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Mücke Ingwer Pale Ale

Jetzt will ich mich einem Bier aus Essen zuwenden, also aus meiner direkte Nachbarschaft. Wenn Sie sich jetzt fragen, was der Name der Brauerei, die allerdings nicht selbst braut, sondern ihr Bier bei der Brauerei Liebhardt in Detmold in Auftrag gibt, mit dem Pferd auf dem Etikett zu tun hat, ist die Antwort einfach. Und nein, das ist nicht der Name des Inhabers. Mücke war das letzte Grubenpferd auf der Zeche Zollverein im Norden von Essen. Im Gedenken an diese alte Bergmannstradition arbeiten die drei Inhaber.

Bernsteinfarben, leicht hefetrüb und mit sahnigem weißen Schaum, der sich allerdings überraschend schnell auflöst, präsentiert sich das Bier im Glas. Dazu kommt eine sehr agile Kohlensäure. Würde der Schaum länger halten, wäre die Optik perfekt.

Das Bier duftet nach Zitronenschale, Karamell und Ingwer. Ich vermute, dass der Ingwer noch weitere vorhandene Duftnuancen überdeckt. Aber hier kommt es ja auch auf den Ingwer an. Außerdem gefällt mir, dass auch die Aromen des Malzes noch zu riechen sind.

Der Antrunk ist würzig mit feiner Süße. Das gefällt mir. Aber dann kommt die leichte und angenehme Schärfe der Ingwerwurzel, die sich sehr gut mit der feinen Bitternote des Willamette-Hopfens verträgt. Der Abgang ist durch ein freundliches Bitter dominiert, zusammen mit der Schärfe des Ingwers. Das Bittere lässt langsam nach und übrig bleibt der Geschmack des Ingwers.

Wer Ingwer mag, wird dieses Bier lieben. Aber (fast) nichts ist so gut, dass nicht noch ein Kritikpunkt bleibt. Das Bier sollte nicht zu lange im Glas stehenbleiben, da nach einiger Zeit nur noch der Ingwer zu schmecken ist; das Bitter des Hopfens war relativ schnell verschwunden.

Zutaten:

Brauwasser,  Malz (Wiener Malz, Caramelmalz),  Hopfen (Willamette),  Frischer Ingwer,  Hefe

Alkoholgehalt:

4,9 % Vol.

Brauerei:

MÜCKE – Craft Beer
Hölderlinstr. 28
45147 Essen
https://www.facebook.com/muecke.craftbeer/

Dortmunds bester Nachwuchsbrauer

Alles begann mit einem Praktikum am Sudkessel! Damals war Felix Jäger in der 8. Klasse und entdeckte, dass Bier zu brauen spannend und faszinierend ist. Jetzt hat der Wahl-Dortmunder die Ausbildung zum Brauer und Mälzer als bester seines Jahrgangs abgeschlossen – und seinen Traumarbeitsplatz bereits gefunden: Die Hövels Hausbrauerei ist sein persönliches „Brau-Paradies“.

Die IHK zu Dortmund ehrte Felix Jäger, der mit einer Durchschnittsnote von 1,1 seine Ausbildung zum Brauer und Mälzer abschloss. Felix Jäger bezeichnet sich selbst als „Bierenthusiast“. Alles, was sich rund um den Sudkessel abspielt, ist „seine Welt“. Während seiner Ausbildung bewegte sich der 26-Jährige zwischen Sudhaus, Gär- und Lagerkeller, Filtration und Drucktankkeller, bis hin zur Flaschenabfüllung. „Das heutige Brauhandwerk ist sehr facettenreich, weil für den Produktionsprozess auch viel technisches Know-how notwendig ist.“, sagt Felix Jäger begeistert.

