Alvinne – Balthazar

Das Etikett ist eher schlicht gehalten, bietet aber alle Informationen, die der Konsument für seine Kaufentscheidung benötigt.Nun steht ein Winterbier aus Belgien vor mir. Genauer gesagt handelt es sich um das Balthazar, ein Bier aus der „Vintage Recipe Serie“. Obwohl es als Winterbier angeboten wird, trägt es den Namen eines der heiligen drei Könige, also im Grunde einen Namen für ein Weihnachtsbier. Aber gut, halten wir uns nicht mit dem Namen auf und wenden uns direkt der Kreation aus der kleinen Brauerei Alvinne im belgischen Flandern zu.

Dunkles Kupfer – so lässt sich die Farbe dieses Starkbiers am besten beschreiben. Es ist fast schwarz. Die Schaumkrone ist haselnussbraun und bleibt sehr lange erhalten. Die Optik des Balthazar ist schon mal sehr vielversprechend.

Das Bier duftet nach dunkler Schokolade und Lakritz. Zusätzlich sorgen noch würzige Noten für einen angenehmen Touch der an Lebkuchen aus Nürnberg erinnert. Eines ist klar – das Aroma dieses Biers passt zu Weihnachten.

Der Antrunk ist recht süß, was aber durchaus zur reichlich vorhandenen kräftigen Kohlensäure passt. Auf der Zunge dominieren die Röststoffe. Der Geschmack nach Schokolade steht im Vordergrund, unterstützt durch die Aromen von Ingwer und weihnachtlichen Gewürzen. Die 9,0 Volumenprozent Alkohol sind gut eingearbeitet, so dass der Alkohol nicht hervorschmeckt, sondern lediglich die anderen Aromen unterstützt. Das Mundgefühl ist schwer, so wie ich es bei einem Winterbier auch erwarte. In der Kehle teilen sich zunächst ein leichtes freundliches Bitter und der Geschmack des Ingwers die Bühne, wobei sich der Ingwer relativ schnell zurückzieht und der Bitteren den langen Nachklang überlässt.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen (Challenger, East Kent Goldings), dunkler Kandis, Hefe, Kardamom, Ingwer, Koriander

Alkoholgehalt:

9,0 % Vol.

Farbe:

40 EBC

Bittereinheiten:

28 IBU

Brauerei:

Brouwerij Alvinne
Vaartstraat 4a
8552 Moen
Belgien
www.alvinne.com

Gehölz Bräu – Linde alkoholfrei

Die Grundfarbe des Etiketts ist königsblau. Es wird durch gelbe stilisierte Hopfendolden geschmückt. Außerdem steht auf dem Etikett, dass für jede verkaufte Flasche Bier ein Baum gepflanzt wird.Bier ohne Quatsch, aber mit Prinzipien – das ist die Vision von Rico und Matze. Seit dem Jahr 2021 setzen sie ihre Vision um. Was sind die Prinzipien? Sämtliche Rohstoffe stammen aus kontrolliert biologischem Anbau in der Region. Flaschen und Kisten sind Mehrweg und sogar das Papier der Etiketten wurde unter ökologischen Gesichtspunkten hergestellt. Damit unterstützen die beiden etwas, das sie selbst mit „enkeltaugliche Landwirtschaft“ betiteln: Der nachhaltige, pestizidfreie Landbau produziert nicht nur wertvollere Lebensmittel, sondern bewahrt Erde und Umwelt, sodass auch unsere Enkel noch etwas davon haben. Kommen wir aber nun zum Bier.

Golden-orange und leicht hefetrüb läuft das Bier ins Glas. Dabei bildet sich eine schneeweiße feste Schaumkrone, die sehr lange erhalten bleibt. An der Optik dieses Bieres ist nichts auszusetzen.

Das Aroma ist getreidig. Abgerundet wird es durch Düfte nach frisch gemähtem Gras, Honig und einige blumige Noten.

Der Antrunk ist recht süß und durch die reichlich vorhandene Kohlensäure angenehm spritzig. Auf der Zunge kommt die Bittere des Hopfens in den Vordergrund und verdrängt Süße und die Aromen fast vollständig. Trotzdem ist das Mundgefühl weich. In der Kehle wird die Bittere milder und sie klingt trotzdem lange nach.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen, Hefe

Alkoholgehalt:

< 0,25 % Vol.

