Archiv der Kategorie: Biobier

Glossner – Neumarkter Torschmied’s Dunkel

Die Brauerei Glossner ist in Neumarkt in der Oberpfalz beheimatet. Am besten stellt das Unternehmen sich selbst einmal vor: „Wir sind die inhabergeführte, unabhängige Privatbrauerei, seit 444 Jahren in einer patrilinearen Familientradition seit 1574, heute in der 14. Generation. Die Inhaberfamilie, Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind zu einem stets pfleglichen, herzlichen und fördernden persönlichen Kontakt zu unseren Kunden, Partnern und Freunden verpflichtet. Unser unternehmerisches Handeln ist von der Verantwortung für die nächsten Generationen unserer Mitarbeiterfamilien und für unsere Gesellschaft geprägt. Die Verantwortung für hochfeine GLOSSNER BIERE liegt bei uns als Inhaber persönlich und leidenschaftlich. Wir verwenden soweit möglich ausschließlich Rohstoffe von Landwirten aus der Region, die nach den Richtlinien des neutral kontrollierten Vertragsanbaus produzieren. Unser Hopfen stammt aus den Anbaugebieten von Spalt, Hersbruck sowie aus der Hallertau. Wir brauen hochfeine GLOSSNER BIERE schon immer mit klassischer Gärung und kalter Reifung unter Verzicht auf Druck und Wärme sowie andere beschleunigende Faktoren. Wir geben unseren Bieren Zeit zum Reifen. Hierbei beachten wir wirtschaftliche, ökologische, ethische und klimaverantwortende Grundsätze. Wir bekennen uns zu frischen Bieren und achten stets auf ein frisches Ausschankerlebnis bei unseren Kunden. Die Qualität und Reinheit unserer GLOSSNER BIERE wird ständig in unserem eigenen Labor sowie in externen Labors qualifiziert und zertifiziert. Wir fördern die Biervielfalt durch ein breites Angebot von obergärigen, untergärigen und Saisonbieren – aus konventioneller sowie aus biologischer Herstellung. Damit soll dem individuellen Anspruch eines jeden Bierkenners erfüllt werden können. Die Gesellschaft, die Gastlichkeit, die Zünftigkeit und die bayerische Bierkultur liegen uns persönlich am Herzen und sollen weiterhin unterstützt und gelebt werden. Wir füllen unsere Biere ausschließlich in umweltfreundliche Mehrwegflaschen ab.“

So, dass sind ja etliche Ansprüche, die die Brauerei an sich selbst stellt und die es zu erfüllen gilt. Mal sehen, ob das hier geklappt hat.

Dunkel bernsteinfarben präsentiert sich das Bier im Glas. Die kleine feinporige und hellbraune Schaumkrone löst sich schnell auf. An der Optik sollte die Brauerei wirklich noch etwas feilen.

Der Antrunk ist recht süß, was aber zur reichlich vorhandenen feinperligen Kohlensäure passt. Auf der Zunge kommt ein leichtes Bitter dazu, aber das Mundgefühl ist recht schlank. Das Bitter bleibt auch im Abgang erhalten und es klingt einige Zeit nach.

Das Bier hat keinen Fehler, aber irgendwie ist es auch nicht in der Lage, mich zu begeistern.

Zutaten:

Mineralwasser, Gerstenmalz, Hopfen

Alkoholgehalt:

5,1 % Vol.

Stammwürze:

12,5° Plato

Brauerei:

Neumarkter Glossnerbräu KG
Deininger Weg 88
92318 Neumarkt i.d. OPf.
www.glossner.de

Budels White Gose

Normalerweise ist eine Gose bekanntlich ein leicht saures Bier, das einen minimalen Salzgeschmack mit sich bringt. Früher wurde für die Säure die Spontangärung verwendet, während heute Milchsäurebakterien eingesetzt werden. Der Name stammt vom niedersächsischen Flüsschen Gose, das auch der Stadt Goslar seinen Namen verlieh. Diese Gose ist einzigartig: es ist die erste Gose, die ich erlebe, deren Zutaten aus biologischem Anbau stammen. Außerdem ist es die bislang einzige mir bekannte Gose aus den Niederlanden. Außerdem kenne ich keine andere Gose, die biozertifiziert ist. Die White Gose wird seit 2019 gebraut.

Blassgolden und leicht hefetrüb zeigt sich die White Gose im Glas. Die feinporige Schaumkrone ist durchschnittlich groß und löst sich sehr schnell auf. Die Optik enttäuscht mich, da bin ich aus Budels wirklich etwas besseres gewöhnt.

