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Stiegl – Columbus 1492

Jetzt steht mal wieder ein Bier aus der Brauerei Stiegl im österreichischen Salzburg vor mir. Benannt ist das Pale Ale nach der Entdeckung Amerikas durch Christoph Columbus im Jahr 1492. Was dieses Pale Ale mit diesem Ereignis zu tun hat erschließt sich mir nicht, aber falls ich dafür eine Begründung finden sollte, werde ich sie hier noch nachtragen.

Golden und fast klar präsentiert sich das Bier. Darüber bildet sich eine durchschnittliche Krone aus feinporigem Schaum, der recht lange erhalten bleibt. Optisch ist das Bier schon mal gelungen.

Anfangs duftet das Bier recht intensiv nach Zitronengras und Biskuitteig, unterstützt durch einige würzige Noten. Ich meine, im Hintergrund den Duft nach Pfeffer wahrzunehmen. Das Aroma nach Zitronengras verfliegt recht schnell, dabei bleibt aber trotzdem ein sehr angenehmer Duft übrig.

Der Antrunk ist nur leicht süß, so dass es auch nicht stört, dass das Bier relativ wenig Kohlensäure enthält. Schnell übernimmt die Fruchtigkeit das Kommando und das Bier schmeckt nach Zitrusfrüchten, Trauben und leicht nach Brot. Dazu kommt ein zurückhaltendes Bitter. Auch der Abgang ist leicht bitter und herb, trotzdem klingt er mittellang nach.

Wenn Ihnen ein IPA zu bitter ist, sie ein sehr fruchtiges Bier suchen und auf eine gute Trinkbarkeit achten ist das Stiegl Columbus 1492 genau das richtige Bier für Sie.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen, Hefe

Alkoholgehalt:

4,7 % Vol.

Stammwürze:

11,3° Plato

Brauerei:

Stieglbrauerei zu Salzburg GmbH
Kendlerstraße 1
5017 Salzburg
www.stiegl.at

Frastanzer – s‘Bio

Vor mir steht jetzt eine Flasche Biobier aus Vorarlberg. Mich wundert hier, dass Biobier aus Österreich mich meist in Einwegflaschen erreicht. Das ändert zwar nicht die Qualität des Bieres, aber sonderlich ökologisch ist das nicht. Außerdem teilt mir das Etikett noch mit, dass es sich um die Kalea-Edition handelt. Kalea ist der Händler, von dem ich das Bier erhalten habe. Ob das nun einen Unterschied im Bier macht ist mir nicht bekannt; ich gehe aber davon aus, dass es sich lediglich um eine spezielle Abfüllung handelt, die das Unternehmen mit seinem Bier-Adventskalender verschickt hat und dass das Bier identisch ist mit dem in den normalen Gebinden.

Das Bier ist goldgelb und enthält reichlich Kohlensäure. Es bildet eine durchschnittliche Menge weißen gemischtporigen Schaum aus, der sich recht schnell auflöst.

Das Aroma ist durch den Duft von Zitrusfrüchten geprägt und erinnert entfernt an IPAs, auch wenn das Aroma nicht so vielschichtig wie bei einem IPA ist. Auf jeden Fall verrät mir bereits die Nase, dass hier ein guter Aromahopfen verwendet wurde.

Der Antrunk ist leicht süß, eigentlich genau wie ich es aufgrund des Aromas erwartet habe. Im Körper halten sich süße und bittere Noten perfekt die Waage, dazu kommt eine geringe Menge Säure. Es ist also ein wirklich süffiges und angenehmes Bier. Auch der Abgang ist angenehm bitter und der Geschmack bleibt lange in der Kehle erhalten.

Würde es dieses Bier bei uns im Bioladen oder im Getränkemarkt geben, würde ich es sicher häufiger kaufen. Bevor ich es vergesse: das Bier wurde kalt abgefüllt und ist daher nicht pasteurisiert. Ich gehe also davon aus, dass das Bier auch in der Flasche noch reift. Das bedeutet allerdings auch, dass die Haltbarkeit dieses Bieres kürzer ist als bei Industriebieren.

