Archiv der Kategorie: Biobier

Hopp – Bio-Kellerbier

Die oberen zwei Drittel des Etiketts haben die Grundfarbe Orange, das untere Drittel ist weiß und im oberen Drittel wird ein Hase abgebildet mit Vatermörder, Schnurrbart und Monokel.In den 1970er Jahren begann die Supermarktketten, ihre Eigenmarken zu entwickeln und zu niedrigeren Preisen als die entsprechenden Markenartikel anzubieten. Seit einiger Zeit ist dieser Trend nun auch im Bio-Fachhandel angekommen. Hopp ist eine Marke der in Berlin ansässigen Bio Company, einer Bioladenkette. Welche Brauerei das Bier im Auftrag hergestellt hat, ist auf der Flasche nicht ersichtlich. Aber mir fällt positiv die Gestaltung des Etiketts auf. Im Gegensatz zu vielen Eigenmarken des Lebensmittelhandels ist in diesem Fall das Etikett nicht schmucklos, was vermutlich einen niedrigen Preis signalisieren soll, sondern mit dem bärtigen Hasen mit Monokel durchaus originell gestaltet. Auch der Name gefällt mir. Er passt zum Hasen und auch zum Hopfen, der im Bier enthalten ist. So, jetzt wird es aber langsam Zeit, dass ich die Flasche öffne und mit der Verkostung beginne.

Golden und leicht hefetrüb fließt das Bier ins Glas und bildet dabei eine feinporige schneeweiße Schaumkrone, die lange erhalten bleibt. Optisch macht das Bier schon mal einen guten Eindruck.

Die Aromen der verwendeten Hopfen steigen mir in die Nase, dazu der Duft von hellem Malz sowie eine leichte Teigigkeit durch die Hefe.

Der Antrunk ist frisch, spritzig und recht süß. Auf der Zunge tritt die Süße aber schnell in die zweite Reihe zurück und lässt einer freundlichen Bitteren und der Hefe den Vortritt. Abgerundet wird der Geschmack durch die Würzigkeit und einer leichten zitrusartigen Fruchtigkeit der Hefe. Das Mundgefühl ist weich und voll. In der Kehle legt die Bittere noch einmal nach und wird überraschend kräftig, aber leider auch etwas kratzig.

Für den Preis von knapp einem Euro geht das Bier vollkommen in Ordnung. Trotz der leichten Schwäche im Abgang ist es angenehm süffig.

Zutaten:

Brauwasser, Gerstenmalz, Hopfen (Select, Tradition), Hefe

Alkoholgehalt:

5,0 % Vol.

Farbe:

8 EBC

Brauerei:

Gebraut und abgefüllt für:

Bio Company GmbH
Rheinstr. 45-46
12161 Berlin
www.biocompany.de

Finne – Thanks & Giving

Das Etikett zeigt die Zeichnung eines Bauern mit mehreren Getreideähren und dem nicht mehr ganz frischen Spruch "Power to the Bauer".Schade. Das Thanks & Giving ist auf der Website der Münsteraner Brauerei Finne nicht mehr gelistet. Dabei fand ich die Aktion, die auf dem Rückenetikett der Flasche stand, sehr charmant und unterstützenswert. Von jeder verkauften Flasche dieses Biers gingen 5 Cent an Bauern, die aufgrund des Klimawandels ihrer Existenzgrundlage beraubt wurden. Weshalb es diese Aktion nicht mehr gibt, entzieht sich leider meiner Kenntnis. Aber kommen wir zum Bier.

Golden und mit leichter Hefetrübung strahlt mir das Bier aus dem Glas entgegen. Die feinporige Schaumkrone fällt leider schnell in sich zusammen.

Das Bier duftet nach Getreide und Zitrusfrüchten, abgerundet durch einige florale Noten. Leider verschwinden die Zitrusdüfte mit der Zeit.

Der Antrunk zeichnet sich durch eine angenehme Malzsüße sowie eine feinperlende Kohlensäure aus. Die Kohlensäure könnte für meinen Geschmack aber etwas großzügiger dosiert sein. Auf der Zunge gesellt sich eine angenehme Bittere dazu. Das Mundgefühl ist recht schlank. In der Kehle wird die Bittere etwas kräftiger und sie klingt auch lange nach.

Zutaten:

Brauwasser, Gerstenmalz, Hopfen (Perle, Mittelfrüh, Hersbrucker Pure), Hefe

Alkoholgehalt:

5,4 % Vol.