Das Aroma verrät eine leichte frische und fruchtige Säure, die an Birnen und grüne Äpfel erinnert. Das Getreide, besonders der Weizen, hält sich diskret im Hintergrund und rundet die anderen Aromen eher ab.

Der Antrunk ist frisch und spritzig. Er erinnert mit seiner Rezenz und leichten Säure eher an einen guten Sekt.Und so geht es auch weiter. Fruchtig und süßsauer präsentiert sich die Gose auf der Zunge. Selten habe ich eine so fruchtige Gose erlebt. Sie erinnert mich an einen Obstwein. Das Mundgefühl ist voll und rund. Der Abgang ist mild und trocken.

Für den Sommer ist die White Gose aus Budels unübertrefflich. Die frische Säure macht munter und auch für heiße Tage sollte der moderate Alkoholgehalt nicht zu viel sein.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Weizenmalz, Hopfen, Zitrus, Koriander, Salz

Alkoholgehalt:

4,5 % Vol.

Bittereinheiten:

12 IBU

Farbe:

8 EBC

Empfohlene Genusstemperatur:

6° – 8° Celsius

Brauerei:

Budelse Brouwerij B.V.
Nieuwstraat 9
6021 Budel
Niederlande
www.budels.nl

Budelse – Budels Bio Pilsener

Vor mir steht jetzt Budels Bio Silsener. Es kommt von Budelse Brouwerij B.V. in Budel in der niederländischen Provinz Noord Brabant. Nach Angaben der Brauerei wird das Bier vollständig aus Zutaten gebraut, die aus kontrolliert biologischem Anbau stammen. Das ist ja nicht in allen Fällen ein Garant für einen guten Geschmack, in der aber schon. Mal sehen, wie es diesmal aussieht.

Kräftig golden und gefiltert präsentiert sich das Bier im Glas. Die Scheumkrone ist nur klein und sie fällt schnell in sich zusammen. Damit ist die Optik schon mal etwas enttäuschend.

Das Bier duftet nach Karamell, dazu ein Hauch Fruchtigkeit, der an Feigen erinnert. Abgerundet wird das Aroma durch einige würzige Noten.

Der Antrunk ist überraschend süß und sehr rezent. Auf der Zunge gesellt sich ein passendes Bitter dazu. Das Mundgefühl ist zwar voll, aber irgendwie macht das Bier keinen ausgewogenen Eindruck. Der Abgang ist dann überraschend mild mit einem sehr kurzen Nachklang.

Ich kann mir nicht helfen, aber dieses Bier enttäuscht mich auf der ganzen Linie. Es macht einen wirklich unfertigen Einduck.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen

Alkoholgehalt:

5,0 % Vol.

Empfohlene Genusstemperatur:

6° -8° Celsius

Brauerei:

Budelse Brouwerij B.V.
Nieuwstraat 9
6021 HP Budel
Niederlande
www.budels.nl

Loncium – Classic

Nun steht ein handwerklich gebrautes Biobier aus Österreich vor mir. Da das Etikett nicht allzu viel hergibt bin ich zunächst einmal auf die Website der Brauerei gegangen, um zu versuchen, noch weitere Informationen zu erhalten. Leider wird dieses Bier dort nicht erwähnt. Ich gehe daher davon aus, dass dieses Bier nicht mehr gebraut wird.

Intensiv goldgelb zeigt sich das Bier im Glas, darüber gemischtporiger weißer Schaum und ich sehe, dass das Bier recht wenig Kohlensäure enthält.

Das Aroma ist getreidig-teigig und leicht bitter.

Der Antrunk enthält wenig Süße, es handelt sich also offensichtlich um ein recht trockenes Bier. Der Körper ist ziemlich bitter und zeigt eine leichte Säure. Trotzdem ist das Bier einigermaßen süffig. Der Abgang ist bitter und der Geschmack bleibt durchschnittlich lange erhalten.

Insgesamt macht das Bier auf mich einen etwas unausgeglichenen Eindruck. Um es zu mögen muss der Konsument auf recht bittere Biere stehen. Allerdings habe ich das Bier auch nicht wie von der Brauerei empfohlen bei 7° C getrunken, sondern bei Zimmertemperatur, da bei dieser Temperatur die Aromen und Geschmäcker der Biere besser zur Geltung kommen. Könnte ich das Bier noch einmal nachkaufen, würde ich den Test noch einmal mit gekühltem Bier wiederholen.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen

Alkoholgehalt:

4,9 % Vol.