Stammwürze:

6° Plato

Brauerei:

Gehölz Bräu
Mathias Bock & Rico Borsitz GbR
Am Sonneneck 3a
04207 Leipzig

ProWein – Spiegelbild der internationalen Spirituosenbranche

Mit einem voraussichtlichen Umsatz von 493,40 Milliarden Euro im laufenden Jahr werden Spirituosen weltweit ihren Wachstumskurs fortsetzen. Mehr noch: Laut Statista (www.statista.com) wird der Umsatz im Jahr 2027 bei 601,70 Milliarden Euro liegen, der durchschnittliche Pro-Kopf-Konsum bei 4,76 Liter. Diesen Trend spiegelt die ProWein, die weltweit größte und bedeutendste Fachmesse für Weine und Spirituosen, eindrucksvoll wider. Seit Jahren greift die Trendshow „same but different“ mit ihrem Spektrum an Craft Spirits, Craft Beer und Cider aktuelle Themen der hippen, urbanen Barszene auf und ist damit schon längst ein wichtiger Erfolgsgarant der ProWein. „Hier setzen wir an und schaffen mit ProSpirits eine neue Markenwelt, in der sich alles um Spirituosen dreht. Halle 5 – direkt neben der same but different Halle 7.0 – wird zum Zentrum der Spirituosen aus aller Welt“, erläutert Nicole Funke, Senior Project Manager der ProSpirits und der Trendshow „same but different“. „Über 300 Aussteller aus mehr als 40 Ländern werden auf einer Fläche von rund 4.800 Quadratmetern – 1.000 Quadratmeter mehr als zur letzten ProWein – ihre Produkte präsentieren. Eigene Bereiche für Produktgruppen wie Whisky, Cognac, Brände oder Länderbeteiligungen wie aus Dänemark, Griechenland, Irland, Korea, Mexico oder UK bestätigen unsere Strategie – oder, um es auf den Punkt zu bringen: Das Konzept geht auf“, unterstreicht Funke nachdrücklich. Global Player, wie Osborne (Halle 5, Stand D02), Molinari (Halle 5, Stand B26), die traditionsreichen Cognac-Häuser Hine (Halle 5, Stand L33) und Prince Hubert de Polignac (Halle 5, Stand M54) oder Markenimporteur Borco (Halle 5, Stand E05) unterstreichen die Internationalität und Vielfältigkeit von ProSpirits.

Was konkret können wir im ProSpirits-Kosmos erwarten? Hier ein Überblick der einzelnen Bausteine:

Das ProSpirits-Forum ist die Bühne für Aussteller-Highlights und Tastings. Besucher können kostenlos daran teilnehmen. Ein weiteres Highlight dort sind die Trend Hour-Tastings am ersten und dritten Messetag, in denen ProSpirits Trendscout Jürgen Deibel aktuelle Branchentrends präsentiert. Das sind im Einzelnen:

  • Vodka – Die Auferstehung des Vodka mit Charakter
  • Liköre – Es wird wieder süßer
  • Agavenbrände – Die Welt der Agave
  • Brandy – die Rückkehr der Traube
  • RTD – Ready to drink

In einer Tasting Area mit spezifischen Themenschwerpunkten können sich die Besucher informieren, testen und vergleichen – um dann im nächsten Schritt den Kontakt mit den Ausstellern aufzunehmen.

Die Whisky-Nation Irland präsentiert sich auf rund 350 Quadratmetern mit einer eigenen Masterclass-Area. Korea legt den Schwerpunkt auf Soju, das koreanische Nationalgetränk. Was für Deutschland das Bier ist, ist für Südkorea der Soju, eine gekühlte Spirituose auf Basis von Reis bzw. Süßkartoffel. Mauritius bietet einen Überblick quer durch die Welt erlesener Rumsorten, Mexiko ist vertreten mit einer Reihe ausgewählter Produzenten von Tequila und Mezcals.

„same but different“ mit Premiere

Die Trendshow knüpft mit rund 120 Ausstellern aus 27 Ländern und einer Fläche von 1.100 Quadratmetern nahtlos an ihre Erfolgsgeschichte an. Neben den rund 100 Spirituosen-Anbietern sind auch wieder Craft Beer-Spezialisten (darunter Maisel & Friends und BRLO aus Berlin) sowie Cider-Produzenten wie Ramborn oder Apfelwein International vertreten. Premiere hat auf der ProWein 2024 das offene Forum für Craft-Spirituosen, in dem sich Gastronomen und Produzenten austauschen und voneinander lernen können.