Brauerei:

Münsteraner Finne GmbH
Kerßenbrockstraße 8
48147 Münster
www.finne-brauerei.de/

Klosterbrauerei Furth – Kloster Hell

Nun steht ein Bier aus der Klosterbrauerei Furth vor mir. Furth liegt im niederbayerischen Landkreis Landshut. Allerdings wird dieses Bier nicht in der Klosterbrauerei gebraut, sondern im Auftrag der Klosterbrauerei in der Brauerei Hohenthann. Die Klosterbrauerei verfügt lediglich über eine Schaubrauanlage. Das damit gebraute Bier kann nur vor Ort genossen werden. Befassen wir uns also mit dem Kloster Hell, das mit Zutaten aus Naturland-Anbau gebraut wurde.

Goldgelb und glanzfein läuft das Bier ins Glas. Die feinporige und schneeweiße Schaumkrone bleibt lange erhalten. Optisch macht das Bie schon mal eine gute Figur.

Das Bier duftet getreidig mit einigenwürzigen Noten.

Der antrunk zeichnet sich durch eine angenehme Malzsüße sowie die reichliche Karbonisierung aus, feinperlig und doch spritzig. Auf der Zunge kommt zur Süße noch eine leichte Säure. Eine Bittere ist bis hierhin noch nicht zu schmecken. Das Mundgefühl ist weich, aber nicht ganz rund. Erst in der Kehle kann ich eine leichte Bittere schmecken, die dann aber überraschend lange nachklingt.

Das Kloster Hell ist ein schönes Bier als Begleitung einer bayrischen Brotzeit, aber alleine nicht wirklich ein Genussbier.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen

Alkoholgehalt:

5,0 % Vol.

Farbe:

8 EBC

Brauerei:

Hohenthanner Schlossbrauerei GmbH & Co. KG
Brauhausstraße 1
84098 Hohenthann
www.hohenthanner.de

für

Klosterbrauerei Furth GmbH
Am Klosterberg 5
84095 Furth bei Landshut
www.klosterbrauerei-furth.de

Finne – Beach Brew

Das Finne Bio Beach Brew ist ein alkoholfreies Bier, das mit Gerstenmalz und Hopfen aus kontrolliert biologischem Anbau hergestellt wurde. Wie immer mehr Craftbrauer will auch die Münsteraner Brauerei Finne beweisen, dass Bier auch ohne Alkohol schmecken kann. Ob es mit dem Beach Brew gelungen ist, will ich jetzt feststellen.

Orangefarben und mit leichter Hefetrübung läuft das Bier ins Glas. Die sahnige Schaumkrone ist recht klein, bleibt aber sehr lange erhalten.

Die Aromen des Malzes stehen im Mittelpunkt des Duftes. Dazu kommen einige frische und fruchtige Akzente.

Der Antrunk ist recht süß und dabei wirklich spritzig. Auf der Zunge spiegeln sich die Aromen wider, die ich bereits in der Nase festgestellt habe. Dabei ist der Geschmack aber nicht wirklich biertypisch, sondern er erinnert eher an eine Limonade. Dabei ist das Mundgefühl angenehm weich. Der Abgang zeichnet sich durch eine leichte freundliche Bittere in der Kehle mit überraschend langem Nachklang aus.

Als Bier empfinde ich das Beach Brew als etwas enttäuschend, aber wenn ich es als Limonade trinke, kann es doch begeistern. Es ist halt eine Frage der Erwartungen.

Zutaten:

Brauwasser, Gerstenmalz (Pilsener Malz, Münchner Malz), Hopfen (Hallertauer Perle, Spalter Select, Mittelfrüh, Hefe

Alkoholgehalt:

< 0,5 % Vol.

Bittereinheiten:

15 IBU

Farbe:

10 EBC

Empfohlene Genusstemperatur:

5° – 7° Celsius

Brauerei:

