Der Bayerische Brauerbund und der DEHOGA Bayern e.V. (BHG) haben die „Goldene BierIdee 2026“ verliehen

Im Rahmen der traditionellen Brauer-Gala im Münchner Löwenbräukeller wurde erneut die „Goldene BierIdee“ verliehen. Mit der Auszeichnung würdigen der Bayerischer Brauerbund und der DEHOGA Bayern Persönlichkeiten und Initiativen, die sich in besonderer Weise für die Pflege und Vermittlung bayerischer Bierkultur einsetzen.

Die Verleihung am 21. Mai 2026 stand dabei erstmals unter der Präsidentschaft von Dr. Stefan Kreisz, dem neuen Präsidenten des Bayerischen Brauerbundes. Gemeinsam mit Angela Inselkammer, Präsidentin von DEHOGA Bayern, sowie Hauptgeschäftsführer Dr. Lothar Ebbertz ehrte er Projekte und Akteure, die zeigen, wie vielfältig Bierkultur heute gelebt wird.

Auszeichnung für gelebte Regionalität

Eine der „Goldenen BierIdeen 2026“ ging an die Gemeinde Attenkirchen für das Hallertauer Bierfestival. Seit 2010 hat sich das Festival zu einem wichtigen Schaufenster regionaler Braukultur entwickelt. Besonders hervorgehoben wurden das ehrenamtliche Engagement sowie die enge Verbindung zwischen Hopfenanbau, Brauereien und regionaler Identität in der Hallertau – dem weltweit größten zusammenhängenden Hopfenanbaugebiet.

Bierwissen für eine wachsende Gemeinschaft

Ebenfalls ausgezeichnet wurde Markus Harms für sein Magazin Bier & Brauhaus. Mit Publikationen, Veranstaltungen, Braukursen und digitalen Angeboten hat er über Jahre eine Plattform geschaffen, die Hobbybrauer, Bierinteressierte und Brauereien miteinander verbindet.

Die Jury würdigte dabei insbesondere seinen Beitrag zur Wissensvermittlung sowie seine Rolle bei der Vernetzung der deutschsprachigen Hobbybrauerszene.

Fränkische Bierkultur mit internationalem Blick

Die dritte Auszeichnung erhielt die Brauerei Kundmüller in Weiher für ihre Projektreihe „International Collaboration Brews“. Durch Gemeinschaftssude mit Brauereien aus unterschiedlichen Ländern verbindet die Familienbrauerei internationale Einflüsse mit fränkischer Brautradition.

Nach Einschätzung der Jury steht das Projekt beispielhaft für Offenheit, kreative Zusammenarbeit und handwerkliche Qualität – und zeigt zugleich, wie regionale Bierkultur weit über Bayern hinaus wirken kann.

Tradition und Innovation als gemeinsamer Nenner

In seiner Ansprache betonte Dr. Stefan Kreisz, dass die diesjährigen Preisträger eindrucksvoll zeigen würden, wie lebendig und vielfältig bayerische Bierkultur heute sei. Die ausgezeichneten Projekte verbänden Tradition mit neuen Ideen, stärkten Gemeinschaft und trügen die Begeisterung für bayerisches Bier über Landesgrenzen hinweg.

Die „Goldene BierIdee“ macht damit erneut deutlich: Bierkultur besteht längst nicht nur aus Brauprozessen und Rezepturen, sondern ebenso aus Menschen, Engagement und kreativen Ansätzen, die Tradition weiterentwickeln.

Benedektiner – Hell alkoholfrei

Manche Biere wollen laut sein. Sie werben mit exotischen Hopfensorten, maximaler Bittere oder möglichst ungewöhnlichen Zutaten. Das Benediktiner Hell schlägt einen anderen Weg ein. Hier steht die Idee von Ruhe, Ausgleich und bewusster Entschleunigung im Vordergrund – inspiriert von der benediktinischen Tradition. Große Worte für ein Helles. Also: Was landet tatsächlich im Glas?

Optisch macht das Bier zunächst vieles richtig. Es zeigt sich blond und kristallklar, gekrönt von einer festen Schaumkrone mit bemerkenswert guter Standzeit. Ein klassischer, sauberer Auftritt, der wenig Anlass zur Kritik bietet.