„Diese Kombination von ProWein, ProSpirits und same but different ist in der globalen Wein- und Spirituosenbranche absolut einmalig. Keine andere Fachmesse weltweit bietet den internationalen Fachbesuchern aus aller Welt ein solch umfassendes, aktuelles und hoch interessantes Angebot“, bringt es Peter Schmitz, Director der ProWein, auf den Punkt.

Die ProWein 2024 findet vom 10. 3. – 12. 3. 2024 in der Messe Düsseldorf statt.

Force Majeure – Traditional Blond

Auf dem Etikett schreibt die Brauerei, dass das Traditional Blond 0 % Alkohol hätte, was bei einem Alkoholgehalt von 0,4 Volumenprozent nicht ganz korrekt ist, auch wenn das Bier durchaus als alkoholfrei verkauft werden darf.Alkoholfreie Biere haben es im Starkbierland Belgien schwer. Bis vor einigen Monaten hätte ich sogar gesagt, dass es keine belgischen Biere ohne Alkohol gibt, nur Lightbiere mit weniger als drei Volumenprozent Alkohol, die in unserem Nachbarland häufig noch als „Kinderbier“ verkauft werden. Alkoholfreie Biere habe ich bei meinen Besuchen in Belgien nur als Importbiere gesehen. Aufgrund des sehr aufwändigen Verfahrens den traditionell gebrauten Bieren den Alkohol per Umkehrosmose zu entziehen, war diese Produktkategorie lange den großen Braukonzernen vorbehalten. 2019 hat der Triathlet Stijn Panis seine Vorliebe für Spezialbier mit seiner Leidenschaft für Unternehmertum kombiniert und im limburgischen Genk die Brauerei Force Majeure gegründet, der ersten und einzigen Brauerei Belgiens, die ausschließlich alkoholfreie Biere braut. Er möchte dabei die Nische alkoholfreier Spezialbiere besetzen, die bislang von den Großbrauereien vernachlässigt wurde. Für die Herstellung seiner Biere nutzt er ein weniger aufwändiges Verfahren: statt den traditionell gebrauten Bieren den Alkohol wieder zu entziehen, verwendet Force Majeure Spezialhefen, die nur wenig Alkohol produzieren. Diese Biere sind in der Regel vollmundiger und wesentlich geschmacksintensiver als herkömmlich hergestellte alkoholfreie Biere. Sie schmecken halt mehr wie Bier. Der Alkohol in den Bieren liegt bei weniger als 0,5 Volumenprozent Alkohol, damit die Biere als „alkoholfrei“ verkauft werden dürfen.

Orangefarben und gefiltert fließt das Bier ins Glas. Dabei bildet sich eine feste schneeweiße Schaumkrone, die sehr lange erhalten bleibt.

Das Bier duftet nach Karamell und Orangenschale, abgerundet durch einige blumige Noten.

Der Antrunk zeichnet sich durch eine angenehme Malzsüße sowie eine feinperlige Kohlensäure aus. Auf der Zunge gesellen sich der Geschmack nach Zitrusschale sowie eine ordentliche Fruchtigkeit dazu, die an helle Früchte erinnert. Die Bittere ist gut auf die Süße abgestimmt. Für ein alkoholfreies Bier ist das Force Majure Traditional Blond überraschend vollmundig. Im Abgang wird die Bittere kräftiger und sie klingt in der Kehle sehr lange nach.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen, Hefe, Sucralose

Alkoholgehalt:

0,4 % Vol.

Bittereinheiten:

28 IBU

Farbe:

10 EBC

Brauerei:

Force Majeure BV
Kiezelstraat 14
3600 Genk
Belgien
www.forcemajeure.be

Herforder Pils

Das Etikett ist bodenständig gestaltet, zeigt das Wappen von Herford, gibt den Inhalt der Flasche an und enthält ansonsten noch einige Werbesprüche.Aus Ostwestfalen stammt das Bier, das ich jetzt verkosten möchte. Genauer gesagt aus Hiddenhausen-Sundern, in der Nähe von Herford, das dem Bier auch seinen Namen gab. Gegründet wurde die Brauerei im Jahr 1878. In den 80er Jahren des vergangenen Jahrhunderts gehörte das Unternehmen zu den großen Privatbrauereien in Deutschland. Im Jahr 2007 erwarb die Warsteiner-Gruppe eine Mehrheitsbeteiligung an der Brauerei.

