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Benedektiner – Hell alkoholfrei

Manche Biere wollen laut sein. Sie werben mit exotischen Hopfensorten, maximaler Bittere oder möglichst ungewöhnlichen Zutaten. Das Benediktiner Hell schlägt einen anderen Weg ein. Hier steht die Idee von Ruhe, Ausgleich und bewusster Entschleunigung im Vordergrund – inspiriert von der benediktinischen Tradition. Große Worte für ein Helles. Also: Was landet tatsächlich im Glas?

Optisch macht das Bier zunächst vieles richtig. Es zeigt sich blond und kristallklar, gekrönt von einer festen Schaumkrone mit bemerkenswert guter Standzeit. Ein klassischer, sauberer Auftritt, der wenig Anlass zur Kritik bietet.

In der Nase dominieren helle Malznoten. Das Aromenspiel bleibt insgesamt eher zurückhaltend. Auffällig wirkt eine gewisse Süße, die den Eindruck einer früh beendeten oder besonders kontrollierten Gärung entstehen lässt. Komplexität sucht man hier allerdings vergeblich.

Der Antrunk überrascht mit einer gewissen Leichtigkeit – fast schon etwas dünn. Die Süße bleibt moderat und wird von einer sehr feinperligen Kohlensäure begleitet. Dadurch wirkt das Bier angenehm weich und unkompliziert. Im Körper zeigt sich das alkoholfreie Benediktiner Hell schlank und frisch. Die Süße wird von einer gut abgestimmten Bittere begleitet, die nie dominant auftritt. Alles wirkt auf Harmonie ausgelegt, ohne große Ausschläge in die eine oder andere Richtung. Das Bier bleibt dadurch ausgesprochen zugänglich, gleichzeitig aber auch etwas vorsichtig. Interessant wird es erst im Abgang: Die Bittere bleibt freundlich und moderat, entwickelt aber einen überraschend langen Nachhall. Gerade dieser längere Ausklang verleiht dem Bier mehr Charakter, als der erste Eindruck vermuten lässt.

Das Benediktiner Hell ist kein Bier, das mit spektakulären Aromen Aufmerksamkeit erzwingt. Vielmehr passt es tatsächlich zu dem Bild, das die Marke vermitteln möchte: unkompliziert, ruhig und angenehm. Vielleicht eher Begleiter nach einer Wanderung als Mittelpunkt eines langen Verkostungsabends. Somit ist das Benediktiner Hell alkoholfrei in klassisches Helles mit zurückhaltender Süße, schlankem Körper und erstaunlich langem Nachhall. Kein Bier für Aromensammler, aber eines für Menschen, die genau diese Unaufgeregtheit schätzen.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen

Alkoholgehalt:

< 0,5 % Vol.

Stammwürze:

6,9° Plato

Bittereinheiten:

14 IBU

Brauerei:

Benediktiner Weissbräu GmbH
Kaiser-Ludwig-Platz 1
82488 Ettal
www.benediktiner-weissbräu.de

Der Bayerische Brauerbund hat einen neuen Präsidenten

Dr. Stefan Kreisz (Foto: Kreisz)

Der Bayerischer Brauerbund hat eine neue Führung: Dr. Stefan Kreisz, Vorsitzender der Geschäftsführung von Erdinger Weißbräu, wurde am 21. Mai 2026 einstimmig zum neuen Präsidenten des Verbandes gewählt. Damit übernimmt ein Brauwissenschaftler und langjähriger Branchenkenner Verantwortung in einer Zeit, die für die Brauwirtschaft von großen Herausforderungen geprägt ist.

Mit Dr. Kreisz rückt eine Persönlichkeit an die Spitze, die Tradition und moderne Unternehmensführung gleichermaßen verkörpert. Der promovierte Brauwissenschaftler ist seit Jahren in leitenden Funktionen bei Erdinger tätig und verantwortete unter anderem Qualitätssicherung, Forschung und Entwicklung, bevor er in die Geschäftsführung wechselte.

Nach seiner Wahl machte Kreisz deutlich, worauf er seinen Fokus legen will: die Stärkung des Braustandorts Bayern, den Erhalt mittelständischer Braustrukturen und die gesellschaftliche Bedeutung des Bieres. Seine Botschaft: Bayerisches Bier sei weit mehr als ein Getränk – es sei Teil von Kultur, Heimat und Identität. Diese Vielfalt gelte es zu schützen und gleichzeitig zukunftsfähig weiterzuentwickeln.