In der Nase dominieren helle Malznoten. Das Aromenspiel bleibt insgesamt eher zurückhaltend. Auffällig wirkt eine gewisse Süße, die den Eindruck einer früh beendeten oder besonders kontrollierten Gärung entstehen lässt. Komplexität sucht man hier allerdings vergeblich.

Der Antrunk überrascht mit einer gewissen Leichtigkeit – fast schon etwas dünn. Die Süße bleibt moderat und wird von einer sehr feinperligen Kohlensäure begleitet. Dadurch wirkt das Bier angenehm weich und unkompliziert. Im Körper zeigt sich das alkoholfreie Benediktiner Hell schlank und frisch. Die Süße wird von einer gut abgestimmten Bittere begleitet, die nie dominant auftritt. Alles wirkt auf Harmonie ausgelegt, ohne große Ausschläge in die eine oder andere Richtung. Das Bier bleibt dadurch ausgesprochen zugänglich, gleichzeitig aber auch etwas vorsichtig. Interessant wird es erst im Abgang: Die Bittere bleibt freundlich und moderat, entwickelt aber einen überraschend langen Nachhall. Gerade dieser längere Ausklang verleiht dem Bier mehr Charakter, als der erste Eindruck vermuten lässt.

Das Benediktiner Hell ist kein Bier, das mit spektakulären Aromen Aufmerksamkeit erzwingt. Vielmehr passt es tatsächlich zu dem Bild, das die Marke vermitteln möchte: unkompliziert, ruhig und angenehm. Vielleicht eher Begleiter nach einer Wanderung als Mittelpunkt eines langen Verkostungsabends. Somit ist das Benediktiner Hell alkoholfrei in klassisches Helles mit zurückhaltender Süße, schlankem Körper und erstaunlich langem Nachhall. Kein Bier für Aromensammler, aber eines für Menschen, die genau diese Unaufgeregtheit schätzen.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen

Alkoholgehalt:

< 0,5 % Vol.

Stammwürze:

6,9° Plato

Bittereinheiten:

14 IBU

Brauerei:

Benediktiner Weissbräu GmbH
Kaiser-Ludwig-Platz 1
82488 Ettal
www.benediktiner-weissbräu.de

Der Bayerische Brauerbund hat einen neuen Präsidenten

Dr. Stefan Kreisz (Foto: Kreisz)

Der Bayerischer Brauerbund hat eine neue Führung: Dr. Stefan Kreisz, Vorsitzender der Geschäftsführung von Erdinger Weißbräu, wurde am 21. Mai 2026 einstimmig zum neuen Präsidenten des Verbandes gewählt. Damit übernimmt ein Brauwissenschaftler und langjähriger Branchenkenner Verantwortung in einer Zeit, die für die Brauwirtschaft von großen Herausforderungen geprägt ist.

Mit Dr. Kreisz rückt eine Persönlichkeit an die Spitze, die Tradition und moderne Unternehmensführung gleichermaßen verkörpert. Der promovierte Brauwissenschaftler ist seit Jahren in leitenden Funktionen bei Erdinger tätig und verantwortete unter anderem Qualitätssicherung, Forschung und Entwicklung, bevor er in die Geschäftsführung wechselte.

Nach seiner Wahl machte Kreisz deutlich, worauf er seinen Fokus legen will: die Stärkung des Braustandorts Bayern, den Erhalt mittelständischer Braustrukturen und die gesellschaftliche Bedeutung des Bieres. Seine Botschaft: Bayerisches Bier sei weit mehr als ein Getränk – es sei Teil von Kultur, Heimat und Identität. Diese Vielfalt gelte es zu schützen und gleichzeitig zukunftsfähig weiterzuentwickeln.

Gerade dieser Spagat dürfte die Branche in den kommenden Jahren beschäftigen. Sinkende Bierabsätze, verändertes Konsumverhalten und wirtschaftlicher Druck stellen viele Brauereien vor neue Herausforderungen. Gleichzeitig wachsen alkoholfreie Sortimente und neue Getränkekategorien an Bedeutung.

Abschied nach zehn Jahren: Georg Schneider wird Ehrenpräsident

Mit der Wahl endet zugleich die zehnjährige Amtszeit von Georg Schneider von Schneider Weisse. Schneider prägte den Verband in einer Phase tiefgreifender Veränderungen und setzte sich insbesondere für mittelständische Brauereien, regionale Wertschöpfung und Nachhaltigkeit ein.

