Archiv der Kategorie: Biobier

Finne – Lauer Lenz

Ich muss gestehen, dass ich ein absoluter Maibockfan bin. Und auch wenn der Mai für dieses Jahr inzwischen vergangen ist, fand ich jetzt doch noch einen Maibock im Kühlschrank. Finne ist eine kleine Biobrauerei in Münster, die den meines Wissens einzigen Maibock mit Zutaten aus biologischem Anbau braut. Dann will ich mal testen, wie sich der Bock so macht.

Goldfarben mit einem Stich ins Orange und leicht hefetrüb präsentiert sich das Bier im Glas. Die feinporige Schaumkrone ist recht klein ausgefallen, aber sie bleibt lange erhalten.

Düfte nach Karamell steigen mir in die Nase, abgerundet durch fruchtige Noten.

Der Antrunk weißt die stiltypische Süße auf, begleitet von einer sehr feinperligen Kohlensäure. Auf der Zunge gesellt sich ein passendes Bitter dazu. Das Mundgefühl ist weich und rund. Der Abgang ist mild mit einem leichten Bitter und leider einem nur kurzen Nachklang.

Insgesamt ist der Laue Lenz von Finne ein wunderbares Bier für einen Frühlingsabend.

Zutaten:

Brauwasser, Gerstenmalz (Pilsener, Münchner), Hopfen (Spalter Select, Mittelfrüh, Smaragd), Hefe

Alkoholgehalt:

6,5 % Vol.

Bittereinheiten:

21 IBU

Farbe:

16 EBC

Empfohlene Genusstemeratur:

8° – 10° Celsius

Brauerei:

Münsteraner Finne GmbH
Kerßenbrockstraße 8
48147 Münster
www.finne-brauerei.de

Apostelbräu – Schwarzer Hafer

Nun steht die letzte Flasche Bier aus der Brauerei Apostelbräu vor mir, diesmal handelt es sich um ein schwarzes Haferbier. Zum Brauen dieses Bieres wurde schwarzer Hafer verwendet, eine Haferart, die mir nicht bekannt war und über die ich durch eine schnelle Suche im Internet auch keine Informationen gefunden habe, die ich als verlässlich einstufen würde. Nicht einmal in Wikipedia wird dieses Getreide erwähnt.

Aber so ganz unbekannt ist der schwarze Hafer dann doch nicht. Immerhin wurde das Bier von Apostelbräu im Jahr 2020 zum besten bayrischen Bioprodukt des Jahres 2020 gekürt. Hier die Begründung der Jury: „Der ‚Schwarze Hafer‘ von Apostelbräu ist ein Unikat. Schwarzer Hafer ist eine alte Hafersorte mit dunklen Körnern, die in der ökologischen Landwirtschaft eine kleine, feine Renaissance erlebt. Als echter Kreativbrauer musste Braumeister Rudi Hirz von der Brauerei Apostelbräu in Hauzenberg (Lkr. Passau) natürlich herausfinden, ob sich daraus auch Bier brauen lässt. Er tüftelte und experimentierte, passte den Maischevorgang und das Läutern an und schaffte es schließlich sogar, dass der Schwarze Hafer im Glas den gewünschten Schaum mit sich bringt. Das Ergebnis: Eine köstliche bayerische Schwarzbierspezialität in regionaler Bio-Qualität, wie man sie so kein zweites Mal findet.“

Dann ist es für mich an der Zeit, die Flasche zu öffnen und das Bier zu verkosten. Praktisch blickdicht schwarz läuft das Bier ins Glas und bildet dabei eine durchschnittlich große feinporige und hellbraune Schaumkrone, die lange erhalten bleibt. Optisch macht das Bier schon mal eine gute Figur. Allerdings frage ich mich jetzt, ob die Farbe vom Hafer stammt oder ob das ebenfalls verwendete Gerstenmalz so stark gedarrt wurde, dass es für die Farbe verantwortlich ist.

Das Bier duftet nach Getreide mit einer ordentlichen Portion Fruchtigkeit, die an grüne Äpfel erinnert. Aus dem Hintertrund runden Aromen nach Kaffee sowie eine leichte Rauchigkeit das Aroma ab.

