Wipers Times Dubbel im Test: Dunkle Schokolade und Röstaromen aus Ypern
Das Wipers Times Dubbel stammt von der Stadtbrauerei Kazematten im belgischen Ypern. Die 2014 gegründete Brauerei ist schon wegen ihres Standorts ungewöhnlich: Gebraut wird in den historischen Kasematten der Stadt. Seit 2021 gehört das Wipers Times Dubbel zum Sortiment. Ein Jahr nach seiner Einführung erhielt es bei den World Beer Awards 2022 die Auszeichnung als bestes belgisches Dubbel.
Das Bier bringt 6,5 Prozent Alkohol mit und wird mit einer ganzen Reihe von Gewürzen gebraut. Nach Angaben der Brauerei kommen unter anderem Sternanis, Nelke, Ingwer, Zimt und Muskatnuss zum Einsatz. Entsprechend komplex beschreibt Kazematten selbst das Aromaprofil. Bei meiner Verkostung stehen allerdings andere Eindrücke deutlich stärker im Vordergrund.
Optisch macht das Wipers Times Dubbel zunächst eine ausgezeichnete Figur. Es zeigt sich in einem sehr dunklen Mahagoniton, über dem sich reichlich feinporiger, hellbrauner Schaum bildet. Und der hat Ausdauer: Die Schaumkrone bleibt ausgesprochen lange erhalten.
In der Nase dominieren zunächst kräftige Röstaromen. Dazu kommen Eindrücke, die an dunkle Schokolade und dunkles Malz erinnern. Gleichzeitig besitzt das Aroma eine deutlich florale und fruchtige Seite. Dadurch wirkt das Bier bereits vor dem ersten Schluck vielschichtig, ohne dass die einzelnen Komponenten miteinander konkurrieren.
Der Antrunk fällt recht süß aus. Gleichzeitig bringt das Wipers Times Dubbel reichlich Kohlensäure mit, wodurch die Süße etwas aufgefangen wird und das Bier lebendiger erscheint. Im weiteren Verlauf übernehmen die Röstaromen die Hauptrolle. Besonders deutlich sind für mich erneut Eindrücke, die an dunkle Schokolade erinnern. Eine ausgeprägte Bittere entwickelt sich zunächst nicht. Dadurch bleibt der Gesamteindruck weich und rund. Bemerkenswert ist vor allem das Mundgefühl. Trotz der dunklen Farbe und der ausgeprägten Malz- und Röstaromatik wirkt das Wipers Times Dubbel nicht übermäßig schwer. Mit seinen 6,5 Prozent Alkohol bleibt es vergleichsweise zugänglich und lässt sich angenehm trinken. Erst zum Ende hin nimmt die Bittere etwas zu. Sie bildet gemeinsam mit den Röstaromen einen schönen Gegenpol zum süßen Beginn und sorgt dafür, dass das Bier nicht eindimensional wirkt. Bittere und Röstaromen bleiben anschließend lange am Gaumen erhalten. Gerade dieser nachhaltige Abgang gefällt mir, weil er dem Wipers Times Dubbel noch einmal etwas mehr Kontur verleiht.
Das Wipers Times Dubbel ist für mich vor allem ein malz- und röstaromatisch geprägtes Dubbel. Die von der Brauerei verwendeten Gewürze drängen sich bei meiner Verkostung nicht einzeln in den Vordergrund. Stattdessen sorgen dunkles Malz, Röstaromen und Eindrücke von dunkler Schokolade für den bestimmenden Charakter, ergänzt durch florale und fruchtige Noten. Der recht süße Antrunk wird durch die kräftige Kohlensäure aufgefangen, während die zunehmende Bittere im Abgang für einen gelungenen Abschluss sorgt. Besonders positiv empfinde ich das weiche Mundgefühl: Das Wipers Times Dubbel besitzt genügend Fülle, ohne dabei schwer zu wirken.
Das Wipers Times Dubbel ist ein charaktervolles belgisches Dubbel, das vor allem Freunden dunkler, malzbetonter Biere gefallen dürfte.
Brauerei:
Wasser, Gerstenmalz, Zucker, Hopfen, Gewürze, Hefe
Alkoholgehalt:
6,5 % Vol.
Stammwürze:
15,3° Plato
Bittereinheiten:
20 IBU
Farbe:
45 EBC
Empfohlene Genusstemperatur:
6° – 10° Celsius
Brauerei:
Brouwerij Kazematten
Houten Paard 1
8900 Ieper
Belgien
www.kazematten.be