Stammwürze:

11,8° Plato

Brauerei:

Biermanufaktur Loncium GmbH
9640 Kötschbach-Mauthen 60
Österreich
http://www.loncium.at

Klosterhof – Hopfenfuchs

Zunächst einmal das Versprechen der Brauerei zum Klosterhof in Heidelberg: „Eine ganz besondere Bierspezialität, mit dem besonderen Hopfenaroma ohne bitter zu sein. Frisch gepflückter Bio-Cascade Hopfen aus der Hallertau und verschiedenste Biomalze machen unseren Hopfenfuchs zu einem besonderen Genuss für alle Sinne.“ Na, dann wollen wir doch mal sehen, was der Braumeister für uns gezaubert hat.

Die Farbe bewegt sich irgendwo zwischen fuchsrot und bernsteinfarben. Damit wäre schon mal die Namensgebung dieses Bieres geklärt. Das hefetrübe Bier bildet eine durchschnittliche Schaumkrone, die leicht beige ist und durchschnittlich lange erhalten bleibt.

In der Nase halten sich Karamell- und Zitrusaromen die Waage. Sie werden durch den Duft von Gras unterstützt. Damit macht der Hopfenfuchs schon mal einen guten Eindruck.

Der Antrunk zeigt, dass dieses Bier viel sehr feinperlige Kohlensäure enthält. Die Süße ist nicht sonderlich ausgeprägt, aber eindeutig vorhanden. Auf der Zunge zeigt sich eine gute Balance zwischen Süße, Säure und Bitterstoffen. Die Fruchtnoten des Hopfens halten sich diskret im Hintergrund und dienen lediglich der Abrundung des Geschmacks. Der Abgang ist angenehm kräftig bitter und die Grasnoten kommen wieder zum Tragen. Der Geschmack klingt durchschnittlich lange nach.

Der Hopfenfuchs ist das Bier, das mir von den Erzeugnissen der Brauerei zum Klosterhof am Besten gefällt. Die Brauerei schreibt weder auf der Website noch auf dem Etikett der Flasche, um welchen Bierstil es sich handelt; ich halte es aber für ein Bockbier.

Zutaten:

Wasser, Bio-Gerstenmalz, Bio-Aromahopfen (Cascade, Perle, Tradition, Tettnanger), Hefe

Stammwürze:

13° Plato

Brauerei:

Brauerei zum Klosterhof GmbH
Stiftweg 4
69118 Heidelberg
www.brauerei-zum-klosterhof.de

Hofmark – Pils

Jetzt steht nach längerer Zeit mal wieder ein Bier vor mir, das aus biologischen Zutaten gebraut wurde. Nun macht der Bio-Anbau das Bier nicht zwangsweise besser, aber wenn eine Brauerei die teuren Rohstoffe verwendet, geht sie in der Regel auch behutsam damit um, lässt dem Bier die Zeit zum Reifen… Diese Faktoren beeinflussen den Preis stärker als die Zutaten und sorgen in der Regel für einen besseren Biergenuss.

Daher weisen die Bio-Brauer meist auch in ihrem Webauftritt darauf hin. Die Brauerei Hofmark aus Loifling in der Pfalz macht da eine Ausnahme. Hier die Infos, die auf der Website zu finden sind: „Fein glänzend und in einem sattem Gold präsentiert sich das schaumgekrönte Pils. Seinen Geruch prägen grüne Noten, dezent nach Wiesenkräutern sowie würzige Hopfenaromen. Es ist angenehm spritzig und sehr erfrischend. Beim Trinken spürt man wie sich nach und nach um den leicht vollmundigen Körper eine intensive, harmonische und feinherbe Bittere aufbaut, welche dann langsam am Gaumen ausklingt.“ Diese Beschreibung ist eher auswechselbar und von daher für ein Biobier ungewöhnlich.

Goldgelb und kristallklar strahlt mir das Bier aus dem Glas entgegen. Darüber bildet sich eine durchschnittliche Menge feinporiger Schaum, der lange erhalten bleibt. Optisch macht das Bier einen guten Eindruck.

Das Aroma ist malzbetont, unterstützt durch die Düfte grüner Äpfel und Birnen.