Der Antrunk zeichnet sich durch eine leichte Süße, den Geschmack nach Kaffee sowie eine sehr feinperlige Kohlensäure aus. Auf der Zunge kommt die Fruchtigkeit mit einem erstaunlich kräftigen Apfelgeschmack dazu. Langsam entwickelt sich auch der Geschmack nach Kaffee, wobei dieses Aroma einen fast angebrannten Eindruck hinterlässt. Trotz der Fülle der Aromen ist das Mundgefühl weich und schlank. Im Abgang wird die fruchtige Säure kräftiger. Dabei ist der Geschmack mild und der Kaffee hält sich diskret im Hintergrund. Dementsprechend kurz ist der Nachklang.

Zutaten:

Wasser, Hafermalz, Gerstenmalz, Hopfen, Hefe

Alkoholgehalt:

4,8 % Vol.

Brauerei:

Apostelbräu
Eben 11 – 13
D-94051 Hauzenberg
www.apostelbraeu.de

Meinel-Bräu – Kellermärzen

Vor Erfindung der Kühlmaschine durch Carl von Linde (ein echter Oberfranke) konnte im Sommer beim Bierbrauen die Würze nicht gekühlt werden. Damit war das Brauen nicht möglich. Die sommerliche Brandgefahr sorgte dafür, dass das Brauen im Sommer in vielen Regionen verboten war. Die Bayerische Brauordnung (1539) regelte, dass nur zwischen St. Michael (29. September) und St. Georg (23. April) Bier gebraut werden durfte. Die Brauer wussten sich zu helfen. Die letzten Sude im März wurden stärker eingebraut. Das Bier war haltbarer und konnte in den Felsenkellern über den Sommer hinweg gelagert und getrunken werden. Märzen ist das traditionelle Bier der Volksfeste und heute in ganz Deutschland ein beliebtes Bier in den Biergärten.

Orangefarben und leicht hefetrüb läuft das Bier ins Glas. Dabei bildet sich relativ wenig gemischtporiger Schaum, der aber lange erhalten bleibt. An der Oprik gibt es also nichts zu kritisieren.

Das Bier duftet nach Karamell, Waldhonig und einem Hauch Orange. Insgesamt ein sehr angenehmes Aroma.

Der Antrunk ist revht süß und er besticht durch die sehr feinperlige Kohlensäure des Bieres. Auf der Zunge entwickelt sich ein überraschend kräftiges Bitter, das durch eine leichte Fruchtigkeit abgerundet wird. Dadurch entsteht ein volles und weiches Mundgefühl. Auch im Abgang mischen sich das leichte Bitter und die Fruchtigkeit und sie sorgen für einen langen Nachklang.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen, Hefe

Alkoholgehalt:

5,9 % Vol.

Empfohlene Genusstemperatur:

6° – 8° Celsius

Brauerei:

Meinel Bräu
Alte Plauener Straße 24
95028 Hof
www.meinel-braeu.de

 

Pinkus Special

Nun steht mal wieder ein Bier aus der Brauerei Pinkus Müller in Münster vor mir. Die Brauerei gehörte zu den ersten Brauereien, die Biere aus biologischen Zutaten brauten. Und bis heute verwendet die Brauerei Rohstoffe aus „echtem“ Bio, nicht aus EU-Bio, das für viele als „Bio light“ gilt.

Das Special ist ein Pilsener, das nicht gefiltert wurde, aber nicht so hefetrüb ist wie ein Kellerbier oder Zwickl, sondern es wurde bei etwa 0° Celsius ein Viertel Jahr gelagert und auf diese Weise geklärt. Außerdem weist die Brauerei auf ihrer Website darauf hin, dass Pinkus Special nicht mit Eiweißstabilisierungsmitteln behandelt wird.

In hellem Gelb und leicht hefetrüb fließt das Bier ins Glas. Dabei entwickelt sich nur eine kleine sahnige Schaumkrone, die aber sehr lange erhalten bleibt. Die Optik ist damit jedenfalls sehr ansprechend.

Das Bier duftet nach Brotkrume. Dieses Aromoa wird durch deutliche würzige und florale Noten abgerundet.

Der Antrunk zeichnet sich durch eine verhaltene Süße aus, die durch eine feinperlige aber kräftige Kohlensäure begleitet wird. Auf der Zunge zeigt sich ein mildes Bitter, das es den Aromen aus der Nase überlässt, auch hier zum Vorschein zu kommen. Das Mundgefühl ist weich. Im Abgang wird das Bitter nur wenig kräftiger, klingt aber überraschend lange nach.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Naturhopfen, Hefe

Alkoholgehalt:

5,1 % Vol.