Zutaten:

Eine Zutatenliste fehlt wie bei so vielen Bieren aus Österreich auch hier. Das Etikett sagt lediglich aus, dass Gerstenmalz und Hopfen verwendet wurden, beides aus biologischem Anbau.

Alkoholgehalt:

5,1 % Vol.

Stammwürze:

11,9° Plato

Brauerei:

Vbg. Brauereigenossenschaft Frastanz reg. Gen.m.b.H.
Bahnhofstr. 22
682 Frastanz
Österreich
http://www.frastanzer.at

Horny Betty

Horny Betty – das ist schon ein merkwürdiger Name für ein Bier. Horny bedeutet hornig, geil oder spitz. Welches dieser Adjektive auf dieses Bier zutrifft überlasse ich Ihrer Vorstellungskraft. Es stammt aus der Brauerei Gusswerk, die sich selbst als die österreichische Bio-Brauerei bezeichnet. Nun ist sie nicht die einzige Brauerei in Österreich, aus der Biobiere kommen, aber mehr als zwei Dutzend Biobiere aus einer Brauerei sind schon eine Seltenheit. Mal sehen, ob aus Hof in der Nähe von Salzburg nicht nur Masse, sondern aus Klasse kommt.

Da bin ich allerdings optimistisch. Sicher hat Horny Betty zweimal den ersten Platz bei den österreichischen Staatsmeisterschaften der Kleinbrauereien errungen und einmal den zweiten Platz. Die Brauerei beschreibt die Horny Betty so: „Die dreifache Maische und die doppelte Gärung entfachen in ihr ein leidenschaftliches Feuer. Sie bietet ein würzig-fruchtiges Aroma, das sich aus dem Weinglas genossen am besten entfaltet!“

Dunkel Kastanienbraun präsentiert sich das Bier im Glas. Darüber bildet sich eine Krone aus hellbraunem feinporigem Schaum, die recht lange erhalten bleibt. Optisch gefällt mir das Bier schon mal.

Das Aroma ist süß und malzbetont. Ich rieche Trockenpflaumen und Rosinen, unterstützt durch einen Hauch Vanille. Die 9 Volumenprozent Alkohol passen sich gut in das Aroma ein.

Es ist nicht überraschend, dass auch der Antrunk recht süß ist. Die intensive Süße wird durch die feine moussierende Kohlensäure ausgeglichen. Schnell kommt eine leichte Fruchtigkeit nach Cranberrys dazu, begleitet durch die wärmenden alkoholischen Noten. Im Abgang bringen die Röststoffe den Geschmack von Karamell und Trockenpflaumen, dazu kommt sehr wenig bitter. Der Abgang klingt nur kurz nach.

Alkoholgehalt:

9,0 % Vol.

Stammwürze:

19,9° Plato

Bittereinheiten:

36 IBU

Brauerei:

Brauhaus Gusswerk
Römerstr. 3
5322 Hof bei Salzburg
Österreich
www.brauhaus-gusswerk.at

Wurmi Zwicklbier Dunkel

Nun will ich mich wieder einmal mit einem Bier aus Österreich befassen. Auffällig an diesem Bier ist, dass es mit einem Drehverschluss verschlossen ist. Er sieht zwar wie ein Kronkorken aus, ist aber keiner. Ich mag diese Verschlüsse nicht, da sie schlecht aufzubekommen sind, die Zacken schneiden gerne einmal in die Finger, und wenn das Bier einmal geöffnet ist, lässt es sich mitdiesem Verschluss nicht wieder verschließen. Nein, dann lieber einen richtigen Kronkorken oder einen richtigen Drehverschluss. Aber ich will ja nicht über Drehverschlüsse philosophieren, sondern mich mit dem Inhalt der Flasche beschäftigen, dem dunklen Zwicklbier aus dem Innviertel.