Münsteraner Finne GmbH
Kerßenbrockstraße 8
48147 Münster
www.finne-brauerei.de

Knärzje

Die Verschwendung von Lebensmitteln zu vermeiden, sollte eigentlich für uns alle selbstverständlich sein. Die Idee des Knärzje wie auch aller anderen Brotbiere schließt sich daran an. Es bleiben immer einige Brote beim Bäcker liegen, die nicht verkauft werden konnten. Daraus Bier zu brauen ist naheliegend, denn die Rohstoffe beider Produkte sind weitgehend identisch. Wasser, Getreide, Hefe – mehr braucht es nicht, um handwerklich ein gutes Brot zu backen. Beim Bier sind es Wasser, Malz, Hopfen und Hefe. Und wenn sich noch ein Sonnenblumenkern oder ein Sesamkörnchen aus dem Brot in den Sud verirren macht das das Bier auch nicht schlechter. Knärzje wird in Deutschland aus überschüssigem Brot gebraut. Es ist das erste ökologisch zertifizierte Zero-Waste-Bier Deutschlands. Es ist auch als „Most Sustainable Brand 2023“ ausgezeichnet worden. Dass das Bier auch über Kaufland vertrieben wird, sichert ihm vermutlich recht große Absatzmengen, so dass dieser Bierstil hoffentlich bekannter wird und sich in Zukunft auch Mitbewerber in diesem Segment ansiedeln werden.

Orangefarben und mit leichter Hefetrübung präsentiert sich das Bier im Glas. Die feinporige schneeweiße Schaumkrone ist relativ klein und fällt auch anfangs recht flott in sich zusammen, aber ein Rest bleibt lange erhalten.

Brotkrume steht im Aroma im Mittelpunkt, abgerundet durch den Duft nach Karamell sowie einige blumige Noten. Das macht richtig Lust auf den ersten Schluck.

Der Antrunk zeichnet sich durch eine angenehme Süße sowie eine sehr feinperlige Kohlensäure aus. Wie erwartet kommt auf der Zunge der Geschmack nach Karamell in den Vordergrund, begleitet durch eine leichte Hopfenbittere. Das Mundgefühl ist nicht so ganz rund, aber durchaus angenehm, so dass ich ein wirklich süffiges Bier vor mir stehen habe. Auch in der Kehle steht der Karamellgeschmack im Vordergrund. Trotzdem klingt der Geschmack lange nach.

Es liegt in der Natur der Sache, dass jeder Sud einzigartig ist und sich mehr oder weniger von den anderen Suden unterscheidet. Schließlich bleiben nicht jeden Tag die gleichen Brotsorten im Regal liegen. Aber genau diese feinen Unterschiede machen den Reiz dieses Bierstils aus. Ich würde mir nur noch wünschen, dass die Brauerei den Sud auch auf dem Etikett kennzeichnen würde, damit ich als Konsument sofort sehe, dass wieder ein etwas anderes Bier im Regal steht.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, getrocknetes Brot (Dinkelbrot, Weizenvollkornbrot), Roggenvollkornmehl, Hopfen, Hefe

Alkoholgehalt:

4,9 % Vol.

Farbe:

10 EBC

Brauerei:

Knärzje GmbH
Gwinnerstraße 36
60388 Frankfurt

Gehölz Bräu – Linde alkoholfrei

Die Grundfarbe des Etiketts ist königsblau. Es wird durch gelbe stilisierte Hopfendolden geschmückt. Außerdem steht auf dem Etikett, dass für jede verkaufte Flasche Bier ein Baum gepflanzt wird.Bier ohne Quatsch, aber mit Prinzipien – das ist die Vision von Rico und Matze. Seit dem Jahr 2021 setzen sie ihre Vision um. Was sind die Prinzipien? Sämtliche Rohstoffe stammen aus kontrolliert biologischem Anbau in der Region. Flaschen und Kisten sind Mehrweg und sogar das Papier der Etiketten wurde unter ökologischen Gesichtspunkten hergestellt. Damit unterstützen die beiden etwas, das sie selbst mit „enkeltaugliche Landwirtschaft“ betiteln: Der nachhaltige, pestizidfreie Landbau produziert nicht nur wertvollere Lebensmittel, sondern bewahrt Erde und Umwelt, sodass auch unsere Enkel noch etwas davon haben. Kommen wir aber nun zum Bier.

Golden-orange und leicht hefetrüb läuft das Bier ins Glas. Dabei bildet sich eine schneeweiße feste Schaumkrone, die sehr lange erhalten bleibt. An der Optik dieses Bieres ist nichts auszusetzen.

Das Aroma ist getreidig. Abgerundet wird es durch Düfte nach frisch gemähtem Gras, Honig und einige blumige Noten.

Der Antrunk ist recht süß und durch die reichlich vorhandene Kohlensäure angenehm spritzig. Auf der Zunge kommt die Bittere des Hopfens in den Vordergrund und verdrängt Süße und die Aromen fast vollständig. Trotzdem ist das Mundgefühl weich. In der Kehle wird die Bittere milder und sie klingt trotzdem lange nach.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen, Hefe

Alkoholgehalt:

< 0,25 % Vol.