Stammwürze:

12,5 %

Bittereinheiten:

24 IBU

Farbe:

7,8 EBC

Brauerei:

Brauerei Pinkus Müller GmbH & Co. KG
Kreuzstraße 4-10
48143 Münster
www.pinkus.de

Apostelbräu – Weizen mit Dinkel

Wieder einmal steht ein Bier von Apostelbräu im fränkischen Hauzenberg vor mir, das mit historischen Getreiden gebraut wurde. Auch wenn der Dinkel, mit dem der Weizen für dieses Bier gemischt wurde, in den letzten Jahrzehnten einen regelrechten Boom erlebt hat, ist es doch ein Getreide, das es schon länger gibt als Weizen und Gerste. Aber ich will mich jetzt nicht lange mit der Vorrede aufhalten; ich öffne jetzt die Flasche und schenke mir das Bier ein.

Bernsteinfarben und mit leichter Hefetrübung fließt das Bier ins Glas. Dabei bildet sich eine durchschnittlich große grobporige Schaumkrone, die bis auf einen Rest schnell in sich zusammenfällt. Der Rest bleibt dann aber überraschend lange erhalten.

Das Aroma gefällt mir dann schon deutlich besser. Das Aroma unterschiedlicher Zitrusfrüchte mischt sich mit dem Duft reifer Bananen und aus dem Hintergrund rundet die Hefe das Aroma ab.

Der Antrunk ist mäßig süß und er verwöhnt meinen Gaumen mit einer feinperligen und sanften Kohlensäure. Auf der Zunge spiegeln sich die Aromen wider, zusammen mit dem Geschmack des Getreides und der Hefe. Insgesamt erzeugt das süffige Bier ein volles und rundes Mundgefühl. Der Abgang ist mild mit einem kurzen fruchtigen Nachklang.

Zutaten:

Wasser, Weizenmalz, Gerstenmalz, Dinkelmalz, Hopfen, Hefe

Alkoholgehalt:

5,3 % Vol.

Brauerei:

Apostelbräu
Eben 11 – 13
94051 Hauzenberg
www.apostelbraeu.de

Pinkus Pils

Pinkus Müller ist die Traditionsbrauerei aus dem westfälischen Münster. Schon seit mehreren Jahrzehnten wird dort mit Zutaten aus kontrolliert biologischem Anbau gebraut, also nicht aus EU-Bioanbau, sondern mit Hopfen und Malz aus Bioloand-Betrieben.

Weizengelb und gefiltert präsentiert sich das Bier im Glas. Die größtenteils feinporige Schaumkrone ist recht klein und sie fällt auch relativ schnell in sich zusammen, ein Rest bleibt aber lange erhalten.

Das Aroma teilen sich die Süße des Malzes und die Zitrusnoten des Hopfens. Dazu kommen noch einige grasige Nuancen, die den Duft abrunden.

Der Antrunk zeichnet sich durch eine mäßige Süße sowie reichlich Kohlensäure aus. Auf der Zunge entwickelt sich die fruchtige Säure und mir fällt auf, dass das Bier für ein Pils sehr wenig Bitter mitbringt. Das Mundgefühl ist aber trotzdem voll. Erst im Abgang rückt das Bitter mehr in den Mittelpunkt und es klingt auch einige Zeit nach.

Das Pinkus Pils ist ungewöhnlich, aber ein sehr schönes Bier für den Sommer.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Naturhopfen

Alkoholgehalt:

5,0 %

Stammwürze:

11,6 %

Bittereinheiten:

32 IBU

Farbe:

7,2 EBC

Brauerei:

Pinkus Müller GmbH & Co. KG
Kreuzstraße 4-10
48143 Münster
www.pinkus.de

Brasserie des Légendes – Ducassis

Erst im Jahr 2000 kamen die ersten Biere der Brasserie des Légendes in den Verkauf. Heute vertreibt die Brauerei ihre Biere unter neun Markennamen und betreibt nbenbei noch eine Schokoladenfabrik sowie eine Destillerie. Auch das Ducassis, das jetzt vor mir steht, ist eine der Marken aus dem wallonischen Irchonwelz.

Rubinrot und gefiltert präsentiert sich das Bier im Glas. Die Schaumkrone ist nur klein und sie fällt auch schnell in sich zusammen.

Das Aroma ist fruchtig-süß nach schwarzen Johannisbeeren. Aus dem Hintergrund runden noch einige würzige Noten das Aroma ab.