So „richtig gepackt“ hat es ihn, als er während seiner Ausbildung bei den Dortmunder Brauereien am Standort in der Steigerstraße für vier Wochen in der Hövels Hausbrauerei Station machte. „Hier ist man von der Rohstoffannahme bis zum Ausschank am Tresen ganz nah dabei“, schwärmt der Jung-Brauer. Das Reinheitsgebot begrenzt die Bierproduktion bekanntlich auf wenige Rohstoffe. „In der Hövels Hausbrauerei habe ich gesehen, wie man mit den vorgegebenen Rohstoffen spielen kann, um neue saisonale Spezialbiere zu kreieren“, so Jäger. Und diese Kreativität des Bierbrauens  ist das, was Felix Jäger den größten Spaß macht. Umso erfreuter war er, dass er nach der Lehre von der Hövels Hausbrauerei übernommen wurde. Der 26-Jährige verstärkt damit das Team um die Braumeister Udo Kaufmann und Martin Neuhaus. „Wir fördern gern junge Menschen, die die gute Brautradition zu schätzen wissen, sie wahren und weiterleben“, sagt die Betriebsleiterin der Hövels Hausbrauerei Dominique Quenter-Kalliske. Felix Jäger möchte in der Hausbrauerei von den erfahrenen „Alt-Braumeistern“ lernen und ihnen nacheifern. Auf seinen Lorbeeren als bester Lehrling will der Jung-Brauer sich nicht lange ausruhen: Er hat die Meisterschule bereits fest im Blick.

28. 4. 2017 – 29. 4. 2017: Düsseldorfer Craft Beer Festival

Zeitgleich mit dem Craft Beer-Festival in Dortmund findet auch in Düsseldorf das Craft Beer Festival statt, das damit ebenfalls in die zweite Runde geht. Dort werden auf dem Gelände der Düsseldorfer Craft Bier Company verschiedene Brauer vor Ort sein, um die mehr als 80 Biere aus Deutschland, Großbritannien, Irland und den USA auszuschenken. Selbstverständlich sind auch Food Trucks vor Ort, die für das leibliche Wohl sorgen. Der Eintritt beträgt 5 Euro, dazu kommen noch 5 Euro Glaspfand, die bei Rückgabe des Glases selbstverständlich erstattet werden. Die Veranstalter weisen auch darauf hin, dass bei der Mitsubishi Electric HALLE Mitsubishi Electric HALLE Mitsubishi Electric HALLEMitsubishi Electric Halle ausreichend Parkplätze zur Verfügung stehen, aber wer will zu so einem Event schon mit dem Auto kommen?

Ort:
Düsseldorfer Craft Beer Company
Emmastr. 25
40227 Düsseldorf

Öffnungszeiten:
Freitag 16:00 Uhr bis 22:00 Uhr
Samstag 13:00 Uhr bis 22:00 Uhr

28. 4. – 1. 5. 2017: Dortmunder Bierfestival

Im letzten Jahr wurde das deutsche Reinheitsgebot bekanntlich 500 Jahre alt. Das konnte Dortmund als die Stadt mit dem ehemals größten Bierausstoß in Deutschland selbstverständlich nicht ignorieren und so fand im Jahr 2016 das erste Dortmunder Bierfestival statt. Das ganze auch vor historischer Kulisse, dem Dortmunder U. Ich war selbst vor Ort und ich muss sagen – es hat sich gelohnt. Neben handwerklich hergestellten Bieren aus Dortmund, der Region und auch aus dem Ausland gab es an den Food Trucks auch eine gute Auswahl leckerer Gerichte und ab dem späten Nachmittag sorgten mehrere DJs und Bands für eine gute Stimmung.

Darauf hatte Dortmund gewartet und so findet an diesem Wochenende die Neuauflage der Veranstaltung statt. Ich will an dieser Stelle gar nicht all die Brauereien aufzählen, die dort vertreten sein werden und die Aufzählung der Biere, die dort verkostet werden können, würde den Rahmen dieses Blogposts sprengen. Da können Sie sich unter www.dortmunder-bierfestival.com selbst informieren. Und nicht zu vergessen sind die vier Food Trucks, die für die notwendige Unterlage sorgen. Hier nur noch die Veranstaltungszeiten:

Freitag, 28.04.2017 16.00 – 00.00 Uhr
Samstag, 29.04.2017 12.00 – 00.00 Uhr
Sonntag, 30.04.2017 12.00 – 00.00 Uhr (Tanz in den Mai)
Montag, 01.05.2017 12.00 – 20.00 Uhr

Das Festival findet auch in diesem Jahr vor dem Dortmunder U statt, in dem die Dortmunder Union bis 1994 ihr Bier braute und lagerte.