Ein besonderer Moment seiner Amtszeit war das Jahr 2016: Damals feierte die bayerische Brauwirtschaft gemeinsam den 500. Jahrestag des Reinheitsgebots – ein Jubiläum mit internationaler Aufmerksamkeit und hoher symbolischer Bedeutung für Bayerns Bierkultur.

Für seine Verdienste wurde Georg Schneider nun einstimmig zum Ehrenpräsidenten des Bayerischen Brauerbundes ernannt.

Stabwechsel in anspruchsvollen Zeiten

Der Führungswechsel erfolgt zu einem Zeitpunkt, an dem die Brauwirtschaft zwischen Tradition und Transformation steht. Die Erwartungen an den neuen Präsidenten sind entsprechend hoch: Bayerische Bierkultur bewahren, mittelständische Brauereien stärken und gleichzeitig Antworten auf veränderte Märkte finden.

Mit Dr. Stefan Kreisz übernimmt nun ein Vertreter einer der bekanntesten deutschen Privatbrauereien diese Aufgabe – und damit die Verantwortung, Bayerns Brauwirtschaft in die nächste Phase zu begleiten.

Hanssens Artisanaal – Cassis Lambic

Wer sich mit belgischen Lambics beschäftigt, stößt früher oder später auf Hanssens Artisanaal. Die traditionsreiche Geuzestecherei blickt auf eine Geschichte zurück, die bis ins Jahr 1896 reicht. Heute führt bereits die dritte Generation den Betrieb fort – mit einer klaren Leidenschaft für traditionelle Lambic-Stile und spontane Gärung. Das Cassis verbindet diese Tradition mit schwarzen Johannisbeeren und verspricht damit eine ungewöhnliche Mischung aus Frucht, Säure und Reife.

Im Glas zeigt sich das Bier in einer Farbe, die eher an hellen Rotwein erinnert als an klassische Bierstile. Kristallklar und praktisch ohne Schaum wirkt das Erscheinungsbild fast elegant – und gleichzeitig ungewöhnlich.

In der Nase übernimmt sofort die Lambic-Säure die Kontrolle. Die schwarzen Johannisbeeren, immerhin mit beachtlichen 400 Gramm pro Liter eingesetzt, treten überraschend zurück und bleiben zunächst eher Andeutung als Hauptdarsteller. Wer einen fruchtbetonten Auftritt erwartet, wird hier bereits merken: Dieses Bier folgt eigenen Regeln.

Der Antrunk überrascht dann deutlich. Statt kompromissloser Säure erscheint zunächst eine angenehme Süße, begleitet von fruchtigen Eindrücken. Kohlensäure spielt praktisch keine Rolle, was dem Bier einen ruhigen, beinahe weinartigen Charakter verleiht. Im weiteren Verlauf verändert sich das Bild spürbar. Die Süße weicht einer trockenen Struktur, während die typische Lambic-Säure zunehmend in den Vordergrund tritt. Die Frucht wird dabei fast überlagert und bleibt eher Begleiterscheinung. Trotz der intensiven Aromen wirkt das Mundgefühl schlank und leicht. Im Abgang zeigt das Cassis schließlich seine wilde Seite. Die Säure bleibt präsent und wird von einem Hauch Weinessig ergänzt. Was bei weniger gelungenen Sauerbieren schnell störend wirken könnte, fügt sich hier erstaunlich harmonisch ein und sorgt für einen langen, eigenständigen Eindruck.

Kurz gesagt: Das Hanssens Artisanaal Cassis ist kein Fruchtbier für unkomplizierte Erfrischung. Schwarze Johannisbeeren liefern zwar den Ausgangspunkt, doch im Mittelpunkt stehen die trockene Säure und die typische Lambic-Charakteristik. Das Ergebnis erinnert streckenweise eher an Naturwein als an Bier – spannend, ungewöhnlich und definitiv nichts für Freunde klassischer Süße.

Zutaten:

Wasser, Schwarze Johannisbeeren (40 %), Gerstenmalz, Hefe, Hopfen

Alkoholgehalt:

6,0 % Vol.