Intensiv mahagonifarben ist das Bier, darauf wenig feinporiger Schaum in einem angenehmen haselnussbraun, der sich aber leider sehr schnell auflöst. Dazu sehe ich eine lebhafte Kohlensäure.

Das Aroma wird durch die Röststoffe bestimmt, einige Kaffeearomen und Düfte von Trockenpflaumen steigen mir in die Nase, dazu ein teigiger Duft. Vom Aroma her lässt sich wirklich nicht meckern.

Der Antrunk ist neutral, fast langweilig. Nein, da lässt sich wirklich nichts weiter drüber sagen. Der Körper ist unausgeglichen und leicht sauer. Bitterstoffe kann ich auf der Zunge nicht feststellen, dafür lässt das Bier aber ein pelziges Gefühl auf der Zunge zurück. Erst im Abgang kommen Bittertöne in der Kehle zum Vorschein, nicht stark, aber trotzdem irgendwie unangenehm.

Von diesem Bier war ich wirklich enttäuscht. Ich werde es sicherlich nicht noch einmal kaufen.

Zutaten:

Wasser, Hefe, Gerstenmalz, Hopfen, Hopfenextrakt

Alkoholgehalt:

4,9 % Vol.

Brauerei:

Privatbrauerei Wurmhöringer
Stadtplatz 10/11
4950 Altheim
Österreich
www.wurmhoeriger.at

Neufeldner Pils

Nun will ich ein Pils aus der nach eigenen Angaben ersten Biobrauerei in Oberösterreich testen. Eine Besonderheit dieses Bieres ist, dass es nicht gefiltert wurde, also naturtrüb ist. Na, dann wollen wir mal sehen, wie dieses Bier ist.

Goldgelb und hefetrüb ist das Bier und es enthält viel Kohlensäure. Darüber eine durchschnittliche Menge größtenteils feinporiger weißer Schaum. Leider löst er sich recht schnell auf.

Das Aroma ist malzbetont. Dazu steigen mir noch Düfte von Mandeln und Kräutern in die Nase. Trotzdem ist das Aroma noch pilstypisch.

Der Antrunk ist relativ süß, aber noch nicht unangenehm. Der Körper ist frisch und nicht sehr intensiv. Bitterstoffe sind in angenehmer Menge vorhanden, trotzdem wirkt das durchaus süffige Bier nicht wirklich rund. Gut gefällt mir aber der Abgang, leicht bitter und langanhaltend.

Zu diesem Bier würde ich Spargel empfehlen. Liebhaber milder Biere werden dieses Bier sicher ebenfalls lieben.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, , Hopfen, Hefe

Alkoholgehalt:

4,8 % Vol.

Stammwürze:

11,8° Plato

Brauerei:

Neufeldner BioBrauerei GmbH
4120 Neufelden
Österreich
http://www.biobrauerei.at

Hirter 1270

Nun steht erstmals ein Bier aus Kärnten vor mir, das Hirter 1270. Der Biername setzt sich zusammen aus dem Namen der Brauerei – Hirt – und dem Jahr, in dem die Brauerei erstmals urkundlich erwähnt wurde. Es war im Jahre 1270, als das Gurker Domkapitel im Güter- und Anlagenverzeichnis den Satz „Item taberna in Hurde solvit talentum 1“ vermerkte, auf Deutsch etwa „Ebenso zahlt die Taverne in Hirt 1 Talent“. Damit ist die Brauerei Hirt eine der ältesten Privatbrauereien in Österreich.

Fast siebeneinhalb Jahrhunderte Erfahrung beim Brauen von Bier – verlange ich da zu viel, wenn ich etwas Besonderes erwarte? Ich glaube nicht, vor allem, wenn ich bedenke, dass das Hirter 1270 im Jahr 2016 Sieger beim European Beer Star in der Kategorie „Red and Amber Lager“ war. Nun ist es aber wirklich an der Zeit, das Hirter 2017 zu öffnen.