Gerade dieser Spagat dürfte die Branche in den kommenden Jahren beschäftigen. Sinkende Bierabsätze, verändertes Konsumverhalten und wirtschaftlicher Druck stellen viele Brauereien vor neue Herausforderungen. Gleichzeitig wachsen alkoholfreie Sortimente und neue Getränkekategorien an Bedeutung.

Abschied nach zehn Jahren: Georg Schneider wird Ehrenpräsident

Mit der Wahl endet zugleich die zehnjährige Amtszeit von Georg Schneider von Schneider Weisse. Schneider prägte den Verband in einer Phase tiefgreifender Veränderungen und setzte sich insbesondere für mittelständische Brauereien, regionale Wertschöpfung und Nachhaltigkeit ein.

Ein besonderer Moment seiner Amtszeit war das Jahr 2016: Damals feierte die bayerische Brauwirtschaft gemeinsam den 500. Jahrestag des Reinheitsgebots – ein Jubiläum mit internationaler Aufmerksamkeit und hoher symbolischer Bedeutung für Bayerns Bierkultur.

Für seine Verdienste wurde Georg Schneider nun einstimmig zum Ehrenpräsidenten des Bayerischen Brauerbundes ernannt.

Stabwechsel in anspruchsvollen Zeiten

Der Führungswechsel erfolgt zu einem Zeitpunkt, an dem die Brauwirtschaft zwischen Tradition und Transformation steht. Die Erwartungen an den neuen Präsidenten sind entsprechend hoch: Bayerische Bierkultur bewahren, mittelständische Brauereien stärken und gleichzeitig Antworten auf veränderte Märkte finden.

Mit Dr. Stefan Kreisz übernimmt nun ein Vertreter einer der bekanntesten deutschen Privatbrauereien diese Aufgabe – und damit die Verantwortung, Bayerns Brauwirtschaft in die nächste Phase zu begleiten.

Einbecker Landbier

Schon optisch gibt sich dieses Bier klassisch: Goldfarben, kristallklar und mit eher zurückhaltender Schaumkrone. Der schneeweiße Schaum wirkt ordentlich, bleibt aber insgesamt etwas sparsam. Ein Auftritt ohne große Überraschungen – solide, aber nicht besonders einprägsam.

In der Nase zeigen sich helle Malznoten und leichte florale Anklänge. Das bleibt insgesamt recht verhalten. Wer auf intensive Aromen hofft, wird eher enttäuscht sein. Der Duft wirkt eher zurückhaltend und kündigt bereits ein Bier an, das nicht mit Hilfe expressiver Aromatik überzeugen möchte.

Im Antrunk überrascht zunächst eine moderate Süße, begleitet von sehr feinperliger Kohlensäure. Das sorgt für einen angenehmen Einstieg. Schnell entwickelt sich jedoch die Hopfennote zum dominierenden Element. Sie wirkt grasig und teilweise leicht metallisch – eine Kombination, die nicht unbedingt zusätzliche Tiefe erzeugt. Im weiteren Verlauf treten fruchtige Eindrücke auf, die entfernt an Birne erinnern. Gleichzeitig bleibt eine getreidige Süße bestehen, die mit zunehmender Verweildauer sogar stärker wahrgenommen wird. Das ergibt ein etwas widersprüchliches Bild zwischen Süße und Bittere. Der Körper bleibt dabei schlank und gut trinkbar. Positiv fällt auf, dass die Bittere trotz ihrer Präsenz nicht aggressiv wirkt. Sie bleibt vergleichsweise freundlich und zurückhaltend. Allerdings fehlt es dem Hopfen an aromatischer Strahlkraft, wodurch die Bitterkeit eher funktional erscheint als geschmacklich spannend. In der Kehle bleibt eine kurze Bittere zurück, ohne langen Nachhall oder besondere Entwicklung. Genau hier zeigt sich vielleicht am deutlichsten der Gesamteindruck: Das Bier erfüllt klassische Erwartungen an ein hopfenbetontes Lager oder Pils, schafft es aber nicht, darüber hinaus echte Begeisterung zu erzeugen.

