebs.

Die Philosophie des Hauses lautet: Bier ist mehr als nur ein Getränk – es ist ein Erlebnis, das Geschichten erzählt. So spiegelt jede Biersorte der Schlossbrauerei Naabeck die Historie des Schlosses, die Leidenschaft der Braumeister und die Verbundenheit zur Region wider. Jetzt steht vor mir das helle Bockbier der Brauerei, bereit für seine Verkostung.

Intensiv goldfarben und kristallklar strahlt mir das Bier aus dem Glas entgegen. Die feinporige Schaumkrone bleibt sehr lange erhalten. Optisch ist das Bier auf jeden Fall 1a.

Das Bier duftet stiltypisch nach Brotkrume, abgerundet durch einige blumige Noten des Hopfens. Für ein helles Bockbier ist das Naanbecker eher schwach gehopft. Aber als Niedersachse habe ich wohl einen anderen Blick auf die Menge des verwendeten Hopfens als ein Bayer.

Der Antrunk ist recht süß und das Bier punktet mit einer angenehmen feinperligen Kohlensäure. Die brotige Malzsüße bleibt auf der Zunge erhalten und jetzt fehlt mir wirklich eine großzügigere Hopfengabe. Der intensive Geschmack des Malzes sorgt für ein weiches und rundes Mundgefühl. Erst in der Kehle kann ich eine freundliche Bittere feststellen, die dann aber recht lange nachklingt.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen

Alkoholgehalt:

6,4 % Vol.

Stammwürze:

16,7° Plato

Farbe:

10 EBC

Brauerei:

Schlossbrauerei Naabeck GmbH & Co. KG
Naabecker Straße 13
92421 Schwandorf
www.naabecker.de

Hildesheimer Braumanufaktur – Rotschlump

Jetzt habe ich ein Bier aus der Hildesheimer Braumanufaktur vor mir stehen. Mit den Bieren von Jan und Malte habe ich bislang vorwiegend gute Erfahrungen gemacht. Diesmal erwarte ich aber etwas ganz besonderes. Die beiden Brauer beschreiben ihr Bier so: „Vorbild für dieses Sauerbier sind die großen Rotbiere aus Westflandern. Durch eine teils mehrjährige Lagerung im Holz entsteht mittels wilder Hefen und Milchsäurebakterien ein unverwechselbarer Charakter. Säuerlich & wild! Ein guter Einstieg in die Welt der langgereiften Sauerbiere. Übrigens: Die Kulturen hat Malte bereits 2014 angezüchtet und schon in Wien für ein ‚Flanders Red‘ genutzt.“ Na, da bin ich aber mal gespannt, welches Ergebnis die beiden erzielt haben.

Bevor ich die Flasche öffne will ich mich aber noch dem Namen des Bieres widmen. Zunächst dachte ich, dass am Ende des Namens ein „f“ vergessen worden wäre und dass das Bier den blauen Kobolden gewidmet sei, die der Feder des belgischen Autoren und Zeichners Pierre Culliford entsprungen sind. Das würde dann ja zur belgischen Hefe passen. Aber es gibt noch eine andere mögliche Herkunft des Namens: Schlump ist die niederdeutsche Bezeichnung für Schlamm. Rotschlump wäre dann Rotschlamm. Allerdings ist Rotschlamm ein giftiges Abfallprodukt bei der Herstellung von Aluminium. Weshalb sollte jemand ein Bier danach benennen? Ich glaube, wenn ich das nächste Mal in der Braumanufaktur bin, werde ich mal nachfragen. Bis dahin können Sie selber entscheiden, ob Sie ein Bier im Gedenken an rot angemalte Kobolde oder im Gedenken an Giftmüll trinken wollen. Ich werde jetzt jedenfalls versuchen, das Bier unvoreingenommen zu verkosten.

Rotbraun und mit leichter Hefetrübung präsentiert sich das Bier im Glas. Der Schaum, der beim Einschenken entsteht, löst sich stiltypisch recht flott auf.