In einer schönen Bernsteinfarbe präsentiert sich das Bier im Glas. Darüber bildet sich viel feinporiger Schaum, weiß mit einem Gelbstich, der nur langsam in sich zusammenfällt. Wenn das Bier so schmeckt wie es aussieht, kann ich der Wertung des European Beer Star nur zustimmen.

Das Aroma besteht aus einer Mischung aus Fruchtaromen nach Trockenpflaumen und hellem Obst, abgerundet durch das Aroma des Malzes, das eine Honignote mit sich bringt.

Der Antrunk ist leicht, frisch und malzig mit einer ausgewogenen Süße. Schnell zeigen sich die milden Röststoffe mit einem Hauch Kaffee, die die Fruchtigkeit dieses Bieres abrunden. Der Abgang ist freundlich bitter mit mittellangem Nachklang.

Ein Bier mit Charakter, das zu überraschen weiß, auch wenn es ganz auf die traditionellen Werte eines guten Bieres setzt.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen

Alkoholgehalt:

4,9 % Vol.

Stammwürze:

11,9° Plato

Brauerei:

Brauerei Hirt GmbH
9322 Hirt 9
Österreich
www.hirterbier.at

4710 Winterweisse

Nun steht wieder einmal ein Bier aus Österreich vor mir, ein Weißbier mit dem merkwürdigen Namen 4710. Der Name ist einfach die Postleitzahl von Grieskirchen, dem Ort, in dem dieses Bier gebraut wurde. Die Brauerei, die bereits im Jahr 1708 erstmals urkundlich erwähnt wurde und die für ihre Weißbiere sowie die mehrfach ausgezeichneten Pils-Spezialitäten bekannt ist, schraubt auf dem Rückenetikett die Erwartungen an dieses Bier ziemlich hoch: „Ein Weissbier zum Reinlegen – wenn’s nicht noch besser zu trinken wär. Süffig und umwerfend fruchtig geleitet es uns sanft durch die rauen Wintertage. Gebraut mit Weizen- und Gerstenmalz aus der Grieskirchner Region.“ Dann wollen wir noch mal überprüfen, ob das Bier diese hohen Erwartungen auch erfüllen kann, die hier aufgebaut werden.

Das Bier ist gelb, allerdings sehr hell. Dazu enthält es sehr viel Hefe. Es ist nicht einfach nur hefetrüb wie so viele Weizenbiere (und andere Biere auch). So viel Hefe habe ich noch nie in einem Bier erlebt und wenn ich mir die leere Flasche ansehe stelle ich fest, dass immer noch eine Menge Bodensatz in der Flasche geblieben ist. Echt Wahnsinn. Für ein Weizenbier bringt das 4710 nur wenig reinweißen Schaum mit, der dafür aber wunderbar cremig ist. Leider löst er sich sehr schnell auf.

Das Aroma ist betörend: Die Hefe sticht hervor, dazu der Duft nach grünen Äpfeln und Bananen. Ich bin wirklich neugierig, welchen Hopfen die Brauerei verwendet hat; leider schweigt sie sich dazu aber aus.

Der Antrunk zeigt gleich zu Anfang, wie viel Kohlensäure in diesem Bier vorhanden ist. Er ist relativ süß, aber nicht so sehr, dass es unangenehm werden könnte. Der Körper ist intensiv und kraftvoll. Süße und saure Noten halten sich die Waage, abgemildert auch durch die enorme Hefemenge. Mit fehlen hier aber die Bitterstoffe. Etwas Bitter würde den Körper noch runder und voller erscheinen lassen, einfach ausgewogener. Die Bitterstoffe fehlen mir auch im Abgang. Er ist sehr mild, wie ich finde zu mild für dieses intensive Bier. Bei einem anderen Bier würde er sicher passen, aber in dieser Umgebung scheint er mir etwas schwach.

