Limoncello Spritz Pastry Sour im Test: Tropischer Fruchtcocktail mit italienischem Flair

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Limoncello Spritz Pastry Sour im Test: Tropischer Fruchtcocktail mit italienischem Flair

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Das Limoncello Spritz Pastry Sour verbindet Limone, Mango und Ananas mit milder Säure und Malzsüße. Ein frisches, ungewöhnlich süffiges Pastry Sour.

Limoncello Spritz Pastry Sour – ein italienischer Spritz im Bierglas?

Bei einem Bier mit dem Namen Limoncello Spritz Pastry Sour dürfte ziemlich schnell klar sein, dass hier niemand versucht hat, ein klassisches Pils neu zu erfinden. Stattdessen trifft moderner Pastry-Sour-Stil auf italienisches Lebensgefühl – zumindest lautet so das Versprechen. Limoncello, Säure und Süße sollen an den bekannten italienischen Zitronenlikör und einen sommerlichen Spritz erinnern.

Pastry Sours gehören zu den jüngeren Spielarten der Sauerbiere. Anders als bei ausgesprochen trockenen und kompromisslos sauren Vertretern des Genres steht hier häufig ein dessertartiger Charakter im Mittelpunkt. Frucht, Süße und Säure dürfen miteinander spielen, wobei Milchzucker für zusätzliche Süße und ein weicheres Mundgefühl sorgen kann.

Beim Limoncello Spritz Pastry Sour kommt ein Stammwürzegehalt von 18 Grad Plato hinzu. Die angegebenen fünf Bittereinheiten lassen dagegen bereits erahnen, dass der Hopfen zumindest hinsichtlich der Bittere keine Hauptrolle übernehmen wird.

Und tatsächlich: Im Glas zeigt sich schnell, dass bei diesem Bier die Früchte das Kommando übernehmen.

Das Limoncello Spritz fließt orangefarben und mit einer leichten Hefetrübung ins Glas. Der Schaum hält sich allerdings vornehm zurück und löst sich recht schnell wieder auf. Optisch erinnert das Bier damit weniger an eine klassische Limoncello-Kreation, als der Name zunächst vermuten lässt.

In der Nase wird die Verbindung zum Namensgeber deutlicher. Sofort steigt ein intensiver fruchtiger Duft auf, der vor allem an Limone erinnert. Dabei bleibt es allerdings nicht. Dahinter meine ich weitere tropische Früchte wahrzunehmen, ohne dass sich zunächst jede davon eindeutig bestimmen lässt. Interessant ist, dass trotz der kräftigen Fruchtaromen das Bier selbst nicht vollständig verschwindet. Malz und Gärungsaromen können sich noch bemerkbar machen. Das ist bei derart offensiv aromatisierten Bieren keineswegs selbstverständlich.

Der Antrunk beginnt mit einer angenehmen Malzsüße. Gleichzeitig sorgt eine recht kräftige Kohlensäure für ordentlich Leben auf der Zunge. Damit setzt das Bier einen willkommenen Gegenpol zur Fruchtigkeit und verhindert zunächst, dass der Eindruck zu schwer oder klebrig wird. Im weiteren Verlauf finden Süße und Säure erstaunlich gut zueinander. Wer angesichts der Bezeichnung Pastry Sour mit einem heftigen Säureangriff gerechnet hat, dürfte überrascht sein: Die Säure bleibt insgesamt zurückhaltend und gut eingebunden. Stattdessen rückt die Frucht immer stärker in den Mittelpunkt. Zur Limone gesellen sich nun Eindrücke, die an Ananas und Mango erinnern. Aus dem italienischen Zitronenlikör wird damit geschmacklich beinahe ein tropischer Obstsalat. Die Bittere spielt erwartungsgemäß kaum eine Rolle. Das passt zum Bier, denn eine ausgeprägte Hopfenbittere würde mit der Frucht und der milden Säure vermutlich eher konkurrieren als sie unterstützen. Überraschender ist das Mundgefühl: Trotz der hohen Stammwürze empfinde ich das Bier als vergleichsweise schlank. Zusammen mit der Kohlensäure und der Fruchtsäure wirkt es dadurch frisch und ausgesprochen süffig. Auch im Abgang hält sich das Limoncello Spritz zurück. Das Bier verabschiedet sich mild, der Nachklang fällt eher kurz aus. Große dramatische Wendungen gibt es zum Schluss also nicht – dafür bleibt ein unkomplizierter und erfrischender Gesamteindruck.

Gerade darin liegt für mich eine Stärke dieses Bieres. Das Limoncello Spritz Pastry Sour versucht nicht, mit maximaler Säure die Gesichtszüge seines Trinkers neu zu sortieren. Süße, Säure und Frucht bleiben in einem angenehmen Verhältnis zueinander. Vor allem die Kombination aus Limone und den Eindrücken von Ananas und Mango macht das Bier interessant.

Wer klassische Bierstile bevorzugt, dürfte mit dieser Kreation vermutlich wenig anfangen können. Wer dagegen moderne Frucht- und Sauerbiere mag und dabei keine aggressive Säure sucht, bekommt ein angenehm zugängliches Pastry Sour mit ausgeprägtem Sommercharakter.

Beim Foodpairing würde ich das Bier zu einem aromatischen Curry servieren. Die Fruchtigkeit kann sich gut mit den Gewürzen verbinden, während Kohlensäure und Säure für Frische sorgen. Auch zum Dessert bietet es sich an – insbesondere zu Vanilleeis oder einem nicht zu süßen Fruchteis.

Unterm Strich ist das Limoncello Spritz Pastry Sour weniger flüssiges Dessert als erwartet. Stattdessen präsentiert es sich als frisches, fruchtbetontes und überraschend süffiges Sauerbier. Der Limoncello gibt die Richtung vor, doch spätestens wenn Ananas und Mango auftauchen, nimmt das Bier einen kleinen Umweg durch die Tropen. Und dieser Umweg lohnt sich.

Zutaten:

Wasser, Gerste, Weizenmalz, Laktose, Zitronensaft, Aroma, Hopfengranulat, Hefe

Alkoholgehalt:

5,5 % Vol.

Stammwürze:

18° Plato

Bittereinheiten:

5 IBU

Brauerei:

Bartłomiej Czarnomski
Ul. Przemysłowa 43
24-320 Poniatowa
Polen
www.browarzakladowy.pl

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