Anfangs duftet das Bier nach Rotwein, aber bald ersetzen die Aromen nach gutem Essig und Kandis, nach Holz, Karamell und roten Früchten den Duft. Ich bin wirklich gespannt, wie sich das Bier auf der Zunge macht.

Der Antrunk zeichnet sich durch eine leichte Süße sowie eine feinperlige und sanfte Kohlensäure aus. Auf der Zunge tritt sofort die Säure in den Mittelpunkt, aber sie überdekct die anderen Aromen nicht. Auch der Malzkörper kommt mit Karamell und brotigen Noten zu seinem Recht. Jetzt taucht auch eine Fruchtigkeit auf, die an gelbe Birnen erinnert. Die holzigen Noten verbinden die Aromen und schaffen ein sehr angenehmes Gesamtbild. In der Kehle kann ich erstmals eine leichte Bittere feststellen, die gut mit der Säure harmoniert.

Das Rotschlump ist ein vergleichsweise einfach zu trinkendes Sauerbier. Häufig sind fassgereifte Sauerbiere mir zu komplex, aber das Rotschlump überfordert mich nicht und lädt mich ein, an einem warmen Sommerabend auf dem Balkon eine weitere Flasche zu trinken.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen, Hefe, Zucker

Alkoholgehalt:

7,8 % Vol.

Brauerei:

Hildesheimer Braumanufaktur
Jan Pfeiffer und Malte Feldmann GbR
Goslarsche Landstr. 15
31135 Hildesheim
www.hildesheimer-braumanufaktur.de

Österreich: Bierausstoß wächst auf mehr als 10 Mio. Hektoliter an

Die Bierbranche in Österreich blickt auf ein „erfreulich stabiles“ Jahr 2024 zurück: Der Gesamtausstoß im Vorjahr (Bier inkl. alkoholfreiem Bier und Export) belief sich auf 10,09 Mio. Hektoliter – das ist ein Plus von 1,1 Prozent zum Jahr 2023. Während der Inlandsabsatz von Bier und alkoholfreiem Bier bei 8,53 Mio. Hektoliter auf Vorjahres-Niveau lag, stieg der Export um erfreuliche neun Prozent auf 1,56 Mio. Hektoliter an. Für Karl Schwarz, Obmann des Verbandes der Brauereien, „ein angesichts der Umstände durchaus respektables Ergebnis.“ Für ihn zeigt sich, „dass die österreichische Brauwirtschaft in all ihrer Diversität trotz der Vielzahl an Krisen unglaublich resilient ist und dabei auch noch Weitblick durch die richtigen Akzente beweist.“ Für 2025 zeigt sich die Branche optimistisch – unter anderem, weil der boomende Saison- und Städtetourismus, der sich auf den Bierkonsum positiv auswirkt, auch in diesem Jahr wieder auf Rekord-Niveau liegen soll. Große Erwartungen setzt die Branche weiter auf alkoholfreie Biere.

2024 war – ähnlich wie bereits 2023 – durchwegs „fordernd“ für die heimische Brauwirtschaft: Der Kostendruck auf die Brauereien durch teure Energie und hohe Lohnabschlüsse bleibt nach wie vor erheblich, die Veränderung der Absatzmärkte und die Konsumzurückhaltung – vor allem in der Gastronomie – manifestierten sich. „Nach vielen Jahren nahezu kontinuierlichen Wachstums zeigen sich vor allem beim Inlandsabsatz die veränderten Marktbedingungen“, analysiert Karl Schwarz. Auch die heimische Branche könne sich nicht dem weltweiten Rückgang im Bierkonsum entziehen. Dennoch: „Österreichisches Bier behauptete sich auch 2024 in einem rückläufigen Markt gut.“ 2024 wurde von heimischen Brauereien 9,48 Mio. hl Bier produziert, davon gingen mehr als 1,26 Mio. hl in den Export. Das „Mini-Minus“ im Gesamt-Inlands-Ausstoß Bier inkl. alkoholfreien Bieren belief sich auf 0,17 Prozent, jenes von Bier pur auf 0,5 Prozent. Das bedeutet, dass der Pro-Kopf-Verbrauch 2024 basierend auf vorläufigen Zahlen ungefähr auf dem Vorjahresniveau, also bei ca. 103 Liter zu liegen kommt.