Golden und gefiltert läuft das Bier ins Glas. Dabei bildet sich eine feste schneeweiße Schaumkrone, die sehr lange erhalten bleibt. Optisch hat die Brauerei alles richtig gemacht.

Das Bier duftet nach hellem Malz, abgerundet durch herbe Hopfennoten.

Der Antrunk ist süß und spritzig. Auf der Zunge gesellt sich zur Süße eine passende Bittere. Damit ist das Bier zwar ausgewogen, aber nicht komplex. Der Abgang ist mild mit kurzem Nachklang.

Das Bier ist trinkbar, aber insgesamt ziemlich langweilig und auswechselbar. Kein Meisterwerk deutscher Braukunst.

Zutaten:

Brauwasser, Gerstenmalz, Hopfenextrakt

Alkoholgehalt:

4,8 % Vol.

Stammwürze:

11,1° Plato

Brauerei:

Herforder Brauerei GmbH
Gebr.-Uekermann-Str. 1
32120 Hiddenhausen
www.herforder.de

Gentse Stadsbrouwerij – gruut Winterspecial

Das Etikett ist in schwarzer Grundfarbe mit weißer Schrift, die informiert, dass es sich um ein Winter-Grutbier mit Ahornsirup und Chili handelt. An grafischen Elementen sind weiße Punkte eingesetzt, die einen Schneefall bilden und am unteren Rand wird die Genter Skyline angezeigt.Ich glaube, es ist das erste Mal, dass ich ein Winter-Grutbier verkoste. Zunächst einmal muss ich feststellen, was das Winterliche an diesem Bier ist. Die sieben Volumenprozent Alkohol können es nicht sein. Die sind für ein Bier aus Belgien recht normal. Aber ein Blick auf die Zutatenliste hilft mir schon weiter. Das gruut Winterspecial ist mit Ahornsirup und Chilis gebraut. Die Süße des Ahornsirups und die Schärfe der Chilis passen schon mal gut zusammen. Wie diese Mischung sich in der Grutbier einpasst werde ich jetzt gleich feststellen.

Blickdicht schwarz präsentiert sich das Bier im Glas. Der grobporige Schaum, der sich beim Einschenken gebildet hat, löst sich sofort auf. Jetzt erinnert die Optik des gruut Winterspecial an ein Glas Coca Cola.

Das Aroma ist schon deutlich angenehmer. Düfte nach dunkler Schokolade steigen mir in die Nase. Dazu kommen würzige Noten. Auch die Süße steigt mir in die Nase, das zusammen mit den sieben Volumenprozent Alkohol und den anderen Aromen ein likörartiges Gesamtbild erzeugt.

Der Antrunk ist spritzig und schnell kommt der Geschmack des Ahornsirups in den Vordergrund. Er kann aber das Schokoladenaroma nicht vollständig verdrängen. Das Chiliaroma bleibt diskret im Hintergrund und auch der Alkohol ist auf der Zunge nicht so präsent wie in der Nase. Der Abgang ist mild und der Ahornsirup ist noch einige Zeit in der Kehle zu schmecken.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Gewürze, Hefe, Ahornsirup, Chili-Pfeffer

Alkoholgehalt:

7 % Vol.

Brauerei:

Gentse Stadsbrouwerij GRUUT
R Dodoensdreef 1
9000 Gent
Belgien
www.gruut.be

Karlsberg UrPils und Karlsberg Bock bei Finest Beer Selection ausgezeichnet

Zum ersten Mal fand in diesem Jahr die Finest Beer Selection von Doemens und dem Meininger Verlag – eine sensorische Exzellenzprüfung mit insgesamt 880 teilnehmenden Bieren – statt. Die Karlsberg Brauerei darf sich gleich mit zwei ihrer Biere zum exklusiven Kreis der dort von einer Fachjury ausgezeichneten Biere mit einer Punktzahl über 90 zählen. Karlsberg UrPils und Karlsberg Bock überzeugten mit echt starkem Geschmack und höchster Qualität.

Diese zwei Karlsberg Biere überzeugten bei der Blindverkostung der Finest Beer Selcetion von Doemens und dem Meininger Verlag: Karlsberg UrPils erzielte 91 von 100 möglichen Punkten, Karlsberg Bock gleich 93 Punkte. Beide Produkte glänzten in den Kategorien Optik, Geruch, Geschmack und Trinkfreude.

