Bierabsatz im freien Fall – nur wenige Lichtblicke zum Jahresstart 2026

Der Januar gilt ohnehin nicht als Hochsaison für Brauereien – doch der Start ins Jahr 2026 fiel besonders ernüchternd aus. Bundesweit wurde deutlich weniger Bier ausgeschenkt als im Vorjahresmonat. Der Rückgang liegt laut Statistischem Bundesamt bei kräftigen 11,9 Prozent. Ein Minus, das selbst für einen traditionell schwachen Monat bemerkenswert ist.

Während viele Regionen rote Zahlen schreiben, gibt es zumindest vereinzelt kleine Lichtblicke. Besonders im Südwesten fällt der Rückgang vergleichsweise moderat aus. Rheinland-Pfalz und das Saarland schaffen es sogar, sich leicht vom Negativtrend abzusetzen. Mit einem minimalen Plus von 0,3 Prozent beim Bierabsatz bewegen sich beide Bundesländer gegen den Strom – wenn auch nur mit angezogener Handbremse.

Ganz anders sieht es in Hessen aus. Dort erlebten Brauer und Gastronomen einen Januar zum Vergessen: Der Absatz brach um drastische 48,5 Prozent ein – nahezu eine Halbierung. Ein Ausreißer nach unten, der zeigt, wie unterschiedlich sich der Markt regional entwickeln kann.

An der Spitze der positiven Entwicklung steht Sachsen-Anhalt. Hier wurde im Januar deutlich mehr Bier ausgeschenkt als im Jahr zuvor – ein Zuwachs von 25,4 Prozent. Neben dieser Region gehört der Südwesten zu den wenigen, die überhaupt ein Wachstum verzeichnen konnten.

Auch bei den Biermischgetränken – etwa Radler oder Cola-Bier – zeigt sich ein rückläufiger Trend. Deutschlandweit ging der Absatz um 6,7 Prozent zurück. Rheinland-Pfalz und das Saarland schneiden zwar etwas besser ab als der Durchschnitt, müssen aber ebenfalls ein Minus von 3,7 Prozent hinnehmen.

In absoluten Zahlen ergibt sich dennoch ein kleines Plus: Im Januar 2026 wurden im Südwesten 283.074 Hektoliter Bier ausgeschenkt, im Jahr zuvor waren es 282.303 Hektoliter. Kein großer Sprung, aber immerhin einer in die richtige Richtung. Im bundesweiten Vergleich reicht das für einen Platz im soliden Mittelfeld – und sogar für einen höheren Pro-Kopf-Verbrauch als in größeren Regionen wie Hessen oder Berlin. An der Spitze bleibt erwartungsgemäß Bayern.

Interessant ist auch der Blick auf die Biermischgetränke: Hier belegt die Region Rheinland-Pfalz/Saarland den dritten Platz hinter Nordrhein-Westfalen und Bayern. Trotz rückläufiger Zahlen zeigt sich, dass diese Kategorie weiterhin eine feste Größe im Markt ist.

Dass Bier im Saarland und in Rheinland-Pfalz nach wie vor eine wichtige Rolle spielt, wird auch abseits der Statistik deutlich. So treffen sich Ende März gleich elf saarländische Brauereien in Neunkirchen zum ersten gemeinsamen Brauerfest. Neben bekannten Namen wie Karlsberg oder Bruch sind auch kleinere Betriebe vertreten. Rund 50 verschiedene Biere sollen dort ausgeschenkt werden – ein klares Zeichen dafür, dass die Vielfalt der Brauszene lebendig bleibt.

Unterm Strich zeigt sich: Der Biermarkt in Deutschland steht weiter unter Druck. Doch trotz rückläufiger Zahlen gibt es regionale Ausnahmen und engagierte Brauer, die beweisen, dass sich ein genauer Blick lohnt – gerade dann, wenn die Gesamtentwicklung wenig Anlass zum Anstoßen bietet.

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