30. 9. 2016: „Prost, NRW! Das Land der Biere“ im WDR

Nachdem der erste Ausstrahlungstermin am 22. Juli wegen des Amoklaufs in München abgesagt werden musste, strahlt der WDR seine Sendung „Prost NRW! Das Land der Biere“ nun am 30. September von 20:15 Uhr bis 21:00 Uhr aus. In der Sendung begeben sich Constanze Klaue und Lothar Schröder auf die Suche nach Traditionen und neuen Trends. Sie schauen in Brauhäuser und Brauereien, Kneipen und Biergärten, begleiten einen Biersommelier und einen Hopfenbauern. Aus diesem Anlass hat der WDR den folgenden Pressetext veröffentlich, den ich an dieser Stelle unverändert wiedergebe:

Die mehr als 120 Brauereien des Landes sind ein wichtiger Wirtschaftsfaktor – mit langer Tradition. Das Recht, Bier zu brauen, brachte der Stadt Dortmund schon im späten Mittelalter sichere Einkünfte und Wohlstand. Heute weltweit bekannte NRW-Marken wie Veltins, Diebels oder Krombacher gibt es schon seit dem 19. Jahrhundert. Viele Biersorten und Produktionsstandorte spiegeln auch die Wirtschaftsgeschichte des Landes: Dortmund entwickelte sich in der Nachkriegszeit zur wichtigsten Bierstadt Europas. Als später die Zechen schlossen, ging der Konsum des traditionellen Export-Bieres zurück. Der Pils-Siegeszug aus dem Sauerland begann, Brauereien mussten schließen oder wurden übernommen.

Neue Bier-Trends

Ein Problem der Brauer von heute ist der sinkende Pro-Kopf-Verbrauch. Neue Sorten, Mix-Getränke und Werbestrategien sollen den Absatz steigern. Im Trend liegt das „Craft Beer“. Gemeint sind in kleinen Mengen und unabhängig von den großen Konzernen gebraute Biere mit eigenem Charakter. Sie werden überwiegend von Jüngeren konsumiert, die der großen Marken überdrüssig und experimentierfreudig sind. Vier junge Männer in Voerde am Niederrhein begannen in der Garage ihr eigenes Bier zu brauen. Das „Brauprojekt 777“ ist mittlerweile zu einer kleinen Brauerei geworden. Die kleinste Brauerei Kölns trat bereits vor 15 Jahren mit einem eigenen Reinheitsgebot an: Ins Bier darf alles, was schmeckt und dem Menschen gut tut. Zum Beispiel Hibiskus-Blüten im „Pink-Panther“. Auch mittelständische Betriebe produzieren inzwischen neue Geschmacksrichtungen, indem sie unterschiedliche Hopfen verwenden. Die von drei Frauen geführte Strate-Brauerei in Detmold bekam beispielsweise für ihr Detmolder Chardonnay-Hopfen jetzt einen World Beer Award.

Nordrhein-Westfalen ist das Bundesland mit den meisten Biersorten. Ob Pils, Kölsch, Alt oder Export: Die Liebe zum regionalen Bier ist tief verwurzelt in der langen Geschichte des Braulandes Nordrhein-Westfalen. Constanze Klaue und Lothar Schröder sind in der WDR-Dokumentation „Prost, NRW! Das Land der Biere“ auf der Suche nach Traditionen und neuen Trends. Sie schauen in Brauhäuser und Brauereien, Kneipen und Biergärten, begleiten einen Biersommelier und einen Hopfenbauern. Zu sehen ist der Film am Freitag, 30. September 2016, von 20.15 bis 21 Uhr im WDR Fernsehen und danach in der WDR Mediathek (www.wdr.de/mediathek).

Soweit der Pressetext. Wenn der Film in der Mediathek veröffentlicht wurde, werde ich den Link hier einstellen.

26. September – 1. Oktober: Münster: Bier im Quartier

Das Schöne am Craft Beer ist die Vielfalt. Diese Vielfalt ist aber gleichzeitig das größte Problem. Da geht man in eine Craft Beer Bar und muss sich zwischen vielen verschiedenen Bieren entscheiden. Welches Bier soll ich nehmen? Eine große Hilfe bei der Entscheidungsfindung sind Craft Beer Events. Dort lassen sich nicht nur viele verschiedene Biere verkosten, sondern die Brauer sind vor Ort und können einiges zu den Bieren erzählen. So lassen sich Kontakte knüpfen und so mancher hat dort sein neues Lieblingsbier gefunden.