Wie erwartet ist der Antrunk recht süß, was aber durch die reichlich vorhandene Kohlensäure abgemildert wird. Auf der Zunge bleibt die Süße bestehen, aber mir fehlen jetzt die würzigen oder bitteren Aromen. So wirkt das Bier eher wie Limonade, halt süß und etwas künstlich. Auch im Abgang erinnert das Bier an einen Fruchtnektar mit zugesetzten Aromen.

Ich will das Bier nicht schlechtmachen. Wenn ich im Sommer unterwegs bin und ein leichtes Fruchtbier zum Durststillen trinken möchte, könnte ich mir durchaus vorstellen, noch einmal ein Ducassis zu kaufen. Wenn es darum geht, ein Fruchtbier zu genießen, würde ich eher zu einem anderen Bier greifen.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Konzentrat aus dem Saft schwarzer Johannisbeeren (13 %), Hopfen, Zucker

Alkoholgehalt:

3 % Vol.

Brauerei:

Brasserie des Légendes
Rue du Castel 19
7801 Irchonwelz
Belgien
www.brasseriedeslegendes.be

Apostelbräu – Einkorn-Gourmet-Bier

Manche Brauereien suchen sich eine Nische, in der ihr wirtschaftliches Überleben gesichert ist. So auch die Brauerei Apostelbräu aus dem niederbayrischen Landkreis Passau. Dort haben sich die Brauer darauf eingeschworen, Biere aus alten Getreidearten zu brauen, die ansonsten vermutlich dem Vergessen zum Opfer fallen würden. Jetzt steht vor mir das Einkorn. Dieses Getreide stammt ursprünglich vom wilden Weizen ab (Quelle: Wikipedia)

Bernsteinfarben und nur leicht hefetrüb präsentiert sich das Bier im Glas. Die sahnige Schaumkrone ist durchschnittlich groß und elfenbeinfarben. Sie bleibt sehr lange erhalten.

Das Bier duftet nach Karamel und Pumpernickel, nach getrockneten Birnen und einem Hauch Honig. Das ist doch schon mal vielversprechend.

Der Antrunk ist mäßig süß und die feinperlige sanfte Kohlensäure ist leider nur sehr wenig vorhanden. Auf der Zunge dominieren die Geschmacksnoten nach Brotrinde und eine leichte fruchtige Säure gesellt sich dazu. Bitter kann ich nicht feststellen, aber das Mundgefühl ist angenehm weich. Der Abgang ist mild mit einer leichten Fruchtigkeit und kurzem Nachklang.

Mein Lieblingsbier wird das Einkorn mit Sicherheit nicht, aber ich kann durchaus nachvollziehen, dass es seine Fans hat. Immerhin hebt es sich wohltuend von der Masse der Biere ab.

Zutaten:

Wasser, Einkornmalz, Gerstenmalz, Hopfen, Hefe

Alkoholgehalt:

5,0 % Vol.

Brauerei:

Apostelbräu
Eben 11-13
94051 Hauzenberg
www.apostelbraeu.de

Nothelfer Bio-Weisse

Das Vierzehnheiliger Bier wird bereits seit 1803 oberhalb der Wallfahrtskirche Vierzehnheiligen gebraut – ein „Nothelfer“ im wahrsten Sinne des Wortes. Denn wenn die Pilger oberhalb der Kirche aus dem Wald kommen, begeben sich nur die wenigsten sofort in die Kirche, sondern stärken sich zuvor lieber bei einem Seidla und einer hausgemachten Brotzeit. Seit die Familie Trunk 1989 als Brauerei übernahm und entsprechend modernisierte, fließen aus den Zapfhähnen nicht nur das weit bekannte Nothelfer Dunkle, sondern vom Bioweizen bis zu saisonalen Spezialitäten vielfältige unter- und obergärige Biere.

Sonnengelb und kräftig hefetrüb präsentiert sich das Bier im Glas. Darüber prangt eine leicht überdurchschnittlich voluminöse feste Schaumkrone, die sehr lange erhalten bleibt. So muss ein Hefeweizen aussehen.

Das Bier duftet intensiv nach Banane und Birne, dazu das Aroma der Hefe, die an Biskuitteig erinnert.

Der Antrunk zeichnet sich durch eine leichte Süße aus. Die Kohlensäure ist eher knapp vertreten, dafür aber feinperlig und sanft. Auf der Zunge ist das Bier fruchtig nach Banane. Das Mundgefühl ist weich und samtig. Der Abgang ist durch ein mildes Bitter geprägt, das stärker ist als bei den meisten anderen Weizenbieren, aber durchaus noch stiltypisch. Der Geschmack klingt recht lange nach.