Der Antrunk ist frisch und durch die reichlich vorhandene Kohlensäure spritzig. Schnell kommt eine angenehme Bittere dazu. Obwohl der recht kräftige Körper nicht allzu fruchtig ist, macht das Bier einen vollmundigen frischen und süffigen Eindruck. Im Abgang wird das Pils trockener mit einem freundlichen Bitter, das lange nachklingt.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz aus kontrolliert biologischem Anbau, Hopfen aus kontrolliert biologischem Anbau

Alkoholgehalt:

4,9 % Vol.

Stammwürze:

12° Plato

Bittereinheiten:

21 IBU

Brauerei:

Hofmark Brauerei KG
Hofmarkstraße
93455 Loifling b. Cham
www.hofmark-brauerei.de

Liebhart’s – Dunkel Landbier

Nun wartet mal wieder eines der Biobiere aus der ostwestfälischen Brauerei Liebharts vor mir, das Bio Dunkel Landbier. Die meisten Biere aus biologischen Grundstoffen werden mit viel Sorgfalt gebraut, was sich auch im Geschmack niederschlägt. Dementsprechend hoch sind jetzt meine Erwartungen.

Die Farbe des Bieres gefällt mir schon mal. Das Bier zeigt sich in einem sehr dunklen Rot, dazu reichlich Kohlensäure. Der sehr knapp bemessene Schaum ist hellbraun, gemischtporig und er verschwindet sehr schnell.

Das süßliche Aroma wird vom Malz bestimmt, unterstützt vom Duft nach Datteln und anderen Trockenfrüchten. Bei der dunklen Farbe hätte ich mehr Röstaromen erwartet, aber der Duft ist durchaus sehr angenehm.

Der Antrunk ist süßlich. Nach kurzer Zeit kommen die Röststoffe zum Vorschein. Leider hält sich der Hopfen sehr im Hintergrund, er ist eher zu erraten als zu erschmecken. Auch der sehr lange Abgang wird durch die Röststoffe bestimmt. Aber insgesamt bin ich von diesem Bier eher enttäuscht, ich empfinde es eher als langweilig.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen

Alkoholgehalt:

4,8 % Vol.

Brauerei:

Liebhart’s Privatbrauerei
Am Gelskamp 6
32758 Detmold
http://www.residenz-biere.de

Störtebeker – Baltik-Lager

Aus der Störtebeker Brauerei am Stadtrand der Hansestadt Stralsund kommt etwa ein Dutzend unterschiedlicher Biere. Jetzt steht das neueste Erzeugnis vor mir, das Baltik-Lager. Ich bin mal gespannt, ob dieses Lager mich überzeugen kann. Auch wenn ich Lagerbiere häufig als recht langweilig empfinde, habe ich von der Störtebeker Brauerei doch so manche Überraschung erlebt. Für mich ist es also eine spannende Verkostung.

Kräftig kupferfarben steht das Bier im Glas. Obwohl das Bier klar ist, kann ich keine Kohlensäure sehen. Über dem Bier bildet sich eine durchschnittliche Menge feinporiger Schaum, cremefarben und mit recht langer Standzeit.

Das Aroma enthält Düfte von Toffee, Früchten und Kräutern. Dieses recht komplexe Aroma macht Lust auf den ersten Schluck.

Der Antrunk ist relativ süß. Jetzt kann ich auch das erste Mal die Kohlensäure feststellen. Sie ist sehr feinperlig, aber leider auch in sehr geringer Menge vorhanden. Der Körper ist dagegen der der helle Wahnsinn – Süße, Säure und Bitter stehen in absolut ausgeglichenen Verhältnis zueinander und bilden zusammen mit einem zusätzlichen leicht rauchigen Geschmack (kommt da auch noch etwas Whisky durch?) einen intensiven, runden, vollen und ausgewogenen Eindruck. Obwohl der Abgang wirklich mild ist, klingt er lange nach.

Dieses Bier ist wirklich außergewöhnlich. Es gehört zu den wenigen Bieren, denen es gelingt, sowohl mir als auch meiner Frau wirklich gut zu gefallen. So ein Bier würde ich mir wirklich häufiger wünschen.

Zutaten:

Brauwasser, Gerstenmalz (Caramelmalz, dunkle Braumalze, Pilsener Malz), Hopfen (Perle, Tradition, Cascade), Hefe

Alkoholgehalt:

5,5 % Vol.