Ein ganz besonderes Event findet in dieser Woche in Münster statt. Es dauert nicht nur wie üblich ein, zwei oder drei Tage, sondern gleich eine ganze Woche. Eine weitere Besonderheit von „Bier im Quartier“ ist, dass nicht an einem Platz einige Stände aufgebaut sind, sondern die Veranstaltung, die eigentlich aus elf Events besteht, findet an täglich wechselnden Locations statt, die über ganz Münster verteilt sind. So lässt sich nicht nur viel Bier kennenlernen, sondern so ganz nebenbei erleben die Besucher auch ganz Münster. Wenn das mal kein Grund ist, eine Reise nach Münster zu unternehmen.

  • Der Auftakt war bereits gestern im Läuterwerk. Dort wurde um 17:00 Uhr ein Bier begonnen zu brauen, das die Gäste per Facebook bestimmt haben. Wenn das Bier in einigen Wochen fertig ist, lohnt es sich sicher auch, die Party zu besuchen, die aus diesem Anlass ausgerichtet wird.
  • Ebenfalls gestern, allerdings erst um 20:00 Uhr, begann bereits das zweite Event in der Musikkneipe Buddenturm. Dort fand die fränkische Bierreise statt, bei der es, wie bei diesem Namen zu erwarten war, fränkische Bierspezialitäten gab.
  • Heute befindet sich bereits seit 17:00 ein Brauer in der Flaschenmeisterei. Welcher Brauer es ist und aus welcher Brauerei er kommt, wurde im Vorfeld leider nicht verraten, lediglich, dass es an diesem Abend Biere dieser Brauerei gibt.
  • Nun kommen wir aus der Vergangenheit in die Gegenwart bzw. in die direkte Zukunft. Heute um 20:00 gibt es in der Mole Craft Beer satt. Dieser Genuss wird leider aber durch die Übertragung des Fußballspiels des BVB gegen Madrid getrübt. Aber eventuell gibt es unter den Lesern ja auch Freunde des runden Leders, die im Gegensatz zu mir dieses doppelte Angebot zu schätzen wissen.
  • Am morgigen Mittwoch geht es bei Getränkefeinkost Münster in der Steinfurter Str. 9 weiter. Ab 17:00 gibt es dort Biere zu verkosten. Das Besondere ist, dass nicht verraten wird, um welches Bier es sich handelt. Ob der beste Biertester etwas gewinnt ist mir nicht bekannt. Bei dieser Herausforderung wäre ein kleiner Preis für den Sieger aber sicher angemessen.
  • Bei Location #6 gibt es etwas zu gewinnen – vermutlich aber nichts stoffliches, sondern Erfahrung und Wissen. Und das ist doch sicher mehr wert als der eine oder andere Flaschenöffner. Auf jeden Fall findet am 28. September ab 20:00 Uhr in der Finne Brauerei in der Kerßenbrockstr. 8 das Bier PubQuiz statt. Was ist im Glas? Single Hop, Witbier oder Oak Aged? Gespielt wird in Fünfergruppen. Da die Plätze beschränkt sind, ist eine vorherige Anmeldung unter info@finne-brauerei.de erforderlich.
  • Am 29. 9. wird es bei James in der Hörsterstr. 27 so richtig englisch. OK, das ist dort nichts Besonderes, aber an diesem Tag kommen ab 17:00 Uhr alle Biere aus der Grafschaft Yorckshire. Das ist dann doch bemerkenswert.
  • Ebenfalls am Donnerstag, allerdings erst von 17:30 Uhr bis 21:30 findet im Lilies am Fischmarkt ein Bier&Foodparing statt. Es gibt ein richtiges Biermenü mit der dazu passenden Bierbegleitung.
  • Kommen wir zur neunten Location. Am 30. September gibt es im Kiosk von Aziz in der Neubrückenstr. 25 nicht nur alles, was Sie in einem Kiosk erwarten, sondern auch Livemusik. Da der Kiosk nicht allzu groß ist, wird dort sicher die Luft brennen. Außerdem wird der Brauer der Gruthaus-Brauerei dort sein.
  • Nun wird es zweistellig und die Location 10 ist das LWL Museum für Kunst und Kultur. Dort finden Sie das Lux, wo es am 30. 9. Ab 20:00 Biercocktails zu trinken gibt. Ein Besuch lohnt sich sicher.

