Fastenbier ist ein traditioneller Bierstil, der ursprünglich für den Verzehr während der christlichen Fastenzeit gebraut wurde. Seine Wurzeln reichen bis ins Mittelalter zurück, als Mönche während der Fastenzeit auf feste Nahrung verzichten mussten, gleichzeitig aber körperlich arbeitsfähig bleiben sollten. Um diesen Anforderungen gerecht zu werden, entwickelten sie ein besonders nahrhaftes Bier, das oft als „flüssiges Brot“ bezeichnet wird. Es lieferte Energie, Vitamine und Flüssigkeit und galt im Sinne des Grundsatzes „Liquida non frangunt ieiunium“ – „Flüssiges bricht das Fasten nicht“ – als erlaubt.
Typischerweise handelt es sich bei Fastenbier um ein kräftiges, malzbetontes Bier mit vollem Körper. Häufig ist es stilistisch im Bereich von Bock- oder Doppelbockbieren einzuordnen. Der höhere Malzanteil sorgt für einen erhöhten Nährwert und einen intensiven Geschmack.
Aromatisch zeigt sich Fastenbier meist vollmundig, mit ausgeprägten Malznoten, die an Karamell, Brot oder leichte Süße erinnern. Die Hopfung ist in der Regel zurückhaltend, sodass der malzige Charakter im Vordergrund steht.
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