Niki Riegler wird Sprecher der österreichischen CulturBrauer

Niki Riegler (Bild: Brauerei Hirt)

Die österreichische Bierlandschaft bekommt eine neue Stimme: Niki Riegler, Eigentümer und Geschäftsführer der Privatbrauerei Hirt in Kärnten, hat den Vorsitz der Vereinigung der CulturBrauer übernommen. Mit dieser Rolle vertritt er künftig acht der bedeutendsten unabhängigen Familienbrauereien Österreichs.

Der Wechsel erfolgte planmäßig Ende Februar bei einem Treffen der CulturBrauer im oberösterreichischen Freistadt. Riegler folgt damit auf Paul Steininger, Geschäftsführer der Braucommune in Freistadt, der die Wertegemeinschaft im vergangenen Jahr geführt hatte.

Die CulturBrauer wurden 2008 von acht unabhängigen Privatbrauereien gegründet – darunter auch die Privatbrauerei Hirt. Ziel der Initiative war es von Anfang an, eine Plattform für Austausch, Zusammenarbeit und ein gemeinsames Auftreten zu schaffen. Seitdem bündeln die Mitgliedsbetriebe ihre Kompetenzen, entwickeln gemeinsame Projekte und setzen sich gemeinsam für den Erhalt und die Weiterentwicklung der österreichischen Bierkultur ein.

Riegler betont dabei besonders den Charakter der Vereinigung: „Die CulturBrauer sind eine starke Gemeinschaft von Individualisten, die eines eint: die Leidenschaft für authentisches Bier und das Bewusstsein für unsere soziale und regionale Verantwortung.“ Gleichzeitig sieht er in seiner neuen Aufgabe auch eine wichtige Rolle für die Zukunft der Branche. „Es ist mir eine große Ehre, den Vorsitz für das Jahr 2026 zu übernehmen. Gerade in einer Zeit des Wandels ist es wichtig, die Vielfalt und Eigenständigkeit der österreichischen Privatbrauereien sichtbarer denn je zu machen.“

Zeit als wichtiger Bestandteil der Bierqualität

Die neue Rolle steht auch unter einem Leitgedanken, der eng mit der Philosophie der Privatbrauerei Hirt verbunden ist: Zeit. Unter dem Motto „Die Zeit nehm ich mir“ setzen die CulturBrauer bewusst auf langfristiges Denken und sorgfältige Brauprozesse.

Gerade in einer Branche, in der wirtschaftlicher Druck oft zu immer schnelleren Produktionszyklen führt, wollen die beteiligten Brauereien einen anderen Weg gehen. Geduld im Brauprozess, persönliche Beziehungen zu Kunden und Partnern sowie ein respektvoller Austausch innerhalb der Branche sollen weiterhin im Mittelpunkt stehen.

Für Riegler ist Zeit dabei nicht nur ein organisatorischer Faktor, sondern eine entscheidende Zutat beim Bierbrauen. Erst durch langsame Gärung und ausreichend Reifezeit entstehen charaktervolle Biere, die ihre Herkunft im Geschmack widerspiegeln.

Unabhängigkeit als gemeinsames Fundament

Ein zentrales Thema der CulturBrauer ist außerdem die Unabhängigkeit. Die Mitgliedsbetriebe verstehen sich bewusst als Alternative zu großen Konzernstrukturen. Familiengeführte Brauereien mit regionaler Verwurzelung und langfristigem Blick sollen die Vielfalt der österreichischen Bierkultur erhalten.

Die Privatbrauerei Hirt selbst steht beispielhaft für diesen Ansatz. Als eine der ältesten Brauereien Österreichs wurde sie bereits 1270 erstmals urkundlich erwähnt. Seit 1846 befindet sich der Betrieb im Besitz der heutigen Eigentümerfamilie und wird mittlerweile in der fünften und sechsten Generation geführt.

Die Brauerei setzt auf hochwertige Rohstoffe, klares Bergquellwasser und einen besonders schonenden Brauprozess. Das Unternehmen trägt das internationale Slow Brewing-Gütesiegel, das für eine langsame Gärung, lange Reifung und besonders hohe Qualitätsstandards steht. Das Sortiment umfasst derzeit 15 unterschiedliche Biersorten, die regelmäßig bei internationalen Wettbewerben ausgezeichnet werden.

Dank an den bisherigen Vorsitz

Mit der Übergabe des Vorsitzes verbindet die Privatbrauerei Hirt auch einen Dank an Rieglers Vorgänger. Paul Steininger habe der Gemeinschaft im vergangenen Jahr wichtige Impulse gegeben und die Zusammenarbeit der Mitgliedsbetriebe weiter gestärkt.

Unter der neuen Leitung soll die Kooperation der CulturBrauer nun weiter ausgebaut werden. Ziel bleibt es, Bierliebhaber für die Vielfalt regionaler Spezialitäten zu begeistern und die Rolle unabhängiger Privatbrauereien in Österreich langfristig zu stärken.

Damit bleibt die Vereinigung ihrer ursprünglichen Idee treu: eine starke Plattform für Brauereien, die ihre Eigenständigkeit bewahren und gleichzeitig gemeinsam für die österreichische Bierkultur eintreten wollen.

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