Alles in Allem ein überraschendes Bier. Wer etwas Ähnliches wie das Weißbier aus Bayern sucht wird schnell eines Besseren belehrt. Dieses Bier ist anders und auch ich musste mich erst einmal darauf einlassen, meine Erwartungen fallen zu lassen und etwas ganz Neues zu entdecken. So fand ich mit dem 4710 ein Bier, bei dem ich weder Antrunk noch Körper oder Abgang kritisieren kann. Und auch wenn dieses Weißbier für den Winter gebraut wurde: mit weniger als den 6,2 Vol. % Alkohol könnte es mir eher leicht gekühlt an einem Sommerabend vorstellen.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Weizenmalz, Hopfen

Alkoholgehalt:

6,2 % Vol.

Stammwürze:

14,8° Plato

Brauerei:

Brauerei Grieskirchen GmbH
Stadtplatz 14
4710 Grieskirchen
Österreich
http://www.grieskirchner.at

Engelszell – Nivard Trapistenbier

Auch wenn die meisten Trappistenbiere in Belgien gebraut werden, gibt es doch einige wenige Braustätten der Trappisten in den Niederlanden, den USA und in Österreich. Aus der Trappistenbrauerei in Engelszell stammt das Nivard, das jetzt vor mir steht. Es wurde nach Pater Nivard Volkmer benannt, der 1919 bei Banja Luka in Bosnien geboren wurde. Mit elf Jahren kam er in die Internatsschule des Klosters Maria Stern mit der Absicht, Mönch zu werden. „So bin ich in das Trappistenleben hineingewachsen. Aus tiefstem Herzen bin ich überzeugt: Das Gute kommt aus der Stille, aus dem Schweigen“. 1944 wurde er zum Priester geweiht. Nach den Kriegswirren kam er 1951 in das Stift Engelszell, wo er viele Jahre lang verschiedene Ämter bekleidete, darunter zwei Jahre Superior (Oberer). 1991 wurde er wieder nach Banja Luka gerufen, zur Leitung seines Stammklosters. Schließlich kehrte er 2002 von den Mühen des Lebens gezeichnet, „heim“ nach Engelszell, wo er sich im September 2014 in die himmlische Heimat verabschiedete.

Hell bernsteinfarben und hefetrüb präsentiert sich das Nivard im Glas. Die üppige Schaumkrone ist fest und bleibt lange erhalten.

Düfte nach Biskuitteig, Karamell und Zitrone steigen mir in die Nase, begleitet durch einige würzige Noten, die für die belgische Ale-Hefe typisch sind.

Als ersten Eindruck vermittelt das Bier eine angenehme Frische, die durch die sehr reichlich dosierte Kohlensäure noch gesteigert wird. Auf der Zunge kommt ein leichtes angenehmes Bitter dazu. Der Alkohol ist deutlich zu schmecken, so dass das Nivard trotz der lediglich 5,5 Volumenprozent Alkohol eher an ein Starkbier erinnert. Dabei ist das Bier recht vollmundig. Erst im Abgang kommt die Fruchtigkeit mehr in den Vordergrund. Der Geschmack des Alkohols bleibt dabei erhalten. Der Geschmack klingt sehr lange nach. Dabei überrascht mich, dass der Geschmack im Nachklang immer besser wird.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen, Hefe

Alkoholgehalt:

5,5 % Vol.

Stammwürze:

12,5° Plato

Bittereinheiten:

27 IBU

Brauerei:

Stift Engelszell
Stiftstr. 6
4090 Engelhartszell
Österreich
www.stift-engelszell.stadtausstellung.at

Turbobier

Das Turbobier, das jetzt vor mir steht, stammt von der gleichnamigen Band aus Österreich. Die Jungs machen provokante Musik mit lauten Beats und lauten Texten. Sie ordnen sich dem Punk zu und traten bereits auf namhaften Festivals und Events rund um den Erdball auf. Die Band hat nicht nur das Bier vorgestellt, sondern sie haben auch eine eigene Partei gegründet und es überrascht nicht, dass es sich dabei um die Bierpartei Österreich handelt, kurz BPÖ. Die Partei fordert die Einführung der Bierokratie und strebt die Bierokratisierung Österreichs an. Bierkonsum als Politikum, die freie Wahl des Bieres als Grundrecht. Mit einer rechtsgültigen Satzung tritt die Partei bei den österreichischen Wahlen an und konnte tatsächlich auch Erfolge einfahren. Das nächste Event sind die Wiener Gemeinderatswahlen, bei denen die Bierpartei selbstverständlich antritt.