24. – 25. September 2016: Hopfen und Malz in Minden

An diesem Wochenende ist es so weit – auch das ostwestfälische Minden bekommt ihr Bierfest, ausgerichtet von der Werbegemeinschaft Minden. Dafür wird der Marktplatz komplett mit Bierzeltgarnituren und Stehtischen versehen, es wird Livemusik geben, zwischendurch zeigt ein junger DJ sein Können. Selbstverständlich ist auch an die „Kleinen“ gedacht- sie können sich auf dem Kleinen Domhof mit Hüpfburg & Co. vergnügen-, ebenso ist für das leibliche Wohl aller Besucher gesorgt. Starke Männer und Frauen können sich im „Bierkrug-Stemmen“ messen, das professionell moderiert wird.

Welche Brauereien auf dem Marktplatz vertreten sein werden – darüber schweigt sich die Werbegemeinschaft leider aus. Aber es gibt in Ostwestfalen und Umgebung etliche kleine Brauereien, die wirklich gute Biere herstellen, so dass es sich sicher lohnen kann, am Wochenende einmal Minden zu besuchen.

Alt vs. Kölsch – eine Glaubensfrage wissenschaftlich untersucht

Waren Sie schon einmal im Rheinland? Dann haben Sie sicher auch festgestellt, dass dieser Landstrich zweigespalten ist. In der Gegend um Köln wird Kölsch getrunken, während es in Düsseldorf fast ausschließlich Altbier zu trinken gibt. Beide Parteien verteidigen ihr jeweiliges Bier mit nahezu religiösem Eifer und weigern sich standhaft, das Bier der jeweils anderen Partei zu akzeptieren. Sie glauben das nicht? Dann gehen Sie doch einfach mal in Köln in eine Kneipe und bestellen Sie ein Alt. Über die Reaktion des Wirts gibt es bereits ausreichend viele Anekdoten, so dass ich mir hier erspare, eine Schilderung zum Besten zu geben.

Der Fachbereich Wirtschaftswissenschaften der Hochschule Düsseldorf wollte es nun genau wissen und hat mit je 50 Düsseldorfern und Kölnern zwischen 35 und 65 Jahren eine Studie durchgeführt.

In einem ersten Blindtest sollten die Probanden den Geschmack von Kölsch und Alt bewerten. Merkmale waren „schmeckt mir“, „schmeckt frisch“, „schmeckt mild“ und „schmeckt würzig“. Die Ergebnisse waren nahezu identisch, unabhängig davon, ob es sich um Probanden aus Düsseldorf oder Köln handelte und auch, ob es sich um Kölsch oder Alt handelte.

Dann wollte die Hochschule wissen, ob die Probanden im Blindtest überhaupt zwischen Kölsch und Alt unterscheiden konnten. Zu 55 % waren die Antworten richtig, was allerdings im Bereich der statistischen Streuung liegt. Eine objektive Unterscheidung zwischen diesen beiden Bierstilen scheint für den durchschnittlichen Konsumenten also nicht möglich zu sein.

Anders sah es aus, als die Biere anschließend offen verkostet wurden. Jetzt stimmten 78 % der Probanden für das jeweilige Heimatbier.

Offensichtlich ist die Entscheidung zwischen Altbier und Kölsch wohl eher eine Frage des Marketings als eine Geschmacksfrage. Eigentlich lässt die Studie nur eine Frage offen: Wäre das gleiche Ergebnis erzielt worden, wenn nicht Früh-Kölsch und Schlüssel Alt ausgewählt worden wären, sondern Biere aus kleinen (Haus)-Brauereien, die meist mehr Charakter haben?

Und dann frage ich mich noch, ob die Universität in Köln zum gleichen Ergebnis gekommen wäre.