Zutaten:

Wasser, Weizenmalz, Gerstenmalz, Hopfen, Hefe

Alkoholgehalt:

5,3 % Vol.

Stammwürze:

13° Plato

Brauerei:

Brauerei Trunk
Vierzehnheiligen 3
96231 Bad Staffelstein,
www.brauerei-trunk.de

Jessenhofke – WNTR

Kuringen, ein beschauliches Dorf in der Nähe von Hasselt, in dem der Einwohner in der Dorfkneipe unter dem Kirchturm sitzt und ein Bierchen trinkt, wahrscheinlich nicht wissend, dass er sich in einem der wenigen Dörfer Flanderns befindet, in denen biologisches Bier gebraut wird. In der Jessenhofstraße fließt schon seit einiger Zeit Bier durch die Braukessel. Der Name der Straße zeigt deutlich, woher die Brauerei Jessenhofke ihren Namen hat.

Gert entschied sich bereits bei der Gründung dafür, nur biologische Biere zu brauen. Eine biologische Brauerei zu gründen war aber nicht ganz einfach, was sich daran zeigt, dass es damals nur eine Brauerei gab, die ausschließlich biologische Biere braute.

Um ein Biosiegel zu erhalten, muss das Unternehmen bestimmte Bedingungen erfüllen. Das Bio-Siegel zeigt, dass mindestens 95 % der Zutaten eines Produkts biologisch sind, was bedeutet, dass keine chemischen Produkte für das Produkt verwendet wurden. Außerdem dürfen keine künstlichen Geruchs-, Farb- oder Geschmacksstoffe oder genetisch veränderte Zutaten verwendet werden. Um zu überprüfen, ob diese Bedingungen eingehalten werden, führen unabhängige Kontrollstellen häufige Tests an den Produkten durch. Für alles, von den Rohstoffen bis zum Produktionsprozess, müssen Zertifikate vorliegen. Aus diesem Grund sind diese Produkte auch viel teurer als normale Produkte.

Das Logo der Brauerei, ein Eichhörnchen, hat die folgende Geschichte: Das Eichhörnchen ist ein Totemtier mit ein paar besonderen Eigenschaften. Es ist ein Sammler und legt Vorräte an, um für alles gerüstet zu sein. Im Winter zieht es sich zurück. So macht es auch Gert. Er ist immer auf der Suche nach den besten Zutaten, um sein Bier zu brauen, aber im Winter ist er am liebsten zu Hause bei einem schönen Pint.

Heute ist Jessenhofke eine von nur vier belgischen Brauereien, die ausschließlich biologische Biere herstellen. Den Hopfen dafür bezieht Gert ausschließlich von Joris Cambie aus Poperinge.

In einem sehr dunklen Rotbraun und fas blickdicht präsentiert sich das Bier im Glas. Die durchschnittlich voluminöse feinporige und mittelbraune Schaumkrone bleibt lange erhalten. Ein Bier wie gemalt.

Das Bier duftet recht süß nach dunkler Schokolade und Rübensirup, auch nach getrockneten Birnen und Rosinen. So stelle ich mir ein winterliches Bier vor.

Wie erwartet ist der Antrunk süß und die sehr feinperlige Kohlensäure schmeichelt meinem Gaumen. Wie bereits in der Nase verwähnt der Geschmack nach dunkler Schokolade auch meine Zunge. Dazu gesellt sich der Geschmack nach Mokka. Die Süße bleibt erhalten, das Bitter ist nur leicht zu schmecken und eine leichte fruchtige Säure ist eher zu ahnen als zu schmecken. Dabei wärmt der Alkohol. Der Abgang zeichnet sich durch ein freundliches Bitter und eine subtile Fruchtigkeit aus. Beides ist nicht allzu kräftig, aber der Geschmack klingt trotzdem sehr lange nach.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz (Münchener Malz, Caramunich), Weizenmalz, Hopfen (Challenger, Goldings, Fuggles), unraffinierter Rohrzucker*, Kräuter*, Hefe

Alkoholgehalt:

10 % Vol.

Stammwürze:

18° Plato

Bittereinheiten:

21 IBU

Farbe:

87 EBC

Empfohlene Genusstemperatur:

8° – 11° Celsius

Brauerei:

Jessenhofke
Simpernelstraat 17B
3511 Hasselt
Belgien
www.jessenhofke.be