Beim Öffnen der Bierflasche wundere ich mich etwas, denn das Bier hat keinen Kronkorken, sondern einen Drehverschluss, der aber gut getarnt und nicht ohne weiteres als solcher zu erkennen ist. Aber das ist eine Hürde, die recht problemlos zu meistern ist. So kann das Bier goldgelb und gefiltert ins Glas laufen und dabei eine durchschnittliche sahniger Schaumkrone ausbilden, die relativ lange erhalten bleibt. Optisch macht das Bier nicht allzu viel her, halt eine durchschnittliches Pils mit einem durchschnittlichen Aussehen.

Das Aroma ist recht angenehm. Düfte nach Karamell mischen sich mit dem würzigen Aroma des Hopfens. Damit überrascht mich das Bier nicht sonderlich, aber es ist wirklich gefällig.

Der Antrunk ist recht süß und die sehr feinperlige Kohlensäure ist eher knapp dosiert. Ein leichtes Bitter gesellt sich zu der Süße und auch die würzigen Aromen spiegeln sich auf der Zunge wider. Damit ist das Bier vollmundig und süffig. Im Abgang wird das Bitter etwas kräftiger und es klingt lange nach.

Das Turbobier lässt sich angenehm trinken. Allerdings hätte ich von einer Punkband ein Bier mit mehr Ecken und Kanten erwartet.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen, Hefe

Alkoholgehalt:

5,2 % Vol.

Stammwürze:

12° Plato

Brauerei:

Pogo’s Empire e.V.
Postfach 11
2020 Hollabrunn
Österreich
www.turbobier.at

Hirter – Das Hanfbier

Hanf wird traditionell schon lange in der Bierherstellung verwendet, wenn ich mehreren Quellen glauben darf, sogar länger als der Hopfen. Angeblich soll der Hanf bereits Teil des Grut gewesen sein, jeder Kräutermischung, die vor Einführung des Hopfens dem Bier Geschmack und Haltbarkeit verlieh. So ist es auch kein Wunder, dass die Brauerei Hirt aus dem österreichischen Micheldorf sich des Hanfs angenommen und damit ein Bier gebraut hat.

Golden und klar fließt das Bier ins Glas und bildet dabei eine durchschnittlich große feste Schaumkrone, die lange erhalten bleibt.

Das Aroma ist malzbetont und erinnert an Biskuitteig. Abgerundet wird der Duft durch kräuterige Noten, die vermutlich dem Hanf zuzuordnen sind. Genau kann ich das aber nicht sagen.

Der Antrunk ist recht süß, dabei aber durchaus spritzig. Die Süße bleibt auf der Zunge bestehen und es gesellt sich noch der Geschmack nach Kräutern dazu, gepaart mit einem diskreten Bitter. Alles zusammen macht ein ungewöhnliches aber wirklich schönes rundes Bier. Lediglich der Abgang ist mir zu schlank. Da würde ich mir mehr Fülle wünschen.

Die Brauerei empfiehlt das Hirter Hanfbier zu mittelkräftig gewürzten Hauptgängen, Gemüsegerichten und cremigen Suppen, beispielsweise mit Kürbis oder Petersilie.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen, natürliches Hanf-Aroma

Alkoholgehalt:

4,8 % Vol.

Stammwürze:

11,6° Plato

Brauerei:

Privatbrauerei Hirt
Hirt 1
9322 Micheldorf
Österreich
www.hirterbier.at