Bierkonsum geht weltweit zurück: Wenn die Weltpolitik auf den Bierdurst durchschlägt

Die Gründe für den Rückgang beim Bier-Konsum sind „mannigfaltig“: Neben dem Trend zu einem Lebensstil mit geringerem Alkohol-Konsum spielen auch die alternde Gesellschaft sowie demographische Entwicklungen eine Rolle. Die hohen Lebenshaltungskosten und die „betrüblichen wirtschaftlichen Aussichten“ sowie die Vielzahl an Krisen und Konflikten, mit denen Konsumenten seit einiger Zeit konfrontiert sind, machen sich ebenfalls negativ bemerkbar; es wird generell weniger konsumiert und ausgegeben. Das betrifft im Fall der Brauereien „vor allem die Absätze in der deckungsbeitragsstarken Gastronomie. Diese hat sich von der Corona-Delle und der Schließungswelle noch nicht wieder erholt“, so Schwarz. Eine Entwicklung, die den Brauern „ernsthafte Sorgen“ bereitet: Auch im Vorjahr galt es, einen Absatzrückgang von 3 Prozent bei Fass- und Tankbier „zu verkraften.“

Export-Plus von neun Prozent

Auf der erfreulichen Bilanzseite ist zu vermerken, dass österreichisches Bier auch im Ausland sehr beliebt ist: In Summe gingen 2024 mehr als 13 Prozent der produzierten Menge in den Export. „Demnach wurden im Vorjahr für das Ausland 25 Mio. Krügerl (als Krügerl bezeichnen die Österreicher ein Glas mit einem Inhalt von 0,5 Liter) mehr Bier und alkoholfreies Bier ‚made in Austria‘ produziert als noch 2023“, freut sich Schwarz. Dabei zeigt sich auch im Export, dass alkoholfreies Bier „im Trend liegt“: Bereits jedes zweite in Österreich produzierte alkoholfreie Bier wird für Märkte im Ausland produziert. Für Florian Berger, Geschäftsführer des Brauereiverbandes, erklärt sich der Zuwachs auch durch den boomenden Inlands-Tourismus: „Wer bei uns urlaubt, lernt österreichisches Bier kennen und schätzen.“ Zusätzlich „folgen heimische Brauereien den österreichischen Touristen auf ihren Reisen in Richtung Süden.“ Das Export-Plus kam also nicht von ungefähr, sondern wurde durch verstärkte Aktivitäten der Brauereien angekurbelt, die sich aufgrund des stagnierenden Heimmarktes weitere Absatzkanäle suchen.

Prost ohne Promille auf dem Vormarsch

Ein weiterer positiver Trend, der sich 2024 „manifestierte“, ist jener zu alkoholfreiem Bier: Dieses legte in Österreich im Vorjahr um beachtliche 8,4 Prozent zu – das ist ein Plus von 24.000 Hektolitern oder fünf Millionen Krügerl. Für den Inlands-Verbrauch wurden „mehr als 31 Millionen Liter an alkoholfreiem Bier eingebraut“. „Bier ohne Promille macht damit bereits 3,7 Prozent des Gesamtausstoßes aus“, so Karl Schwarz. Auf diesen Trend springen immer mehr Brauereien auf – und das erweiterte Angebot findet regen Absatz. Florian Berger sieht hier auch für die kommenden Jahre eine große Chance für die heimische Brauwirtschaft: „Konsumentinnen und Konsumenten suchen alkoholfreie Alternativen und die heimische Brauwirtschaft bedient diese Nachfrage auch durch Produkt-Neueinführungen zuverlässig.“ Die Branche ist sich einig, dass „alkoholfreies Bier made in Austria seine Erfolgsgeschichte in den nächsten Jahren fortschreiben wird.“ Liegt doch in Märkten mit vergleichbarem Konsumverhalten wie Tschechien oder Deutschland der Anteil an alkoholfreien Bieren bereits bei über sechs bzw. sieben Prozent am Gesamtausstoß. Diese Zahlen sind auch für Österreich langfristig zu erwarten – das entsprechende Wachstum soll den rückläufigen Bier-Absatz kompensieren. „Bereits jetzt lassen alkoholfreie Biere (inkl. AF-Radler) in der Produktions- und Absatzmenge Pils-, Weizen- und Bockbiere hinter sich und erobern Platz vier im Ranking der beliebtesten Biersorten des Landes“, so Florian Berger.