Oder anders ausgedrückt: Ein unkompliziertes Bier mit deutlicher Hopfenorientierung, feiner Kohlensäure und angenehmer Trinkbarkeit. Gleichzeitig fehlen aromatische Tiefe und charakteristische Akzente. Die Hopfenbittere bleibt präsent, ohne wirklich spannend zu werden. Ein Bier, das man trinken kann – aber vermutlich keines, an das man sich lange erinnert.

Am ehesten passt das Bier zu deftigen, leicht salzigen Speisen wie Bratwurst, Schnitzel oder herzhaften Brotzeiten. Die Bittere kann Fett etwas ausgleichen, während die getreidige Süße gut mit kräftigen Röstaromen harmoniert. Zu feinen oder komplexen Gerichten dürfte das Bier dagegen schnell untergehen.

Zutaten:

Brauwasser, Gerstenmalz, Hopfen

Alkoholgehalt:

5,2 % Vol.

Farbe:

8 EBC

Brauerei:

Einbecker Brauhaus AG
Papenstraße 4-7
37574 Einbeck
www.einbecker.de

Preußens Pilsener

Das Preußens Pilsener knüpft bewusst an die lange Brautradition der Hohenzollern an. Bereits am preußischen Hof spielte Bier eine Rolle, und auf der Burg Hohenzollern wurde zu besonderen Anlässen eigenes Bier ausgeschenkt. Das Pilsener versteht sich als Fortführung dieser Geschichte – gebraut nach dem Reinheitsgebot, mit Wasser aus dem Harz, Hallertauer Hopfen und einer auf sieben Wochen ausgedehnten Lagerzeit. Viel Tradition, hohe Ansprüche und ein Name, der Erwartungen weckt.

Schon optisch macht das Bier Eindruck. Im Glas steht ein kristallklares, blondes Goldgelb, gekrönt von einem feinporigen, schneeweißen Schaum mit bemerkenswert guter Standfestigkeit. Ein Pils, das sich durchaus aristokratisch präsentiert.

In der Nase zeigen sich helles Malz und dezente florale Noten. Das wirkt sauber und angenehm, ohne jedoch besonders komplex aufzutreten. Die ersten Eindrücke lassen ein klassisches Pils mit feiner Eleganz erwarten.

Der Antrunk überrascht: Für ein Pils wirkt das Bier zunächst vergleichsweise süß, begleitet von reichlich Kohlensäure. Schnell tritt eine deutliche Würzigkeit hervor, die das Geschmacksbild prägt. Im weiteren Verlauf entwickelt sich eine freundliche, zurückhaltende Bittere, während das auffallend weiche Wasser aus dem Harz tatsächlich für ein sehr angenehmes Mundgefühl sorgt. Der Körper bleibt schlank und gut trinkbar. Leichte blumige Noten ergänzen die Würze, während der Hopfen zwar aromatisch arbeitet, aber keine außergewöhnlichen Akzente setzt. Hier bewegt sich das Bier bewusst auf klassischem Terrain statt auf experimentellen Pfaden. In der Kehle zieht die Bittere noch einmal an und sorgt gemeinsam mit dem trockener werdenden Eindruck für einen überraschend langen Nachhall. Das ist gut gemacht und verleiht dem Bier mehr Charakter, als der erste Schluck vermuten lässt.

Das eigentliche Spannungsfeld entsteht jedoch durch den Namen. „Das Bier der Hohenzollern“ klingt nach großem Auftritt, vielleicht sogar nach etwas Erhabenem. Im Glas landet dann ein solides, gut trinkbares Pils mit angenehmer Würze und weichem Charakter – allerdings ohne jene geschmackliche Besonderheit, die man angesichts des königlichen Erbes vielleicht erwarten würde. Somit ist Preußens Pilsener ein handwerklich sauber gebrautes, klassisches Pils mit schöner Optik, weichem Mundgefühl und langem, herbem Nachhall. Ein gutes Bier – nur nicht unbedingt eines, bei dem man spontan den Adel bemühen würde.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen, Hopfenextrakt

Alkoholgehalt:

4,9 % Vol.