Stammwürze:

13,2 %

Brauerei:

Störtebeker Braumanufaktur GmbH
18439 Hansestadt Stralsund
www.stoertebeker.com

BierSelect

Riedenburger – Emmer-Bier

Nun verkoste ich mal wieder ein Craft-Bier aus dem Riedenburger Brauhaus in Bayern, das Emmer-Bier. Emmer, auch Zweikorn genannt, ist ein Vorgänger des Weizens. Er ist, zusammen mit Einkorn, eine der ältesten kultivierten Getreidearten. Diese Weizenart mit lang begrannten, meist zweiblütigen Ährchen wird heute in Europa kaum noch angebaut. Heute baut die Riedenburger Brauerei den Emmer im Rahmen eines Programms zum Erhalt historischer Getreidearten wieder an.

Rotbraun und leicht hefetrüb steht das Bier im Glas. Darüber ein üppiger hellgelber Schaum mit leichtem Braunstich, feinporig und mit mittlerer Standzeit.

Das Aroma ist getreidig mit Anklängen von Pflaume und roten Früchten. Bis hierhin ist das Bier durchaus ansprechend.

Im Antrunk ist malzig, auch wenn sich die Süße diskret im Hintergrund hält. Schnell kommt eine angenehme Säure in den Vordergrund, die dem Bier zusammen mit der feinperligen Kohlensäure eine großartige Eleganz verleiht. Der Abgang ist mild und kaum bitter. Dafür hält sich der Geschmack aber noch einige Zeit im Mund und in der Kehle. Das richtige Bier für alle, die eher milde Biere lieben.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen, Hefe

Mit Ausnahme des Wassers und der Hefe stammen alle Zutaten aus kontrolliert biologischem Anbau.

Alkoholgehalt:

5,5 % Vol.

Brauerei:

Riedenburger Brauhaus
93339 Riedenburg
http://www.riedenburger.de

BierSelect

Wolfscraft – Frisch-Pils

Die Firma Wolfscraft aus Freising hat es sich zur Aufgabe gesetzt, traditionelle Bierstile modern zu interpretieren und dabei die Biere so gut wie möglich zu gestalten. Das haben sie auch mit dem Pils gemacht und so steht jetzt das Frisch-Pils vor mir. Ich vermute jetzt mal, dass es erheblich schwieriger ist, einen Bierstil zu brauen, der den Konsumenten seit Jahrzehnten bekannt ist und diesen Bierstil dabei so zu verbessern, dass die Konsumenten das Ergebnis als besser erkennen, als einen Bierstil zu brauen, der in Deutschland bis vor einigen Jahren nicht bekannt war. Ich will jetzt testen, ob die Freisinger bei ihrem Pilsener ihre selbst gestellten Kriterien erfüllt haben.

In hellem Goldgelb und mit einer größtenteils feinporigen Schaumkrone präsentiert sich das Bier im Glas. Der Schaum fällt durchschnittlich schnell in sich zusammen und ich bemerke, dass im Bier kaum Kohlensäure zu sehen ist.

Die erste Überraschung erlebe ich beim Aroma dieses Pils-Bieres. Karamell und Fruchtigkeit mischen sich mit einer feinen Herbe und auch einer hintergründigen blumigen Note. Im Vordergrund rieche ich aber das Karamellaroma des Malzes, das sich mit dem Duft nach Stachelbeere und Quitte mischt. Das ist wirklich außergewöhnlich für ein Pils.

Der Antrunk ist nur leicht süß, was mir durchaus entgegenkommt. Jetzt bemerke ich auch die sehr feinperlige Kohlensäure, die leider recht knapp bemessen ist. Etwas mehr Kohlensäure würde für einen deutlich frischeren ersten Eindruck sorgen. Auf der Zunge entwickelt das Frisch-Pils von Wolfscraft den Geschmack der Stachelbeere, der sich bereits im Aroma gezeigt hat. Dazu kommt noch ein Hauch Quitte und jetzt tauchen auch erste leichte Bitternoten auf. Das Bier ist ausgewogen und vollmundig. Der Abgang ist ausgewogen bitter mit recht langem Nachklang.

Das Frisch-Pils ist ein ungewöhnliches Bier, das nicht mit den typischen Pilsbieren aus Nord- und Süddeutschland zu vergleichen ist. Es ist nicht so süß wie die meisten süddeutschen Pilsbiere, aber auch nicht so herb wie ein norddeutsches Pils. Aber dieses Bier ist richtig gut.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen

Alkoholgehalt:

5,2 % Vol.

Bittereinheiten:

30 IBU

Brauerei:

Wolfscraft GmbH
General-von-Nagel-Str. 15
85356 Freising
www.wolfscraft.de