Die vollständige Studie finden Sie unter http://fhdd.opus.hbz-nrw.de/volltexte/2016/974/pdf/HSD_FBW_Ausgabe34.pdf.

Jetzt fehlt nur noch der Sommer

In der Hövels Hausbrauerei ist er zumindest schon angekommen: Die Gäste erwartet das Hövels Gold, dass sich von seiner Sonnenseite zeigt: Das Saisonbier ist filtriert und ganz der helle Sommertyp. Erstmals ausgeschenkt wird es seit dem 10. Juni.

Die Braumeister Martin Neuhaus und Udo Kaufmann haben auch bei ihrer neuesten Kreation auf den Hallertauer Hopfen und Pilsener Malz als Grundlage des Suds vertraut. „Wenn man die Mischung und Mengenverhältnisse der Zutaten verändert, bekommt man immer neue Geschmacksnuancen“, sagen die beiden Braumeister. Golden schimmert der spezielle Gerstensaft im Glas. Dabei trägt das Saison-Bier selbstverständlich die typische Hövels-Note mit den vier Edelmalzen in sich.

Den Charakter dieser Bier-Spezialität prägen 11,5 Prozent Stammwürze und der Alkoholgehalt von 4,9 Prozent. „Das Hövels Gold hat eine fein-herbe Note und ist für den Sommer etwas leichter, aber es ist kein Leichtbier!“, beschreiben die Braumeister das Besondere an diesem Bier. „Das Hövels Gold hat beste Voraussetzungen, um es im Biergarten der Hövels Hausbrauerei in der Beliebtheitsskala nach ganz oben zu schaffen“, sind sich die Braumeister einig. Beim Fassanstich trieb der Hövels-Betriebsleiter Manuel Chlinch den Zapfhahn ins Fass. Und seitdem ist goldener Sommer in der Dortmunder City angesagt – zumindest was das Bier betrifft. Hövels Hausbrauerei finden Sie in der Dortmunder City, Hoher Wall 5 – 7.

In Düsseldorf wird Kölsch gebraut

Echt jetzt? Darf Kölsch nicht nur innerhalb der Grenzen Kölns gebraut werden? Es gibt doch in Köln eine Brauerei, die ihr Kölsch in Köln braut, aber das fertige Bier in Tanklastzügen zur außerhalb gelegenen Abfüllanlage fährt. Das ist schon richtig. Trotzdem darf Kölsch auch in anderen Städten gebraut werden, es darf dann nur nicht Kölsch heißen.

Aber wie kommen ausgerechnet die Düsseldorfer, die doch sonst so stolz auf ihr Altbier sind, dazu, ein Kölsch zu brauen? Und noch dazu die Brauerei Uerige, deren Altbier als das zweitbeste Altbier weltweit und als das beste Altbier Deutschlands ausgezeichnet wurde? Der Chef von Uerige hat es gegenüber dem Kölner Express wie folgt begründet: „TV-Koch Dave Hänsel ist auf uns zugekommen und suchte für sein neues Restaurant ein neues Bier. Es sollte ein helles Bier sein. Aber kein Pils und kein Weizen oder Ähnliches. Es sollte ein obergäriges Vollbier sein.“

Er setzte sich also mit seinem Braumeister André Meurer zusammen und die beiden entwickelten ein Craft Beer. Ich selbst habe es noch nicht getrunken, aber es soll eine goldene Farbe und eine sanfte Perlung haben, zusammen mit einem sanften Geschmack und einer Kräuternote.

Der Kölner Express hat auch einige Brauer in Köln gefragt, was sie von einem Kölsch-ähnlichen Bier halten, das in der Landeshauptstadt gebraut wird. Zumindest öffentlich bleiben sie gelassen: „Das stört uns überhaupt nicht. Solange sie es nicht Kölsch nennen und damit werben, gibt’s keine Einwände.“ Erklärt Christian Kerner, Geschäftsführer des Kölner Brauerei-Verbandes gegenüber dem Express. Wie sollen sie sich auch darüber aufregen. Schließlich brauen die Kölner ja auch Altbier, zumindest das ist auch durchaus nicht schlecht.

Ich werde mal sehen, dass ich das neue Bier der Brauerei Uerige mal verkosten kann und werde dann darüber berichten.