Farbe:

4 EBC

Brauerei:

Kgl. Preußische Biermanufactur
Königsallee 9
14193 Berlin
www.preussische-biermanufactur.de

Altbierbowle mit Erdbeeren

Altbierbowle mit Erdbeeren

FruchtigeErdbeeren, eine feine Pfeffernote und malzig-herbes Altbier ergeben eineungewöhnliche Sommerbowle mit regionalem Charakter. Eine traditionelleSpezialität aus dem Raum Hannover.
Vorbereitungszeit 10 Minuten
Marinieren 3 Stunden
Gesamtzeit 3 Stunden 10 Minuten
Portionen: 4
Gericht: Getränke

Zutaten
  

  • 500 g Erdbeeren
  • 2 EL Zucker nach Geschmack
  • 1 Prise gemahlener Pfeffer aus der Mühle
  • 500 ml Altbier oder Porter, wenn ein kräftigeres Röstaroma gewünscht wird

Method
 

  1. Erdbeeren waschen, putzen und je nach Größe halbieren oder vierteln.
  2. Erdbeeren in eine Schüssel geben.
  3. Zucker und eine Prise schwarzen Pfeffer hinzufügen.
  4. Gut vermengen.
  5. Für etwa 2–3 Stunden ziehen lassen, bis die Früchte Saft abgegeben haben.
  6. Biergläser etwa zur Hälfte mit den marinierten Erdbeeren füllen.
  7. Mit Altbier auffüllen.
  8. Vorsichtig umrühren.
  9. Nach Wunsch mit Minze garnieren.

Notizen

Die Kombination aus Erdbeeren und schwarzem Pfeffer verstärkt die Fruchtaromen.
Altbier bringt eine angenehme herbe Malznote mit, während Porter der Bowle mehr Röstaromen und Tiefe verleiht.
Besonders an warmen Sommerabenden entfaltet die Bowle ihre Stärken.

Rückruf bei Mönchshof: Natur Radler Blutorange falsch als alkoholfrei gekennzeichnet

Verbraucher, die bewusst auf Alkohol verzichten wollen oder aus gesundheitlichen, religiösen oder persönlichen Gründen keinen Alkohol konsumieren dürfen, sollten derzeit besonders aufmerksam sein: Die Kulmbacher Brauerei informiert über einen Rückruf bestimmter Flaschen des Mönchshof Natur Radler Blutorange in der 0,5-Liter-Mehrwegflasche. Hintergrund ist eine fehlerhafte Kennzeichnung.

Nach Angaben der Brauerei wurde bei einem Teil der Produktion versehentlich ein falsches Klöppeletikett auf dem Schnappverschluss angebracht. Statt des vorgesehenen Etiketts für die alkoholhaltige Variante („Natur Radler Blutorange“) erhielten einige Flaschen irrtümlich die Kennzeichnung „Natur Radler 0,0 % Alkohol Blutorange“.

Die betroffenen Produkte enthalten jedoch kein alkoholfreies Getränk, sondern ein Radler mit einem Alkoholgehalt von 2,5 Prozent. Entscheidend für die korrekte Identifikation ist laut Hersteller das Rückenetikett: Weist dieses einen Alkoholgehalt von 2,5 Prozent aus und fehlen auf Hals- oder Bauchetikett Hinweise wie „Alkoholfrei“ oder „0,0 % Alkohol“, handelt es sich tatsächlich um die alkoholhaltige Variante.

Besonders problematisch ist die Verwechslung für Menschen, die bewusst alkoholfreie Getränke wählen – etwa Autofahrer, Schwangere oder Personen, die aus gesundheitlichen Gründen keinen Alkohol konsumieren dürfen. Die Kulmbacher Brauerei bittet deshalb ausdrücklich darum, betroffene Flaschen nicht zu trinken.

Betroffen vom Rückruf ist folgendes Produkt: Mönchshof Natur Radler Blutorange

Glasflasche, Inhalt: 0,5 Liter

Mindesthaltbarkeitsdatum: 28.01.2027

Chargennummern: B1 03:08, B1 03:09 und B1 03:10

Hersteller: Kulmbacher Brauerei AG

Verbraucher können ungeöffnete Flaschen im Handel zurückgeben und erhalten den Kaufpreis erstattet.

Für Rückfragen hat die Brauerei einen Kundenservice eingerichtet. Dieser ist telefonisch unter 09221 / 705 – 629 erreichbar. Außerdem können Betroffene per E-Mail an reklamationen@kulmbacher.de Kontakt aufnehmen.

