Wenn in Rom plötzlich mehr über Kellerbier als über Chianti diskutiert wird, dann ist wieder Zeit für das Frankenbierfest. Mitten in der italienischen Hauptstadt trifft fränkische Braukultur auf römische Lebensart – eine Kombination, die überraschend logisch funktioniert: Die einen bringen jahrhundertealte Brautradition mit, die anderen die Fähigkeit, jeden Platz sofort in einen Treffpunkt zu verwandeln.
Beim Frankenbierfest präsentieren zahlreiche fränkische Brauereien ihre Biere jenseits von Exportware und Massenware. Statt internationaler Einheitslager stehen hier unfiltrierte Kellerbiere, Rauchbiere, dunkle Lager und saisonale Spezialitäten im Mittelpunkt. Kurz gesagt: Biere mit Ecken, Kanten und Geschichten – also genau das Gegenteil von „noch ein Helles bitte, egal welches“.
Der Reiz liegt im Kontrast. Zwischen antiken Mauern und Pinien wird diskutiert, verglichen und natürlich getrunken. Die Römer entdecken fränkische Trinkkultur, während fränkische Brauer feststellen, dass Bier auch bei 25 Grad erstaunlich gut funktioniert – vorausgesetzt, das Glas bleibt nicht lange voll.
Begleitet wird das Ganze von fränkischer Brotzeit, Musik und der sehr schnellen Erkenntnis, dass Verständigung zwischen Franken und Italienern problemlos klappt, solange jemand nachschenkt.
Das Frankenbierfest in Rom ist damit weniger Exportveranstaltung als kultureller Austausch im flüssigen Zustand. Oder einfacher: eine Reise nach Franken – nur ohne Heimfahrt im Zug, sondern mit Espresso danach.