„Konservative“ Biertrinker in Österreich: Lager-/Märzenbier nach wie vor am beliebtesten

Auf Platz 1 im Beliebtheitsranking landet – wie seit vielen Jahren – das klassische Lager-/Märzenbier, und Florian Berger weiß: „Die heimischen Bierkonsumenten bleiben ihrem Geschmack treu.“ In Summe wurden 2024 fast sechs Mio. Hektoliter Märzenbier getrunken – das bildet einen 70-prozentigen Anteil an der Produktionsmenge ab. Platz 2 belegt sonstiges Vollbier mit einem Absatz von 1 Mio. Hektoliter und einem 13-prozentigen Anteil, gefolgt von Spezialbier (4%).

Das volatile Geschäft mit dem Bier: „Euro-Flop“, Hitzetage und Schlechtwetter

Wendet man sich der Analyse der Vorjahresbilanz zu, so stehen an erster Stelle vor allem die enttäuschten Erwartungen der Bierbrauer im Zusammenhang mit der Fußball-EM: „Der Juni war eine herbe Enttäuschung“, so Karl Schwarz. „Sowohl in Österreich als auch in Deutschland gab es während der Europameisterschaft zweistellige Rückgänge im Bierabsatz.“ Erklärung dafür gäbe es – so Schwarz – „keine, die uns logisch erscheint.“ Wohl hatte der Juni drei Verkaufstage weniger als im Vorjahr, „aber das ist nur ein Teil einer möglichen Erklärung.“

Schwarz spricht von einer „Hochschaubahn für Bierbrauer im ersten Halbjahr.“ Außerhalb des Gastronomie-Geschäfts waren „extreme Auf und Abs“ zu verzeichnen, die es „in dieser Form, solange ich im Geschäft bin, nie gab.“ Bier werde immer öfter „aktionsgetrieben“ gekauft – das führt zu extremer Volatilität, die es den Brauern nicht leichter macht. „Auf Plus 30 folgen Minus 20 Prozent in einem extrem kurzen Zeitraum.“

„Bei über 25 Grad trinkt man eher Wasser“

Zu schaffen macht den Brauern auch der Klimawandel – und das nicht nur auf Rohstoffseite: 2024 geht als eines der heißesten Jahre seit Messbeginn in die Geschichte ein, gepaart mit einer der längsten Hitzewellen. „Hitze ist schlecht für das Braugeschäft – außer für die alkoholfreien Biere, die auch bei tropischen Temperaturen noch gut nachgefragt werden“, analysiert Schwarz. Auch sonstige Wetterextreme, wie etwa das Hochwasser im September, prägte die Brauereien – vor allem jene im Osten des Landes waren durchaus stark betroffen und daher temporär nur eingeschränkt leistungsfähig.

Kreislauf-Wirtschaft: Bierbrauer als Vorreiter und Innovatoren; 7 von 10 Bieren werden in umweltfreundliche Mehrweg-Gebinde abgefüllt

Auch 2024 stand unter dem Eindruck der nachhaltigen Entwicklungen, die gerade beim Bier schon lange Thema sind. Bier hat den höchsten Mehrweg-Anteil bei Getränken – dieser lag 2024 bei beeindruckenden 67 Prozent. „Eine beachtliche Branchen-Leistung angesichts des Einbruches bei Gastro-Absätzen“, so Florian Berger. Mehrweg-Spitzenreiter ist seit Jahren die 0,5 Liter Glas-Flasche – nahezu die Hälfte (46,6%) des bierigen Inlandsausstoßes wird darin abgefüllt. Und das „wohl bekannteste aller Bier-Gebinde“ ist weiter gewachsen: 2024 wurden um 12,3 Mio. mehr 0,5 Liter Mehrweg-Flaschen als noch im Vorjahr produziert.