Der Vorfall zeigt erneut, wie wichtig eine korrekte Kennzeichnung von alkoholhaltigen und alkoholfreien Produkten ist. Gerade in Zeiten wachsender Nachfrage nach alkoholfreien Alternativen kann eine fehlerhafte Deklaration weitreichende Folgen haben.

Hopfenanbau in Deutschland ist Immaterielles Kulturerbe

Der Hopfenanbau in Deutschland ist offiziell als Immaterielles Kulturerbe anerkannt worden. Diese Auszeichnung würdigt nicht nur die wirtschaftliche Bedeutung des „Grünen Goldes“, sondern vor allem seine kulturelle Rolle für ganze Regionen und Generationen von Hopfenpflanzern.

Große Bedeutung für Bierland Deutschland

Deutschland ist mit einem Weltmarktanteil von rund 35 Prozent der größte Hopfenproduzent weltweit. Besonders in den traditionellen Anbaugebieten wie der Hallertau, Spalt, Tettnang, Elbe-Saale und Bitburg spielt der Hopfen eine zentrale Rolle. Entsprechend groß war die Freude, als der bayerische Ministerrat am 24. März 2026 die Aufnahme des Hopfenanbaus in das Bayerische Landesverzeichnis des Immateriellen Kulturerbes beschloss.

Der Impuls für die Auszeichnung kam aus der Branche selbst. Der Verband Deutscher Hopfenpflanzer hatte gemeinsam mit dem Deutsches Hopfenmuseum und dem Bayerischer Brauerbund bereits im Herbst 2025 einen Antrag eingereicht. Ein unabhängiges Expertengremium sprach sich anschließend für die Aufnahme aus.

Mehr als nur Landwirtschaft

Die Anerkennung zeigt: Hopfenanbau ist weit mehr als reine Landwirtschaft. Er erfordert spezielles Wissen über die Pflanze, ihre Pflege, Ernte und Vermarktung. Gleichzeitig prägt er das Leben der Menschen, die mit ihm arbeiten – von der täglichen Routine bis hin zu langfristigen Entscheidungen.

Entscheidend für die Aufnahme als Kulturerbe ist dabei nicht allein die Tradition, sondern das gelebte Wissen im Hier und Heute. Wie wird das Know-how weitergegeben? Wie bleibt die Qualität erhalten? Und welche Rolle spielen die Menschen, die den Hopfenanbau tragen?

Genau diese Fragen machen deutlich, dass es sich beim Hopfenanbau um eine lebendige Kulturform handelt. Wirtschaftliche, wissenschaftliche und gesellschaftliche Aspekte greifen ineinander und schaffen ein eigenes Lebensgefühl – besonders in den Regionen, in denen der Hopfen fest verwurzelt ist.

Anerkennung für das „Grüne Gold“

Mit der Eintragung in das Landesverzeichnis wird diese besondere Bedeutung nun offiziell gewürdigt. Der Hopfenanbau in Deutschland steht damit nicht nur für einen wichtigen Rohstoff der Brauwirtschaft, sondern auch für eine kulturelle Praxis, die über Generationen hinweg gewachsen ist und sich stetig weiterentwickelt. Für die Branche ist die Auszeichnung ein starkes Signal – und gleichzeitig ein Auftrag, dieses Wissen und diese Tradition auch in Zukunft zu bewahren und weiterzugeben.

Brau dir deine Zukunft

Die deutsche Brauwirtschaft startet eine bundesweite Ausbildungsoffensive. Unter dem Motto „Brau Dir Deine Zukunft“ wollen die großen Branchenverbände gezielt junge Menschen für eine Karriere rund ums Bier begeistern.

Gemeinsame Initiative der Branche

Hinter der Kampagne stehen der Deutscher Brauer-Bund, der Private Brauereien Deutschland sowie der Deutscher Braumeister- und Malzmeister-Bund. Gemeinsam verfolgen sie das Ziel, den Ausbildungsberuf Brauer/in und Mälzer/in stärker in den Fokus zu rücken und Nachwuchs für die rund 1.500 Brauereien und Mälzereien in Deutschland zu gewinnen.