Brauerei:

Hanssens Artisanaal
Vroenenbosstraat 15
1653 Beersel
Belgien
https://www.hanssens-artisanaal.be/

Biotransformation – Fundamentals and Practical Tips for Better IPAs mit Carlos de la Barra

Wer sich schon einmal gefragt hat, warum manche moderne IPAs so intensiv nach tropischen Früchten, Zitrus oder Steinobst schmecken, landet früher oder später beim Thema Biotransformation. Dahinter verbergen sich komplexe Wechselwirkungen zwischen Hefe, Hopfen und Malz, die während der Gärung entstehen und das spätere Aromaprofil eines Bieres entscheidend beeinflussen können.

Im folgenden Workshop erklärt Lallemand Brewing-Experte Carlos de la Barra die Grundlagen der Biotransformation und zeigt praxisnah, wie Brauereien durch Hefewahl, Hopfengaben oder den Zeitpunkt der Gärung gezielt Einfluss auf Geschmack und Aroma nehmen können. Themen wie Dry Hopping, Whirlpool-Hopfung, Fermentationssteuerung und die Auswahl geeigneter Hefestämme stehen dabei ebenso im Fokus wie konkrete Beispiele aus der Braupraxis.

Carlos de la Barra verfügt über mehr als 20 Jahre Erfahrung in der Getränkeindustrie und war unter anderem in leitenden Funktionen bei Brauereien in Großbritannien, Schweden und Neuseeland tätig. Seine Expertise reicht von Produktionsprozessen über Rezeptentwicklung bis zur sensorischen Analyse.

Hinweis: Das folgende Video stammt von der European Beer Consumers Union (EBCU) und ist daher vollständig in englischer Sprache verfügbar. Für alle, die tiefer in moderne IPA-Technologien und Aromabildung einsteigen möchten, dürfte sich das Anschauen dennoch lohnen.

Einbecker Landbier

Schon optisch gibt sich dieses Bier klassisch: Goldfarben, kristallklar und mit eher zurückhaltender Schaumkrone. Der schneeweiße Schaum wirkt ordentlich, bleibt aber insgesamt etwas sparsam. Ein Auftritt ohne große Überraschungen – solide, aber nicht besonders einprägsam.

In der Nase zeigen sich helle Malznoten und leichte florale Anklänge. Das bleibt insgesamt recht verhalten. Wer auf intensive Aromen hofft, wird eher enttäuscht sein. Der Duft wirkt eher zurückhaltend und kündigt bereits ein Bier an, das nicht mit Hilfe expressiver Aromatik überzeugen möchte.

Im Antrunk überrascht zunächst eine moderate Süße, begleitet von sehr feinperliger Kohlensäure. Das sorgt für einen angenehmen Einstieg. Schnell entwickelt sich jedoch die Hopfennote zum dominierenden Element. Sie wirkt grasig und teilweise leicht metallisch – eine Kombination, die nicht unbedingt zusätzliche Tiefe erzeugt. Im weiteren Verlauf treten fruchtige Eindrücke auf, die entfernt an Birne erinnern. Gleichzeitig bleibt eine getreidige Süße bestehen, die mit zunehmender Verweildauer sogar stärker wahrgenommen wird. Das ergibt ein etwas widersprüchliches Bild zwischen Süße und Bittere. Der Körper bleibt dabei schlank und gut trinkbar. Positiv fällt auf, dass die Bittere trotz ihrer Präsenz nicht aggressiv wirkt. Sie bleibt vergleichsweise freundlich und zurückhaltend. Allerdings fehlt es dem Hopfen an aromatischer Strahlkraft, wodurch die Bitterkeit eher funktional erscheint als geschmacklich spannend. In der Kehle bleibt eine kurze Bittere zurück, ohne langen Nachhall oder besondere Entwicklung. Genau hier zeigt sich vielleicht am deutlichsten der Gesamteindruck: Das Bier erfüllt klassische Erwartungen an ein hopfenbetontes Lager oder Pils, schafft es aber nicht, darüber hinaus echte Begeisterung zu erzeugen.

Oder anders ausgedrückt: Ein unkompliziertes Bier mit deutlicher Hopfenorientierung, feiner Kohlensäure und angenehmer Trinkbarkeit. Gleichzeitig fehlen aromatische Tiefe und charakteristische Akzente. Die Hopfenbittere bleibt präsent, ohne wirklich spannend zu werden. Ein Bier, das man trinken kann – aber vermutlich keines, an das man sich lange erinnert.

