Berging Tripel im Test: Gefährlich süffige 8,4 Prozent aus den Niederlanden
„Immer wieder ein Lächeln auf dem Gesicht“ – so beschreiben die Brauer der niederländischen Berging Brouwerij ihre Vorstellung von gutem Bier. Dahinter steht eine recht unkomplizierte Philosophie: Mit Leidenschaft und hochwertigen Zutaten sollen Biere entstehen, die zugänglich sind, aber trotzdem ihren eigenen Charakter besitzen.
Ob das auch beim Tripel gelingt? Immerhin bringt das Bier stattliche 8,4 Prozent Alkohol mit. Gebraut wird es unter anderem mit Lagermalz sowie Magnum und Saazer Hopfen und der hauseigenen Hefe der Brauerei. Außerdem kommen Hafer- und Weizenmalz zum Einsatz, die dem Dreikorn-Tripel zusätzlichen Körper verleihen sollen.
Das Tripel fließt in einem kräftigen Orangeton ins Glas und präsentiert sich deutlich hefetrüb. Beim Schaum hält sich das Bier dagegen auffallend zurück. Es bildet sich nur eine kleine Schaumkrone, die zudem recht schnell wieder verschwindet. Optisch ist also noch etwas Luft nach oben.
In der Nase macht das Tripel diesen kleinen Schönheitsfehler schnell wieder wett. Helles Malz und Karamell bilden die Grundlage, darüber liegen fruchtige Aromen von Pfirsich und Zitrusfrüchten. Dazu gesellt sich der charakteristische Duft belgischer Hefe. Das Zusammenspiel wirkt einladend und macht durchaus Lust darauf, nicht allzu lange beim Riechen zu verweilen.
Der Antrunk fällt überraschend lebhaft aus. Eine angenehme Kohlensäure sorgt für Spritzigkeit, gleichzeitig zeigt sich unmittelbar eine deutliche Süße. Sie bleibt allerdings auf der richtigen Seite der Grenze: Das Bier schmeckt süß, ohne klebrig oder schwer zu werden. Das ist angesichts von 7,8 Volumenprozent Alkohol durchaus bemerkenswert. Wo manches Tripel schon beim ersten Schluck mit Nachdruck darauf hinweist, dass man den Abend besser nicht mehr allzu ambitioniert planen sollte, gibt sich das Berging zunächst erstaunlich leichtfüßig. Im weiteren Verlauf übernimmt das Malz die Führung. Der Körper ist deutlich malzbetont, wirkt für ein Tripel dieser Stärke aber vergleichsweise schlank. Die Hefe steuert ihren typisch belgischen Charakter bei, während die Fruchtigkeit zunehmend vielfältiger wird. Reife Äpfel und Orange treten hervor, begleitet von Karamell und einer dezenten Würze. Bittere und Säure bleiben zunächst zurückhaltend und überlassen Malz, Frucht und Süße weitgehend die Bühne. Ganz verstecken können sich die 7,8 Volumenprozent Alkohol allerdings nicht. Der Alkohol macht sich mit einem leichten Brennen auf der Zunge bemerkbar. Störend wird das nicht, doch ein wenig besser eingebunden dürfte er durchaus sein. Im Abgang verändert sich das Verhältnis der Aromen. Die Süße zieht sich langsam zurück, während die Hopfenbittere etwas kräftiger hervortritt. Wirklich bitter wird das Tripel dennoch nicht. Vielmehr sorgt der Hopfen für einen angenehmen Gegenpol zur vorher dominierenden Malzsüße.
Der Geschmack klingt lange nach. Gleichzeitig meldet sich der Alkohol nun auf andere Weise zurück und verbreitet eine deutliche Wärme im Magen. Spätestens an diesem Punkt erinnert das Bier freundlich daran, dass seine zuvor demonstrierte Leichtigkeit nicht mit einem niedrigen Alkoholgehalt verwechselt werden sollte.
Genau darin liegt die große Stärke des Berging Tripel. Mit 8,4 Prozent ist es ein kräftiges Bier, trinkt sich aber wesentlich unkomplizierter, als die Zahl auf dem Etikett vermuten lässt. Malzsüße, belgische Hefearomen, reife Früchte und die zurückhaltende Würze des Hopfens ergeben ein harmonisches Gesamtbild, bei dem sich mit jedem Schluck noch eine weitere Nuance entdecken lässt.
Etwas mehr Schaumstabilität und ein noch besser eingebundener Alkohol würden den Eindruck abrunden. Geschmacklich macht das Tripel jedoch vieles richtig. Es besitzt genügend Komplexität, um nicht langweilig zu werden, ohne dass daraus eine anstrengende Verkostungsaufgabe würde.
Die Brauer versprechen ein Bier, das ein Lächeln ins Gesicht zaubert. Beim Berging Tripel ist zumindest die Gefahr groß, dass dieses Lächeln nach dem zweiten Glas noch etwas breiter ausfällt.
Zutaten:
Wasser, Gerstenmalz, Weizenmalz, Hafermalz, Hopfen (CTZ, Hallertau Blanc, Cascade), Hefe, Kristallzucker
Alkoholgehalt:
7,8 % Vol.
Bittereinheiten:
36 IBU
Farbe:
10 EBC
Empfohlene Genusstemperatur:
8° – 10° Celsius
Brauerei:
Brouwerij Berging
Jaagweg 6
1441 PA Purmerend
Niederlande
www.bergingbrouwerij.nl