Die Kampagne richtet sich dabei nicht nur an klassische Schulabgänger, sondern auch an Studienanfänger und Studierende, die sich neu orientieren möchten. Neben digitalen Angeboten setzt die Initiative bewusst auch auf persönliche Kontakte vor Ort, um möglichst viele Interessierte zu erreichen.

Wichtiger Wirtschaftsfaktor

Die Brauwirtschaft ist in Deutschland ein bedeutender Arbeitgeber. Über 27.000 Menschen arbeiten direkt in Brauereien und Mälzereien, hinzu kommen geschätzt mehr als 400.000 indirekte Arbeitsplätze entlang der gesamten Wertschöpfungskette – von der Landwirtschaft über Logistik und Verpackung bis hin zu Handel und Gastronomie.

Gerade im ländlichen Raum spielt die Branche eine wichtige Rolle für wirtschaftliche Stabilität und regionale Entwicklung. Gleichzeitig steht sie vor der Herausforderung, ausreichend qualifizierten Nachwuchs zu gewinnen, um Know-how und Qualität langfristig zu sichern.

Ausbildung mit vielen Perspektiven

Im Zentrum der Kampagne steht die duale Ausbildung zum Brauer und Mälzer. Der Beruf vereint Handwerk, Naturwissenschaft, Technik und Kreativität – eine Kombination, die ihn vielseitiger macht, als viele vermuten. Neben klassischen Karrierewegen wie Meistertitel oder Studium im Bereich Brauwesen eröffnen die erworbenen Kenntnisse auch Möglichkeiten in anderen Branchen.

Die Kampagne will genau diese Vielfalt sichtbar machen. Sie informiert über Ausbildungsinhalte, Arbeitsalltag, Anforderungen und Verdienstmöglichkeiten und zeigt, dass der Beruf moderne Perspektiven in einer nachhaltigen Branche bietet.

Digitale Plattform als Herzstück

Kernstück der Initiative ist die Website

www.zukunft-brauen.de

Dort finden Interessierte umfassende Informationen rund um Ausbildung und Karriere in der Brauwirtschaft. Eine interaktive Brauereikarte erleichtert die Suche nach Ausbildungsbetrieben, während kompakte Antworten häufige Fragen zum Berufsbild klären.

Begleitet wird das Angebot durch Aktivitäten in sozialen Netzwerken. Dort vermittelt die Kampagne regelmäßig Einblicke in den Braualltag, erklärt Produktionsprozesse und stellt den Beruf in kurzen Videos vor.

Tradition trifft Zukunft

Mit „Brau Dir Deine Zukunft“ setzt die Branche auf eine langfristige Nachwuchsstrategie. Die Botschaft ist klar: Brauen ist ein traditionsreiches Handwerk, das sich ständig weiterentwickelt. Moderne Technik, nachhaltige Prozesse und fundierte Ausbildung machen den Beruf heute so zukunftsfähig wie selten zuvor.

Für die Brauwirtschaft geht es dabei um mehr als nur Fachkräftegewinnung. Es geht darum, eine jahrhundertealte Kultur in die nächste Generation zu tragen – und gleichzeitig neue Perspektiven zu schaffen.

Die Astra-Brauerei auf der Reeperbahn hat Insolvenz angemeldet

Die Astra St. Pauli Brauerei galt lange als Rückkehr einer Kultmarke an ihren Ursprungsort. 2018 am Nobistor eröffnet, sollte sie das Bier von Astra Bier wieder erlebbar auf den Kiez bringen – als Mischung aus Brauerei, Gastronomie und Markenwelt. Nun steckt das Projekt in wirtschaftlichen Schwierigkeiten.

Insolvenz in Eigenverwaltung

Wie aus einer Bekanntmachung des Insolvenzgerichts hervorgeht, hat die Brauerei Insolvenz angemeldet. Gleichzeitig wurde eine sogenannte Eigenverwaltung angeordnet. Das bedeutet: Das Unternehmen bleibt handlungsfähig und versucht, sich unter Aufsicht eines Sachwalters selbst zu sanieren. Eingesetzt wurde dafür ein Vertreter der Hamburger Kanzlei Münzel & Böhm.

Für Gäste und Besucher gibt es zunächst keine unmittelbaren Veränderungen. Der Betrieb der Brauerei sowie des angeschlossenen Restaurants läuft vorerst weiter. Eine offizielle Stellungnahme zu den genauen Hintergründen der Insolvenz steht bislang noch aus.