Am ehesten passt das Bier zu deftigen, leicht salzigen Speisen wie Bratwurst, Schnitzel oder herzhaften Brotzeiten. Die Bittere kann Fett etwas ausgleichen, während die getreidige Süße gut mit kräftigen Röstaromen harmoniert. Zu feinen oder komplexen Gerichten dürfte das Bier dagegen schnell untergehen.

Zutaten:

Brauwasser, Gerstenmalz, Hopfen

Alkoholgehalt:

5,2 % Vol.

Farbe:

8 EBC

Brauerei:

Einbecker Brauhaus AG
Papenstraße 4-7
37574 Einbeck
www.einbecker.de

Hasenschenkel in Rotwein-Bockbier-Soße

Hasenschenkel in Rotwein-Bockbier-Soße

Zarte Hasenschenkel in kräftiger Rotwein-Bockbier-Soße mitSchinkenwürfeln, Zwiebeln und Kräutern der Provence. Ein rustikales Wildgerichtmit intensiven Röstaromen und malziger Tiefe.
Vorbereitungszeit 20 Minuten
Zubereitungszeit 1 Stunde 15 Minuten
Gesamtzeit 1 Stunde 35 Minuten
Portionen: 6
Gericht: Hauptgericht

Zutaten
  

  • 6 Hasenschenkel
  • 2 Zwiebeln
  • 50 g Schinkenwürfel
  • Olivenöl
  • 1 EL Zucker
  • 1 EL Tomatenmark
  • 1 Glas Rotwein
  • Flasche dunkles Bockbier
  • 1 TL Kräuter der Provence
  • Salz, Pfeffer
  • Speisestärke zum Abbinden der Soße
  • Kroketten als Beilage

Method
 

  1. Olivenöl in Bräter oder großem Topf erhitzen
  2. Hasenschenkelrundum kräftig anbraten, bis sie gebräunt sind.
  3. TrittFlüssigkeit aus dem Fleisch aus, zunächst weitergaren, bis sie verkocht ist.
  4. Zwiebelnschälen und würfeln.
  5. Zwiebelnund Schinkenwürfel zu den Hasenschenkeln geben.
  6. Kurzanschwitzen.
  7. Zuckerhinzufügen und leicht karamellisieren lassen.
  8. Tomatenmarkeinrühren und kurz anrösten.
  9. Rotweinangießen, bis die Hasenschenkel weitgehend bedeckt sind.
  10. Etwa45 Minuten bei niedriger Hitze köcheln lassen.
  11. DunklenBock zugießen.
  12. MitSalz, Pfeffer und Kräutern der Provence würzen.
  13. Weitere30 Minuten sanft köcheln lassen.
  14. Fallsdie Soße zu dünn ist, mit etwas Speisestärke abbinden.
  15. Abschmeckenund gegebenenfalls nachwürzen.
  16. Hasenschenkelmit reichlich Rotwein-Bockbier-Soße anrichten.
  17. Dazupassen Kroketten oder andere Kartoffelbeilagen.

Notizen

Dunkler Bock bringt kräftige Malz- und Karamellaromen mit, die hervorragend zu Wild passen.
Durch die Kombination aus Rotwein und Bier entsteht eine besonders intensive Schmorsoße.
Das Gericht schmeckt oft am nächsten Tag noch aromatischer.

De Proefbrouwerij – Bloemenbier

De Proefbrouwerij ist eine unabhängige Familienbrauerei, die sich auf die Entwicklung und Herstellung von Bieren und alternativen Getränken für Dritte spezialisiert hat. Was einst als Leidenschaft für den Brauprozess begann, hat sich zu einem Hightech-Produktionsunternehmen entwickelt, das für Qualität, Innovation und Integrität bekannt ist. Ein Ergebnis der Brauversuche der Proefbrouwerij ist das Bloemenbier, das jetzt vor mir steht und auf seine Verkostung wartet.

Schon beim Einschenken macht das Bloemenbier klar, dass es nicht in die klassische Bier-Schublade gesteckt werden möchte. Im Glas zeigt sich ein kräftiger Orangeton mit kristallklarer Erscheinung. Der feste, leicht gelbstichige Schaum baut sich üppig auf und hält erstaunlich lange. Optisch erinnert das Bier eher an einen opulenten Aperitif als an ein klassisches Golden Ale.

