Pfand spenden, Gutes tun: Wie eine Brauerei soziale Hilfe und Nachhaltigkeit verbindet

Manchmal reicht ein leerer Getränkebehälter, um etwas zu bewegen. In Österreich zeigt die Initiative „Ottakringer Pfandfinder“, wie aus Pfand ein sozialer Beitrag werden kann – und das mit erstaunlicher Wirkung.

Die Idee dahinter ist ebenso simpel wie wirkungsvoll: Leere Flaschen und Dosen werden nicht zurückgegeben, sondern gespendet. Der Erlös fließt an Die Tafel Österreich, die mit jedem Euro bis zu fünf Mahlzeiten für Menschen in Not bereitstellen kann. Ein kleiner Betrag mit großer Hebelwirkung – gerade in Zeiten, in denen immer mehr Menschen auf Unterstützung angewiesen sind.

Nach einem erfolgreichen Auftakt im Jahr 2025, bei dem Pfand im Wert von 10.000 Euro gesammelt wurde, geht die Aktion nun in die nächste Runde. Dahinter steht eine Kooperation aus Die Tafel Österreich, der Ottakringer Brauerei und dem Wien Energie Business Run. Gemeinsam verfolgen sie das Ziel, soziale Hilfe und ökologische Verantwortung miteinander zu verknüpfen.

Im Zentrum steht ein auffälliges, zwei Meter hohes Spendenherz, das bei Veranstaltungen und auf dem Gelände der Brauerei zum Einsatz kommt. Hier können Besucher ihre Pfandflaschen und -dosen einwerfen – ganz nach dem Motto „Spenden statt kübeln!“. So wird aus einem vermeintlichen Abfallprodukt ein Beitrag zur Kreislaufwirtschaft und gleichzeitig eine direkte Unterstützung für Bedürftige.

Alexandra Gruber, Geschäftsführerin von Die Tafel Österreich, bringt es auf den Punkt: „Jede gespendete Pfanddose und -flasche entfaltet eine doppelte Wirkung“. Sie erklärt weiter: „Sie trägt dazu bei, wertvolle Rohstoffe im Kreislauf zu halten – und ermöglicht gleichzeitig, dass wir noch mehr armutsbetroffene Menschen mit Lebensmitteln versorgen können. Angesichts der mehr als 400.000 Menschen in Österreich, die unter schwerer Ernährungsarmut leiden, ist das von unschätzbarem Wert.“

Auch große Veranstaltungen spielen eine wichtige Rolle. Beim Wien Energie Business Run etwa zeigte sich bereits im vergangenen Jahr, wie gut das Konzept funktioniert. Sportlicher Ehrgeiz trifft hier auf gesellschaftliches Engagement – und sorgt dafür, dass sich viele Menschen ganz nebenbei an der Aktion beteiligen.

Für Veranstalter Gerhard Wehr ist genau das der Kern des Ganzen: „Der Wien Energie Business Run versteht sich als aktive Plattform, um Unternehmen mit dem Charity-Gedanken zu vernetzen.“ Und weiter: „Wir wollen hier ganz bewusst als Brückenbauer fungieren und Partnern den Raum geben, ihre soziale Verantwortung mit sportlichem Teamgeist zu vereinen.“

Dass hinter der Initiative mehr als nur ein kurzfristiger Effekt steckt, zeigt ein Blick auf die Zahlen: 10.000 Euro an Pfandspenden entsprechen rund 50.000 Mahlzeiten. Ein Ergebnis, das verdeutlicht, wie viel durch niedrigschwellige Beteiligung erreicht werden kann.

Auch bei der Ottakringer Brauerei sieht man in dem Projekt einen wichtigen Beitrag über das eigentliche Kerngeschäft hinaus. Geschäftsführer Florian Hochebner erklärt: „Die Initiative Pfandfinder zeigt für uns auf eine sehr einfache, aber wirkungsvolle Art, wie viel man gemeinsam bewegen kann.“ Und ergänzt: „Für uns ist klar: Verantwortung hört nicht beim Produkt auf – sie beginnt genau dort, wo wir als Unternehmen etwas zurückgeben können.“

Spannend ist dabei der Blick über die Landesgrenzen hinaus. Denn das Konzept könnte durchaus auch in Deutschland Schule machen. Pfandsysteme sind hier etabliert, die Infrastruktur ist vorhanden – was fehlt, ist oft nur die Idee, sie gezielt für soziale Zwecke zu nutzen. Die „Pfandfinder“-Initiative liefert dafür ein überzeugendes Beispiel.

So zeigt sich: Manchmal braucht es keine großen Gesten, sondern nur eine leere Flasche zur richtigen Zeit am richtigen Ort.

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