Stammwürze:

6° Plato

Brauerei:

Gehölz Bräu
Mathias Bock & Rico Borsitz GbR
Am Sonneneck 3a
04207 Leipzig

Neumarkter Dunkle Weiße alkoholfrei

Außer dem Wasser und der Kohlensäure stammen alle Zutaten aus kontrolliert biologischem Anbau, (Naturland wertet die Einhaltung der eigenen Richtlinien strenger als die EG-Öko-Verordnung). Aber jetzt will ich sofort mit der Verkostung beginnen.

Beim Einschenken fällt auf, dass das Bier nicht so stark schäumt wie beim Weizenbier üblich. Dies ist aber bei alkoholfreien Bieren und besonders beim alkoholfreien Weizenbier typisch. Er ist feinporig, elfenbeinfarbig und bleibt recht lange stehen.

Auffällig ist ein intensiver Duft nach Malz und Hefe.

Der Geschmack ist leicht süßlich nach Weizenmalz mit einem schwachen Anklang von Waldhonig. Mir fehlt etwas die leichte weizenbiertypische Säure. Die Alkoholfreiheit (0,5 % Alkohol dürfen im alkoholfreien Bier vorhanden sein) wird durch Gärungsstopp erreicht.

Alles in Allem eines der besten alkoholfreien Weißbiere das ich kenne.

Zutaten:

Natürliches Mineralwasser, Weizenmalz, Gerstenmalz, Hopfen, Gärungskohlensäure

Alkoholgehalt:

< 0,5 % Vol.

Brauerei:

Neumarkter Lammsbräu
Amberger Str. 1
92318 Neumarkt
www.lammsbraeu.de

Riedenburger – Dinkelmalz

Das Riedenburger Dinkelmalz, das jetzt vor mir steht, ist eigentlich überhaupt kein alkoholfreies Bier und auch die Brauerei bezeichnet das Getränk als „kräftig-süßer alkoholfreier Malztrunk, naturtrüb“. Aber da die Flasche überall im Bierregal zu finden ist und ich sie jetzt schon mal vor mir stehen habe, werde ich sie jetzt trotzdem verkosten.

Sehr dunkelbraun läuft das Bier ins Glas. Dabei bildet sich eine kleine feinporige Schaumkrone, die aber sehr lange erhalten bleibt.

Das Getränk duftet süß nach dunklem Malz und Karamell, dabei aber auch beinahe angebrannt. Irgendwie werde ich den Verdacht nicht los, dass die Mälzer es mit dem Rösten etwas übertrieben haben. Die verbrannten Aromen sind aber nicht allzu kräftig und irgendwie passt es dann doch.

Wie erwartet ist der Antrunk ziemlich süß. Trotzdem hält sich der Zuckergehalt noch im Rahmen; das Riedenburger Dinkelmalz ist nicht so klebrig-süß wie die konventionellen Konkurrenzprodukte. Auf der Zunge lässt die Süße etwas nach und eine leichte fruchtige Säure taucht auf, die aber zu zurückhaltend ist, um sie näher zu identifizieren. Das Mundgefühl ist voll und weich, wozu vermutlich auch der enthaltene Agavensirup beiträgt. Bitter kann ich nicht feststellen, sondern die Röststoffe stehen weiterhin im Mittelpunkt des Geschmacks. Auch im Abgang kitzelt kein Bitter meine Kehle, sondern ich kann lediglich die Röststoffe und Süße schmecken, die aber sehr lange nachklingen.

Zutaten:

Wasser, Dinkelmalz, Gerstenmalz, Hopfen, Hefe, Agavensirup, Kohlensäure

Farbe:

40 EBC

Brauerei:

Riedenburger Brauhaus
Hammerweg 5
93339 Riedenburg
www.riedenburger.de

BierSelect

BioBieren Warmenbol – Zwarte Madam

Seit dem Frühjahr 2014 gibt es die Biobrauerei von Paul Warmenbol im flandrischen Aartselaar. Von Anfang an hat er Biobier gebraut und jetzt steht erstmals eines seiner Produkte vor mir zur Verkostung. Dabei handelt es sich um die Zwarte Madam, ein Stout.

Blickdicht schwarz strahlt mir das Bier aus dem Glas entgegen. Der sahnige Schaum ist haselnussbraun und bleibt lange erhalten. Ein Stout wie gemalt.