In der Nase dominieren Malz und Karamell, begleitet von fruchtigen Orangennoten und einer angenehmen Würze. Die angekündigte florale Welt schwingt mit, wirkt aber weniger verspielt als erwartet. Statt Blumenwiese entsteht eher der Eindruck eines gehaltvollen, süßlichen Gebäcks.

Der Antrunk fällt deutlich süß aus. Die Kohlensäure ist extrem feinperlig und zurückhaltend dosiert, wodurch das Bier fast cremig wirkt. Schnell breitet sich ein weiches, volles Mundgefühl aus, das für ein Bier mit sieben Prozent Alkohol überraschend intensiv erscheint. Die Süße bleibt konstant präsent und wird von fruchtigen Nuancen begleitet. Am Gaumen entwickelt sich das Bloemenbier weiter in Richtung Dessert. Bittere spielt praktisch keine Rolle, stattdessen dominieren schwere, süße und fruchtige Eindrücke. Das Mundgefühl wirkt fast likörartig weich, ohne dass der Alkohol störend hervortritt. Gerade diese Kombination macht das Bier ungewöhnlich: Es trinkt sich weniger wie ein klassisches Ale, sondern eher wie eine flüssige Nachspeise. Der Abgang bleibt mild süß mit vergleichsweise kurzem Nachhall. Die angekündigte herbe Bitterkeit taucht allenfalls in Andeutungen auf und bleibt deutlich zurückhaltender, als man es bei vielen belgischen Spezialitäten erwarten würde.

Das Spannende am Bloemenbier ist weniger seine Komplexität als seine Eigenständigkeit. Die Verwendung nicht näher bezeichneter Blütenzutaten und die Herkunft aus dem Umfeld der Universität Gent machen neugierig. Im Glas entsteht daraus ein Bier, das konsequent einen anderen Weg geht – weg von Bittere und Frische, hin zu Süße, Fülle und Dessertcharakter. Das Bloemenbier ist kein Bier für den schnellen Durst und vermutlich auch keines für eingefleischte Pils-Trinker. Dafür eignet es sich hervorragend als flüssiges Dessert.

Zutaten:

Wasser, GERSTENMALZ, Hopfen, Blütenhonig, Invertzucker

Alkoholgehalt:

7,0 % Vol.

Farbe:

12 EBC

Empfohlene Genusstemperatur:

8° – 12° Celsius

Brauerei:

De Proefbrouwerij
Doornzelestraat 20
9080 Lochristi-Hijfte
Belgien
www.proefbrouwerij.com

Reinhard Feigl ist Österreichs Biersommelier-Staatsmeister 2026

Am 15. Mai ging in Vorarlberg die 7. Österreichische Biersommelier Staatsmeisterschaft unter der Patronanz des Verbands der Brauereien Österreichs über die Bühne. Zugleich ging es um einen Platz in der Nationalmannschaft, welche das Bierland Österreich bei der Weltmeisterschaft 2027 vertreten wird. Reinhard Feigl (41) aus Wien setzte seine Expertise rund ums Bier meisterhaft ein und überzeugte die Jury im spannenden Finalkampf.

Das Kräftemessen startete in den Räumlichkeiten der Mohrenbrauerei in Dornbirn mit den nicht öffentlichen Vorrunden. Dabei mussten u.a. Bierproben hinsichtlich typischer Aromen bzw. Fehlaromen erkannt und benannt werden. Außerdem waren Biere anhand einer Blind-Degustation verschiedenen Bierstilen zuzuordnen. Schließlich wurde das Bierwissen anhand eines anspruchsvollen theoretischen Tests abgefragt.

Mit den zehn besten Biersommelièren und Biersommeliers aus den Vorrunden stand das Österreichische Nationalteam für die „9th World Championship of Beer Sommeliers 2027“ fest:

(in alphabetischer Reihenfolge)

  • Stefan Egermann; Burgenland
  • Reinhard Feigl; Wien
  • Thomas Franzke; Wien
  • Ursula Huber-Kainz; Niederösterreich
  • Johannes Keller; Wien
  • Katharina Marterer; Steiermark
  • Albert Mühlwerth; Vorarlberg
  • Martin Seidl; Oberösterreich
  • Julian Selinger; Wien
  • Sebastian Voglmayr; Oberösterreich

Im anschließenden Halbfinale traten jeweils zwei Nationalteam-Mitglieder in K.O. Runden gegeneinander an und präsentierten ein ihnen unbekanntes Bier vor einem 20-köpfigen Auditorium. Die fünf K.O. Duell-Champions und der beste „Lucky Loser“ qualifizierten sich so fürs Finale.