Im Unterschied zu üblichen Bier-Wettbewerben handelt es sich bei der Finest Beer Selection nicht um einen Wettbewerb, bei der je Kategorie Biere mit anderen Bieren verglichen werden. Das Konzept versteht sich vielmehr als sensorische Exzellenzprüfung. Jedes Bier wird individuell aromatisch analysiert und auf Basis eines transparenten 100‐Punkte‐Schemas bewertet. Nur die besten Biere eines Jahres mit einem Finest Beer Score von 90 oder mehr Punkten schaffen es in den Kreis der Finest Beer Selection. Hinter dem Konzept stehen mit Doemens und dem Meininger Verlag zwei absolute Experten mit mehrjähriger Erfahrung in der Analyse und Bewertung von Bieren sowie der Durchführung hochprofessioneller Bierverkostungen.

„Wir freuen uns sehr über die Ergebnisse der Finest Beer Selection. Sie drücken aus, wofür wir stehen: Echtes Brauhandwerk und Qualität. Diese Auszeichnung geht an unser gesamtes Team, das täglich unsere Biere mit viel Leidenschaft auf höchstem Niveau herstellt“, sagte Karlsberg-Geschäftsführer Markus Meyer bei der Urkundenübergabe in Neustadt an der Weinstraße.

Kraftpaule + Orca Brau – Guadalupe

Das Etikett zeigt Maria, die statt ihres Kindes eine Hopfendolde im Arm hat.Vor mir steht jetzt eine Gemeinschaftsproduktion von Kraftpaule in Stuttgart mit Orca Brau in Nürnberg. Guadalupe ist das bedeutendste Marienheiligtum Mexikos und ist auch auf dem Etikett abgebildet. An Mexiko erinnert auch das Rezept dieses Bieres, das mit Salz Limette, Chili und Mais gebraut wurde, also bereits einen Streifzug durch die Küche des mittelamerikanischen Landes bietet. Ob es gut geworden ist? Das will ich gleich herausfinden.

Hell und leicht hefetrüb präsentiert sich das Bier im Glas. Die vorwiegend feinporige Schaumkrone ist zwar klein, bleibt aber lange erhalten.

Das Bier duftet malzbetont und würzig, wobei die Aromen des hellen Malzes und der Limetten besonders herausragen.

Der Antrunk zeichnet sich durch eine angenehme Süße, die von einer leichten fruchtigen Säure begleitet wird, sowie die feinperlige Kohlensäure aus. Die Säure wird auf der Zunge etwas kräftiger, so dass das Bier stärker zu sein scheint als die tatsächlich vorhandenen 4,9 Volumenprozent Alkohol. Das Mundgefühl ist angenehm weich. Erst in der Kehle kommt die Schärfe des Chilis erstmals zum Tragen. Nach mehreren Schlucken beginnt dann auch die Zunge leicht zu brennen, aber nicht so stark, dass es stört. Im Gegenteil, zusammen mit dem Salz, das kaum zu schmecken ist, verleiht die Schärfe der Chilis dem Bier eine angenehme Frische.

Das Bier ist ungewöhnlich, aber gut zu trinken. Dazu passen Speisen mit kräftigem Geschmack, beispielsweise Spareribs, indische Curries und selbstverständlich ein kräftig gewürztes Chili con Carne.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Maisflakes, Limette, Hopfen, Salz, Chilli, Hefe

Alkoholgehalt:

4,9 % Vol.

Farbe:

5 EBC

Empfohlene Genusstemperatur:

6° – 8° Celsius

Brauerei:

Orca Brau GmbH
Am Steinacher Kreuz 24
90427 Nürnberg
www.orcabrau.de

In Zusammenarbeit mit

Kraftpaule GmbH
Neckarstraße 132
70190 Stuttgart
www.kraftpaule.de

Okocim – Mocne Dubeltowe

Das Etikett hat einen schwarzen Hintergrund und zeigt neben den Angaben, was in der Flasche enthalten ist, eine Abbildung des Gründers der Brauerei sowie deren Gründungsjahr, und silberfarbene Hopfendolden und die Brauerei.Die Marke Okocim wurde 1845 gegründet, als Jan Evangelista Goetz in Brzesko eine Brauerei gründete. Für die Herstellung seines Bieres verwendete er nur bestes Gerstenmalz, Hopfen sowie hochwertiges Wasser und Hefe, ganz nach dem Prinzip „Das Beste vom Besten“. Heute gehört Okocim zum Carlsberg-Konzern.

