Europäischer Biermarkt: Produktion, Konsum und Export weiter rückläufig

Der europäische Biermarkt steht weiterhin unter Druck: Laut dem aktuellen „European Beer Trends Report 2025“ von The Brewers of Europe verzeichnen Produktion, Konsum und Export bereits das fünfte Jahr in Folge Rückgänge. Besonders der Verkauf in Kneipen, Cafés und Restaurants, der früher ein Drittel des europäischen Bierkonsums ausmachte, ist inzwischen auf etwa ein Viertel gesunken. Dieser Bereich generiert jedoch den größten Teil der Wertschöpfung der Branche und sichert Hunderttausende von Arbeitsplätzen in kleinen und mittleren Betrieben sowie in der Gastronomie. Ein schwacher Gastronomiesektor wirkt sich daher auf die gesamte Wertschöpfungskette aus – von Landwirten über Bierfestivals bis hin zum Tourismus.

Nach Jahren des stetigen Wachstums hat sich die Zahl der aktiven Brauereien in der EU nun bei rund 9.700 eingependelt. Christian Weber, Präsident von The Brewers of Europe, betont, dass der aktuelle Abschwung mehr als ein vorübergehender Einbruch sei: „Die Verbraucher haben das Vertrauen verloren und geben weniger aus. Die Brauereien sehen sich mit steigenden Kosten, strengeren Vorschriften und zunehmendem Druck entlang der gesamten Wertschöpfungskette konfrontiert.“

Die Bierproduktion in der EU sank von 367 Millionen Hektolitern im Jahr 2019 auf 345 Millionen Hektoliter 2024, und die vorliegenden Zahlen für das Jahr 2025 deuten auf einen weiteren Rückgang hin. Auch die Exporte, einst ein stabilisierender Faktor, sind zum zweiten Mal in Folge gesunken. Hauptursachen sind Inflation, hohe Inputkosten, globale Transportstörungen und klimabedingter Druck auf Rohstoffe. Zudem wirkt sich ein geringes Verbrauchervertrauen auf Produkte aus, die eng mit gesellschaftlichen Anlässen und Gastronomie verbunden sind.

Trotz dieser Herausforderungen setzt der Sektor auf Innovation: Alkoholfreie Biere sind das am schnellsten wachsende Segment und konnten in fünf Jahren um 25 % zulegen, mittlerweile machen sie 7,5 % des Bierkonsums in der EU aus. Julia Leferman, Generalsekretärin von The Brewers of Europe, unterstreicht die Bedeutung eines klaren regulatorischen Rahmens: „Die Brauereien setzen sich für Nachhaltigkeit, Mäßigung und kulturelle Werte ein. Aber jetzt ist es an der Zeit für klare Unterstützung – und nicht für unverhältnismäßige oder kontraproduktive Regulierung.“

Der Bericht wurde kürzlich auf der 12. jährlichen Veranstaltung „Beer Serves Europe“ in Brüssel vorgestellt, an der Brauer, Partner der Lieferkette, politische Entscheidungsträger und Gäste aus EU-Institutionen teilnahmen.

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