Zum Finale verlagerte sich das Geschehen auf die große Bühne im Veranstaltungszentrum Frödischsaal in Zwischenwasser/Muntlix.

Dort machten die sechs Besten aus den Vorrunden (in geloster Reihenfolge) mit perfekten Präsentation österreichischer Bierspezialitäten der fachkundigen Jury die Entscheidung nicht leicht.

(in alphabetischer Reihenfolge)

  • Mag. Florian Berger, Geschäftsführer Verband der Brauereien Österreichs
  • DI Nicola Buchner, Geschäftsführerin Verband der Diplom Biersommeliers
  • Bosse Danielsen, Leiter Mohrenbräu Biererlebniswelt
  • Oliver Klamminger, Leiter Erlebniswelt Schönram (D), Biersommelier Staatsmeister 2024, Kapitän des österreichischen Nationalteams, der Best Nation of the Word Cup of Beersommeliers 2025, 3. Platz Biersommelier WM 2025
  • Harry Mittermaier, Präsident BierIG – Interessengemeinschaft der Bierkonsumenten
  • Conrad Seidl, Bierpapst
  • DI Dr. Andreas Urban, Braumeister, Präsident Bund Österreichischer Braumeister und Brauereitechniker, Vorsitz der AG Bierspezifische Ausbildungen im Verband der Brauereien Österreichs, Vortragender Technologie der Brauerei und Brauereibetriebskontrolle, Universität für Bodenkultur

Letztlich wurde der Wiener Reinhard Feigl (Leopoldauer Brauhandwerk) seiner Favoritenrolle gerecht und holte den Titel „Biersommelier Staatsmeister 2026“ mit seiner Präsentation des „Austrian Amber Ale“ vom Salzburger Brauhaus Gusswerk.

Der zweite Platz ging an Julian Selinger mit seiner Präsentation des Tiroler „Zillertaler Schwarzes, Premium Classe“.

Platz Drei errang die Steirerin Katharina Marterer mit „Loncium Freepa Alkoholfreies IPA“.

Staatsmeister Reinhard Feigl: „Ich möchte mich an erster Stelle beim österreichischen Brauereiverband bedanken, der das Event Staatmeisterschaft sehr, sehr gut ausrichtet hat. Bedanken möchte ich mich bei meinen Teamkollegen, die sich mit mir gemeinsam in den letzten Wochen akribisch vorbereitet haben. Bedanken möchte ich mich besonders bei meiner Tochter und meiner Frau, die in der wochenlangen Vorbereitungszeit sehr viel Verständnis aufgebracht und mir sehr viele Biere eingeschenkt haben.“

Vizestaatsmeister Julian Selinger: „Das Schönste an der Staatsmeisterschaft war die Vorbereitung mit bierliebenden Kolleginnen und Kollegen. Wir haben gemeinsam intensiv die großartige österreichische Bierlandkarte erlebt und genossen. Dieser Teamgeist und unsere gemeinsame Liebe zu Bier verbindet, sogar im Finale, wo wir gegeneinander antreten mussten. An dieser Stelle herzliche Gratulation an Reini Feigl und Dank dem Verband der Brauereien für die Top-Unterstützung.“

Drittplatzierte Katharina Marterer: „Es war ein ungeheuer spannender Wettbewerb. Spannende Herausforderungen. Ich war zum ersten Mal dabei. Bin total überrascht, jetzt am Stockerl zu stehen. Bedanken möchte ich mich bei allen Beteiligten für die tolle Organisation der Staatsmeisterschaft, bei den Mitbewerber:innen für den Teamgeist und vor allem bei meinem Mann Gerald, der mich als Trainingspartner in der Vorbereitung perfekt unterstützt hat.“