Strong Dubeltowe wurde in der Brauerei Okocim als eines der ersten Starkbiere in Polen kreiert. Es handelt sich um ein untergäriges Lagerbier mit einem aktuellen Alkoholgehalt von 6,5 %, einer Bitterkeit von 21 IBU und einer Stammwürze von 13,5° Plato. Früher enthielt das Mocne Dubeltowe mehr als 7 Volumenprozent Alkohol. Ich hoffe, dass die Qualität bei der Umstellung nicht gelitten hat.

Intensiv orangefarben fließt das Bier ins Glas. Dabei bildet es eine durchschnittlich große sahnige Schaumkrone, die sehr lange erhalten bleibt.

Das Bier duftet nach Karamell und Waldhonig, abgerundet durch den Duft nach getrockneten Aprikosen und Rosinen.

Der Antrunk ist süß und spritzig. Auf der Zunge gesellt sich eine zur Süße passende Bittere dazu. Die Fruchtigkeit kommt nur minimal als dem Hintergrund zum Tragen. Trotzdem ist das Mundgefühl weich. Im Abgang wird das Bier trockener und die Bittere klingt sehr lange nach.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Zucker, Hopfen, Hefe

Alkoholgehalt:

6,5 % Vol.

Stammwürze:

13,5° Plato

Bittereinheiten:

21 IBU

Brauerei:

Carlsber Polska Sp. Z o.o.
ul. Krakowiaków 34
02-255 Warschau
Polen
www.carlsberggroup.com

Kehrwieder – Altes Land

Das Etikett zeigt einen stilisierten Fluss mit Bäumen an den Ufern.Seit vielen Jahren braut Oliver Wesseloh in Hamburg richtig gute Biere, ein großer Teil entspricht dem deutschen „Reinheitsgebot“, teilweise geht er aber auch darüber hinweg und braut besondere Biere mit Zutaten, die nach den deutschen Vorschriften nichts im Bier zu suchen haben, die aber dem Natürlichkeitsgebot der Kreativbrauer entsprechen (das im Grunde noch strenger ist als das Reinheitsgebot). Ein solches Bier steht jetzt vor mir. Altes Land ist mit Rhabarbersaft gebraut.

Hell und hefetrüb fließt das Bier ins Glas. Dabei bildet es eine nur kleine Schaumkrone, die sehr schnell in sich zusammenfällt. Aber die kurze Lebensdauer der Schaumkrone ist bei Fruchtbieren vollkommen normal (auch wenn es sich bei Rhabarber streng genommen nicht um ein Obst handelt, sondern um ein Gemüse).

Das Aroma ist fruchtig nach Rhabarber, auch der Koriander ist deutlich zu riechen. Typische Bieraromen nach Malz und Hopfen werden dadurch in den Hintergrund gedrängt.

Der Antrunk ist angenehm trocken und spritzig. Ich kann nicht sagen weshalb, aber jetzt erinnert mich das Bier an einen guten Winzersekt. Auf der Zunge kommt fruchtige Säure angenehm in den Vordergrund. Dabei bleibt das Bier weiterhin trocken, frisch und weinartig. Auch wenn es sich bei diesem Bier um eine Gose handelt, bleibt das Salz so dezent im Hintergrund, dass ich es nicht schmecken würde, wenn ich nicht wüsste, dass es in diesem Bier mit verbraut wurde. Der Abgang ist mild und irgendwie vermisse ich jetzt doch die Bittere des Hopfens.

Das Alte Land ist ein angenehmes Sommerbier, leicht zu trinken und mit 4,6 Volumenprozent nicht zu stark.

Zutaten:

Wasser, Rhabarbersaft, Gerstenmalz, Weizenmalz, Meersalz, Koriander, Hopfen (Polaris), Hefe

Alkoholgehalt:

4,6 % Vol.

Stammwürze:

9° Plato

Bittereinheiten:

11 IBU

Farbe:

6 EBC

Empfohlene Genusstemperatur:

6° – 8° Celsius

Brauerei:

Kehrwieder Kreativbrauerei GmbH
Sinstorfer Kirchweg 74-92
21077 Hamburg
www.kehrwieder.beer