Düfte nach dunkler Schokolade, Kaffee, gerösteten Haselnüssen und Vanille steigen mir in die Nase. Das macht richtig Lust auf den ersten Schluck.

Wie erwartet ist der Antrunk recht süß, was aber durch die angenehme Karbonisierung ausgeglichen wird. Auf der Zunge kommt ein auf die Süße gut abgestimmtes Bitter dazu. Die Aromen, die ich bereits in der Nase festgestellt habe, finden sich auf der Zunge wieder. Der Geschmack ist sehr intensiv. Die 9,0 Volumenprozent Alkohol sind gut eingearbeitet und obwohl der Alkohol nicht durchschmeckt und den Geschmack lediglich unterstützt, wärmt er im Magen. In der Kehle kann ich erstmals eine leichte Fruchtigkeit schmecken, die aber schnell vergeht und einem Schokoladengeschmack mit leichtem Bitter Platz macht, der sehr lange nachklingt.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Roggenmalz, Roggen, Hafer, Rohrzucker, Hopfen, Hefe

Alkoholgehalt:

9,0 % Vol.

Brauerei

Brauerei Biobieren Warmenbol
Groenenhoek 56 B
2630 Aartselaar
Belgien
www.warmenbol.com

Jessenhofke – Maya

Um es gleich klarzustellen: der Name dieses Bieres hat nichts mit den südamerikanischen Ureinwohnern zu tun. Trotzdem ist das Bier, das jetzt vor mir steht, sehr speziell. Aber beginnen wir vorne.

Das Bier ist das Ergebnis einer Zusammenarbeit zwischen der flämischen Brauerei Jessenhofke und der Seitan-Manufaktur Maya. Seitan ist auch als Weizeneiweiß oder Gluten bekannt und ist in der vegetarischen Küche recht beliebt. Während der Herstellung wird der Stärkeanteil aus dem Weizenmehl gewaschen und das verbleibende Gluten mit Wasser geknetet und gekocht. Allerdings kann die Verwendung von Seitan ethische Bedenken aufwerfen, da für die Herstellung von Weizen große Flächen an Land benötigt werden und bei der Herstellung des Seitans große Anteile des ursprünglichen Produkts als Abfall anfallen. Nur wenn diese „Abfälle“ wieder der menschlichen Ernährung zugeführt werden können, wird der ökologische Fußabdruck des Seitans verringert. Einen Schritt in diese Richtung macht Jessenhofke bei der Zusammenarbeit mit Maya, da für das Brauen dieses Bieres das stärkehaltige Wasser verwendet wird, das bei der Seitanherstellung anfällt.

Orangefarben und gefiltert präsentiert sich das Bier im Glas. Darüber prangt eine sehr voluminöse sahnige Schaumkrone, die sehr lange erhalten bleibt. Es empfiehlt sich daher, das Bier vorsichtig einzuschenken.

Das Bier duftet nach Karamell, aberundet durch kräftige blumige Noten.

Der Antrunk zeichnet sich durch eine angenehme Malzsüße sowie reichlich Kohlensäure aus. Auf der Zunge dominiert der Geschmack nach Karamell und ein passend dosiertes freundliches Bitter gesellt sich dazu. Aus dem Hintergrund kommt noch ein leichtes Sauer dazu. Gemeinsam sorgen diese Aromen für ein volles und rundes Mundgefühl. Im Abgang wird das Bitter kräftiger und es klingt sehr lange nach.

Eines wundert mich aber doch an dem Bier. Es enthält lediglich sechs Volumenprozent Alkohol, macht im Mund aber den Eindruck eines deutlich kräftigeren Biers. Ich vermute mal, dass das am stärkehaltigen Wasser aus der Seitanproduktion stammt. Und noch eine Bemerkung zum Schluss: Alle verwendeten belgischen Bio-Hopfen stammen von Joris Cambie aus Poperinge.

Zutaten:

Wasser, Malz (Pilsener), stärkehaltiges Wasser aus Maya-Seitan, Hopfen (Challenger, Goldings, Fuggles), Rohrzucker, Gewürze

Alkoholgehalt:

6,0 % Vol.

Farbe:

12 EBC

Empfohlene Genusstemperatur:

8° – 11° Celsius

Brauerei:

Bio-Brauerei Jessenhofke
Simpernelstraat 17
3511 Hasselt
Belgien
www.jessenhofke.be