Mehrweg boomt auch im kleinen Gebinde: 2024 wurden 80 Mio. 0,33 l Mehrweg-Glasflaschen abgefüllt

Und auch die kleinen Mehrweg-Gebinde boomen: Um der seit Anfang Jänner 2024 verpflichtenden Mehrwegquote im Lebensmitteleinzelhandel und erst recht den steigenden Kundenwünschen nach mehr Mehrweg zu entsprechen, forcieren viele Brauereien ihr Angebot an (kleinen) Mehrweg-Glasflaschen. „Unsere Mitgliedsbetriebe leben Kreislaufwirtschaft und Klimaschutz“, betont Florian Berger. 2024 wurden mehr als 266.000 hl Bier in 0,33-Liter-Mehrweg-Glasflaschen gefüllt – das sind beachtliche 80 Millionen mehrwegfähige Flaschen! Die Einführung der neuen mehrwegfähigen Standard-Kleinflasche „Vichy“ im April 2024 ist ein Erfolg: „Wir sind als Branche stolz auf ein Plus von 18 Millionen Flaschen binnen eines Jahres.“ Der Mehrweg-Anteil bei 0,33 Flaschen stieg damit binnen eines Jahres von 25 auf nunmehr 31 Prozent an. „Dieser Trend wird sich ganz klar fortsetzen“, so der Verband der Brauereien. Und die Erfahrungswerte mit der neu eingeführten 0,33-Liter-Mehrweg-Bierflasche, die mit 20 Cent bepfandet ist, sind gut: „Die Flasche wird gut angenommen und auch regelmäßig retourniert.“

„Verantwortung leben“: Pfand auf 0,5 Mehrweg-Flaschen von 9 auf 20 Cent erhöht

Auch beim Mehrweg-Pfand gab es Anfang 2025 eine Neuerung: Per Februar hoben die heimischen Brauereien nach 40 Jahren den Pfandsatz für die klassische 0,5-Liter-Mehrweg-Bierflasche von 9 auf 20 Cent brutto pro Flasche an. Die nunmehr geltende Pfandhöhe orientiert sich am Wiederbeschaffungswert von neuen Flaschen.

Trotz der Umstellungs-Kosten im „zweistelligen Millionenbereich“, die ausschließlich von den Brauereien getragen werden, war die Pfanderhöhung alternativlos: Viele Jahre lang war diese nicht umgesetzt worden, da branchenseitig befürchtet wurde, Konsumenten an Einweggebinde zu verlieren. Doch aufgrund des niedrigen Einsatzes wurden immer häufiger Mehrweg-Gebinde „nicht retourniert, sondern entsorgt.“ Das führte dazu, dass die Brauereien verstärkt Flaschen nachkaufen mussten und damit zu einem Schaden in Millionenhöhe für die Brauereien und weitere Getränkeproduzenten. „Die neue Pfandhöhe schafft wieder Anreiz, die Flaschen in den Kreislauf rückzuführen“, erklärt Karl Schwarz. Mehrweg-Bierflaschen „müssen im Umlauf bleiben“ – sind sie doch „Öko-Vorreiter“ und können bis zu 40 Mal wiederbefüllt werden.

Brauereien tragen Umstellungskosten in Höhe von geschätzt 10 Mio. Euro

In Vorbereitung auf die Umstellung haben die Bierbrauer Schätzungen vorgenommen, wie viele 0,5-Liter-Mehrweg-Flaschen sich in Umlauf befinden. Gepaart mit Lagerstandserhebungen im Handel geht Schwarz von einem Aufwand in der Höhe von fast 10 Millionen Euro für die Brau-Branche aus. „Wir können nur mit Annahmen und Näherungswerten arbeiten, die genauen Kosten werden wir Ende 2025 kennen.“ Die Umstellung der Automaten auf das neue Pfand verlief – so Florian Berger – „friktionsfrei.“

Quelle: Pressemitteilung des Verbandes der Brauereien Österreichs