Die Bierwelt lässt sich grob in Ales, Lagerbiere und Hybridstile einteilen – doch dahinter verbirgt sich eine enorme Vielfalt. Während Klassiker wie IPA oder Stout fest etabliert sind, geraten andere Stile zeitweise in Vergessenheit. Doch Trends können sich schnell drehen: Sobald ein Bierstil die Fantasie der Szene beflügelt, findet er seinen Weg zurück an die Zapfhähne.
Was also kommt als Nächstes? Um das herauszufinden, fragte das Portal vinepair.com elf Brauer, welche Bierstile sie in naher Zukunft vorne sehen.
Ein zentrales Motiv zieht sich durch viele Antworten: der Wunsch nach mehr Balance und Trinkbarkeit. Mehrere Brauer prognostizieren eine Rückkehr zu Pale Ales mit 5 bis 6 Prozent Alkohol – unabhängig davon, ob amerikanisch, britisch oder belgisch interpretiert. Weg vom Extrem, hin zu Bieren, die man gerne trinkt statt analysiert.
Auch ein allgemeiner Stimmungswandel zeichnet sich ab. Statt immer stärkerer, süßer oder gehypter Biere rücken ausgewogene Lagerbiere und niedrigalkoholische Ales in den Fokus. Begriffe wie „beer-flavored beers“ stehen dabei für klassische, sauber gebraute Biere ohne Schnickschnack, bei denen Drinkability wieder zählt.
Weitere genannte Trends sind die Rückkehr der Black IPA, wieder mehr echte Bitterkeit im IPA-Segment sowie europäisch inspirierte Lagerbiere mit moderatem Alkoholgehalt und fairen Preisen. Gerade in wirtschaftlich angespannten Zeiten bleibt Bier ein erschwinglicher Genuss.
Auch besonders süffige, alkoholarme Biere gewinnen an Bedeutung – als Alternative zu alkoholfreien Varianten. Genannt werden Session IPAs, Light Lager und sogar Dark Milds. Parallel dazu sehen einige Brauer eine Renaissance traditioneller Stile wie Münchner Helles oder „Table-Strength“-Saisons mit nur 2,5 bis 4 Prozent Alkohol.
Ein weiterer spannender Ansatz ist das „Single-Origin Beer“: Biere, die gezielt regionale Rohstoffe in den Mittelpunkt stellen und Herkunft sowie Handwerk erzählen – ein Trend, der besonders jüngere Konsumenten anspricht.
Statt eines einzelnen neuen Hype-Stils zeichnet sich eine Rückbesinnung ab. Mehr Ausgewogenheit, niedrigere Alkoholwerte, regionale Zutaten und klassische Bieraromen könnten die Biertrends der kommenden Jahre prägen.