Symbolische Rückkehr auf den Kiez

Die Bedeutung der Brauerei reicht über den reinen Geschäftsbetrieb hinaus. Jahrzehntelang wurde Astra auf St. Pauli in der früheren Bavaria-Brauerei gebraut. Mit der Eröffnung der neuen Brauerei am Nobistor kehrte die Marke symbolisch an ihren Ursprungsort zurück – wenn auch unter veränderten Bedingungen.

Heute gehört die Marke Astra gemeinsam mit Holsten zum dänischen Konzern Carlsberg Group. Dieser betonte jedoch, dass die Astra St. Pauli Brauerei rechtlich eigenständig sei und nie direkt zum Konzern gehört habe. Es habe lediglich eine enge Partnerschaft gegeben, insbesondere bei der Nutzung der Marke. Ziel sei gewesen, Astra auf dem Kiez erlebbar zu machen und neue Produktideen zu entwickeln.

Branche unter Druck

Die Insolvenz fällt in eine Zeit, in der die gesamte Brauwirtschaft in Deutschland unter Druck steht. Laut Einschätzung von Carlsberg haben sich die Rahmenbedingungen in den vergangenen Jahren deutlich verschärft. Steigende Energie- und Rohstoffpreise belasten die Produktion, gleichzeitig fehlt es vielerorts an Fachkräften.

Hinzu kommt ein verändertes Konsumverhalten. Weniger Besuche in der Gastronomie und ein insgesamt rückläufiger Bierkonsum treffen besonders kleinere und mittelständische Betriebe. Gerade Projekte wie die Astra St. Pauli Brauerei, die stark auf Gastronomie und Markenerlebnis setzen, sind davon in besonderem Maße betroffen.

Wie es weitergeht

Ob und wie die Brauerei langfristig fortgeführt werden kann, ist derzeit offen. Die Eigenverwaltung bietet zumindest die Chance, den Betrieb zu stabilisieren und neu auszurichten. Für den Moment bleibt die Hoffnung, dass die symbolische Rückkehr von Astra auf den Kiez nicht zu einem kurzen Kapitel wird.

Bergquell – Kirsch Porter

Die Bergquell Brauerei Löbau aus der Oberlausitz ist vor allem für ihre Porter mit Fruchtzusatz bekannt. Jetzt steht das Kirsch Porter vor mir und wartet auf seine Verkostung.

Im Glas präsentiert sich das Kirsch Porter in einem klaren Rubinrot. Der hellbraune Schaum wirkt solide, ist jedoch nur von durchschnittlicher Standfestigkeit. Optisch bewegt sich das Getränk irgendwo zwischen Bier und Fruchtgetränk – ein erster Hinweis auf das, was noch folgen wird.

In der Nase wird es dann spannend. Weder typische Röstaromen eines Porters noch eine klare Kirschfrucht treten hervor. Stattdessen erinnert das Aroma eher an eine süßliche Limonade mit schwer greifbarer, leicht künstlich wirkender Fruchtnote.

Der Antrunk bestätigt diesen Eindruck. Deutlich süß, mit sehr feinperliger, eher zurückhaltender Kohlensäure. Frische oder Tiefe sucht man zunächst vergeblich. Im weiteren Verlauf dominiert die Süße weiterhin das Geschehen. Erst allmählich schleicht sich eine Ahnung von Kirsche ein, die jedoch eher angedeutet als klar definiert ist. Dass hier ein Bier im Glas steht, muss man tatsächlich wissen – geschmacklich drängt sich diese Erkenntnis nicht unbedingt auf. In der Kehle bleibt das Bild konsequent: süß, mit etwas deutlicher werdender Kirschanmutung, jedoch ohne jede Bittere, die für Ausgleich sorgen könnte. Dadurch wirkt das Getränk insgesamt recht eindimensional.

Fazit: Es ist durchaus bemerkenswert, ein Getränk zu kreieren, das zumindest entfernt an Kirsche erinnert, ohne dabei auf echte Kirschen zu setzen. Gleichzeitig führt genau das zu einem Ergebnis, das sich geschmacklich deutlich vom klassischen Porter entfernt und eher an eine süße Limonade erinnert als an ein Bier.