Jurymitglied und Biersommelier Staatsmeister 2024 Oliver Klamminger: „Es war natürlich sehr spannend den Wettbewerb aus der Jury Sicht zu erleben, vor allem die Spannung, wenn die Finalbiere aufgedeckt werden und wie es den Kandidaten dabei geht. Grundsätzlich war es schön die Staffel zu übergeben, weil wir mit Reini einen würdigen Staatsmeister haben, der das Team 2027 in eine hoffentlich erfolgreiche Heim-WM führen wird.“

Biersommelier-WM 2027 in Österreich

„Darauf freuen wir uns schon sehr. Schließlich starten wir mit einem hochkarätigen Team“, so Florian Berger, Geschäftsführer des Verbands der Brauereien Österreichs. „Jetzt gratuliere ich Reini Feigl – sowie dem ganzen frischen Nationalteam – ganz herzlich! Dieses Team ist die beste Werbung für heimische Bierkultur und beweist einmal mehr, dass das Bierland Österreich weltweit auch führend in Sachen Bierwissen ist. Der Verband der Brauereien betreibt seit 2006 das erfolgreiche Ausbildungsprogramm zum zertifizierten Biersommelier, ein Modell, das Vorbild für viele Länder in und außerhalb Europas geworden ist“, erklärt Florian Berger abschließend.

Preußens Pilsener

Das Preußens Pilsener knüpft bewusst an die lange Brautradition der Hohenzollern an. Bereits am preußischen Hof spielte Bier eine Rolle, und auf der Burg Hohenzollern wurde zu besonderen Anlässen eigenes Bier ausgeschenkt. Das Pilsener versteht sich als Fortführung dieser Geschichte – gebraut nach dem Reinheitsgebot, mit Wasser aus dem Harz, Hallertauer Hopfen und einer auf sieben Wochen ausgedehnten Lagerzeit. Viel Tradition, hohe Ansprüche und ein Name, der Erwartungen weckt.

Schon optisch macht das Bier Eindruck. Im Glas steht ein kristallklares, blondes Goldgelb, gekrönt von einem feinporigen, schneeweißen Schaum mit bemerkenswert guter Standfestigkeit. Ein Pils, das sich durchaus aristokratisch präsentiert.

In der Nase zeigen sich helles Malz und dezente florale Noten. Das wirkt sauber und angenehm, ohne jedoch besonders komplex aufzutreten. Die ersten Eindrücke lassen ein klassisches Pils mit feiner Eleganz erwarten.

Der Antrunk überrascht: Für ein Pils wirkt das Bier zunächst vergleichsweise süß, begleitet von reichlich Kohlensäure. Schnell tritt eine deutliche Würzigkeit hervor, die das Geschmacksbild prägt. Im weiteren Verlauf entwickelt sich eine freundliche, zurückhaltende Bittere, während das auffallend weiche Wasser aus dem Harz tatsächlich für ein sehr angenehmes Mundgefühl sorgt. Der Körper bleibt schlank und gut trinkbar. Leichte blumige Noten ergänzen die Würze, während der Hopfen zwar aromatisch arbeitet, aber keine außergewöhnlichen Akzente setzt. Hier bewegt sich das Bier bewusst auf klassischem Terrain statt auf experimentellen Pfaden. In der Kehle zieht die Bittere noch einmal an und sorgt gemeinsam mit dem trockener werdenden Eindruck für einen überraschend langen Nachhall. Das ist gut gemacht und verleiht dem Bier mehr Charakter, als der erste Schluck vermuten lässt.

Das eigentliche Spannungsfeld entsteht jedoch durch den Namen. „Das Bier der Hohenzollern“ klingt nach großem Auftritt, vielleicht sogar nach etwas Erhabenem. Im Glas landet dann ein solides, gut trinkbares Pils mit angenehmer Würze und weichem Charakter – allerdings ohne jene geschmackliche Besonderheit, die man angesichts des königlichen Erbes vielleicht erwarten würde. Somit ist Preußens Pilsener ein handwerklich sauber gebrautes, klassisches Pils mit schöner Optik, weichem Mundgefühl und langem, herbem Nachhall. Ein gutes Bier – nur nicht unbedingt eines, bei dem man spontan den Adel bemühen würde.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen, Hopfenextrakt

Alkoholgehalt:

4,9 % Vol.

Farbe:

4 EBC

Brauerei:

Kgl. Preußische Biermanufactur
Königsallee 9
14193 Berlin
www.preussische-biermanufactur.de